haben, sind in diesem Jahre auch viele kleinere bäuerliche Betriebe zur Erzielung einer besseren Wirtschaftlichkeit vermehrt zum Frühkartoffelanbau übergegangen. An Sorten wurden gepflanzt: Allerfrühsie Gelbe. Böhms Heimat und Holländer Erstlinge. — Allgemein geklagt wird über die Neufestsetzung des elektrischen Strompreises durch das Hebet-* landwerk der Provinz Oberhessen, die anstatt der erhofften Verbilligung eine wesentliche Verteuerung sowohl des Licht-, als auch besonders des Kraftstroms bringt. Der Grundpreis stellt sich in vielen Fällen allein so hoch, wie nach der alten Prcisregelung die gesamten Strom- tosten. Bereits versuchen wirtschaftliche Körperschaften eine Abänderung durch den Provinzialausschuß zu erreichen.
K cis Friedberg.
WSR Wölfersheim, 7. April. Am Donnerstagnachmittag gegen 2 Hhr st ü r - t e ein 10 Meter hoher Montagebock des im Bau befindlichen Moschinenhauses durch einen Windstoß um. Dabei erlitt ein Monteur der Firma Fries & Sohn in Frankfurt a. M. schwere Gesichtsverlehungen und einen schweren Oberschenkelbruch. Der Verunglückte faild Ausnahme im Friedberger Krankenhaus.
Kreis Büdingen.
A Ridda, 9. April. Die HeberIand ° zentrale Oberhessen verkaufte dos im Äohanniterhof gelegene, vor wenigen Jahren neu erbaute Wohnhaus, das bis jetzt als Dienstwohnung des Betriebsleiters für den Bezirk Ridda diente, an Buchhalter Karl Lang bei der Papierfabrik 3. Moufang in Oberschmitten. für 16 000 Mk. 3n der Ludwigstraße wird ein neues Dienstgebäude und ein großes Hmschalte- werk von 225 Quadratmeter Grundfläche errichtet werden, das eine Hauptstation für die oberhessische Hochspannleitung bilden soll. Das seit 17$ Jahren hier befindliche Baubureau der AGG., die die Hochspannleitung über den Vogelsberg ausgeführt hat, wird noch ein weiteres 3a5r hier im Darmstädter Hof verbleiben, weil die AEG. noch weitere Arbeiten für die Heber« londzentrale übernommen hat.
Bad Salzhausen. 9. April, ihn die durch den starken Autoverkehr verursachte Staub plage, die sowohl im Interesse der Kurgäste als auch der Anlagen überaus lästig empfunden wird, zu beseitigen, wurde in den Vorjahren des öfteren die Durchgangsstraße mit einer staubbindenden Flüssigkeit übergossen. Sie erfüllte wohl ihren Zweck, verbreitete ober einen sehr üblen Geruch. Auf Vorstellungen erklärte sich die Provinzialstraßenbauverwaltung bereit, die Straße in einer Länge von 400 Meter neuzeitlich herzustellen, wenn Staat und Gemeinde die Hälfte der Kosten trügen, die sich insgesamt auf 24 000 Mk. belaufen. Die Zusage der Regierung, 6000 Mk. beizufteuern, wurde ober zurückgezogen, als der Landtag für dringlichere Zwecke des Bades größere Mittel bewilligte. Da die kleine Gemeinde durch Aufbringung von 6000 Mk. ihre steuerliche Leiftungssähigkeit bereits überschritten und weitere Opfer nicht bringen konnte, entschloß sich der hiesige Bürgermeister, nochmals persönlich in Darmstadt vorstellig zu werden. Die Herstellung der Straße wird davon abhängen, ob der Landtag bei seinem Wiedierzusammentritt die noch fehlenden 6000 Mk. bewilligt.
Y. BadSalzhausen, 9. April. Mit Beginn deS diesjährigen Badebetriebs werden hier in den zwei stets stark besetzten Heimen die Ver- waltungSvorsteher wechseln. Verwalter H a a r - mann vom Kaufmannserholungsheim scheidet nach einjährigem Dienste von hier und wird von einem Herrn aus Württemberg erseht. Der seitherige Verwalter Oehme des Kriegsblindenheims übernimmt die Verwaltung eines Kaufmannserholungsheims in Hei- ligendomm an der Ostsee.
)( Ortenberg, 9. März. Hnser Städtchen hatte früher drei Tore, das Obertor. das Unter- und dos Mühltor: von ihnen aus hielt der Wächter Ausschau ins Aiddertal und stieß ins Horn, wenn Feinde nahten. Leider lind die beiden letzten Tore nicht mehr vorhanden. Auch dem Obertor droht Gefahr. Schon seit geraumer Zeit machten sich besonders an der „Pech- nase" Erscheinungen von Verwitterungen
Die goldenen Berge.
Vornan von Clara Diebig.
Eophright bh Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 34. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Die fingen Augen des andern maßen ihn scharf, ein wenig spöttisch, hinter den Kneisergläjern: „Die Negierung würde Ihnen sicher banfbat fein, wenn Sie ihr andere Maßnahmen, völlig genügende und auch wirklich ausführbare Maßnahmen unter- breiteten. Nun^—" er köchelte — schießen Sie nur los, schießen Sie nur los, Herr Dousemont, ich höre gerne!"
Der Alke schwieg noch immer, er war sichtlich verlegen. Aber dann polterte er auf einmal los: Ach wat! Dat ich nit den Kops hab für dos Ei des Kolumbus, bat wissen Sie wohl. Dafür sind ja auch andere da, laß die sich ihre Köpp .zerbrechen. Ich weiß mir, dal die Mosel immer dal Stiefkind war. Der 'Jtt>ein, der deutsche Rhein, dat is wenigstens noch Tradition, aber die Mosel und ihr Weinbau? Verflucht noch mal'. Kein Interesse, kein Verständnis, feine Liebe. Nein, gar feine Liebe," schrie er, als der andre was entgegnen wollte. -Und wir liegen seitab im Winkel, in der Sackgasse, fein Mensch kennt uns, mir sind denen ja auch ganz egal. Verlorener Posten fürs Reich. Dat is schuld an der Not!"
Und der liebe Gott. Den nnissen Sie schon auch verantwortlich machen." Der Lanbrak lächelte und wies mit dem Finger zur verräucherten Decke empor: „Sonne, mehr Sonne!"
Alt« schien gar nicht zu hören, er eiterte fcct: „Dat sag ich Ihnen, Herr Landrat — Sie werden mich vielleicht noch spöttischer ankucken, und wenn Sie et auch nit sagen, doch denken: der Alte vom Perge bat Hirngespinste, aber ich sag Ahnen: passen sie aus! Et bereuet sich wat vor. 'Nir Gnies. Ich hör ia soviel, ich j<ch ja soviel, ich bin von hier Zu tiaus, zu mir sprechen die Lent ganz ungeniert. ■JÜ man erst zu weit heruntergekommeu. scheut man vor nicht» mehr. Herr Lanbmt. fierr &mbrai “ lugte er leiser, und hob warnend dabei leinen von Gicht knotig gewordenen Zeigesinger Di. Voi groß hierztüand. sie is sehr -groß
bcinertbar. Der Eigentümer des Obertores, Fürst Christ oph Martin zu Stolberg- Ao ß l a, läßt deshalb durch die hiesige Verwaltung zur Zeit ©rneueru n g 6 arbeiten am Tor vornehmen. um das alte Wahrzeichen Ortenberg», das den Wanderer von weitem grüßt, zu erhalten
Krcis Lchottcrr.
Schotten, 9. April. Am Gründonnerstag überschlug sich im Epiehwalde an der bekannten scharfen Kurve zwischen Schotten und Aainrod ein Auto. Wie durch ein Wunder tarn der Lenker und einzige Insasse mit dem bloßen Schrecken davon. Das sog. „Posthauschen" am Eingang unseres Städtchens ist jetzt wieder als Restaurant eröffnet worden. Vordem war es im Besitze der Stadt und als Landwirtschaftliche Schule in Benutzung. An den Verkauf war die Bedingung geknüpft, daß das Anwesen wieder feiner ehemaligen Bestimmung zugeführt werde.
§ Hlrichftein, 9. April. Mit Beginn dieses Monats hat der langjährige Rechner der hiesigen Spar- und Leihlasse G. m. b. H., Georg Meiski, sein Amt nieder gelegt. lieber 40 Jahre lang hat Herr Mciski die Geschäfte dieser Kaffe geführt, also auch in den letzten Jahren mit ihren durch die Geldentwertung und die darauf folgende Festigung der Währung vetursachlen schwierigen Verhältnissen. Durch seine jahrzehntelange Pflichtreue Arbeit hat er sich den Dank weiter Kreifo in unserem 'Bezirk erworben. Stets hat er seine Arbeitskraft und seine Erfahrungen auch in den Dienst der Allgemeinheit gestellt: schon seit 1886 versah er den Posten des Kirchenrechners der Kirchengemeinden Ulrichstein und Feldkrücken, längere Jahre hindurch bekleidete er das Amt eines Beigeordneten in unserem Städtchen. Ebenso gehörte er vor dem Kriege der Zweiten Ständekammer als Abgeordneter an. Möchte sich Herr Meiski. der jetzt aus Gesundheitsrücksichten von seinem Posten zurücktritt, noch eines l tagen und ruhigen Lebens abends erfreuen dürfen. Das von ihm so lange Zeit verwaltete Ami tourte feinem Sohne Georg Meiski übertragen.
Rainrod, 9. April. Die im Entstehen begriffene Kreisabdeckerei im Läuns- bachtal hat an die Wassergenossenschaft Htfa— Ober-Schmitten —Aainrod das Ersuchen gerichtet, an den naheliegenden Leitungsstrang angeschlossen zu werden. Diesem Antrag konnte seitens der beteiligten Gemeinden vorläufig kein Entgegenkommen gezeigt werden, da Hlfa überdies schon feit Jahren Wassermangel auszuweisen hat. Die Bedenken werden aber gegenstandslos werden, wenn mit der zur Zeit dnrch- gesührten gründlichen Erneuerung der Orts- leilungsnetze dieser Mangel beseitigt ist. Einer AnschNeßung der Abdeckerei sieht dann nichts mehr im Wege, zumal die Quelle weit über Bedarf Wasser liefert. Beim A b f a h r e n des Holzes aus den Waldungen muh der Tierfreund sehr oft die Wahrnehmung machen, daß die Wagen auf den weichen Waldwegen überlastet werden. Insbesondere sind es die Lohnfuhrleute, die des größeren Tagesverdienstes wegen, mehr aufladen, als die Pferde zu leisten vermögen. Geht es dann nicht vorwärts, weil die Tiere der Zuglast nicht gewachsen sind, so kommt es zu maßlosen Mißhandlungen, die gewöhnlich dazu führen, daß die geängsteten, halb- tot geprügelten Pferde jeden Dienst verweigern, wie es jetzt bei einem auswärtigen Fuhrmann beobachtet werden konnte. Für das Forstperfonal und die Gendarmerie erwächst die Aufgabe, solche Rohlinge unter den Fuhrleuten zur Anzeige zu bringen, damit sie empfindlich bestraft werden können.
Ävcie Alsfeld.
M- Alsfeld, 9. April. Die Riederlegung des von der Stadt als Bauplatz für das neue Postgebäude erworbenen ehemaligen Hotels „Zur Krone" am Ludwigsplah ist nunmehr erfolgt; die dadurch geschaffene große Lücke am Ludwigsplah bietet einen ungewohnten Anblick. Bei dem Abbruch der Gebäude wurde ein Längsbalken gefunden, der folgende Schrift trägt: „Johann Philippus Hrstat und seine eheliche Hausfrau Maria Catharina haben Golt vertraut und diesen Bau erbaut im Jahre 1756, den 30. Maerz. Soli deo Gloria.“ Dahinter findet sich daS Zunftzeichen der Bäcker, eine Bretzel
Der Sandrat nickte, neroös nahm er seinen Kneifer und rieb an den Gläsern: ,Lch seh« ja auch, ich sehe ja auch — denken Sie vielleicht, ich bin blind? Difen herausgesagt, ich säße auch lieber roo anders als gerade hier."
„So, so." Doufemont zeigte ein seltsames, nicht ganz erklärliche.. Ziehen des Mundes; ein Lächeln mar's nicht. „Sieber wo anders, so, so. Ra ja!" Und bann stand er auf: „'n Abend, Herr Sandrat? Zeit für zu Bett zu gt-ljen und die Zippelmütz über die Ohren zu ziehen." Er ging, und der andere wußte nicht recht, ob er lächeln sollte über den närrischen allen Kauz oder sich ärgern über den zu- weiten doch recht ungehobelten Moselaner. —
Wenn es nur nicht noch immer jo regnen wollte'. Das konnte einem vollends die Laune verderben. Der alte Doujemont saß an seinem Fenster im Lehnstuhl und stch ahnungsbang hinaus in den strömenden Regen: war noch nicht genug Rot im Moseltal? Keine Lerkoussmö^lichkeiten — es gab Winzer, die besaßen keinen Pfennig in bar — und nun durch die ständige Rässe viel Krankheit. Den Kindern und den alten Leuten bekam dieser Winter gar nicht, fühlte er's doch selber in allen Knochen. Und er hatte eine warm geheizte Stube, litt nicht unter Kölle unb Hunger wie die alten Großvater, die, ohne selbst nur ein bißck>en Tabak für ihr Pjeif- fben zu Haden, Hinte rin eiskalten Ofen uj|"ammen= gelauert saßen. Und die armen Kinder! Von seinem Sohn hörte er's ja, wie viele fvant lugen; der „blaue Husten" grassierte. Lena mußte immer mit» geben: Lebensrnittel. Fleisch, Speck, Brot, allerhand Nahrhaftes für Suppen, auch wollene Suchen für die Kleinen uiib für die Alten ein bißchen Tabak.
Der Herr Doktor war eigentlich den ganzen Tag auf der Tour in feinem Auto. Ohne das hatte er's gar nicht geschafft, er hatte viel mehr zu hui als die alten Aerzts. Weithin wurde er geholt, denn es wurden überall noch Kinder geboren. Ja, ja, trotz aller Rot der Zeit starb die Welt doch nicht aus.
„Wenn das so weiter geht, kriegen wir Hochwasser", fugte Herr Dousemont zu bei ollen Lena, setzt ganz nUeui bei ihm war, das Mädchen, das nach Maria dagewesen wur, hotte rasch ausgespieU.
THe Lena |d)lug ein Kreuz: „Dut Gott uns be- w.'hr! Aber ^err_ Dousemont, dut ist die göttliche ^irof, Die Straf für all die Sünden in jetziger Welt. Sic trinten zuviel nnb die lebigen Mäderches krie-
mil einer darüber befindlichen Krone. Der Erbauer dieses zweitältesten Teiles der „Krone" war der Alsfelder Bäckermeister Johann Philipp U r ft a Ö1 . ein Vorfahre des jetzigen Ministerialdirektors Hrstad: in Darmstadt. Er war der zweite Besitzer der „Krone". Der älteste Teil war im Jahre 1736 von dem Burger Iohs. Krug aus dem benachbarten Orte Reibertenrod erbaut worden. Mit dem Abbruch des Hotels „Krone" ist ein Stück stolzer Erinnerung aus Alsfelds Vergangenheit verschwunden, war doch die „Krone" unter dem jetzt noch am Leben befindlichen Besitzer Carl G u n d r u m , Oec 83 Jahre alt ist. im ganzen Hessenlande wohl bekannt und berühmt. 21m der Erbauung des neuen Postgebäudes soll alsbald begonnen werden. Bei dieser Gelegenheit nimmt die Stadt eine Etraßenerweiterung an den vorbeilausenden Straßen, Schellengasse und Schwabenröderweg vor, die im Interesse einer wesentlichen Verkehrsverbefserung sehr zu begrüßen ist, da diese Straßen gerade an der „Krone" sehr eng und unüdersi<Älich waren. — Einen schweren Verlust erlitt die Stadt Alsfeld durch den Tod ihres Stadtbaumeisters, des Dauinspeltors Peter Cgner, der am Gründonnerstag unerwartet an den Folgen einer Operation in der Klinik in Gießen verstarb. Die Stadt verliert mit ihm einen ihrer pflichttreuesten und tüchtigsten Beamten. Sein Tod bedeutet für die Stadtverwaltung eine um so empfindlichere Lücke, als man gerade vor dem Beginn umfangreicher Bauarbeiten, wie das Postgebäude, Kanalisation, Erbauung von Wohnungen durch die Stadt, steht
Meinheffcn.
WSR. Worms, 9. April. In der letzten Stadtverordnetensitzung, in der der städtische Erat mit einem ungedeckten Fehlbetrag von 400 000 Mk. angenommen wurde, wurde ernsthaft die Frage erwogen den Straßenbahnbetrieb. der im letzten Jahre 60 000 Mk. Zuschuß erforderte, frillzulegen und evtl, durch einen Auto» busbetricb zu ersetzen. Hnter Streichung von 10 000 Mk. bei her Straßenbahn wurde schließlich beschlossen, es vorläufig bei dem bisherigen Zustand zu belassen.
Preußen.
Mteie Wetzlar.
WDR. Wetzlar, 7. Avril. In Albs- Hausen, an der Bahnstrecke Wetzlar—Koblenz gelegen, brach in der Rächt zum Karfreitag in einem landwirtschaftlichen Anwesen Feuer aus. Obwohl vier Feuerwehren am Brandplatz tätig waren, darunter die Motorspritze der Wetzlarer Wehr, konnten Wohnhaus und Scheuer nicht gerettet werden. Erntevorräte, landwirtschaftliche Maschinen usw. sind mit verbrannt. Die Betroffenen erleiden wegen ungenügende' Versicherung empfindlichen Schaden.
WER. Brauns eie, .. Aprü. Auf der kurvenreichen und abschüssigen Straße, die durch den Wald von Braunfels nach Oberndorf führt, verlor ein Radfahrer am Donnerstagnachmittag die Gewalt über sein Rad und lauste mit votier Wucht gegen einen Baum. Er erlitt schwere Verletzungen, die keinen unmittelbaren T o d herbeiführten.
krrciö M. bürg.
)l Marburg. 9. April. Als am Freitagnachmittag auf einer Wiese am Hf er der Lahn in dem Dorfe Cappel sich eine Anzahl Kna- den mit Ballspielen vergnügten, flog der Ball in die hoch angeschwollene Lahn. Der zwölfjährige Sohn des Pflasterers 21 au m ann wollte den Ball noch schnell erhaschen und stürzte in das Wasser, das den Jungen mit sortriß. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden.
Dilttreis.
LZ Schö Nbach, 9. April. In der Gemarkung Erdbach hat man in den Kalksteinbrüchen eine Act M a r m o r ^c^n gefunden, der sich wesentlich von dem bisher dort ge- funbenen Kalkstein abhebk. Zur Zeit sind Sachverständige mit der Prüfung des neuen Materials beschästigt. Falls ihre Feststellungen in günstigem Sinne ausfallen, durfte mit einer wesentlichen Absatzsteigerung zu rechnen sein.
Maiugau.
WSR. Frankfurt a. W.. 9. April. Mit dem Reubau der Ortskrankenkasse wird es nunmehr ernst. Auf deni Gelände am Mainufcr zwischen Wilhelmsbrücke und Stäbti» scheni Krankenhaus ist mit der Einfriedigung des Bauterroins begonnen worden. Sobald die Ortskrankenkasse ihr neues Heim bezogen haben wird, wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach ihre bis jetzt innegefcabten Gebäulichkeiten verkaufen Es ist nichl ausgeschlossen, daß in die Räume das Städtische Pfandhaus verlegt wird. — Eine 25jährige Ehefrau aus der Schönstratze sprang in selbstmörderischer Absicht mit Ihrem 5 Jahre alten Kinde am Theodoi-Stern- Kai in den Main Einem Fischer gelang es, Mutter und Kind wieder an Land zu bringen. Während das Kind noch am Leben war. formte die Mutter nur noch als Leiche gelandet werden. Der Bäcker Gottfried Kramer, der vor einigen Tagen mit seinem Motorrad gegen ein Lastauto fuhr und dabei schwere Verletzungen davongetragen hatte, ist jetzt an den Folgen im Krankenhaus gestorben. Gestern morgen wurde an der Eisen- bahnbrücke in der Eamberger Strahe ein Mann aufgefunden, dem beide Beine abgefahren waren. Der Verunglückte ist alsbald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus g e * ft o r b c il Die Ursache des Unfalls konnte noch nicht festgestellt werden.
Surnen, Sport nnb Spiel.
Kußball an den Osteriagen.
Die süddeutschen Fußballvereine waren an den beiden Ostertagen sehr rege, wenn auch ein großer Teil der verabredeten Freundschaststressen außerhalb der Heimat ausgetragen wurden, da viele von Den führenden Vereinen eine mehrtägige Ofterreise unternahmen, die teilweise sogar schon am Karfreitag begann.
Von den beiden auf dem Programm stehenden Verbandstreffen fiel dgs zwischen vier F. G. 03 Ludwigshafen und Dem V. f. L Reckarau aus. Der F. Sp. V. 05 Mainz gewann Dagegen sein Trostrundenspiel gegen den Sportklub Rotweiß Frankfurt überlegen mit 4:1 Toren.
Am ersten Oftertago erlitt Der F. Hp. D. Frankfurt durch schlechtes Stürmerspiel eine RieDerlage von 2: 3 Toren seitens des belgischen Meisters, des Cercle Sportif Brügge. Germania Wiesbaden konnte Dagegen ihren ausländischen Gegner. Den G. S. B. V. Groningen (Holland), mit 7:1 Toren sehr hoch schlagen. Auch Wacker München gern a n n gegen H. A. S. K. Agram (Jugoslawiens 2:1, und Der K. F. V. Karlsruhe
gen Kinder. Wat sagen Sie nu, Herr Dousemont, die Räherin, die Schmiß, die hier bei dem großen Essen war, die friegt en Kind!"
„Wat?!" Er sah sie ungläubig an. „Lena, Ihr seid wohl doll, die hat ja en Puckel!"
„En Puckel und en Kind!" Die alte Jungfrau klatschte bekräftigend sich auf die Lenden: „En Puckel schützt vor Torheit nit — sie kriegt eins?" —
Rettchen Schmiß saß wie immer in ihrer Stube am Fenster. Rur bteichgraues Licht siet herein, es wurde jetzt gar nie recht Tag. Am Himmel stand feine Sonne und auch nom Ausgang der Gaffe her, wo man breit und frei die Mosel dahiniliehen sah, kam kein helleres Licht. Sie mußte fid) tief über die Arbeit beugen, um genug zu sehen; ihr Rücken schien noch belüfteter als sonst, aber ihr Fuß trat unermüdlich die Nähmaschine. Die Arbeit wurde ihr legt recht schwer, aber Gott sei Dank, daß sie noch welche hatte, sie mußte ia int voraus erwerben für ihr Kind. Dem sah sie entgegen mit einer Freudigkeit, mit einem Mut, die ihr ihre Beschwerden Meiner «r- |deinen ließen, als sie es in Wirklichkeit waren. Eigentlich waren sie groß, oft so groß, daß sie mit einem Stöhnen in ihrer Arbeit einhallen mußte. O weh, ihr Rücken, o web, ihre Hüften, o roch, ihr ganzer Leib! Als mürbe ihr schiefer Körper iml Gewalt anders gerückt, daran geirrt, auseinandergerissen, geweitet, so mar es ihr oft. Die «eiten taten ihr so weh, alle Rippen, als würde ein Messer zwilchen sie gebohrt, hineingestoßen bis zum Griff, ganz bis ins Herz. Dann betete sie leise: Herz Mariä, mit dem «chwert der «schmerzen durchbohrt, erbarme dich meiner", und dann wurde es erträglicher. Wenn sie aber in ihrem Gebetbuch das bunte Bildchen auf- schlug, das ihr immer so gut gefallen hatte, dos wunderschöne Bildchen, darauf die heilige Jungfrau aus blumiger Wiese saß und das heilige Kind, an ihre Knie gelehnt, mit einem Lämmchen spielie, bann war alles aanz gut. Dann wurde ihr schmerz- verzogenes Gesicht wieder glatt, und sie war teoh.
Die Frau von oben war erst ganz außer sich gewesen, sie schlug di« Hände zusammen, als sie cs merkte: „Jesses Maria, Fräulein Rettche, wo haben Sie dat bann her?" Aber als Rettche ihr ganz ruhig tagte: „Ich hab, was ich wollt. Und es geht feinen was an", da traute sie sich nicht mehr weiter nid zu lagen. Das Bückelchen war am Ende doch auch ein Weibsbild und hatte em Herz wie andere Mädchen.
bewältigte Den ehemals so berühmten D. F. E. Prag mit 6:1 Toren. Dagegen spielte Der F. V. Saarbrücken gegen Den F. E. Bisch- Weiler unentschieden 1:1, womit Die auf füD- Deutschem Boden gegen ausländische Mannlchof- len au8gctragenen Kampfe meistens für Die deutschen Mannschaften erfolgreich endeten Sonst spielte noch S. V. 98 Darmstadt gegen Pfalz Ludwigshafen 6:2, Sp. *3gg. Arheilgen gegen Union Böckingen 2:5, Eintracht Trier gegen l.F. C. 93 Hanau 2:6, Sp. V. W a l d h o s gegen Victoria Hamburg 3:2, Borussia Reunkirchen gegen V. s.B. Stuttgart 1:7 und der l.F. E Bamberg gegen Sp.Vgg. 60/94 Hanau 6:1. Auch die aus Reisen bef.ndlichen süddeutschen Mannschaften schnitten im allgemeinen nicht ohne Erfolge ab. So endeten Sp. Bgg. Rheydt gegen Wor- m a t i a W o r in s 2: 3. Alemannia Worms gegen Union Krefeld 6:2, B. f R. Eisenach gegen Kickers Offenbach 2:2 Gegen Den H. S. V. H a m b u r g rehabilitierte sich die Sp. Dgg. Fürth von ihrer schweren Riederlagc gegen Hertha B. E. C. Berlin durch einen 5:1- Sieg gegen Den nordDeutschen Meister.
Vielleicht noch mehr als die. Jede andere in ihrer Lage hätte sich's nachher gern abgeschürtelt, aber Das Fräulein Reklchen bekannte sich offen dazu. Aus dem Gesicht Der Näherin lag etwas, was einem ein Gefühl einsiöhte. Dos man nicht zu benennen wußte, es mar nicht bloß Mitleid und auch nicht nur Re° spekt, non allem beiden war es etwas, aber es mar noch etwas anderes dabei.
Manchmal, wenn Die Näherin wider Willen io fallt aufstöhnte, daß mon es durch die Dünne Decke horte, kam Die Frau benmtergelaufen: „Fräulein Rettche, is Ihnen arg schlechtVoller Teilnahme ergriff sie hie Hand her Schmerzensreichen, und einen besorgten Blick über Die verkümmerte und per ichobene Gestalt gleiten lassend, sagt« sie: „Marijusep, wenn Dat nur gut geht!" Aber den Kops hebend und sich zu einem Lächeln zwingend, sagte Rettchen jedesmal: „Ich hin ganz ruhig, es wird schon gut gehn."
Rettchen mar sich vollkommen bewußt, daß sie es nicht leicht haben würde bei her Geburt, das hatte ihr auch her junge Doktor unumwunden gesagt. Wollte sie es denn austragen, wäre es nicht bester, sie begäbe sich in eine chirurgische Klinik nach Koblenz oder Trier ? Der Doktor Dousemont war em tüchtiger Arzt, er hatte Zulaus non arm und reich, auch sie hatte in vollem Vertrauen ihn ausgesucht, aber das hätte ihr Zutrauen beinahe erschüttert was, sie ihr Kind, nach dem sie sich jo gesehnt hatte, wieder non sich tun?! Ihr matter Blick begann zu tunfein, sie roar auf einmal nicht mehr wie sonst sanft und gelasien. fast roilb fuhr sie auf: nie und nimmer wurde sie das tim. Wenn sie zu leiden hatte, vielleicht mehr als andere, würde sie's eben leiden. Jedes Gli-ck hat seinen Preis, und das war nun einmal ihr Gluck, für das sie bezahlen mußte. Und wenn es auch schwer erkauft fein würde — tapfer reckte sie sich — ihr war nicht bange.
„Sie haben Mut", jagte der Doktor Dousemont. und dann gab er ihr die Hand, als sie ging, was er sonst nicht zu tun pflegte.
„Alle Achtung", sagte Doktor Dousemont zu seinem alten Herrn, als der ihn in der nädjften Zeit einmal nach Rettchen Schmitz fragte. Dar das Buckel- chen etwa in feiner SptediftunDe gewesen -> Ja' Na. dann war es asto doch wohl wahr, was die Lena er- zöhlte und was ihm kaum glaublich erjehten.
fRortfeNung jofaf.)


