Preußens Konkordat mit dem Vatikan.
Weitgehende Forderungen der Kurie: Drei neue Bistümer. — Ernennung der deutschen Bischöfe in Rom. — Oie Gchulfrage.
Berlin, 11. Oft. (TU.) Die Verhandlungen über den Abschluß eines Konkordats zwischen Preußen und der Kurie sind abgeschlossen. Der Inhalt der Vereinbarungen wird noch geheim gehalten. doch sind die Spätabendblätter in der Lage, einiges über diese Vereinbarungen mitzuteilen. So schreibt die „Voss. Zlg." u.a. folgendes: Rach alledem, was man über diese Vereinbarungen hört, ist keinesfalls anzunehmen, daß dos Preuße nkabi nett dem Entwurf in der v o r - liegenden Form zu stimmen wird. Die Kurie verlangt die Einrichtung von drei neuen Bistümern nämlich: außer in Bet- l i n auch in Essen und in K a m m i n i. Pom., um dieses bis zur Reformation bestehende alte Bistum als eine Diözese für die Diaspora des deutschen Rordostens wieder aufleben zu lassen. Diese Forderung wird kaum akzeptiert werden können, da zu jedem Bistum auch eine Dotation gehört. Eher würde man sich neben dem Bistum Berlin mit der Erhebung van Breslau und Paderborn zu Erzbistümern abfinden tonnen, da die zu diesem Zwecke erforderlichen Geldmittel nicht allzu bedeutend sind.
Denn dos Konkordat zufkandekommt. fo werden die Kapitelwahlen aller Wahrscheinlichkeit nach s o r t s a l l e n. d. h. es werden die Bischöfe nicht mehr von ihrem Domkapitel gewählt, sondern künftig vom heiligen Stuhl in Rom ernannt werden. Die staatliche Mitwirkung ist dabei so gedacht, daß vor der (Ernennung d i e Staatsregierung gehört werden soll, hinsichtlich der S ch u l f r a g e Hal man versucht, eine Kompromihforrnel zu finden. Die Formel besagt, daß die Kurie von den Bestimmungen des Artikels 146 Ads. 2 der Reichsverfassung über die Schularten Kenntnis nimmt und daß die preußische Staatsregierung sich verpflichtet, nach Möglichkeit für die Bereit st ellung einer genügenden Zahl katholischer Bekenntnisschulen Sorge zu tragen.
*
Zu dieser Veröffentlichung der „Voss. Ztg." über den Inhalt der Konkordatsverhandlungen schreibt die „Germania", das Berliner Zentrumsorgan, die Angaben seien nicht als authentisch anzusprechen, vermischten wenig Wahres mit viel Falschem. Zu dem Falschen gehöre die angegebene Formel über die Schulfrage. Das Blatt meint, eine voreilige und noch dazu von unrichtigen Voraussetzungen ausgehende Stimmungsmache solle offenbar das preußische Kabinett veranlassen, dem Konkordatsentwurf nicht zuzustimmen. Das sachliche Interesse auch des preußischen Staates an einem Konkordat werde sich auch diesen Störungsversuchen gegenüber durchsetzen.
Verschleppungstaktik?
Die Koalitionsfrage inPreußen und im Reich
Berlin, 11. Oft. ($11.) Unter der Heber» sehr ist „Sabotage?" nimmt die der Volkspartei nahestehende „DAZ." zur Verschiebung der K o al i t io n s v e r h a n d l u n g en in Preußen Stellung. Sie wirft die Frage auf, auf wen die Schwrerigkeiten bet den Verhandlungen zurückgingen. Aus sozialdemokratischen Kreisen verlaute glaubhaft, daß man sich dahin schlüssig geworden sei, die Preußenverhandlungen zweckmäßigerweise erst im November ab» 'zuhalten, nämlich um die Entwicklung im Reich abzuwarten. Diese Begründung sei eigenartig. Die Sozialdemokratie wisse genau, daß für die Deutsche Volkspartei die Regelung der Preußen- frage eine Voraussetzung für d i e Große Koalition im Reiche darstelle, und sie wisse auch, daß es bei weiterer Verschleppung der Preußenverhandlungen unmöglich sein werde, die dort bestehenden Schwierigkeiten rechtzeitig zu überwinden. Die Schwierigkeiten lägen vornehmlich in der Neuverteilung der M i n i st e r s i tz e und in der Konkordatsfrage. Heber beide Dinge könne man sich am besten unterhalten, wenn der große Resonnanz- raum des Parlaments ausgeschaltet und die Regierung in der Lage sei, in Ruhe mit den Parteiführern zu verhandeln. Also jetzt und nicht erst im November.
Die preußische Regierung stehe auf dem Standpunkt, es liege durchaus bei den Parteien, von sich aus und untereinander die Verhandlungen in Gang zu bringen. Das sei eine an der Sache vorbeizielende Auslegung des klaren Versprechens, das Ministerpräsident Braun im Namen seines Kabinetts gegeben habe. Abwechselnd die Verantwortung der Parteien, der Regierung und wieder den Parteien zuzuweisen, bedeute nichts anderes als Verschleppungstaktik. Die D. V. P. habe sich lange genug außerhalb der preußischen Koalition befunden, um sich mit dem Aufschub der geplanten Verhandlungen abfinden zu können. 2lber für die Entwicklung der Dinge im Reiche — der die Sozialdemokratie anscheinend mit fo großem Mißtrauen entgegensehe — bedeute die Verzögerung in der Tat keine erfreuliche Prognose.
Die „Börsenzeitung" spricht von einer neuen poli tischen Krise, weil zu den Schwierigkeiten bei den Koalitionsverhandlungen in Preußen noch hinzukomme, daß die Deutsche Volkspartei und das Zentrum im Reiche durch den geplanten sozialdemokratischen Antrag in der Panzerkreuzerfrage in bezug auf die Koalitionsfrage vor neue Entschlüsse gestellt werden. Es sei nicht anzunehmen, daß die Parteien der Mitte noch die Arbeitsgemeinschaft aufrechterhalten, geschweige beim, an der Konstruktion der Großen Koalition miiarbeiten könnten, wenn der sozialdemokratische Antrag eingebracht werde und im Plenum die Sozialdemokraten und ein Teil der Demokraten und ihre Minister ihm im Plenum zustimmten. Die D. V. habe als Bedingung für ihre Beteiligung an der jetzigen losen Form der Arbeitsgemeinschaft schon die Fortsetzung des Kreuzerbaues gefordert.
Neue Untersuchung im phoebusskandal.
Berlin, 11. Olt. (Prw.-Tel.) Nachdem die Hntersuchung über die finanzielle Seite des Phoebus-Skandals vom ReichSsparkommissar vor
einiger Zeit bereits abgeschlossen wurde, wurde auf Wunsch des Reichskanzlers die weitere vom Reichstag geforderte Hntersuchung nach den Mitverantwortlichen, die ersatzpflichtig gemacht werden könnten, dem ehemaligen Staatssekretär im preußischen Justizministerium, Fritze, übertragen. Staatssekretär Fritze hat u. a. bereits mit Admiral Behnke verhandelt. Unter den übrigen maßgebenden Persönlichkeiten, die über die Phoebus-Angelegenheit befragt werden sollen, befinden sich auch die früheren Minister Reinhold und G e ß l e r.
Der Kriegsanlerhrskandal.
Das Disziplinarverfahren gegen Regicrungsrat Steiger.
Berlin, 11. Olt. (Wolff.) Reben der Untersuchung des Kriegsanleihebetruges läuft das Disziplinarverfahren, das gegen Regierungsrat Dr. Steiger eingeleitet wurde. In diesem Verfahren ist Dr. Steiger gestern zum erstenmal von dem Disziplinarrichter vernommen worden. 'Man wirst ihm vor, daß er sein Amt mißbraucht habe, um für s i ch geschäftliche Transaktionen vorzunehmen. Ferner sieht man ein Vergehen gegen die Bestimmungen für die Beamten darin, daß er sich für die societes des mines d’or eingesetzt habe, als deren Vertreter der holländische Börsenmakler van dem Sievkamp aufgetreten ist. van dem Sievkamp soll, so erklären die Vertreter der holländischen Gruppe, an Dr. Steiger einen offenen Scheck in Höhe von 32 000 Mark gegeben haben,
Prag, 10. Oktober. (TU.) Am Mittwochvormittag wurden die Aufräumungsarbeiten an dem ein« gestürzten Neubau in fieberhafter Tätigkeit fortgesetzt. Unter den Trümmern werden immer wieder zerrissene, blutige Gliedmaßen gefunden. Drei große Traktoren arbeiten ohne Unterbrechung an dem Fortschleppen der Betonblöcke, die so schwer sind, daß die Ketten zweimal rissen. Die Arbeiten schreiten nur sehr langsam vorwärts. Augenzeugen können seit Dienstagabend eigentlich keinen wesentlichen Fortschritt feststellen.
Aus der ganzen Stadl wurden die verfügbaren großen Bohrer requiriert und zum Zersprengen der riesigen Betonklöhe angesehk. An der Anfallstelle wurde ein zwei Stockwerke tiefer Schacht in die Straßen getrieben, von dem man dann einen Tunnel zu den teilweise verschütteten Kellerräumlichkeiten des Neubaues schlagen will, da man in diesen noch lebende Menschen anzutreffen hofft.
Unterdessen ist einer von den im Krankenhaus ein« gelieferten Verletzten verstorben. Die Zahl der geborgenen Toten festzustellen, war deshalb so schwer, weil von einigen nur die Gliedmaßen und von anderen nur der Rumpf gefunden werden konnte, lieber Mittag wurden z w e i weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. Später wurden unter einer starken Betondecke zwei Leichen freigelegt. Von der Straße werden noch drei Schächte gegraben, durch die man in die Keller zu gelangen hofft. Insgesamt wurden bisher 22 Tote, von denen zehn festgestellt werden konnten und 36 Verletzte unter den Trümmern geborgen.
Inzwischen hat der Magistrat der Stadt Prag an« geordnet, daß auf allen Neubauten eine ft r e n g e Revision vorgenommen wird. Arbeitsminister Dr. Spina bezeichnete gegenüber einem Vertreter der Prager Presse, das Bauunglück als eins der schwersten in der letzten Zeit.
Polens Heereseiat.
Die Bedrohung der deutschen Ostgrenze.
Das Warschauer Kabinett hat bereits den polnischen Haushaltsplan für das nächste Rechnungsjahr genehmigt. Er balanciert mit rund drei Milliarden Zloty aus, von denen aber mehr als 800 Millionen dem Heere zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe ist jedoch nicht als endgültig zu betrachten, da unzweifelhaft noch erhebliche N a ch f o r » derungen gestellt werden dürften. Es muß auffallen, daß Polen nach wie vor trotz seiner finanziellen Schwierigkeiten den Ehrgeiz besitzt, es den übrigen am Wettrüsten interessierten Staaten gleichzutun. Irgendein Anlaß für Polen besteht aber hierzu nicht. Cs verfügt über ein gut ausgebildetes und gut gerüstetes Heer, hat von Deutschland nichts zu befürchten und braucht auch vor den Russen keine Angst zu haben, weil es im Falle eines russischen Angriffs das gesamte Westeuropa und Amerika hinter sich weih, die natürlich sofort kriegerische Verwicklungen der Sowjetunion benutzen würden, um der kommunistischen Bewegung den Garaus zu machen und sich die besten Gebiete Rußlands herauszu- schneiden.
Dennoch bangt Polen um seine Sicherheit, eine Sorge, die durchaus nicht echt ist und die nur das heftige Auf rüsten verschleiern soll. Da es nicht unbekannt ist, daß der Durchschnittspole noch immer ein größeres Polen anstrebt, obwohl bereits weite Ländereien mit Minderheiten besiedelt sind, die mit dem Polentum nicht das Geringste gemein haben, können die Rüstungen keinen anderen als einen Offensivcharakter haben. Wenn auch von Zeit zu Zeit in der polnischen Presse für eine weitere territoriale Ausdehnung Polens nach dem Osten eingetreten wird, so steht doch fest, daß die alten Pläne unseres östlichen Nachbarn, Ostpreußen sich einzuverleiben, das restliche Schlesien zu annektieren und andere deutsche
bei dem das Datum nicht ausgefüllt war. Die Einsetzung des Datums sollte Dr. Steiger selb st vornehmen dürfe, und zwar nach der Vereinbarung an dem Tage, an dem vom Reichslommissar für die Abwicklung des Altbesihes die Benachrichtigung von der erfolgten Annahme des Antrages der societe des mines d’or eingetroffen wäre. Diese Benachrichtigung traf nicht ein; aber Dr. Steiger soll nun trotzdem den Scheck zahlbar g ex macht und tatsächlich das Geld abgehoben haben. Jetzt ist ein Zivilprozeß im Gange, um diese 32 000 Mark wieder zurückzuerhalten. Man behauptet, daß es sich hier um e i n Honorar handele, das für die persönliche Tätigkeit Steigers von van dem Sievkamp ausgesetzt worden sei. — Zusätzliche Alters- und Hirtterbliebenen-
fürsorge für Reichsangestellte.
Berlin, 10. Oft. (WB.) Im Reichsfinanzministerium wurde mit den am Reichsangestellten- tarifvertrag beteiligten Angestelltenorga- nifationen ein Abkommen über eine zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenfürsorge der Reichsangestellten unterzeichnet. Rach dem Inhalt dieses Abkommens sollen den berufsunfähigen Angestellten oder deren Hinterbliebenen Zuschüsse zu den gesetzlichen Ruhegeldern oder Hinterbliebenenrente gewährt werden. Die Zusatzversorgung der Angestellten erfolgt im Ra hmen der Angestelltenversicherung. Das Abkommen tritt mit dem 1. November 1928 in Kraft. Für den zusatzversicherten Angestellten werden entsprechend höhere Beträge an die Angestelltenversicherung abgeführt. Nicht nur öffentliche Körperschaften, sondern auch private Unternehmungen können jederzeit ohne Schaffung neuer Verwaltungsorgane in ähnlicher Weise die Altersversorgung ihres Personals sicherstellen.
(Ein hervorragender reichsdeutscher Fachmann, der soeben in Prag weile, habe ihm mitgeteilt, daß er, der über eine langjährige Praxis in Europa und Amerika verfüge, noch nie ein ähnliches Unglück gesehen habe. (Er schreibe das Unglück entweder dem sandigen Boden, einer schlechten Baukatkuta - Hon oder aber einem 2U a t e r i a l s e h l e r zu.
Es sei notwendig, schnellstens Abhilfe zu schaffen. Er werde für fein Ressort sofort die Anregung geben, wenigstens in knappster Form Vorschriften für Betonbauten herauszugeben. Damit hoffe er, daß wenigstens einige Sicherheit bei Betonbauten gewährleistet werde. Die Kriminalpolizei vernahm den verantwortlichen Bauingeniur, Architekt Rudolph Mondi, der zugab, daß das Fundament des Baues aus minderwertigem Zement hergestellt war und daß bei der Bereitung des Baumaterials nichtimmerdergleicheProzentsatzZe« ment verwendet wurde.
An der Spitze der Hilfsaktion für die Opfer und Verunglückten hat sich der Präsident Masarhk mit einer Spende in Höhe von 150 000 Kronen gestellt. Auch private Kreise nehmen mit großen Spenden an ihr teil. Blätter- melbungen über angebliche Straßen Unruhen in Prag sind unrichtig. Tatsache ist, daß die Kommunisten versuchten, die Prager Daukatastrophe zur Aufhetzung der Massen zu mißbrauchen. Sie beriefen gestern abend eine Versammlung unmittelbar in der Nähe der Hn- glücksstätte ein und versuchten, sie trotz des polizeilichen Verbotes abzuhalten. Die Polizei schritt jedoch unnachsichtig ein und zerstreute die Manifestanten. 'Der kommunistische Abgeordnete Harus und Senator Hampl wurden auf die Wache geführt, später aber wieder freigelassen. Heut« versuchten die Kommunisten einen Proteststreik unter der Bauarbeiterschaft zu inszenieren. Dieser Aufforderung gehorchten jedoch nur einige kleinere Gruppen. Bei weiteren Versuchen, Ansammlungen in der Nähe der Hnglücksstätte zu bilden, schritt die Polizei neuerdings ein und zerstreute die Menge.
Gebiet« in seinen Besitz zu bringen, unvermindert fortbestehen.
Wie steht es aber nun mit der praktischen Sicherung unserer Grenzen gegen polnische Einfalls- und Raubgelüste? Nach dem Versailler Vertrag dürfen wir nur 100 003 Mann Reichswehr ohne Reserven halten, die mit 84 0C0 Gewehren, 18 000 Karabinern, 792 schweren, 1134 leichten Maschinengewehren, 63 mittleren. 189 leichten Minen Werfern, 204 7,5-Zentimeter-Geschützen und 84 10,5-Zentiineter-Haubihen ausgerüstet sind. Hinzu kommen noch einige Kreuzer und das jetzt für den speziellen Ostpreußen!)lenst auf Stapel gelegte Panzerschiff A. E s fehlen uns aber alle modernen Kampfmittel, ohne die heute eine kampfkräftige Truppe undenkbar ist. Wir haben keine Tanks, keine Bombengeschwader, dürfen kein Kampfgas an» fertigen, dürfen unsere alten Festungen, soweit wir sie nicht dem Boden gleichmachen mußten, nicht ausbauen und sind zudem mit Reparationsverpflichtungen derart belastet, daß es unS nicht einmal möglich ist, unsere Reichswehr so aus^urüsten, wie uns das im Rahmen des Versailler Vertrages gestattet ist. Im Falle eines polnischen Angriffs können wir also je hundert Kilometer unserer langgestreckten Oft» grenzen nur mit 243 Mann, sieben leichten Geschützen, 28 leichten und zwei schweren Maschinengewehren besetzen. Polen dagegen kann schon auf nur zehn Kilometer bereits 12 0C0 Mann aufmarschieren lassen, hinter denen sieben leichte Geschütz«, zwei schwere Geschütze, 32 leichte, 22 schwere Maschinengewehre, ein Kampfwagen und fünf Flugzeuge stehen. 3m Ernstfall werden die Polen aber noch erheb- l i ch mehr Kriegsmaterial an ihre Westgrenze werfen können, so daß eine Verteidigung deutschen Bodens durch unsere Reichswehr einfach ein Ding der Hnmöglichkeit ist. Unter diesen Umständen versteht es sich von selbst, daß von Deutschland dem politischen Staat niemals Gefahren drohen können. Der Ruf nach Sicherheit, wie er aus Warschau ununterbrochen tönt, entbehrt also jeder Grundlage.
Gas Bauunglück in Prag.
Noch immer nicht alle Opfer geborgen. — Die Gchuldfrage.
Oie Abrüstung der Anderen.
Das Elsaß gegen den neue« Festungsgürtel.
Die Autonomisten wünschen eine entmilitarisierte Zone westlich des Rheins.
Straßburg, 10. Oft. (TH.) Nachdem bereits die elsässische Fortschrittspartei in ihrem Wahlaufruf gegen bie geplanten um- . fassenden Festungsbauten an der neuen deutsch-französischen Grenze öffentlich Einspruch erhoben hatte, wendet sich jetzt auch das elsässische Zentrum, di« , Mähte Partei des Landes, gegen diesen neuen i Festungsgürtel, der sich von Basel bis / Luxemburg erstrecken soll und etwa sie-l ben Milliarden Franken verschlingen s wird. Im Interesse der Steuerzahler und im Sinne der Abrüstung der Geister wird allgemeine materielle Abrüstung gefordert. Das Elsaß wolle nicht länger militärisches Aufmarschgebiet sein.
Der weiterg'hmd' Gedanke einer Entmilitarisierung E sah-Loth ringens ist, im Anschluß an die Genfer Verhandlungen über die Rheinlandkontrolle in der elsässischen Presse lebhaft erörtert worden. Das führende Blatt der Autonomicbewegung, die „Freie Zeitung" des Abgeordneten Dahlet, hat die Idee willkommen geheißen, auch auf französischer. Seite eine Zone zu schaffen, die dem entwassae- ten deutschen Rheinland entsprechen Loürde.
Verschleierter Rückzug.
Die Ausweisung des amerikanischen Journalisten wird aufgehoben
Paris, 10. Oktober. (Havas.) Ministerpräsident j Poincar 6 hat auf den von der Bereinigung der angelsächsischen Presse ihm unterbreiteten Antrag auf Einleitung einer neuen Untersuchung des Falles 5)oran erklärt, daß die gegenwärtig im Gang befindlich« Untersuchung vom Ministerium für aus« . märtige Angelegenheiten ausgehe und daß er sich, feine Entscheidung Vorbehalte. Für den ' von Paris abwesenden Minister des Aeußeren, B r i a n d, an den der gleiche Antrag gerichtet worden ist, hat Generalsekretär B e r t h e l o t den Vorsitzenden der Vereinigung der angelsächsischen ' Presse empfangen. In den diplomatischen Kreisen Frankreichs ist man der Ansicht, daß die auf Don« nerstag festgesetzte Abreise des Vertreters der 1 Hearstpresse aufgeschoben werden wird angesichts der Bedeutung, die seine Zeugenaussagen bei den Nachforschungen nach der Herkunft des von ihm veröffentlichten Geheimdokumentes haben. Die französische Regierung könne in der Tat ) den Wunsch haben, Horan aufs neue zu ver« nehmen, so daß der Zeitpunkt seiner Abreise im Zusammenhang mit dem Fortschreiten der Untersuchung stehen würde.
Die englischen Liberalen.
Schlechter Auftakt für den Parteitag.
London, 10. Oft. (TH.) Zu dem am Donnerstag in Parrnouth beginnenden liberalen Parteitag sind bisher ungefähr 2000 Delegierte eingetroffen. Mittwochnachmittag fand eine große Frauenversammlung statt. Großes Aufsehen hat eine Erklärung von drei in dem Wahlbezirk Tavistock, wo am Donnerstag eine Parlamentswahl stattfindet, aufgestellten Delegierten hervvrgerufen. Die drei Führer Habern an die liberalen Wähler des Bezirks einen Aufruf gerichtet in dem diese aufgefordert werden, für die Konservativen zu stimmen. Dieser ungewöhnliche Appell wird damit begründet, daß die Liberalen als Partei vollkommen geschwächt seien und nur d ie Konservativen eine wirksame Vertretung des Konstitutionalismus gegen die sozialistischen Ziele der Arbeiterpartei im Parlament versprächen. Obwohl es sich bei den Hnterzeichnem des Aufrufes um rechtsliberale Persönlichkeiten und ausgesprochene Gegner Lloyd Georges handelt, hat dieser Vorgang in liberalen Kreisen große Bestürzung hervorgerufen.
Die Wetterlage.
2S2
VS-
Seydlst
•Jan
■deei
§8
-Röst-
-2.C
itocKh.
■inoö
O
la Cöjytf-
----Thorsh- --
Mittwoch, d. 10. OK11928, 7habd5;
04ren-(ns.;
-LUM
v** 42.
°
©Wontenloso «eiter, q naw otdecxi «worxia eotaeext. «ReoeW # Schnee & Graupein eNehci K Gewitter.® windstille. «O-> seit leichter Ost y massiger "Südsüdwest £) stürmische! «ordwest 61c Pfeile fliegen mit dem winde Oie ocoen Stationen stehenden zafr len gehen die Temperatur an. Oie Linien vcroindeo Orw mH ateicne« »uf necresniVeau umoereconeteo LulUVec»
^c.tervoraussagc.
Das südskandinavische Tief ist ostwärts abgezogen und hat uns durch die Kaltluftanassen auf seiner Rückseite Temperaturfall und Barometer- anstisg gebracht. Ein neues Tief liegt jedoch über England, in dessen Warmluftbereich totr morgen gelangen werden. Beim Aufgleiten, bei der noch auf dem Kontinent lagernden Kaltlust werden erneut Niederschläge auf treten.
Voraussage für Freitag: Meist bedeckt, Temperaturen wieder etwas ansteigend und Niederschläge. , ,
1 Hin inlereffictl^
Siebte ßer
fren, Io ist Hfl tniiiiung; aber e einer Gefahr aus fe.i kann. M st Man gern dm ö «an aber längere L roherer 'M konnten auf ande fei Händedruck« fron der sogar u Ur- beim 2lbsc kslenden und f trieb etwas dageg r.Duhte Freund jri ift gibt es do sic? h:rzlich zu bec
Es ist sehr fch I.rechen, und es Tun sich zu dem, ß-erun/n Haden t
lürtD u.jJ Oillc ' Km, .^aderen
Sl dl
ES
S. te Md E Eia,« Zage" " rS W »i Sm««- Ä fefe MkS ll eben, viellenh EL? iie eben M Weit, fich. durch, üi. »erabschleden, Irgendeiner Tätig
W(
Freitag, d nachmittags ich im „Löw( d>ahirr, zwar zahlung:
11 Cbetlotfmo
1 Ser Ufo, 2' Sen Wiel i
1 D-M 2 6 ( 2 schreibmnsch lade, 1 Parite bank, 2 Menn 1 komplette En lunaSanlage, 6 sebilbe, 1 Tchr rader, 1 Eir,< " etnnchiunp, Ni
1 Äplechavvar, Ausziebitslb, i 17 Lande Bro frrifort 2 Wer lll Bestimm,..
/ Lodeneinrichtr ÄST
ss
licj(
ER.) fre i? r °°n lor E-W. und 60 * öS
--^Wsches Fo


