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dem Entwurf so zu: der diesbezügliche Satz tn der Erklärung der neuen Reichsregierung wird nirgends auf Widerspruch stoßen. Aber wie schon früher erklärt wurde, führt Deutschland seinerseits den Gedanken weiter oder gibt ihm noch konkretere Fassung und Wirkung. Das bedeutet also einmal, daß ohne die Weiterführung der Abrüstungsbewegung das ganze eine leere Deklamation bleibt. Es bedeutet svdarrn. daß das gleiche Urteil gilt, wenn nicht das, wie der amerikanische Vorschlag sagt,friedliche und geordnete Verfahren zur Regelung und Ent- stheidung aller Streitigkeiten oder Konflikte, welcher Art oder welchen Ursprungs sie auch sein mögen" (Einleitung und Artikel 2 des Ent­wurfs) bewußt angewendet wird auf die Fricdensverträge selbst, zu klaren und praktischen Normen ihrer friedlichen Revision führt, indem der Artikel 19 der Völkerbunds- satzung, der heute praktisch nichts bedeutet, eure reelle Dedeutung bekommt. Das hat die Regie­rungserklärung Deutschlands nicht ausgespro­chen. Sie hat sich auf eine allgemeine Zustim­mung und eine allgemeine Betonung des Ab­rüstungsgedankens beschränkt. Das aber ist nicht ausreichend.

Das ganze Problem ist verwickelt unö auch zu einem großen Teil reichlich theoretisch. Aber wenn man sich nicht absichtlich den Weg verbaut, ist es jedenfalls für Deutschland und sein Inter­esse ganz klar. Wir bezweifeln, ob diese Klarheit aus der amerikanischen Seite schon vorhanden ist. wo man über die komplizierten Schwierigkeiten und Llntcrscheidungen durch eine, möglichst ein­fache Fassung und durch einen möglichst schnellen Abschluß Hinwegzukommen glaubt. Nach allen Erfahrungen mit den Genfer Mächten, also wie­derum Frankreich und England, reicht dos aber nicht aus. Deutschland, dos in diesen Ausein­andersetzungen längst mitten drin steht, weiß, worauf es ankommt. Wenigstens sollte seine Regierung das wissen uni) der Reichstag dazu. Es wird letzt eine sehr aktive, überlegte und vorwärtsbringcnde Tätigkeit der deutschen Außenpolitik notwendig sein. Sie hat dabei nich! nur mit der Genfer Gegenseite und mit den Vereinigten Staaten zu tun, sondern, was man nicht vergessen möge, auch mit Ruß­land. Wenn nicht Rußland an dem Kellogg- Pakt ebenso beteiligt wird wie an der Genfer Abrüstungsfrage, so bleibt der Vorschlag noch theoretischer, als er ohnehin ist. Das ist eine schwere Aufgabe, besonders weil in die gleiche Zeit die Entscheidung des Schachthprvzesses fällt. Aber das hilft nichts!

ileberlegte Aktivität ist setz« für die deutsche Außenpolitik doppelt nötig. Wir haben durchaus nicht die Eile, bis zu irgendeinem nahen Termin den Kellogg-Cntwurf schon gezeichnet zu sehen. Der amerikanische Anabhängigkeitstag ist sowieso vorbei. Der französische Nationalfeiertag am 14. 2uli ist viel zu nähe. Es genügt vollkommen, wenn die Monate bis zur Genfer Völkerbunds- Versammlung benutzt werden, um die notwendige Arbeit zu leisten. 3m September treffen diese verschiedenen Linien sowieso zu einer Ausein­andersetzung zusammen, die von großer Bedeu­tung werden kann und unter Umständen für den Vöteerbund kritisch ist. So scheint unS die An­sicht des ganzen Problems und der deuffche Ar­beitsplan so deutlich gegeben, wie nut wün­schenswert, und daher ist in diesen Sommer­monaten für die deutsche Außenpolitik allerdings alles andere «als saure Gurkenzeit I

Oberheffen.

1 Landkreis Gießen.

-$ Lollar, 6. 3uli. Zu dem Bericht imGieß. Anz." über daö Gauturnfest in Lollar ist Vcrichtigend mitzuteilen, daß der Sanitäts­dienst bei dieser Veranstaltung von der LolloFer Kolonne des Arbeiter-Samariter-Bun­des versehen wurde.

V Steinberg, 6 Juli Ein seltenes D o p p e l j u b i l ä u m darf in diesen Togen un­sere Hebamme Elisabeths Jung feiern: ihr^4Ojähriaes Dienstjubiläum als Hebamme am 8. l. M. und acht Tage später ihr 40jähriges Ehejubiläum. Wie mancher Mutter bat die Ju­bilarin in dieser Zeit- in ihrer schweren Stunde helfend zur Seite stehen dürfen. Ihre große Pflichttreue und ihr allezeit liebenswürdiges, hilfsbereites Wesen haben ihr die Liebe und das Vertrauen der Gemeinde in hohem Maße ge­sichert.

Möwe im Sturm.

Zfiommi von Sophie Moerß.

8. Fortsetzung. Nachdruck verboten

Soll ich nickt mitgehen mit der Baronesse?" Maria zögerte. Sie wußte, es war nicht Sitte in Italien. Damen gingen nicht ohne Begleitung. Aber schließlich sie war hier eine Fremde. Wer küm werte sich um ihr Tun und Lassen! So ging sie allein aus dem Hause, nachdem die alte Türhüterin eine Gondel herangerufen hatte.

Auf dem Markusplatz war schon Leben und Bewc gung. Die Reisenden, die ihre Tage ousnutzen woll­ten, standen umher, den Baedeker in der Hand, und lasen mit lauter Stimme die Sehenswürdigkeiten herunter. Aber es waren ihrer nicht allzuviele, der kalte Frühling hatte die Leute im Norden abge­schreckt.

Maria war in Venedig gewesen im Lahre vor dem großen Krieg. Damals ein dreizehnjähriges Mädchen, hatte sie die Erläuterungen der Erzieherin als notwendige Pein empfunden, und allzuviel war nicht hasten geblieben in ihrem Gedächtnis. Aber der Tausende von Tauben erinnerte sie sich, und der Markuskirche, vor der sie gefragt hatte:Ist das ein Theater oder ein Zirkus?" So heidnisch war ihr die gold' und farbengeschmückte Front erschienen.

Jetzt lenkte sic den Fuß hinüber und trat ein.

Immer hatte das Dämmern der Kirchen eine große Macht über ihre Stimmung gehabt, obgleich sie ein fröhliches Weltkind nie kirchlich ge­wesen war. Ihre Mutter, die zweite Frau ihres Bakers, war eine kleine deutsche Prinzessin gewesen, die darauf bestanden, ihrem einzigen Kinde den pro- testantischen Glauben ihrer Familie zu geben. Und der Vater, der immer noch an der ersten Gattin hing, war diesem Kinde gegenüber zu gleichgültig gewesen, um ihr Schwierigkeiten zu machen. ?lber Maria war in den katholischen Kirchen so heimisch gewesen wie in den protestantischen, und die gütige Gottesmutter und die lieben Heiligen waren ihr vertraute Freunde, wenn sic auch nicht gerade an- betend die Hande zu ihnen hob.

Wie es durch das Dunkel der Säulenhalle überall von den Wänden und Kuppelbogen her aufglänzte! Wie die hohen Gestalten der Jünger imb Märtnrer,

' Grsßcn-Linben. 6. Juli. Zu dem Be­richt über das hiesige Krieger fest (Gieß. Anz. vom Mittwoch, 4. 7.) ist noch nachzutragen, daß auch der GesangvereinHarmonie" durch seine vortrefflichen Darbietungen wesentlich zur Bereicherung deS Festes beigetragen hat.

< Holzheim. 6. Juli Hiesige Landwirte, die mit Dickwurz hacken beschäftigt waren, sind auf ganz sonderbare, fast unglaubliche Weise u m ihr Frühstück bestohlen worden, das sie alter Gewohnheit gemäß vor Beginn der Arbeit ans Ackerende niedergelegt hatten. Lange Zeit fehlte von dem Dieb jede Spur, bis man schließ­lich den Uebel-täter auf frischer Tat ertappte und ihn beobachtete, eifrig damit beschäftigt, seine Deute unter Kleidern hervorzuzerren. Wer war der Gauner? Ein alter Rabe. 3n einer Ge­wann unserer Gemarkung in der Nähe des Wal­des sind bis jetzt über ein Dutzend Fälle festgestellt, wo ihm fein Spitzbubenstreich gelun­gen ist.

Kreis Friedberg.

WEN. Friedberg, 6. 3uli. Geheimer Sani­tätsrat Dr. Decker begeht morgen seinen 8 0. Geburts ta g in seltener geistiger und körper­licher Frische. Dr. Becker ubt heute noch seine ärztliche Praris aus und fährt bei Wind und Wetter mit feinem Fahrrad zu den Patienten. Ein Postschaffner wurde wegen Be­raubung von Briefen mit Geldinhalt vom Amt suspendiert. Der ungetreue Beamte ist schon über 20 Jahre bei der Post tätig. Festgenommen wurde hier ein junger Mann, der wegen Betrügereien von verschiedenen Behörden gesucht wird.

<5 Bad-Nauheim , 6. 3uli. Nach längerer Zeit fand heute unter dem Vorsitz von Kreis­schulrat Feuerbach wieder eine amtliche Kreislehrerkonferenz statt, an der alle Lehrkräfte der Volks- und Fortbildungsschulen teilnahmen. Der Vorsitzende konnte als Gast den neuen Kreisdirektor Rech thien begrüßen, der in längerer Ansprache herzlich dankte und aus- drückte, daß er es als seine vornehmste Auf­gabe ansehe, als Vorsitzender des Kreisschulamtes gemeinsam mit der Lehrerschaft an der Jugend­erziehung zu arbeiten. 3m Auftrage der Kreis- lehrerschaft entbot ihr Obmann, Jakobi (Fried­berg-Fauerbach), dem Kreisdirektor herzlichen Gruß. Kreisschulrat Feuerbach gab barm einen interessanten äleberblick über den Umfang des Volks- und Foribilbungsschulwefens im Kreise. Nach dem Stande vom 10. Mai 1928 bestehen 2 35 Volksschule lassen (1925, also vor dem letzten Qlbbau, betrug die Zahl 249). 22 Klassen haben noch über 60 Schuler. Die Ge- samtschülerzahl des Kreises beträgt 9175 (1925: 8702). Das Fortbildungsschulwesen zählt nach dem Stande vom 1. Dezember 1927 in 159 Klassen 3545 Schüler und 32 hauptamtliche Lehrkräfte, lieber die Schulgesundheitspflege und ihre praktische Durchführung im Kreise referierte Kreisschularzt Dr. Kirchner. Er besprach in sehr überzeugender Weise die Maßnahmen, die der Schularzt ergreifen kann zur körperlichen Förderung der Schulkinder und wünschte ein einiges Zusammenarbeiten mit der Lehrerschaft. Darauf erfolgte ohne Wahlgang die Wahl eines Kreislehrerausschusses. Von der Leh­rerschaft war eine Einheitsliste mit 13 Vertretern eingereicht worden, unter Berücksichtigung der konfessionellen Gliederung und der Schularten. Den Höhepunkt und Abschluß der Konferenz bil­dete ein Vortrag des älniversitätsprofcssors Dr. Götze (Gießen) über Namenforschung. Die trefflichen Darbietungen fesselten die Hörerschaft lebhaft und boten sehr viele Qlnregungen für die Lehrerarbeit. Die Ausführungen ernteten stärk­sten Beifall.

H reis Büdingen.

Qlibba. 6. 3uli. 3n nächster Woche ver­anstaltet das hiesige Landwirtschaftsamt einen AusbildungSturs für Sammler im Pflanzenschutzdienst. Dabei sollen die tie- rischen und pflanzlichen Schädlinge, sowie die Kranlheiten an den Kulturen feftgcftetlt und die vorhandenen Abwehrmittel und ihre Anwendung erörtert werden. Ein Rundgang ins Feld wird sich anschließen.

Krei4 Schotten.

Laubach, 6.3uli. Die Heuernte ist noch in vollem Gange. Sie fällt bedeutend besser aus als man dachte, und wird mindestens eine gute Mittelernte ergeben. Der Klee steht eben­falls gut; an einzelnen Stellen hat er aller­

seil .minderten von Jahren in ihrer gleichen Leucht­kraft, aus Tausenden von winzigen Steinchen zu­sammengesetzt, still in den Raum hineinschauten!

Am Altar wölkte sich Weihrauch. Gesang kam leise herab vom Chor, Knabenstimmen stiegen an rind sanken sanft wieder hinweg, sic konnte den la- leinischen Sang nicht verstehen. Nur den Dank im eigenen Herzen, der sie hierherein getrieben, den verstand sic. Erlöst ans der lieblosen Hast langer Jahre war sie zurückgekommen zu dem einzigen Her­zen, das ihr gehörte, lind weit und groß lag das Leben vor ihr, das heute da draußen mit Sonnen­licht und tausend jungen Blüten sein Auferstehen feierte. Sie mußte danken. Wem? Der Macht, die ihr geholfen. Und so kniete sie hin in einen der Bet­stühle und sagte immer leise vor sich hin: .Ich danke dir. O, nne ich dir baute!" Daun stand sie ganz heiter und erlöst auf. Nun ohne Grübeln und «sor­gen hinein in den jungen Tag. Schlendernd und hier und dort stehen bleibend kam sie an die Taufkapelle. Sie stutzte. Dort stand einer, hatte ein Skizzenbuch in der Hand und zeichnete mit schnellen, flotten Strichen den '.Raum ab. Den kannte sic. Ja, es fiel ihr ein, er I)at!e gesagt, er solle hier Illustrationen zu einem Roman entwerfen.

Leise glitt sic heran und blieb, ein Lächeln um die Lippen, neben ihm stehen. Er war so versunken, daß er nichts merkte.

Ein letzter Strich, der Stift wurde in das Blich geschoben. Da sagte jemand:Darf ich es nicht ein­mal sehen?"

So halle sie sich die Wirkung ihrer Worte nicht vorgestcllt. Wie gestochen flog er_ zusammen und starrte sie an. ..Sie? Sie? Sind «sie es wirklich?"

Ach nein, es ist mein Kleiderständer. Der ist mir davongelaufen."

Er lachte auf, und schnell des Ortes gedenkend fing er den Laut zurück.

Die Menschen sagen, es gibt kein Wunder mehr. Ich glaube wieder an Wunder. Druden vor dem Seitenaltar habe ich geswnden und gebetet: .All ihr guten Heiligen, die ihr diesen wundervollen Dau bewohnt, gebt mir ein Wiedersehen/ Und eh eine halbe stunde um ist"

./Dann müssen Sie ihnen nun auch danken dafür." Wie mache ich bas?"

Haben Sie bas danken verlernt? Ja, ich hatte es mich. Aber eben ist es mir doch wieder gelungen.

ßingS durch Mausefraß schwer gelitten, ist geschwunden imb durch Graswuchs ersetzt. Die Obsternte wird allem Anschein nach gering ausfallen. Nur die Birnen versprechen ein besseres Ergebnis. Den Hackfrüchten ist der Regen der letzten Tage sehr zustatten gekommen. Die Vorbereitungen zum Gauverbands­jubiläum, daS. wie berichtet, vom 15. bis

17. d. M. stattfindet unb womit ein großes Volks­fest verbunden wird, sind in vollem Gang. Die einzelnen Kommissionen entfalten eine eifrige Tätigkeit. Auf der Südseite des Ramsbergs werden demnächst zwei neue Wohnhäuser, darunter eine Försterwohnung, erbaut werden. Hoffentlich _ wirb die landschaftlich so an- ziehrnde Stätte von weiterer Bebauung verschont.

Rätsel-Ecke.

Silbenrätsel.

a be bran drei che bc de do eh erb ga garb gir i irm lan ni preis ra ran rei ren se sen sol

Aus vorsiehenben 25 Silben sind neun Wörter zu bilden mit folgender Bedeutung: 1. weiblicher Personenname, 2. Fluß in den Vereinigten Staa­ten; 3. Stadt in Mecklenburg; 4. weiblicher Per­sonenname; 5. Erzeugnis der Zipchkunst; 6. Berufs­zweig; 7. Wiesenpflanze; 8. Ortsveranderung; 9. Blumengewinde. Sofern richtig gebildet, er­geben Anfangs- unb Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, zwei Reiseziele.

.Kreuzworträtsel.

Von links nach rechts:

5

io c

ii

9

13

12

fs \6

♦9

Vr-

'21 B

?o

0 v

1. Tropische Pflanze. 4. weiblicher Personenname; 7. wohlriechendes Harz; 8. Stadt in Westfalen; 10. Insekt; 12. dünner Stab; 13. Vorzeichen; 14. Sing­vogel; 17. Muse; 20. biblische Person; 21. Ruhepause; 22. Sultanname; 23. Kohlenprodukt; 24. Baumwoll­stoff.

Von oben nach unten:

1. Menschenrasse; 2. seidenartiges Gewebe, 3. Nährmutter; 4. Gesangstück; 5. wie 8, waacrecht; 6. arabische Hafenstadt; 9. altgriechische Stadt; 11. Zuckerart. 14. andere Bezeichnung für Feier; 15. Teil des Gesichts; 16. andere Bezeichnung für Wahl; 17. südrussische Halbinsel cm Schwarzen Meer; 18. flanellartiger Stoff; 19. männlicher Personenname.

Diagonal: AB heiliger Ort in Arabien. CD orientalische Kaffeeart.

Buchstabenfüllrätsel

s a . . m heißer Wind

. a n . e Verwandte

. . a r d männlicher Personenname ...en Hochgebirge in Südamerika p a . . . Würfelwurf

. . g u n e seichter Meeresarm

1 e . a . Vermächtnis

. 1 , . n Teil des Geflügel»

.... I herbstliche Naturerscheinung

h . . d a weiblicher Personenname

1 . . a u deutscher Dichter

Die Punkte sind durch Buchstaben zu ersetzen, die, sind bte Wörter ric' tig gefunden, aneinandergefügt, ein Sprichwort ergeben.

Magisches Dreieck.

a

a

a

n

u

Die Buchstaben in vorstehendem Dreieck sind um- litorbnen; es ergeben alsdann die drei äußeren Leihen, wie die drei wagerechten Mittelreihen

Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Stadt in Afghanistan; 2. Gedenkzeichen. 3. Stadt in Tirol;

4. Flächenmaß; 5. schlangenartiger Pelz; 6. Metall.

Kopfwcchselräisel.

Glosse Ocker Zeisig Anhalt Sichel Garbe Weile Anna Hilde

Vorstehenden Wörtern gebe man einen andern Kopf. Die neuen Köpfe ergeben, aneinandergereihr, eine viel benutzte unb beliebte sommerliche Ein­richtung bei der Eisenbahn.

Auflösungen.

Auslausch-Räffel.

Haus; Kali; Pore; Laub; Rose; Lahn; Kurs; Choc; Bachz Zahl; Skala; Dame; Haff; Fee; Uhr.

Siebenschläfer.

Magisches Quadrat.

i

m

M

e

mj

a

i

8

n>

m

e

e

8

e

1

Anagramm.

Eisenbahn.

Silbenrätsel

L Drachme; 2. Ischias; 5. Eller; 4. Drange; 5. Lasso: 6. Ysop; 7. Manifest; 8. Paletot; 9. Isolde, 10. Scheffel.

Die olympischen Spiele.

Rösselsprung-Reims.

Tue Gutes, aber verlange keine Dankbarkeit dafür.

Bilber-RätfeL

Lange jung bleibt, wer gern lacht, Unb den andern Freude macht.

Die Narrenkappe.

Splitter unb Sparren vom RedakttonSKsch.

Vorschuß.

Ein Sträfling, der eine Woche über seineZeit" hinaus im Neuyorker Zuchthaus Sing-Sing fest, gehallen wurde, forderte statt einer Entschädigung dieGutschrift" der zuviel gebrummten Woche für spätere Fälle ... Spare in der Zeit, so hast du in der Not ...

Potargrötzen.

Als die bellten Flughelden Wilkins und Eielson bei einer Berliner Finanzgröße geladen waren, sann di« Tochter des Hauses verzweifell darüber nach, wie sie die Herren wohl passend unterhalten könne. End- litb hatte sie eine kapitale Idee. Ihr Gesicht hellte sich auf und sie fragte die Piloten:Darf ich Ihnen vielleicht unseren Eiskeller zeigen?"

6in wahres Glück.

®tn Advokat erhält Besuch von einem seiner Klienten, bet ihm baß Honorar bezahlen will für eine Sache, bte er für ihn geführt hat

Wieviel bin ich Ihnen schuldig?" fragte der Klient.

Nun, Ihr Batet unb ich waren alte Freunde", antwortete der Advokat. .Da wollen wir sagen: tausend Mark."

.Da ist es aber ein Glück, baß Sie nicht auch noch meinen Großvater gekannt haben", seufzte bet Klient. Georg Dreßler.

Noble Firma.

Ein Reisender wurde durch fürchterlichen, an­dauernden Sturm auf Island festgehalten ^r telegraphierte an sein Haus in Hamburg:

Kann wegen Sturm nicht abreifen, sendet In­struktionen."

Die Firma antwortete:

. Beginnen Sie Ihre Sommerferien ab gestern!*

Es ist so einfach. Die guten Heiligen verlangen nur. daß es aus Herzensgründe geschieht. Man muß nur sagen: Dank, Dank, tausend Dank. Dos genügt ihnen."

Dank, Dank, o vielen, tausend Dank." Der Ton kam aus dem Herzen, aber die Augen suchten nicht die Apostel an den Wänden, die hingen nur an dem Mädchengesicht und waren so voll Freude, daß Maria langsam unter ihren Blicken errötete.

Müssen «sie hier noch viel zeichnen?"

Nein, hier nicht mehr. Ader zur Riallobrücke will ich und das bunte Treiben dort festhalten. Dolkstypen, Obstverkäufer, Bettler, Gondeliers, unb dann im Hofe bes Dogenpalastes eine stolz- herbe Dogaressu."

Ich wäre bamals, als wir vor vielen Jahren hier waren, immer so gern zur Brücke gegangen, aber Fräulein von Mecrsbera litt es nicht."

Wer war Fräulein von Meersberg?"

Meine Erzieherin. Sie ließ mich keinen Schritt allein tun. Unb hinter uns ging immer noch steif und würdevoll der alte Stephan."

Wenn Sie mich als Schützer annehmen wollen kommen Sic jetzt mit. Am Morgen ist das Treiben dort am heitersten. Und ich kenne die Stadt ganz genau, es kann Ihnen nichts zustoßen."

Wer verbot es ihr? Es war zu schön, so ganz frei und fröhlich durch den sonnigen Morgen zu gehen, durch die Kanäle zu fahren, sich verehrt zu fühlen imb umsorgt, mit kleinen Aufmerksamkeiten umaeben, mit Veilchen beschenkt, wie ein kleines Mädchen von seinem Studenten, unb einmal non Heyen hing zu sein, nur jung.

Als sic fast drei Stunden später vor dem H8ß- licheu Palazzo hielten, sagte Maria:Nun danke ich Ihnen sehr vielmals. Dank, Dank, tausend Dank. Und es ist ganz ehrlich gemeint Sie haben mir einen wunderschönen Morgen gegeben. Ich wußte nicht, daß man auf so nette Weise eine Stadt kennenlernen kann. Unb wenn der Roman in bem Blatt erscheint wie hieß es noch?, bann werde ich mir das kommen lallen unb bet jedem Bilde denken: Das sahen wir auch zu­sammen."

Und bei der Dogaressa, was denken Sie da, gnädiges Fräulein?"

,/Da sage ich mir: Armes Konterfei. Als du vor fünfhundert Jahren durch die Lagunen fuhrst, warst

du ein eingesperrter Vogel. Wir haben viel ver­loren, aber was haben wir auch bafür gewonnen. Zum erstenmal weiß ich, was das Wort heißt: Goldene Freiheit."

Möchte es Ihnen eine goldene Freiheit bleiben."

So ehrfürchtig hatte noch keiner ihre Hand an seine Lippen gezogen. So heiß hatten sic noch keine Augen z»m Abschied angeblickt. Aber darüber lieber nicht nachdenken.

Das Tor ging auf, sie trat hinein in die däm­mernde Halle.

Zwei Türen standen auf. Ein Mädchen war be­schäftigt, in den Stuben Ordnung zu schaffen. Aller- lei billiger Luxus prahlte aus Teppichen und Wand­behängen. Maria dachte verwundertWer wohnt beim hier unten?"

Eben wurde eine Tür ausgestoßen, ein junger Herr trat heraus, wandte sich noch einmal und rief in bas Zimmer zurück:Heute abend vor dem Cafe Quadri."

War das nicht Es war ja frellich Jahre her, da sah sie ihn zum letztenmal aber wer vergißt seine erste Backfischneigung? Fredi Hochheim von den Ofener Dragonern, der übermütige, aänzlich haltlose unb boch so höchst amüsante Cousin, der bte Tante Inno^entia immer Tante Unnützentia nannte, weil sie ihn scharf an die Kandare nahm, sooft er sjch auf Erdmannsbors sehen lieh. Sie hat ten sich gegenseitig nicht geschätzt, er unb die alte Durchlauch:.

Aber sah der heruntergekommen aus! Und doch Unb wenn sie noch gezweifelt hätte in dem un­lieberen Licht, sein Schreck verriet ihn.

Der Frebi."

Die Maria! Alle heiligen Nothelfer, was bringt denn ausgerechnet dich hierher? Willst doch nicht hierbleiben?"

2Iber sehr gern will ich hierbleiben bei der Elena. Wo gehör' ich denn sonst noch hin auf der Welt? Unsere Leute sind alle arm unb heimatlos geworden, Fredi."

Ja, ja, bist auch solch ein armes Hascheri. Eine arme Komteß. das war in seligen Friedenszeiten der Höhepunkt des Bejammernswerten, jetzt kannst dreist sagen, ein arm's Komtesserl hat's große Los gezogen gegen die durchlauchtigsten Herrschaften."

(Fortsetzung folgt.)