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Widmet, steht allen Anzeichen nach in wesent­lichem Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Aufnahme des Zeppelinver- lehrs Sevilla Buenos Aires im Ok­tober 1928. Außerdem verhandelt Exz. Goice- chea mit Industriefirmen über Elektrizi­tät S a n l a g e n für die Kanarischen Inseln.

Verschärfung der Lage in der

Berliner Metallindustrie.

Annahme des Schiedsspruchs durch die Arbeitgeber, Ablehnung durch die Arbeit­nehmer.

Berlin. S. März. (2BIB.) wie wir erfahren, hat der verband Berliner INetallindu- st r i e l l e r den gestern gefällten Schiedsspruch der Schlichtungskammer angenommen. Die Orts­verwaltung Berlin des Deutschen Metall- arbeiterverbandes hat dagegen den Schieds­spruch obgelehnt. Der Schlichtungsausschutz Groß-Berlin hat nunmehr die Akten über den Kon­flikt dem Schlichter. Reichsmiuister a v. w i s s e l l. übersandt, bei dem die Entscheidung liegt, ob der Schiedsspruch für verbindlich erklärt wird, oder ob neue Linigungsverhandlungen onberaumt werden sollen.

Wie eine Korrespondenz meldet, hat die Lage insofern eine Verschärfung erfahren, als die Funktionäre und die Streikleitung beschlossen haben, sämtliche Werkzeugmacher Freitag aus den Betrieben des Verbandes Berliner Metallin- dustrieller herauszuziehen. Dieser Beschlutz fei nach langen Verhandlungen erfolgt, an denen auch ein Mitglied des Hauptvorstandes des Deutschen Me« tallarbeitcroerbandes aus Stuttgart teilgenommen habe. Dazu erfährt der Lokalanzeiger von anderer Seite, daß in der Konferenz der Funktionär« zwar eine Entschließung angenommen worden sei, die die sofortige Herausziehung der Werkzeugmacher aus ollen Betrieben fordert, daß sich die Streikleitung aber vorbehalten habe, den Zeitpunkt für die Ausführung dieses Beschlusses zu bestimmen.

Der abgelehrüe Gchirdsspruch

Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers"

Berlin, 9. Mörz. Es war zu erwarten, daß di: Berliner Metallarbeiter den Schiedsspruch, den die Metallindustriellen angenommen hatten, ablehnen würden. Der se^r kompli irte Schieds­spruch besagt, daß der Deu sche Metallarbei'er- verband gegenüber dem Verband der Berliner Metallindustriellen einen Rechtsanspruch auf die Nachprüfung der Stunden­löhne und Akkordverdienste und unter Umständen auch eine gewi'se Erhöhung und Ausgleich der Bezüge vor icht. Aus allgemeinen lohnpolüischen Erwägungen hat man es ver­mieden, feste Zahlen in dem Schiedsspruch onzugeben, so daß die von den Metallarbeitern geforderte Festsetzung der Mindefttarillöhne man muß nicht vergessen, daß mehrere Jahre hier ein tarifloser Zu st and bestand in dem Schiedsspruch nicht vorgenommen wurde.

Es scheint, daß vor allem die kommuni- stische Opposition im Berliner Metall­arbeiterverband eine der stärksten treibenden .Kräfte bei der Ablehnung des Schiedsspruches ist. Diese Opposition wiu augenscheinlich aus dem Werkzeugmacherstreik eine Bewegung machen, die auch die anderen Kategorien der Ber­liner Metallarbeiter mit sich reißen soll. Die Sozialdemokraten behaupten allerdings ebenfalls, daß nach ihrer Auffassung eine Verbindlichkeits­erklärung des Schiedsspruchs nicht möglich sei, da ein Se'iedsspruch keinesfalls an Stelle eines Tarifvertrages treten könne, denn er enthalte die pokiüven Bestimmungen eines Tarifvertrages in keiner Weise. Hier bereitet sich anscheinend eine Politik vor. die mit der Mög- lickkeit rechnet, daß der Streik der Berliner Werk­zeugmacher trotz der Verbindlichkeitserklärung w e i t e r g e f ü h r t wird. Da dann die gesamten Betriebe der Berliner Metallindustrie stillgelegt würden, wären rund 200 000 Arbeiter von den Folgen dieses Kampfes der Werkzeugmacher be­troffen. Im Reichsarb^i sministerium werden in diesen Tagen die üblichen soaenannten Nach- verhandlungen stattfinden, wobei unter Führung des Reichsarbcitsministeriums noch einmal eine Annäherung der beiden Parteien vor der eventuellen Verbindlichkeitserklärung versucht wird.

Das Notprogramm.

Das Zentrum gegen den Personaletat. Die Nentenbankkreditanstalt.

Berlin, 9. März. (Priv.-Tel.) Im Reichstage empfing am Donnerstag vormittag der stellvertre­tende Reichskanzler Ex,^ ch e r g t, in Gegenwart des Neichsfinanzmimsters Dr. Köhler und des Ministerialdirektors Dr. L o t h h o l z die Führer der ehemaligen Koalitionsparteien zu einer Bespre­chung über das Notprogramm. In der Besprechung hielt der Vertreter des Zentrums, Abg. v. G u 6 - rard, daran fest, daß der neue Personal­etat nicht mehr beraten werden solle. Wie das DDZ.-Bureau von maßgebender Stelle hört, handelt es sich gar nicht darum, daß ein großer Be- aintenschub vorgenommen werden soll. Dies ist nicht die Absicht der Reichsregierung gewesen. Vielmehr sollen nur einige wenige Posten wegen ihrer Eigenart gehoben werden und zwar'in allen Ressorts, also nicht roegen der Personen oder wegen irgendwelcher Parteieinstellungen. Au­ßerdem handelt es sich um automatische Folge­rung e,n aus der Besoldungsreform. Der E r g ä n z u n g s e t a t für 1928 wird in den allernächsten Tagen dem Reichsrat zugehen, naclz- dcm am Freitag das Kabinett darüber endgültig beschlossen hat. Ob er in der vorgeschlagenen Fcif- 'ung Gesek werden wird, hängt allerdings von der Stellung des Zentrums ab; für diese Partei wird der Um fang der Vorlage von entscheidender Bedeutung sein.

Ton dem Notvrogramm der Reichsregierung ist ferner die Novelle zum Gesetz über die R e n- tenbankkredi taust alt noch sehr umstrit­ten. Es handelt sich bei dieser Novelle bekannt­lich darum, daß der Geschäs tskreis der Renten« bankkreditanstalt durch die Zulassung kurzfristiger Person alkredite er­weitert werden soll. Die preußische Re­gierung, die in der Novelle eine A.tion gegen die Preuhenkasse erblickt, wird gegen die Novelle stimmen. Aber auch noch einige andere Staaten, darunter auch Bayern, werden, wie

Der deutsch-englische Handelsvertrag.

Warum eine baldige Kündigung notwendig wird.

Eigene Drohtmeldung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 9. März. In feiner Rede zu dem Etat des Reichswirtfchaftsministeriums machte Dr. E u r t i u s , wie schon gemeldet, die über­raschende Mitteilung darüber, daß Deutschland sobald als möglich den deutsch-englischen Handelsvertrag kündigen würde, um durch neue Verhandlungen eine Basis zu finden, die eine regere Ausgestaltung des Wirtschafts- Verkehrs zwischen beiden Ländern zu gewähr­leisten imstande fein wird und andererseits die Z o l l f r a g e n entsprechend der Entwicklung der neuesten Zeit einer eingehenden Prüfung unter­zieht. Diese Nachricht ist von der gesamten Presse einer lebhaften Kritik unterzogen wor­den, ohne daß es dabei zu irgendwelchen be­unruhigenden Kommentaren gekommen ist. Dies liegt zum wesentlichen daran, daß man schon deshall» die Lage viel ruhiger betrachtet, als der Vertrag erst im Jahre 1930 abläuft, somit auch erst im Laufe des nächsten Jahres gekündigt werden könnte.

Es dürste angebracht sein, sich doch noch ein­mal die Ginzelßeiten dieses Vertrages, der am 2. Dezember 1924 abgeschlossen wurde, ins Ge­dächtnis zurückzuru^en. Troy der außerordent­lichen Vielfältigkeit des gegenseitigen Waren­verkehrs mit England und des gegenseitigen starken Anteils an der Gesamtein- und -aussuhr, fehlen in dieiem Vertrage merkwürdigerweise alle Z o l l t a r i f r e d e n, da für England zur Zeit des Vertragsabschlusses eine derartige Re­gelung leine Rolle spielte, weil England damals fast keine Zölle hatte. Inzwischen ist nun England dazu übergegangen, auf einigen, gerade

auch für Deutschland besonders wichtigen In­dustriegebieten, vor allem für Fertigwaren, die einen starken Anteil von Wertarbeit aus­machen, beträchtliche Zölle einzufüh­ren. Es läßt fuß deshalb nicht leug ren, daß der deutsch-englische Vertrag, der deutscherseits England die Meistbegünstigung gewährt, sich als ein Fehlschlag erwiesen hat. Das soll keine Kritik an dem Abschluß des Vertrages sein. Denn man muß sich doch einmal daran er­innern. unter welch politischem Druck dieser Ver­trag zustande tarn, und wie er schließlich auch als sichtbarliches Zeichen des Terschwi. d?ns der politischen Animositäten empfunden wurde. Sie englische Presse geht deshalb auch in ihrem Urteil vollkommen fehl, wenn sie die Behaup­tung ausstellt, daß die neuen Zölle und Waren- mariengesehe Englands auf den deutschen Im­port, der allerdings, wie die ^Times' zugibt, von den neuen Zöllen in Mitleidenschaft gezogen worden wäre, nur minimal sich ausgewirrt hätten. Cs fehlt eben an diesem Vertrage die doch an und für sich zu erwartende Gegenseltig- k e i t. Lind hier werden die zukünftigen Ver­handlungen mit England einsetzen müssen.

Daß es zu einem Zollkrieg zwischen Deutschland und England kommen wird, kann wohl von keiner Seite ernstlich befürchtet werden. Es wird jedoch notwendig sein, schon rechtzeitig das Augen­merk darauf zu richten, daß sich die englischen Kon­trahenten an der Hand des praktischen Warenver- kehs von der U n h a l t b a r k e i t der Zustände über» zeugen. Hier müssen Fehler ausgemerzt werden, die bei einigermaßen gutem Willen schließlich auch aus» gemerzt werden können.

dieVoss. Ztg." wissen will, der Novelle die Zustimmung versagen. Das Blatt hält daher die Ablehnung der Novelle im Reichsrot für wahrscheinlich, was. wie das Blatt weiter aussührt. nicht ohne Einfluß auf das Schicksal dieser Vorlage und damit Oes ganzen Notpro- ?ramms wäre, da dieses ja a l s einheit- iches Ganzes behandelt werden soll.

Die Bauernvereine zu den Wahlen.

Gegen die Gründung eigener politischer Parteien.

Berlin, 8. Wärz. (Priv.-Tel.) Die Vereini­gung der Deutschen Bauernvereine erläßt eine Kundgebung, in der es heißt: Die Vereinigung der Deutschen Bauernvereine ist parteipolitisch neutral und hat grundsätzlich ihren Einfluß durch die bestehenden politischen Parteien ausgeübt. Nach gewissenhafter Prü­fung der Sachlage hält die Vereinigung auch jetzt an diesem Standpunkt unverrückbar f e ft. Das gilt insbesondere gegenüber den neu auftretenden Bestrebungen, die Landwirtschaft i n besonderen politischen Bauernpar­teien zusammenzufassen. Eigene Bauernparteien schwächen den Einfluß des Bauernstandes. Die Gründung solcher Bauernparteien ist be­sonders dann auf das schärfste zu verurteilen, wenn sie von Parteien aus partei-egoisti­schen Gründen unter Hintansetzung der Einigkeit und Geschlossenheit des Bauern­standes nur deshalb erfolgt, weil man sich davon eine Stärkung der eigenen Partei auf Kosten anderer der Landwirtschaft nahestehender Parteien verspricht.

Oie Siaaisknsis in Meckleuburg-Strelitz.

Neustrelitz, 8. März. (WTB.) In der heu­tigen Sitzung des Mecklenburgisch-Streli er Land­tages gab Staatsminister Frhr. v. R e i b n i h im Namen des Staatsministeriums eine sehr eingehende Erklärung über das Programm der neuen Regierung ab. Im Anschluß daran kam der von Deutschnationalen, Demokraten und Hand­werkern in der vorigen Sitzung eingebrachte M i h° trauensantrag gegen die beiden neuen Staatsminister zur Abstimmung. Dem Staats­minister Dr. Freiherrn v. Reibnitz wurde das Vertrauen mit 19 gegen 16 Stimmen versagt. Nach längerer sehr erregter Debatte wurde der Antrag der Deutschnationalen, den beiden ge­nannten Staatsministern die Weiterführung der Geschäfte zu entziehen, mit 19 gegen 16Stim­men abgelehnt.

Trotzdem haben in vertraulichen Verhandlun­gen die Beinühungen um die Neubildung der Regierung in Mecklenburg-Strelitz größere Fortschritte gemacht, als es nach dem Er­gebnis der Landtagssitzung den Anschein hatte. Von unterrichteter Seite verlautet, daß ein« Annäherung zwischen den Demokra­ten und den Sozialdemokraten ftatt- gefunden hat. Die Sozialdemokraten haben den Demokraten das Amt des Landtagspräsidenten, das bis jetzt der Sozialdemokrat Dr. F o t h inne- hatte, für den Fall zur Verfügung gestellt, daß die Demokraten sich zur Unterstützung des gegenwärtigen Kabinetts bereiterklären oder sich aktiv an der Regierung beteiligen. Wie verlautet, ist anzunehmen, daß die Demokraten dieses Angebot annehmen werden.

Finanzausschuß

-es Hessischen Landtags.

Don unserer Darmstädter Redaktion.

D a r m st a d t, 8. März. Der Finanzausschuß stimmte der Regierungsvorlage auf Erstreckung des Finanzgesehes für das Rechnungsjahr 1927 aui die ersten drei Monate des Rechnungsjahres 1928 zu. Hierauf wurden die Beratungen des Staatsvoranschlags wieder aufgenommen, und zwar bei Kapitel 27 (M inisterium des Innern). Auf einen Regierungsantrag hin wurden zwei Referentenstellen des Ministeriums des Innern, die auf den Inhaber lauteten, rückgängig gemacht, so daß sie wie früher im Etat erscheinen. Es folgte Kapitel 53 (Landes­amt für das Bildungswesen), wozu ein Zentrumsantrag, zwei Schwerkriegsbeschädigte im Kultusministerium planmäßig anzustellen, an­genommen wurde. Ein kommunistischer Antrag, die Staatsratsstellen zu streichen, wurde abge­lehnt, das Kapitel angenommen. Die Beratungen wurden dann bei Kapitel 7 (Landestheater) fortgesetzt, das mit 7 gegen 3 Stimmen bei

3 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Ein kommunistischer Antrag, den Zuschuß für das Theater zu streichen, wurde für erledigt erklärt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser, das Landes­theater als Einrichtung des Landes auszuheben und es in Privatwirtschaft zu über­führen, wurde gegen 2 Stimmen abgelehnt.

Ein Antrag Hammann, LInvorher e e e es usw. zu streichen, wurde durch die Annahme des Ka­pitels für erledigt erklärt. Ein weiterer Antrag Hammann, Stücke arbeiterfeindlichen Inhalts dürfen nicht aufgeführt werden; es sind be­sonders Stücke revolutionären und proletarischen Charakters in dm Spiel- plan zu übernehmen, wurde der Regierung als Material überwiesen. Zwei andere Anträge; des kommunistischen Abgeordnct n Ham­mann beschäftigen sich mit den Eintrittspreisen; hiernach sollen den Erwerbslosen. Ausgesteuer­ten, Kleinrentnern usw. 10 Prozent der Eintritts­karten bei allen Aufführungen unentgeltlich über­lassen werden; für Volksschulklassen soll der Be­such des Theaters unentgeltlich sein. Auch diese Anträge wurden der Regierung als Material überwiesen. Zu Kapitel 54 (Stellvertretungs-, Aushilss- und sonstige Derwaltungskosten) lag ein Antrag von der Schmidt vor, einen Zuschuß an die Reichszentrale für Heimatdienst zu fWi- chen; der Antrag wurde abgelehnt und das Ka­pitel genehmigt. Kapitel 55 (Postgebühren) wurde bewilliat. Die Verhand'ungen werden am Freitag bei Kapitel 57 (Volksschulen) fortgesetzt. Eine Aktion des Pfälzer Bauernbundes

Speyer, 8. März. (TU.) Der Kreis- reglerung in Sveyer wurde'durch eine Ab­ordnung des Gesamtausschusses des Pfälzer Bauernbundes eine Erklärung überreicht, in der es u. a. heißt: ^Aus vaterländischem Pflicht­gefühl heraus erklären die in höchster Not be­findlichen deutschen Landwirte in voller Ein­mütigkeit: Wir können und werden keine wei­teren Zahlungen an die öffentliche Hand leisten. Wir können und werden keine weiteren Käufe tätigen. Wir sind nicht gewillt, Zwangsmaßnahmen weiterhin zu ertra­gen. Wir fordern Niederschlagung aller öffentlichen Lasten für die deutsche Landwirtschaft bis zur Sicherung ge­rechter Lebensgrundlagen für alle ihre Glieder. Nur sofortige Rettung der Landwirtschaft kann das deutsche Voll vor dem Chaos bewahren."

Verkehrsdebatte im Reichstag.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 9. März. Der Reichstag setzte am Donnerstag die Aussprache über den Veickehrs- etat fort, wobei er deutlich sein Bestreben zu­tage treten lieh, die Debatte auf das kleinste Maß zu beschränken. Schließlich muh er sich jetzt auch mit den Etatsberatungen beeilen, da nicht mehr allzuviel Sihungstage zur Verfügung stehen. Infolgedessen nahm die Aussprache einen recht flotten Verlauf. Sie wurde durch den Zentrumsabgeordnelen Giesberts eröffnet, der sich gegen eine Kürzung der Etatsmittel aussprach und Verdächtigungen der Opposition gegen das Luft.ahrtwesen entschieden zurückwies. Der Demokrat Wieland bemühte sich, Fehler unseres Verkehrswesens aufzudecken. Er ver­langte, daß die Reichsregierung der Reichsbahn eine Anleihe vermitteln solle, um auf diese Weise Tariferhöhungen zu vermeiden. Die Ver­zögerung des Baues von Wasserstraßen bedauerte er, für das Kra t ahrwesen verlangte et das Eingreifen des Reichssparfommissars, um eine Vereinheitlichung herbeizuführen. Einen Angriff des Voltsparteilers Mittelmann auf den Verkehrsminister Koch wi.s der deutschnationale Abgeordnete Q u a a tz zurück. Es kamen dann noch die Vertreter der kleineren Fraktionen zu Wort, worauf die Beratungen abgebrochen wur­den. Das Haus vertagte sich auf Freitag.

Wechsel im

Völkerbundssekretan'ai?

Benesch als Nachfolger Drummonds ausci sehen?

Paris, 8.März. (TU.) Der Genfer Berichter­statter desI n t r a n s i g e a n t" will wissen, daß der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, seinen Wunsch, nach England zu­rückzukehren, in Bälde verwirklichen wird, und daß als Nachfolger der gegenwärtige bschechoslow.ikifche Außenminister in Betracht kommen soll. Die Er­nennung Ben es chs, der bereits angenom­men haben soll, würde einige Aenderungen für die innere Geschäftsordnung des Völkerbundes zur Folge haben. Der Rücktritt Drummonds und die

Nachfolge Densfchr sollen im Laufe der nächsten Völkerbundsoersammlung anfangs Septem­ber erfolgen. Der Genfer Korrespondent des Blat­tes sieht ein Dementi der Nachricht der Form wegen voraus, behauptet aber, die Tatsachen wür­den die Information bestätigen.

Es ist auffallend, daß der Genfer Berichterstatter desIntransigeant", der diese üverraschende Nach­richt über das Ausscheiden Sir Eric Drummonds bringt, kein Wort des Bedauerns über den Wechsel in der Leitung des Völkerbundes findet. Der Grund hierfür ist sicherlich in der R i v a 1 i t ä t zwi- schen den hohen englischen und französischen Beam­ten in der Leitung des Völkerbundes zu erblicken. An die Ernennung Beneschs wird von französischer Seite die Hoffnung geknüpft werden, daß in Zu­kunft der französische Einfluß dank der Persönlichkeit Beneschs, der sich st e t s als treuer Freund Frankrei chs erwiesen hat. steigen wird.

Der Afghanenkönig bei Krupp

Besuch iu der Gußstahlsabrik.

Essen, 8. März. (WTB.) König Aman U 11 a h besuchte heute mit Herrn Krupp von Bohlen und Halbach die Gußstahlfabrik, wo die einzelnen Werksabteilungen besichtigt wurden. Hier machte Herr Krupp von Bohlen und Halbach einen Schnellastwagen, neuester Konstruktion, für die afghanische Regierung zum Geschenk. Einem Wunsche des Königs entsprechend soll der Wagen zurBeförderung oonSchulkindern aus abgelegenen Teilen des Landes dienen und wird von der Firma Krupp entsprechend eingerichtet werden. Nach einem Besuche des Hauptoerwaltunas- gebäudes fand abends in Villa Hügel ein Festessen für die afghanischen Gäste statt. Hierbei bewillkomm- nete Herr Krupp von BohLn die Majestäten namens des Hauses und der Firma Krupp, wie auch namens der rheinisch-westfälischen Industrie, von der hervorragende Vertreter anwesend waren. Er führte aus, daß der Eindruck, den der König von deutscher Arbeit gewinnen wolle, wohl nicht vollständig gewesen wäre, ohne wenigstens einen kurzen Einblick in dieses Land der Kohle und des Eisens. Der Redner erinnerte dann an die freund­schaftlichen jahrzehntelangen Beziehungen Afgha­nistans zur Firma Krupp. Herr von Bohlen schloß mit den besten Wünschen für den König und fein Land. Die Musik spi-kte die afghanische National­hymne. König 21 man Ullah dankte für die glänzende Aufnahme. Die Beziehungen zu Krupp feien für fein Land immer von größtem Nutzen gewesen. Mit den besten Wünschen für Deutschland. wie für Haus und Firma Krupp schloß der König, woraus di« deutsche Nationalhymne gespielt wurde. Um 10 Uhr abends fuhren die Gäste nach Essen, von wo morgen früh die Abreise nach Aachen erfolgt.

Der Fall LangkoPP.

Für den Farmer Langkopp, der in der vorigen Woche den Attentatsverfuch im Reichs­entschädigungsamt unternommen hat, sind jetzt die Verbände der Ausländsdeutschen ein­getreten. Der Ostafrika-Verband, der Verband enteigneter Deutscher aus Neu-Guinea, der Kameruner-Verband, der Verband der geschä­digten Südwestafrikaner und der Koloniale Zen­tralverband haben sich zusammengetan und Rechtsanwalt Dr. Frey ersucht, die Vertei­digung Langkopps zu übernehmen. Langkopp gehört keinem dieser Verbände an; er hat auch mit keiner dieser Organisationen in Verbindung gestanden. Sie interessieren sich jedoch für sein Schicksal, weil es sich hier um einen Mann handelt, der durch den unverschuldeten Zusammen­bruch feiner Existenz zur Verzweiflungs­tat, getrieben war.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Der hohe Luftdruck im Norden breitet sich südwärts aus, und die weitere Kaltluftzufuhr brachte bereits im nördlichen Deutschland verbreitet Nachtfrost und heute morgen Schneefälle. Aber auch in Mittel- und Süddeutschland setzte Tempcraturrückgang ein, und die Werte lagen um Null. Da die Kaltluftzufuhr weiter anhält, ist auch bei uns in der kommenden Nacht mit Frost zu rechnen. Sonst herrscht bei Be­wölkungszunahme trockenes Wetter vor.

Wettervoraussage für Samstag: Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wettc», leichter Nachtfrost, trocken.

Wettervorhersage für Sonntag: Leichter Nachtfrost, tagsüber meist heiter, trocken.

Lufttemperaturen am 8. März: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 3,9 Grad Celsius; am 9. März: mor­gens 1,1 Grad Celsius. Maximum 6,2 Grad Celsius, Minimum 0,4 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. März: abends 4,6 Grad Celsius; am 9. März: morgens 3,3 Grad Celsius. Sonncnfcheindauer: eine Stunde.