Nr. 214 Zweites Blatt
Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheficn)
Dienstag, U. September 1928
Iuckerkrieg!
Oie Tschechoslowakei ,eröffnet die Feindseligkeiten— Jährlich 50 Milliarden Pfund Zucker. — Ocuischland, Europas größter Zuckerproduzent.
Von Dr. Erwin Krug.
Die j>-. £ e t b 1 e r. Getchä t-'ül rer tes gemeiasan e t TkrLanteA btr tic^-tofloira- ’tfden Qlob'.udcrlaba.en und Xaflinenen, 1oeben erklärt, w.rd die Krise in ber 3udet- mDuftnc zu einem |d>ar1en Wirtschalts-
' uhr i in tea cui> 5k*u^d)Idnb ale betet knDlur Lnt ru-nia er dudcrptobuw l Derf.r<dt tft.
Ttr Fuckerkr eg ist au ege brodln die ersten Kampfhandlungen haben sogar schon besonnen. Ströme oon DUltgem 3udcr werden sich über die Länder eraieven. die dieses Genuhmittcl cinfüßren. und der deutsche Verbraucher fönnte btefem Schauspiel vergnügt zu ehcn -- wenn die Deutsche 3udcrtnbuhne nicht sehr stark am Komps beteiligt wäre, und die Kr.se in ber_3udertDirt- schast unangenehme folgen auch für scheinbar ganz unfakiiigte Volts eile haben kann
.Die Bemühungen. lie Zuckerproduktion der Wc t zu regeln, sind endgültig schigeschlagen . lo erklärte in die'en Tagen b:r Geichs tssührer ttl Verbandes der tschechoslowakischen Rohzudc.- fabri'en und Ras incr en. Rückhaltlos gab er zu. daß nunmehr ein Konkurrenzkamps auf dem Weltmarkt einsrtzen wird, der in den a'lcrfchärfsten .ymmen auSg<tragen werten 1H!; denn nicht nur dir tschechische 3udcrtnbuftnc. fonlim auch die 3udcrfabrifen der anderen Väntcr kämpfen um ibr Besteh? n. Durch Senkung de» Ausfuhrpreises will ich d.e tsche-tischr Fuckertndustr.e : euc Absahgeb c.c schaffen, deshalb ist in b eien lagen der tschrch.- sche Inlandspreis für 3udcr erhobt worden, um eine niedrigere Festsetzung de» Ausfuhrpreises zu ermöglichen.
Dast es früher oder später zu einem Fucker- krieg kommen mühte, konnte d:r Sinaeweihle schon Voraussagen als dir Tet uche zur Bildung eines WeltzuckcrkartellS scheiterten. Schon im September 1P27 ging da» Gerücht um, daß sich die grösttcn Fuckerproduzenten zu'ammen- schliehen wollen, um einer drohender lleterpro- dultion vorzubeuge,'. Al» der Slaa'Sprä iient von Kuba ein Gesetz zur Verminderung des Rohrzuckeranbau.- In seinem Lande cinbrachle, waren alle beteiligten Kreise davon überzeugt, dost das Weltzuderkartell in nicht allzuferner 3elt zustande komme i werde. Bald darauf begannen auf kubanische Anregung - Vcrhand- lunaen mit San Domingo und mit Java, nach deren Abschluß sich der kubanische 3udcr* sachmann Xaraf a nach Europa begab, um auch mit den europäischen Produzenten ins Einvernehmen zu kommen. 3m November wurde eine 3uderkonserenz in Paris abgehalten. Beschlüsse wurden ratifiziert, deren Inhalt fein Austen- stehender erfuhr und auch In Berlin fanden ün Januar 1928 wichtige Verhandlungen flat». Daraus tourte es lehr still um die Fuckerkonvention; man hörte nichts mehr von der beabsichtigten Anbaubeschränkung, und erst setzt erhellt die unzweideutige Kriegserklärung der tschechischen Industrie die Situation.
Vicht weniger al- 25 Millionen Tonnen, das sind 50 Milliarden Pfund. Jucker beträgt die augenblickliche Wellproduktion. und davon entfallen zwei Drittel auf Rübenzucker. Der wichtigste Fiiderproduzenl der Welt ist Kuba, da- säst 11 Milliarden Pfund zur Welterzeugung beisteuert ; erst in weitern Abstand folgt Britisch- Indien mit einer Iabre-produktion von sech- Williarden Pfund. Auch Java. Brasilien, Peru und die westindischen Inseln liefern dem Fuder- markt ansehnliche Mengen. Während nun Kuba den größten Teil seine- Zuckereffportes in Amerika abseht. liefert Java große Mengen nach Japan und sogar nach dem reichlich mit eigenem Jucker versehenen Britisch-Indien.
In Europa wird der Jucker nur aus Ruben gewonnen. Stet» hat zwischen den Ländern deS Rohr- und denen deS Rübenzucker- eine erbitterte Rivalität geherrscht; Im Jahre 1901 hat die Juden übe zum erstenmal mit zwei Dritteln der Welteizcuaung die unbestrittene Führung an sich gerissen. Hohe Ausfuhrprämien veranlaßten
Unvorhergesehene Wirkung eines Gemurmels.
Don Pans Leip.
Bei rauhem Wetter hingen zwei Matrosen über die MarSrah. um das Segel sestzumachen. Der eine, ein junger Mensch, fluchte vor sich hin, weil ihm kurz vorher «in Taschenmesfer abhanden gekommen war. Der Mann neben ihm. schon älter, ein wenig taub überdies, meinte, e- handle sich um da- schlechte Wetter und murmelte mißvergnügt' .Der Alle hat» besohlen!" Der Wind nun trieb Schindluder mit dem Wort, so daß der Junge es falsch verstand und erbost zurüdgab.' .Donner und Schlag! Der Alte hat - gcftoßlen T Der andere in gutem Glauben, nicht- alS die Wiederholung seiner Bemerkung zu per- nehmen, nldtc nur. und Der junge schwieg, entrüsteten Herzens bedenkend, was da- für ein Kapitän sei. ihm sein säst neues Mester zu stehlen. Wieder an Deck wollte er gerade näheres über diesen unerhörten Vorfall erfahren, als so anfällig wie unglücklich eine Sturzsee backbord» hereinfcgte und den älteren. Der, beide Hände hinter den Ohren, den Jungen erstaunt angehört Halle, mit von dannen riß. ehe er den Mund zu einer erklärenden Antwort auftun konnte.
Dem jungen Menschen, der sich bester gewahrt hatte, ließ c- keine Ruhe, und das peinliche Geheimnis machte seine Runde in Der Bad und im Roof, und da niemand die Glaubwürdigkeit des älmgelommcnen anzuzweifeln wagte, hatte er doch schon zu Lebzeiten das Ansehen eines auf- rechten Seemannes vom alten Schlage genossen, so zeigte sich da- letzte Wort des Toten jeder sonstigen Erwägung bei weitem überlegen und wurde gewissermaßen heilig gesprochen, und cs schien wie ein Zauberschlüstel einem jeglichen die Augen zu öffnen über fo manches, was auch ihm an dem Kapitän nicht gepaßt habe. Die verschiedensten Erlebnisse und Gegebenheiten. Die weder mit der Perlon noch mit der Sache das
d:n Landwirt zum veistä.'ten Rübenanbau, bi» auf der B.üsteler internationale.! 3udcrfonfci -*iB bic Abschaffung der Erpo tprämicn beschlossen wurde. Automatisch erfolgte ein Rückgang des Rübenanbaues, und fchon im Jahre 1912 hatte der Rohrzuder feine Vorherrschaft mit 56 Pro- zent der IDeltg’totnnuaq zur ücke roter t Kurz vor dem K.icgr betrug Drr Zucker erzeugung Der ganzen Welt 38 Milliarden Pfund gegen 3 Milliarden im Jahre 1853. Leibst verständlich brachte der Weltkrieg einen geradezu katastrophalen Rüdg rng des europäischen Rübenanbauc- mit sich, und das Iuderrohr erlebte cm en ungeahnten Aufstieg, zurzeit werden ungefähr 65 Prozent des gesamten Juckers aus Rohr gewonnen.
BiS zum Jahre 1914 haben Deutschland, Rußland und Oesteneich-llngarn Europa mit 3udcr versorgt! außer bem bezogen Südamerika und Afrika teilweise Dcutsc^n 3udcr. Die deutsche Zucker au-fuhr hatte im Jahre 1913 einen Wert von saft 267 Millionen Mark, während Deutschland im Jahre 1926 nur für 60 Millionen Mark 3udcr auSsührte. Heute ist Deutschlands schärfster Konkurrent die Tschechoslowakei; aber noch immer nimmt Deutschland mit einer Jahresproduktion von über 16 Millionen Doppelzentnern den ersten Platz in Der europäischen 3udct- produllion ein; nicht weniger als 250 Gabrilen arbeiten in Deutschland an der Fuckergewinnung. In letzter 3eit b-, ginnt nun auch Polen, seine 3udereryugung mit Bitten Mitteln zu ver- grösern, uro Rußland versucht ebenfalls, seine ehedem so mächt go Stellung auf Dem europäischen 3udcrmar!t wieder zu erobern. Es ist also nicht weiter verwunderlich, wenn sich Die tschechoslowakische 3uckerindustrie über ihre Fu- kunst Sorgen macht. Jede Brei-Herabsetzung kann sich zu einer Katastrophe für die Fabriken auswachlen, die von ihren Rübenlieferanten große Mengen zu höheren Preise.! abzu- nehmen haben. Aber auch dem Verbraucher ist mit einer radikalen Herabsetzung Des Preises nicht gedient; teixa in Diesem Fall würden die Landwirte Den Rübenanbau sehr stark ein- schränken. Empfindliche Materialknapphcit und sprunghafte Preissteigerung wären die unvermeidliche Folge.
Man ist in Deutschland immer noch der Ansicht. daß gerate bei uns sehr viel Fuder verbraucht wird Genaue Berechnungen ergeben aber, daß in Deutschland nur 46 Pfund Fuder auf den Kopf der Bevöllerung verzehrt werden, während Der Amerikaner 108 Pfund, der Australier 102 Pfund, Der (BnglänDer 80 Pfund und Der Schweizer 74 PfunD verbraucht. Run ist der hohe Zuckerverbrauch z. B. in Amerika nicht etwa daraus zurüdzufühien. Daß der Einzelne große Mengen von Fuder verzehre. Der Hausmrbrauch macht nur einen kleinen Teil des Konsum- aus; riesenhaft ist dagegen Der Verbrauch der Fabriken, die Schokolade. Konfekt. Bonbons und Marmeladen Herstellen. Besonders in England, dem Land der Marmeladen. bilden Diese Fabriken eine Macht, mit der Die Fuderindustrie rechnen muß. Aber auch in Deutschland spielen die 700 Fabriken. Die Schokolade und Fuderwaren Herstellen, eine wichtige Rolle im Zuderver brauch.
Richt mit Unrecht weist Die Tschechoslowakei Darauf hin. Daß sie als einziges Land versucht hat. ihre Fuderproduktion einzustänken; denn wahrend ihre Höchsterzeugung 1925 26 ungefähr 3 Milliarden Pfund betrug, wird Die Ernte 1928,29 höchstens 2,2 Milliarden Pfund Roh» zuder bringtn. Dagegen Hit sich Die deutsche und Die polnische Produktion erhöht, wobei man allerdingZ berücksichtigen muß. daß auch Der deutsche Inlandver brauch größer geworden ist. Derg?bens hat die tschechische Itwustrie bei ihrer Regierung um Erleichterung Der besonders schweren staatlichen Abgaben gebeten; ebenso vergeblich hat sie versucht, das erwähnte internationale Zuderkartell durchzusetzen. An eine nennenswerte Steigerung deS Weltver-
gerinflflc gemein hatten, wurden als gültige Beweise für die Anlastbarkcll Des vorgesetzten Charakters herangezogen, bis man sich allgemein und zähneknirschend Darüber klar war. Daß Die Führung des Schiffes einem ausgemachten Fucht- häusler anvertraut sei.
Eine bedrückte, zu Widerspenstigkeiten neigende Stimmung griff um fich und ging wie eine ansteckende Krankheit, für Die der Arzt fehlt, allmählich von Der Mannschaft auf alle über, und bei Den Unteroffizieren zunächst auf Den Koch, wa- wiederum auf Das Essen wirkte und Damit -ur Verdunklung Der Gemüter beitrug, und da keine Grundlage geeigneter ist alS ein unzufriedener Magen, um Die Gehörmuschel zugänglich zu machen für Die Fehler Des Vorgesetzten, so wußten nicht nur die Boots-, sondern auch die Steuerleute bald Bescheid, Daß Dort auf Der Brüde ein heimlicher, aber ausgesottener Schuft Hause. Der sie noch alle ins Verderben reiten würde. Riemand natürlich erkühnte sich, den Kapitän, einen Deutschamerikaner übrigens, selber etwas verlauten zu lassen, und Dtefen, Der eine höchst ehrenwerte, wenn auch einfache Ratur war, blieb nur Die Auswirkung Des Ganzen, eine seltsame, anwachfende Unlust unD Finsterkctt allerorts nicht verborgen. Er schob die llrfache erstmal auf Die Offiziere ab. diese, in ihrer Reigung lowohl nach oben alS nach unten erschüttert. trieften Dafür, entgegen ihrer Gewohnheit die Unteroffiziere. Die es allerdings allmählich auch verdient haben mochten, ohne Daß nunmehr Besserung eintrat. Daß sie wiederum ihren Aerger an Der Mannschaft ausließen. Das Donnerwetter von oben hämisch Durchblicken laf- fcnD, und Die Mannschaft, alles, was über ihnen war. nach hergebrachter Sille in einen Tops rüh- rcnD, wurde nur noch bockbeiniger, wodurch rüd- laufend hinwieder Die Bootsleute sich veranlaßt sahen. Den Offizieren gegenüber bedenklich die Schultern zu zuden und Die umhergeflüsterten Meinung wegen Der Schi'fSleitung tefräftigt zu finden. Bis bei Der Derart anfchoppenden Spannung aller Bekatzungsgruppen unter- und gegeneinander Die Sache explosivrcif war und ftch
braud'.1 kann man schwerlich glaube-. man muß bedenkn. Daß d e Menschen fchvn ,e.it lahrNch ungefähr 15 M lliarden ’üi Jude. iu. 4 b.n. Den Rutzcn aus Dem 3udcr!. ig -x;Dcn ?ab ■ scheuttch jene Var.ter ziehe te in eigene Q xeLgnng MrtiMfSgig i’t und Die Den künstlich verbi Ilgten fremden Fuder in g.orwr. Menge 1 auf- nehmen. Ern Beispiel Dafür bilden Dänemark und Schweden. Die keine e.gene Fuckerindustr.c besrtzen In Dielen beiden Ländern ist d.e Hausfrau w r.lich gut b-.ran. sie erhält beim <Vnfmif von -'nem D unb Kaffer ein Pfund Zuck r aks FuKvbe
Hessische Künstlerbiise 1925.
e im vorigen Jahre, so werden auch Heuer TI?-ethna-,.i>aui>heUungcn für Die d.e, Hel ilchen Provinzen in Darmstadt, Main., und Gießen
oeranhaliel de jedem Kunstfreund Gelegenheit geben, zu nicht'4 gehalten»n Preisen Ongmal- werke von künstlerischer Oualitä: zu erwerben. *ur De Provin» Statknburg findet Di'fe Ausstellung unter Leitung der Reue • Hessischen Arbertegemeinschaft für bildende Kunst in Tarrn- statzt tm Kunstrerein statt in Tliainr tn der Städtischen Kunsthalle für Die Künstler Der Prv-
i
ItlDenbcr Künstler; in Gesten im Tur''.bei* am BranDpla" eingeladen vorn Obcroessischrn Kunstverein. Als Ärgänruni Der Auostellungeir trerben in ebenfalls nach Den Provtn^n getrennten Ausspielungen drei Lo11er 1 eir durchgeftlhrt. Deren Gewinne tn Kun st werken be- ’tebt". d.e von Den aus«eilenden Künstle-n angekauft tverden 2kähcreS über ckermine und Bedingungen w.rd noch bekannt gemacht v H.
Tumen, Sport und Spies.
Handball der O. T.
Männer Turnverein.
In ihrer alten Aufstellung spielte Die erste Jugend gegen Die gleiche des Turnverein- Herborn und konnte übcncug-nö mit 8: 1 gctolBncn. Obwohl die Herborner ringe aktive Spieler Der 1. Mannschaft in ihren Reihe i hatten, waren Die Männertumer dauernd überlegen. Auch das Seblen zweier Spieler in Der ztoei'.en Halbzeit änderte an dem Resultat nichts. Herborn versuchte belonderS zum Schluß da- Ehrentor Der- auSzuarbeiten. was auch nach einem feinen Durchbruch gelang. Durch daS Ausscheiden des Jahr- gange» 1910 auS Der Iugendklas e wirD Die fvmpathische und spielstar e IugenDmamifchaft de- M. T. D. bedeutend gcschtvächt. Fu gleicher Zeit verlieren aber auch Die nächsten Anwärter auf Die Iugendmeisterschaft. T. V. Wetzlar und T urn- u. Sportv. Butzbach ihre besten Leute auS Der Jugendllasse, und das St.lrkevcrhältnis Dürfte doch wieder gleichgestellt sein.
Die ziemlich rührige Schülermannschaft hatte sich zuviel zugemutet und mußte sich von Der ersten Jugend Butzbach- mit 7 6 geschlagen bekennen. Wenn da- Resultat auch diesmal nicht auf Sieg stand, so ist der Erfolg Der Kleinen doch noch recht schmeichelhaft in Anbetracht de- Klassenunterschiede- beider Mannschaften.
Handball in Grohen-Linden.
Turnverein Großen-Clnben Jugend — Turnverein (Broßen-Bufcd I und Jugend kombiniert 7:4 (4:2).
Obige Mannschaften traten ich zu einem Freundschastölpiel auf dem ©roßen-^intener Sportplatz. Großen-Buseck trat mit 9 Mann an, jedoch verstärkt durch einige Spieler der Ersten Mannschaft. Dis zur Halbheit konnte ® roßen- Linden vier Tore erzielen, während Großen- Bused zwei Tore dagegen'ctzen konnte. Rach Der Paufe konnte Droßen-Duseck in kurzer Feit den Ausgleich Herstellen. Leider mußte jedoch ein weiterer Spieler Grosten-Bufecks durch Verletzung auSscheiden. und Die Gäste, welche nun nur noch acht Spieler im Felde hatten, mußten sich noch Drei weitere Tore gefallen lassen.
Turngau Lahn-Oünsberg (A.O^L.)
Vergangenen Sonntag sanden die leichtathletischen Daumeisterfchasten bei sehr starker Beteiligung In Ruttershausen statt Die celamte Veranstaltung besriedigte die zahlreich erfchiene- nen Zuschauer vollauf. Trotz der beißen Witterung hielten sich alle Wettkämpse in bester Form, und «s wurden auch aUgemein sehr gute Weißungen erzielt. Auch konnte man hier wieder einmal feststellen. Daß gerate Die ÖanDoereine, welche in den kleineren Verbänden ihren Zusammenschluß finDen, in jeder Sportart auf ter Höhe sind, obwohl den wenigsten der Teilnehmer zum 2raintng viel Feit bleibt.
Rach stehend lassen wir die ersten Sieger ter verschiedenen Kampfarten folgen.
100 Meter: 1 Dg. Kaletsch (Ruttershausen) 11.6; 2. R. Schieserstein (Launsbach) 12; 3 Erb (Daubringen) 1 z Meter zurüd.
200 Meter 1. Gg Kaletsch (Ruttershausen) 24 8, 2 Ludw. O le m 0h (Kelselbachi 26.9.
800 Meter: 1 H. Rohl (Wiesed) 2.16.7: 2. E. G 1 ebler «Launebach> 2J2O.I. 3 Vuoi». Bepler (Kinzenbach» 2,22.4 Mm
1 500 Meter: 1. S <fc a r Df (Hausen) 10,35,2; 2. Lüdge (Hauten) 10,56,5, 3 Stüßler >Grv- ßen-Dused) 11,30.
4 > 1 0 0 - M e t e r - S t a s s e 1: 1. Tumvervi. t- gung Ruttershausen 49.8 (errang den Gauwante.« preis); 2. Turn- und 2i>ortgemeinte Rodfxi.n 50; 3. tutnterein Lollar 50.6 Sek
Hochsprung 1. Albrechi Öfter Del D (Greßen-Dused, 1.60. 2. Otto Dietz (Lollar) 1.55; 3. Paul Schlierbach (Rodheim, 1.50 Meter
Weitfprung 1 R Schieferstei >t (Launsbach! 6 12; 2 K Hei tz (Rodteim, 5,'j5; 3. L Olern 0 tz (Kellelvach) 5.84 Meter;
Slabb 0 ch 1. K. Rühl (Grohen-Bused) 2.90; 2 Erb (Danbringen) 2.80; 3. P. Arnold (Kesselbach) 2,70 Meter.
Kugelstoßen 1 M brecht Ofterhe 1 d (Droßcn-Bused) 10.55: 2. CuDm Olemotz l.Kc'- selbach) 10,44; 3. Otto Tietz (Lollar) 10,21 Meter (außer Konkurrenz 10,90 Meter).
Stein floß en: 1. Karl 21 g e I (Lollar) 7.53; 2 Buß (Großcn-Dused) 7,46. 3. L. Olem 0 y (Kesselbach, 7.39 Meier
Speerwurs: 1. O Vieh (tioUar) 42.04; 2. Olemotz (Londorf) 40,71; 3. A. Buß (Gro- hen-Bused) 40.70 Bieter
DiSkus 1 W. Hörr (Launövach) 27,o0; 2. O. Dietz (Lollar) 27,45; 3. QL 0 ft erße ID (Großen-Bused) 27 Meter
Schleuberballwerfen 1. O Dietz (Lotlar) 42.10 Bieter; 2 Hasselbach (Rodhclm) 40,65 Meier; 3. Be Pier (Kinzenbach» 40,10 Meter.
Dreikampf, bestehend in Weitspruna. 100 Meter und Kugelstoßen 1. L. Olemotz (Kessel- bach- 128 Punkte; 2 Ä Rühl (Großen-Bused 1 118 P ; 3. 2 Oft erbe ID (Großen-Bused) 114 P; 4 W Frank II. (Lollar) 98 P. 5 E. Jung (Lollar) 95 P
(Sport der höheren (schulen.
Liibigsvberrealschule Darmstadt—Oberrealschvle Gießen 8:1 (3:1).
Am SamStag wellte Die Oterreallchulmann- fchaft in DarmftaDt, um gegen Die HanDballmann- schaft ter Lieblg-oberrealschule ein Gesellschaftsspiel aus»utragsn. D^e DarmstäDter Aciqten ein erstaunliches Können und waren stets leicht überlegen, De Gießener hatten das Pech, daß tun nach Beainn der rechte Derteidlger. einer ter Besten, stark verletzt wurde. D.e dadurch bedingte Umstellung nahm der Mannfchaft nöUtg Den Zusammenhalt. Der Sieg ter Lll-blg-- oberrealschüler. von denen einige in ter tefann- ten Liga des Darmstädter Sportverein- 93 spielen, war durchaus verdient.
JRegimenfomeiflerfdiaff 3- K 15.
In Altengrabow. wo unser hieir-^e- Bataillon zur Feit weilt, wurde die Regiments-Meisterschaft im Geräteturnen au-getragen. Diese errang ter Obergrenadier A. Burkart. Mitglied des Tv. von 1846
in einer blutig verlausenden Meuterei Lust machte.
Die SeeamlSverhandlung hatte Mühe. Den dumpfen Knäuel an Beschuldigungen zu entwirren. lind wenngleich nicht- sich als stichhaltig erwies und nur Die Belanglosigkeit mit Dem Messer ungeklärt blieb, Da über Die einzige Zunge, Die alles hätte auf Den nichtigen 11 r- grunb zurücksühren können, sich Die Wogen für ewig geschlossen halten, nahm Der Kavuan Den- noch seinen Abschied und eröffnete in seiner kleinen Heimatstadt an ter Küste eine Schifser- kneipe. Die er bitter genug »Zum verlorenen Mel- fcr" nannte. Fast aber hätte es noch ein polnisches Rachspcel gegeben. Da der ainerilanifche Konsul des GerichtSorieS wegen einiger zur Sprache gekommener Beleidigungen seiner Ration Protest einlegte. waS aber in Anbetracht Der politischen Unzulänglichkeit einer Segel- schifssmannschaft beigelegt tourte.
Der anfangs erwähnte junac Matrose ging nachdem zur Dampsschiffahrl üoer, und erst fein Rachsvlger fand beim Kojenwaschen das Damals abhandengekommene Taschenmefser. eingeHemmt zwilchen Bettrand und Wand, und steckte es stillichweigcnd zu sich, ohne zu ahnen, welch verhängnisvolle Rolle es gespielt hatte.
Der Raleienmotor.
Die Rakete als Motor ist wohl das zeitgemäße fte Problem. Dipl.-Ing. Kuhlen- kamp berichtet in übersichtlicher und verständlicher Weise über Den Stand dieser Erfindung im Septemberheft von Westermanns Monatsheften. Auch sonst ist Dieses erste Heft des neuen Jahrgangs außerordentlich vielseitig in Wort und Bild. Der neue Roman . 5)ic Geisterstadt" von Heinrich Lilien fein führt Den Reigen des Stofflichen würdig an. Alsdann schreiben ^i^^arD Braungart über Die Malkunst von Theodor Baierl und Alfred Höhn über Die von ihm gezeichneten .Köpfe aus Dem geistigen Berlin". Den nahen Orient schlltert Hermann Ebers mit eigenen Bildern Es ’ofgen
.......* 1 —nwn ■ ■■ ■! ■ ui-t-r x— Abhandlungen über .Reuen Ga-tenreichtum" von tem bestens dazu berufenen Karl Fo er st er. Bornim bei Pot.'dam. ferner über .Körperkultur und Sport ter Frau" von Slaive Patek-Wien. schließlich auS fachmännischer Feter .Wie D*e modernen Kulkur-Grostfiln'e entstehen" von Günther Herkt. Eingeschaltet sind einige an'pre- ctente Gedichte und die flotte Bergsteifer Rooelle .Kobold im Fels' von Roland Beifch. Etwa 100 Abbildungen, teils als Kunstblätter, tel'.s im Tert, schmücken da- Septemterheft vorbildlich. So sind wieder einmal Literatur. Malerei und andere Künste Wifllmfchaft. Sport. Film. Mote Kultur. Sozialpoli ik ulw. in zweckmäßiger Ausweg! icch-nhcit -usammepaebracht Worten, um auch im neuen 73. Jahrgang Der Westermanns Monatshe'te erkennen zu hHen. test Du* Xta- ditton des Verlages buchstäblich erfüllt ist.
Hochschulnackf richten.
Professor Dr. Wilhelm Dleugek, in ft öl n bat einen Rus auf den Lel-rftudl der Nationalökonomie an ter Universität Königsberg als Nachfolger von Prof. D. Schneider erhalten und angenommen.
Geheimrat Professor Dr Erich Becher in München hat Den Ruf auf Den Lehistrch; ter Philosophie an die Universität Bonn al- Rach- foiger von Geheimrat Störring abgelehnt.
Professor Dr. Wolfgana ftrull in Freiburg im Breisgau bat den Ruf auf das durch Den Weg« gang Des Professors Radon an Der Universität L r • langen erledigte Ordinariat ter Mathematik angenommen und bereits seine Ernennung in (Ertan- gtn erhalten; Die Berufung nach Rostock hat ftrull abgelehnt.
Der Privatdozent Dr. Otto Schreier in Hamburg hat einen Ruf als außerordentlicher Professor für Mathematik an die Universität Rostock erhalten. — Direktor Rein vom Eisenbahrrverband Berlin bat einen Ruf auf Den an ber Techni'chen Hochschule in Breslau neuerrid>teten Lehrstuhl für (Rfenbaßnbau erhal-


