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Marin und WoginoL gehören wird. Nun ist aber der Blvc National 'blc Gruppen Marin-Ma- ginot) ein äußerst lauer Parteigänger dessen, was man diePoliiik von Locarno sowie die der An­näherung an Deutschland bezeichnet. 3m Gegen­teil. Heute wie 1919 sind Marin und Maginot entschiedene Anhänger der militärischen Bündnisse mit den Gegnern Deutschlands und sind überzeugt, daß die ganze Auhen- politik Frankreichs auf dessen Zusammengehen mit Polen, der Tschechoslowakei und Südslawien beruhe^ muh. Daher irren sich jene Organe in Deutschland und jene deutschen Parteien, die offenbar glauben, die alleinige Tatsache des Derbleibens Driands im kommenden Kabinett Poincare würde dafür garantieren, bah Frank­reich keine Aenderung seiner Außenpolttä vor­nähme. Damit täuschen diese Parteien aber auch die deutsche ösfektlliche Meinung. Wan wird nicht lange zu warten brauchen, um fest­zustellen. daß sich trotz der Anwesenheit Dri­ands im Kabinett, und trotz der Deteuerungen, daß die Politik von Locarno fortgesetzt würde, so manches geändert hat. Dor allem wird sich diese Aenderung in der Frage der R h e , n - tanbräumung bemerkbar machen, sowie in der der Revision des Dawesplanes, d. h. in allen jenen Fragen, die Deutschland interessierien und berühren. Menn daher bis jetzt die Politik von Locarno leine besonderen Resultate gezeitigt hat, wird sie nach Lage der Dinge in Zukunst höchstens Ergebnisse hoben, die Deutschland sehr teuer wird bezahlen müssen.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Großen-Linden. 4. Mai. Der Ge­sangverein Harmonie Droßen-Lin- den, der im vorigen 3ahre auf dem Ge­sangswettstreit in Schotten in der 1. Stadt­klasse den 1. Preis, den Ehrenpreis und Diri­gentenpreis errang, veranstaltet unter Leitung seines Dirigenten Wilh. Schüttler am Sonn­tag, 6. Mai. nachm. 3.30 llhr, ein Konzert mit auserlesenem Programm. Wir verweisen auf "die heutige Anzeige.

Alten-Duseck, 3. Mai. ilnfeve Gemeinde beabsichtigt zum kommenden Winter die Einrich­tung einer Heizung in der Kirche. Die Heizung soll mittelst elektrischer Heiz­körper erfolgen, die die einzelnen Plätze be­heizen, wie dies bereits bei der Kirche in Watzenborn-Steinberg der Fall ist. Während es sich hier um eine Beheizung einzelner Plätze handelt, ist vor einigen Wochen die elektrische Beheizung der Kirche in Weitershain in Betrieb genommen worden, die jedoch im Gegen­satz zu ben vorgenannten Heizarten als Raum- Heizung ausgeführt ist.

I Lollar, 3. Mai. Lor dem Gesellenprüfungs­ausschuß des hiesigen Ortsgewerbevereins legten in diesem Frühjahr zwölf Lehrlinge ihre Gesellenprüfung ab. Alle bestanden die Prüfung, acyt davon mit der Notegut bestan­den . Unter den Prüflingen waren ein Schreiner, ein Weißbinder, zwei Maurer, zwei Friseure, zwei Zimmerleute und vier Schlosser.

I Trete a. d. Lda., 3. Mai. Die Kirsch­bäume auf demBusch" stehen jetzt im herr­lichsten Blütenschrnuck und bieten einen präch­tigen Anblick. Allem Anschein nach ist eine gute Kirschenernte zu erwarten. Das Unwetter am Sonntag scheint der Blüte nicht gesä-adet zu haben. Hoffentlich geben auch dieEisheiligen" - ohne Schaden anzuricyten, vorüber.

ö" Allendorf a. d. Lda., 3. Mai. Heute ereitz- l nete sich hier ein c r n ft c r Unglücksfall. Als der Bäckermeister Kehr von Treis a. d. Lda. mit 1 seinem Fuhrwerk die im Bau begriffene neue Fried- hotsstraße bis zur Gärtnerei Opitz passiert hatte ' und hier eine Drehung des Wagens vornehmen wollte, stürzte dieser infolge der Unebenheit der Straße um. Kehr und feine beiden Kinder, sowie der Lehrling, die auf dem Wagen saßen, kamen beim Umfallen des Wagens teil- weiseunterdiescnzu liegen und trugen zum Teil schwere, zum Teil leichtere Verletzungen davon. Der Lehrling, sowie das Söhnchen erlitten Bein­brüche und Verletzungen an Armen und Beinen, während das etwa 6 Jahre alte Töch­terchen und der Vater selbst mit Hautabschür­fungen an Kopf und Händen davon kamen. Dr. Kunz hier leistete den Verletzten die erste Hilfe. Ein Zusammen stoß zwischen einem M o torrabfahret und einem größeren Lastauto aus Gießen, der aber glimpflich verlief, fand heute hier statt. Als das Lastauto der Firma Heine aus Gießen aus der Treiserstraße fommenb in die ßonoorfer Straße einbiegen wollte, kam im selben Moment ein Motorradfahrer die Bahnhofstraße entlang und fuhr dem Auto an der Nathausecke in die Flanke. Autoführer sowohl, als auch der Führer des Motorrades kamen mit dem Schrecken davon. Während das Auto unbeschädigt blieb, wurde das Motorrad ziemlich stark mitgenommen. Der Autoführer hatte rechtzeitig Warnungssignale gegeben, die der Motorradfahrer überhört haben dürfte.

4 Lich, 3.Mai. Die ftleinpflafterungs- arbeiten in der Oberstadt gehen Ihrem Ende entgegen. Das Kleinpflaster ist auf der ganzen Straße gelegt und ist nur noch an einzelnen «teilen einzuschwemmen und einzurammen. Auch die Bei- Pflasterungen der aufgebrochenen Zufahrtsstraßen und der Einfahrten in die angrenzenden Hosreiten dürften in den ersten Tagen beendet sein, so daß die Straße bald dem Verkehr wieder geöffnet wer- den kann.

D L i ch, 3. Mai. Eine der ölte st en Frauen unserer Stadt wurde am Mittwoch z u Grabe getragen. Es war die im 88. Lebensjahre stehende Frau Margarete Schmidt in der Ober­stadt. Die ältefte Frau unserer Stadt, Prinzeß Marie von Solms-Hohensolms Lich, hat im Februar das 91. Lebensjahr vollendet.

T Langsdorf, 3. Mai. Unter seinem Vor- sitzenden, Kammerrat Ludwig Glomm Winnerod, veranstaltet der Bezirk Lich des Hessischen Artilleriebundes am 8.Juli in unserem Dorfe eine größere Wiedersehens feier her alten Kameraden. Außer dem Vorstand des Hessi- scheu Artilleriebundes in Darmstadt haben eine ganze Anzahl ehemaliger Offiziere der alten Armee, u. a. Seine Exzellenz Generalleutnant v. Klein- i 4 mit, ihre Teilnahme an bem Fest zugesagt Die Festmusik stellt die Kapelle ßiebau in Nieder- Weisel.

Bellersheim, 3 Mai Die chemische Fabrik Lindenbaum 8-' von Essen, die 1924 stillgelegt wurde. Ist dieser läge zum Preise vo.l 23 000 Mark an Obermonteur KapeIler von hier, beschäftigt auf der Papierfabrik Ober, schmitten, übergegangen. Der Kaufpreis muß als

billig bezeichnet werden, da neben einem großen, modern eingerichteten zweistöckigen Wohnhaus und , wei langen massiven Fabrikräumen noch ein gro- jer Garten zugehörig ist. Der Käufer beabsichtigt, in dem Anwesen eine Reparatur w e r k ft ä 11 c ür landwirtschaftliche M a s d)j n e n und Kraftwagen einzurichten. Die Fabrik- anlagc liegt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Obbornhofen-Bellersheim und besitzt Gleisanschluß. Kaufmann Bocket von Friedberg hat feinen in unserer Gemarkung liegenden Grundbesitz, etwa vier Normalmorgen Ackerland und Wiesen nach zweimaliger öffentlicher Versteigerung frei- händig verkauft und dabei über 6000 Mk. ge­löst. Ein Baumstück (Dreispitze) am Dors von 322 Quadratmeter Größe kam auf 500 Mark. Je nach Lage und Güte des Bodens kam das Qua­dratmeter auf 40 bis 75 Pfennig zu stehen.

e Oberhörgern, 3. Mai. Anläßlich feines 19jährigen Bestehens gab der hiesige Gesang­vereinGermania" unter Leitung seines Dirigenten G g. Sarnes aus Holzheim, und unter Mitwirkung eines Orchesters am Sonn­tag im Saale des Gastwirts Düringer ein Konzert, zu dem auch einige Dereine an­der Nachbarschaft als Gäste erschienen waren. Der erste Dorsitzende, Weißbindermeister Dü­ringer. forderte in seiner Begrüßungs­ansprache auf, immer für die Forderung des deutschen Liedes zu wirken, sodann sprach er dem Dirigenten Eames den Dam und die Aner­kennung des Dereins für die ausgezeichnete Lei­tung des Chors aus. Die künstlerischen Dar­bietungen des Dereins wurden allenthalben mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Anschließend erfreuten die auswärtigen Vereine die Gäste noch mit einigen schön vorgetragenen Liedern. Der Abend war der Jugend zu geselliger Fröh­lichkeit gewidmet.

Ärcis Friedberg

Zl Dad-Nauhcim, 3. Mai. Der Alice- Frauenverein I.at im vergangenen Winter einen Helferin nenkursus zu Ende ge- ührt, der sehr gut besucht war. Als Abschluß des Kursus wurde nun ein Ausflug nach Mar­burg unternommen, woselbst die UniöerfitätS- anctomie und die Kinderklinik besichtigt wurden. Anschließend waren die Teilnehmer Gäste der Behringwerke. Der kleine Bühnen­saal des Kurhauses, in dem das Kur­theater die Mehrzahl seiner Dorstellungen gibt, ist im Laufe des Winters neu hergerichtet wor­den. Die neu geschaffene Beleuchtung und die feine dekorative Ausstattung geben dem Gan­zen eine treffliche Wirkung. Auch die akustischen Derhältnisse des Saales sind besser geworden.

Kreis Büdingen.

A Nidda, 3. Mai. Merkwürdig ist es, daß bei den gegenwärtig sehr niedrigen Prei­sen für fette Schweine in unserer Gegend die Preise für Schweinefleisch und Wurst waren hoher find als in den nächsten größeren Städten. Die Spanne von 80 Pro- xen t zwischen Ein- und Berkaus er­scheint viel zu groß. Die Konsumenten haben durchaus nicht die entsprechenden Dorteile, toenn der Viehzüchter unter den GrwerbSkosten ver­kaufen muh. Durch unsere Stadt geht ein so starker Autoverkehr, daß die Orts­durchfahrten der Provinzialstraßen für die Fußgänger bei Nässe wegen des Desprihens mit Schmutz und bei Trockenheit wegen des unerträg­lichen Staubes kaum zu passieren sind. Der Straßenbau ist voller Locher und Mulden, die Lager von Schmutz und Staub bilden. Das teuere Walzen der Strecken hat sich schon nach kurzer Zeit als unzweckmäßig erwiesen. Um den Miß­ständen gründlich abzuhelfen, hat der hiesige Stadtvorstand beschlossen, 10000 Mark zu den Kosten beizutragen, wenn die Ortsdurchfahrten in unserer Stadt mit einem asphalthaltigen lleberzug versehen werden, der sich durch langjährige Haltbarkeit und sehr geringe Staubbildung auSzeichnen soll. Reben diesem wichtigen Beschluß beftinunte der Stadtvorstand ferner, daß zu beiden Seiten der neu en Brücke, die sich für den starken Ver­kehr von Kraftwagen, Pferdefuhrwerken und Fuß­gängern zu schmal erwiesen hat, Fußsteige von gleicher Breite, wie sie zu beiden Seiten der durch die Drücke unterbrochenen Straße ziehen, angebracht werden. Die beiden Beschlüsse un­serer Gemeindevertretung sind sehr zu begrüßen.

Kreis Schotten.

S Laubach, 3.Mai. Wie wir berichteten, sichtigt die Firma Philipp Römheld (Eisengießerei) von der Friedrichshütte bei Ruppertsburg ihren Geschäftsbetrieb wegen der schwierigen Transportverhältnisse nach Laubach zu verlegen. 3n Ausfüh­rung dieser Absicht hat die Firma 200 Schritte westlich des Bahnhofs Lmibach, links des Weges nach Röthges (am Fuß der AnhoheRaupen- fang"), ein ausgedehntes Gelände erworben. Hier werden jetzt die Fundamente zur neuen Fabrik, einem Hallenbau von 56 Meter Lange und 18 Meter Breite, ausgegraben. Diese Halle wird in drei Teile zerfallen, in die Schlos­serei. die Gießerei und die Formerei. Zum Teil sind die Fundamente bereits aus- gemauert. An der Nordseite der Halle ist schon die Rampe errichtet, wo die Weiche für das Anschlußgleis an die Strecke HungenMücke an­gebracht werden wird. Der neue Fahr­plan. der vom 15. M a i an gültig wirb, bringt für Laubach zwei seh r vorteil­hafte Aenberungen. Erstens wird ein neuer Zug eingelegt, der von Hungen 17.25 injt abgehen und in Laubach 17.49 iUjr ankommen wirb. Zweitens werden vom 15. Mai ab sämt­liche Züge in Station »Laubacher Wald" halten. Dies ist von größter Bedeutung für den Touristenverkehr in den Dogelsberg. Der wunder­volle Weg LaubachSchotten wird hierdurch sehr vorteilhaft erschlossen. Auch für die Gemeinde Gonter ski rchen, die f. Z. einen ansehnlichen Betrag für die Bahnlinie Mücke- Laubach bei- gesteuert hat (von allen Gemeinden kann man die- nicht berichten), wird jetzt durch die Station NCauba<bcr Wald" eine bedeutende Förderung ihres Derkehrs erhalten.

KrciS Alsfeld.

---er. Homberg a. d. Ohm, 3. Mai. Be­züglich unserer Bahnhofstraße bestehen recht sonderbare Derwicklungen, hervvrgerufen durch die eigenartige RechtSauffafsung fettend der Reichsbahndirektion. Schon seit den ältesten Zeiten, als man an eine Srbmnnw dieser Bahnstrecke und des Stationsgebäudes noch nicht zu denken wagte, diente der .Müllerweg' dem Durchgangsverkehr, was durch Aussagen älterer Personen erhärtet werden kann und durch die Karte für alle Zeiten festgehalten ist.

Wohl hat sich durch die gebaute Bahnstrecke der Weg etwas verschoben, weil auf dessen Sohle ein Teil des Bahnkörpers und das Sta­tionsgebäude zu liegen kam. Damit blieb jedoch die Bestimmung des Weges auch in seiner neuen Gestalt, dem Durchgangsverkehr weiterhin zu dienen, voll erhalten. Der Weg war Eigentum der Stadt Homberg. Neuerdings verlangt die Recchsbahndirektion von der Stadt ür die Benutzung desselben jährlich 100 Mk., >a sie rechtmäßige Eigentümerin der Bahnhof- kraße fei, und erklärt weiter, bei Nichtzahlung dieses Betrages die Bahnhofstraße für den Durchgangsverkehr sperren zu wollen. Natürlich verweigert die Stadt die Zahlung obiger Summe trotz der in Aussicht gestellten Sperre. Alle zwischen Stadt und Bahn bis heute in dieser Angelegenheit gepflogenen Verhandlungen verliefen ergebnislos. Zur Lleberwachung und Durchführung der angedroh- ten Sperre wird schließlich ein Polizeiaufgebot in Tätigkeit treten müssen. Allenthalben wird der Standpunkt als unberechtigt abgelehnt. Letzten Endes wäre die Stadt gezwungen, eine P a r al­le! st raße auf einem etwa 5 Meter höheren Terrain anzulegen, die mit einem Kostenaufwand von 45000 Mark den Stadtsäckel belasten würde. Hoffentlich ist in dieser Angelegenheit noch nicht das letzte Wort gesprochen.

er. Durg-Niedergernünden, 3. Mai. Am Sonntagabend um 18.24 Uhr lief der P er - onenzug von Fulda in Burg-Niedergc« münden ein und zur selben Zeit geht Sonntags der Zug Tier Ohmtalbahn in der Richtung Kirchhain ab. Da der Gießener Zug dem ab­gehenden Zug gegenüber einfuhr, muhtensämt- liche Passanten (über 40) die vorderen Wagen übersteigen, um rechtzeitig auf der entgegen­gesetzten Seite einsteigen zu können. Die Er­richtung einer Unterführung erwies sich schon längst als notwendig, denn dem reisen­den Publikum ist das AuSsteigen auf der gegen­überliegenden Seite verboten. Wie leicht konnte ein Unglück beim Ueberklettern der Wagen ent­stehen:

r. Ober-Ohmen. 3. Mai. Seit einem halben 3abrc mehren sich in unserem Dorf die Stimmen, welche die Durchführung der Feldbereini­gung fordern. Diese Einstellung ist sehr zu be­grüßen, da die wirtschaftlichen Schädigungen der alten Dreifelderwirtschaft mit Flur-wang, Ueber- wandlungsrecht und vielen anderen unangeneh­men Begleiterscheinungen von einem Fachmann nach sehr vorsichtigen Berechnungen auf 63 000 Mark beziffert werden. Hoffentlich gelingt es. dem Erfordernis zum Siege zu verhelfen.

Preußen.

Oer Frankfurter Gtraßenbahnerstreik.

WSN. Frankfurt a. M., 3. Mai. Der heu­tige dritte Streiktag brachte einen Der - mittlungsvors chl ag des Deutschen Der- kehrsbundes an den Magistrat, in dem die am Streik beteiligten Gewerkschaften für die Beendi­gung des Kampfes bei ihren Mitgliedern ein­treten wollen, wenn der Magistrat bereit ist. folgendem Dorschlag seine Zustimmung zu geben: 1. Für die Schaffner kann ein Mankogeld örtlich vereinbart werden. 2. 3n Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. werden Lohne in den Lohn­gruppen 1, la und 2 um je 6 Pf. für die Stunde erhöht. 3. 3n Frankfurt a. M. und

Offenbach a. M. sind die Löhne für die Lohn­gruppen 1. la, 2, 3 und 4 vom vierten Dienst- jahr ab Monats lohne, errechnet nach der für den einzelnen Ort gültigen Zahl der normal zu leistenden Arbeitsstunden und abgerundet auf volle Mark. Sie werden vom vierten Dienstjahr ab nachträglich, gegebenenfalls mit vierzehn­tägig örtlich festzufetzenden Abschlagszahlungen, vom Beginn des zehnten Dienstjahres ab monat­lich im voraus bezahlt. ES wird ausdrücklich bemerkt, daß damit eine Forderung zur ilebcr- sührung in ein Beamten- und Angestelltenver­hältnis nicht verbunden ist. daß auch an dem jetzigen Arbeitsverhältnis nichts geändert wird.

Auf Grund dieses DermittlungsvorfchlagcS hat der Magistrat in seiner heutigen Sitzung die Angelegenheit des StraßenbabnerstreikS in länge­ren Beratungen erörtert. Mit Rücksicht auf die morgigen Derhandlungen beim RelchSarbeits- rninister sah sich der Magistrat außerstande, bin­dende Beschlüsse zu fassen.

3n einer im Zoologischen Garten stattgefunde­nen Derfammlung nahmen die streikenden Stra­ßenbahner zu diesem Magistratsbeschluß Stel­lung. Allgemein kam der Wille zum Ausdruck, unbedingt an den Forderungen dks-Dergleichs- vorfchlag« sestzuhalten und bei einer Derbind- lichkeitserklärung des Schiedsspruchs des Ber­liner Zentralausschusses dennoch im Streik zu verharren.

Mreie Vicdcnkopf.

* Königsberg, 3. Mai. Am Drens lag wurde der 2. Jagdbezirk der Königsberger 3 a g b infolge Ablebens des vorherigen Päch­ters für den Rest der Pachtzeit. auf 5 bzw. 8 3ahve. verpachtet. Der P a ch t p r e i s erfuhr eine große Steigerung, er ergab 625 Mk., während er im 3ahre vorher nur 232 Mk be­trug. Trotzdem ist der Pachtpreis angesichts des Wildbestandes, der sehr gut ist. al» nicht über­trieben anzusehen. Pächter ist jetzt ein Kaufmann auS Wetzlar.

Kirche und Schule.

ri. Hungen, 2. Mai. 3m .Solmser Hof" tagte gestern die Konferenz der evange­lischen Geistlichen des Dekanates Hungen unter dem Dorsitz des Dekans Engel von Obbornhofen. Außer der üblichen Be­sprechung amtlicher Anaelegenheiten brachte die Tagung, an der auch Der Superintendent von Oberhessen. Oberkirchenrat Wagner von Gießen, teilnahm, einen tief angelegten, begei­sterten Dortrag des hessischen Landessugendpfarr- rers Lic. von der Au über die aus der Ju­gendbewegung hervorgegangeneSingebetoc- gun g", eine Bewegung, die einen kräftigen Vor­stoß darstellt gegen die Hohlheit und innere An- Wahrhaftigkeit des Zeitgeistes, gegen die freien- lose Mechanisierung, die auch das Gebiet der Musik erfaßt hat. und gegen ben mangelnden Gemeinschaftsgeist des modernen Lebens ®r zeigte, was die Gruppen der Sinaebewegung. dieMusikantengilden" und der Finkensteiner- Bund" erstreben, und schilderte die von der Bewegung veranlaßtenSingewochen". Seinen Höhepunkt erreichte der Dortrag in der Dar­stellung des Anteils, den die evangelisch-ktech- liche Jugendbewegung an dieser Sache nimmt Die auf den Dortrag folgende Aussprache brachte wertvolle Ergänzungen und Anregungen.

Turnen, Sport und Spiel.

Die Lahnstaffel zum Deutschen Turnfest in Köln.

o Die organisatorische Arbeit für die große Schwimm staffel, die sich über das Strom­gebiet des Rheins von Basel bis Köln erstrecken und zur turnerischen Ausgestaltung deS 14. Deutschen Turnfestes beitragen wird, bil­dete den Gegenstand einer Tagung, die in Nie­derwalluf bei Wiesbaden unter der Leitung des Schwimmwartes der Deutschen Turnerschaft. Ro­bert Braun (Frankfurt o. M.), stattfand und an der die Kreisschwinnnwarte des Rheins und seiner Nebenflüsse, sowie die Obmänner für die einzelnen Teilstrecken teilnahmen.

Die Rhein st recke wird in vier Abschnitten bzw. Tagen durchschwommen, beginnend in Basel am Samstag, 21.3uli, und endigend am Diens­tag. 24.3uu, abends in Köln. Dieser Haupt- staffel werden die Urfunben aus ben Gebieten der Nebenflüsse durch besondere Staffeln zuge­leitet. Hierher gehört auch die L a h n st a s f e l, die von der Quelle bis zur Mündung durchgeführt wird und unter der Oberleitung des Schwimmwartes vom Gau Hessen, Franz Sauer (Gießen) steht. Die ganze Strecke wird in fünf Abschnitten bzw. Tagen zurückgelegt derart, daß die Staffel am Sonntag. 22.3uli. Oberlahnstein erreicht und dort anschlußbrreit liegen bleibt. Zur Sicherung der Schwimmstafseln müssen die Schwimmer von einem Doot begleitet sein, das von einem schiffahrtskundigen Manne gesteuert wird, der die Strecke genau kennt und über die für die Schiffahrt geltenden Dorschriften unterrichtet ist. Das Degleitbovt muh mit der Flagge der D. T. als Erkennungszeichen ver­sehen sein, damit den begegnenden Schiffen an­gezeigt wird, daß fie mit verminderter Kraft vorbeizufahren haben. Die Schwimmstrecke der Lahn wird etwa 180 Kilometer betragen, so daß bei einer Sinzelleistung von 200 Meter im Durchschnitt mit etwa 900 Schwimmern und Schwimmerinnen zu rechnen ist. die vom Gau Hessen, dem Lahn-Dillgau und Aargau zu stellen sein werden: dazu wird noch eine größere Anzahl von Läufern kommen, die den Alriunben* kocher über die nicht schwimmbaren Strecken weitertragen.

Dolksiurnen in der O. T.

fireiioffene Wettkämpfe des Mtttelrhcinkrciser der D. T. in Frankfurt a. W.-Rödelheim.

Unter sehr starker Beteiligung aus dem Kreis­gebiet gaben die volkstümlichen Wettkämpfe am vorigen Sonntag in Frankfurt-Rödelheim den Auftakt des diesjährigen Schaffens. daS ganz unter dem Zeichen des Kölner Turnfestes stehen wirb. Die Beteiligung au» über 40 Terrinen mit nahezu 350 Meldungen läßt eine Ahnung von den Dorarbeiten au'kommen, die den auf­strebenden Tumzweig des DolksturnenS in das rechte Licht rücken. Aus dem Gau Hessen nahmen mit stärkster Besetzung teil: der Wänner- Turnvereln Gießen und mit einigen Tur­nern der Turnverein Bab-Nanheim. Die Lei­

stungen waren in mehr al» einer Hinsicht be­achtenswert.

100-Meter-Lauf Turner Helbig 1817 Mainz in 10,8 Sek.

Kugelstoßen Turner Wengenroth 1860 Frankfurt 13,06 Meter

Diskus Turner Arndt M.-T.-D. Gießen 37.47 Meter.

Die Erfolge des Gießener Dereins sind unter diesem Gesichtswinkel betrachtet äußerst gute und vielversprechend für die Leistungen des kommenden 3ahreS. örgebniffe für den M- T.-D. Gießen:

Turner: Arndt je 1. Sieger im Diskus­wurf und Kugelstvh; Malkomes tu s 1. Sieger im Hochsprung und Kranzsieger im Dreikampf. Weigand 3. Sieger im 100-Meter-Lauf

3ugcnbturncr 4x 100- Meter-Staffel 3. Sieger Rothärmel. Schütz und Stremmel Sieger im Dreikampf. Schütz 3. Sieger im 100-Meter-Lauf.

Turnerinnen: 4xl00-Meter-Stafsel 1.©le­ger in 54.8 Sek. mit 30 Meter Dorsprung vor Homburg Turnges. u. Tv. 1860 Frankfurt a. M.

G. Bickelhaupt 1. Sieg im Hochsprung (1,45); 2. Sieg im 75-Meter-Lauf; 2. Sieg im Dreikamps; E. Althaus 2. Sieg im Weit- fprung (4.54). Eh Amend 3. Sieg im 75- Meter-Lauf. T Espach 4. Sieg im Dreikampf.

4. Bezirk im Turngau Hessen (O.T.)

= Die Sommerspiel« wurden am Sonntag in Burg-Gemünden ausgetraaen. Mehrere Mannschaften nahmen daran teil. In die Faust- ballendrundc kamen In. Alsfeld und Io. Schlitz. Letzterer wurde mit dem Ergebnis 54 70 Bezirksmeister und nimmt als solcher am nächsten Sonntag an den ®aufpie(<n in Gießen teil.

5. Bezirk im Turngau Hessen (O T.)

^rühjahrswaldlavf.

bpw. Der Frühjahrswaldlauf des 5. Bezirks im Turngau Hessen fand am Sonn­tag im Bad-Nauheimer Hochwald statt. Die Beteiligung war geringer als in ben Vor­jahren. Dafür war aber durchweg bestes Läufer- material am Platze. Sämtliche Läufer gingen in sehr guter Dersassung durchs Ziel. Nachstehend die Ergebnisse:

Aktive Turner (Laufstrecke 5 Kilometer. 10 Teilnehmer): t. Sieger H. Reuter. Tv. Nieder- Wörlen. 17 Min. 10 Sek.: 2. Adolf Nückel. Tv. Wuschenheim. 3. Karl Lüdge. Tv. Lang-Gons; 4. A Suchsland. Tarn. Arfeoberg: 5. K. Gehrt. Tv. 1860 Bad-Nau Heun.

3ugendoberstufe (2y, Kilometer. ^Teil­nehmer): 1. Otto Müller. Tv. Kirch-Göns. 7 2Mn. 29 Sek.; 2. F Scherer. Tv. Ober-Mörlen; 3 Karl Dorsch. T. u. Spv. Butzbach: 4. Heinrich 3nng, Tv. Holzheim. P. Werner. T. u. Spv. Butzbach. 5. F Selber. N«n Friedberg; 6. H Nieaekhutb. Tv. Nteder-Wellel 3m Mannschastskamof wurde T. u. Spv. Butzbach erster Sieger mit 14 Punkten.

3ugenbunterftufe (IVj Kilometer. 18 Bewerber): 1 Walter Buß. Tv. Hol-Heini. 4 Min. 48 Set: 2. Huao Schneider. Tv. Ost- heim. 9 Knorr. Tgm. Friedberg: 3. W Decker,