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| mittels besonderer Maschinen, die aus Raupen laufen, auf ein Transportband geschafft, Meiches zu dem Schwelwerk führt. Auch die jetzt leitiggefteltte elektrische Pumpstation, bU die gewaltigen Mengen Kühlwasser ouS der Horloff heronswafst, wurde bereits probeweise ■ in Gang gesetzt. Ferner sind die Kessel unter Feuer, um die Turbinen zu erproben. Somit I dürste die gigantische Anlage, die ganz andere 8 Ausmaße angenommen hat als sich anfangs Der« | muten liest, in Bälde den Gesamtbetrieb auf» nehmen.
i Obbornhofen, 6. Marz. Dieser Tage sAsand die einzige diesjährige H o lz o e r st e i g e - rung im hiesigen Gemeindewald statt. Da eine öffentliche Ausschreibung nicht erfolgt war, hatten sich zumeist Einheimische eingefunden. Die Preise hielten sich auf der Höhe deS Vorjahres. B uchen-Scheitholz kam der Doppelraummeter aus 35 bis 42 Mk.. Buchenstöcke die gleiche Menge 1> bis 18 Mk.. Buchenreifig (Durchforstungs- reifer) wurden je 6 Raummeter mit 18 bis 22 Mk. bezahlt. Cichenknüppel erzielten einen Preis von 2^ bis 23 Mk. je 2 Raummeter. An Ruhholz Innen nur geringe Mengen zum Ausgebot, in der Hauptsache Wagnerholz. Durchschnittlich I-Lnt der Festmeter auf 20 bis 28 Mk. zu stehen, s Deichseln wurden je Stück mit 2 bis 5 Mk. bezahlt.
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Kreis Friedberg.
LPD. Friedberg. 6. März. Unter grober Beteiligung fand hier die 15. Grneralverfamm-- log des OBettcr aucr Reitervereins statt. Ein endgültiger Beschlust, auch in diesem Ichr in Friedberg ein Reit- und Fahrturnrer cb;uhalten. kam noch nicht zustande, 11. a. befaßte man sich auch mit der Errichtrmg einer Reithalle. da die Reitbahn der Schutzpolizei ben Anforderungen nicht mehr genügt. — 3n inchreren Orten der Wetterau ist unter den 16 Hweinen die Rotlaufseuche ausge- bpvchen.
< Bad-Rauheim, 6. März. Rachdem der langjährige, verdienstvolle Vorsitzende des hie-- igen Ortskartells der 'Beamten, Lehrer Porth, jun Amt niedergelegt hat, wurde ©teuer* in Ipeitor Plaag zum ersten Vorsitzenden ae- >v<hlt. Da man auf die Mitarbeit Lehrer Porths c6:r nicht verzichten will, erfolgt- auf allgr- r,rinen Wunsch seine Wahl zum 2. Vorsitzenden. 8<s hiesige OrtSlartell der Beamten hat eine eigene Sterbekasse eingerichtet, der bis jeiit 160 Mitglieder beigetreten sind.
Kirch-Gons. 6. März. Heute wurde dahier der Lehrer i. R. Karl Rahn zu Grabe getragen, der von 1381 bis zu seinem Abbau, gIId 43 Jahre, die zweite, dann ab 1893 die fr fie Sch ul stelle inneyatte, und tn diesem Be- m'e sehr segensreich wirkte, drr aber auch als geborener Kirch-Gonser für das Wohl setnes Heimatortes, wo immer er nur tonnte, eintrat. to verdankte die Gemeinde neben dem früheren Geistlichen und dem früheren Bürgermeister vor «!lcm seinem unermüdlichen und entschiedAien Antreten, dost Kirch-Gons eine Ha test eile der Main-Weser-Bahn wurde. 3m VereinSleden pirlte er sehr fördernd. Er war Vorsitzender her Obstbauvercins, des Kriegervereins und Di- P»ftor der Spar ässe. Zwanzig Jahre lang war tr Dirigent des Gesangvereins „Germania'. dem tr bis zuletzt seine Dienste zur Verfügung stellte. A» der Kirche hatte er das Amt eines Orga
laben und Transportieren der Kohle geht auf nieschinellem Wege vor sich. Die Schürfvorrichtung liefert bei einem Zug vier Kubikmeter ge« machsene Kohle und gibt sie in Spezialwagen, li- Bauart Talbot, von denen die Grube vier besitzt. ■ 6ie sind von der Aachener Waggonfabrik ge« liefert. Jeder dieser Waggons saht 28 Kubik« nieter und hat 20 Tonnen Tragkraft. Diese bringen die Kohle zu den Halden, die nach Inheiden zu liegen, wo sie sie selbsttätig entladen. Dreihig solcher Wagenladungen würden also etwa dem Tagesverbrauch der Schwelerei f* entsprechen. Auf den Halden wird die Kohle
I Vereins, dem mit wenigen Ausnahmen alle Frauen des Dorfes angehören, vereinigte gestern abend die Mitglieder mit ihren Angehörigen im Saale !des Gasthauses „Zum Löwen" zu einem Fa - milienabenb, der reiche Abwechslung bot durch Gesang, Theateraufführungen, bei denen die Mädchenvereinigung und der Kriegerverein initwirkte, und die grobe, aber inhaltsreiche Kaffeepause, die der leiblichen Erfrischung diente. Der Frauenverein, der im vergangenen Jahre eine neue Altarbekleidung gestiftet hat, will diesmal der Kirche einen Altarteppich schenken. Eine auf der Schlußfeier, veranstaltete Sammlung ! unter den Mitgliedern hatte ein erfreuliches Er- g ebnis. Daher hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Schorlemmer von Lich zum Beginn deS 2bends einen Vortrag über Kirchenteppiche, über tzre Herkunft aus dem Morgenland, ihren Gebrauch und ihre Herstellung und künstlerische Lusstattung; er erläuterte seine Ausführungen an verschiedenen Mustern, die der Versammlung vorgeführt wurden.
4stÄusdemHorlofftal,6. März. Mit der Aussaat der Sommerfrucht wurde gestern begonnen; der erste Hafer wurde gesät. Es ist dies der früheste Termin der Frühjahrsbestellung seit vielen Jahren. Trotz des herrlichen Sonnenscheins sind die kalten Nächte mit Frösten von 5 Grad Geb fiiis dem Auslaufen der Saat nicht dienlich.
Is. Aus dem mittleren Hor! offtal, k. März. Soweit sich bis jetzt überblicken säht, hat in unserer Gegend die Winterfrucht die falte Jahreszeit gut überstanden. Es sind keine Spuren von Auswinterung zu sehen, mich der Stand der Saaten ist befrie- d i g e n d. Jedoch ist die ganz ausnahmsweise bebe Tagestemperatur, wie sie zur Zeit in Verbindung mit empfindlichen Rachtfrosten herrscht, sehr nachteilig, zumal wenn noch ein» ml Rückschläge erfolgen. 3n den Gärten beginnen bereits die Beerensträucher ihre Knospen zu entfalten, so daß ebenfalls ihre Blüten stark gefährdet sind. Bereits haben sich j» diele Gartenbesitzer durch die anhaltende gute Witterung dazu verleiten lassen, einen Teil der Gemüseaussaaten vorzunehmen. Allgemein i würden jedoch unsere Landwirte einen ausweichenden Regen lieber sehen, da das Land besonders in Gemarkungen mit Drainage zu jäh durch die scharfe Märzluft und die maiähnliche Somien- ti>ärme ausgetrocknet wird.
s. Trais-Horloff, 6. März. Die F o r - !!kderung von Braunkohle mit der neuen Baggeranlage hat seit einiger Zeit auf der Gewerkschaft „Friedrich" begonnen, So- lange der ©efamtbetrieb noch nicht im Gange ist, ; wird die Kohle auf Halden geschasst. Ein gewisser Vorrat ist schon deshalb notwendig, da für die f Schwelerei in einem Dreischichtentag etwa 600
nisten hme, in dem er sich allerdings in letzter 3eit vertreten lassen muhte. Hm seines zuvorkommenden, freundlichen Wesens willen war Lehrer Rahn in allen Kreisen sehr beliebt, und die Worte, die an seinem Grabe geredet und die vielen Kränze, die iliedergelegt wurden, zeigten, welcher Beliebtheit und Wertschätzung er in der Gemeinde und weit darüber ^.naus zu seinen Lebzeiten sich erfreuen durfte.
# Wohnbach, 6. März. Die N u tz. und Brcnnholzoersteigerung im hiesigen Gemeindewald, die wegen der großen ansallenden cholz- mcngen drei Tage in Anspruch nahm und zu der sich eine große Zahl von Kaufliebhabern bis weit in die Wetterau hinein eingesunden hatte, ergab hohe Preise. Eichenschnitcholz, erstklassige, zarte Ware, kam auf 60 bis 80 Mk. je Festmeter, Fichtenschnittholz aus 45 bis 60 Mk., Eichenstammholz, als Wagnerwerkholz geeignet, wurde mit 20 bis 35 Mark bezahlt. Die Preise für Buchenscheitholz bewegten sich von 32 bis 40 Mk. je Doppelraummeter, entsprechend war der Kaufpreis für Stöcke und Reiser.
00 Rieder-Florstadt, 6. März. Der G e - m e i n b e r a t bestimmte in seiner Sitzung die Zahlungsbedingungen für die cholz- Verkäufe. Danach ist j des Kaufpreises sofort, die nächste Rate am 1. Juli und der Rest am 1. Oktober zu bezahlen. Bei Barzahlung wird 5 Prozent Nachlaß gewährt. Wer noch im Rückstand mit fälligen Zahlungen ist, erhält keinen Zuschlag. Bei der letzten Versteigerung, bei der hauptsächlich abgestandenes Holz zum Verkauf kam, wurden für den Raummeter Buchenscheit 18,50 Mk., Buchcn- fnüppel 14 Mk., Eichenscheit 12 Mk., Eichenknüp- pei 6 Mk., Buchenstäcke 6 bis 7 Mk. und Buchen- rdfer 4 bis 5 Mk. bezahlt.
am. Stammheim, 6. März. Am Sonntag fand bei herrlichem Sonnenschein die Einweihung des hiesigen Gefallenendenkmals statt. Aus nah und fern fanden sich gegen 600 Personen zusammen, so daß die hiesige Kirche, in welcher der erste Teil der Feier verlief, die Menge nicht alle fassen konnte und viele noch auf der Straße stehen mußten. Die Feier war ein schönes Bild der Einigkeit. Alle Vereine hatten sich dazu eingefunden. Bemerkenswert war besonders der Massenchor „Wie sind die Helden gefallen" von A. Mendelssohn dadurch, daß alle Gesangvereine und gemischten Chore vereinigt waren. Zwischen den Gesänaen spielte der Posaunenchor der landeskirchiichen Gemeinschaft Ctammheim würdige Weisen. Während Bürgermeister Schenk die Begrüßungsansprache hielt, hatte Pfarrer Hamburger die Weiherede übernommen. Die Versammelten zogen nach dieser Rede vor das neben der Kirche errichtete, von dem aus unserem Orte gebürtigen Architekten Schwing entworfene Denkmal. Auf einem hohen Sockel liegt ein Lorbeerkranz von einem Stahlhelm überdeckt. Das Denkmat ist von der Firma Scholl in Darmstadt in Muschelkalk ausgeführt. Der Posaunenchor leitete mit dem Trauermarsch aus Samson die Enthüllungsfeier ein. Pfarrer Hamburger nahm darnach unter dem Läuten der Kirchenglocken die Enthüllung vor. Rach dem Spielen der Weise „Morgenrot, Morgenrot" gab die Gewehrabteilung des Kriegervereins eine Ehrensalve ab. wonach der Gesangverein „Germania" das Lied „Zkch hat einen Kameraden" hören lieh. Rachdem von der bürgerlichen und der Kirchengemeinde, sowie von allen, Vereinen — sogar von den Auslandgemeinden in Argentinien — Kränze niedergelegt worden waren, dankte Bürgermeister Schenk allen, die zum Gelingen dieser harmonisch verlaufenen Feier und zur Errichtung oes Denkmals mitgeholfen hatten, und nahm das Ehrenmal in den Schutz der Gemeinde.
StreiS Büdingen.
* Ridda, 6. März. Die hiesige Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland veranstaltete hier im „Gambrinus" ein Winterfest, wozu die Mitglieder mit ihren Angehörigen und zahlreiche hiesige und auswärtige Gäste erschienen waren. Der Vorsitzende der Schulgruppe der Realschule Ridda des V. D. A., Studienrat Draunewell, hieß die zahlreich Erschienenen herzlich willkommen und gab über den Zweck und die Ziele deS Vereins eingehende Aufklärungen. Gedichte, Musikvorträge und die Aufführung eines Theaterstückes „Die Eänsemagd", nach dem bekannten Grimmschen Märchen bearbeitet, boten reichlich angenehme Unterhaltung. Sämtliche Darbietungen fanden ungeteilten Beifall der Zuhörer und wurden nur von alteren Realschülern ausgesührt. Ganz besonderes Znterefle und vollen Beifall erntete auch der Vortrag des Deutschrumänen Sieb» recht aus Bukarest, der gegenwärtig in Darmstadt wohnt. Er verstand es. aus eigener Erfahrung die mißlichen Verhältnisse und die Rotlage der vielen Deutschen in seiner Heimat zu schildern. Mit herzlichen Dankesworten an den Redner sowie an Studienrat Braunewell für feine Mühewaltung bei Einübung der von den Schülern vor'üglich ausgeführten Unterhaltungen schloß der erste Vorsitzende 6er Ortsgruppe, Lehrer Dieter hier, die eindrucksvolle Feierlichkeit, deren Reinertrag den notleidenden Volksgenossen im Auslande zugute kommen soll.
# Ober-Widdersheim. 6. März. Sie kürzlich stattgehabte Iaadverpachtung fand nur zum Teil die Genehmigung des Gemeinde- ratd. Infolgedessen wurde jetzt der südlich der Bahnlinie Gießen—Gelnhausen gelegene Teil der Feldmark mit den Walddistri'ten Scheuer- und Hochwald erneut auf sechs Jahre ausgeboten. Höchstbietender mit 310 Mark blieb Land- und Gastwirt Karl Eifer I. von hier. — Rachdem um die Iahreswende die hiesigen Basalt- werke durch Rachlassen der Lieferungen zum Teil auf Lager arbeiteten, hat sich mit dem Einsetzen besserer Witterung der Absatz wieder bedeutend gehoben. Reben Schotter imd Splitt herrscht unverändert Rachfrage nach Pflastersteinen. Auch der Bezug von Erzeugnissen der BasaBndustrie durch Fuhrwerke hat in letzter Zeit wieder zugenommen. — Um dem Ge - meindesteinbruch, der an ein Konsortium verpachtet ist, weitere AuSdehnungsmög'ichkeiten zu gelten, ist eine mehrere Morgen große Waldfläche mit Sichende st and abgetrieben worden.
# Echzell, ö. März. Wegen Seuchengrfahr waren die letzten Märkte hier ausgefallen. Gestern wurde nach längerer Zeit wieder der erste Schweinemarkt abgehalt n. Reben etwa 15 Eigenzüchtern aus der älmiegrnd waren verschiedene Händler anwesend mit einem Gesamtaustrieb von etwa nur 170 Ferkeln. Auch die Zahl der Kaufliebhaber war gering, was wohl seinen Grund darin hat, daß bei den niedri
gen Preisen für Schlachtschweine — der Preis ist hier auf 52 Pf. pro Pfund Lebendgewicht gesunken — die Mast nicht lohnt. Der Handel ging flau, und es verblieb äleberstand. Das Paar sechs bis sieben Wochen alte Ferkel kostete 30 bis 35 Mk., solche im Alter von sieben bis acht Wochen kamen auf 36 bis 40 Mk.. ältere Jungtiere wurden daS Stück mit 23 bis 26 Mb abgesetzt. Einige Lkachsrage herrschte nach älteren Springern und Einlegschweinen, für die je nach Alter und Stärke 35 bis 40 Mk. gefordert wurden.
-i- Aus dem Riddatal, 6. Marz. Heute wurde in den tiefer gelegenen Gemarkungen des Tales mit der Frühjahrsbestellung begonnen. Ser Zeitpunkt ist noch reichlich früh, aber die Felder sind infolge der anhaltend günstigen Witterung gut abgetrocknet, so daß die Aussaat glatt vonstatten geht und jedenfalls in der zweiten Wochenhälfte allgemein fein wird. — Die Holzknappheit in den staatlichen Waldungen bringt es mit sich, daß den losholzbereck)tigten Gemeinden das Losholz nicht merzr wie sonst in den angrenzenden Wäldern, sondern vielfach in weit abgelegenen Distrikten überwiesen wird. Statt des begehrten Buchenholzes enthält es jetzt meistenteils Eichen- und Fichtenholz. Die Losholz.zettel sollen erst ausgegeben werden, sobald die Waldwege genügend abgetrocknet sind.
SireSchotten.
# Freienseen, 6. März. Dieser Tage sand der vom Kreisschulamt Schotten veranstaltete Hauswirt fchastslehrgang seinen Abschluß. Die bewährte Leiterin, Fräulein D o h, sowie die Schülerinnen hatten zu einem Ab- schiedsessen in die Turnhalle eingeladen. Dom KreiSamt Schotten waren Geheimerat B o ck - mann und Kreisschulrat Kinkel erschienen, als Vertreter der Gemeinde Bürgermeister M ä n n ch e und Rechner 2 m m e l t, sowie Lehrer R e u ß als Vorsitzender des Schulvorstandes. Geheinrerat B v ck m a n n wies in einer Ansprache auf die Bedeutung der hauswirtschast- lichen Kurse hin, die in das ureigenste Gebiet der Hausfrauen einsuhren sollten, und sand anerkennende Worte für die aufopfernde Tätigkeit der Leiterin, die in ihren Freistunden einen Handarveckskurfus einlegte. Kreisschulrat Kin- k e l dantte der GemeüOe. die in anerkennenswerter Weise ein gut Teil der sachlichen Kosten übernommen hatte. Es wäre zu wünschen, wenn derartige Kurse in gewissen Zeitabständen könnten gehalten werden, da sie einem dringenden Betursnis der Landbevölkerung Rechnung tragen. — Zu einem zweiten Vortragsabend hatte der hiesige Kriegerverein eingeladen. Als Redner war Mehgerrneister Kray von hier gewonnen, der bereits im Laufe des Winters in den benachbarten Vereinen durch feine fesselnden Vorträge bekannt wurde. Vor einer stattlichen Zuhörerschar schöpfte der Redner auch hier aus seinem reichen Erfahrungsschatz, den er vor und während des Krieges sammelte. Den größten Teil seiner Ausführungen widmete er den Unterseebooten, die ihn 2'/s äahre als tapferen Seemann in die fernsten Meere führten. Ein frischer und gesunder Humor gab seinem säst dreistündigen Vortrag eine besondere Rote. Gute Lichtbilder ergänzten Mne Ausführungen, denen reicher Beifall gezollt wurde.
V Gedern. 6. März. Heute fand hier ein stark besuchter Schweinemarkt statt. Es waren 587 Ferkel und Lauser aufgetrieben. Die Preise für Ferkel schwankten zwischen 15 und 20 Mk., während für Läufer 25 bis 30 Mk. je nach Größe bezahlt wurden. Der Handel war äußerst lebhaft.
(Starfenburg.
* Darmstadt, 6. März. Der S t a a t s - anwalt hat öffentliche Anklage gegen die in Darmstadt erscheinende Wochenschrift „Datier ich", bzw. deren Herausgeber Rudolf, erhoben wegen öffentlicher Beleidigung des Vorstandes der hiesigen Ortskrankenkasse Knoblauch. Es war diesem in einem Artikel u. a. sein Lebenswandel und sein hohes Einkommen (24 000 Mk.) vorgeworsen worden. Knoblauch zählt hier zu den Führern der Sozialden'.okratie. — Der Darlehensvermittler Georg Ebert wurde von der Kriminalpoli.M wegen Betrugs und Wechselreiterei fest genommen.
WSR. Groß-Gerau, 6. März. Der Plan des Gemeinderats, das aus dem Mittelalter stammende Rathaus zu einer Gedächtnishalle für d i e Opfer des Weltkrieges umzugestalten, hat nunmehr die Genehmigung des Denkmalspflegers für Hessen gefunden. Es wurde in Aussicht gestellt, daß die Staatsregierung um die Bewilligung eines Zuschusses ersucht werde.
Rheinhessen.
Lpd, Mainz, 6. März. Der Haushaltsplan der Stadt Mainz weist für 1928 ein Defizit von 2,5 Millionen Mark auf. Zur Herabminderung des Defizits schlägt der Oberbürgermeister vor, den Rachlaß der Vergnügungssteuer für gewisse Vereine und Veranstaltungen, die in Zukunft steuerfrei bleiben sollten, aufzuheben; ferner foll die Gebäude st euer beträchtlich erhöht werden und zwar für ICO Mark von 20 auf 40 Pfennige. Auch die Gewerbesteuer soll eine E r - Höhung erfahren. Man hofft, daß durch diese steuerlichen Erhöhungen der Fehlbetrag von 2,5 Millionen auf etwa 1,25 Million herabgedrückt werden kann. Dieser neue Deckungsvorschlag foll demnächst dem Finanzausschuß der Stadt Mainz vorgelegt werden, der dann dazu Stellung zu nehmen hat.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
2 Wetzlar, 6. März. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke des Arbeitsamtes Wetzlar hat im Laufe des Monats Februar keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Wahrend zu Beginn des Monats in der Arbeitslosenversicherung 1661 chauptunterstützuvgsempfänger mit 826 Frauen und 1503 Kindern unterstützt wurden, betrug die Zahl der Unterstützungsempfänger am Ende des Monats 1661 Hauptunterstützungsempfänger, 795 Frauen und 1446 Kinder. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 222 Hauptunter- ftühungsempfänger, 110 Frauen und 210 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 1165 Hauptunterstutzungsempfänger. 585 Frauen und 1001 Kinder und auf die zu dem Arbeitsamt gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf 274 Hauptunterstützungsempfänger, 100 Frauen und 235 Kinder. In der Ä r i f c n f ü r f o r g e wurden Ende
Februar 134 Hauptunterstützungsempfänger, 77 Frauen und 154 Kinder unterstützt gegenüber 139 Hauptunterstützungsempfängern, 86 Frauen und 155 Kindern zu Beginn des Monats. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 60 Hauptunterftutzungsemp fänger, 33 Frauen und 60 Kinder, auf die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 71 Hauptunterstutzungs empfänger, 43 Frauen und 88 Kinder und auf Die Biedenkopffchen Gemeinden 3 Hauptunterstützungs- empfängcr, 1 Frau und 6 Kinder. Notstandsarbeiter wurden Ende Februar weder in der Arbeitslosenversicherung, noch in der Krisenfürsorge beschäftigt.
Kreis Biedenkopf.
VWaldgirmes. 6. März. Für den 1. Bezirk des Lahn-Dünsberg-Gaues fand am Sonntag hier unter dem Bezirksturnwart Gissel aus Rodheim die Borturner stunde statt. Durch die Feierlichkeiten des TrauersonnlagS in ihren Gemeinden waren vier Vereine nicht erschienen. Mit den 28 anwesenden Turnern und den bestimmten Kampfrichtern wurde der Stoff für das Gerätewetturnen des Gaues am 18. März durchgeturnt.
Kreis Kirchhain.
js Kirchhain, 6. März. Auf dem heutigen Rindvieh-undSchweinemarkt waren 236 Stück Großvieh, 18 Kälber und 318 Ferkel und Läufer angetrieben. Vier bis sechs Wochen alte Ferkel kosteten 15 bis 18 Mark, sechs bis acht Wochen alte 18 bis 22 Mark, Läufer 35 bis 45 Mark das Stück. Der Verkauf war bei Rindvieh flott, bei Schweinen schleppend.
Dillkreis.
Lpd. Dillenburg, 6. März. Unter dem dringenden Verdacht, gemeinschaftlich A m t S - gelber unterschlagen zu haben, sind in dem benachbarten Haiger ein Oberstadt- sekre tär und ein P o l i z e i b e a m t e r verhaftet worden. Die Höhe der unterschlagenen Gelder steht noch nicht genau fest.
Büchertisch.
— Gunnar Gunnarsson: „Der Geächtet e". liebersetzt von Erwin Magnus. Broschiert 4,75 Mk.. in Leinen 6,50 Mk. llniversitas Deutsche VerlagS-A.tienges llscha t, Dergin 50. — Der junge Isländer, der vor kurzem seinen Einzug in die deutsche Literatur gehalten hat, schildert hier die eigenartigen kulturellen und politischen Zustände seiner Heimat. Im Mittel- puntt der Geschehnisse steht der Sohn des alten Dompfarrers von Reykjavik, lllfur Ljotsson, ein hochbegabter junger Mensch, doch einer von den llnglücklichen, die immer von Zwiespalt und Zweifeln an sich selber zerrissen werden. Er liebt die Tochter des Ministers, glaubt sich aber nicht von ihr wiedergeliebt, und ergibt sich dem Trünke. Er entschließt sich sogar, angewidert von der Politik und von seinem Leben in der Stadt, Matrose auf einem Fischkutter zu werden. Doch auch hier bleibt er wankelmütig und findet keine Befriedigung. Ein geschilderter Schiffbruch erlöst ihn von seinen Zweifeln und vergeblichen Kämpfen. 104
— Otto Flake. Die Simona. Roman. 250 Seiten 8°. Verlag Ullstein, Berlin. — Ein Roman aus dem Konstantinopel der Vorkriegszeit. Bewegt in der Handlung, gepflegt in der Form. Ein junger, deutscher Offizier kommt mit einer Reihe interessanter Menschen der Konstantinopeler Fremdenkolonie in nähere Berührung, darunter mit der Tänzerin Relly — „Die Simona" genannt — einer deutschen Aristokratin, die aus höfischen Kreisen geflohen ist, um ihrem Leben eine eigene Form zu geben. Rach vielen Wirrungen und einem an Abenteuern und Liebeserlebnissen reichen Leben heiratet sie schließlich einen vermögenden Russen und findet wieder heim in den Kreis, den sie verlassen hatte. Der Band ist in der Reihe der „gelben Ullsteinbücher für 1 Mark" erschienen. 33
— D. Irehky: Spiel gegen Gott. Roman. Deutsch von Dr. H. v. Hoerschelmann. 320 Seiten 8°. Ring-Verlag. Berlin W 30, 1928.
10
— E. Fischer-Markgraff: 3ubitt). Die Geschichte eines Liebchens. Roman. 251 Seiten 8°. Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin W 57. Preis 4,50 Mk. 40
Buntes Allerlei.
Tragisches Mißgeschick eines Kindes.
In Mannheim zog ein elf Monate altes Kind einen Teller mit heißer Suppe in einem unbewachten Augenblick vom Tisch und zog sich derart schwere Verletzungen zu. daß eS daran gestorben ist.
Schwere Bluttat
In Dortmund wurde in dem Stadtteil Castrop- Rauxel eine schwere Bluttat begangen. Drei männliche Personen drangen in ine Wohnung der Familie Gerlach ein. Der 22jährige Rudolf Gerlach stellte sich den Eindringlingen zuerst entgegen und wurde durch Messerstiche getötet. Sein Bruder, Franz Gerlach. wurde lebensgefährlich verletzt. Zw.i weitere P r.onen erlitten leichtere Verletzungen. Heute wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die Verletzten wurden in das Krankenhaus eingelieferl.
Ein Dors in Flammen.
Das Dorf Cacharien (Altmark) wurde ein Raub der Flammen. Innerhalb kurzer Zeit brannten sieben Gehöfte mit 13 Gebäuden vollständig nieder. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Es wird Brandstiftung vermutet.
Ausstellung der Relchsregierung auf der Presto.
Der Reichskunftwart Dr. R e d s I o b und Oberbaurat Groß (Berlin) trafen in Köln ein, um mit Der Ausstellungsleitung der Internationalen Presta- Ausstcllung nähere Abmachungen über die Beteiligung des Reiches an der Ausstellung zu treffen. Die Ausstellung der Reichsrcgierung wird ein außerordentlich reichhaltiges und interessantes Material zeigen und eine eindrucksvolle Schau werden, wobei besonders die Wappenkunde des Reiches stark in den Vordergrund tritt. In einer besonderen Gruppe werden wertvolle Urkunde n a u s d e r D e r f a s s u n g s g e s ch i ch t e des Reiches gezeigt werden. Die Reichsregierung stellt die Originale der Verfastungsurkundcn zur Verfügung. Weitere erwähnenswerte Abteilungen sind u. a. die Ausstellung des H e i m a t d i e n st e s und der Reichsdruckerei.
LprechftunkTn der Redaktion
12 bis 1 Uht mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.


