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Nr. 790 Erstes Blatt

178. Zahrgang

Montag, 0 Dezember *928

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Die Illustrierte

Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle.

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwonlich für Politik Dr Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An­zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in (Siegen.

Hessen und das Reich.

Minister Korell über die Entwicklung zum Einheitsstaat.

Oppenheim. 9.Dc$- (candespressedienfl.) Die demokratische Ortsgruppe Oppenheim beging heute das zehnjährige Bestehen der Partei, wobei der TH i n l ff e r für Arbeit und wirtschaft, korell, in seiner Festrede u. a. folgendes erklärte: Wir haben für die Zukunft große Ausgaben vor. PTtr wollen eine fiultur. die nicht von Konfessionen diktiert wird, wir wollen keine Seidenstrumpfkultur der Großstadt, wir wollen die besten Schulen, lni- oerfiläten und die beste presse, wir wollen den Dors- und Stadlgemeinden neue Ausgaben geben und sie au dem interessieren, was im Reich vor- gcht und wir wollen den Einheitsstaat, wenn Minister Kirnberger gegen den Einheits- Raat ist. so ist das aus seiner ganzen söderalisii- scheu Einstellung heraus zu verstehen, wenn Staatspräsident Adelung unb IHiniflcr Leusch- ner etwas langsamer in der Jrage des Ein­heitsstaates vorgehen, so hat das keine schlechten Gründe. Sie und ich wollen verhindern, daß Hessen eine Dorstodt von Frankfurt wird. Unser ganzes Kabinett will ein bemüh­tes und betontes hefsentum. Ich bin gegen die D e r r e i ch l i ch u n g der Iustiz elngetrefen und das hat einen Sturm gegeben, wenn ich damals nicht sagen konnte, warum ich die Derreichlichung ablehnte, so kann ich es heute sagen: Das Reich war vor einigen 2Honalcn bereit, unsere hessische Iusliz zu überneh­men und uns dafür größere Zuschüsse für unseren Etat zu geben. Das wollen wir aber nicht, denn wir haben ein Recht auf diese Zuschüsse aus Grund der Besatzungslasten, und wir wollen, baß Reich unb Reichstag dieses unser Recht a a e r ? e n n e n. Das hessische Kabinett ist für die Derreichlichung der Justiz aber nur bann, wenn b i c gesamte I u st i; auf das Reich übergeht und nicht nur die der Länder, die gerade finanziell schlecht stehen.

Ein Landeskrimrnalpoiizeiamt für Hessen.

Darmstadt, 8. Dez. Durch das Reichskrimi- nalpolizeigeseh vom 21. 3uli 1922 wird be­stimmt. daß die Landesregierungen Landeskrimi­nalpolizeiämter zur wirksamen Bekämpfung des Verbrechertums zu errichten haben. Hessen hatte bisher davon abgesehen, ein solches Landes­kriminalpolizeiamt zu errichten und hat die für ein solches Amt vorgesehenen Funktionen dem Polizeiamt Darmstadt übertragen. Dieses hat zu diesem Zweck eine besondere Ab­teilung, die Kriminalzentrale für Hessen, gebildet. Die Ausgabe dieser Abteilung liegt besonders auf dem Gebiete des Criennungs- und Prüsungsdienftes sowie der Spionageabwehr. Die Arbeit hatte so stark zugenommen, daß immer wieder eine Vermehrung des Deamten- fiandes vorgenommen werden mutzte. Damit ist eine Schädigung des eigentlichenKri- minaldienstes, auf dessen Kosten die Ver­mehrung meist vorgetwmmen wurde, eingetreten. Ein Vergleich mit den übrigen deutschen Ländern ergibt folgende Zahlen: Hessen hat 101 staat­liche Kriminalpolizeibeamte. Bei Zugrunde- Ä der preußischen Verhältnisse mühten 232, adischen Verhältnis!en 214, und nach toürt- tembergifchen 195 Beamte tätig sein. Da die Zahl der hessischen Kriminalbeamten nicht aus­reicht, ist der Dienst nicht so zu versehen, wie es von einer modernen Polizei erwartet werden kann. Jetzt verlangt der Minister des Innern eine Vermehrung der Kriminal st ei­len und hat eine entsprechende Vorlage dem Landtage zugehen lassen. Es wird vorerst jedoch nur die Umwandlung von Stellen innerhalb des gesamten Polizeiwefens für das Landeskriminal­polizeiamt gefordert.

Einr Berireteriagung der Deutschnaiionalen.

Parteiorganisation. Konkordat. Neparationspolitik

B e r I i n , 9. Dez. (VDZ.) Die beutschnatio- nale Parteivertretung nahm auf ihrer Berliner Tagung die Satzungsänderungen in der von dem Vorsitzenden oorgcichlagenen Form nach ein­gehender Aussprache mit überwältigender Mehrheit an. Der Grundgedanke der Satzungsänderungen ist der, in den Mittelpunkt der Gefamtorganisation den Parteioorstand zu stellen, in dem neben sämt­lichen Landesverbandsoorsitzenden eine gleiche Zahl zugewählter Mitglieder Sitz und Stimm haben. Es sollen dadurch die Auffassungen, wie sie i m L a n d e die Grundlage der deutjchnationalen Weltauffassung und Politik bilden, auch in den Mittelpunkt der Tätigkeit der Zentralorgane der Partei gestellt werden. Daraus ergab sich in Serbin« bung mit dem Wunsche nach einer Verein­fachung der O ganisation die Aufhebung der bisherigen Instanz der Parteileitung.

Die von einem Ausschuß der Landesverbandsvor­sitzenden vorgeschlagene L ste für die neue Zusam­mensetzung des Parteivorstandes wurde nahezu einstimmig gebilligt. Eine von der Partei- ocrtretung zur Regelung des Verhältnisses von Kirche und Staat angenommene Entschließung

Erste Fühlungnahme in Lugano

Während in Mexiko wieder einmal alles drunter und drüber zu gehen scheint, im Augenblick ist noch nicht zu erEennen, welche Rolle der neue Präsident spielt und warum Calles sich so plötzlich aus dein polittschen Leben zurückzieht kommen aus Südamerika Nach­richten, die die Gefahr eines bolivia­nisch-paraguayischen Krieges an die Wand malen. Zwischen den Truppen der beiden

kanische Geldleute, die in Chaco P« troleumquellen vermuteten und Dolw' verarckatzt hatten, diesen Landstrich mit Ge^ in seinen Besitz zu bringen. Paraguay antwA^ nicht sofort mit einer Krtegscr7.ärung, 'n g aber die Vermittlung Argenti''^, in Anspruch, das sich jedoch ve r g eb l'^ide mühte, eine Einigung herbeizu.ühren, aTX. Parteien mit einem großen Wunsch |ore rückten und zahl.e.che Grenzvcränd^^ ^arf bellen. Aus dem Gefecht bei Fo-rlin Paraguay man wohl schließen, daß Bolivien tzinungsvev- nunmehr dis Austragung ihrer "_______

Bolivien Truppen über die Grenze nach Chaco entsandte und dieses Gebiet besetzen lieh. Hinter

suchen. In La pa; herrscht große Ausregung. Tausende von Menschen durchziehen die Straften. Die Gemeindewahlen mußten vertagt werden. Der Kongreß Hal eine geheime Sitzung abgehalken. Die 390 Mann starke Abteilung paraguayischer Trup­pen, die in Bolivien eingedrungen war, hat fast die ganze, 25 Mann zählende Besatzung des bolivischen Forts getötet

10. Dez. (TA.) Die bolivianische Re- .$art dem diplomatischen Vertreter von pa-

Kriegsgefahr in Südamerika.

Blutige Grenzkämpfe zwischen Bslivie^"^ Paraguay

d st in die Hand genommen schiedenheiten '

Abbri^r diplomatischen Beziehungen.

deutschen Kriegsschuld sei ,ltten3 nod) enger brachen. Vertrage, die unsere tun> |ejen vor der schmiedeten als die bestehenbeye. Ein Bürgertum, Gesch chte keine verbindlichen,oId)er Vertrage im das die untragbaren ßaftfg" als private Wege derS<ommer3ialifi(?;rnef)mef weihe damit Wirtschaftslasten g dem Zusammen- tzch und die Staatsorb^ rocnn sie es konnten bruch. Gefangene pfffrourben, ein Lösegeld und dadurch wirklich f Volk könne es aber nur 4" zahlen. Das deut; R a h r u n g s g r u n d- noch tun, wenn ihm. durch Zerstückelung der Ost- la g e im D ft e n ,je wiederhetgestellt werde und grenzen geraubt tr eine volle Freiheit und wenn damit wirkt un« sowie ein wahrer Gleichbereck werden könnten.

rtc ^gjerungsumbildung.

Dez. (WTB. Fun s rruch.) Laut

^^rltw" sott am Mittwoch ein- inter- MontagtzIIe Besprechung unt. r Dor- ! 5 a (*1A e i d) i t a n 3 l e r <5 im Reichstage über 1?~efng der großen Koa.llion statt,inden. ote ytoirt) das Zeittrum zum ersten Male $lCE,b;en neuen Parteiführer Kaas vertre.en die intcr.raitionetlen Besprechungen in die er Woche zu greifbareren Ergeb- alS bisher führen sollten, wird in parla- m

mentarischeu Krei en bezweifelt, zumal da von volksparteilicher Seite schon jetzt ex- klärt wird, daß man die Rückkehr des Außenministers Dr. ütrefemann aus Luaano abwar.en mochte, ehe die Fraktion end- güttige Desch.ü.ie über die Grundlage und über das Programm der Koalitionsrcgiecung faßt

Oie Löhne der Reichöbahnarbeiter.

Köln, 8. Dez. (WTB.) Die Gewerkschaft Deutscher Ei enbabner (christlich), Gau Köln, teilt uns mit: Dte führenden Vertreter der Gewerk­schaft Deutscher Eisenbahner aus den Reichs^ bahndirellionslezirken Trier, Frankfurt a. M., Mainz, Kassel, Elberfeld. Köln, und Münster nahmen aestern im Beisein von Parlamentariern in Köm zu den Einkommens- verhältnisen der Reichsbahnarbeiter Stellung. Zn geradezu erschreckender 'Weise trat d'.e il n * zulänglichtei. der Reichsbahn arbei- t e 11 ö l) n e zutage. Man entschied sich einftumuig dahin, dem Gew rkschaftsvorstanv die <5 in* leitung einer Lohnbewegung zum frühestmöglichen Zeitpunrt zur Ausgabe zu machen. 3m Gegensatz zur ReichL^ayichaupto.rwal unq ist die Ko.rferenz der Meinung, daß eine Lohnerhöhung ohne gleichzeitige Steigerung des Ta­rifs möglich ist.

gezogen hat, denen Frankreich, ebenso wie seine Alliter.en, unverrückbar treu bleibt.

Die französische Reg erung, und insbesondere Driand, haben das Bewußtsein, bei keiner Ge­legenheit gegen Gei st oder Buch st oben dieser Abkommen verstoßen zu haben, und es ist nicht der Fehler Frankreichs, wenn einem gewissen Abkommen irrige, entweoer zu pessimi- m st sche oder jedenfalls verfrühte Inter­pretierungen g geben worden sind. Brand hat sich nicht weniger le.chi über die Rede geäußert, dte er im September auf der Dvlkerbundstagung ge­halten hat, eine Rede, die jenseits des Rheins, wie er mit Bedauern sah, so schlecht aufgelegt worden ist. Was das Flottenkompromiß anlangt, so fragt sich Briand immer noch, wie ein diplomati­scher Akt, über den im Interesse der Gesamtheit ver­handelt wurde, so sehr mißverstanden unb in Deutschland unb in anberen Ländern gegen seine Urheber gekehrt werden konnte. Was bleibt unter diesen Umständen von den Vorwürfen bestehen, wenn nicht einige Mißverständnisse, zu deren Beseitigung die Fühlungnahme von Genf oder Lugano, wie man wenigstens hoffen muß, vollkom­men gelingen iwrd. Deshalb hat Briand von Strese- mann erreicht, daß die Verhandlungen in der gleichen Atmosphäre offener Herz- lichkeit fortgesetzt werden.

Am Vorabend

der 53. Ratstagung.

Lugano, 9.Dez. (WTB.) Irn Laufe des heu­tigen Nachmittags sind sämtliche Völkerbunbsrats- m.lgüeber mit ihren Delegationen hier cingstroffen, nachdem in der Mittagsstunde zuerst S e i a l 0 j a in Begleitung des italienischen Unterstaatssekretärs für Auswärtiges, G r a n b i, und kurz darauf auch der englische Außenminister, Sir Austen Cham­berlain, angelangt waren. Wie die deutsche De­legation wohnt auch die englische unb bie japanische Delegation im Grand Hotel Palace, während die französische und die italienische Delegation im Hotel Splendide Wohnung genommen haben

Unter Vorsitz des französischen Außenministers Briand wird der Rat morgen oormdtag 11 Uhr im Kursaalgebäude von Lugano Zusammentreten

macht die Zustimmung zu Konkordaten von folgenden Bedingungen abhängig:

1. Dem Preußischen Landtage müssen gleichwer­tige, der Eigenart der beiden Kirchen entsprechende Verträge gleichzeitig und in unlöslicher Verbindung vorgelegt werden.

2. Die nationalen Belange sind unbedingt zu wahren.

3 Ebenso sind die staatlichen Hoheitsrechte auf­rechtzuerhalten. Das verfafflungsmäß.ge Recht des Staates auf dem Gebiete der Schule darf nicht an- getaftet werben. Für das deutsche Volk ist Auf- re ch t c r i) a 11 u n g des konfessionellen Friedens eine Lebensnotwendigkeit. Diesem Frieden soll auch das Reichsschulgesetz dienen, das die Partei nach wie vor für unerläßlich hält.

Die Versammlung nahm dann noch zu den R e - parationsfragen eine umfangreiche Ent­schließung an, worin es heißt, daß bie gesamte Partei darin einig fei, daß Deutschland keines­falls auf den Transferschutz verzich- t c n könne, vielmehr seine Jnvollzugsetzung verlan­gen unb durchsetzen müffle. Deutschland habe bereits an Kriegstributen viel mehr g e ( e i ft e t als das Versailler Diktat vorsehe und als jemals in der Geschichte einem Volke auferlegt war Deutschland sei jeder möglichen Schuld quitt. Aber auch bie von ben Gegnern selbst als Grundlage der Reparationen anerkannte unb behauptete These der

Nachbarstaaten ist es bei Fortin Galpon zu einem schweren Gefecht gekommen, bei dem es zahl­reiche Tote und Verwundete gegeben hak. Zum besseren Verständnis dieses Zusammenstoßes mutz daran erinnert werden, daß vor einiger Zeit

unb damit seit seiner Tagung im Dezember 1924 in Rom zum ersten Male wieder außerhalb Genfs ar­beiten, wie dies vor 1924 bereits scchzehnmal der Fall gewesen ist. Die e r ft c Fühlungnahme zwischen den einzelnen Delegationen hat bereits heute nachmittag eingesetzt. In der Eröffnungs­sitzung w>rd der Rat, wie üblich, zunächst unter Ausschluß der Oesfentt chkeit seine Tagesord- r u n g genehmigen. Die bevorstehende Tagung, die aller Voraussicht nach noch am Samstag ab­geschlossen wird, hat hauptsäch ich die Ausgabe, Ausführungsbeft.mmui gen für die Beschlüsse der letzten Bundesversammlung zu treffen, die beson­dere Maßnahmen zur inneren L> r ga nisi e - r u ng unb bamit zur Festigung h e 5 Völkerbundes bezwecken. Darüber hinaus wendet sich natürlich das allgemeine Interesse den politischen Gesprächen zu, die in den nächsten Tagen zwilchen den hier anwesenden Außenministern Deutschlands, Englands und Frank­reichs stattfinden werden. Bei diesen Begegnungen handelt es sich aber im Gegensatz zum vergangenen September nicht um Verhandlungen, son­dern lediglich um eine Aussprache über ver­schiedene weltpolitische Fragen.

pariser preffestimmen gegen Gtrefemann.

Er Hai an allem schuld.

Paris. 10. Dez. (TU.) Der3 n/a n * figeant", nach dessen Meinung StNll'ann bisher als ein Eckpfeiler für d'.e fr«* deutsche Annäherung hätte angesehen können, beschäftigte sich mit der An^^des deutschen Außenministers vor feiner Z ' rj1/"? Lugano an die ausländische Presse^^^^U schreibt dazu: Treu den Gewohnt plomatie seiner maßgebenden eiten

und seines Volkes drehe 6tta"n Wahrheit gerne den 3ad Wahrheit ihm unangenehm k'r a n?[ e i rf> im ob Stresemann vergesse, dahh t bVr gegenwärtigen Augenbllck ch? nur ein Wort dernoe fei. Frankreich seiner ftn^wr^ zu sagen, um als Ro^el^ -

Giresemanns Ankunft in Lugano.

Tie Reise gut überstanden.

Lugano, 8. Dez. (WTB.) Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stresemann ist an der Spitze der deutschen De.egalion in Begleitung von Slaatssekre.är Dr. v. Schubert und dem 3ui"iüiaL des Auswärtigen Amtes, Miniiterial- direktor Dr. Gaus heute abend k..rz nach 6 Llhr mit dem fahrplanmäßigen Schu.e.lzug hier ein- getrossea. Zum Empfang des Rcichoautzenmini- sters hatte sich auf dem Bahnhof eine tausend- köpsige Menge eingefunden, darunter zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie, die Dr. Strese- mann einen sehr freundlichen Empfang bereitete und bei seinem Erscheinen spontan Beifall Latschte. Der Reichsminister, der die Reise gut überstanden hat, begab sich nach Be­grüßung durch den deutschen Konsul Franken sofort mit seiner engeren Begleitung zu dem be­reitstehenden Automobll. Viel beachte^ wird, daß anläßlich der Begegnung der Außenminister Eng­lands, Deutschlands und Frankreichs, die sich be­kanntlich aus Gesundheitsgründen seit März dieses Jahres nicht mehr besprechen tonnten, auch wieder die Rechtskonsulenten Dr. Gauß, Sir Cecll Hurst und F r 0 m a - ge 01 nach Lugano gekommen sind. Deachlet wird ferner der Umstand, daß seit ungefähr anderthalb Jahren der italienische Llnterstaals- sekretär im Aeußeren, G r a n d i, zum ersten Male wieder an einer Völlerbundsvcranstaltung teilnimmt. Der italienischen Delegation wird, wie man vernimmt, auch der italienische Rechts­konsulent P i l 0 t t i angehören.

Sine erstellnserredung miwriand

Tie Unterhaltung wird fortgesetzt.

Lugano, 9. Dez. (WD.) Der französische Mi­nister bes Aeuhern, B r i a n b, hakle heule abend mit Rcichsaußenminister Dr. Stresemann am Sih der deutschen Delegation eine Unlerrebung, die fünf vierlelftunden dauerte unb in freundschaftlicher Form vor sich ging. Bei dieser ersten Fühlungnahme wurden außer verschiedenen punkten der Tagesord­nung des Böikerbundsrates, dem Briand präsidieren wird, auch eine Reihe polilischer Fragen besprochen und vereinbart, die Anlcrhaltung f 0 r l; u s e h c n. Eine Viertelstunde nach Verlassen des Hotels kehrte der französische Minister des Aeußeren wieder zurück, um dem englischen Minister des Aeußeren, Chamberlain, einen kurzen Besuch abzustatten

LauterMißverstandniffe".

Stresemann stellt die Vertrauensfrage. Frankreich bleibt dem Locarnogcdanken unverrückbar treu".

Paris. 10. Dez. (Havas-Funkspruch.) Zu der Unterredung Dr. Stresemanns mit Driand berichtet Havas: Was Stresemann, otd er nach Lugano kam, vor allem wünschte und diesen Wunsch hat er Driand unverzüglich zum Ausdruck gebracht, war, eine offene voll­ständige Aussprache mit Driand über die wirklichen Ziele der Politik Frankreichs, und zwar sowohl zu seiner eigenen Deruhigung als auch um die a.gwöhnische öfsen liche Mei.iung und Deu schland aufzuklären. Es scheint, daß Die von S resemann gestellte Frage eine Vertrauensfrage in den Be­ziehungen zwischen Deu schlmd einerseits und Fr n eich-Engla d and rsei s £e,:efe.i ist. Bri nd, über diese Avsich en vollkommen u.i e. richt et, hat sicherlich keine Mühe gehabt, Stresemann die gewünschte Aufklärung zu geben. Roch einmal wird er an die zahlreichen Vorteile erinnert hrben, die Deu schland aus dem Ab­schluß der Abkommen von Locarno

gierung 2lyala, im Anschluß an die Grenz- ca9u<?äUe die Pässe ausgehändigl und 3roitter sicherer Bedeckung an die Grenze ihyn lassen. Rach den neuesten Meldungen aus 9faj sind die paraguayischen Truppen nach dem «en Mißerfolg mit großer Der st ärkung kneut zum Angriff aus boliviani- dieser Aktion standen offenbar nordameri-lches Gebiet übcrgegangen. Die Arsache --- - '' - ' ' - des Konfliktes ist in Meinungsverschiedenheiten über die Grenze zwischen beiden Ländern zu