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Oberheffen.

Landkreis Gießen,

00 Äleln-Clnbtn, 9. Dez. Seit Zogen hat die Reichspost wieder einen A u

. neinfuhr. Der Anprall war ft> stark, daß die Karosserie des OpslwagenS vollständig zertrümmert wurde. 5)k<b.i wurden Atoci Personen leicht verletzt. Der rasch fr.rbeigeetlte Arzt leistete die erste Hilfe. Der Omnibud hat keinen Schaden er­litten.

0 Steinberg, 9 Dez. Heute mittag ereig­nete sich bet der Gastwirtschaft .Zur Wilhelms- höhe", am Dvrsausgang nach Grüningen, ein Zusammenstoß von zwei Personen­auto-, der trotz seiner Schwere noch veichällnis- mäßig glimpflich abliei. Der von Grunin gen kom­mende Omnibus der Aulostrecke Gießen©am- dach durchfuhr gerade die Kreuzung an der Wil- helmshöhe, alä der von Leibsestern kommende, mit 3 Personen besetz e Opelwagen eines Lang» Gönser Kaufmanns in voller Fahrt in den Omnibus hineinfuhr. Der Anprall war

nahm daher auch Sir Sofrt Simon und seine Gesellschaft nicht mit der schwarzen Doykottflagge, sondern sehr ehrenvoll aus. Allen Mitgliedern der Koiw^slion wurden als Gastgeschenke lebende, fette Schaft überreicht, die dann gleich geschlach­tet. auf beifjcm Stein nach Stammesbrauch ge­röstet und sodann verspeist wurden. Ts ist die- dieselbe Zubereitung, in der voreinst schon Alexan­der der Große in jener Gegeno ferne Hammel­kot elettS gegessen Hal.

Aach dem Degrüßungsmahl wurden wieder neue Geschenke dargeboten. Die Damen, die der Kommission o nm: froren, erhielten schafslederne Pantöffelchen nut reicher Goldstickerei, und Sic 3ofrn Simon wurden ein SchasS-Prunkfrll, das er sich gleich um die Schultern warf, und ein echter Afridi-Efrrendolch überreicht. Als er aber diesen Dolch an der linken Sette seines Gürtels an­bringen wollte, bedeuteten ihm die Häuptlinge, man hänge ihn, den Dolch, nach Afridi-Brauch an dte rechte Seite, um ,schneller und be­quemer^ den Magenstoß ausführen zu können. Und der Häuptling gab nun dem englischen Gelehrten, der besser mit der Feder als mit einem Mordwcrizeua umzugehen weih, eine halbe Stunde lang praktischen Unterricht im Magenstoß', bi- Sir John Simon endlich be­griffen hakle. .Jetzt kannst du deine Feinde aus die leichteste und schnellste Weise umbringen, ohne dich sonderlich anzustrengen I" schloß der Häiaptling seine Lektion und der versammelte Stamm brach in lauten Deisall aus.

T Grünberg, 9. Dez. Der hiesige OrtS- ge Werbeverein veranstaltete freute im Hotel Hirsch eine Mitgliederversamm­lung. Zunächst fand die Urberrcichunz der Ge­sellenbriefe an 16 Oungg: eilen und 2 Jung- ge; l innen durch den Boriz.nden b?3 Gesellen- prüiungsausschusseL. Lehrer Wenzel statt. Syn­dikus Röhr (Gießen) üöermi le'te die Giück- wünsch« der Handwerkskammer und der Hand- weckskammernebenstelle Gie'-en, dabei besonder- auf die künftigen Aufgaben der Junggesellen frinwcisend. 3m Ra men des Ortsg?werbe exin8 gratulierte dessen Vorsitz.nder, H. Schmidt II. Hierauf hielt Syndiüs Röhr (Gieren) einen Dortrag über den Stand der handwerklichen Def.tzgekn ng sowie über cf.;L' Hanaw rleZragen. Gr besprach dabei in eingehender Wei e die Ao- Delle zur Abänderung dec Gewerbeordnung sowie die Forderungen de- Handwer.s be.üg ih di es Gntwurfs. Der zweite Teil behände L* die Schaf­fung einer Alters- und Aentenver.iHecung für Handwerker sowie die Fürwrge für die bereit alten, nicht mehr erwerbsfähigen Handwerker. Zum Schluß referierte Stadtv. H. Kirchner (Gießen) noch über Duchfü-rungsfrogen.

df. Langsdorf, 9. Tez. 3n ihrer jüngsten Generalversammlung beschloß die hie.ige Be° zua < - und Absatzgenossenschaft die Anschaffung einer Saatgutreinigungs­anlage durch die Zen:ralge.ws.nschaft in Darmstadt. Aun sind die dazu gehörigen Ma­schinen eingetroffen und finden bei Ernst Thörner Aufstellung. Damit ist ein lang ge­hegter Wunsch erfüllt; Hof enilich wird auch recht au-gtebiger Gebrauch von der neuen Einrichtung gemacht! Dieser Tage eröffnete die Orts­gruppe der Liga zum Schutz der deut­schen Kultur Ihre Wi terarbeit mit einem Filmab.md. Ingenieur Ertel (Gi.'ßern führte den Erschienenen Im Di d.reifen eine Ae.se zu ten südamerikani chen Da ern vor. Wan sah Ihre Arbcits- und Lebenswciie. Sie ind jedenfalls auch dort nicht auf Rosen gebettet. 3m Lause des Winters finden noch eine Anzahl Dortrage volks­wirtschaftlichen Inhalts statt.

Kreis Friedberg.

00 Staden, 8. Dez. Gestern abend fuhr der Tiefbauunternehmer Filch von Nieder-Mock- stadt auf der Straße Ober-FlorstadtStaden mit seinem Motorrad von hinten in ein unbeleuch» tetes landwirtschaftliches Fuhrwerk, das mit Rüben beladen dort stand. Neben einem Ä r m b r u ch trug der Kraftfahrer noch leichtere Kopfoerletzun- a e n davon. Die Gendarmerie von Nieder-Flor- stadt stellte sofort den Tatbestand fest.

Kreis Schotten.

** Schotten, 8. Dez. Unser Gebirgsftädtchen wird im nächsten Jahre durch ein sportliches Ereignis aus räumlicher Enge in ein weites Blickfeld herausgehoben werden. Durch einen Be­schlich des Deutschen Motorradfahrer-Verbandes wird anläßlich des fünften RennensRund u m Schotten" ein Lauf um die Deutsche Mei - fterfefra f t eingelegt. Da die vier anderen Meister- schaftsläufe in Swinemünde, Hannover, Berlin und

einigen , - - . ..... -..tobus-

Pendelverkehr zwischen Gießen und Mein- Linden eingerichtet. Leider aber muß man die Fest­stellung machen, daß von dieser Einrichtung, die von vielen Seiten gewünscht worden war, nur sehr wenig Gebrauch gemacht wird, da sie allem Anschein noch noch nicht bekannt ist. Außerdem verkebren nach wie vor die Autoomnibus-Fahrten ins Kleebachtal, dir unter Dorf berühren.

T Allendorf a. d Lda., 9. Dez. Die gestern im Saale des Gasthofs ,^Zur Eisenbahn" dahier er­öffnete Geflügelausstellung des G e - flügelzüchteroereins Allendors an der Lumda und Umgegend war reichlich beschickt mit aller Art von Nutzgeflügel, Gänsen, Enten, hüh- nern, Truthühnern und Tauben. Es war meist sehr schone» Material vorhanden, was auch die ausge- gegebenen Preise bezeugen. Es konnten 23 Ehren­preise, die von Firmen und Privaten gestiftet wor­den waren, 27 l. Preise, 33 2. Preise und 30 dritte Preise unter 177 Statalognummern verteilt werden. Preisrichter waren R. Peil (Haskem) und H. Jä­ger (Ober-Hörgern).

kesffche Vereinigung für Volkskunde.

Iahrestagung in Lich.

Eigenbericht desGießener Anzeiger-^.

2 ich, 9. Dezember 1928.

Die Hessische Bereinigung für D o l k S k u n b e. bw in beiden Hessen und Nassau etwa 700 M.tglie^er zählt, hielt in Verbindung mit ihrer diesjährigen Haupw.rfammlung gestern mSteins Saalbau" eine volkskundliche Tagung ab. Lehrer Schneider, Lich, er­öffnete dte Sitzung mit herzlicher Begrüßung. Oberstudiendirettor Dr. Faber, Friedberg, der Vorsitzende der ^Bereinigung, hieß imHamen deS DorstandeS willkommen. Man fei gern nach L i ch gekommen, weil frier unter der Führung von Lehrer Schneider das Interesse für die Volks» funbe besonder- rege sei, was sich auch in einem starken Mitgliederzuwachs in Sich ausdrücke.

Sodann frtelt Obersiudiendirektor Dr. Faber einen mehr al- ein stündigen Dortrag über

»Oie Volkskunde im Unterricht.

Der Redner erläuterte zunächst Inhalt und Be­deutung des Degrilfes Volkskunde. Während di-e wi^enschastliche Volt.k.nbe festzustellen habe, was ist, habe man eS im Unterricht mit an­gewandter Do 1 kSkunde zu tun. Ziel der Dolllkunde im Unterricht sei, die deutsche Ju­gend so zu erziehen, daß ste sich ihre- Deutsch­tums bewußt werde, sich und ihre Zeit au- der Geschichte verstehen und deutsch denken und fübirn lern«. DaS habe allerdings die Bejahung einer besonderen deutschen Eigenart zur Darausfetzung, eines ausgesprochen deutschen DvlkstumS, da- als gleichberechtigt neben dem VollStum anderer Völker anerkannt werden müsse.

Alle Unterrichtsfächer müssen, so führte frei Redner weiter aus, Volks unblich durchdrungen fein. Es wurde das zunächst am Beispiel des Reli-gionsunterrichts gezeigt, dann im besonderen für den Deutschunterricht. Hier bot der Redner sehr interessante Ausführungen über die Mundart und ihr Verhältnis zur Schrift­sprache. Er wandte sich gegen die auch h uie noch vorhandene Aufsas ung. daß die Mundart eine verdorbene Schriftsprache sei, und zeigte an über­zeugenden Beispielen, wie die Mundart im Unterricht heranzuz'.ehen ist. Besond re Auf­merksamkeit verdiene auch die Behänd uig der Sprichwörter und Redensarten, in denen der Dichlergeist des Volkes besonder- lebendig gewesen. Der Arbeitsfchulgedanke kann sich auf diesem Stoffgebiet recht fruchtbar aus­wirken, wenn die Schüler zum Sammeln und Aufzeichnen der Sprichwörter und Redensarten angeleitet werden. 3m Geschichtsunter­richt muß die Dorfgeschichte in Verbindung gebracht werden mit dem großen geschichtlichen Geschehen. Die Behandlung der Vorgeschichte und frühesten Besiedlung der Heimat führt zur Erd­kunde hin. 3m Reche nunterricht müssen die älteren Maße, Münzen und Gewichte behan­delt werden, damit die Verbindung vom Ahn zum Enkel geschaffen uib das Kind in den Stand gesetzt wird, Tagebücher und ähnliche Au -eich- nun gen seiner Vorfahren zu lesen. Der Turn­unterricht soll die altnberkommenen Spiele pflegen, in Mädchenklassen auch alte d utsche Tänze, besonders den mittelalterlichen Reigen, wie er beispielsweise in Leihgestern noch ge­treten werde. Als Vorbedingungen für eine erfolgreiche Pflege der Volkskunde im Unter­richt forderte der Redner: Berücksichtigung der Volkskunde bei der Au Bildung der Lehrer, Gründung von Heimatmuseen und Dors­museen im engsten Sinne, Erarbeiiuag der Heimat- und Dorfgeschichte, Schaf ung deS Hei­matbuches für teden Ort. Die ifüfrrungen, die lebhaften Beifall fanden, boten vielseitige Anregungen.

Das zweite Referat, das Oberstubienblrektor Dr. Faber hielt, behandelte die

Volkskundliche Sammelarbeit.

Der Redner machte einleitend in sehr inter­essanten Ausführungen zunächst mit Ziel und Aufgabe der wissenschaftlichen und praktischen Volkskunde vertraut, um dann die Gegenstände, die der vom hessischen Kultusministerium an die heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften herauS- gegebenc volkskundliche Fragebogen auf Ire st, im einzelnen zu behandeln. Der Red­ner ze gte, wie die Sammeltätigkeit, die nicht eine bloße Kuriositätensammlung sein dürfe, auf den Gebieten der Flurnamen, Volksmärchen, Dolkssagen, Dolksschwänke, Volksrätsel und vor allem hinsichtlich der Aufzeichnung der Volks­lieder, Dolkssitten und Dollsbräuche auSzu- führen ist.

In der Aussprache, an der sich vor allem Lehrer Sprengel (BellerSheim) und Rektor Lotz (Lechgestern) beteiligten, fand Oberstudien» direktor Faber dankbare Anerkennung für die anregenden Vorträge.

Heber daS in Hessen noch wenig bearbeitete Gebiet der

Volksbotanik"

hielt bann Lehrer Oßwald (Dad-Rauheim) ein Referat, bas Redner der vorgeschrittenen Zeit wegen leider stark kürzen mußte. Aach einem äfeberblid über das Arbeitsgebiet der Dollsbvtanik regte der Vortrag zur Sammel- arbeit auf dem Gebiete an. Volkskundler und Botaniker sollten sich dabei die Hand reichen und zunächst gemeinsam einen Fragebogen aus­

arbeiten. In erster Linie gelte es, die DollS- namen der Pllanzen zu sammeln, dann aber müsse die Arbeit auch auf Zufammentragung sonstigen voll-botanischen Materials bedacht sein. Es seien hier nur einige Themen genannt: Die Pflanzen im Kindersptel: welche Pflanzen fin­den in dec Volksmedizin Verwendung?: die Pflanzen unserer alten Bauerngärlen und Fried- Höfe. Der Redner wieS auf bte von Pros. Dr. Küster (Gießen) geplante Bearbeitung dec althessischen Garten hin und bat die interessierten Kreise um rege UnterftüQung die­ses verdienstvollen Unternehmend. Lehrer Ob- Wald führte zum Schluß seines anregenden Referats aus, daß auch in der DoUSbotanll viele altertümliche Bräuche und Meinungen über Bäume und Kräuter und gar manche treffende und anfchanliche Dollsbezcichnungen für Pflan­zen im Aussterben begriffen feien. Das solle ein Ansporn sein, diese Üeberbleibfel zu sammeln und aufzuzeichnen.

Aufmerksame Beachtung sand eine Ausstel­lung von volkskundlichen Gegenständen und heimatkundlichem Schrifttum. L.hrer Schneider (Lick) bot damit wertvolle An.egungen.

An die Vorträge de« Aachmiteags schloß sich die eigentliche

Hauptversammlung

unter dem Vorsitz don Oberstudiendirektor Dr. Faber (Frtedv^rg) an. Der vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht und die von Studienrat Oßwald (Friedberg) vorgele^te Rechnung gaben einen Einblick in die vielseitigen Aufgaben der Vereinigung. Die Weiterführung der von Prof. Dr. H e p d i n g (Gießen) in vorzüglicher Ausstattung heraus gegebenen »Hessischen Blätter für Volkskunde war nur möglich durch die finanziellen -Unterftüfrungen, die die Vereinigung vom hessischen Staat, von der Pro­vinz Oberhessen unb der Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft erhalten hat. Das wurde im Jahresbericht dankbar anerkannt. Fortgeschrit­ten ist die Angelegenheit der Flurnamen­sammlung. Die Sammlung von Stadtkassen­direktor Saalwächter (Offrnbach a. M.) über die Flurnamen von Ingelheim ist soweit ab­geschlossen und kann im nächst.m Jahre in Druck gegeben werden. Die Vereinigung beteiligt sich ferner mit einem Teilbetrag am Druck der Flur­namen von Bessungrn (bei Darmstadt), die Stu­dienassessor Kraft bearbeitet hat. Auch die D o 1 k -1 i e d s a m m l u n g ist gut vorangeschrit- ten. Oberstudiendirektor Dr. Faber selbst hat im letzten Jahre 300 Volkslieder gesammelt. Ferner sind Volksliedersammlungen ci.igegangen von Karl Faber (Leihgestern), Lehrer Koch (Heuchelheim, Kreis Büdingen), Reallehrer M ö - finger (Gernsh.im). Oberstudiendirektor Dr. Faber hat ein hessisches Volksliederheft be­arbeitet, daS in nächster Zeit in derSammlung landschaftlicher Volkslieder" erscheinen und eine sorgfältig getroffene Auswahl von 70 hessischen Volksliedern mit zw ifiimmigem Satz und Gitarre­begleitung bringen wird.

Zum Schluß wurde der Vorstand ein­stimmig Wiede rgewählt. Er fetzt sich wie folgt zusammen: 1. Dors. Ooerstudie r direkter Dr. Faber (Friedberg): 2. Dors. Direkter Prof. Dr. Gbel (Gießen): Schriftlichster Prof. Keller (Friedberg): stellv. Schriftführer Bibliothekar Dr. Rehmann: Rechner Stedienrat Oßwald (Friedberg): Herausgeber derBlätter" Prof. Dr. H e p d i n g (Gießen): Archivarin Frü Berta Kalb he nn (Gießen): Beisitzer Prof. Dr. Götze (Gießen): Pros. Dr. Helm (Marburg): Pfarrer Schulte (Großen-Linden).

In einer öf entlichen Abendveranstaltung bil­dete ein Lich bilberoortrag von Prof. Keller (Friedberg) über

-Das Wesen deutscher Kunst in den Kunstwerken unserer Heimat" den Abschluß und Höhepunkt der arbeitsreichen Tagung. Der Redner wies zunächst die Berechii- gung eines kunstgeschich.lichen Dor rrgs aus einer volkskundlichen Tagung nach und b.handelte bann in seinen Gedankengängen die besondere (Eigen­art deS den schen WeserrS. Erdensinn und Ewig­keitsdrang wirten nebeneinander in jedem Dolis- tum. Aber bei anderen Völkern übertoiegt stets die eine Lebensform, entweder das grenzenlose Trachten in die Wei e, wie bei den Asiaten und Russen, od r das Destal en fester Lebensformen, wie bei den Griechen, Römern und Franzosen. In dem deu.schen Wesen liegt beides unver­mittelt, gleich stark, unausgeglichen nebeneinanber. Rur wo beide Gegensätze zusammenwirken. emp­finden wir etwas als deu sch Diese Zweihrit geht auch durch die deu sche Kunst hindurch, sie ist der klare Ausdruck deutschen Wesens. Das offenbart die deu.sche Gotik im De.gleich zu ihren französischen Vorbildern, wie es an ihren Bauten in Limburg, Speyer, Worms, Marburg, Friedberg gezeigt werden konnte, ferner an hei­mischen Werten bei Plastik und Malerei. Die bargeaotenen Bilder bekunde en es, wie auch unser Innenleben erstarken und sich erfreuen kann an diesen Werken deutscher Kunst als den Offen- bare.rn deu.schen Wesens und deu scher Innerlich­keit.

Die nächstjährige Hauptve.sammlung der Ver­einigung sindri in Lauterbach statt.

Marienburg stattfinden, kommt für Süd- unb Mit« teldeutschland nur Schotten in Frage. Das be­reits viermal ausgetragene RennenRund um Schotten" gewinnt damit nationale Bedeutung. Immer aber wird es mit dem Namen des auf fo tragische Weise aus dem Qeben geschiedenen Renn­fahrers Engler verbunden sein, durch dessen Inia- tioe das Unternehmen geschaffen wurde.

Arcis Alsfeld.

r. Ober-Ohmen, 8. Dez. In der Klinik in Gießen verstarb gestern das 6jährige Töchterchen des Landwirts O. Seim aus dem benachbarten Ruppertenrod. Das Kind war im August in Ober-Seibertenrod von einem Auto überfahren worden und trug dabei erhebliche Verletzungen am Kopfe davon. ES wurde nun nach schwerem Schmerzenslager das Opfer diese- Unfalles. Die Wohnungs­not ist in unferm Dorf derart gestiegen, daß sich die Gemeinde mit dem Gedanken trägt, im Rathaus Rotwohnungen einzurichten.

Preußen.

Oer Nachfolger des LanbratS von Gilsa.

Lpd. Kassel, 8. Dez. Zum Nachfolger des in den einstweiligen Ruhestand versetzten Landrats von Gilsa in Kirchhain soll nach Blätter- Meldungen Regierungsrat Beauchamps in Aachen ausersehen sein. Eine amtliche Ernennung liegt bisher noch nicht vor. Beauchamps soll dem Zentrum nayestehen.

zireis Limburg.

DSN. L i m b u r g. 9. Dez. In der gestrigen Aus- schußsitzung der A l l g e m e i n e n Dr t s t r a n f e n . lasse für den Kreis Limburg wurde der Voranfchlag für das nächste Gefchäftsjahr beraten. Das ver­gangene Jahr hat einen Ueberfchuß von 95 000 Mark ergeben, der zu zwei Dritteln zur Herabsetzung der Kafsenbeiträge ver­wandt wird, unb zwar wurde dieser von 7,05 Mark auf 6,50 Mark vermindert, das restliche Drittel soll zur Erhöhung der Stiftungen benutzt werden.

Friedberger Industrie- und Handelskammer.

WSA. Friedberg, S. Dez. 3n der uo hiesigen RathauSfaal abgehaltenen 6. Vollver­sammlung der Industrie- und Handels­kammer Friedberg widmete der Vorsitzende zunächst dem verstorbnen Mitglied der Kammer. Fabrikanten Karl Wichel (Laubach). Worte des Rachruss. Rach Erstattung deS Tätigkeits­berichts der Kammer und verschiedenen Referaten wurde au Punkt 7 der Tagesordnung (Han­delsschule) beschlossen, zu Ostern 1929 auf die Unterstufe eine Oberstufe aufzubauen, da die Entwickelung der Schule nach dem jetzigen Stande als günstig anzusehen ist. Rach Erledi­gung weiterer Punkte wurde zum Schluß aus der Versammlung h rauS angeregt, daß die Kam­mer In einer Eingabe an das LandeSarbeitsamt Frankfurt a. M. beantragen solle, den Sitz des für das Hotel- und Pensionsgewerbe zu errichtend nZ entralarbeitsnachweis- b u r e a u s nach Dad-Rauheim zu legen, d<r Vad-Rauhetm für dieses Amt wegen seiner zen­tralen Lage und als typischer Satsonplatz am besten geeignet sei. z

Der den Ergänzungswahlen zur In­dustrie- und Handelskammer Fried­berg wurden für den Wahlbezirk Friedberg Louis Hirsch und Emil Rothschild, für Den Wahlbezirk Dutzbach Ehr. 3. Melchior und Wilhelm Hadermann und für den Wahlbezirk Büdingen Erich Hanner und Abraham Eula« einstimmig wieder tewäfrlt. Für den Wahlbezirk Laubach wurde als Ersatzmann für den verstor­benen Fabrikanten Karl Michel Georg Friedrich Schwöret gewählt.

Wegen 5otteeieschivtnt'e!S Ins Gefängnis.

WSR Frankfurt a. W., 8. Dez. Rach fünftägiger Verhandlung wurde heute gegen den ehemaligen Rektor Schmitt unb feinen Sohn Qlbolf Schmitt, ble bei Lotterien des Verbanbes ber Deutfchen Fugend­herbergen etwa 80 000 M k. verun­treut haben, das Urteil gefällt. Rektor Schmitt erhielt wegen fortgesetzter Untreue und schwerer Urkundenfälschung in drei Fällen ein Jahr und drei Monate Gefäng­nis, sein Sohn Adolf Schmitt wegen An­stiftung zur fortgesetzten Untreue und schwerer Urkundenfälschung in drei Fällen zwei 3ahre unb neun Monate Gefängnis. Dem Sohn wurden ble bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von brei 3ahren aberkannt.

Weihnachis« und Neujahrsverkehr bei der Post.

Die Deutsche Reichspost richtet an die Bevölke­rung die Ditte, mit der Versendung der Weihnachtspakete mög ichst frühzeüig zu beginnen, damit die Paketmasfen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Fest zusarnmendrängen und Verkehrsstockungen vermieden toerien. Wird dies beachtet, dann wickelt sich der Weihnachts­verkehr glatt ab und die Pakete gelangen ohne Verzögerung in die Hände der Empfänger. SS wird gebeten, die Pakete unter Verwendung guter Verpackungsstoffe recht dauerhaft fr.rzustellen, die Aufschrift haltbar anzubringea und den Hamen des BestirnnningSor es unter näherer Ve-eichnung der Lage besonders groß und kräftig nirderzu- schreiben. Ferner darf nicht unkerla fen werden, auf dem Paket die vollständige Anschrift des Ab'enders anzugeben und in das Paket obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen. Ebenso sind die Päckchen recht haltbar zu verpacken und zu verschnüren: etwaige Hohlräume lind mit Holz­wolle oder anderem Füllstoff auszufütten, damit die Sendungen nicht eingedrückt werden können. Die Bezeichnung .Bricfpäckchen" oder .Päckchen" ist deutlich anzubringen.

Am Montag, 2 4. Dezember, werden bei den Postanstallen, wie in den Vorjahren, Dienst- beschränkungen im Verkehr mit dem Pu­blikum vorgenommen. H. a. werden die Post­schalter im allgemeinen nur bis 16 Uhr offenge­halten werden. 3m Telegrammannahme- und Fernsprechdienst treten Beschränkungen nicht ein.

Auch der Verkehr am 3ahreswechsel wickelt sich glatter ab, wenn die ReujahrSbrief- sendungen möglichst sriihzei.ig ausgelielert und mit vollständiger Anschrift des Empfängers (Straße und Hausnummer mit Gebäudetcil und Stockwerk. Postbezirk und Zustell-Postanslalt) ver­sehen werden. Durch die Angabe der Zustell- Postanstalt auf den Brief send an ^en nach Berlin und anderen Großstädten wird die Desörde- rung wesentlich erleichtert und beschleunigt. SS wird auch dringend empfohlen, die Frcimarken für Reujahrsbriefe nicht erst am 30. und 31. Dezember, sondern schon früher einzukaufen, damit im Schalterverkehr keine Stockungen eintreten.

Daten für Dienstag, 11. Dezember.

Sonnenaufgang 7.54 Uhr, Sonnenuntergang 15.52 Uhr. Mondaufgang 7.12 Uhr, Monduntergana 15.13 Uhr (Erdferne). U

1582: der spanisch.' Feldherr -erzog von Alba in Lissabon gestorben (geboren 1507); 1783: der Dichter Mar von Schenkendorf in Tilsit geboren (gestorben 1817); 1801: der Dramatiker Christian Dietrich Grabbe in Detmold geboren (gestorben 1836); 1843: der Bakteriologe Robert Koch in Klausthal geboren (gestorben 1910).

Berliner Börse.

Berlin, 10. Dez. (WTD. Funkspruch.) 3m heutigen Vormittagsv^kchr ist bis jetzt von Ge­schäft noch nicht die Rede. Die Spekulallon be­wahrt äußerste Zurückhaltung, das Publikum fehlt wieder ganz. 3n Anbriracht der flauen Reuyorker Börse und ber pessimistischen Ausführungen von Klöckner auf der G.-D, scheint bie Tendenz eher werter zur Schwäche zu neigen. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man: Pans 124,1750, Mailand 92.65, Madrid 30 02 daS Pfund 485,06, den Dollar 4,1965.

Sprechstunden der Medaktion

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

«njeigenaaf träge sind lediglich an Me Geschäftsstelle zu richten.

Für nnoedangt eingesandle Manuskripte ofjne beigefügte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen.