Nr. Ul Zweite; Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Freitag. U. Mai (928
IMmImKlI.
die ßanbiclrt!4>o1t bem
Handwerker Kundgebung in Gießen
eine Schwester de- Maharad cha« von
Oper eindruck-voll legitimierten.
Cantor.
kleinen
der Landwirt!Lo t erster Linie zur i
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die de
ich r ä n ke n.
11. Tct Herr Minister für 2rd.it und TDlrt» scha t wird er ucht. dafür Sorge zu tragen, daß Ne
Hausierhandel ist «tnzu
wandt werden, die
zuiliehcnden Reich-mittel in Abdeckung der Schulden ver-
gierung anerkannt werden.
2. Auf steuerlichem Gebiet wird die Aufhebung der Geverbesteuer und ihre ilmge- ftaltunq in eine allgemeine DerusSsteuer gefordert. Die steuerlichen Lasten sind aus angemessene Weise unter Schonung der wirtschaftlich schwachen Existenzen zu verteilen. Die freien Berufe und die Regiebetriebe sind ebenfalls zur S'.euer her
einsetzt Die hessische Handwerkskammer hat Handwerker-Progra mm ausgestellt, u. a. folgende Forderungen enthalt:
1. Da- hessische Handwerk erwartet, bah
Programmpunkte der Spitzenvertretungen deutschen Handwerk- auch von der hessischen Re-
Maharadscha Affären.
Die indischen Maharadscha-, diese
Szene willen, in der sein« Charatt-rre. jeder einzelne im Plakatstil überlonkurirrt. in möglichst greller Diffonanzwtrkung zu einanderstehen. So können nur Einakter entstehen ohne Motivik: sie leben lediglich von der Sensation, ihre Problematik kommt über die de- Kinostück» eigenllich nicht hinau-.
Sv der ..Diktator": Sin PLakat-Muffolini. Dazu der ..Kriegsblinde", zwei Frauen: steiler Antagonismus von Eifersucht. Hast und Hingabe. Sine kaum erträgliche Banalität der Situation. aber eine letzte Szene. um deretwillen da- Stück geschrieben wurde, mit der erregenden Mischung von Grau'en, quälendem Widersinn und metaphysischen Fragezeichen. Oder Der König", der tumbe Träumer und edle Seelen- athlet gegenüber seinen Widersachern: da- Weib, der Rarr. der Prolet: daS Gan'.e ein verworrener Mi chmasch von derb r Be l st k undMärchen- symbollk. AlleS für die Grellheit brr Dissonanz?
Krcnek hat seine Texte selbst geschrieben. Jede Frage nach dem textlichen Borwurf müht« verstummen. trüge die Sigenlebendigkeit der Musik beherrschend und überzeugend seinen Sinn. Krer.el erweist sich zweifellos wieder als Äönner, der eine zügig:, mit rhythmischen Energien geladene Handschrift be'itzt. Die Svarsamkeit und Ehrlichkeit seiner Diktion erwärmt, di« Virtuosität ihre- materi-rllen Gewandes überrascht ost. Die Substanz ist trotzdem gering. Die vor allen Dingen im zweiten Stück hervortretende Reigung zum Lvri'chen verrät sehr deutlich Spärlichkeit cigenwüch'izer Melodik. Ganz vorwiegend illustrativ. ist di« Musik fast nie Führer der seelischen Spannung, sie bleibt in Abhängigkeit vorn aktuellen Geschehen, Und dieses kommt über Kino und Schauerdramatik nicht hinaus.
Da- letzte Stück: „Schwergewicht" oder Die Ehr: der Ration", ein gewichtlo'er musikalischer Sketsch mit knalligsten Possenbehelfen, hat vielleicht allein die von der groben Geste der anderen Einakter nirgendwo erreichte stil- hat: Echtheit und Gebundenheit. Wesentlich unter dem Riveau deS ..Jonny", zeigt die'er kleine Schmarren trotzdem am deutlichsten die Platttorm KrenekS und daS We'entllche seiner musikalischen Begabung: Witz. Satire, unbeschwerte und ungekünstelt« DieSseitigkeit und vor
Der FurSsutz ul ertragt^ oteuerörud
nimmt ob. DaS Vertrauen in die Regierung ist gröber geworden. Die Gegensätze zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern Haden sich vermindert. Erkolgrersprechence Verhandlungen sind in dieser Hinsicht angeknä^ft worden. Do» Programm der kon'ervativen Regierung in England war Stabilität. Ruhe. Ordnung und Sicherheit. LS hat sich bewährt. Man bemerkt mit einem gewissen Vergnügen, dab da- Volk, in dem man immer noch die größte ZutunstSgesahr sür England erblickt, daS deutsch«, sich parteipolitisch zersleischt. An dem System unsicherer. schwankender Regierungen, die seit dem Kriege in Deutschland an der Tagesordnung waren, wird auch die neue ReichStagSwahl nichts ändern. DaS schrieb vor kurzem der .Daily Telegraph". Da» entspricht auch der Aufsossung der verhältnismäßig eng begrenzten Zahl derjenigen. die sich hier überhaupt mit Außenpolitik und den Angelegenheiten fremder Länder beschäftigen. Man ist damit ganz zufrieden. Man hat sich daran gewöhnt, dah der Deutsche sein politische» Gleichgewicht so leicht nicht wieder- sinden wird. Da» erscheint dem Engländer ganz vorteilhast. Lolche Dummheiten wie Klassenkamps und politischen Doktrinarismus kennt der Engländer nicht. Gr findet sie zeitraubend und kostspielig.
Aber im größeren Zusammenhänge gesehen, unter dem Gesichtspunkte einer Prestigepolitik betrachtet, hat diese Entwicklung etwa- Besorg- ni-erregende-. Die entschlossene Art, mit der P o i n c a r 6 die innere Politik in Frankreich angepackt hat, hat ihm in England neue Freunde und Bewunderer geschaffen.
anzuziehen. Alte und kapitalschwache Personen über 60 Jahre, deren Einkommen 5000 Mk. nicht übersteigt, sind von der Londergebäude- steucr zu betreten. Die hessisch« Regierung wird aufgefordert, von de: Abänderung deS § 33 deS Mieterschutzgefchcs. wonach Reubauten, die nach dem 1.3uli 1918 mit Zuschüssen erstellt worden sind, den Micterschutzbestimmungen unterliegen sollen, keine Rotiz zu nehmen.
3. ES wird Abbau der Regiebetriebe verlangt. Weder der Staat noch die Gemeinden dürfen ihren Steuerzahlern Konkurrenz machen. Die Errichtung neue: Regiebelrieoe soll grundsätzlich von der Genehmigung durch eine Aufsichtsbehörde abhängig gemacht werden.
4. DaS hessische Handwerk fordert Belebung der Dauwirtschaft, weil diese al» ein Schlüsselgewerbe allen Berufszweigen Förderung bringt. Insbesondere wird restlose Zusührung deS Aufkommens der HouSzinSsteuer in die private Dauwirtschaft und Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft verlangt. Zur Belebung deS Baumarktes ist die Hereinnahme von AuSlandanleihen notwendig, deren Verwendung daS hessische Handwerk al» produktive Anlage betrachtet.
5. Aut dem Gebiet de» Vergebung»- wesens sollten die Bestimmungen der Reichs- verdingungsordnung al enthalten Anwendung finden. Außerdem wird die Zuziehung von Sachverständigen bei ber Ausstellung der Vertin- gungSbetingungen und bei der Beurteilung der SubmisiionSangebrte gefordert.
6. Hessische Handwerler sind in erster Linie bei der Lieferung von Bekleidungsstücken (Uniformen und Schuhe» für d e hef t'che Polizei, Gendarmerie und Schutzpolizei heranzuziehen.
Z. Die Regierung wird aufgelord?rt. mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Beseitigung der Schwarzarbeit zu sorgen.
8. Be üg'ich der ErwerbSlosensürsorge ist au verlange, daß nicht seitens der Gemeinden Arbeiten dem selbständigen Gewerbe entzogen und durch Erwerbslose auSqe'ührt werden.
9. Von der Regierung und ihren Organen wird erwartet, daß sie der Arbeit der handwerklichen Organisationen inSbe ondere der der Innungen. Verständnis entnegenbringen und deren Tätigkeit fördern und unterstützen.
allem Theaterblut. D e oft angewgene Parallele zu Kar. Zuckmayer liegt auch hier nahe. Daß Exporimentierlust und Regilleurtalent un» die neue Oper nicht geben konnten, steht wohl nun außer Frag«. Krenek bleibt der Autor deS ..Jonny". Dir haben allen Grund, di« anregend« Mt.vität dieses «infallreichen Kovfe» zu begrüßen. Und wir hoffen, daß er. der viel Wesentlicheres schon zu sagen wußte, bald seine endgültige Sprache findet.
ES bleibt zum Schluß festzustellen, daß die Aufführung selbst unter persönlicher Regie Paul BekkerS und der empfindsam und intelligent formenden Leitung RosenstockS den derzeitigen hohen Leistungsstand der Wiesbadener
Schattenherrscher von Englands Gnaden, machen nicht nur im Film von sich reden, sondern be- schä tigen durch ihre Extravaganzen immer wieder die Oe sentl.ch'eit. In or'entalischem Prunk le- bend. von ungeheuren Re ch.ümern umgeben, sind sie in der vielen freien Zeit, die ihnen ihre Regierung läßt, noch häufig in jene Intrigen und Kon litte verstrick:, die früher an morgen- ländi'chen Hö'en herrschten. Zwei Affären be- schä tigen gegenwärtig nicht nur die i-dische Oe fentlichlcu. Der 18jähri.e Sohn deS Maharadschas bei kleinen, nur l?03 Quadrat i’ometer und 63 000 Mrn schen umfas'enden C:ca ei DewaS. Prinz Cikram Si igh, ist in die britisch« Residenz zu Indore ge lüch.et und beschuldigt fe nen Daier dah er ihn ge'angen gehalten habe und daß er. der Prinz, in steter Ge ahr der Vergiftung g«' schwebt habe Der Prinz war mit der lejährigen Toch er de» Oberhauptes de- Staates Ja h verheiratet. aber der alle Maharad'cha hat.e selbst ein Auge auf die Schwiegertochter geworfen, so daß der junge Prinz eine Frau zu ihrem Vater zurück'enden mußte. Der wütende Herrscher befahl seinem Sohn, seine Frau sofort wieder nach dem Palast von DewaS zurückzubringen und sich selbst nach der Hochschule von Indore zu begeben, wo er studierte. Der Prinz aber weigerte
sie fluch ete bereit- vor mehreren Jahren au» DewaS. well sie sich chre» Leben- nicht mehr sicher fühlle. und seitdem ist nl'en Untertanen v n Kolhapur verboten, den S aat tS.rra» zu « re eu Der Prinz, der lürch tie, v^n de: Wät esse sein S DaterS cerri et zu werden, floh in einem Äraft* toa-en nach Indore und stellte sich unter ben Schutz des dorti'en britischen Residenten. Er will sich in einer Bltlschri t an den V zekönig Lord Irwin wenden. Indore selbst hat unterdessen bereit- e nm neuen Skandal erhallen durch de Rückkehr '«in:- srüheren Mch rdsch^SHol r, der im Jahre 1926 wegen der Snt ührung feiner früheren Liebling«,ä ze.ia Wumtaz Begum und der Ermordung ihre- Tefchützer- hatte abdanken müfken. Der Exmaharadscha, der bereit- zwei Frauen besitzt, ist zeht von einem Besuch der Vereinigt e.n Staaten nach Indore zurückgekehrt, und bald danach langte auf einem italienischen Schiff eine Amerikanerin in Bombay an, Raney Ann Miller, die Tochter eine» reichgewordenen Goldgräber», die ertlärte, sie werde den Maharadscha heiraten. Vergeben- suchten der amerikanische Konsul und ein Beamter der indischen Regierung sie zu Überreden, von ihrem Vorhaben abzustehen. Sie ist, von einer älteren Dame, die sie als ihre Großmutter bezeichnet, und zwei. Herren au» dem Gefolge be» Ermaharabfcha» begleitet, nach Indore abgereift. Eie wirb zum Hinduglauben übertre en. unb d e Vorbereitungen für die Hochzeit werden bereit» getroffen. Der frühere Herrscher will vorher nod? eine Pilger- ahrt unternehmen und einen Hochze tstag auS- wählen, der unter günstigen Sternen steht. Die Heirat soll unter gGhen Feierlichkeiten ftatt# finden. Die Bevölkerung ist über die Verehelichung de» Maharadschas mit einer weihen Frau überaus erregt.
jyil ixh ^raizofc.l muü man rechnen, ee sind > doch fixe Kerl». S» ist ja nicht anzunehmen. daß sich irgendein deutscher Paneipol nier mit diesen Wirkungen feiner Wahlreden auch nur in einem Augenblick der Zerstreutheit beschäftigen wirb. Aber es muß doch gesagt werden, daß unsere Art. Politik zu treiben, für den Engländer einen leichten Beigeschmack von Lächerlichkeit besitzt. Bei dem Anblick unserer politischen Systematik überläuft den Engländer eine Gänsehaut. ic Zersplitterung der nationalen Rechten, der Austritt der Konservativen au» der Deutschnationalen Parte» verzeichnet er mit Wohlbehagen. Je mehr Parteien in Deutschland sich um Die politische Unfehlbarkeit streiten, um so billiger wird für England die Außenpolitik. um so bequemer hat es die Downing Street. Man hat unglaublich viel Zeit, wenn-es sich um deutsche Dinge bandelt. Der Verlaus der Locarno-Politik, die Lau- beit. mit der sie von England betrieben wird, sollte un» doch die Augen darüber össnen. wo die eigentlichen Gründe unserer politischen Mißerfolge liegen. Man hat sich darüber auf gehalten, daß französisch« Staatsmänner die Erklärung für den Zraniensturz in einem Komplott der Außenwelt suchten. Man könnte den gleichen Lay auf die deutsche Außenpolitik anwenden. Gewiß besteht noch etwa» tote ein Komplott ge .en Deutschland. Aber die Leistungen unserer polfti'chen Ideologen, Dok rinärc. PH asendrelcher und ganz besonder» die Unfähigkeit eine» großen Teil» unterer Jugend. sich einzuordnen, sie sind e». di« die Schuld daran tragen, daß unserer Außenpolitik die geistige und die moralisch« Durchschlagskraft fehlt.
Am Dienstagnachm.ttag fand im Saalbau Lauer eine Handwerker-Versammlung de« BezirkSverbandeS Dießen statt. Rach einleitenden Worten be» Vorsitzenden. Professor Dr. KrauSmüller, ergriff
Direktor Lchüttler
von der Handwerkskammer Darmstadt
ba» Wort. Er führte u. a. auS: In ben letzten Wochen haben allenthalben im Deutschen Reich große Äunbgebungen der Landwirtschaft statt- gefunben, In denen Abhilfe ber Rotlage, in der sich die deutschen Landwirte befinden, gefordert wurde. Das Reich und die Länder haben Hilfsmaßnahmen angekündigt. Unter de e.i sind leider auch solche festzustellen. die e.nfeitig zuungunsten deS Handwerker» sich auswirken müssen. Dieser Umstand unb bie Tatsache, bah m 11 ber Landwirtschaft ber gewerbliche Mittelstand schwere Rot leidet, haben die Spitzenvertretungen be» deutschen Handwerk» veranlaßt, ebenfalls zur bestehenden Wirtschaftskrise Stellung zu nehmen und ber Reichsregierung unb der Oef- sentlichkeit bie Forderungen des Handwerk» zu unterbreiten, die e» insbesondere auf steuerlichem unb sozio'politischem Gebiet, In der Frage der Kreditgewährung, te. Regiebetriebe, der Vergebung o^enllicher Arbeiten und der Belebung Der Bauwirtschast hat.
Da in Hessen nunmehr die neugebilbete Regierung ihre Arbeit übernommen hat, sieht sich ba» hessische Hanbwerk ebenfalls veranlaßt, seine Zorberungen unb Wünsche ber neuen Regierung in programmatischer Form vorzu- tragen, unb e» erwartet, daß ber Arb- ««- und Wirtschaftsminister sich für dies« Fori — ungen
Das Zentrum zum 20. Mai.
Die Ortsgruppe G ehen ber Zentrumspartei trat gestern abenb mit einer öffentlichen Wählerversammlung unter bem Vorsitz deS ßanb- tagSabgeorbneten. LanbgerichtSratS Keller im Katholischen DereinShauS vor die Öffentlichkeit, AlS erster Redner sprach
Syndikus Dr. Vurgbachcr-Mainz.
Er wandte sich zunächst gegen bie ..ParSet ber Richtwählcr" unb betonte, wer nicht zur Wahl gehe wähle daburch ben. den er bestimmt nicht haben wolle. E» gebe keine Partei, deren Wirken restliche Zufriedenheit bereite. Jedoch könne ber einzelne Bürger von seinem Platze aus unmöglich bie richtige Beurteilung der staatsrechtlich getroffenen Maßnahmen haben, ba ec ja ben Uekerblick nicht habe, ben ber tätige Politiker im allgemeinen besitze Deshalb mülle ber Wähler seinen Führern, vor allem in dor Zentrumspartei, Ve trauen entgegenbringen. Wenn mancher mit ber Zentrumspolitik nicht einverstanden war, bann müsse er in Zukunft ba'ür sorgen, bah die Machtfaktoren de» Zentrums gestärkt in ben Reichstag einzögen. Der Redner betonte sodann, daß daS Zentrum sich dagegen wende, wenn über unabdingbare ®'au- benSarundsähe durch eine Parlamentsmehrheit beschlossen unb entfchieben werden soll«. Da
Handwerk gegenüber hat.
Zum Schluß trug der Redner noch eine Reihe Don Spcz.allorderungen vor. An b:r Aussprache beteiligten sich: Schwllermeister Schmidt-Lich. Stabt xrorbneter Becker. Stadtverordneter Haubach. Schloff ermei'tec Euler und Tapezierermeister Bock, b.nen Der Vortragende antwortete. Folgende Entschließung fand einstimmige Annahme
.Ci e allgemeine Handwe.k rv r a nmlung de» Be-irk-oerbande- (Meßen bat an S. Mai nach einem Bericht be» Herrn Direktor» Schüttler- Darmstadt und einer eingehenden Aussprache folgende Snfchliehung ge atzt
Unter Hinweis auf die kaum noch tragbare Ucberbürbung de» gewerbllchen Mittelstände-, in-bcfoi dere be» HanbwerllS. mit steuerU hea unb sozialen Abgaben, auf die schw.ren Sch >cn, die bem Handwerk durch verkehrte wirtfcha't iche Maßnahmen blirch b e Betätigung ber ftffert Iben Hanb usw. fortgesetzt entstehen erwartet die Versammlung bie Anerkennung der in bem Programm nlebergelcgten Ferberungen.
Insbesondere fordert bie Ver ammlung. daß die auf bem Gebiete de- Steuerwesen», ber Bekämpfung ber Regiebetriebe unb ber Schwarzarbeit. ber Belebung ber Bauwirtschast. ber Regelung de- Vergebung »wes en'. b*r llnlerflüfu g Der OrganisationSbewegung In bem Programm vor getragenen Vorschläge weitgebenbste Beachtung bei ber Regierung sinben.
Die Regierung ist verpslichtet. den Berufsstand de» Handwerk» gemäß den Vorschristen ter Dersasfung zu schützen unb alle Maßnahmen zu treten, bie geeignet sinb bi” Existenz be» Hanb- werk» unb seiner Betriebe sicherzustel'en
Der geregelte Dang der Staat-Verwaltung ist nur gewährleistet, wenn brr Staat allen seinen Wirtschast-gruppen Lull unb Licht zur freien Entfaltung gestattet: vor allem aber, wenn S aat und öf'entliche Kirprrfchallen sich in ihren Verwaltungen größte Beschränkung aufer eg'n i'ere geldlichen Bebürsnisse zurücklchrauben. ih jeden Eingriff» in bie privatwirtscha tliche Betäll^ung enthalten. Hanbwerk unb Gewerbe jedmög ich« Förderung angedeihen lassen.
An dem Blühen unb Erstarken eine» gefunden Handwerkerstandes, einer gesunden Wi tfchast, haben Staat unb Gemeinden ba» größte Interesse."
Direktor Dr. Bünning», ber inzwischen den Vorsitz übernommen hat!«, schloß mit Worten be» Danke» bie Tagung.
sich unb darauf hielt ihn sein Vater al» Gegangenen. der mit der Außenwelt nicht in Verbindung treten durste. Eine Hauptrolle bei diesen Verfolgungen de» Prinzenpaare» spielte bie Geliebte de- Maharadscha», eine frühere Tänzerin, die den größten Einfluß auf den Herrscher gewonnen hat und bereit- die Flucht seiner Gemahlin verursach e. Die Mutter de» Prinzen ist
D:e drei neuen
"üevt. Krenek schreibt seine Oper um irgendeiner
Der Autor aufführungen beanspruchen.
„Lchwcrgcwicht".
be» ..Jonny" kann für seine Urheute den Rang der Sensation M.t Spannung erwarten Freunde seine weiter« Legitimation. Die
Krenek-tiraufführung in Wiesbaden.
.DerDiktator" - „DadflkycimcSönigreich".
unb Gegner .
äußeren 'Verhäl-tnisse waren nicht günstiger beni- bar: die festliche Sphäre ber Wellkurstadt, der
r. wo fein unbeschwertrs Draufgängertum, ba» im techni'chen S.nne stet» Sensationelle» schuf, ihn in bie vordere Reihe der neuklassischen Richtung stellte. Sr hat unter allen am meisten Aufseher. erregt, obwohl bie musikalische Substanz oft strittig blieb. Sein radikaler Wllle zum Reuen bestach. Man erwartet« drn neuen O;ern- tdp von ihm. ..Der Sprung über den Schatten" unb .Jonny" den Ansätze, skizzierten bie neue Degenständli»eii ber Oper. Ci. " Einakter enthlll
;Ilten jetzt beutlicher Kreneks Po- fitton unb bi| Spannweite seines Wollens. Die musikalisch« CBobcme ging von der Stimmung, dem akustilch-hurmonifchen Reiz, fort zur herben Sachlichkeit der melodischen ..Gestalt". Für b.e neue Oper sucht Krenek nun deren gegenständliche» Korrelat im aktuellen Geschehen auf der 2ühne Spannung und Snttpannung im musikalischen Ablauf bezieht er. gleichsam identifizierend. auf aktuelle Spannungen zwischen ..Eha- tatkren". D.e Träger die'er Charaktere sind psychologisch Endzustände: feste Formeln sind nie jjj* sich, sondern nur al» Wirkung auf einen ^genvol Träger der Handlung. Entwicklungen gibt e» nicht. Exvolltion und Wandlungen vollziehen sich im Stenogrammstil, werden prolla-
Englands Staatshaushalt.
Bon unserem k-Berichterstatter.
Rachbruck. auch mit Quellenangabe, verboten! London, 30. April 1928.
Da» Überlieferungsgemäß ängstlich aehütete Geheimnis be» neuen Budgets würbe schon seit vielen Wochen in ber Prelle erörtert. Für ben kaufmännisch benfenben Engländer ist der Ltaats- haushalt eine Frage von höchster nationaler Bedeutung, bie man benn auch mit bem üblichen Brimborium pressetechnischer Propaganda versieht. Sin konstruktiver Staatshaushalt, ba» ist ba» Stichwort, mit bem man biefe» imposant« ®ebäube au» Zahlen ver'ehen hat. Dom beutschen Standpunkte gesehen stellt e« einen Wendepunkt in der engli'chen Steuer- und Finanzpolitik bar. S» ist nidbt mehr besensiv tote bie früheren: e» ist ojftnfiD. Man schickt sich an zum Kampfe um bie Vorherrschaft in Europa unb ber Welt. Aeutzerlich gesehen zeigt ba» der Voranschlag für 1928. ber mit 760 Mill. Pfund Sterling balanciert. Die steuerliche Belastung England» nimmt ab. Churchill» Budget ist ein Gr-euger-Budget. Innenpolitisch ist der toefent- Uch« Teil der englischen Finanzpolitik in dem Versuch beschlossen, bie Last ber städtischen Steuern für die Industrie zu senken. Es wird von Staat» wegen eingegrifsen. Landwirtschaft und Industrie, ja sogar bie Eisenbahnen werben entlaßet. Wenn bie Vorschläge voll burcha<llührt sind, ergibt da» eine jährliche Steuerentlastung von etwa 600 Millionen Mark. Man könnte ba» eine Aussuhrprämie nennen. Aehnlich ist bie Tatsache zu bewerten, bah Zünftig bie Kosten der Verzinsung unb Amortisation ber englischen Schuld an die Vereinigten Staaten burch die Einnahmen au» Schuldlosen und Reparationen gedeckt werben. Auch ba» ist eine Entlastung. So ist man denn ber Meinung, daß Churchill da« englische Huhn dazu bringen wird, golden« Sier *u legen. Mit einer Dan» mit ber gleichen Zweck- oeftirnmung hatte er am vorigen Sonntag übrigen» Pech. Sin« feiner ®än e hatte sich ben Fuß gebrochen unb schwamm in einiger Empörung auf bem See Churchill entschloß sich, sie einzufangen, bestieg ein Faltboot unb veranstalte!« eine Gänse- Jagb zu Wasser. Sr fenterte unb mußte an» Land schwimmen. Die Gan» blieb D eger wie schon zu Zeiten be» Uebersall» auf da» Kapitol. Aber man hofft, baß er mit bem goldene Sier legenden Huhn mehr Glück haben wird.
Sieht man aber diese entschlossene unb weitsichtige Finanzpolitik der englischen Regierung mit deutschen Augen an, so erkennt man, daß diese» Churchill-Budget eine wirtschaftspolitische Drohung gegen un« enthält, bie kaum ernst genug genommen werben kann. Wie Üblich, halten sich ja die v"llntlichen Dinge im Hintergründe verborgen. Man wird aber nicht leugnen können, daß «ine Herabsetzung der spezifischen ©teuerbelaftung ber großen Werke imb ber Produktion im allgcmcuicn eine Unterstützung ihrer Arbeithbebeutet, während in Deutschland die L tlu erbelaftung wächst Damit ist natürlich micht gesagt, daß dieser Finanzpolitik England» eine deutschfeindliche Tendenz zugrunde liegt. Sie richtet sich fltge.1 den getarnten Wettbewerb, ben Cnglaub n ben Weltmärkten findet, gegen Frankreich und Belgien, wie gegen die Vereinigten Staaten in gleicher Weise. Aber in ber Wirkung wird sie un« treffen: benn die steuerpolitische Lage Deutschland» ist unter der Wirkung be» Dawe-- plane« bic ungünstigste von allen
Diesem Verhältni» zur europäischen Welt entspricht auch bic allgemeine politische Einstellung der englischen Oessentlichkeit zu ben Wahlen in Deutschland unb Frankreich. Man betrachtet sie mit Gleichmut. Man sühlt sich sicher. 3n der Drundstimmung be» englischen Volke« hat sich im Lause ber letzten Jahre ein tiefgebenber Wandel vollzogen G» ist ja wohl richtig, daß der oft vorauSgefagte wirtschaftlich« Aufstieg nicht so schnell gekommen ist. wie man ba« versprochen bat: aber er i st boch sichtbar, er ist eine Tatsache. Di« Arbeit-lofigkeit ist geringer al« im vorigen Iabr. Die Dividenden der Industrie bewegen sich in aufReigenber Linie.
gzvolle Rahmen be» Theater», an dem feine ne Stimme an entscheidender Stelle gehört Tun.1? deS befreundeten Intendanten, ^ungskähige» Sn'emble. Der große » ^h'Äebzn so sehr sich auch die pnWimmai.fche Anerkennung ber An- « durchzu fetzen suchte.
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