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reiche Wer? unterstützen möchten, und bat, In diesem Sinne aufilärend zu wirken.

Y Mainzlar, 10. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Gesangverein im Müllerschen Saale sein diesjähriges Wintervergnügen ab. 3n Anbetracht der zur Verfügung stehenden Räum­lichkeiten und der Stärke des Vereins er zählt über hundert Mitglieder. bewegte sich die Feier nur im Rahmen eines Familien- Konzert-Abends. In einer kurzen An­sprache dankte der erste Vorsitzende L. Krei­ling allen Angehörigen und Ehrenmitgliedern, die so zahlreich der Einladung gefolgt waren, und ermahnte gleichzeitig die aktiven Sänger, treu und fest zum deutschen Liede zu stehen. Unter Leitung seines Dirigenten Bürger (Watzen­born-Steinberg) trug der Verein in wechselnder Folge mehrere Chöre von VrahmS, Beethoven, Sonnet usw. vor. Sämtliche Chöre, die hohe Anforderungen an Dirigent und Sänger stellten, zeugten von unermüdlichem Fleitze und guter Schulung. Auch das Volkslied kam vortrefflich zur Geltung. Die Musikkapelle, unter Leitung von Herrn Burger, leistete vorzügliche- und verdiente mit vollem Recht den Beifall, der ihr, sowie den Sängern und dem Dirigenten am Schlüsse zuteil wurde. Der Verein hat mit diesem Abend seinen Mitgliedern und Gönnern wirklich hervorragendes geboten.

(Z Allendorf a.d.Lda., 10. Febr. Missionar Bachmann von der Herrnhuter Brüderge­meinde hielt in der hiesigen Kirche einen Mis­sionsvortrag. Er berichtete über Erlebnisse und Erfahrungen in seinem früheren Wirkungs­kreis. rer ehemaligen deutschen Kolonie Ostafrika. Besonders verstand er es auch, in fesselnder Wei'e Land und Leute, sowie deren Sitten und Gebräuche zu schildern. Am Schluffe wurde eine Kollekte für die Brüdergemeinde erhoben.- Durch die Stillegung der Zigarrenfabrik Henkel in Londorf im vergangenen Herbst wurde auch eine Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen von hier arbeitslos. Durch den Reubau der Zi­garrenfabrik in Treis der Firma Rinn & Cloos aus Heuchelheim, an dem zur Zeit eifrig gearbeitet wird, dürfte bald wieder Arbeitsgelegenheit geboten werden.

Allertshausen, 10. Febr. Bei der Holzsubmission aus dem hiesigen Ge­meindewald wurden folgende Preise erzielt: Fichtenstammholz la-Kl. 31,05 Md. Ib-Kl. 34.35 Mark, 2a-Kl. 37,65 Mk., 2b-Kl. 40.10 ML, 3a-Kl. 43 Mk. 3d-Kl. 45 Mk., 4a-Kl. 50 ML, 4b-Kl. 53,10 ML, 6. Kl. 55,10 Mk. pro Festmeter. Kiefern: la-Kl. 23,15 Ml., Ib-Kl. 27.05 ML, 2a-Kl. 30 ML, 2b-Kl. 39 ML Die Rachfrage war sehr rege, es waren 27 Angebote eingegangen.

d. Hungen, 10. Febr. Der vberhes - fische Schäfertag brachte starken auswär­tigen Besuch, die Stadt bereitete einen festlichen Empfang. Den Hauptanteil unö Anziehungspunkt für die Besuche bildete das Werbe hüten. Eine Polizeihundvorführung zeigte das sichere Arbeiten dieses Hundes; für die hiesige Gegend neu war die von zwei württembergischen Schä­fern gezeigte Schafhüteweise. Rach Oeffnung einer Hürde geht der Hund um den Pferch, geht rückseitig hinein und treibt die Schafe zum Tor, fast lautlos und ohne anzugreifen, dann sicht der Hund fest neben dem Tor, bis die Tiere den Pferch verlassen haben, immer sind feine Augen auf den Schäfer gerichtet; das merkwürdige dabei ist. daß der Schäfer kaum ein Wort spricht, vielmehr erkennt der Hund an der Haltung der Schäferschippe, was er tun soll. So ist der eine Hund auf lautlos dressiert, der andere dagegen gibt Laut, und diese Hunde wissen auch ganz genau, wenn sie angreifen sollen, wo sie am Schaf hinzupacken haben. Rach dieser Vorfüh­rung, bei der in einem Gang beide Schäfer ab­wechselten, fand das Preishüten der ober- hessischen Schäfer statt. Die vom Rhein-Main» Landesverband des Vereins für Deutsche Schäfer­hunde gestifteten Preise wurden wie folgt ver­teilt: Schäfer Otto Bauer in Breitenheim bei Meisenbeim a. Glan und Schäfer Adolf S t e i n a ch in Krummwelden bei Eitzlinr en a. Fils je'ein Ehrenpreis; 1. Preis Richard Hofmann in Wohnbach (Wetterau), 2. Preis Philipp Wirth in Wetterfeld, 3. Preis Heinrich Bon­de r h e i d in B'.llingen, 4. Preis Theodor Pfannkoch in Ridda. 5. Karl Klös in Trais- Horloff. Rach dem Preishüten fand 6 er Schäferlaus statt; auch hier wurden die Siegerinnen und Sieger mit Preisen bedacht. Während der Polizeihundvorführung, des Hü­tens, Schäferlaufs und darauf folgenden Fest­zuges wurden von Schulrat Lorentz-Lauter­bach und der Lehrfilmgesellschast in Wiesbaden wertvolle Filmaufnahmen gemacht. Der Festzug zeigte neben der großen Zahl der Schäfer und Festbesucher die von Hungen ge­stellten Reiter, Musikkapelle, 5 Festwagen. In Hungen hat man viel Mühe und Arbeit bereit­willig für das gute Gelingen des Schäferfestes aufgewendet, von Bürgermeister Fendt wurde sehr lobend anerkannt, dah eine so große An­zahl Preise für die Tombola-Verlosung kosten­los zur Verfügung gestellt wurden. Die Heber- füllung des Saales imDarmstädter Hof" und die damit verbundene Unruhe lieh leider die Gesänge der beii en Gesangvereine und ein am Rachmittag und Abend aufgeführtes Theaterstückchen aus dem Schäferleben, sowie die Musikvorträge des Mandolinenorchesters nicht doll zur Geltung kommen. Aus dem geschäftlichen Teil seien noch erwähnt der Vorttag üCer denDeut­schen Schäferhund", der Dorttag überBe­kämpfung der Schafräude", die kurze Ansprache des Oekonomierats Dr. Wagner von der Land- wirtschaftskammer.

s. Hungen, 10. Febr. 3m hiesigen Schul­haus fand gestern eine amtl iche Lehrer- konferenz unter Leitung des Kreisschulrats Fischer statt. 3n einer aus dem 3. und 4. Schuljahr bestehenden Klasse wurde zunächst eine C e b r b r o 6 c überDie Einführung in das schriftliche Teilen" abgehalten und dabei be­sonders die Anschaulichkeit des Verfahrens be­tont. 3n der Oberklasse wurde alsdann die Behandlung der verschiedenen Zeitformen in der Sprachlehre gezeigt und dabei geeignetere Be­nennungen für diese eingeführt. 3n einer Klasse der gewerblichen Fortbildungsschule zeigte fine weitere Pro eleltion di: Behandlung cineC- Sto s- gebietes aus der Staatsbürgerkunde, und zwar Den Aufbau unserer ReichSverfassung. Um dielen an sich spröden Stoff den Schülern näherzu- bringen, wurde die geschichtliche Bettachtungs- weise gewählt und reichlich Gebrauch von gra­phischen Veranschaulichungen gemacht. Kreisschul­rat Fischer, der selbst die drei Lehrproben durchführte. wies zusammensafsend daraus hin. bah es natürlich nicht nur eine Methode zur Behandlung dieser Stoffe gebe, sondern dah

Methode ein Stück der Lehrerpersönlichkeit sei. An jede Lektion schloh sich eine rege Be­sprechung an.

s. Utphe, 10. Febr. Dieser Tage wurden die Grundstücke eines hiesigen älteren Land­wirtes im Rathaussaal v e r p a ch t et. Dabei kam der Iahrespachtpreis für Ackerland ge­ringerer Güte auf 40 bis 50 Mark Pro Rormal- morgen, ein besserer Acker von 2200 Quadrat­meter erzielte schon 60 Mk., ein anderer von 2000 Quadratmeter 70 Mk.. und ein Stück von 3000 Quadratmeter sogar 130 Mk., wobei es sich allerdings um erstklassiges Land handelt. Ein halber Rormalmorgen gute Wiese in der Rähe der Horloff brachte 130 Mk. Pacht. 3m ganzen tarnen etwa acht Morgen Land zum Ausgebot. Die Rachfrage war außerordentlich stark, ttotz der zur Zeit geringen Rentabilität der Land­wirtschaft. Es erklärt sich dies jedoch aus den besonders gelagerten Verhältnissen unseres Dor­fes. Ein beträchtlicher Teil der eigentlichen Ültvhener Gemarkung, und zwar die nähere Um­gebung des Dorfes, wird von einem Gräflich Laubachischen Hofgut eingenommen, wovon natür­lich nur Teile zur Veräußerung kommen. 3nfolge- dessen ergreifen besonders die durch Erbteilung häufig stark zusammengeschrumpften kleinbäuer­lichen Betriebe jede sich bietende Gelegenheit, um durch Hinzupachten fremden Landes sich ein besseres Auskommen zu verschaffen. Hieraus er­klärt sich auch, dah die meisten hiesigen Land­wirte auch Grundstücke in der Gemarkung Feld- heim, zwischen Hungen und 3nheiden. haben, obwohl sie dorthin Wege von über einer Stunde zurücklegen müssen.

# Aus der QBetterau, 10. Febr. Die Preise für Ferkel sind in den letzten Wochen dauernd in langsamem Steigen begriffen. Während sie um Weihnachten ihren tiefsten Stand mit 8 bis 10 ML je Stück erreichten, kostet jetzt der Kopf, 7 Wochen alt, 16 bis 18 ML, und ein weiteres Anziehen der Preise ist zu erwarten, da wegen der mangelnden Rentabilität viele Zuchtsauen gemästet und geschlachtet wurden. Auch die Preise für Fettschweine haben etwas angezogen. Das Pfund Lebendgewicht wird wieder mit 58 bis 60 Pf. bezahlt gegen 53 bis 55 Pf. vor 4 Wochen. Wenig Rachfrage herrscht nach Kartoffeln. Bei den Erzeugern sind noch größere Mengen eingekellert und einge­mietet. Die Händler bieten für gelb fleischige Speisekartoffeln 3 bis 3,20 Mk., für Futter- fartoffeln 2,40 bis 2,60 Mk. Das Winter- getreibe hat bis jetzt seinen guten Stand vorn Herbst behalten. 3n tieferen Lagen, wo das Wasser nicht abflietzen konnte, ist vereinzelt der Weizen erfoffen. Auch der rote Klee hat bis jetzt gut überwintert. Rapsäcker, die man im Vorjahre noch vereinzelt sah. fehlen heuer ganz.

+ Lang-Göns, 10. Febr. Unser Dorf hat die seltene Tatsache zu verzeichnen, datz hier eine ganze Reihe Personen leben, die über 80 3ahre alt sind. Es sind dies: Christine Zimmer, Katharine Wilhelm Wwe., die Vete­ranen von 1870/71 Heinrich Heller, Heinrich Meidt, Emil Karl Schaum, je 80 3ahre alt; Christine Luh Wwe., Marie Rocker, Christine Wagner Wwe., Anna Elisabetha Grohhaus Wwe., Konrad Müller XXVI., Anton Wenzel VIl. je 81 3ahre; Katharina Haub Wwe., David Grünebaum, der Veteran von 1866, 1870/71 Heinrich Kiefer je 82 Jahre; Marie Höhn Wwe., Katharine Brücke! Wwe., Beigeordneter Heinrich Henrich je 83 Jahre; Magdalene Schmoll Wwe. 85 3ahre; Barbara Maus, 3ohs. Henrich XI. je 86 Jahre; Konrad Müller XXIII.. Anna Elisa- betha Drücke! Wwe., Rathan Grünebaum, Ve­teran von 1870/71, je 87 Jahre alt. Die 2 3 alten Leute verkörpern insgesamt das statt­liche Lebensalter von 189 9 Jahren. Dieser große Kreis der Mitbürger im Patri­archenalter ist bei einer Einwohnerzahl unseres Dorfes von 1840 Einwohnern gewiß sehr stattlich.

K.eis Friedberg.

Münzenberg, 10. Febr. Hier fand in diesen Tagen ein sogenanntes Winterlager statt, eine Freizeit für evangelische männliche nichtbündische 3ugend. Für Hessen war dies der erste derartige Versuch, und darf sagen, dah er aufs beste geglückt ist. 25 regelmäßige Teilnehmer, wozu noch eine An­zahl vorübergehende Gäste kamen, im Alter von 17 3ahren und darüber aus Münzenberg, Trais- Münzenberg und aus verschiedenen Gemeinden der Wetterau schlossen sich für die Tage vom 5. bis 8. Februar zu einer Gemeinschaft Gleich­gesinnter zusammen. Führer waren der Landes- lugendpfarrer Sie. v. d. Au (Darmstadt) und Pfarrer Behr ich (Münzenberg). MitGemeinde- gottesdienst (Lic. v. d. A u), der durch den evangelischen Mädchenchor bereichert wurde, nahm die Veranstaltung chren Anfang. Die folgenden Tage brachten dann im Anschluß an die Lektüre in der Bibel und einer Lutherschrift wertvolle Aussprachen über Lebens- und Wellanschauunas- fragen. Ausflüge in die Umgebung (Besuch der Klosterruine Arnsburg und des dortigen Ret­tungshauses und Wanderung nach Rockenberg, verbunden mit Lichtbildervorttag über die Ein­richtung einer modernen Strafanstalt) dienten zur Bereicherung und Veranschaulichung. Fröh­liches Kanonsingen an den Abenden, teilweise mit der übrigen 3ugend der gastgebenden Ge­meinde, halfen die Teilnehmer zu einem eng» verbundenen Kreis zusammenschließen. Mit Be­dauern, dah die schönen und inhaltreichen Tage so rasch zu Ende waren, schieden die Teilnehmer in Dankbarkeit für das Erlebte und für die hier gefundene Gastfreundschaft. Möchten dem ersten hessischen Winterlager für evangelifche junge Männer noch recht viele mit reichem Gewinn für die Teilnehmer und zum Segen unserer hessischen 3ugend folgen I

Kreis Büdingen.

/ Ortenberg, 10. Febr. Die in der Post" stattgehabte Generalversammlung des D. H. C. beschäfttgte sich in Anwesenheit einiger B. H. C.-Führer aus Schotten mit ter Reubelebung der D. H. C. -Gedanken und Ziele in unserem Städtchen. 3n den Vorstand wurden neugewählt: Fortoildungslehrer 3 e ck e l als Vorsitzender. Bäckermeister Carl und Gastwirt Hr. Hebbel, als Beisitzer Bürgermeister Pfeiffer und Kaufmann Lenz. Die hiesige Ortsgruppe soll sich auch vor allen Dingen die Hebung des Fremdenverkehrs in unserem schön gelegenen Städtchen angelegen sein lassen. Eine rege Bautätigke it scheint mit dem bald beginnenden Frühjcchr in unserer Gemeinde einzusetzen. Sechs Daugesuche liegen bereits vor. Ein neuer Ortsbauplan ist ausgearbeitet und wird in Kürze genehmigt toer- ben. Durch die Feldbereinigung wird zu der Hauptstratze der Dorstadt eine Parallelstraße

hinter dem Garten der Apotheke geschaffen. Die neue Strotze wird allen Ansprüchen nach schöner, staubfreier Lage Rechnung ttagen. Auch der Reubau eines Amtsgerichtes wird viel erörtert. Bei der schlechten Finanzlage der Stadt kann ein solcher Reubau allerdings nur unter Zinsgarantie des Staates ins Auge gefaßt werden.

g. Ober-Mock st adt, 10. Febr. Dieses 3ahr finden in unferm Dorfe zwei Sänger- jubiläumsfeste statt. Der Männer- gesangvereinLiederkranz" besteht 50 3ahre. Er wurde 1878 von dem damaligen Lehrer Karl Kayser gegründet. Heute noch sind zehn Gründer des Vereins am Leben, das älteste Mitglied Heinrich Scharmannn ist 92 3ahre alt. Dirigent ist heute Herr Zo­rn i e n e r aus Rieder-Mockstadt. Zu te.n groß- angelegten Feste am 24. 3uni sind an 71 Ver­eine Einladungen ergangen. Am Montag, 25. 3uni, wird damit das 3ug end fest ge­feiert. Linser unter der bewährten Leitung von Pfarrer Dock stehender Kirchengesang­verein bsickt in diesem 3ahre auf sein 40- jähriges Bestehen zurück und will deshalb am 5. Auugust sein 3ubiläumsfest feiern. Die zu- sammengeschlosfenen Verbandsvereine unseres Kreises haben das Fest genehmigt und wollen in großer Anzahl kommen. Gründer des Vereins war der damalige Pfarrer Kleberger. Es ist eine kirchliche und weltliche Feier vorgesehen.

Kreis Schottert.

I Ober-Lais, 10. Febr. Der Omnibus des Zweckverbandes Ridda-Ulfa fuhr am Mittwoch die Strecke Ridda, Wallernhausen, Fauerbach. Ober-Lais, Glashütten, Hirzenhain ab. Mit dieser Fahrt wurden die Verhandlungen über die Errichtung einer ständigen Auto- Verbindung auf dieser Strecke, die vor zwei Jahren ergebnislos verliefen, wieder aufgenom­men. Diesmal ist ein günstigeres Ergebnis vor­auszusagen. da den beteiligten Gemeinden in- zwischen die Wichtigkeit einer regelmäßigen Ver­bindung mit den Bahnlinien flar geworden ist und sie nunmehr zur Zeichnung der nötigen Summen bereit sind. Störend ist nur noch der vor kurzem aufgetauchte Plan, zwischen Glas­hütten und Hirzenhain eine private Auto- linie zu betreiben. Diese Absicht dürfte aller­dings wohl zugunsten der durchgehenden Ver­bindung RiddaHirzenhain fadengelaffen wer­den. Mit der Einrichtung dieser Autolinie, die wohl in Form eines Zweckverbandes der beteiligten Gemeinden betrieben werden dürste, ginge ein in unseren Gemeinden schon lange gehegter Wunsch endlich in Erfüllung.

Krois Alsfeld.

(-) Groß-Felda, 10. Febr. Auf Einladung der ßiefigen Gemeindevertretung fand hier eine auch aus der Umgegend sehr stark besuchte Ver­sammlung statt, die sich mit dem Projekt einer neuen Bahnlinie durch den Dogels- berg beschäfttgte. Fabrikant Louis V ölz in g, Gemeinderatsmitglied und 1. Vorsitzender des hiesigen Gewerbevereins, erstattete das Referat über die Stellungnahme unserer Gegend zu den verschiedenen Bahnbauprojekten. Er trat dabei mit Rachdruck für die Schaffung einer Bahnlinie über Groß- Felda ein, die weiterhin Verbindung mit Ulrichstein und von dort nach Schotten bzw. Rixfeld Lauterbach haben soll. Durch eine solche neue Bahn würden auch die im Feldatal und angren­zend gelegenen Ortschaften dem Verkehr er­schlossen werden, und sie würden Teil haben an allen daraus entstehenden wirtschaftlichen Vor­teilen. 3n der Aussprache wurde der Stand­punkt des Redners von allen Sprechern unter­stützt. Es wurde schließlich eine Entschließung angenommen, die an die zuständigen Stellen weitergeleitet werden soll und die für das von dem Redner entwickelte Projekt eintritt. Ein Komitee soll sich weiterhin mit Rachdruck für die hiesigen Bahninteressen einsetzen.

* Schadenbach. 10. Febr. Das recht an­sehnliche Gewicht von 780 Pfund erreichte der dem Schweinezuchtverein Schadenbach ge­hörige Eber, der vor einigen Tagen ge­schlachtet wurde. Da der Eber erst zwei 3ahre alt war, können der Verein wie auch der Eberhaller, Landwirt Heinrich E r b IV., sehr stolz auf diesen Erfolg sein. Der Eber stammte aus den in ganz Oberhessen bekannten Zuchten des Hofgutes Rülfenrod, die auf der Landesansstel­lung in Darmstadt im vergangenen Sommer mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurden. Die Schweinezucht in Schadenbach hat in den letzten 3ahren dank der rührigen Arbeit des Zuchtvereins und seiner Mitglieder große Fortschritte gemacht. Wertvolles männliches, wie weibliches Zuchtmaterial wurde in den letzten 3ahren aus den besten hessischen Zuchten be­zogen, so daß der Verein bis jetzt schon eine große Zahl wertvoller Zuchtserkel an die Land­wirte der Umgegend absetzen konnte. Auf dem diesjährigen Hornberger Prämienmarkt wird der junge Verein zum erstenmal aus - stellen, um allen 3nteressenten ein Bild von dem Stande der hiesigen Zucht zu geben.

=r. Ober. Ohmen, 10. Febr. Der hiesige Turnverein veranstaltete dieser Tage seine W i n t e r f e st l i ch k e i t, die aus turnerischen Dar­bietungen, Theatevaufführuna und Tanz bestand. Der Saal im Gasthaus von Krebs war bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter Leitung von O. Zäger wurde das VolksstückDer Glockenguß zu Breslau" aufgeführt, die Darstellung fand den vollen Beifall der Besucher. Anschließend sanden unter Leitung des Herrn Wendland turnerische Darbietungen der Damenrieae statt, die ebenfalls allgemein gefielen. Die Kapelle Bloß von Flensungen verschönte den Abend durch treffliche musikalische Darbietungen. Der Bruderoerein von Groß-Eichen trug gleichfalls zur Ausgestaltung des Abends bestens bei. Der 23er« ein kann mit Genugtuung auf seine Veranstaltung zurückblicken. Der Kriegsbeschädigte Georg Post, der zur Förderung des Vereins hervorragend beige­tragen hat, wurde zum Ehrenmitglied ernannt.

Zweckverband Wieselt-A!ten-SuseL

e Wieseck. 10. Febr. Gemeinderat Scherer bittet uns um die Aufnahme folgender Erwide­rung. 3n Rr. 31 Ihres Blattes vom 6. Februar veröffentlicht Herr Benner eine Erwiderung auf meinen Artikel in Rr. 28 desGieß. Anz. Sein ganzes Schreiben, von Anfang bis zum Ende, geht um des Pudels Kem herum, ohne benfe ben zu berühren. H rr Denner be'au;tet. der Gemeinde Wieseck entstehe ^einerlei Schaden, und führt wörtlich den Artikel 7 der Verbands­satzung an. daß die beiden Gemeinden ihr De- triebsvermogen am 3ahresschluß mit ®/< des

jeweiligen Reichsbankdiskonts verzinst bekämen. Den Schlußsatz des Artikels 7 verschweigt er. der besagt,baß die Zinsen nur ausgezahlt wer­den, wenn ein Geschäftsüberschuß besteht". Bei einem Geschäftsdssizit haben beide Gemeinden dieses 1:3 zu tragen. Die fraglichen 14 000 ML sind doch nicht anders aus der Welt zu schaffen, als daß sie von den Steuerzahlern der Gemeinde Wieseck aufgebracht werden müssen. Deshalb be- ttachte ich die Aeußerung des Herrn Benner nicht als richtig und überlasse es der Oeffent- lichkeit. sich ihr Urteil zu bilden. 3ch betrachte hiermit die Angelegenheit für mich als erledigt in der Hoffnung, daß die Verhältnisse in abseh­barer Zeit die Richtigkeit meiner Angaben be­stätigen.

Was muß man von der Blinddarm­entzündung wissen?

Dom Reichsausschutz für Hygienische Volks­belehrung wird uns geschrieben: Die Blinddarm­entzündung gehört zu den Krankheiten, die den Menschen völlig unerwartet überfallen. Mitten aus vollster Gesundheit erkranken plötzlich zu­meist junge Menschen und sind, wenn nicht recht- zeittg sachgemäße Hilfe kommt, tem sicheren Lode verfallen. Cs ist eine unbestreitbare Tatsache, daß der Arzt den Kranken fast immer zu retten vermag, wenn er schon bei den ersten Anzeichen gerufen wird. Daher ist es von größter Wichttg- feit, diese ersten Anzeichen der Krankheit zu kennen und zu wissen, wie man sich im Krank­heitsfälle zu verhalten hat. Die Blinddarm­entzündung beginnt gewöhnlich mit Leib- schmerzen, meist in der rechten Unter» bauchseite. Fast immer ist gleichzeitig die Temperatur gestiegen und der Stuhl­gang angehalten. Oft bestehen auch Hebel» feit und Erbrechen. Diese Beschwerden rüh­ren von einer Entzündung her, die sich im Wurmfortsatz, dem Anhang des eigentlichen Blinddarms, abspielt, und die in wenigen Stun­den zur Eiterbildung, zum Bersten des Wurm­fortsatzes und schließlich zu der fast stets töd­lichen Bauchfellentzündung führt. Wenn auch in den seltensten Fällen die Blinddarmentzündung ohne operattven Eingriff zurückgehen kann, fu ist doch die Operation, die die Entfernung de> erkrankten Wurmfortsatzes zum Ziel hat und heutzutage einen völlig gefahrlosen Eingriff dar- stellt. in der großen Mehrzahl der Fälle erfor­derlich und von lebensrettender Wir- kung. Leider wird im Gegensatz zu früher diese tausendfältig erwiesene Tatsache in neuerer Zett nicht mehr genügend gewürdigt, und nur zu oft verfallen Kranke dem sickeren Tode, weil sie den Versuch gemacht haben, sich selbst durch Haus­mittel aller Art zu behandeln, oder dem Rate der Kurpfuscher zu folgen. Statistische Ermitt­lungen aus den letzten 3ahren lassen 6entließ erkennen, datz gerade aus diesem Grunde die Sterbllchkeit an Blinddarmentzündung in Deutsch­land erheblich zugenommen hat. Daher sei im 3nteresse der Erhaltung ter Volksgesundheit, wie der Gesundheit des einzelnen ganz beson­ders eindringlich davor gewarnt, auch nur bei dem geringsten Verdacht einer Blinddarm­entzündung sich anderer als ärztsicher Hilfe zu bedienen, und der dringende Rat erteilt, in allen Fällen so rechtzeitig wie nur möglich den Arzt in Anspruch zu nehmen.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Ubt mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen.

RochmÄS die rStselhafien Stiefel

Eine der vielen Zuschriften, die in der An­gelegenheit der rätselhaften Briefe eingingen, wird veröffentlicht und damit der Fall abge­schlossen:

Lieber Herr Reklamechef I

Daß. Ihr Kathreiner gesund Ist und haß er auch nicht teuer Ist. das_br_a_uch_6n_ Sie den Leuten wlrklich nlcht Immer wieder zu sagen] Das weiß ja heute Jedes Kindl Die Leute wollen ja nur wissen, ob er tatsächlich gut schmeckt.

Und da nutzt es garniohts. wenn Sie immer vom Hfblnröst- bitteren Aroma*' sprechen. Das muß jeder selber probieren.

j Also bitte, sparen Sie sieb I ruhig Ihre schönen Redensarten.

mein guter Herr Reklamechef, Und sagen Sie den Leuten nichts weiter als:Probieren Sie mal eine Tasse heißen Kathreiner.' richtig nach der Vorschrift gekocht, und Sie sollen mal .......7K,

Die Firma Kathreiners TNalzkaffee-Fabrike» schreibt dazu:

Wir freuen uns über jede Aeußerung von feilen unserer Kunden. Auch dann, wenn sie wie in diesem Fall« nicht sehr freundlich klingt.

Nur möchten mir dem obigen Vorschlag noch hinzufügen: Man soll sich nicht gleich beim ersten ober zweiten Schluck Kathreiner ent- scheiden, sondern beim zwölften ober fünfzehn» ten. Am besten trinkt man mal ein paar Tage lang jeden Morgen eine Tasse und urteilt bahn erst.

Denjenigen, die an starken Dohnenkaffee ge* vöhnt sind, empfehlen wir, zunächst Bohnen­kaffee mit Kathreiners Malzkaffee gemischt zu trinken. Schon nach 2 ober 3 Wochen werden sie ganz von selbst auf das Richtige kommen, nämlich auf unvermischten, reinen Kathreiners Malzkaffee!