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Ein Re-eweitflreii der Primaner.

Lich« Taktlosigkeit «blicken, die sich di« f deutsche Oesfentlichkeit aufs schärfst« Der- bitten mühte.

Verständnislosigkeit in Loudon.

London. 11 Äug. IT-U) Der Peinlich« Widerhall, den die Aach richt von der Tellnahme eines britischen Kavallerieregiments an den Aheinlandmanövern der französischen Truppen in Deutschland gefunden hat. findet in England fein Verständnis. Man glaubt, die An- gelegenhell mit dem Hinweis darauf obtun zu innen, daß die britischen Rheinland- trupven unter französischem Ober­bes e bl stünden. Durch die Tellnahme eines britischen Regiments habe man offenbar die gute (Zusammenarbeit zwischen dem fran­zösischen und englischen Desatzungsheer befunden wollen. 3m übrigen werd« ja hierdurch ander englischen Einstellung zuaunsten der Aheinlanvräumung nicht- geändert.

französische Willkür in der Pfalz.

Neue Besatzungszwischenfällc.

Speyer, 10. Aug. Anläßlich der Einquar­tierung französischer Truppen in Otter- berg kam es am 1. August zu einem Zwischenfall. Lin requirierender französischer Hauptmann versetzte im Verlaufe eines Wortwechsels einem Hauseigen­tümer zwet Fouftschlägc, so daß dieser nieder- stürzte. In ähnlicher Weise mißhandelte der sranzosijche Hauptmann den dienstlich anwesenden Polizeiwachtmeister. Am 3. und 4. d. M. hallen fran­zösische Truppen, die anaeblich in Worms gorniso- niert sind, in Groß-KarlsbachOuartier bezogen. Hierbei gaben sie aus Maschinen­gewehren, die aus Panzertanks ausgestellt waren, in der Nähe der Ortschaft und in den Orts- strahen blinde vchüsse ab. Die Bevölkerung zeigte sich über dos Schietzen, dessen Sinn und Aus- qang nicht vorauszusehen war, sehr erregt.

3n der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin wurde der von der Steilung dieser Schule veranstaltete, seit vier Tagen dauernde S ch ü - lerredewettbewcrb in Anweseicheit von Dertretern von Reich und Landern, des ameri- kanischen Botschafters Dr. Shvrman und einer zahlreichen Zuhörerschaft feierlich zu Ende ge­führt. Staatssekretär Dr. Lammers beleuch­tete in feiner Begrüßungsansprache kurz die Ziele staatsbürgerlicher Bildung und Erziehung der Jugend. Es folgten darauf die Reden Der fieber Preisträger aus der Vor- Prüfung. Aach einer Pause, in der die Richter lich zusammenfetzten, wurde von Staatssekretär Dr. öammerS das Ergebnis des Wettbewer­bes verkündet. Es erhielt den ersten Prei­se ine Qlmertfa reife) Barth-Steglitz, den zweiten Preis (eine Geldspende von 200 Mk.) Hohn-Berlin, den Dritten Preis (ebenfalls eine Geldspende von 200 Mark) Frank-Ber­lin, Den vierten Preis (eine Geldspende von 100 Mk.) Behrends-Harburg. Botschafter Dr. Shurman richtete Darauf eine kurze An­sprache an die Sieger, in Der er aussührte. Daß er Die Reden sehr lehrreich gefunden habe. Sie feien eine Quelle großen Vergnügen- unD nützlicher Belehrung gewesen. Gr Dankte allen Rednern imD beglückwünschte insbesondere Den Träger des ersten Preises zu seinem Erfolge, Der sich eine nationale Ehre errungen habe, und Den er als Vertreter Der deutschen Jugend be­grüßte. 3n Amerika erwarte Den Sieger in Kürze ein internationaler Rede- Wettstreit. in dem jeder in feiner Landes­sprache reden dürfe. Er, der Botschafter, wünsch« Dem Sieger glückliche Reis« und guten Erfolg. Mit dem allgemeinen Gesang Der Dritten Strophe DeS Deutschlandliedes wurde die Feier beendet.

Wer Gelegenheit halte, an einem Der letzten Tage Zeuge Dieses jugendlichen Ringens zu fein, kann sich des Lindruck, nicht verschließen, Daß unsere heutige aufftrebenDe Jugend nicht nur von Ideen allein, sondern auch von einem verblüffenden Ernst beseelt ift. Der Der Phrase einer früheren Jugend auf, schärfste Den Kampf anfagt. Die Tat­sache, Daß 143 junge Menschen um die Siegespalme gerungen hoben, ist an sich schon ein Zeichen positiven Gestaltungswillens, Der tief in Der deutschen Jugend wurzelt. Denn Die 143 stam­men fast ausschließlich au, Berlin. Daß jedoch Da, gestellte Thema:Einigkeit u n D Recht und Freiheit" von einer erheblichen Anzahl der Teil- nehmcr mit einer Gründlichkeit, mit einer Vertiefung in Das Wesentliche behandelt worden ist, Die leider bei vielen unserer heutigen Volksvertreter nicht zu finden sind, läßt uns zu der Hoffnung berechtigen, daß Die Heranwachsende Generation Die Aufgaben, Die sie einmal zu lösen haben wirb, zum Teil sch o n jetzt erkennt und mit angespanntem Interesse Den Geschehnissen unserer heutigen Welt folgt. Cs wäre Daher ein Unrecht, wenn man Diese Strömung in unserer Iuaend nur mit einem Achselzucken, wie Dos ja noch immer häufig geschieht, übergehen wollte. Es hieße, eine Fehloperation am ganzen Volksorganismus vornehmen, mürbe man Den neuen Zeitgeist dieser gesund aufstrebenden Jugend ernsthaft entgegentreten. Selbst wenn es geschähe, wird sie sich trotzdem durchsetzen können. Denn sie weiß wohl, worauf es anfommt und sie ist wie gesagt, klug genug, um sich auch die Er­fahrungen des Alter? zunutze zu machen. Dies ist der Eindruck und der erfreuliche Erfolg des Rednerwellstreites Der Primaner, dessen tieferer sinn nicht nur Die Kampfeslust der jugendlichen Geister ansvornen sollte, sondern in erster Linie fest- stellen wollte, welche Qualitäten in unserer Jugend überhaupt stecken.

Präsident Eoolidge über den Kriegsächtungspakt.

Keine Einschränkung der amerikanischen Rüstungen.

Superior (Wisconsin), 10. August. (WIV. Junkspruch.) Präsident Loolidge gab eine Erklärung über Die Wirkung ab, die Der Kellogg- paff möglicherweise auf Die amerikanische warme aueüben werde. Er erklärte, er beabsichtige, nicht zuzulassen. daß die Stärke ober Cei- f(ung,fät)igfelt der amerikanischen Marine oder Armee aus Grund des »elloggvertrages abgefchwSchf werde. Der Vertrag verpflichte die Signatormachte, sich gegenseitig nicht anzugreifen, und habe kaum irgend etwa, mit Dingen der natio­nalen Verteidigung zu hm. Loolidge ist der Ansicht, daß der Vertrag dennoch möglicherweise bestimmte, auf die Verteidigung bezügliche Maß­nahmen berühren werde, die entweder in der Schwebe seien oder noch erörtert würden. E, werde aber nach der Unterzeichnung de, kelloggpakles und seiner Ratifizierung durch den Senat noch 3 e 11 genug sein, zu erwägen, ob irgend weiche bestimmte gefehgeberische Schritte abgeändert wer­den sollen.

Loolidge vertritt weiter die Auffasiung, daß der Vertrag In keiner weise zu irgendeiner der von dqk völkerbundssaßung den Völkerbundsmitglie- dem auferlegten Verpflichtung in Gegensah freien werde. Der Völkerbund sei siet, als ein Instrument de» Friedens bezichtigt worden und deshalb könne er sich nicht denken, daß irgendeines feiner Mit­glieder gegen irgendeinen Schritt, gleichviel von welcher Seite, Widerspruch erheben könnte, der ge­eignet sei, die Sache der internationalen Ruhe zu fördern.

Vas britisch-französische Flottenkompromiß. Interessante Einzelheiten.

Paris, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) .Ma- tin" bestätigt Die aus englischer Quelle stam­mende Angabe über Den Inhalt des französisch- englischen Abkommens unD bemerkt Dazu, Eng­land habe in Dem Vertrage in Der Beschränkung Der Kreuzer und der Bestückung der leichten Kreuzer feinen Standpunkt Durch^esctzt. Frank­reichs Aufsafsung werde dagegen in der Frage der ll-Bovte Rechnung getragen. Frankreich und England erkennen ferner an. daß es unmöglich fei, Die Beschränkungen auf Die kleinen Schisse auSzudehnen. Gin« Regelung der Frage der H i l s S s ch i s s c fei nicht möglich. Handelsschisse zu beschränken sei gewagt unD schwierig. Denn sie gehörten zu den potentiels de guerre. Die Be­schränkung Der genannten Schiffskategorie solle folgendermaßen vor sich gehen: Grundsätzlich werde Die Parität zwischen sämtlichen Mäch­ten zugelassen, jeher Staat werde angebeu können, in welchem ziffernmäßigen Verhältnis, zu dessen Einhaltung er sich verpflichte, er sich Die ein­zelnen Kategorien seiner Flotte zu errechnen ge­denke. Diese Bestinnnung sei, so schließt das Blatt, deshalb Interessant, weil Die Länder, deren Flotten im Aufbau begriffen feien unD Frankreich gehöre dazu - unter diesen Umständen in her Lage wären. Die notwen­digen Vorkehrungen für ihren Schutz zu treffen.

Der neue britische Botschafter in Berlin.

UcbcrreichungdcsVeglaubisiungHfchrcibcnö an den Reichspräsidenten.

Berlin, 10. Aug. (MTB.) Reichspräsi­dent v. Hindenburg empfing heute den Königlich großbritannischen Botschafter Sir Ho- race Rum bald zur Sntgeaennahme feines BeglarchigungSschreihens. In feiner Ansprache an Den Herrn Reich-Präsidenten würdigte Der Botschafter Die Bedeutung und Den Einfluß Des Deutfchen Reiches und betonte Daß Die all­gemeine Entspannung Durch Die Verträge von Lvearno zusammen mit Deutschlands Teil­nahme am Verte DeS Völkerbund - Die beste Bewähr biete für Dk weitere Mitarbeu hlef.e Landes an einer Politik De» Frieden» unD Der Verständigung ör nerfüberte

zum Schluß, daß er fein Amt mit Dem Gefühl aufrichtiger Sympathie für DiefeS Land an­trete und mit Den herzlichsten Wünschen für seine gedeihliche Entwicklung. Der Herr Reichs­präsident würdigte in seiner Erwiderung die Persönlichkeit des neuen Botschafters und gedachte mit Sympathie und warmer Anerken­nung des Vorgängers im Amte. Er begrüßte es. daß auch der neue Botschafter «S als vornehmste Aufgabe betrachte, die zwischen dem Deutschen und Britischen Reiche bestehenden guten Be­ziehungen zu pflegen und auSzubauen.

Japans Verhandlungen in Mukden gescheitert.

Vor einer Einigung zwischen der Mandschurei und Nanking.

Peking. 9. Aug. (S.-1L) 3n Mukden hat Der ehemalige japanische Botschafter in London. Baron Hayashi. alS Vertreter der japanischen Regierung Verhandlungen mit der Mukdener Regierung geführt. Die japanische Regierung verlangte ein offenes Bekenntnis der Mukdener Regierung über die Beziehungen zur Ranking- regterung. Die Verhandlungen zwischen Tschanghufueliana und Dem japanischen Anter- Händler sind indessen gescheitert. Hahashi wird am Samstag nach Tokio zurückreisen. Tschanghusueliang hat die japanischen Vorschläge abgelehnt und mitgeteilt, daß eine Eini­gung mit Aanking bald zu erwarten sei. 3n japanischen Kreisen herrscht her Ein­druck vor. daß Tschanghusueliang infolge Der Stimmung Der Bevölkerung in Der Mandschurei keine andere Möglichkeit bleibe, als sich mit Aanking zu einigen. Man glaubt nicht, daß Japan sofort entscheidende Schritte gegen Die Mandschurei unternehmen wird, zumal man in japanischen Kreisen geneigt ist, hie Hartnäckigkeit TschanghusueliangS auf die amerikanisch« Srmunterungspolitik gegen Aanking zu- rückzuführen.

WeitererMckgangderArbeitSIosenziffern.

Berlin. 10. Aug. (WB.) 3n her Arbeits­losenversicherung ist hi« Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in Der Zeit vom 15. bis 31. Juli 1928 von rund 579 800 auf 564 000, daS ist um 15 600 oder 2,7 v. H. zurück- gegang en. Bei den männlichen Arbeitslosen betrug die Abnahme rund 10 000 oder 2,4 v. H., bei Den weiblichen 5800 oder 3,3 v. H. 3n Der Krisenunterstühung bat sich im Berichtszeitraum die Zahl der HauptunterstützungSempfänger von 89 600 auf 82 900 vermindert, das ist «ine Abnahme um rund 6700. oder 7,5 v. H Der Rückgang ist bei Den Männern etwas ?t ä r - ke r alS bei Den Frauen (7.7 v. H. bei Den Män­nern gegenüber 6.6 v. H. bei den Frauen).

Aus aller Wett.

Schwere» THolorboolunglüxf bei Palodow.

Ein schwerer IlnglückSfall ereignete sich auf dem Templiner See bei Potsdam unweit des Luftschiffhafens. Dort wurden Versuch« mit dem neu konstruierten französischen F l u g- wasferboot unternommen, das beim Olieher- geben auf das Wasser plötzlich u m st ü r z t e. Der Unfall wurde vom Ufer aus bemerkt, und her Leiter Der Luftschiff werft. Lehrte, eilte sofort mit einem französischen Piloten, hem Tischler­meister Lohmann und einem Mechaniker tn einem Motorboot nach der Unfallstelle. 3n her Mitte des Sees, etwa 100 Bieter nach her Unfallfteüe vor hem umgestürzten Flugzeug fing plötzlich auS bisher noch unbekannter Ursache her Vtotor des Schnellbootes Feuer. Dadurch erplo- Merten Die vorhandenen Benzcnvvrräte und bildeten haushohe Flammen. Durch den getoaitigen Luftdruck waren Der Tischlermeister und her Pilot aus dem Boot geschleudert worden und inS Wasser gestürzt. Andere Boote eilten sofort hinzu und versuchten den Verun­glückten Hilfe zu bringen. Durch Dte starken Flam­men war aber zunächst ein Vordringen un­möglich. Erst nach geraumer Zeit toimte man | den Leiter des Lus tschilf Halens und lernen Be­gleiter aus Dem brennenden Boot retten. Auch Dir beiden In» Wasser gefturtten Männer mürben ge* borgen. Leiber trroielen sich Wiederbelebungsver­suche bei Vobmonn unb dem Piloten als erfolg* I t) $>. Die beiden nnberen Männer hatten dimere Brandwunden om ganzen Sörper I bdoengetragen unb mürben noch Anlegung non

Notverbänden in hoffnungslosem Zu - ft a n b ins Krankenhaus gebracht.

flunhgebung der Kriegsbeschädigten ond ftrlcger- hinlerbltebenen.

Der ReichSverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener und Der Reichsbund Der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebener oeranfIaiUten eine Kund­gebung anläßlich her gegenwärtigen vierten Äahrestagung Der internationalen Arbeitsge­meinschaft in Berlin. Rach der Begrüßung führte her Vorsitzende Der Arbeitsgemeinschaft Leon Dia 1 la u, a. auS. daß bei aller Wichtigkeit her Wahrung her materiellen Rechte her Kriegs­opfer das Hauptziel hie endgültig« Befrie­dung her Welt fei. 3efct fei Die Zeit ge­kommen. hen Jahrhunderte alten Zwist her zwei größten Kulturnationen der Erd«, Deutfchlanb und Frankreich, endgültig zu begraben. 03 ran heiß (Oesterreich) sprach die Hoffnung auS, daß die Kriegsteilnehmer Deutschlands und Oesterreichs. Die sich als Brüder einer Ration fühlten, auch halb Brüder eines Reiches werden toürben. Sie kämpften gleichzeitig für di« Kriegsteilnehmer und ihre Witwen und Waisen. Das Elend der Kinder. Frauen und Greife Dürfte sich nie mehr wiederholen. G tachecki (Polen) stellte fest, daß für Die Kriegsopfer deshalb tn vielen Ländern so toenig Mittel vorhanden seien, weil alle vorhandenen Gelder für di« gewal­tigen Rüstungen benötigt würden. Für di« deutfchen Kriegsteilnehmer in der Tschechoslowakei führte Bernhard L e p p i n aus. daß er auf seinen Reifen in vielen Ländern überall das­selbe Leiden und Elend alS Folge des Krieges gesehen hab«. Schließlich sprach noch nach Ver­tretern anderer Rationen Reichstagsabgeordn« er R o h m a n n. Der insbesondere hie Vertreter Der christlichen Kirchen aufforderte. das Gebot »Du sollst nicht töten" endlich in die Wirklichkeit um- zusetzen. Die deutschen Kriegsteilnehmer würden lehenfalls alles DaraufcDen, dieses Ziel zu ver- wirllichen.

wieder ein Zwischenfall im Relchsenlschäbigungsaml.

3m ReichSentschähigungsamt in Berlin-Friede­nau ereignete sich «in neuer Zwischenfall. Der Geschädigte Ringelmann, gegen Den übri­gens wegen einer früher ausgesprochenen Dro- Dung ein Strafverfahren schwebt, erschien in angeheitertem Zustand in der Aus- kunftSstelle des Amtes und stellte in großer Er­regung Forderungen. Di« Ttzer Auskunftsbeamte nicht erfüllen konnte. Der Beamte erllärte, Rin­gelmann müsse daS Bureau verlassen. Da Ringel­mann erwiderte, nicht von her Stelle weichen zu wollen, verlieh her Beamte hen Raum. Rin- gelmann stürzte ihm nach, zertrümmerte eine Türfüllung und schlug mit hen Fäusten auf den 'Beamten, einen Ministerialamt- mann, ein, heften Brille habet in Stücke ging. Mit Hilfe her Polizei wurde Ringslmann schließ­lich entfernt

Da» II. Opfer de» Eisenbahnunglück» von Dinkelscherben.

Di« 59 Jahre alte Witwe Rosa Schmied auS Söflingen bei Ulm tft heute früh im Kranken­haus« zu Susmarshaufen (Bayern) an Den Fol­gen der bei dem Dinkelscherbener Eisenbahn­unglück erlittenen Verletzungen qestor den Di« Leche wird in ihren Heimatsorr übergeführt werden. Die Z«chl der Opfer von Dinkelscherben erhöht sich damit auf 18.

Blltpro)cfi*onnt

um Regen in den italienischen ttlpen.

3n den Tälern Der Tridentiner Alpen wurden große religiöse Prozellionen für daS Aus- Hören Der Dürr« und f ü r Regen ab­gehoben. D.« verschiedenen Züge hi« sich in hen einzelnen Tälern sammelten vereinigten sich mit Fackeln unD Kerzen auf Dem Gipfel des Plezzi. Dackn bilbete fkn eine riesige 10 000 Personen zählende Prozession. Die unter Singen kirchlicher Lieder und unter Gebeten Die Spitze deS Berges della Guardio errechte. wo auf einem großen Felsblock ein Kreuz ist. das fett fünf Oahr- bunberten von allen Dörfern verehrt tovrb. Be­reits zwei Stunden nach Ende der Prozession bewölkte sch der Himmel und «S fiel «in reich­licher Regen, so daß die Dürre «in End« fand.

Gtetscherverschicbongen in den Dolomiten.

Infolge tzer außerordentlichen Hitz« haben sich verschiedene Gletscher in den Dolomiten v e r I ch o beno bat der Gletscher Ätenau seine Richtung umfünj Meter verschoben Die» verursacht jabb reiche Lawinen die jedoch infolge der tfnae der Kanal«, in denen sie ahroOen, keine Gefayren mit sich bringen

Aus der provinzialhaupifiadi.

Gießen, den 11. August 1828.

Aehrenlescn.

4. ne der iteblichden Geschichten deS Alten Testamentes ist dte von Der ährenlefenden Ruth. -So gina si« hin und las auf. den Schnittern nach, auf Dem Feld«. .So '.st sie früh mor­gens gekommen und hat sich bisPt feine Ruh« gegönnt."

Reichtum und Armut, aber non

reinfier Güte. Unb so ift «s geblieben bis auf Den heutigen Tag. Wenn hie Frucht gelchmtten ift. wenn Der Besitzende leint Scheuern füllt, kommen Die Armen und lesen von Dem lieber- fluh. Qfber nicht immer war das Verhältnis s» freundschaftlich zwilchen Besitzer und Aehren- teser, wie zwilchen Boas und Ruth Man Denke nur einige 3abr« Aurüd. an Den Krieg und Dte EntwertungSzeit. Wer nun ist es wieder anders, ileberall sehen rr:r, befonders auf großen Gütern, -ahlreichr Kinder, die auf dies« Art auch ihtzr Ernte etnbeimfen; und gewiß werden die Grundbesitzer nur Freude Darüber «mpsinden und ihren Mit­menschen gern Dielen Teil Der Smu gönnen. Isi s doch mcht erbettelt, sondern auch erarbeitet. Ein« leicht« Arbeit ist das Lesen, das Bücken um jede einzeln« Aehre. ja nicht. Auch kämen Die ausgefallenen Aehren doch um.

SS ift Doch unsere höchste Aufgabe, besonders bei einem armen Volle, daß nichts verloren geht von Dieser GotteSaab«. Schätzen kann mau ja nicht. waS auf diese Art gesammelt wird. Ich glaub« aber, daß es ganz gewaltig« Mengen sind, die von fleißigen Kindern zusammen getragen werden.

3m Grunde genommen steckt auch un Aehren- lesen Die Ehrfurcht Der dem Brot. Der alte DvllSglaube, daß man das Getreide und das Brot wie etwa- Heiliges verehren soll. 3n un- zäh ti gen 6aaen kommt das zmn Ausdruck.

3n her ..Kornähre" (Brüher Grimm) wird «r- äählt. wie eine Frau ihr Kind, das in eine ?sütze gefallen war. mit Kornähren reinigte. Darüber war Doti so erzürnt, haft et sprach: »Don nun an soll her Kornhalm leine Aehre mehr tragen. Die Menschen sind hie himm­lische Gabe nicht wert." Erst als di« Menschen auf die Knie fielen und baten, erbarmte sich Der Herr unb gewährte hie Bitte, aber her Halm trägt jetzt nur noch eine Aehre. während er vor­her von unten b:6 oben hinaus mit Körnern be­setzt war.

Bekannter ist ja noch bte Sage von her Frau Hütt, die ihrem Diener befahl, ihr schntutzige« Kind mit weichen Brosamen zu reinigen. ..Kaum aber hatte dieser angefangen, mit Der heiligen Gottesgabe also sündlich umzugehen, so zog ein schweres, schwarzes Gewitter daher, das hen Himmet ganz zuheckte, unb ein entietzlichir Don­ner schlug ein. AIS es sich wieder aufgehellt, ha waren die reichen Komäcker, grünen Wiesen und Wälder und Die Wohnung der Frau Hütt verschwunden. Unb überall war nur eine Wüst« mit zerstreuten Steinen, wo fein Grashalm mehr wachsen konnte. In her Mitte aber stand Frau Hütt, die Riesenkönigin, versteinert, und wird so stehen bis zum jüngsten Tag."

Man soll dies« alte VolkSsagen immer wieder unfern Kindern erzählen, wenn sie leichtfertig mit dem Brote umgehenUnter täglich Brot gib unS heute", heißt Die vierte Bitte, unb tote sollen nicht vergessen, welch« Bedeutung das Brot für unS Menschen hat. Der letzte Krieg hat ja manchem die Augen geöffnet

Die eifrigen Aehrenleserinnen aber wollen wir begrüßen als Hüter unseres Voll-vermögens.

L.

Oie Wetterlage.

Freitag,

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Lvrtervo rausjage.

Das englische Fallgebtet ist ostwärts voo- gestoßen Dadurch wird bas Hochbruckgebtes mehr und mehr abgebaut. An ferner Vorderfeite führt das Tkri warme Luft mit sich, die die Tem­peraturen kräftig ansteigen läßt. Gelegentlich treten auch Riederfchläge auf.

Wettervoraussage für Sonntag. Wechselnd wolkig, wann, vereinzelt R'Überschläge.

Witterungsaussichten für Won- l a g. Unbeständiges Wetter

Lufttemperaturen am 12. iliiguft: mittags 11,5 Grad Lelsiu», abend» 16^2 Grad Ctelfiu»; am 11 'Zluguff morgen» 14,5 Grad delfhi». Maximum 12,2 CBrob Cetfiu». Minimum 13JJ Grad ttelmi». < rbicmperohircn in 10 an Tiefe am 10. Rugufti ?end» 21,6 Grad Celsius; am ll.Bugufr mnraen» 17,7 Grab Telstus Lonnenicheindouer s>. Stun­den