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Aus der Provinzialhauptstadt, (ließen, den 1. 3uni 1928. Aosenmonat

Deiche Preislicher hat sich die Rose nicht schon «fallen lassen müssen? Gute und schlechte, über« schvengliche und -arte, schlichte und kunstvoll«, ilnb sie hat sich um keine gekümmert, sondern hat wie alle Jahre zu chrer Zeit die Knospen erschlossen und ihren Duft in die lau« Lust ver­strömt Und sie wird rt weiter tun. solang« sie Menschen pflegen gleichgültig, ob die Zeit mit Donnerge tös deS Raketenwagens Fortschritte er­zielt. aus di« sie mit Stolz und ein wenig mit Ueberheblichleit blickt, gleichiülttg ob devttllen und Beschaulichen im Lande immer seltener wer- den und man lange suchen muh. um einen zu finden, der in bescheidener Selbstgenügsamkeit seiner Rosen im verträumten Garten acht hat. Und selbst wenn die Zeit darüber hinweagingc. wie sie über so viele* hinweggegangen ist, da- sie nicht schätzte und dann in den Staub trat, selbst wenn cd einst keinen mehr gäbe, der seine Muhe für Blumen verwendet«, so ent altete doch draußen am Rain die unscheinbare, schlichte, dürftig« 5^e<fentöle ihre kleinen Blätter und böte dem lichten Himmel da» Gold ihres Herzens dar

Ader das kann wohl gar nicht eintreten. Denn immer wird es noch einen geben, der sich am Dust der Blumenknigin erfreut Irgendwo wer­den sie doch gehegt werden, sorgsam überwacht, liebevoll geschnitten. Sie werden zu den nach uns Kommenden sprechen, wie Ite zu denen spra­chen. di« vor unS durch die Tage schritten, irgend­eine Frau wird sich übet sie beugen und liebevoll aus sie niederschauen, weil sie tbr ohne Morte sagen, wa» vielleicht noch so wohlgesetzte Morte nicht zu sagen vermöchten.

Gewiß verwel en und verblühen sie. Aber blei­ben denn wir selbst? Mer will Dauer verlangen von dem slüchtigen Dasein, dessen Bestes doch ist. daß es in raschem Laus dahinzieht, w.e eine Stern­schnuppe leuchtend dem. der da» Leuchten sehen will? Und oft genug mag es sein, daß die Sprache, die die Rose führt, länger währt, als sie währen sollte. _ Ä

RosenzeitI Aus Iahresmitte und Sommer- mittagshohe schreiten wir zu. Rosenzeit für man­chen. der mit unS jetzt die Straße zieht. Und morgen? Man soll nicht nach dem Morgen fragen, wenn da» Heute schön ist Und es kann schön sein, wenn man ihm Inhalt gibt, des entwegen man sicher sein darf, daß er auch später die ruck- schauende Rachprüsung be' eht. Sommer.age schei­nen nur lang, denn sie fliehen, wie der Mind den Dust verträgt, der aus Garten ülle strömt Lang nur dehnen sich die kurzen Tage, die ver­hangen sind. Derhangen von Rebeln und von Rückschau, die nur einen blassen Licht aum am Hefen Horizonte läßt O. ©

Baien für Freitag, 8 Juni

Sonnenaufgang 3.45 Uhr, Sonnenuntergang 20.13 Uhr. Mondausgang 0 Uhr, Monduntergang 7-53 Uhr

632; Mohammed in Medina gestorben (geboren um 570); 1768: der Altertumsforscher Johann Joachim Winckelmann in Trieft ermordet (geboren 1717); 1794; der Dichter Gottfried August Bärger in Göttingen gestorben (geboren 1747); 1810: der Komponist Robert Schumann in Zwickau geboren (gestorben 1856).

Äon der Augestettlenversjcherung

Rach dem Gesetz vom 29. März 1928 gelten alle Anwartschaften bi» zum 31. De­zember 1925 al» aufrecht erhalten, ohne Rück­sicht daraus, ob tüt einzeln« Jahre zu wenig oder kein Beitrag entrichtet wurde. Erst vom Jahre 1926 an greifen die allgemeinen Vor­schriften Platz, nach denen der Versicherte vom 2. bis 11. Kalenderjahre seiner Versicherung jährlich mindestens 8. vom 12. Kalenderjahre an jährlich mindestens 4 Beittagsmonate zur Er­haltung der Anwartschaft nachweisen muß. Bis zum Schluffe des Jahre« 1928 kann jeder noch beruf-fähige Versicherte, der seit 1913 mindestens 4 Beittagsmonate auf Grund der Versicherung«- pflicht zurückgelegt hat, seine Anwartschaft wieder aufleben lasten, toenn er die für 1926 und 1927 erforderlichen freiwilligen Beiträge nachentrichtet.

Rach dem gleichen Gesetz sind freiwillige Beiträge für die Zeit vom 1. April 1928 an In der dem jeweiligen Einkommen entsprechenden GehaltSklaste. mindesten» aber in Klasse B zu entrichten. In Klasse B können nur Beiträge von solchen Derficherien geleistet werden, die ohne Ginkommen stnd. oder deren Ginkommen im Mo­nat den Betrag von 100 Mark nicht übersteigt.

Durch diese« Gesetz sind ferner mit Wirkung vom 1. April 1928 die S t e i g e r u n g »f ä tz e

für Beiträge au» der Zett vom 1. Januar 1913 bi» 31. Juli 1921 in den Klasten F bis J er­höht und m den Klaffen A bt» E neu ein* gebührt worden Der Steigerungssatz beträgt für leben Beitrag m der Klass« A 0,50 RU. 6 0.75 Mark. C 1.00 Ml. D 1.25 Mk.. E 2,00 Mk.. F 2,50 OHL G 3.00 Ml.. H 4 00 Mk J 5.00 OHL Ferner ist der zum Ruhegeld gewähtt« Kin- derzuschuß von 90 auf 120 2HL jährlich erhöht worden. Renten, die vor dem 1. April 1928 festge stellt sind, erhalten die Leistungsver- befletung vom 1. Juli 1928 an, wenn he bann noch laufen. Die Umrechnung der lausenden Renten erfolgt von Ami» wegen. Die Höhe der neuen Rente wirb den Empfängern bei Zahlung der Rente für Juli 1928 mitgeteilt. Vorherig« Anfragen sind zwecklos

Der Verein evangelischer Organisten und Chordirigenten in Hessen

hielt dieser Tage in Franlsurt a. M feine dies» I ädrige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende. M. Rosenthal, Organist der Ghristusklrche zu Mainz, begrüßte die au» allen Teilen des Hessenlandes erschienenen Mitglieder. Gr gab bann btn Bericht über die im abgelaufe­nen Dereinsjahr geleistete Arbeit und die an ba» Hessische Landeskirchen amt unb da« Lande»« sinanzamt gerichteten Gingaben. In einer Aus­sprache über Bebeutung unb Ausaabe der Orgel im Gottesdienst wurde auch über Auswahl. Dar­bietung unb ,,a>vd bes Präludium» erschöpfend gesprochen. Die Gründung eines DereinSblatte» wurde beschlossen. um die Mitglieder über Der- einsarbeit. StandeSangelegenheUen und Fragen der Kirchenmusik rechtzeitig in Kenntnis zu setzen. Der Vorstand blieb im Amt. Als Rechner wurde Heldmann-Trebur. al» Beisitzer für die Pro­vinz Starkenburg H i tz e r o t y -Dreieichenhain neugewählt. Zum Schluß hielt der Vorsitzende einen Vortrag über .Kinderchor und Tonika-Do". In längeren klaren Ausführungen wie» et nach, wie man in Kinder-. Jungfrauen- unb Iüng- linaschören und dadurch die Gemeinde zum be­wußten funktionellen Hören unb Singen bringen unb zum selbständigen Gebrauch de» Gesang­buches mit Roten im Gottesdienst ergeben könne. Am Rachmittage besichtigte man die elektrisch« Orgel bet neuen LukaSkirche. die über 70 Re­gister unb ein prächtige- Fcrnwerk besitzt. Herr Rosen th al-Mainz ließ hier .Passacaglia" von D. FreScobaldi. .Präludium und Fuge" von I. S. Bach (Es-Dur) unb Fantasie über .Sin feste Burg ist unser Gott" von H. Schellenbera mit gewohnter Künstlerschaft erklingen unb gab so ber Tagung einen erbaulichen Abschluß.

Von der Kriegergräber ürsorge.

Da» soeben erschienene Iunihest der .Krieas- gräbersüisorge", bet Bundrsxeitschriit b«S Volls- bunde« Deutsche KriegSgrädersürsorge, Berlin, bringt eine anschauliche Schilderung bei Sol- datengräberfürsorge im Weltkrieg. G« geht dar­aus hervor, mit welcher Sorg' alt sich die maß­gebenden Stellen ber letzten Ruhestätten unserer Gefallenen annahmen, und wie sie alle» taten, wa« bazu beittagen konnte, diese Ghrenstätten de« deutschen Volkes vor dem Vergessen werden zu bewahren So wurde die Grundlage geschaffen, auf ber nach Bändigung be» Kriege« die maß­gebenden Behörden und ber Vol'svund weiter­arbeiteten. Letzterer machte es zu einer feiner Hauptaufgaben, die deutschen Krieg?rsriebhöse in fremden Ländern nicht nur vor dem end­gültigen Verfall zu schützen, sondern auch schlicht unb würdig nach deutschem Gmpfinden au»yi- gestalten Wie der Volksbund dabei vorgcht. zeigt u. a. ein Bericht über die AuSgestaltungs- arveitcn an dem deutschen Kriegersriedhof St. Martin in St. Quentin, der alcichsalls in der Iuninummer der eÄricg«gräbertür1orge ent­halten ist. Allen denen. Die einen lieben Toten aus diesem Friedhof zur ewigen Ruhe gebettet wissen, wird das Bewußtsein, daß jener auf einem würdigen und mit 2'tebe gepflegten Gottes­acker den lichten Schlaf schläft, zum Trost ge­reichen. Daran miteuarbeitrn, bin alle deutschen Kriegerfriedhöfe ebenso Zeugnis ab leg en von der viebe und Dankbarkeit des deutschen Volkes gegenüber feinen gefallenen Söhnen, ist Pflicht nicht nur aller jetzt Lebenden, sondern auch ber künftigen Generationen. Darum helfe jeder tat­kräftig mit an dem Merke be» Dolksbunbes Deutsche ÄriegSgräberfürforgel

(Siebener Wochen Marktpreise

S» kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis ISO, Matte 30 bi» 35. Käse (10 Stück) 60 bi» 140. Mirsing 25 bis 30. gelbe Rüben 30 bi« 40. Spinat 20 bi« 25. Römischkohl 20 bis 25. Spargel 63 bi« 100. Erbsen 70, Tomaten 110 bi» 120, Zwiebeln 20, Rhabarber 20, Kar­

toffeln 5 bi» 6. Aepfel 20 bis 60. Kirschen 70 bi» 120. Stachelbeeren 40. Erdbeeren 240 Sup­penhühner) bi» 120 Pf. da» Pfund Gier 11 fr» 12. Blumenkohl 30 bis 150. Salat 10 bis 20. fialatflurten 50 bt» 60. Ober-Kohlrabi 20 bl» 36. Rettich 20 bi« 30 Pf. ba» Stück; Radieschen Bd. 10 bi« 20 Ps.

Bornotizen.

Taoeskalender für Donnerstag Gießener Konzertverein VoUstonzert des verstärkten Landestdealerorchesters aus Darmstadt: 19.30 Uhr in ber Dolkshalle Gewerbeverein Gießen: Hauot- Derfommlung 8.15 Uhr im Gewerdehaus. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Feme". Astoria Licht- spiele:^ar^) Piel in falschem Derdacht".

" Hessische Zustizperfonalien. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wurde Kmts- gerichtsdireklor Schmahl in Gießen zum Landge- richt^birettor beim Landgericht der Provinz Ober- besten in Gießen als Nachfolger des verstorbenen Londgcrichtsdirektors Wiener ernannt. Lmtsgerichts- direktor in Gießen wurde Landgerichtsrat Keller, der bis vor kurzem beim Oberhefsischen Landgericht in Gießen tätig war und bann an das Landaericht in Tarmftabt versetzt wurde Amtspcrichtsdirektor Keller gehört bekanntlich feit einiger Zeit als Nachfolger des zum hessischen Gesandten in Berlin ernannten Zentrumsabgcordneten Nuß als Mit- Jüeb der Zentrumsfraktion dem Hessischen Land- igr an.

* Don ber Historischen Kommifsion für Hessen. Zum Mitglied der Historischen Kom- Mission für den Dolksstaat Hetzen wurde u. Dr. Cor­neliu* Freiherr von Heyl zu Hernsheim er­nannt.

Ursprungszeugnisse für di e Kir- schenausfuhr nach England. Wie daS Hell. Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. Abt für Ernährung unb Landwirtschaft, be­kanntgibt. hat die englische Regierung ber Reichsregterung mitgeteilt, daß $ur 3erbinbe- rung der Einschleppung der Ktrschfruchtlliege Kirschen, welche au« Deutschland nach dem 5. Juni nach England eingesührt werden, von einem Ur- Iprungszeugnis begleitet sein müssen, da» von den Lokalbehörden be» Ursprungslanbes beglau­bigt unb in bem angegeben fein muß, in welchem Lande unb an welchen Plätzen bie Rohkirschen gewachsen sind Für ben Volksstaat Hessen sinb die Ursprunaszeugnifse von den Gemeindebe­hörden auszustellen. Diese haben strengstens dar­über zu wachen, daß nur gesunde, mähen» freie Kirschen zur Ausfuhr kommen, da dieselben in England auf Befall mit der Kirschfrucht­fliege untersucht werden und bei Feststellung befallener Sendungen der Erlaß eine» Einfuhr­verbotes gegenüber deutschen Kirschen zu be­fürchten ist.

Helft der B a hn hof «m i ss i on! Am nächsten LamStag und Sonntag finbet im Bahn­hof Gießen und seiner Umgebung eine Samm­lung zugunsten ber hiesigen BahnhofSmission statt. Jedermann ttage dazu bei, diese» segens­reiche Merk zu unterstätzen. das in dieser Zeit der wirtschaftlichen Rot Tausenden von Heimat- und Erwerbslosen, Kindern, Jugendlichen, Kran­ken und Alten mit Hilfe und Rat beisteht. Jede Gabe ist willkommen!

* Reu Herstellung von Straßen. Seit einigen Tagen ist eine Erneuerung ber Rovn- ftraße im Gange. Dort werden die Bürgersteige durch Setzen von Bordsteinen und Verlegen von Zementplatten befestigt, außerdem ist noch vor­gesehen. daß die Fahrbahn gewalzt und barm mit Oberflächenteerung versehen wtrd. Die Ar­beiten dürften noch etwa vier Wochen in An­spruch nehmen Rach dem Abschluß dieser 6tra­benerneu erung wird die Schvttstrahe zwischen Rordanlage unb Steinstrahe ebenfalls eine Be­festigung ber Bürgersteige in der gleichen Weise wie die Rovnstrahe erfahren. Im Zusammenhang mit der Erneuerung ber Kirchstraße wird auch die Marktlaubenstraße einen neuen Asphaltbelag auf dem Bürgersteig sowohl, wie auf der Fahr­bahn erhalten, da der jetzige Belag infolge seines hohen Alters als vollkommen necbrau<$t anzu­sehen ist. Die Marktlaubenstrahe war die erste Strobe unserer Stadt, die einen Asphaltbelag der Fahrbahn erhielt.

Sonderzug Gießen Großen-Lin- den. Aus Anlaß des Sangcrfefte» in Leihgestern verkehrt am nächsten Sonntag, 10. Juni, ein Verwob tungssonderzug mit 2. bis 4. Klasse von Gießen nach Großen Linden. Der Eonderzug sahtt um 8 05 Uhr in Gießen ab und trifft um 8.16 Uhr in Großen- Linden ein. (Er ist für den allgemeinen Verkehr frei-

Einbruchsdieb st ähle. Wie der heutige Polizeibericht mitteilt, wurde nach den Wohnungs­einbrüchen am Sonntagnachmittag, über die wir

bereits berichteten, in der Nacht zum Moutaa noch ein Einbruch > im Bi.rtunnel bes Bahnhofs Gießen ausgefübrt unb dort Bargeld entwendet. Bet särmstchcn Einbrüchen am Sonntagnachmittag und in der Nacht zum Montag kommen offenbar dieselben Täter in Betracht, die in letzter Zett auch in andere» Städten u. a. in Marburg unb Darmstadt gleichartige Einbrüche verübt haben. Wi der Polizei gemeldet worden ist, wurd am Sonntagnachmittag in unserer Stadt an verschiedenen Wohnungen von Unbekannten geflingeli Beim Deffnen der Korridor­tür wurde bann regelmäßig eine belanglose Auskunft erbeten ober ein ähnlicher Vorwand gebraucht. Da» ist bie übliche Methode der sog .KUngelsahrer" Per­sonen, die eine genaue Beschreibung der Verdächtig« geben können, werden ersucht, sich mit der Kriminal­polizei in Verbindung zu setzen.

Fe st genommen wurden in unserer Stadt wegen verschiedener Sttaftaten vier Personen.

Dom Hessischen Tiers chutzver- ein. Der Hessische Tierschutzoerein hält seine diesjährige Hauptversammlung in Oberhessen, und zwar am 6. Juli in Bad-Rauhcim ab.

Sendungen mit der Bezeichnung .bahnpostlage r n d". Um zu erreichen, daß Sendungen mit der Dttcichnung .bahnpostla- gemb" oder einer ähnlichen Angabe unmittel­bar der in Betracht kommenden BahnhosSpost- anftalt zugeführt werden, wird den Postkunden. namentlich ben Deschästsreisenden, empfohlen, die Bezeichnung .bahndc>fspostlagernd" usw. in die Augen fallend farbig zu unterstreichen. Diele Ketmzeichnung ist nötig, um die Verteilbeamten, die sich bei her Eile, mit der sie den Dienst wahr­nehmen müssen, im allgemeinen daraus beschrän­ken. den Bestimmung-orl zu lesen, auf die be­sondere Behandlung der Sendung aufmerksam zu machen.

Bund für Hau» und Schule In der letzten Monatsversammlung sprach Amtsge- richtSrat Dro» im IohanneSsaal über .Ober- hessische« Volkstum". Redner ist ein feinsinniger Beobachter und darum ein gründlicher Kenner der Sitten und Gebräuche unlerer oberhessischen Devölterung. In äußerst humorvoller Weise schilderte er Land und Leute unterer heimat­lichen Provinz Zunächst führte er feine Zuhörer nach Alsfeld, jenem altertümlichen KreiSstädt- chen mit feinen romantischen Gebäuden und seinen schönen väterlichen Sitten und Gebräuchen, von denen ba» Maienblasen auch in unserer Stadt Eingang gesunden. Die Schwälmer in ihrer schönen Tracht ließ er an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Des weiteren schilderte er das Leben im oberhessischen Dorfe. Die Gut«- Übergabe, die Dürgermeifterwahl. die Braut­werbung, derSrauttoagen, der Hochzeitszug. da» Schlachtest und die Kirchweihe, ba« Afrmbmahl und das Leichenbegängnis waren heitere und ernste Bilder au« dem Dors- und Dauernleben. Rachdem er auch noch der in Ober Hessen hci- mtschen Spinnstube gedacht, schloß er seinen von inniger Liebe zur Heimat getragenen Vortrag mit dem Wunsche, daß ein in Gießen früher geübter Brauch, ba» Läuten vom Turm zur Morgen-. Wittag- und Abendzeit, wieder auf­leben möge. So war der 'Vvrttag ein Stück wahrer und echter Heimatpflege. Er wurde um­rahmt von Musikvorträgen, auSgesührt von Mit­gliedern unserer Militärkapelle.

Der Bund deutscher hirnverletz- tcr Ärieger, der die Interessen der im Kriege schwer hirnverletzt oder organisch nervenkrank gewordenen Kriegsteilnehmer verttitt, hält in der Zeit vom 8. bis 10. Juni seinen ersten Bun­destag in Frankfurt a. M. ab. On der Hauptver­sammlung am Sonntag, 10. Juni, werden Uni­versität-Professor Dr. Goldstein-Frank url a. M. über .Die Versorgung der Hirnverletzten" und Rervenarzt Dr. Feuchtwanger au» München überDie Arbeit»fürsorge für hirnver- letzte Kriegsbeschädigte" sprechen.

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Zwei Tage schwamm ich, an ein Holz geklammert, auf den Wellen, bis ich an den Strand einer lieblichen Insel trieb. Die Bewohner führten mich zu ihrem König Mihrd- schan, dem ich meine traurige Geschichte erzählte. Der König nahm mich liebevoll auf und gab mir das Amt eines obersten Aufsehers der Haremsgirten. Dort fand ich eines Tages eine wundervolle Tabakstaude, deren Nutzen auf der Insel noch un­bekannt war. Ich zeigte sie dem guten König und erzihlte ihm von meinen Mischungs­versuchen, so daß er meinen Plinen zur Anlegung von Tabakkulturen mit Begeisterung zustimmte* Damals glaubte ich mit dem edlen Tabak das höchste Glück und alle Zufrie­denheit finden zu können, aber auch der beste Tabak ergibt noch keine richtige Mischung. Ich sollte noch viel leiden und erdulden, bis ich die Vollkommenheit erreichte. Heute lobe und preise ich Allah, der unsere Wege wunderbar leitet; denn jene Tabakart brachte den schönsten Teil an Aroma in meine gebebte Cigarette (FerteeaHng fotgfl

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SALEM-RAUCHER

erzählt weiter i

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