Ausgabe 
5.9.1928
 
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Nr. 209 Lrftes Matt

178. Jahrgang

Mittwoch, 5. September 1928

Erich«,», lügl'ch.a-tz" Sowwtoe» *> S^rrtegi.

Miete»:

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5#t*a1 Im Blld TH« Scholl«.

BrwatfBtiuespreti;

* Keich» »ark und 20 Ä<i*epfe*nig fftr Träger, lohn, auch btt 9Hd)tet- sch« in en ehijdnerShinurmi infolge höherer ®troall Fernfprechanf chlsfse: 61, M anb 112.

H»schri1l ffii Drahntach' richten Beiden Gieße«, poßscheckloaio: greefhirtammela nm

Gietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Üred «h6 Derkfl: vnihl'schs U«wefsi1Llr-vuch' nnö Sietnbnideref H. taugt in Siezen. SdjrHfititwng und Oeschtftrstele: Zchnlffraße 7.

lna|et Sejetare fir bi« lagt» nimm er bi» jw Nachmittag oorher.

Ptfil fir 1 em höhe fix Snjttqen von 27 mm SrtUt örtlich 8, au»n>4rt» 10 Reich»pfenntg- ftr 91«* IdÄfnranjetgtn von 70 mm Brett« 3S Reichrpsennig, Platz Vorschrift 20*, mehr.

Ehefredakreer

Dr. Fnedr Wilh. Lange. DeranttooNlich für Vohhii Dr. ftr Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot. Hlr den übrigen Teil Ernst Blamschein! für den Sn- zeigenle.l Äurt AiBmawit, sämtlich in Gießen.

Wirffchafisdemokratie.

0)1 rt dem edHüqiDorl WillfchaftsbemokratieE ist in den letzten Jahren allerlei Unfug getrieben worden »Idubigen Massen hat man porgegau* tot. M) «nid» der Ablauf des Winfchaft-leben- einer Olation sich rein mechanisch einfangen lasten werde. . hem Muster. tote da» in ber

Demotrattc durch den Stimmzettel geschieht Denn nach der Weimarer Berfa (fang alle Staats­gewalt vom Helfe auSgeht, Io soll daä auch für die wirtschaftlichen Vorgänge gelten. Und die lahnsten gedant.'chen Konstruktionen Haden dazu herhatten müllen, tmtn ®tauben großzuzüchlen.

.. .! von innbitdiilli'

Ichauungowe,le entfernt ist, wonach nämlich die 'Veleglchalten der grasten Industrien die einzelnen Werfe valttommen beherrschen und nicht nur den Lahn, sondeni auch Umlang und An der Produktion allein bestimmen lallen. Man merkt den starken Emfluh foziaiistifcher Ideologie, bei der nicht da- wirtschaftliche LetstungS- Prinzip, ländern die Lohnfrageim Vorder- qninb stellt Gewiß lind In Deutschland alle diese Bestrebungen noch nicht über die graue Theorie hinau- gediehen. Ulan würde |ich ober täuschen, wenn man an nehmen wollte, dast sie damit eriedtgt seien. Erst ich, wieder bat der eben tagende Hamburger Ärngtcfi des A 11 ge­rn ei ne n Deutschen Gcwerkschafts- dunde» die Fragen der Wirtschaft-- b e m o f r a 11 < in den Mitteipunkt seiner Er- br le nm gen gestellt, und wenn auch die kommu­nistischen Teilnehmer aus Gründen, die auf einem anderen ®ebicle ..egen, ausgeschlossen wurden. Io darf man trotzdem nicht annehmen, dast die loziattstischen ®ewe. tschastien aus die Verfolgung ihrer Endziele, die in der oben angedeuteten Richtung liegen, wirklich verzichtet hätten

Lell'ft bie b »fällige Aufnahme, die die Rebe tr» nolksparteilichen Reich-wirifchaft-minister- Dr E u r t i u s gesunden bat. ist noch kein Be­weis dafür Denn der Minister hat zwar eine Analyse unsere» gegenwärtigen Dirlfchaftszu- fianbei gegeben, ist aber auf die Kernprobleme der innerwirtschaftlichen Struktur Deutschlands kaum eingegangen Lediglich am Eingang seiner Ansprache hat er die sicherlich zutreffende, aber doch sehr allgemein gebalienc Formel gefunden, dast hie mittlere Linie, aus dec sich Dirt- Ichatts- und Sozialpolitik einigen mühten, durch das gemeinsam erkannte Ziel der Hebung des allgemeinen Volks wo h stände» gegeben lei Aus einer langen Erlahrungsrcihe willen wir nur AU gut. welche Fülle von Streitfragen sich hinter vieler Formulierung verbirgt. Sie alle münden letzten Endes cm in die entscheidende Problem­stellung Soll für die künftige Dirlfchalt-gestal- tui'g in Deutschland der Wagemut des lelbständtgei' freien und unterneh- mung»Iuftiqcn Menschen ausschlaggebend lein, oder loll lic bestimmt werden durch eine Art von Ma ssen willen. zu bellen Bil­dung der Lohninstinkt ganz natürlicherweile er­heblich mehr beitrügt, als die bei uns noch immer sehr bürfiifl enitoldeltc Erkenntnis von der Qlot- wendigfeit höchster vollswirtscha tlicher Leistung?

Wir hottcn in den ersten Jahren der Rach- kriegszcit einmal inen er o gver pre enb.-n 2n- 'otz für die Bildung einer neuen Dirt- Ichaftsgetinnung in dr deutschen Olrbctt- nebrncrlchast in dem Sinne, dast dir abfolute Abhängigkeit der sozialen Leistung von Gedeih und 'Verderb iedes AndustriezwizeS auf feiten der Gewerkscha ten anerkannt worden wäre. Das war die Z:lt d r westdeutschen Arbeits­gemeinschaft. die aber aufgekündigt wurde, ehe noch d c Erkenntnis der Schicksals ver- t> un den heil festen Fuß in der Arbeiter­schaft las en konnte. Hier hätte sich vielleicht die Möglichkeit zur Entfaltung einer wirklichen Wirtscha tedeino.ratie. die dem Tüchtigen freie Bahn, dem llnfelbständigen ein auskömmliches Dale in gesichert b »tie. geboten. Es wäre denkbar getoden. dast Io allmählich in Deutschland eine neue iSkneration von arbeit nehme m entstand.n wäre, die !id> nach dem vorbildlichen Muster des englischen Arbeit nedmertyp». dellen Gewerkschaften gerade icnt wieder in Ucbereinf i.mmung mit den brittlchen Arbeit- grient einer Politik des industriellenAus- gleich- und der Bekämpfung radikaler AnSwüchle nach beiden Seiten zugestimmt haben, entwickelt hätte. K einliche Sorgen um die Wahrung der Schlagkraft rarer Mal er. Haden damals aber bie deutschen Eewerllchaftssübrer wogen, diese Aus ichlen zu zerstören, Und sie haben auch in der Folgezeit nichts getan, ihren Mosen die notwendigsten wirtschaftlichen Ele- mentarerkenntn lfe zu vermitt In. Gerade aus der einseitigen 1 o b n po 1 i t»I che n Ein­stellung namentlich der Io ialdrmo'rati'chen Eewerllchaften remitieren aber die groben Schwierigkeiten und Reibungen, mit denen der Reuaufbau d:r deutschen Wirt chast während der letzten Zahre in steigendem Maste zu kämpfen hatte. Die Enwoickl ng un eres Sch ichlungswe ens vom Hilfsmittel tum zulerit allein ausschlaggeben­den Instrument, dem alle Verantwortung zu- aeschoben wurde, ist dafür ein überzeugender Beleg. Dewitz auch in h.'n Reihrn der Arbeit­gebers cha ft hat man nicht immer so gehandelt, tote eS wünschenswert getrefch wäre und wir denken gar nicht daran, irgendeinen Fehler auf dieser Seite v rdecken oder beschönigen zu wollen. Es ist doch aber unbestreitbar dah das soziale Verständnis in den Reiben der Arbeitgeber wäh­rend der letzten dreißig Jahre in crl^e? ich stär­kerem Grade gestiegen ist. als die wirtlchaftliche 6rfcmxtnid auf der Gegenseite Richtig verstau- Bene Dirtschaltsdemolra'.ie läßt sich nur dann mit

Ein Keiertag der deutschen Kulturarbeit.

Hindenburg bei der Grundsteinlegung zum Gtudiengebäude des Deutschen Museums.

Ä ü n 4 c n , 4. öepl (WTBtt Der Reich». Präsident hat sich beute srüh anläßlich der Grundsteinlegung zum ctubienbau des Deutschen Museums von seinem Lommerurlaubsauscnthalt in Dietramszell mittels Kraftwagen nach München begeben, wo er gegen 10 Uhr vormittags beim Pa­lais des Ministerpräsidenten eintraf. Reichspräsident v Hindenburg wurde im Ministerprösidentenpalais von Ministerpräsident Dr. Held und seiner Ge­mahlin herzlich begrüßt. Die beiden Kinder des Mi- nifterprdfibenten überreichten dem Herrn Reiche-- Präsidenten einen Blumenstrauß.

Die bayerische Landeshauptstadt zeigt ein festliches Bild. Die Reichsgebaude tragen Flaagenschmuck in den Reichs- und Landessarden die staatlichen Gc- baubc haben die bayerischen Landessarben gefetzt, von den ftadtifchen Bauten grüßen die Londes- und Stodtsorden. Huf dem Rolhous rocht zum ersten Mole neben den Lande? und Stodtsorbcn auch die schwarzrotgoldene Reichsstogge und die alte schwarz- weißrote Hahne. Die Straßenbahnen sind in weif; blau und schwarzgelb bewimpelt. In der Innenstadt ist reicher Ilaqgenfchmuck namentlich in den Straßen zu bemerken, die der Reichspräsident berühren wird. Die feienitfte Grundsteinlegung.

3n Anwesenheit des Rcichspräfidenten von Hindenburg, der Rcichsminisler E e v e r i n g. Dr Schähl und H i l s e r d i n g als Vertreter der Re.chsregierung, des bayerischen Desamt­ministeriums mit Ministerprä'ident Dr. Held an der 'Spitze und eines erldcnen K reifes von Ehrengästen wurde heule vormittag 10 Uhr die sc »erliche Grundsteinlegung zum Stu­dienbau deS Deutschen Museums voll­zogen. Der Reichspräsident wurde bei seiner Ankunst vor der Halle jubelnd be­grübt. Olach einem etnteitenhen Fansaren- marsch begann der Festakt mit den, Einzug der Zünfte, die die Grundsteinkassetren geleiteten. Das niederländische Dankgebet leitete die Fest­reden ein. Als erster Redner sprach der Präsident des Vorstandsrots des Deutschen Museum-,

Dr. v. Siemens,

der u. a. an die Grundsteinlegung des Museums vor 22 Jahren erinnerte, bei der es gegolten habe, den Grundstein zu legen für einen 'Bau. der in seinen Mau rn Denksteine aus den An­fängen deS Zeita.tcrs aufnehmen sollte, in dem wir leben, um fie kommenden General wnen zu erhallen Er gedachte der Zortschr.!tte der Tech­nik in den letzten hundert Jahren, auch auf dem Gebilde der Vochrichtenübermittlung, um zu be­tonen, dah das. was die Phantasie eine- 3ules Verne als Märchen für die Errungenschaften auf dieser Erde ersann, durch Menschengeift und Menfchensleib bei weitem übertroffen worden sei. 3m Deutschen Museum stehen, so erklärte der Redner, d.e Marksteine die'?r Entwicklung. Diese Markstein« sollen aber nicht nur die Qkrgangen- heit ehren, londrrn auch die M a h n st e i n e fern für dre 3etz.zeü und für kommende GeickKechter, nicht zu ruhen, sondern sich zu bemühen.

im ftieblidxn Wettstreit der Doller dem deutschen "Samen Ansehen und Ehre -u erhalten.

Der neue Bau soll die historische Entwicklung sesthalten und dadurch unveränderliche geistige Werte vor dem dauernden Verlust bewahren, gleichzciug aber auch dazu dienen, allen Ärcifcn die Möglichkeit zu bieten, au- dem "Beilpicl deS in harter Arbeit Ddcha>fenen Kräfte zu ge­winnen zu einem schöpferischen Tun zu Ruh und

Frommen und zur Ehre des geliebten deutschen Vaterlandes.

Daraus ergriff im Hamen der deutschen Rekchs- regierung

Minister Severing

das Wort zu e iner Ansprache, in der er u. a ausführte Als vor drei Jahren der Sammlung-- bau des Deutschen Olluseums eröffnet wurde, da klang aus verschiedenen Reden der Wunsch, dah das neuerstandene Werk nicht eine tote Sammlung toter Gegenständ« sein, sondern zu lebendigem Bildung-- und For- schungsmotvr für alle Streife des Dolkes werden möge. Heut« können wir zu unserer großen Genugtuung und Freud« seststellen. dah dieser Wunsch Erfüllung gefunden hat. Dos Deutsch« Museum ist bisher den Plänen seiner Schöpfer durchaus gerecht geworden. Aber daS Belfere ist der Femd des Guten So drängt der Sammlungsbau noch einer zweckmäßigen Er­gänzung durch Bibliothek. Planlammlung und VortragSsäle. Dos werden besonders alle die­jenigen verstehen, die dos Vesomtwerk immer mehr allen Volks kreisen, insbesondere den min­derbemittelten Schichten unseres DolkeS erschlie­ßen wollen. Unsere 3üqcnt> und unsere Arbeiter wetteifern in dem Bestreben, mitzuarbeiten an der kulturellen Hebung unseres Volkes und der ganzen menschlichen Gesellschaft. Helfen wir ihnen, indem wir ihnen die Gebiete der

Wiffenfchoft und Technik crfdblic- ß c n. Das ist edelster Dienst am Volle. Darüber hinaus hat der heutig« Tag noch eine hohe »deelle 'Bedeutung Die Lasten des verlorenen Krieges legen uns arge Beschränkung auf 21 her darin ist sich das Volk in allen feinen Schichten einig:

in seiner Shiltarcntroicflung will es sich nicht znrückschraubea lasse«,

und in der Errichtung undBcnroUtonunnung des Deutschen Museums liegt ein so kraftvoller "Beweis von Selbstvertrauen und von dein Will«»» zur Selbstbehauptung, dah un» auch die wirt- fchastlichen Röte unterer Tage nicht zu ent­mutigen brauchen Reich und Länder und Ge­meinden. llntcrncbmn und Arbeiter. zum Schuhe dieses Friedenswerkes stehen sie zu­sammen.

Der bayrische ttuliusminister Dr. (Holdenberger

gab zunächst feiner freudigen Genugtuung burüber Ausdruck, dost trotz aller Ungunft der ivirtsä)aft- lichcn Verl)ättnifse de» letzten Jahrzehnt» bu-i Deutsche Museum im lausenden Jahre seinen Samm- lungsbau für Meisterwerke der Naturwissenschaften und Technik fertigstellen ki"iii!e »lud heute Die Grundsteinlegung zu seinem Gebäude für Studien- zwecke feierlich begehen kann. Der Redner wies dar­aus hin, daß sich an der Ausführung und 2Iu»-

Der Reichskanzler heute bei Brians

Genf. 4. SepL (D31B.) Die Unterredung de» Reichskanzlers Hermann Müller mit dem fronzösifchen Hußenminisler B r i a n b znr (Einlei­tung ber Besprechungen über das Rheinland- Problem Iff nunmehr für Mittwoch nach- mittag In Aussicht genommen und foll a m S i h der französischen Delegation ffatfflnben.

Besprechungen im größeren Kreise.

Dari», 5. Sept. (WIB. Funkspruch.) DemEx- fcljior wird au» Genf berichtet, baß noch der heu­tigen Unter rebu ng Brionb-Müller eine Zusammenkunft der Delegierten der Mächte, die an der Rheinlandbesehung teilneh­men. und de» deutschen Delegierten statt finden werde. L» könne sogar möglich fein, dah alle Mächte, die In der Botfdjaflerfon- seren; vertreten sind, aufgeforbert werden, an die­ser Unterredung teiizunehmen.

Die gestrigen Genfer Besprechungen.

Genf, 4. Sept. (WTB.) Unter den *Be- fprechunaen deS heutigen Abends werden am meisten beacht, t eine längere Un «rrebung zwi­schen Briand unb dem be'.glichen Außen­minister HymanS. di« dem Rheinland- Problem gegolten Halen dürfte, ein "Besuch des österreichischen DundeskanzlcrS Won ignore Seipel bei Lord Cushendun und eine Be­sprechung zwi'chen diesem und dem chinesischen Hauptdelegierten Wangking Ky. Die Be­

sprechung des österreichifchen Bundeskanzlers wird vorwiegend mit wirtschaftlichen Fragen Oesterreichs in Zusammenhang gebracht, wahrend nach ber Fühlungnahme der chinesischen Delega­tion mit Lord Eushendun Mtimmt verlautet, dast England den chinesischen Antrag aus sosortige Wiederwahl in den Rot unterstützen wird.

Frankreichs Bedingungen?

Genf, 4. Sevt. (XU.) 3tn hiesigen unterrich­teten Kreisen glaubt man. daß die sronzösische Abordnung in den kommenden Okrfcanblungen für die Lösung der Räumungsfrage zwei B e t> i ii g u n g e r. stellen u>

1. Regelung der Reparationsfrage, wobei man von französischer Seite deutsche Vor­schläge erwarte:

2. Regelung der Sicheehe i tSfra ge im Rheinland durch Schaffung einer inter­nationalen ständigen Kommission unter Hin-uziehung eine» Vertreters Deutsch­lands oder einer neutralen Kommission, bi: die Kontrolle im AHeinianbgebiet auS -ben soll.

Zu dieser Forderung holt ntan cs in gut unterrichteten Kreisen nicht für auS,geschloffen, daß pvn französifcher Seite ver acht werden wird, eine Zustimmung Deutschfarlbs für die Aus­dehnung dieser Kontrollkommis­sion über 192 5 hinaus zu erreichen.

3n französischen Kreisen verlautet, bah in der Unterredung zwischen B r i a n d und H y w a n S die Richtlinien für die morgen mit Deutschland beginnenden Verhandlungen i;b.r dii R h< landfrage festgeiegl toorhen sind. Zwilchen den beiden Außenministern soll eite oollkon, - mene Uebereinftimmung In dieser Frage erzielt worden sein.

Aussicht auf Rutzesiekt für d e beiden Elemente der deutschen Wirtschaft unb damit für die gan,ze Qlation in die Tat umfeyen. wenn auf beiden Seiten der ernsthafte Wille zum Ausgleich vorhanden Kt, Hier f.nben die Ge­werkschaften in ihren eigenen Reihen noch ein großes Betätigungsfeld vor. und wir tonnen nur die frci'ich nicht sehr große Hoffnung hegen, daß sie es beackern werden.

Die britischen Gewerkschaften gegen die Kommunisten.

London. 4. Sept. (WB.) Der in Dundee ta­gend« brit ische GewerkschastSkvngre h nahm mit überwältigender Vkehrheit eine vom Berbarld der S.sendcehnongest^llten Porgriegte Ent^chllehung an, die ben Generalrat der Gewerk­schaften aufforbert. Schritte äj unternehmen, um die kommunistischen Elemente aus der gewerkschaftlichen Bewegung auszulchalten.

Deränderung in der Führung der D. D. p. in Hessen.

Don der Leitung des LandeSvcrbandeS Hessen der Deutschen Volkspartei wird uils mitgcteilt:

Am Frettag. 31. August, und am SamStag. 1. September, ber.el die LandtagSfrak- ti o n der Deutschen Dolksvartei über d-.e Fragen der hessischen Politik und die damit xn Verbindung stehenden Fragen der Reich-Politik, dic während der Sommer­pause aktuell geworden faxt». Der Vorsitzende der Landragsfrattion, Herr Re.chstagsabgeord-

netcr Ding« Idey. erklärte, dah er mit Rück­sicht aus di« bevorstehende Tagung de» Reichs­tags unb eine persönliche Inanspruchnahme, na­mentlich auch durch dx« Beratungen des neuen Strasgeietzbuches. gezwungen sei. sich in Ieiner Tätigkeit im hessischen Landtage weit­gehende Zurückhaltung aufzuerlegen. Er legte deshalb den Vori.tz der Landtags­fraktion und auch sein Mandat im Fi­nanzausschuß des hessischen Sandtag- nie­der. Zum Vorsitzenden ber Lanbtagsfrakrion wurde exnstinxmxg. nachdem Herr Land:ogsabge- ordneter Scholz r.ne Wahl mit Rückftcht auf seine ganz befonbere Ueberiastung durch sonstige ehrenamtliche Tätigkeit ablehnen mußte Herr Abgeordneter Dr. Keller gewählt Zum Ver­treter der Fraktion im Frnanzaus'chutz wurde Herr Qlbgeotbnetcr Haury und als dellen Stellvertreter Herr Wgeordneter Dr. Keller bestimmt. Gleichzeitig wurde als dellen Rach- folger xn der Stellvertretung im ®ek$gcbura*- au-schuß Herr Abgeordneter Schott gewählt.

Am Samstag. 1. September, trat im Land- tagSgebäude der GeschästSsührendeAus- schuß deS hessischen Landesverban­des der Deutschen Volk-Partei unter dem Vorsitz des Herrn RcichStagsabgeordneten Dinge Idey zusammexx. Herr '.geabqc- orbneter Dingelb« y stellte bem Ge chäftS- führexxben Aus'chust fein LandtagSman- b a t mit Rücksicht auf die besondere lieberlaftung durch feine Tätigkeit in ber bevorfteherxben Session des Reichstags zur Verfügung. Der Gefchäftsführenbe 2ttxskchuh bat Herrn Abge­ordneten DiTxgeldey einstimmig, fein LarxdtagS- m an bat doch Io lang?, als er es irgendwie mit ben 3ntereffen ber Partei vereinbaren könnte.

beizubehalten unb selbst ben Zeitpunkt zu bestimmen, in bem er es mit Rücksicht auf feine besondere Heber la fttnxg durch d.e T :.gleit in beiden Parlamenten nicht mehr mit ben 3nter- effen ber Partei vereinbaren könne, das Land- tag&nanbat fvrtzufühcen. So bann erstattete Herr Reich-tcgSabgevrbneler Dingelbey ctnc.i fehr eingehend,!, Bericht übet bi« politische Lage im Reich der eine sehr lebhafte, bis in bie späten Rachmitt glstunb.'n bauembe Aussprache auf - löste Der GefchältSführenbe Ausschuß konnte dabei mit großer (Genugtuung feine völlige und einmütige lieber- einftimmunfl mit ber von Herrn Reichstagsabgcordneten Dingelbey vertrete­nen Polltik. insbesondere mit ber Auffassung feft- fteUcn daß di« Deutsche Volkspartei ün Reich den Versuch machen müsse, eine auf eine sichere politische Mehrheit gestützte, stabile Reichsregierung durch Zusam­menarbeit mxt der Sozialdemokratie herzu stellen solange die Möglichkeix besteht, auf diesem Wege ernt verständig« Wirtschafts- unb Steuerpolitik, bie ben LebenSinteresfen ber beut- 'chen Erwerb-stände gerecht w.rd auf lange Sia,t Henaus durchzufü^rcn. befonbert aber die (TTorc Aufgabe der Staatsverernsachung durch Verfasfungs- und Verwaltung-re- f o r m im Reich und in den Ländern durchzu'etzcn und tie Strefenxannfche Außenpolitik ihrem Ziele ber endgültigen Lösung ber Repa- rotionSfrage ent gegen? uf ähren. Die r-on Herrn ReichstagSabgeorbneten Dingeldey schon ber- schiebenttich herbei geführte unb auch für die Zu­kunft in Aussicht genommene enge Fühlungnahme mit der hessischen Parteiorganisation unb den Wählern wurde aus das lebhafteste begrüßt.