Einzelbild herunterladen

llr. 59 Zweites Blatt

Freitag, 9. März 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheilen)

N ta

B/no

. 3 I E N

-oe/h

wE

cr.-e

Vereine

B yte rtvigi einen

aibeit, nämlich die Herstellung^

s o ßurudjird Choremabad

ghdadC^

ImamMelit

ichuschkr

Wer leiot einem Arbeiier

400 Mark akgeisguieMsen». monailW L»r. M h. Mw

monier Slcterheil 1L Doijcn SinUoloti ÄiUe*«Ä OiSionM^JB

'JJk'er vorgedrungen; jedoch war seine Eroberungs­sucht damit keineswegs befriedigt. Ihm schwebte vor, die ganze arabische Halbinsel zu einem einzigen mohammedanischen und zwar wahabitischen Königreich zu vereinigen. Die Wahabiten sind eine Sekte des Islams, die vor ungefähr hundert Jahren entstanden ist und zu der die fanatischsten An­hänger Mohammeds gehören. Man kann sie am besten mit einer Art islamitisch-puritanischen Ordens vergleichen; ihre Anhänger sind strenggläubige Mo­hammedaner, die ihre Religion von allen im Laufe der Zeit entstandenen Auswüchsen befreien und ähnlich wie die Senussi der grünen Fahne des Propheten neues Ansehen erkämpfen wollen. (9e-

sabrik Rosenthal zeigt die Widerstandsfähigkeit ihrer Porzellanisolatoren dadurch, daß sie an zwei untereinanderhängenden Hochspan- nungs-Kugcllopsisolatoren einen ganzen Eisen­bahnwagen aufgehängt hat.

Je mehr sich die Verkehrsmittel verbessern, auf desto mehr Sprachen müssen sich die Gast­häuser einstellen. Da man aber die Inschriften, z. B. an Druckknöpfen usw., nicht ins älngemes'ene vermehren kann, hat man wieder zur Bilder­schrift gegriffen und neben dem Druckknopf für den Kellner einen befrackten Herrn, neben dem für das Zimmermädchen eine hübsche Maid und neben dem für den Hausknecht einen Mann mit einer Schürze abgebildet.

Auf dem Stand von F l e t t n e r traf ich Herrn Flettner selbst und hatte eine lange Unterredung über sämtliche von ihm bearbeiteten Gebiete mit ihm, so insbesondere über das Windkraft­schiff und das Flettnerruder. Auf beiden Ge­bieten geht es vorwärts. Auf der Ausstellung zeigt Flettner seinen Flettnerlüster für Fahr­zeuge aller Art, insbesondere für Eisenbahn­wagen, elektrische Bahnen, für Omnibusse, aber auch für Personenkraftwagen und viele andere Zwecke, insbesondere auch zur Entlüftung von Geschäftshäusern, Sälen usw. Der Lüfter wird in dos Dach eingesetzt und hat oben zwischen zwei wagcrechtcn Kreisscheiben zwei senkrechtstehende Bleche, die zusammen etwa die Gestalt eines lie­genden S haben. Durch den Fahrwind, der sich in der offenen Seite des S sängt, wird der Lüfter gedreht und wirft die von unten her aus dem Wageninnern angesaugte Luft durch Radial­rippen nach außen ins Freie. Herr Flettner sagte mir, daß er gerade mit diesen Lüftern, die wirklich außerordentlich sinnreich erdacht sind, ein sehr gutes Geschäft mache, so daß er er­warte. hieraus die Mittel zur Förderung seiner größeren Arbeiten zu schöpsen. Das wäre ein ähnlicher Borgang wie bei Krupp, der die Mittel zur Durchbildung seiner Geschütze aus der Her­stellung der nahtlosen Eisenbahnradreifen gewon­nen hat.

Sehr interessant, und deshalb von einer großen Zahl von Beschauern umlagert ist die Ge­triebemodellschau. Man kann dort sehen, wie man durch Getriebe Bewegungen in andere Bewegungen zum Teil verzwicktester Art um­wandeln tann, und mancher wird dort eine Auf­gabe, über die er sich vielleicht lange vergeblich den Kopf zerbrochen hat, schon gelöst finden. In derselben Halle sind die Kältemaschinen ausgestellt, und insbesondere die Kühlschränke weisen einen erfreulichen Zuwachs auf. Man sieht die Zeit nahen, wo der Cisschrant voll­ständig verdrängt sein, und die Beschaffung eines solchen für jeden Haushalt wertvollen Kühl­schrankes auch der durchschnittlich bemittelten Fa­milie möglich sein wird. Jetzt kostet freilich der billigste solcher Schränke für einen mittleren Haushalt noch 750 Mk., vor allem aber sind die

ui- MM

"llJe Woben mh tieltt IWnum geiahten, neitroeti zu neif. 3u eräug, i. b. <8e>

Ostoberschlesien wählt!

Was sagt der Völkerbund zum Wahtergcbrris?

Von unserem W. M.-Berichterftatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Kattowitz, März 1928.

Mit Bangen und Zagen sah das Deutschtum in Ostoberschlesien dem Wahltag entgegen. Nach den offenen Drohungen, die das mit staatlichen Geldern

Leipziger Technische Frühjahrsmesse 1928.

Von Max Fischer.

Eigentlich wollte ich wieder von Berlin zur Leipziger Technischen Messe fliegen, zumal es diesmal hin und zurück nur 18 Mark gekostet feat. Da aber der König Aman Llllah mit dem Sonderzug zur Messe fuhr, tat ich desgleichen, inbem ich einen Messesonderzug benutzte. 3m Gegensatz zu Aman Llllah nahm ich auch meine Königin mit; außerdem begleitete uns _ mein freund Wilhelm B u ch m a n n. Cs ist nämlich diesmal auf der Frühjahrsmesse so viel zu sehen, daß es einer allein nicht mehr bewältigen kann.

Glühend heiß strahlt die Sonne über den Sandwüsten Arabiens, scheinbar alles Leben er» btenb, doch in Wahrheit in den zähen, braunen Söhnen dieses Landes Leidenschaften erweckend. Cie auf religiösem und politischem Gebiet zu ; blutigen Kämpfen führen. Es ist die Heimat Mohammeds, das Land, das die aggressivste Religion hervorgebracht hat und über das heute ein Mann herrscht, dessen Leben reich an Aben­teuern und im Maßstab seines Landes ' ebenso erfolgreich wie dasjenige Rapoleons ge° boefen ist. Abdul Aziz ibn Äbdurrahman 3bn Saud, der jetzt, als Sultan von Redschd, König von Hedschas und Herr über Schammar und Gl Hasa, kurz 3 b n Saud genannt wird, ist 417 3ahre alt, ein Mann von gewaltigem Wuchs, der tatsächlich, wie es von den biblischen Königen ebenfalls ost berichtet wird, seine Untertanen um Haupteslänge überragt. Ein schwarzer Voll- I bart umrahmt das gutmütig-verschmitzte Gesicht, eine mächtige Hornbrille hindert, den Ausdruck der Augen voll zu erkennen; gewöhnlich erscheint dieser Monarch im arabischen Rationalkostüm, □Ifo barfüßig, und in den langen, wallenden Gewändern der Beduinen. Stets spricht er mit vollendeter arabischer Höflichkeit und bewegt sich dabei so weltmännisch, als wäre er in Paris ausgewachsen; doch weiß er seine Worte so vor- 5 sichtig zu sehen, als stamme er aus einer alten diplomatischen Schule. Orientalische Herrscher er stammt aus dem Geschlecht der Sultane von Redschd - sind auf ihre Weise oft bessere diplo­matische Taktiker als europäische Monarchen.

3bn Sauds Vater Abdur rahman wurde von dem mächtigen Emir von Schammar. dem Herrn des nördlichen Rachbarstaates, mit türki- L scher Hilfe verjagt und fand schließlich eine Zu- j flucht am Hose des Scheichs von El Kuweit.

Dort verlebte 3bn Saud seine Jugend, dort trat tf)m auch sein Vater im Jahre 1901 die damals tnenig aussichtsreichen Ansprüche auf den Thron von Redschd ab. Der junge Kronprätendent wagte fein Leben, unternahm als Zwanzigjähriger einen fast hoffnungslosen Versuch, sich in den Belitz des väterlichen Erbes zu sehen und schlich sich nachts mit 15 Gefährten nach Er Riadh, der Hauptstadt seines väterlichen Reiches. Am ckäch- ften Morgen ermordete er den Statthalter des i Emirs von Schammar, und es glückte ihm, die ; Bevölkerung der Hauptstadt auf seine Seite zu i ziehen. Run war er Herr der Lage, eroberte das ganze Wahabitenreich und unterwarf sich sogar l Den Emir von Schammar.

Das war vor 27 Jahren. Als der Weltkrieg - ausbrach, ließ sich Ibn Saud von englischen Agen- ! ten anstacheln, die türkische Oberherrschaft abzu­schütteln und sogar einen Vorstoß in fremdes Ge­biet zu unternehmen. Er eroberte das Land El ' Hasa am Persischen Golf und zog in K u w e i t, das er einst als Flüchtling verlassen hatte, nun als Herr i ein Ein neuer Feldzug führte ihn in den Süden der 1 arabischen Halbinsel, bis an die Grenzen des Peme- nitijdjcn Reiches. Dort besetzte er die Da je Na, ran, b ang aber nicht bis in die äußerste Südwestecke Ärabiens vor, sondern begnügte sich damit, daß sich ber Fürst von Assyr, also der Herr des Gebietes, if. zwischen Peinen und dem Hedschas, freiwillig unter- darf. Nun war Ibn Saud also auch an das Rote

Hut -/

W15'

K tu fftfs

siolen><"-

lO

CW11

bau. die clektrothermifche und elektromagnetische Prüfung sowie die Verpackung von Kleinauto­maten am Wandertisch. An einer anderen Stelle werden die Prüfmaschinen gezeigt, mit denen die Firma das von ihr hergestellte Installations­material prüft, wie z. B. eine Maschine, die feststellt. wieviele Schaltungen ein Schalter für elektrisches Licht aushält. Deianntlich haben unsere bisherigen Fassungen für elektrische Glühlampen schon mehrere Todissälle herbeigeführt, und es ist deshalb bestimmt worden, daß der Gewindeteil der Lampe beim Einschrauben der Lampe span- nungslos sein muß, solange er herausschaut und berührt werden kann. Zur Lösung dieser Auf­gabe hat die AEG. eine neue Fassung geschaffen, die keinerlei bewegliche, dem Versagen ausgesetzte Teile enthält.

Sehr hübsch ist eine von der AEG. ausgestellte fahrbare elektrische Pumpe zum Aufpumpen der Lustrei en von Kraftwagen im Schuppen. Beim Schweißen größerer Stücke besorgt jetzt ein Motor das Zusammenpressen der Schweißstücke. wo­durch die Schweißung besser und Arbeitskraft erspart wird. Bei den Quecksilbergleichrichtern tritt die Zündung nicht von selbst ein und man mußte die Gleichrichter bisher zu diesem Zweck kippen; das ist namentlich bei großen Gleich­richtern unbequem und kann auch zu Beschädi- gunacn führen. Hier erreicht man die Zündung ohne K'ppung dadurch, daß ein mit einem Ende in das Quecksilber eintauchender Doppelmetall­streifen durch seine Erwärmung austaucht und durch den beim Austauchen eintretenden Licht­bogen zündet.

Die Firma C. Lorenz zeigt ihren sogenannten B l a t t s ch r e i b e r, das ist eine Fernschreib­maschine. mit der man einem andern, der eine cbensrlche Maschine hat, Rachrichten über den Draht zufchreiben tann, indem man genau wie auf einer gewöhnlichen Schreibmaschine schreibt, wobei das Geschriebene nicht nur auf der eigenen Maschine, sondern auch bei dem andern auf einem Blatt Papier erscheint. Sehr hübsche Tisch- fern sprech er zeigt die Firma Mir und Genest, die die gewöhnliche Form der Wähler­tischapparate haben, sich von diesen aber da­durch unterscheiden, daß die sonst schwarzen Me­tallteile vernickelt, während die Isoliertere, wie der Handgriff und die Hörmuschel, aus weißem Isolierstoff hergestellt sind. Die Tipparate sehen entschieden sehr hübsch aus.

Tie Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren-Gesell- schast führt die außerordentliche Widerstands­fähigkeit und Gleichmäßigkeit ihres Porzellans mit Porzellankugeln von ungefähr 3 3entimeter Durchmesser vor, die nacheinander aus 1 Meter Höhe auf eine Stahlplatte fallen, in immer gleichmäßigem Bogen auf eine zweite, dritte und vierte hüpfen, von der sie dann in einen Sammelbehälter geworfen werden. Das ist wirk­lich eine erstaunliche Leistung. Die Porzellan­

W ö°n (u- ^bo- christi Auch,. »'"kei> cin Kn«.

Bin MM ^Abneombate weiet. M au g.t( Oll-;

8 25 Opel Än W oed Xl*Slnfl' u. 01825 gi_btn Hieb, 10)30 Opel, ümoufine laW Sufiank c'onet sich gm

411 cctf «cvr, «ng, u, UI83? °n den EieK, Am

rode in Hedschas, also in dem Gebiet, in dem die beiden für den Islam so wichtigen Städte Mekka und Medina liegen, war nun allmählich eine freiere Richtung des Islams entstanden, die den fana­tischen Beduinen des Reiches Nedjchd mißfiel, und Ibn Saud, als Führer der wahabitischen Organisa­tionen, fühlte sich bald stark genug, dem nach seiner Meinung verwerflichen Treiben des religiös-libe­ralen Königs Hussein von Hedschas ein Ende zu setzen. Es nützte Hussein wenig, daß Mohammed selbst einer seiner Ahnherrn ist. Nachdem Ibn Saud, der bis dahin von den Engländern eine jährliche Subvention von 60 000 Pfund erhielt, in einem Schreiben auf die Zahlung dieser Summe verzichtet und damit zum Ausdruck gebracht harte, daß er in allen feinen Entschließungen völlig frei sei, begann er im Frühjahr 1924 einen Angriff auf Hedschas, das er eroberte. Hussein ging in die Verbannung und Ibn Saud wurde zum König von Hed­schas gefrönt. Sein Reich erstreckt sich nun über ungefähr 2 Millionen Quadratkilometer, ist also so groß wie Deutschland, Frankreich, England, Spanien und Italien zusammen, hat aber nur soviel Ein­wohner wie Dänemark.

Allgemein hatte man erwartet, daß Ibn Saud seinen nächsten Feldzug gegen fernen richten würde. Vom wahibitischen Standpunkt ist gegen den Herrn dieses Landes, den Imam P a h a y a , nichts einzuwenden, denn er ist ein strenggläubiger Mo­hammedaner, ein Feind der Ungläubigen und ein

DerHeilige Krieg" in Arabien!

Ibn Gaud, der Napoleon der Beduinen. Oie Wahabiten greifen Transjordanien und den Irak an. Vom Flüchtling zum König über zwei Millionen Quadratkilometer Land.

««sssf

jjprp n OOD "ooW*!1

Betriebskosten für die Erzeugung der Kälte noch zu hoch.

Auf dem freien Platz nördlich der Straße des 18. Oktober sind wieder viele Straßenbau- Maschinen und Straßenwalzen ausgestellt. Der Dampfantrieb ist bei ihnen fast vollständig durch den Oelmotor verdrängt. Die hüpfende Pflaster­ramme der Delmag in Eßlingen scheint noch ver­bessert zu fein. Sie lockt immer zahlreiche Zu­schauer an, wenn sie arbeitet. Interessant ist auch der Gasbeton von der Firma Torkret in Berlin, ein Beton, der durch Beimischung von Brausepulver" wie ein Gummischwamm porig gemacht und dadurch so leicht wird, daß er auf Dem Wasser schwimmt. Auf dem Gelände sind noch allerhand Baumaschinen ausgestellt, so z. B. ein großer Betongießturm.

Einen großen Raum nehmen die Beförde­rungsmittel für Rahbeförderung ein, wie Förderbänder aller Art. Rollenbahnen, be­mannte und unbemannte Laufkatzen usw. Bei den bemannten sitzt der Führer auf einem unter der Katze hängenden bequemen Sessel und hat so gute ileberfidjt; an einem solchen Stand, wo zwei solche Katzen liefen, war der eine Führer ganz rot, der andere ganz grün gekleidet. Heberhaupt wird allerlei Reklame gemacht, fo beispielsweise mit über der Ausstellung schwebenden Fessel­ballonen in Gestalt bekannter Packungen, von Kraftwagenrädern mit Reifen usw. Auch Re- Ilameflieger fehlen nicht, die bei Dunkelheit ihre leuchtenden Inschriften wechseln ein beweg­tes Bild, das zwar sehr unterhaltend ist, aber neben den großen Marschleistungen dazu bei­trägt, daß man abends wie gerädert ist.

Was soll ich Ihnen noch erzählen? Da ist mir noch ein sehr zweckmäßiger Saugheber zum LImfüllen von Flüssigkeiten aller Art, wie Ben­zin, Wein usw. auf gefallen. Es ist nämlich an hem Heber eine kleine Pumpe angebaut, deren einmalige Bewegung das Laufen der Flüssigkeit einleitet. Man kann sich mit dieser Vorrichtung viel Pumparbeit sparen, und bei genießbaren Flüssigkeiten fällt das gesundheitswidrige An­saugen mit dem Munde fort.

Für des Schwimmens Llnkundige sind zwei neue Einrichtungen ausgestellt, nämlich eine Schwimm­maschine aus einem länglichen Stahlrahmen mit zwei Schwimmern, in den sich der oder die Schwimmende hineinlegt und mit jedem Arm und jedem Bein ein Ruder bewegt. Die andere Vor­richtung ist ein solcher Rahmen aus Gummi­schlauch, auf den man sich im Wasser legen und schlafen kann.

Die Reiseschreibmaschinen werden immer kleiner und vor allen Dingen slacher. Auch bei ihnen ist man von der doppelten Umschal­tung aogelommen. Dureaumaschinen sind leider sehr schwach vertreten, und das ist eigentlich schade, denn gerade auf diesem Gebiete gibt es technisch sehr hübsche und für den Erwerber außerordentlich nutzbringende Sachen

arabischer Nationalist wie Ibn Saud; doch ist Pmen das reichste, am dichtesten bevölkertste Land der Halbinsel, und der Imam verfügt über einen großen, verlockenden Staatsschatz. Zur allgemeinen lieber- raschung find aber die Scharen der Wahabiten plötz­lich statt im Süden im Norden und im Osten der Halbinsel erschienen, und Ibn Saud hat einen ener­gischen Vorstoß nach Transjordanien und dem Irak unternommen.

Der König von Hedschas wird freilich bestreiten, daß seine Soldaten in das Reich des unter britischer Oberhoheit stehenden Emirs von Transjordanien eingefallen seien. Die Wahabiten haben die Stadt Akaba besetzt und belagern Maman, zwei Orte, die früher zum Hedschas gehörten, aber von den Engländern seit König Husseins Sturz für Trans­jordanien beansprucht werden. Niemals hat Ibn Saud in die Abtretung dieser beiden Städte einge= willigt. Akaba ist ein Hafen im Nordostwinkel des Roten Meeres, der zu einer englischen Flottenstation ausgebaut werden sollte. Gerade in diesem Augen­blick, in dem die Ausbeutung der Kalischätze des Toten Meeres ernsthaft erwogen wird, hätte Akaba als britischer Ausfuhrhafen eine große Bedeutung gewinnen können; cs würde genügt haben, von Maman eine Stichbahn nach Akaba zu legen und da­mit einen Anschluß an die Hedschas-Bahn zu schaf­fen. Dieser Entwicklung will Ibn Saud offenbar zuvorkommen.

Die Wahibiten müssen sich sehr stark fühlen, daß sie den englischen Tanks und Flugzeuggeschwadern zu trotzen wagen. Ganz besonders erstaunlich ist es im ersten Augenblick, daß Ibn Saud gleichzeitig auch mit einigen tausend Wahabiten gegen den Ort Schaibas vorrückt, der 12 Meilen von Basra an der Grenze des Irak liegt. Emir Faissal, der König des Irak und britischer Vasall, soll den Be­duinenschwärmen sofort Truppen entgegengesandt haben. Aber der König von Hedschas besitzt eine Waffe, die den Engländern außerordentlich gefähr­lich werden kann: er tritt als Führer d e s ara­bisch e n N a t i o n a l i s m u s , der antikolonialen Bewegung und der Stärkung des Islams auf; wo feine Truppen erscheinen, brechen im Rücken der feindlichen Front arabische Auf stände aus, Unruhen der mohammedanischen Bevölkerung, die in ihm den Befreier vom britischen Imperialismus, den Künder einer neuen Zeit sieht. Ibn Saud ist näm­lich kein reiner Eroberer; wie sich einst Napoleon als Vollstrecker der freiheitlichen Gedanken der franzö­sischen Revolution fühlte, so wird auch dieser Araber von dem Bewußtsein getragen, das seiner Nation und seiner Religion eine Renaisfanee bevorsteht, die durch ihn herbeigeführt werden müsse und diese Gesinnung scheint ihn unwiderstehlich zu machen.

urbeilende Regierungsorgan seit Wochen vor den Wahlen Tag für Tag hinausposaunte, hatten die Deutschen allen Grund, am Wahltag selbst Schlimm stes zu erwarten. Doch das SprichwortWer viel schreit, tut wenig" hat diesmal recht behalten. Denn wider alles Erwarten ist ber erste Wahltag mit der Wahl zum Warschauer Sejm in den drei schlesischen Wahlbezirken im allgemeinen ruhig vertäu f e n. Denn die kleinen Prügeleien, die Vertrei­bung deutscher Stimmzettelverteiler, die üblichen Schießereien zwischen Mitgliedern der Regie rungspartei und Anhängern Korfantys in dem ober schlesischen Wildwest des Streifes Rybnik, die keine ernsteren Verletzungen oder gar Tote brachten, wer­den von den oberschlesischen Deutschen, die sich ja täglich in ständiger Lebensgefahr befinden, schon nicht mehr als Terror angesehen. Für den ausgebliebenen Terror mit der Bedrohung des Lebens der Deutschen war aber um so größer der g e i ft i g c Terror, der mit nlley zur Verfügung stehenden Mitteln, mit Drohungen in den Zeitungen, mit Drohbriefen und mit nicht mißzuoerstehenden Reden polnischer Nationalisten in Amt und Würden betrieben wurde. Um aber ganz sicher zu gehen, hob die Regierung unter Nichtachtung der Verfassung in letzter Stunde die bisher in Ost'oberschlesien übliche geheimeWahl durch Verbot der Wahlzellen auf und erklärte die Wahl für öffentlich. Jeder also konnte beobachten, wie der entscheidende Stimm zettel in den Umschlag gesteckt wurde, so daß es leicht war, die Art des abgegebenen Stimmzettels zu erraten. Mit der Spekulation auf die Furcht vieler vor einem öffentlichen Wahlbekenntnis hat sich die Regierungspartei nicht verrechnet. Nur so er klärt sich der Erfolg der Regierungspartei, die ja bei diesen Wahlen zum erstenmal auf die Wahlbühne trat, wobei allerdings auch nicht zu verkennen ist, daß die außerordentliche Popularität Pil- s u d s k i 5, der seit dem Maiaufstand mit sicherer Hand die Geschicke des neuen polnischen Staates zielbewußt leitet, in Ostoberschlesien viel zu dem guten Ergebnis der Regierungspartei beigetra­gen hat.

Trotz dieser günstigen Voraussetzungen durch die öffentliche Wahl ist es der Regierungspartei in dem ehemals deutschen Teil der schlesischen Wojewodschaft nicht gelungen, als stärkste Partei aus dem Wahl­kampf hervorzugehen. Die Deutschen haben hier die Zahlenergebnisse der Regierungspartei um virle Tausende übertroffen und ihren bisheri­gen Besitzstand nicht nur glänzend behauptet,' son­dern zahlenmäßig wesentlich verbessert, was bei der Berechnungsmethode des Verhältniswahl­systems allerdings nur in dem Gewinn eines Sejm­mandats zum Ausdruck kommt, was eigentlich den zahlenmäßigen Ergebnissen und den starken Ge- winnen an deutschen Stimmen nicht genügend Rech­nung trägt. Der außerordentliche Wahlsieg der Deut­schen ist vor allem ber großen Masse der deutschen Arbeiter und Mittel st ändler zu danken, die sich durch keinerlei Drohungen und auch nicht durch die Aufhebung des Wahlgeheimnisses ein- schüchtern ließen und treu ihre Stimme für die deutsche Wahlgemeinschaft abgaben. Von der Ar­beiterschaft haben insbesondere auch viele, die sich zur sozialistischen Partei bekennen, für die deutsche Wahlgemeinschaft gestimmt, obwohl die offizielle Parteiparole noch Abschluß eines Wahlbündnisses

Mill.

Tüchtiger Aepeti- tor gesucht.

Lckr. An«, u. 01810 nn den (Sieh. Anz

Reiner sonniger Garten mit Wiele u. l'anbt zu vachien ges. «m Dnl>, SübnntafletV MSackn jju packten geillckt.

Lckr,Ang.m.nM' Iren Anzab. u. 01821 an den Gien. Anr

\Scheibh/^JIIbu. r <

ischxfwir

Fangen wir bei dem Hause der Elektrotechnik an. Ich kann Ihnen natürlich nicht von all den Hunderten von Lautsprechern, Anodenbatterien, Heizsonnen usw. erzählen, sondern muß mich auf einige besonders belangreiche Neuerungen be­schränken. In der Mitte des Hauses liegen die riesigen Stände unserer beiden größten Elektrizi- tatSfirmen. nämlich von Siemens und der All- einen Eleltri'i äksge'e'.lschaft einander gegen­über. Siemens zeigt seinen normalen 3nbu- fir i e m o t o r, der beiderseits auf Rol.enlagern häuft und durch Abwechselung von Einzelteilen t z um ofienen, zum tropswasser.icheren oder zum Atschlossenen 21!otor mit Röhrenanschluß zum 2In- |*iugen der Kühllust umgewandelt werden kann and auch zur senkrechten und wagerechten An­ordnung als Flanschmotor bis zur Größe von Ito Kilowatt durchgebildet ist. Diese Einhecklich- bat ist für die Abnehmer wertvoll, da sie ihre Lagerhaltung vermindert. Se b'.verständ ich zeigt Siemens auch seine bewährten Protosgeräte, wie Staubsauger, die Turbowaschmaschine, die neue rügclmaschine. den Fußwärmer und vieles andere n ehr Eine besonders wertvolle Reuschöpsung. die ein dringende Forderung unserer Gesundheits- >'lege erfüllt, ist das elektrische Handtuch. Es handelt sich dabei um folgendes: In den Wasch- räumen von Gaststätten usw. befinden sich häufig Handtücher zum gemeinsamen Gebrauch, dw meist ssncht und ekelerregend sind, und durch die Krank- h eiten verbreitet werden können. Diesemilebel- ftanb hist nund as elektrische Hand tu tiab. Dr besteht aus einem Ständer, der m seinem Zuß einen Motor und einen Lüster enthalt und durch eine Oessnung in etwas über Handhöhe warme ß uft nach schräg abwärts bläst. Hat man sich die Hände gewaschen, so stellt man sich vor diese Vorrichtung, schaltet mit einem Fußhebel Den Motor ein und läßt sich toarmc Lust auf Die Hände blasen, wovon sie sofort trocken werden. Hie gesundheitlichen Vorteile dieses Verfahrens liegen auf der Hand.

Die AEG. zeigt einen Abschnitt aus Der Fließ- ....... " " " v den Zusammen-

Bent,