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Aus der pmvi'nzialhauptsiadi.

® leben, den 4. August 1928.

Dom guten und schlechten Schlafen.

Don Or. Joseph Urbach.

Dir alle triften, daß wir ohne den Schlaf. der bem Äörpet und Steift die uLiige Ruhe und Sr- holung bringt, nicht leben können. Gteuhwohl ist aber n»chl jedermanns Verhalten danach an­getan. daS rechte Ttafi oder Die rechte Art diele« Ausruhen« »u finden. Die sott man sich, um griund zu bleiben. 5um Schlote verhallen? Die lange soll man totalen? Die ®i,knid>jft und die ärztliche Erfahrung lehren, daß hit den gesunden ®n»aäbtenen gewöh"i ch 68 Stun­den »olUommen genügen. Doch ift diele Dauer vielen Schwanlungen unterworfen: dte Jugend ichläst länger, das Alter kommt mit weniger Schlaf aus Der Stadt« verlangt oft nach mehr Schlaf als der Landbewohner, da« w« bliche De- 'chsecht schläft länger als das mmmNche schwere 'örperlche. anstrengende geistig« Tätigkeit »eon- ipruchen ein gröberes Mast nachfolgender Ruhe, unbtm Din ter b taten wir länger zu Bett als im Oornmer. . , . ... .

Srühaufstehen - je nach der 3a^eit zwi» leben 5 und 6 Uhr beschert dem Ausgeruhten toftbare Zeit und Arteitsfrifche. erspart auch dem Städter Diel -asten und Zagen, um zur Stunde im Beruf »u sein. Allerdings UM sich dies mit dem Spa Zubettgehen nicht gut ver­einen. zumal der beste, t.esste Schlaf stch vor Mitternacht einstellt. Hierzu kommen noch die Schädlichteit-n der Nachtarbeit überhaupt, die Aervenreiznnttel. um wach zu bleiben, wie Äaflee lee. Täte:. die Nachteile für di« Augen, welche' künstliche Beleuchtung mit sich bringt, und das erschwerte Einschlafen. besonders noch der späten Heimkehr von nächtlichen Unterhal­tungen Den Verlust von Schlaf lucht mancher durch das beliebte MltlaaSschlLfchen hereinzu- bringen., doch -st dieser Schlaf keineswegs so tief als der nächtliche und auch nicht so stärkend und erquickend. Man seht dabei mehr Fett an, was den Damen heutzutage unwillkommen sein dürfte und verliert mitunter mühevoll ein- zubr ngende Zeit.

Zu einem gesunden Schlaf gehört auch eine gesunde Wohnung. e.n Heller, genügen- groher, gut lüfLarer Schlafraum. ein reines, nicht mit Federbetten und -tüten überladenes Bett, und ein zweckmäßiges Verhalten vor dem Schlafen­gehen: lerne zu reichliche Mahlzeit unmittelbar vorher, besser ein kleiner Spaziergang nach dem Nachtmahl »der die Einschaltung einer längeren Pause. Man sagt Atoar: ..Sin voller Bauch stu­diert nicht gern", aber er schläft auch nicht immer gut. Man hat Schwierigkeiten mit dem 3in- 'chasen. und etwaig: Diätfehler machen sich nachts unangenehm bemerkbar. Desgleichen empfiehlt es <:d> nicht, im Bett zu rauchen, die Schlas- zimmerlnft wird hierdurch verschlechtert und Feuersgefahr kann entstehen. Sott man vor dem Schlafen Men? Der schlafen Witt, lese nicht allzu lange, feine aufregenden Bücher, sondern Belletristik. Ne, lebe schrei dun gen und dergleichen. Sine mit Schirm versehene Lampe teleudjte von der Seite her den Lesestoff. Zweckmäßig ist hierbei Halbsitzente Stellung oder bequeme Seitenlage mit erhöhtem Oberkörper. 3n wel­cher Laue man am besten schläft, ist Gewohnheit. Nachteilig ist die Nückenloge. welche Alpdrücken ober andere Störungen Hervorrufen kann, ferner das Unterschlagen der Arme unter dem Kops, wodurch der Blutkreislauf gehindert und Der» anlaKung zu Nervenerkrankungen an den oberen Gliedmaßen gegeben werden kann. Das Gesicht fahre man nicht ganz nahe der Wand zn. um den Luftzulr ll nicht zu behindern. Dies gtlt auch für den Schlaf im Sisenbohnwagen. wo unter Umständen noch die Gefahr der liefer­te agung von Krankheiten besteht

Das macht man. wenn man nicht einschlafen kann? Das richtet sich einmal nach der Air» 'achö. die man zu beheben trachten must, z. B. ein schlechte« Bett, grelle Beleuchtung, unruhige Umgebung, unzweckmäßige Lebensweise. Sonst ist Selbsterziehung das Wichtigste. Man trachte, mit den Kleibern auch die Sorgen de« Tages abzulegen. und sage sch. wenn immer wieder Ge­danken kommen, energisch: Ich will schlafen und nscht nachtenkc-i; dazu ist morgen Zeit. So must man Me Pedanten verjagen, dost sie nicht fort» spinnen können Nachhelsen fann man durch erntSniues Bortetenlassen. Lesen eines gleichgik- krgon Buches. 12 mal in der Woche durch an warmes Bad unmittelbar vor dem Zubette gehen, ein allabendliches warmes Fußbad, einen Prießni-umschlaq um die Brust, hüte sich aber vor dem rezelmSß gen Gebrauch von Schlasmite tefn, sondern befrage in hartnäckigen Fällen lieber den Arzt.

Oer letzte Backenzahn.

Gr ift heraus ein Nuck es ist vollbracht. Der ist«?

Mein letzter rechter Hinterer Backenzahn: der einstige Hüne, der Niese, der gute treue Freund und Terprttter schönster kulinarischer Genüfie.

Ach, er ist nicht mehr, er steht nicht mehr im Gehege meiner Zähne. Heute singe ich ihm den Schtöanengeiang. Mit allen Wurzeln seiner vier­fachen Kraft Hämmerte er sich noch tes zum letzten Wtoenblicke seiner irdifchrn Dafein-berechtigung an die Stätte 'eines Werdens, er. der einst bet stärkste und lebenskräftigste war tn seiner großen Brüderlchar Ja, welche ungeheure Ara*! belaß er doch vor Zeiten! Als einst fein Vorgänger, da« Hebe kleine, so zimperliche Mttchzahnchen vor ihm gewichen war, trat er als starker Kämpe an seine Stelle. Und wie habe ich auf ihm da« erste Stuck Süßholz getaut, das ich bei der alten Höker- frau auf dem Marktplatz für 3 Pfennig crftanÖ und leider, jetzt sage ich leider habe ich auch die ersten Wellch» und Haselnülle mit Um geknackt. Mit ihm, dem Backenzahne, habe ich auch sa manchen Schmerz im Dasein heldenhaft ver­bissen.

Soll ich Kummer und Wehnnit empfinden, wenn ich zurückdenke an die Wellch» und Halelnuftzeit? Wie ost hatte mich doch der wißende Vater unb die sorgende Mutter vor dem verderblichen Hüffe- knacken gewarnt. Ez hals nichts. Ich lachte nur barüber und wußte ja alles viel besser als die ^ttken. Und als ch nun gar tm großen Zirkus neben dressierten Elefanten und Löwen einen mächngen, Drei t j djuf tragen, krauS gelockt en Heger der mit fernen Fletfchgähnen freihändig ein Rielenfaft umhertrug, auf dem der luftige Freund Jfuguft, der 6Iottm. in stolzer buntbemalter Selbst- verton sah ich seh? noch, wie dabei die bunte Pfauenfeder auf ternrt platten roten Nase tunkte, imb wie betagter Neger hinterher noch einen

echten Dattelkern als Dretngabe unh Höchst­leistung zerteß 0. da war es um alle War­nungen der altfränki chen Eltern gänzlich ge* lched-7' unb wein Ehrgeiz kannte feine Grenzen niefcr. 3a den Schulpaufei' bist ich. ein fabelhafter Erfolg ror der ganzen Klasse, meinen sämtlichen M ttchülern sämtliche eigens dmm mitgebta*er Nulle dutzendweise hintereinander auf. ohne nur mit '*t Wimper zm zocken Darm erschteu eines Titzes .Miß Wanda" aus dem Plan, so cm« Art Kollegin, weltberühmt und länast - verunglückt. Sie liest vom Kirchturme nach der Tiefe ein Seil spannen. Daran hing ein Ning, den sie mit den Zähnen erfaßte, und an dem lle sich aus der ichw^krl.lden Höhe 11t die Tiefe gleiten liest. Das war ein Heldenstück! Und ich fostte den stillen Vorfatz. ihr diesen Nuhrn dereinstens össentlich streitig zu machen. Kurz, meinen Zahnen traute ich alles zu. sie waren mein Stolz. Mein Leben wollte ich ihnen anvertraueu.

Einmal entschloft ich mich auch. Zahnarzt zu werben. Meine duldenden Patienten sollten wäh­rend ihrer Behandlung meine ,-sätzne bewundern. 3ch liest den Gedanfen wieder fallen, denn dieser Hrund meiner Berufswahl war hästlich und inih- siel mrr.

Kurz, uh war stolz auf meine Zäh«. 3n ihrem Gehege gab es feine Lücke Aber wie man - treibt, so geht ö Auch meine mamutstarlen. schloh­weißen Miiller. wie der selige weife Äönig Sa­lomo vor Zeiten seine Zähne poetisch nannte, standen eines Tages stille. Es zeigten sich Me Folgen jugendlichen Liebermuts. Denn als ich sie einstenS wiederum mit der morgendlichen Dürste begrüßte, legte einer von ihnen, eS war der linke obere Augenzahn, lern Haupt zur Sette, wackelte und sprach m den ®cnoffen: ..Hier Metfce sch nicht mehr lang, der schlechte Mensch, der sich unser Herr nennt, der ohne uns gar nicht leben könnte, hat mit und Such Kameraden m seiner Jugend zuviel zugemutet. Ich mache jetzt, dast ich fort komme Ich mache mich aus dem

Slaub'!" Die andern hörten's, nickten unb toadclteit auch mit den Köpfen, unb auf ihren Standplätzen, den hermailichen Alveosen, revo­lutionierte die gesamte Heerschar 3n den Zahn­höhlen arbeitete und rumorte es fürchterlich. Tränenden Auges, voller Schmerzen, lief ich oft znm Doktor, dem Zahnarzt. Aber der schüttelte auch Den Kopf und lieft sich die Geschichte meiner Heldentragll erzählen. Noch half er mir für etliche Zeit mit seiner Kunst dann aber kam er mit der g rosten Zange und lekesmal, wenn wieder eine schadhafte, schmerzende Planke auS dem Ge­hege der Zähne gezogen worden war, atmete ich beglückt auf und ftef fast meinem Helfer in den graften Nöten, die mich betroffen hatten. anS Dankbarfett um den HalS 3a, ich schwor Es gibt feinen besseren Menschen, feinen gr öfter en I Helfer auf der ganzen Eide als den Zahnarzt, und ich murrte auch nicht, als einst unrerft'heus ein Stück der Zahnleiste in echter Freundschaft ihrem alten 3nfaffen, dem zweiten Auge.1 zahne, freue Gefolgschaft leistete. Die tragische Schuld trug ja ich.

Heute wanderte besagter letzter, rechter hinterer Backenzahn von brnmen. Gepriesen sei mein Hel­fer m Der Not, ich ernannte den Doktor zum Gbrenmitglied meiner Familie. Wie alt ich bin? Das verrate ich niemanden. 3ch bin ja wieder wie jung, bin schmerzbefreit, bin wieder genieft­bar und kann wieder genießen Der Doktor sprach zu mir lächelnd:Derehrtester, wenn Sie jetzt -um brrttenmal -ahnen, dann geht es am leichtesten, ich bürge bafür!

Mit diesem Tröste ging ich heimwärts. 3n btt rechten Westentasche trug ich meinen starken Backenzahn, in Seidenpapier eingewickelt. Meine Kinder begehrten den letzten der Mohikaner zu sehen. 3ch erfüllte ihren Wunsch, und da es gerade um die Zett war, da die Buben mit allen möglichen Gegenständen m Die reisen Nüsse zu werfen pflegen, ging ich hin und kaufte einen neuen Nuftknacker. Vorsichlshalber.

Mein Jüngster aber rie als er ihn sah, laut und vernehmbar: »Vater, mit den Zähnen knackt man die Nüsse doch am besten!'*

-- Sv ist die Jugend. F.

Tafrn für Sonntag, 5. August

Sonnenaufgang 4.29 Uhr. Sonnenuntergang 19.42 Uhr. Mcmdaufgang 21.41 llhr, lÄrmbuntergang S.42 llhr.

1772: Erste Teilung Polen«, 1850: her fron« zöfische Schriftsteller (Buy de Maupassanl auf Schloß Mirowesnil geboren; 1895: der Sozialist Friedrich Engels in London gestorben; 1915: die Deutschen besetzen Warschau;

Taten für Montag, 6 August

Sonnenaufgang 4.31 Uhr, Sonnenuntergang 19.40 Uhr. Mondaufgang 21.58 Uhr, Monduntergang 10 01 llhr

1789: Volkswirt nr. fiiht in Reutlingen geboren , 1806: Fran; 11. (I. von Oesterreich) legt die Kaiser frone des Römischen Reiches deutscher Ration nieder; 1870: Sieg der Deutschen bei Würth unb Spichern

ttiestcncr Wochrnmarktpreise

Ss kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 1.93 bis 2,00; Matte 30 bis 35; Käte 00 b-.s 1 40; Wirsing 18 bis 25: Weiftkr.-iut 20 bis 25; CRotfrant 30 bis 35: ge-Cb? Nstben 23 bis 30; rote Nüben 15 bi» 20; Spinat 25 bi« 30; Nömifchlohl 15 bi» 23; Bohnen, arünc, 35 bi« 40; Bohnen, gelbe. 45 bis 50; Erbten 30 bis 40: Mlchgemüfc 20; Tomo.en 20 bis 50; Zwiebeln 17 bis 20: Nhabarber 15 bi« 20: Pilze 50; Kar- ottefn 6 bis 8: Frühäpfel 50; Follapfel 10. Birnen 20 bis 50; Walderdbeeren 1.20; Him­beeren 50 bis 70; Heidelbeeren 65 bis 70; Stachelbeeren 23 b4 35; Johann.«beeren 40 bis 50; Pllaumen 60: Honig 40: sun^e Hähne 1.00 bs 1.30; Suppenhühner 1.00 b:S 1 33 Eier Stück 13 bis 14; Blumenkohl 20 bi« SO; Salat 10 bis 20; Salatguricn 20 bA 60; Einmacdgurlen 4 bis S; 0b«ckohlrabi 5 bt« 12; Rettich 5 bis 20; Na- dieschen Bund 10 bis 15.

Äonrotizen.

Taaeskalender für Samstag. Giehener Nudergefellichaft 1877 e. V.: General­versammlung. S Uhr. rm Bootshaus. Kavalle- ristenverein: MonatZverfammlung. 3'/. U^r. im Bereinslokal. Giestener Nu^rklub .Hakiia" 1-36 e. D.: Mttgliedcrversammlung. 3'/, Dhr. im Bootshaus. - Lichtspietäaus. Bahnho^strafte: .Heut tanzt Mariett . Astoria-Lichtsp eie. .Die Geheimagentin von Neuycrf'.

Taaeskalender für Sonntag.

Bauerkcher Tekangv.'r'ein e. B. Sommerfest. nach- j mittags 4 Uhr. auf der Lievigshöhe. Gewerk­schaft deut'cher Lokomotivführer Ortsgrupre ®urftcn: Sommerfest, nachm. 3 Uhr. anf der * Karlsruhe. LichtfPiel-Theater wie Samstag.

Entwertete Bries marken. Es kommt ab und tzu vor daft einzelne Freimarfen auf de« mit der Poft beförderten Driekfendungen nur ge­ringfügige oder schwache EnVr-ertungsHeichen. oftmals nur 3triebe oder schwärzliche Fleck n trogen, weil fw beim Abstempein in der Eile nicht getroffen worden 'mb. Selbstverständlich ist es verboten und auch straffällig, folche unvoll­ständig enttverlete Frtimaeken. nachdem si« von den limlchlägeu abgelöst Worte.» lind, nochmals ur Freimachung von anderen Post'end^.ngen zu beinitzen. Trotzdem geschieht dies sehr oft m der falschen VorauS'ctzun^ Der Betrug würde nicht bemerkt. 3n bei» meisten Fällen werden dies« Gebühren hinterziehenden aber bei den Pvst- anftaiten. de angewiesen sind, b.erauf besonders zu achten, entdeckt; gegen die Ablender werden dann von der oberrn Pvstbehörde dir Dafür in dem Postaefey vorgefehenen Geldstrafen ver­hängt. Allem Anfchein nach werden brrarlige schwach entwertete ,freimarfen auch vielfach in betrügerischer Ab icht als Erfay für K eingeld in Verkehr gefetzt. Darum tut jedermann Der sich Hnannefcmhd)kueii ersparen will, gut Frei­marken. die er n-.cht selbst am Poitschalter ge­kauft hat. vor ihrer Verwendung genau zu be­sichtigen. Bei verdächtigen Wabrnebinun^en ins­besondere auch beim Fehlen deS Klebstoffe« auf Der Rückfeite, empfiehlt sich eine Anfrage über ihre Gültigkeit am Postschalter.

e* Absenderaufdrucke auf Briefum­schlägen. Die Deutsche Reichsvost macht erneut darauf anfmtrtfam. dasz nach den Bestimmrmgen der Postordnung Die AbsenDerangaben sowie die Rellomen des Abfenders nur auf bet Rückfeite und dem linken Drittel ber Vorderfeite der Brief­umschläge angebradyt fein dürfen. Ferner müfien Umschläge. Deren Rückseite zu Aufdrucken benutzt wird, am oberen Rande der Rückseite einen min­destens 21/» Zentimeter breiten, freien Raum haben, der zur Niederschrift poftdienstlicher Der- merfc benötigt wird. Für Den Aufbrauch von Umschlägen, die über das zulässige Maft mit Aufdrucken auf der Vorder- ober Rückfeite ver­sehen sind, ift eine Frist von 21/, Jahren ge­währt worden. Diese Frist läuft am 30. Sep­tember 1928 ab. Mit einer Berlängerung über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Die Versender werden daher gut tun. sich nur auf den Aufbrauch vorhandener Brstände an unzu­lässigen Umschlägen zu bescyränlcn und nicht wie von den "Postanftalten vielfach wahrgenom­men worden ist Neudrucke Herstellen zu lassen, Die bis -um 30. September nicht aufgebraucht werden fönnen. Rach diesem Zeitpunkt muffen Briefumschläge, die den Postordnungsbeftimniun- gen nicht genügen, von der Postbeförderung aus- gefchlosfen werden.

" Wascht da« Obst, Eigenllich sollte sich diese Mahnung erübrigen, denn für viele wird es eine Selbstverständlichkeit bedeuten. Obst, be­sonder« das was man nicht selbst ernten rann, sondern erst taufen mnft. vor dem Genuß zu säubern. Dennoch kann man es in der Hoch­saison der Kirschen oft genug sehen, haft Leute mit einer frisch erstandenen Tute durch die Stra­ften schlendern, eine Kirsche nach der anderen daraus verzehren, es also nicht abwarten kön­nen. bis sie die Möglichleil haben, die Früchte zu waschen. Ganz abgesehen davon ift auch mit dem sofortigen Verzehren De« Obstes auf der Straße die älnmanier verbunden. Obstreste auf die Strafte zu werfen, so daft das eilige Verzeh­ren nicht nur dem Genieftenden, sondern auch tüt die Mitmenschen eine Gefahr in sich birgt.

Kein Wasser auf Gurken trinkenl Gleich noch dem Genuh von Gurken Wasser zn trinken, ist lebensgefährlich. Wer aber die Le­bensgefahr übersteht, ri-kierl lebenslange Ma­genbeschwerden. Erst etwa zwei Stunden nach dem Gurkengenuß darf man unbedenklich Wasser trinken,

Krankenscheine müssen pünktlich vorgelegtwerben. Sin kaufmännischer An- fjcftcltler meldete sich trank. Di« Firma ver­langte Vorlage eines Krankenscheines, und al« frieter nach einigen Tagen nicht einlraf, ward« ber AngeNagle fristlos entlassen (3r klagte beim Kölner Arbeitsgericht auf KünblgungL-mtichadi- gung. da er nach dem HanbelSgefc-tzbuch im Krank­heitsfälle noch Anspruch auf Zahlung des ®o halte- für sechs Wochen Hobe 8r habe zwei­mal sein« kleineren Geschwister mit dem Kranken- scheu, zürn Geschäft geschickt, aber die Kinder feien erst nach Geschäfl-schllch dort erngetrollen. DaS Geruht wies dce Klage ab. Die fristlose Ent­lassung sei berechtigt, wenn der Kläger nccht dafür forge, daß der Ktankenftlrein pünltUch dem Ar- beitgeber vorgelegt werd«. Gs müsse den Ein­druck erwecken, daft der Kläger abfuhtlich die Vcwlage des KrcrnkenlcheweS phiferftitoen habe.

WaS f ü r Versicherungsarten gibt eS? ES gibt Mußverlicherungen: 2In- gestelllenverlicherung, JnvalideTwetticherung. Krankenversicherung; unb freiwillige Versichert^, gen: Lebensversicherungen. Feuerversicherungen. Haftpslichlversicherunaen, bann solche gegen Ein­gehen von Vieh. Hagelschlag. Verregnen von Festfonntegen und Ferien. Bei allen Versiche­rungen form man die Höhe der Leistungen be­stimmen durch HinauSgehen über den Mindest- betrag. wobei Me Höhetleiftung an Bett rügen bei den Muftverttcherungen nattirlich ganz zu Lasten des Arbeitnehmers, also des Versicher­ten, geht.

Ceirfjcnlänbung. (Sestern morgen poischcn 9 nnh 10 Übr wurde eine weibliche Leiche im Alter non etwa 17 Jahren am städtischen Schwimmbad aus der Lahn gezogen, (fs Handeft sich um eine junge Arbeiterin aus Annerod. Das Mädchen war feit dem 31.0 M als vermißt gemeldet Am Donnerstag waren ihre Dberfleiber in einem Gebüsch am Lchn- ufer gegenüber ben Babeanstalten gefunben worben.

"DieMuseen sind am Smmtag. 5. August, bei kleinen ZutrittSpreifen geöffnet.

Sfabtifteater Sie ft en. Aus dem Stadt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Aufführung der ÄomobicFinden Sie, daß Constance sich richtig oerhäll?" von B. S. Maugham (zweites Gast­spiel von Frau Prasch-Greoenberg- beginnt am Dienstag um 8 Uhr. Regie führt bas erstemal der Dramaturg Dr. Äarf Ritter. Bühnenbild Karl Löffler. Inspektion 2 i n t m a n n.

" Die chste n Blehmärkte in Gießen linden statt am Dienstag, 7 August (Rindvieh- markt), und am Mittwoch. 8. August (Schweine­markt) Austriebs-eit an den Markttagen non 7 bis 9 Uhr vormittags. Dgl. bi«, Mutige Bekanntmachung.

" Ql 6 kf - und Fahrturnier in Bad- Nauheim. Da« große Rett-und Fahrturnier hat mit feinen 350 Unterschriften in den öffentlichen Prüfungen nicht nur einen glänzenden Aennungs» ichllrß gehabt, sondern es werkten, nach den Stall- beftefhirgen zu ort eiten, auch unsere bekanntesten

Turnl«retter und -reiterttmen erscheinen. Heben bifcn 6f1cni(idXT Prüfung« nehmen in diesem Jahre eine Anzahl Rennen einen breiteten Raum ein 9k Rennen smkten an beiden Tagen je- wetts hn Arstchlich an die öttenllichen Grüsungen statt. Lui« ganze Qtnzahi gute.' QZalldluier ift u. a genmntt. Om m Metern .labte bereu« auf großen öltenrr-.chen Bahnen gestartet sind Von den fünf Reimen ist eins ken Qbnazonen Vor­behalten, und Dürfte ferne Armtehungskraft nicht oer'ehlen. «QlähereL in der heurigen AnzeigeZ " Straßensperrungen, mitoetrilt vom Dberbe,fi|d)in Automobilklub e D. (A.v D.), Gießen. l£s werden gesperrt firr alle Fahr-evae Strafte Blas- ba*Aobenfolms im Straßen zua WestlarRüder- Weid'.'ach bis 16. August, Umleitung über Aßlar- Dber-Veinp. WenlarGroß Rechtenbach im Straßen- zug Wetzlar Butzbach vorn h August bis 31. De­zember 1928, Umleitung über Weikenhausen; km 8,7 bis 2,5 im Straftenpig (UrtftcnWetzlat 00m . tember, Umleitung übet .ftcu- ch lheimDorlar ; km 5^ bis Im St raßen zug GießenLich vom 13. August bis auf weiteres, Um­leitung über Annerod oder Gardenteich.

Beginn des

9. Hhön.E>egc1sir!a'WettbewerbS.

Die nach Dau o i Ile Mitte Juli entianMe Sonder-iLfpedtnon tft nunmehr anf der Wasser- kuppe eingetroffen, die Maschinen allerdings noch nkt;t; sie sind aber von (fherbourg im *21 nrollen. Betrachtet inan die Meldeliste, so fällt bei ben Ma­schinen auf, daft der Eindecker, mit zwei Ausnah­men (unter 1U5). restlos vorherrscht, unter rieten roteber der bodigebaute hn Gegensatz zum liefen- D«cker. Maa auch die stonstruktionsbeschrctdung hier kleine Abweichungen vermerken, hn Gninöe genommen hat sich der Rögling"* unb der .Prüfling". Typ der Rhön-Rassitten- Gesellschaft mid^ dem Marten schen Muster durchgerungen. Der ^lächeniuhall zeigt dementspre­chend auch keine großen Unterschiede um 14 bis 13 Quadratmeter, über 20 Quadratmeter enthalten nur ganz wenige Maschinen.

Die liauptzahl der Segelslugzeuae. bient dem reinen Gleit-. Schulungs-, und Uebungs-Wett« bewerb, für ben Veiirirngs - Wettbewerb kommen etwa zwanzig hochwertige Maschinen in Betracht, bei deren Monftruhion der altbewährte C 0 nsul" . Typ der Darmstädter mehr ober weniger Pale gestanden hat. Hier sind auch vier Doppelsitzer gemeldet, also Seaelfiugzeuge, die sich besonders ni Lehr- und A"^'ldungszwecken erg- nen. Der Rostocker Aeroklub ift mit der einzigen ans Stahlrohr gebauten Maschine zu Stelle.

Die (Eigentümer verteilen sich anf etwa 60 ver­schiedene. darunter zwölf akademische und Tech- nllums-Hochichüler, rund 25 am L'uftfport inter« essierte Vereine unb 20 Einzelpersonen. Zum ersten Male fehlt diesmal Espenlaub, der allerdings in ben letzten Jahren zu wirNuhen (Erfolgen und irortschritten kaum gekommen war.

Wenn nun in ben ersten Jahren icbcr Segelslug. bericht inehr ober weniger damit ansangt, ime aas Wetter war, non dem die Tätigkeit abhmg, fo sind die Forschritte im Segelfliegen in den letzten Iah. ren doch derart gewesen, daß man bei Winbflautr, aber auch im Gcwltterfturm segelfiiegen kann. Die Abhängigkeit heute gilt nur noch für Rebel unb Wolken. Sie mögen also die Wasserkuppe in ben lammenden lagen verschonen. Der Technisch« Aus­schuß hat brsfter etwa dreißig glugjeuge ubgenmn* men. die übrigen haben noch die vorgeschricbenen Prüfungen (Zulassunqssluge) zu erledigen. Bon den ausländischen Teilnehmern hat der junge Wiener .Qronfclö bereit* einen schonen Flug aus- geführt.

Düchsriisch.

Melchior. Ein Hanfeatenroman von Jof. K a stein. Friesen-Verlag A.-G., Bremer geb. 6 Mk. (114). Ein prächtiges Gegenstück zu Herzogs Hansealenromon auS Hamburg Mit stärksten' Jntereffc lieft man Diese Dichtung des Leb«nsfch:ckfalS eines Bremer Bürgersohnes und Angehörigen emer allen Bremer Patrizier*amilte. Man lernt Den jugettDlichen Wirbelwind, bann ben reifenden Jüngling mit allem Sturmgebraus DieteS Lebens unb schließlich ben im harten Da­seinskämpfe gereiften Mann in lehr eindrucks­voller Weife keimen. Em wundcrfames Bild samllienftol-en Patriziertums, welttonfpoimenden Kaufmannsgcrftes unb verantwortungsbewußten Berpflichtetfeius gegen Familie unb bremisch« Heimat wird m diefern Buche in packender Dichte­rischer Gestaltungskraft gegeben. Denn der Ver­lag dresr« Buch bescheiden al« neuen hanlea i- lchen Kaufmannsroman Der Gegenwart bezeichnrk, so möchten wir hinzusügen, Daft er eines Der bcst- gelchri«denen und feingcftaltetften Bücher ist, die Nch mit Dem kernigen Stamme her Hanseaten unD ihren schönen Städten unb ehrwürDiaen Tradi- honen beschäftigen. Das Buch verdient beste Empfehlung.

D i e Maul - unb Klauenfeuche, ihre Verhütung und Heilung. Bon szran; ft u r R c, Danzig, Rittergutsbesitzer. Verlag Rein- Huld 5tubn '21 G., Berlin -W. 68. Broich. 3,50 Mk , geb. 4,50 Mk. (140.) Ein nützliches Buch für den praktischen Landwirt Mehr- und einfarbige Bilder veranschaulichen rie besonderen Merkmale der ein­zelnen ftrantheitsabschnitte. Auch die übrigen Bil­der geben nützliche Ratschläge und zeigen, wie matt sich helfen kann, z. v. durch SellislhersleUung von ft lauen Verbanden unb Schuhen. An dem Buch hat Pros. Dr. Waldmann, der verdienstvolle Leiter der ftaatlichen Korschungsanftallen auf der Insel Ricrn^, hervorragenden Anteil. Daher sollte es möglichst weit verbreitet unb besonders beherzigt werben

Die Taxation von Wiesenlände- reien auf Grund des Pflanzend« ft an­der. Von Diplomlandwirt Dr. Asmus Peter­sen. Verlag Reinhold Kühn A.-G . Berlin S'W» 68. Brosch! 4 Mk.. geb 5 Mk. (113). Reben Grundsätzlichem über die Art der Wirsentypen und Bestandaufnahme der Wie^enpflanzen werden in dem Buche die natürlichen Wielenkla'ien ein» geteilt in Tvpen der nassen, der feuchten, der teischen. der trocknen imb der dürren Lage und fchlieftlich Sal^toiefen JÄte dieser Lagen hat ihre Unterklasfen, die bis zu Linkraut- und Hungerwle'en heruntergehen. Daran schlieht fich ein Vergleich dieses Systems mit der bisher ge­bräuchlichen Taxationslehre und einer Schluß» zufammenfa'fung an. Dr. Petersen, einem Schüler Aerebves, des Begründers unserer modernen Tarationslehrc. ist die schwierige Arbeit, di« ein langes Studium mit endlosen Dergleichen veranstetzk. glänzend gelungen. Man kann diesem Buche in der lkniÄwdttfchaftllchen Praxis weite Verbreitung imb Beherzigung wünschen.