Ausgabe 
7.9.1928
 
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Nr 2U Drittes Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Freitag, 7. September (928

Turnen, Sport und Spiel.

Die Zrau und der Wassersport.

Hn<erc Zeit erfordert nicht nut .flanke" Män­ner sie erfordert auch .gan^c" grauen, welche die körperlichen und fleißigen Anlagen, die ihnen die Natur gegeben hat, Mir höchsten Entfaltung bringen. Au» dieler Sekenntni> heraus hat sich die 3bre des Sport» auch unter dem weiblichen Geschlecht siegreich durchgrietzl und alle Wider­stände überwunden. Der fit a u en|p o r t ist heute in al leit Ländern der «Uten und neuen Well anerkannt. Dabei findet auch der Wasser­sport allmählich die ihm gebührende Würdi­

Er-

und 17 Jahrhundert jedoch, als das ganze deutsche Vcbtn in enge Fesseln geschlagen wurde, da wurde auch auf da» Schwimmen ein Fluch ,'eleg» Schwi'mnei'. für Frauen galt nicht nur «it» g.sundheitslchädllch und leb:nsg?fäbrlich. e» wurde birclt für eine Todsünde gehalten. Erst du Neuzeit, der Erziehungsgeist. tvic er durch Roufseau «lutfam. hat der männlichen und auch der weiblichen 3ugrnd die Freuden und den Nutzen Schwimmens wiedergeschenkt Der Padaaoac Gut» Muths war der erste, der den Schwimmunterricht wieder unter die

gung.

Cm «iller Bolkelpruch lagt _ Wer im Wasser kl l der lungi und wird nicht alt". Diesen cduntUiHiten Wert d.» Bade» für gesunde Menschen hat der Sport frühz-ilig erkannt und ihn auch zur Grundlage des Wal'ertportS für tic .Frau gemacht. 3m Wassersport Hot es zu allen Zeiten eine .Frauenfrage" gegeben, denn bt ira.i muhte 'ich ha» Recht aus Wassersport ertt erkampse». 3m Mittel aller allerdings wo das Schwimmen zu den ritterlichen Künsten ae- hörte gewährte man auch dem weiblichen Ge­schlecht allerhand Bad fr.leiten. Do» Familien- lx>d i S du» als moder« Erscheinung gilt, war im Mittelalter selbstverständlich. 3m 16.

ziebungssächer ausnahm

3n der Gegenwart hat sich der Wassersport Ler Frau nicht so schnell entwickelt, wie andere Sportdisziplinen. Das Schwimmen haben eigent­lich die Pariserinnen in Mode gebracht, nachdem mannigfache Schwierigkeiten bezüglich der Bc- klcidungsfrage überwunden worden waren. Dann fand aber der W«.f er'iport al» 3dealsport zur gröhere Anh.inaerschast. Schwimmen bedeutet für die Frau Turnen im Wasser. Alle Organe und Muskeln werden zur Mitarbeit herangczogen und dadurch gekräftigt. Dazu kommt der "Reiz, den das kalte Wasser aus die Haut ausübt und ixt eine bessere Durchblutung der Haut im Gc- solge hat. Beim Schwimmen massiert gewisser« nmT'cn das Wasser den Körper.

Schwimmen im kalten Wasser im Freien steht unter allen Gesundheits-Sportarten der Frau an erster Stelle Schwimmen und Schwimmen ist aber zweierlei. Es genügt nicht, wenn man sich ein paar Froschbewegunaen abguckt und einübt. Da­mit kommt man Wohl ein Paar Stöße vorwärts, aber im tiefen Wasser, auf etwas größere Ent­fernungen. bei Wellengang oder Strömung ver­sagt bald die unzulängliche Fertigkeit. Gerade die Frau als Neuling im Schwimmsport muß vor einer kontrollosen Einübung gewarnt werden. Fehler, die beim Schwimmen zur Gewohnheit ge­worden sind, lassen ftch lehr schwer wieder ab- gewöhncn Man muß wissen, daß alles Schwim­men aus Atmung beruht. Arm- und Brinbe- wegunaen lediglich zur Fortbewegung dienen. Eine Schwimmerin soll erst einmal stilgericht Brustschwimmen lernen, und erst wenn sie eine gewisse Vertrautheit mit dem nassen Element erworben hat, mit anderen Stilarten beginnen. Kann die Frau sicher schwimmen, darf sie sich auch an andere WassersPorte, wie Nudern. Kanu-

sähren, Segeln ulw. wagen.

Sportrudern mit Maß und Ziel ist für gesunde Mädchen und Frauen ein Stahlbad des Körpers. Entschieden Stellung zu nehmen ist gegen das Rennrudern gegen männliche Äonlurreiw, da sich

dabei ungleiche Kräfte messen Der weibliche Körper ih der dazu erforderlichen Hochspannung nicht g.-wachsen Dagegen tonnen Frauen nach entsprechendem Training ohne irgendwelche Schä- digung Ruderwettbewerbe aulereinander sehr aut abhalren 3u begrüßen als Frouenwassetipvit ist da» Danterrudern. weil dabei die Anstrengungen der körperlichen Lelllungssähigtrit der Frau 'ehr gut angepoßt werden können

Das Leben in der freien Natur mit feinem großen Reiz, seiner Anlrruftslofigkeit. die Ab­härtung gegen Wind und Wetter, die Gntwick- Wicklung von Entschlußkraft und Ausdauer sind besonders für die wc bliche Fugend von hervor­ragendem gesundheitliche:., und erzieherischem Wert. 3n jüngster Zell hat sich der Wassersport der Frau neben dem Schwimmen und Rudern auch auf Wallerspringen und Wasserballspiel aus­gedehnt. Beide- 'intet immer mehr und mehr Anklang. Soll sich der Wassersport der Frau aller ungünstig entwickeln, so ist es notwendig, daß Schwimmen in der Schule Pflichtfach wird. Cclanqi* da» nicht der Fall ist. sollen es sich alle Mütter angclege i kin lassen, bei ihren Töchtern schon im frühen Alter Korperkraft. Mut und Tatenlust durch Wassersport zu wecken, denn er ist nicht nur her gesundeste Sport an sich, son­dern die dem weiblichen Geschlecht am besten lie­gende sportliche Tetäligunfl. Aus keinem Sport- gebiet kommen die Leistungen der Frau denen des Mannes so nahe, wie z. D. im Schwimmen.

A. M.

-.Faustballspiele desT.B.^846 Gießen

Aus vier Gauen des Mittelrhemkreises waren Mannschaften zu den Faustballfpielen de» T.V. 18 4 6 gemeldet worden, ein Beweis dafür, wie gern die Vereine, die da» Faustball­spiel pflegen, die Gelegenheit ergreifen, an einer solchen Veranstaltung te.lzunehmen. Leider war die Beteiligung au» dem eigenen Gau nicht so groß, wie man etwa, tet hatte. Und da muß man mit Bedauern feststellen. daß sich die Spiel- beweguag mehr und mehr lüt das Handball­spiel entschieden hat. das mehr Kampfspiel ist, schneller zu erlernen ist. dabei weniger technische BoUendung als Korperkraft und Ausdauer be­ansprucht. das dagegen auch niemals auf eine solche lünstler lche Höhe gebracht werden kann, wie das Faustballspiel. Bei der guten Vor­bereitung der Spiele war eS kein Wunder, daß 1 dello» fi ppte. 3n der M e . Uet­il a s se wurde die Mannschaft des T.V. 18 60 Frankfurt Sieget An die zweite Stelle kam T. V. Ballersbach. Die Gießener Mann­schaft blieb in sämtlichen Spielen, besonders aber im ersten, sehr hinter ihrem gewöhnlichen Kön­nen zurück, und nur die erste Halbzeit des Spieles gegen den Sieger Frankfurt mit dem Ergebnis 17:17 zeigte einen Anlauf zu besserem Spiel. Aber dabei blieb es auch. 3n der A-Älajfe wurde in zwei Gruppen gespielt. Das Entschei­dungsspiel, das Friedrichsdorf und 18 4 6 Gießen bestritten, gewannen wie gewöhnlich die Gießener, die damit seit drei Jahren im- geschlagen blieben. Die Spiele der Jugend­klasse gewann T.V. Wetzlar. Die kleinen Gießener, die anS Ende kamen, haben hoftentlich mancherlei hinzugelernt.

Handball her D. T.

Turnverein von 1846.

Samstag und Sonntag sährl die 1. Mannschaft nach Offenbach und Franlsurt. um fällige Rück­spiele auSzutragen Samstag spielt sie gegen die I Elf des Tv. Osfenbach Die Gieszener müssen sich zusammennehmen. um gegen den sehr spiel­starken Gegner einigermaßen abzuschnei^n DaS Gleiche gilt von dem Sp cl gegen Eintracht Frank­furt Da die Mannschaft des Turnvereins in ziemlich veränderter Aufstellung antritt und auch neue Leute in ihren Reihen bat. kann man auf den Spielausgang gespannt sein.

Verhängnisse.

Dioman von Liesbet Dill

Copyright Hy Martin Feuchtwanger, Halle <5aale).

20 Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Odette hatte bisher jeden Donnerstag einige Fa­milien bei sich gesehen. Leit dem Prozeße war die­ser Verkehr abgebrochen. Man kam nicht mehr zu ihr ins Haus. Irgend etwas war hängen geblieben, ein Verdacht mar geblieben. Der Prozeß hakte die ganze Gegend in Aufruhr gebracht, und die Leitun­gen mit ihren fettgedruckten Ueberfchriften hatten ihre Wirkung getan.

Nein, wirklich, man kann es uns nicht zu- muten", sagte die Frau des Notar», deren Mann die Deputierten aus Paris empfing.

lind da die erste Gesellschaft von nun ab ihre Türen geschlossen halte rar Odette, sagten die ande­ren BurgerssraUt'n, mit denen Dbette bisher keinen Verkehr unterhalten halle: ,.Da» fallt uns ein, sie em zuladen, jetzt, nachdem sie den anderen nicht mehr gut genug ist."

Man grüßte {trau Gontard seht odn oben herab, wenn man ihr begegnete. Odette ging selten au» in diesem Winter. Jeden fNüdnriuc.qfiegi? hin. aus zur Aathcbrale. brachte frische Blumen ha die Altäre sie hatte der Madonna ein neue* «leid gearbeitet au» Silbers pitze aus hellblauem Atlas. <te kniete stundenlang in der stillen, hohen, feier­lichen fiathebrale, den Ropf in den Händen, und dachte zurück.

Wenn lic dann nach einer Stunde zuruckkam, n>ir sie ruhiger. Aber es hielt nie lange an.

V» war ihr immer, als käme noch etwas ... Als märte irgend etwas hinter der Tür auf sie.

Tagsüber lief sie in dem engen, weitläufigen Hause treppauf, treppab, und arbeitete mit einer Emsigkeit, daß Charles tagte:Du niachsl es genau wie Mama. Du wirst auch eines Tages einen Herz- schlag bekommen." Etwas Fanatisches mar in die­sem Arbeitsdrange, tic arbeitete, um nicht denken zu müssen. In dem Getriebe her Wirtschaft ging es lind abends war sic oft so müde, daß sie während des Lesens schlief, eie las viel in dielen stillen Winterabenden, während sie und Charles «ich gegenüberfaßen in dem kleinen Wohnzimmerchen

nach dem Hofe, wenn draußen nichts hörbar war als das Geräusch des Regens und das Rasseln der

i Sl ille mit den Kettei

Obelle war abgemagert.

..Du arbeitest viel zu viel", sagte Charles.Du siehst gar nicht mehr gut aus." Das Blühende nxir aus ihrem Gesicht verschwunden, die rosigen Farben waren wie weggewilcht.

Glaubst du, daß sie ihn finden werden", fragte

Wie kann man das wissen? Rach dem Stncbel- bart können sie lange suchen So sehen in Marseille viele aus. Und wer weiß, ob er noch dort ist. Und ob er es tatsächlich gewesen ist."

..Aber, es könnte doch eines Tages sein, Charles ..."

Nun. dann wurde ich Gott danken", sagte er.

Für was danken?"

Daß wir die ganze Geschichte dann für immer los sind."

Sie schwieg. Auf ihnen beiden lastete noch immer der Druck, wenn auch die Gerüchte in der Stobt verstummt waren. Cs mar, wie wenn man Asche über das Feuer legt. Darunter glimmt es langsam fort. Und eines Tages konnte cri Windltoß wieder die Flaimne erwecke«'. Und bann brannte e» wie der an allen Ecken lichterloh.

Wegen des ewigen Regens waren die Hand­werksarbeiten im LangevilleschenSchlößchen" zum Stillstand gefomnien und imtiion d ar" konnte man vor dem Frühjahr nicht mit dem "Äbreißen beginnen. Es war, wie wenn alles auf etwas wartete.

Allmählich kamen wieder einig; Gäste in den ..tiion d or". die alten Stammgäste sanden lich zum Billard ein. und die Rrilenden übernachteten an Marktagen dort.

Eines ?lad>miüagf. als das Haus 'auber geord­net und still mar. faß Odette mit ihrer Stickerei am Fenster in dem kleinen Bureau. Und üc fühlte: es war wieder da. Gedanken und (Sc^penurr irrten um sie. Schatten standen auf. Das Geräusch des Regens, der von morgens bis abends aus grauen Wolken troff, der Anblick dieses Himmels, der schwer und Ichiefergrau über dem Lande hing, be­gleiteten ihre Gedanken.

Plötzlich kam Charles herein, um ein Aktenstück in dem Geldichranke zu suchen. Als er die Papiere beiseite schob, flog ein großer, rostiger Schlüße! heraus.

Die 2. Mannschaft empfängt auf dem llniuetfi- tätsptatz die 1 Mannschaft des Th. Tret# Der Spielausgang ist offen.

Handball in Großen-Lindcn.

Mniiincnbcn Sonntag empfang, die 1. Iugend- .nanntchaf r des Tb. Grr-f en-Linben die 1. 3ugenh- man:.schatt des Tv Grvßen-Bufeck Bride Mann- schaftz.i sind fid) z.^tich gleichlvcriig. io daß ein spanneride: Kampf za erwarten in, bei dem man den Ausgang otfenlaffen muß.

Leichtathletischer Äezirkswettkamps Westfalen - Hessen-Hannover.

Die Westfalen siegen IbM): H92 fünften.

ö. Wie vorauszusehen war konnten die West- falenbertrcter bei dem am Sonntag in Pader­born statigehabteu Rückkamp' den Spieß um- drehen und den Bezirkskampf siegreich gestalten. 3n den Sprintstrecken belegten die Westsalen alle ersten Plätze lieber 100 Meter und 200 Meter f egte jeweils der ausgezeichnete Münste­raner Porgmeler allerdings dickll gefolgt von Schaurig. Kassel. Meter 4?0 Meter muß­ten sich die Helsen mit dem 3 und 4. Platz be­gnüge n. Die Scharte wurde tedvch durch die S000-Meter-Leute miet'-r au ,,ewey> und wenn sich Christoph Gblftitgen, im 1500-Meter- Lauf so gut geschlagen bitte wie Walpert i Kalfell über 800, dann mire der Punktunter­schied in den Einzellaufw.tlbewerben nur gering gewesen. Die Staffeln waren ein besondere- Kapitel. Helfens 4 100-Meter-Sta'sel in der Be­setzung Dr. Grämet <Marburg». Bo t t iKaisel). Seipp iGießen 1900» Scha urig «Kassel) lag bis.um letzten Wechsel mit den Westfalen auf gleicher Hohe, da erii t den Schlußmann das Mißgeschick den Stad fallen zu lassen. 'Durch die'en Ausfall wurde Hesfen-Hannover um etwa 100 Punkte zurückgeworfen. Die 4 400-Meler- Staffel war von Dornfrrcin zu schwach besetzt als daß lic sich gegen die Gastgeber hätte durch­setzen können, wohingegen die Olympi'che den Gästen nicht zu nehmen war. Einen schweren Stand gegen die bekannten Hochspringer Stechenmefser und Lübkema nn ßaticn Schaurig II. (Kassel) und Seipp (1900 Gießen). Denn es letzterem gelang, mit 1,68 Meter hinter den beiden Westfalen, die 1.74 Meter übersprangen, den dritten Platz zu be­legen, so darf das immerhin als Erfolg gebucht werden. 3m Weitfprang wurde Seipp eben­falls Dritter mit 6.28 Meter. 3m Stabhochsprung zeigte der frühere westdeutsche Rekordmann AdamS (Kaf'el) mit 3,45 Meter immer nvch achtbares Können. Beim Speerwerfen waren die Westfalen eine ganze Klasse besser als ihre Gegner. Auch im Kugelstoßen ließen sich Hessens Vertreter Iunghenn (Kassel) und Gary (Marburg) auf den 3. und 4. Platz verdrängen. Allerdings machten sie im Diskuswersen wieder viel verlorenen Boden gut.

Kußball im Bezirk Main-Hessen.

Am kommenden Sonntag bietet der Bezirk Main-Hefsen wieder das gewohnte Bild des Vollbetriebes.

In der Gruppe Main liegt der Schwer­punkt der (Sreigniffe auf Frankfurter Boden. Hier gibt es vor allem ein Oristreffen zwischen zwei zur Zeit sehr aussichtsreichen Mannschaften. Union Riederrad, die Bezwingerin der Eintracht hat Rot-Weiß, den Tabellenersten, zu Gast. Rach der derzeitigen Lage darf man auf Rot-Weiß etwas größere Hoffnungen setzen, aber ein Sieg wird immerhi beträchtlich schwie­riger fein als in Aschaffenburg. Der F. Sp. V. Frankfurt wird im h.imischen Stadion mit dem außer Form beiindlichen F. C 1893 Ha - n au sicher nicht viel Umstände machen. Schwie­riger wird es schon Eintracht Frankfurt haben die zur Germania Bieber fahren muß. Mit entsprechender Aufmerksamkeit wird

Was ist das für ein Schlüssel?" fragte er Odette.

cie fchautc rasch auf.Das ist der zweite Schlussel zu dem Duponschen Hause."

.Haben wir denn zwei Schlussel davon gehabt?" fragte Charles.

Ja, ich glaube."

..Aber _ wie kommt beim der alte Schlüssel in meinen schrank?"

Du wirst ihn wohl früher dort hingelegt und ihn bann vergessen haben.

.Komisch", sagte Charles. Und er suchte in fei­nem Gedächtnis.Cs war ein Schlüffe!, den man drudcn beim Umgraben her Beete gefunden hat, und der Gärtner brachte ihn herein. Das wird er fein. Man kann ja einmal probieren", meinte sie, ohne hinzusehen.

..Ach nein. Mag er sich selbst um seine Sachen tummern, der Herr Capitaine". fügte Charte». Und er legte den Schlüssel wieder in den Schrank zurück.

Sie tarnen nicht wieder auf diesen Schlussel zurück.

..Denken Sie, Mchome, was ich eben gehör! habe", foate Marie, die Odette in der Ticke Waichc legen half,der Herr Capitalne soll sich in Pans verheiratet haben."

Wer sagt das?"

Nun, auf dem Markt haben ne es erzählt."

..Ach, die Veute reden so viel. Hören Sie doch nicht darauf."

Das ist kein Geichwär. Madame. Der Herr Maire hat ihn selbst getroffen auf dem Boulevard. Er ging mit einer Dame am Ann."

Und wer iagt. daß da» seine Frau war '"

Aber er hat ihn ja selbst oesprachen und ihm seine Frau vorgestellt. Sie ist sehr elegant, hübsch und noch ganz jung."

Hoftentlich ift ne ' ich reich foct Odette trocken, und sie zog das tirinentudj so fest an, daß es der dicken Marie aus beiden Händen 'log.

Tu. Charles". <agte Odette, als He noch Tisch pifammenfoßen,RenL ist verheiratet, höre ich."

Charles ließ die Zeitung finken.Do hast du das gehört?"

Odette erzählte ihm, ois Marie getagt hatte. Charles schwieg. Auf feinem großen guten Gesicht enchien ein lächeln wie immer, wenn der Name seine» Freundes genannt w irde.Der gute Remkl

e» aber auch hier den Franfturteim gelingen, tiegpcrch zu fein. Die F Vgg 1 §03 Fechen­heim nnrb zum mindesten auf eigenem Boden der Sp Tgg 1 860 1 8 9 4 Hanau vorgczogcn werden müssen. Victoria A schaffen bürg hat den Ruhm der ilnbefiegbarfeit auf eigenem Platze in diesem 3ahre gritndlich eingebüßt und wird auch gegen die Offenbacher Kickers mit einer Niederlage rechnen müfleit

3n der Gruppe Helfen stedl die Meilter- df, Wormatia Worms, vor einem weiteren sicheren Siege diesmal über Hassia Bingen Bei weitem nicht so leicht wird e» Alemannia W o r m» haben, die die Punkte bei der Sp Vgg. Arheilgen erst bart erkämpfen muß Sp B. Wiesbaden spielt zu Haust- gegen dic Sp. Gern. Höchst, die ihre dritte Niederlage wird einstecken mülk-n. Der 3.®. Gange n t>at gexte: den F. Sp. V 0b a i n z den Vorteil des eige­nen Platze» Ob b.crdurch die Mainzer an einem Siege gehindert werden können, bleibt abzuwar­ten Der V. f. L Reu-3senburg ift spielfret.

Spielvereinigung 1900 (Ziehen.

0. Auf her Wahlversammlung de» Wcstdeutlchci Spielvcrbandes. bic am n und 9. d M. in Cifer abgrhalten wird, fällt erst die Cntscheidung über da von derNeuko" «uisgearbeitete Spielst-stem, |o daf die Meisterschaftsspiele bestenfalls erst am lf> d M begonnen werden können. Die Zwischenzeit nutze- die Bcteine noch mit der Austragung von Gesell schaftsspielen rege au».

Luch für den kommenden Sonntag hat die Spiel Vereinigung 1900 Gießen einen namhaften (Segne, verpflichtet, denn die Ligamannfchaft empfangt bi« Bezirksligaelf vom Verein für Bewegungsfpiele ftm Hessen 05 Marburg. Die Marburger waren in Gie ßen immer gern gesehene Gaste Sie gefielen befon berv durch ihr überaus eifrige», fchnelle», bazi faires Spiel. Auch diesmal wird der opielorrlou ausgeglichen fein. Auf Grund der seitherigen Resul täte in Gesellschaftsspielen muß man die Gegner bi­einigermaßen komplettem Antreten siir gleich start halten. Spielt 1900 mit dem nötigen (Eifer und Ernst so bietet die Mannschaftsaufstellung Gewähr zur Ausmerzung der letzten Niederlage.

1900s Ligareserve steht im Rückspiel gegen bi< 1. Mannschaft vonAlemannia" Sechshelden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die Cinheimischei' diesesmal nicht als zweiter Sieger aus dem Treffen hervorgehen werden, beim der Platzverein spielt mit kompletter Mannschaft. Da» Dorspiel verlor 1900 in Sechshelden 4:1.

Die 3 Mannschaft spielt ein Gesellschaftsspiel in Steinbad). Der Ausgang ist völlig offen. Hier spielen die Platzoerhältnisie die Hauptrolle.

Die Jugend hat Lokaltteffen mit dem B. f. B Gießen, und zwar die 1. Iugendmannschasten auf dem Waldsportplatz und die 2. Iuaendmannschasten aus dem 1900 Sportplatz an der Liebigshohe

V. f. B.

Die Ltgcinannschaft Hal am kommenden Sonn­tag auf eigenem Platz bie Liga der Fuldaer Germania" in einem Gesellschaftsspiel iRück- spiel- zum Gegner. Die der 2. DezirkSligallass« angehövenden Gäste stehen in ihrem Kreis mit an führender Stelle und spielen einen gefälligen flachen Fußball. 3m Vorfpftl mußte sich Gießen mit einem 4:4-Resultat zufrieden geben. Rach den zuletzt gezeigten Leistungen dari man von der V. f. L.-Els erwarten, daß sie auch gegen Fulda nicht enttäuscht. Sie sollte knapp gewinnen können, wenn sie mit demselb.n Eifer und dem­selben geschlossenen Dillen kämpft wie an den Vorfonntogen

Da» Spiel der Ligarrierve gegen die erste Mannschaft des FußbnllveveinS Wetter finde! am kommenden Sonntag ebenfalls auf hiesigem Platz statt Ein Sieg dec D. f. B.-Els sollte wahr- fcheinlich sein, jcdock) nur dann, wenn ihr Sturm sich bellcr zusammensindet und durchschlagskräf­tiger spielt. Wetter wird um eine Niederlag: kaum h^rumkommen. es fei denn, daß es feine

Der alte leichtsinnige Kerl. Ich sind« cs ja sonder­bar von ihm, daß er uns nie davon geschrieben hat. Cb er wohl glücklich ist? Lch eigne mich nicht zum Chemann', sagte er immer ..."

Charles zündete sich eine Zigarre an.Daß man so abgefchnitten voneinander ifL Bür rohren so gute Freunde. Man konnte ihm nie böse fein, (fr rammt, tritt ins Zimmer reicht einem die Hand, klopft einem auf die Schulter, erzählt eine Menge luftiger Geschichten: Weißt du noch, Charles? .. 3a. dieses weißt du noch, Odette . . Ich weiß nicht, ob du das nerfteßft du bist noch jung, du hattest viele Freundinnen in Orleans und kannst noch neue finden. Aber ich ... ein Mann hat nur einen Freund. Und nur bi« Iugendsreundschaften taugen etwas. Das, was einen in der Jugend zu- sammengciuhrt hat, die (Erinnerungen, die Schule, das hält für immer. Ob einen auch das tieben später trennt. Cs find oft nur Kleinigkeiten Renö kann keine Briefe schreiben, und ich habe dazu keine Zeit."

Odette schwiea Sie hatte ihre Stickerei wieder aufgenommen.RenL hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt", fuhr Charles fort. ..(fr war mein einziger Freund. Ich hatte nur ihn. Unsere Ammen fuhren uns schon nebeneinander fparieren; mir itnb ;n dieser Stadt geboren, in einer Straße, 'ast in einem Hause. Wir haben dasselbe Gtzinna- *ium besucht, in demselben Internat gewohnt, die­selben Lehrer gehabt, haben unsere Ausgaben non- einander ^geschrieben Er lieferte mir die Aufsätze', er hatte Phantaiie und einen guten Stil und sagte mir in Gc'chichie nor. Dafür machte ich ihm leine Mathematik. Für die exakten Dissenjchaficn war er weniger. Wir gingen zusammen jur Kommunion, hatten im selben Monat Geburtstag, im Mai Seine Cltern gaben dann immer ein Gartenfest, und wenn im -tiion b'or* getanzt wurde. Iahen wir vom Born- speichcr aus zu. Er gab da solche Dachluken, durch dic konnte man die Tanzenden beobachten, das machte uns einen Heidenspaß. Als er in die Garni- son kam, hielt er mich immer auf dem laufenden. Tolle Abenteuer hat cr erlebt. Und immer gingen sie gut aus, für ihn wenigstens. Zch sagte ihm immer, du hast cm ganz ungewöhnliches Gluck. Aber einmal erwischt es dich doch. Aber er macht«- fich feine Sorgen. (Einmal ging eine Korrespondenz mit einer Dame aus Lisieux über meine Adresse."

Mit roos für einer Dame9"

(Fortsetzung folgt)