Wirtschaftsschule ist die Anschaffung von 12 Schulbänken erforderlich, wofür die of.cn in Höhr von 750 Mark genehmigt werden.
gesundheitlichen Gründen und auch aus Ersparnü'gründcn soll das Lahntorschulhous mit W a r m w ass e rh e i z u n g versehen werden. Die Einrichtungskosten belaufen sich auf etwa 4000 Mark. Der Vorstand des Kugelhausfonds, dem das Schulhaus gehört, ist bereit, die Warmwasserheizung durch die Stadt auf seine Kosten einbauen zu lassen, und bittet um ein Darlehen in vorangegebener Höhe, das er zu 5 v. H. verzinsen und mit 1 v. Sy tilgen will. Dem Antrag wird entsprochen. — Im Voranschlag für 1928 ist ein Betrag von 4000 Mark für die Autoverkehrsgesell schäft vorae- sehen, der an die Firma ausgezahlt werden soll, so- weit die Einnahmen zur Bestreitung der nötigen Ausgaben nicht ausreichen. Dieser Betrag ist seither voll in Anspruch genommen worden. Da bis setzt keine Möglichkeit für Butzbach und die übrigen Gemeinden bestand, die Einnahmen und Ausgaben in ausreichendem Maße nachzuprüfen, und ein Ein- luß auf die wirtschaftliche Führung des Betriebs ür die aeldgebenden Gemeinden nicht gegeben ist, oll ein L e i st u n g s v e r t r a a mit der Firma auf die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen werden, der die jährlichen Zahlungen der Gemeinden regelt, und außerdem die gegenseitigen Rechte und Pflichten der beteiligten Gemeinden und der Autoverkehrsgesellschaft regelt. Weiterhin konnte die durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember 1927 für die Autoverkehrsgesellschaft bewilligte Bürgschaft von 10000 Mark bis letzt nicht geleistet werden, weil die Gesellschaft sich weigerte, Sicherheit zu stellen. Um die Gemeinden für die zu leistenden Bürgschaften etwas zu sichern, ist ein Sicherung s- und Uebereignungs- vertrag mit der Firma abzuschließen. Durch diesen Vertrag übernimmt Butzbach im Einverständnis mit der Firma Freitag eine Bürgschaft von 10 000 Mark. Die Versammlung stimmte den vorliegenden, am 2. Oktober zwischen der Autoverkehrsgesellschaft Butzbach und Umgegend, sowie den Gemeinden Hochweisel, Kleeberg, Langenhain, Münster, Dornholzhausen, Niederkleen und Fauerbach v. d. H. abgeschlossenen Verträgen zu. In die nach §3 des Leistungsvertrages zu bildende besondere Kommission werden gewählt: Bürgermeister Dr. Jansen, Beig. P l o ch, die Stadtv. Hadermann, Jantz, Linkmann und Speer, während die übrigen Gemeinden je einen Vertreter stellen.
Kreis Büdingen.
h. Bad Salzhausen, 4. Oft Am Sonntag wurde die diesjährige Badesaisvn geschlossen. Im Kurhaussaale fand ein sehr gut besuchter Schluhball statt, bei dem zwei Gesangvereine die Pausen durch Dorträge schöner Lieder ausfüllten und Ansprachen von den Vorsitzenden der Vereine, Steinbruchbesiher Nickel aus Ober- Widdersheim und Ingenieur Roth aus Frankfurt a. M.. gehalten wurde. Im ganzen genommen kann die nun beendete Dadesaison als.gut bezeichnet werden. Die Pensionen und Gasthäuser waren immer beseht, ebenso das Kaufmannsund das Blindenheim. Letzteres beherbergt noch einige Gäste weiter.
/^Geiß-Nidda, 4. Okt. Hier ist die K a r - toffelernte gut ausgefallen. Die Landwirte bekommen für den Zentner 4,50 Mk.; für Industrie werden 5 Mk. bezahlt. In der angrenzenden Gemarkung Bad-Salzhausen ist die Feldbereinigung soweit beendet, daß Äe Zuweisung der neuen Grundstücke erfolgen kann. Man wünscht, daß es baldigst geschieht, weil von hier viele Landwirte dabei interessiert sind.
s. Berstadt, 4. Okt. Die Obstversteigerung an der hiesigen Provinzialstraße fand unter außerordentlich starker Beteiligung statt. Im Gegensatz zu sonstigen Jahren sah man unter den Steigerern auch viele Obstzüchter, die Heuer nicht einmal ihren eigenen Bedarf geerntet haben. Obwohl der Stratzenzug von hier bis Inheiden zu'den bestbehangenen des Kreises gehört, erreichten die Preise eine seit langen Jahren nicht gekannte Höhe. Die meisten Bäume kamen auf 30 bis 42 Mk. Dabei stellte sich der Zentnerprers für Goldparmänen auf etwa 16 bis 20 Mk.
Kreis Schotten.
Schotten, 4. Oft. In einer Versammlung der Wassergenossenschaft Oberwald, in der als Sachverständige Regierungsbaurat Steinbach vom Kulturbauamt Gießen und Oberforstmeister Dr. Baader (Schotten) zugegen waren, wurden weitere Maßnahmen erörtert, die zu einer Besserung derWasser- verhältn.isse der Nidda führen sollen. Um die Abwässer des Hochmoors im Oberwald nutzbar zu machen, soll ein Entwässerungs- und Zuleitungssystem geschaffen werden. Die größtenteils versumpften Quellen in der Nähe der Nidda und ihrer Dachläufe will man fassen und für geeignete Zuleitungsgraben sorgen. Der untere von den beiden Forellenteichen, die fett Jahrzehnten trockengelegt sind, soll wieder mit Wasser gefüllt werden, da dir Auffassung, es werde dadurch der Nidda Wasser entzogen, nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Leider der- -fügt die Wassergenossenschaft nicht über die -Mittel, die zur Durchführung der als notwendig erachteten Maßnahmen ausreichend wären. Sie -hofft aber, daß sich auf andere Weise Deckungs- moglichkeiten erschließen lassen werden.
Kreis Alsfeld.
w Nieder-Ohmen, 4.Okt. Auf dem gestrigen Ferkelmarkt waren etwa 200 Tiere aufgetrieben. Die Preise bewegten sich zwischen 17 und 26 Mark, je nach Alter und Qualität Der Markt wurde ziemlich geräumt Auch einige Stück Rindvieh waren aufgetrieben und wurden gehandelt. Mit dem Viehmarkt war wieder ein Krämlermarkt verbunden.
Kreis Lauterbach.
Lauterb ach, 4. Okt. Aus der jüngsten Gerne i nde r a tssi hun g ist u. a. zu berichten: Für di« Freiw. Feuerwehr ist die Anschaffung von 200 Wir. Hanfschlauch erforderlich geworden. Die Versammlung stimmte dieser Anschaffung zu und bewilligte die erforderlichen Mittel in Höhe von etwa 520 Mk. Die Reichszentrale für Heimatdienst be- absichllgt auch in diesem Jahre, voraussichtlich im Laufe des Monats November, staatsbürgerliche Blldungstage in hiesiger Stadt zu veranstalten. Es wurde beschlossen, hierfür einen Zuschuß bis zu 50 Mk. zu bewilligen. In einer früheren Sitzung war beschlossen worden, in der „W-iilhelmshohe" (Haus Lindenstrahe Nr. 67) eine Wandererherberge einzurichten.Bür- germeiister Walz verlas den zwischen der Stadt und dem in Frage kommenden Hausbesitzer abgeschlossenen Mietvertrag, der vom Gemeinderat gr>nehmitzt wurde. Am Schlüsse der Sitzung gab der Bürgermeister davon Kenntnis, daß sich di« Provinzialdirektion Oberhessen be-
Auf in den Kampf, Torero!
Oer Matador erzählt au6 seinem Leben .
Von Jüan
Der Autor dieses Artikels ist der berühmteste spanische Stierlampser und gilt als der bedeutendste Torero aller Zeiten. Er trägt den Beinamen „el Fenomeno“, das Phänomen.
Im allgemeinen liebe ich es mehr, in der Stier.cm, ,c.r na zu fechten als vv i .r u spr chen. Wenn ich tro.ch.'M einmal eiaeAusn hiernach«, um dem deutschen Publikum einiges vom Stier- kampse zu erzählen, so tue ich dies, um auch im Auslands das Interesse für den Kampf in der Arena zu wecken.
Das Leben des Stierkämpfers bedeutet dauernde Nervenanspannung: trotzdem ist das Vorhandensein des seelischen Gleichgewichts und unbedingte Ruhe nach außen hin die erste Voraussetzung für ein glückliches Bestehen des Kampfes. Jedesmal, wenn ich mich zu einem Stierkampf begebe und von meinem Weibe Abschied nehme, sage ich zu ihr: „hasta luego“ (Leb wohl). Ich spreche so ruhig, als ob ich zu einem Spaziergang ginge, wenn ich auch niemals weih, ob ich mein W^ib noch einmal Wiedersehen werde. Da ich mitunter bis zu hundert Engagements in der Saison hatte, wiederholte sich diese beklemmende Abschiedsszene, die äln- gewißhcit -der nächsten Stunden auch hundertmal im Jahre. Ich glaube, ich kann es jedem meiner Leser überlassen, sich selbst ein Bild meiner Lage zu machen. Die Frauen der meisten Toreros bleiben dem Schauspiel des Staerkampfes fern, wenn der Gatte selbst den Helden der Arena spielt Auch meine Frau ist nie anwesend, wenn ich kämpfe: sie sitzt zu Haus, betet und erwartet, wenn ich in einer anderen Stadt kämpfe, fiebernd das übliche Telegramm „Nichts Neues". Wie leicht aber kann einmal dieses Telegramm statt der harmlosen Worte die inhaltsschwere Botschaft bringen „Bin verwundet, erwarte Dich". Oder noch Schlimmeres.
Mit Wehmut denke ich heute an den Beginn meiner Laufbahn. Meine Familie war sehr arm und der Ausblick für meine Zukunft äußerst trübe. Mir waren vom Schicksal nur zwei Wege vorgezeichnet Entweder muhte ich versuchen, ein berühmter Stierkämpfer zu werden, um schnell zu Ruhm und Geld zu gelangen oder ich muhte mein Leben in dauernder Armut und Not verbringen. Mein lebhaftes Temperament, mein ungebändigter Ehrgeiz trafen die Entscheidung. Schon mit 16 Jahren versuchte ich mich zum erstenmal in Valencia in einer Arena. Ich besaß damals wohl den nötigen Mut um mich dem Stier entgegenzustellen, hatte aber noch nicht einmal einen Sticriämpferanzug, den ich mir erst von einem harmlosen Varietetomiler leihen mußte. Ich kämpfte gegen einen bösartigen und daher gefürchteten Stier und hatte bei meinem ersten Auftreten noch nicht den von mir gewünschten Erfolg. Als ich darauf die Flinte ins Korn werfen wollte, ermunterte mich zu meinem Glück ein alter Picador zu einem erneuten Versuche, indem er mir gleichzeitig llar zu machen versuchte, daß ich alles Zeug in mir hätte, ein großer Torero zu werden.
Der alte Picador war ein guter Menschenkenner und verstand etwas von seinem Beruf. Ich habe es nie bereut, daß ich ihm gefolgt bin. Nach erfolgreich bestandenem zweiten Kampf ging mein Aufstieg sehr schnell vor sich. Man mag mir verzeihen, wenn ich die Ansicht vieler meiner Kritiker wiederhole, wonach ich die Kunst des Stierkampfes direkt revolutioniert habe. Nie zuvor hatte sich ein Torero so nahe an den Stier herangewagt, nie hatte er die Nähe des gereizten Tieres förmlich gesucht. Man behauptet von mir, daß ich sozusagen zwischen den Hornern des Stieres arbeite. Meine von den Hörnern des Stieres zerfetzten Anzüge legen Zeugnis von meiner Arbeit ab. Tatsächlich hat sich das Publikum an diese von mir eingeführte, äußerst gefährlich aussehende, nervenaufpeitschende Kampfesweise so gewohnt, daß es sie stets aufs neue zu sehen verlangt. Zwei junge talentvolle Torervs — Dallesteros und Carpio — mußten ihr Leben in der Arena lassen, als sie meine Kampfesweise nachzuahmen suchten.
Ich selbst bin bei der Ausführung meines gefährlichen Berufes ost genug verwundet worden.
Belmonte.
Glücklicherweise nie ernsthaft. Eines TageS entging ich nur wie durch ein Wunder dem Tode. Ich floh vor einem rasenden, bereits verwundeten Stier, den: ich durch kurze Wendungen zu entgehen suchte. Als mir dies nicht weiter gelang, wollte ich mich über die Schranke in Sicherheit bringen. Der Stier jedoch kam mir zuvor und in seiner blinden Wut stieß er mit voller Wucht mit seinen Hörnern gegen diese Schranke, die er zu beiden Seiten meines Körpers förmlich zerhackte. Ein Zoll nach rechts oder nach linls und ich wäre auf der Holzbarriere angespießt gewesen, wie ein Schmetterling auf dem Pappkarton.
Ja, der Tod lauert stets in der Arena, und es erschüttert mich stets von neuem, wenn ich von den tödlichen -Unfällen meiner Kameraden oder Mitkämpfer in der Arena höre. Glücklicherweise war ich nicht anwesend bei jenem denk- .würdigen Kampf in Talavera, in dem mein bester Kamerad, Ioselito, ein wirllich genialer Torero, unter den Hörnern des Stieres sein Leben lassen mußte. Ioselito und ich hatten bereits in mehreren hundert Stier kämpfen Seite an Seite gestanden. Er war ein Kämpfer von klassischem Körperbau und besaß ein ausgeprägtes Eelbst- bewußtsein, das ihm das Gefühl unbedingter Sicherheit verlieh. Don einigen Schrammen bei Beginn seiner Laufbahn abgesehen, war er noch nie ernstlich verletzt worden. An jenem unglücklichen Tage mußte irgend etwas ihn in besondere Erregung verseht haben. Er kämpfte unsicher, unüberlegt, und ehe wir uns recht bewußt waren, was geschahen war, hatte ihn der Stier aufgespießt. Äe spitzen Hörner drangen ihm in den Unterleib und verletzten ihn töd- , lich Einige Tage später trat ich in Madrid auf. Der übliche Jubel empfing mich, aber die Zurufe und Schreie, die Musik und die mit äußerster Spannung geladene Atmosphäre der Arena riefen mir die Erinnerung an meinen toten Kameraden — mit dem ich ursprünglich an dem Tage zusammen auftreten sollte — in mir wach Die Erinnerung an Ioselito ergriff mich so mächtig, daß ich plötzlich wie ein Kind weinen mußte, während die Menge vor Begeisterung tobte. Wenige Minuten später stand ich vor einem riesigen Stier. Nie habe ich all meine Seelenkräste mehr gebraucht als in jenem Augenblick, nur unter Anspannung aller Energie gelang es mir, mich soweit zu konzentrieren, daß ich den Kampf siegreich bestand. An diesem Tage kannte die Begeisterung der Zuschauer keine Grenze.
Gleich stark lebt die Erinnerung in mir an den tragischen Tod Gaviras, eines vielversprechenden Stierkämpfers. Der arme Kerl war nie glücklich in seinen Kämpfen, und es gelang ihm trotz größter Anstrengung nie, wirkliche Popularität zu erringen. Er lebte mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in recht dürftigen Verhältnissen. Schließlich forderte man ihn auf, in einem Stierkampf in Madrid aufzutreten, den die Madrider Presse veranstaltete. Hätte sich Gavira an jenem Tage durch besondere Tapferkeit hervorgetan, so wäre sein Ruhm gesichert und damit natürlich auch seine bisherige Not beendet gewesen. Dies wußte er, und er strebte daher danach, sich besonders auszuzeichnen. Er liebte seine Frau abgöttisch, und der Gedanke an seine Frau muß in seinem älnterbewußtsein vorherrschend gewesen sein, denn seine Nervosität war so groß, daß ihn der Stier beim ersten Angriff töten konnte. So erhielt die Frau, die sich bereits zu dem Festschmause angekleidet hatte, statt der Freudenbotschaft von seinem Erfolg die Trauerbotschaft von seinem rühmlosen Tode.
Vielleicht ist das, was ich gefaxt habe, dazu angetan, die Abneigung des Auslandes gegen den Stierkampf noch zu vertiefen. Ich gebe auch gern zu, daß es brutale Momente im Stier- kampf gibt, und ich will keineswegs leugnen, daß er ein höchst gefährliches, nervenanstrengendes Schauspiel ist. Trotzdem glaube ich, daß der Stierkampf edler und ästhetischer wirkt als z. D. ein Boxkampf, der doch die beliebteste Schaustellung von Millionen und Abermillionen ausländischer Sportfreunde ist.
veiterklärt habe, im Saufe des nächsten Jahres b;<e Lindenstrahe zu teeren, um die Staubplage, unter der gerade biiefe Straße außerordentlich zu le'iden hat, zu beseitigen. Di« hierdurch auf biie Stadt entfallenden Kosten in Höhe von etwa 2500—3000 Mk. wurden bewilligt und sind im nächstjähr igen Voranschlag vorzusehen.
Rheinhessen.
WSN. Worms, 4. Oft. Gestern machte sich im Hause Martinsgasse 7 aus der Wohnung des betagten Ehepaares Hans Kobielka starker Gasgeruch bemerkbar. Man benachrichtigte sofort die Polizei und fand beim Deffnen das Ehepaar gasoergiftet tot auf. Sämtliche Zimmer waren stark mit Leuchtgas gefüllt. Man nimmt an, daß das Ehepaar infolge Nahrungssorgen Selbst- mord beging.
Preußen.
Krels Wetzlar.
B Wetzlar, 4. Oft. Die mit dem 7. Oktober beginnenden Winterfahrpläne der Kraftposten bringen auf den von hier aus- gehenden Linien folgende wesentlichen Aende- rungen: Linie Wetzlar —Bischoffen: Außer an Samstagen wird jetzt auch Mittwochs die NachmittagsfaAtt bis nach Bischoffen durchgeführt. Donnerstags früh fährt der Wagen von Erda, zuerst nach Bischoffen und dann nach Wetzlar. Die Sonntagsabendfahrt nach Erda und zurück bleibt auch im Winter bestehen. Linie Wetzlar —Waldgirmes: Der Wagen 13.10 ab Bahnhof Wetzlar verkehrt jetzt auch Sonntags, fährt allerdings in Waldgirmes bereits um 13.30 nach Wetzlar ab, um hier den Anschluß an den Zug 13.55 nach Gießen zu erreichen. Sonntagabends ist auch eine Rückfahrgelegenheit nach Waldgirmes — ab Wetzlar 23.10 — geschaffen worden. Linie Wetzlar —Reiskirchen: Die Vormittags Rundfahrt Mittwochs und Samstags wird jetzt in umgekehrter Richtung ausgeführt, ab Weidenhausen 8.10, ab Volpertshausen 8.15, ab Reiskirchen 8.25, ab Nauborn 8.45. Die Nachmittags-Rundfahrt verkehrt in
gleicher Richtung, wie seither, wird aber wesentlich früher gelegt, und zwar ab Wetzlar Bahnhof 14,20. Der Fahrplan auf der Linie Wehla r— Hoch« lheim bleibt unverändert.
Kreis Marburg.
WSN. Marburg, 4.Okt. Der Obst- und Gar- tenbauoerein für Stadt und Kreis Marburg hatte gestern, wie in jedem Jahre, eine Obstoer- kaufsoermittlungs stelle eingerichtet. Infolge der geringen Obsternte war das Angebot schwach, die Nachfrage jedoch erheblich. Bezahlt wurden für Tafeläpfel 22 bis 30 Mark, für Tafel, birnen 18 bis 25 Mark, für Wirtschaftsäpfel bis zu 20 Mark und für Wirifchaftsbirnen 12 bis 15 Mark je Zentner.
Körsteriagung in Schotten.
v. Schotten, 3. Okt. Der Verband der Hessischen Staatsförster hell wiederum seine diesjährige Tagung in unteren Mauern ab. Ein enges Band der^Freundschäft hat sich zwischen dem FörsterverMnd, der Forstschule, die hier besteht, und der Stadt Schotten geschlungen. Diese Beobachtung konnte besonders bei dem in der Turnhalle stattgehabten De- grüßungsabend, bei der d.e Bürgerschaft, Sängerchor, Musikabteilung und bewährte einheimische Kräfte nntwirkten, festgestellt werden. Bürgermeister Menget fand herzllche Begrüßungs- Worte. Der Verbandsvorsitzende, Förster Kolb, sprach aufrichtigen Dank für das Gebotene aus. Landforstmeister Staatsrat Hesse sprach in trefflichen Worten über die ideale Seite des Försterberufs. Der „grüne Abend" verlief in allen Teilen außerordentlich befriedigend. Am Dienstag fanden in der Turnhalle die Beratungen des Verbandes statt. Mehrere Landtagsabgeordnete waren hierzu erschienen. Landforstmeister Hesse überbrachte die Grüße des Hess. Finanzministers. Nach Beendigung der eingehenden Aussprache versammelten sich Oberförster und Förster zur Gefallenenehrung am Hessischen Förster- benfmal, das an einer wunderbaren, stimmungsvollen Stelle im Altenburgskopf liegt. Ein Hör
nerquartett leitete mit „Ich half einen ÄamO raden" die ergreifende Feier ein. Oberforstmeister Dr. Baader (Schotten) legte mit wcrrmempfun- denen Worten einen Kranz namens der Hess. Oberförster nieder, Forster Kolb für die Hess. Förster, Fvrstsekretär Ding für die Forstsekre- tätc und Bürgermeister Menge! für die Stadt Schotten. Das Halali „Jagd vorbei" des Wald- hornquartetts beschloß die ernste Weihefeier. Schotten soll TraditionSort des Hessischen Försterverbandes werden, das war der Wunsch und Wille der Tagung.
Schluß-Sitzung des Lcmdeö-Eisenbahnrais.
WSN. F r a n k f il r t a. M, 3. Okt. Heute trat hier der Landeseisenbahnrat für die Direltionsbezirke Mainz, Kassel und Frankfurt a. M. unter dem Vorsitz der letzteren, als der aeschästssührenden Direktion, zusammen. Nachdem Präsident Dr. Roser di» Vertreter der Regierungen und die Teilnehmer begrüßt hatte, machte er Mitteilung über die Erledigung der Beschlüsse der vorigen Sitzung.
Neben zahlreichen Fahrplanwünschen wurde auch ein Antrag auf Aenderuna der T aris b e- rechnung durch den Distelrasentunnel zwischen Flieden und Schlüchtern behandelt. Die zuständige Reichsbahndirekt'.on Frankfurt a. Main ließ erklären, daß die jetzt gewählte Berechnung Weisungen des preußischen Minister- der öffentlichen Arbeiten, der damaligen Aufsichtsbehörde der Preußisch-Hsisischen Staatsbahn, von den Jahren 1911 und 1914 entspräche. Die damals maßgebenden Gesichtspunkte seien auch noch heute voll gültig, zumal die Unterhaltung des Distelrasentunnels allmählich, erhebliche Summen beanspruche. Man müsse sich aber auch davor hüten, Tariskilometer und tatsächliche Streckenkilometer gleichzusetzen. Der Tarif kilvmeter sei ein tarifrechtlicher Begriff. Er werde nach den verschiedensten Gesichtspunkten gebildet, tn die Tarife aufgenommen, stelle damit einen Teck der Tarifbedingungen dar und habe Rechtsbe- ftanb, nachdem die Tarife die vorgeschriebene Veröffentlichung erfahren haben. Es fönne deshalb ein berechtigtes Verlangen, die Tarifberech- nung über Schlüchtern zu ändern, nicht anerkannt werden. Die Mitgliederversammlung beantragte, die Frage nach ihrer finanziellen Seite hin erneut nachzuprüfen und in einer späteren Sitzung des Landeseisenbahnrats zu verhandeln. Diesem Antrag wurde entsprochen.
Mit Rücksicht auf vorgetragene SonntagS- kartenwünsche wurde der Zweck und der Wert der Sonntagskarte eingehend erörtert In den Darlegungen der Reichsbahn wurden die Gründe erwähnt, aus denen eine Beschränkung in der Auflage von Sonntagskarten geboten und der Wunsch nach Auflage von Sonntagskarten in beiden Richtungen unerfüllbar ist. Auf einen Antrag, zur Vermeidung von Verspätungen, namentlich im Sonntagsverkehr, die Strecke Frankfurt a. M. — Cronberg zweigleisig auszubauen, führte die Reichsbahndirektion aus, daß die Strecke von Frankfurt a. M. bis Rödelheim zweigleisig sei und erst von Rödelheim bis Cronberg eine eingleisige Strecke darstelle. Die Verspätungen werden nicht durch die eingleisige Strecke hervvrgerufen, sondern durch den dichten Verkehr in dem Streckenabschnitt Frankfurt — Hauptbahnhof — Rödelheim und zum anderen in dem außerordentlich wechselnden und frühzeitig nicht abwägbaren Sonntatsverkehr. An sich würde die Reichsbahndirektion auch gerne den zweigleisigen Ausbau sehen. Die sinanzielle Lage der Reichsbahn gestatte aber nicht, dem zweigleisigen Ausbau zur Zeit das Wort zu reden.
Zu den einzelnen Fahrplanwünschen wurde von den beteiligten Reichsbahndirekttonen eingehend Stellung genommen. Am Schluß der Tagung dankte der Vorsitzende dem Landeseisenbahnrat, dessen Wahlperiode mit dem 31. Dezember zu Ende geht, für seine wertvolle Mitarbeit.
Kirche und Schule.
ch Schotten. 4. Okt. Gelegentlich der durch den Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), vorgenvm- menen Dekanats-Visitation fand hier eine amtliche Konf erenz der Geistlichen de- Dekanats Schotten statt, welche durch Pfarrer Crull (illfa) mit Schriftlesung und Gebet eröffnet wurde. Der Konserenzleiter, Dekan Volp (Laubach), begrüßte den Herrn Visitator und die vollzählig erschienenen Geistlichen, worauf Oberlirchenrat Wagner erwiderte und mit trefflichen Worten zur Amtsfreudigkeit mahnte und auf deren Kraftquelle hinwies. Im^. Mittelpunkt der Verhandlungen standen dan^c zwei von Pfarrer Fritsch (Herchenhain) halten« Referate. Das erste behandelte die- staltung des Konsirmandenunterrichts und-/, eine lebhafte Aussprache über Ziel, S>tvf« um» Anordnung dieses ^Unterrichts aus.- Im sprach der Vorttagende, der bereits als Heimatforscher hervorgetreten ist, über die Ortschro- n i k, wobei zwei Forderungen aufgesteltt wurden: 1. nicht nur Registrierung, sondern auch Beurteilung der Ereignisse, 2. Niederschreiben von Beobachtungen und Erfahrungen. In der Aussprache wurden die neuesten Bestimnmngen der Kirchenbchörde hinsichtlich der Benutzung der Ortschronllen bekanntgegeben, wonach ein Ausleihen der Ortschronit durch die Pfarrämter nicht gestattet und auch die Einsichtnahme durch andere Personen nicht erlaubt ist: dagegen sind die Pfarrämter verpflichtet, Interessenten Auskünfte Wer das in der Ortschronik Niedergelegte zu erteilen. Pfarrer Dornscheuer (Schotten) berichtete sodann über dm derzeitigen Stand der Dekanatsbibliothek und deren Kasse. Pfarrer Römer (Schotten) sprach über dm evangelischen Kreiswvhl, ahrtsdienst. Zum Schlüsse gab Dekan Volp die behördlichen Verfügungen bekannt.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 6., und Sonntag, den 7.Oktober: Laubhüttenfest. Samstag: Vorabend 5.45 Uhr, morgens 8.30; nachmittags 4. Sonntag: Vorabend 6.45; Jugendgottes- dienstmitPredigt; morgens 8.30; nachmittags 6; Festesausgang 6.35 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft. Freitag, den 5. Oktober: morgens 6.15 Uhr. — Samstag, 6. Okt., und Sonntag, den 7. Oktober: Hüttenfest ende und Gesetzesfreude. 1.lag: Vorabend 5.25; morgens 8; nachmittags 4. 2 Tag: Vorabend 6.40; Jugendfeier; morgens 8; nachmittags 4; Festes- ausgang 6.35. — Wochengottesdienft: morgens 6.30; abends 5.30 Uhr.


