IWSt-
U«Z<
Don narstäg, d an 3.771 tu 792 Ä
•flalmdj.
Oer Afghanenkönig im roten Moskau.
Empfang wie bei Zars.
Moskau, 3. Mai. (OBCB.) Der Sonderzug des Königs von Afghanistan, dem von der Station Moschaisk ab ein M i l i t ä r s l u g z e u g g e- schwader das Geleit gab. traf um 11 Uhr in Moskau ein. wo Kalinin. Tschitscherin, Wor- sch.low und andere Mitglieder der Reaierung und eine Ehrenwache aus dem Bahnhof den Zug erwarteten. Unter den Klängen der afghanischen Rationalhymne und der „Internationale" wurden der König und die Königin von Kalinin begrüßt, während Frau Kollon- t o i der Königin einen Blumen st rauh überreichte. Der König schritt in Begleitung Kalinis und der Mitglieder der Lowjeteegierung d i e Front der Ehrenwache ab. Aus dem Platz vor dem Bahnho! erfolgte dann ein Vorbei- morsch von Truppenteilen der Moskauer Gar- nisor. Die afghanischen Gäste begaden sich danach in mehreren Automobilen nach der für das Königspaar vom Kommissariat für auswärtige Angelege, heit m bereitgestellten Villa. Rach- mlttags zwei Uhr stattete der König Kalinin einen Besuch ab. begab sich sodann nach dem Lenin-Mausoleum und empfing später das diplomatische Korps.
Oie Not Rordschleswigs.
Ein Schritt bei der dänischen Negierung
Kopenhagen, 3. Mai. (WB.) Redakteur Axel A i e l s e n, Sonderburg, überreichte heute dem dänischen Ministerpräsidenten ein Schreiben der sogenannten „S a m m e l b e w e g u n g" in Aordjchleswig, in dem u. a. ausgesührt wird, trotz allen Fleißes und aller Genügsamkeit sei die norüschleswigsche Devöllerung nicht fähig, der Aot der Zeit zu begegnen. Das Staatsministerium werde ersucht, so rasch wie möglich, das Aus- hören der Zwangsversteigerungen zu veranlassen, da diese die 'Bevölkerung zur Verzweiflung bringen. Das Schreiben ist unterzeichnet von folgenden nordschleswigfehrir Landwirten^ Emil Hübschmann, 21. P. Andersen. H E. Ley. Hans Hansen und H. Andersen.
Der Minister hat anlählich dieses Schreibens gegenüber dem Ritzau-Büro erklärt: Die ausgestellten Forderungen sind undurchsühr- b a r. Die (Regierung hat feine Hilfsmittel, die Zwangsversteigerungen aushören zu lassen. Ein solcher Eingriff in privatrechtliche Verhältnisse
Die Donnerstag-Sitzung des hessischen Landtages sand die Parteien in seltener Einmütigkeit über die Notwendigkeit einer ausgedehnten Hilfsaktion für d i e durch das Unwetter Geschädigten. Zunächst wurde dem von vielen Seiten vorgetragenen Wunsche, zu dieser Angelegenheit keine Reden zu halten, nicht entsprochen, ober die Regierungsvorlage. 100 000 Mk. den Geschädigten als sofortige und vorläufige Hilfsmaßnahme zur Verfügung zu stellen, einstimmig angenommen. Bemerkenswert aus der Reche der dann angenommenen kleinen Kapitel des Staatsvoranschlages ist die Billi- ' gung deS demokratischen Antrages auf Dtrei- . chung der Beiträge zur Deutschen Studenten- 1 schast. ein Antrag, der dem Vorgehen Preußens f entspricht und der bekanntlich in seinen Auswirkungen zu dem Hochschulstreit geführt hat. \ Bei der dann beginnenden Beratung der Hauptabteilung „Ministeriumfür Arbeit und Wirtschaft" liehen die Kommunisten ihren gewandtesten Sprecher, Galm, die Debatte eröffnen, der mit Temperament und Geschick die Vorzüge des neuen Systems in Ruhland pries, während die (Jungfernrebe des demokratischen Abgeordneten Donat mehr auf die nüchterne und realp-olitische Tatsache der Wirtschaft und ihre Lebensnotwendigkeit zurückführte. Seine Kritik an Schäden der ErwerbSlosenverficherung rief heftige Geaenäußerungen seines KoalitionS- aenossen Roh hervor, der als sozialdemokraiischer Sprecher auftritt und sich auch gegen den Sprecher der Deutschen Dolkspartei, Schott, wendet, der die Prüfung der Bedürftigkeit bei der Ar- beitslosiakeit empfohlen hatte. Die Sitzung schloh dann nftl den Ausführungen des Dolksrecht- parteilers Axt, dessen Forderungen in der Schaffung eines Kleinrentnerversorgungsgefetzes auS- klangen.
Sitzungsbericht.
Darmstadt, 3. Mai. (Landespressedienst.) Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 1025 Uhr Das HauS beginnt mit der Beratung der Regierungsvorlage, Gewährung eineS Kredits in Höhe von 100 000 Mark an die Unwettergeschädigten an der Dergstrahe. Verschiedene Anträge der Parteien, die u. a. Steuerstundung, Steuernachlah, Kredite für Futtermittel, Saatgut usw. vorsehen und allgemein beschleunigte Hilfe verlangen, werden der Regierung als Material überwiesen. Der Berichterstatter, 21bg. Dr. Leuchtgens (Landbund), empfiehlt Annahme des LandbundantrageS, nach Feststellung der Schäden eine Vorlage einAubringen und den Landtag zur sofortigen Beschlußfassung cinxu- berufen Dieser Antrag wird ebenso wie der kommunistische, die Mittel auf 500000 Mark zu erhöhen, abgelehnt.
Abg. Glaser (Landbund) erklärt, die Landwirte wünschten, dah die Regierung in erster Linie Saatgut und Futtermittel liefere und dann steuerliche Entlastung gewähre. Die Forderungen der Parteien seien ja alle ziemlich gleich. Steuerstundung sei ebenso wirksam wie ein Kredit, vielmehr mühten Steuernachlah und langfristige Darlehen eingeräumt werden. Auch dieser Redner tritt für den Landbundantrag ein, der die endgültige RegierungSvorlaqe und Sin- berusung des Landtages zur Beschluhlassung fordert. In erster Linie mühten die Geschädigten und nicht die Gemeinden etwa für Wegebauten usw. Hilfe erhalten.
Abg. Angermeier (Kom.) erklärt, dah die Hilfe für die Schäden, die feineryzlt in Rhein- hesten verursacht wurden, nur sehr langsam gekommen sei. Diesmal müsse die Regierung schneller helfen, aber die Summe die hierfür vorgesehen sei. reiche bei weitem nicht aus 2Ibq. R o h (Sozi wendet sich gegen bi: Aus- Nutzung der Rotlage zu wahlvropagandistischen Zwecken. Man könne nicht eine allgemeine
würde eine vollständige Untergrabung der Rechtsordnung des Landes bedeuten. Die Landwirte, die sich nicht in der Lage sehen, ihren Verpflichtungen nachzukommen, werden ersucht, schnellstens sich an den in jedem Gerichtsbe- zirt errichteten Dergleichsausschuh zu wenden An gabe dieser Ausschüsse ist es. in jedem Falle untersuchen zu lassen, ob eine Mög- lichteit für einen Vergleich vorli?gt, und zwar mit Unterstützung durch Anleihen seitens des Staates.
(5rof pourialöS t-
In Dad-Rauheim ist der ehemalige kaiserliche Botschafter in St. Petersburg. Graf Friedrich von Pourtalds. gc ft erben. — Die Familie des Grafen von Pourtalös stammt auS dem südlichen Frankreich und ist feit der Aufhebung des Edikts von Ranies in Reuen- bürg in der Schweiz ansässig. Eine Reihe von Diplomaten und Offizieren find aus dem Geschlecht fjeroo: gegangen. Friedrich von Pour- ta!ö3 wurde 1853 geboren zu Oberhofen in der Schweiz als Sohn des Grasen Wilhelm von P.. Herrn auf Flc-slau. Lischna und Kirchleb in Böhmen, und dessen Gemahlin, einer geborenen Gräfin von Maltzan. Graf Friedrich wurde nach vollendeter Schulbildung preußischer Husaren- leUnant und 1830 zur Dienstleistung beim Aus- toärtigen Amt kommandiert. S.ine diplomatische Laufbahn führt: ihn über Wien, den Haag und München nach St. Petersburg, wo er 1907 Nachfolger des nach Paris gehenden Bot cha 'ers von Schoen wurde. Er blieb auf diesem posten bis zum Ausbruch des Krieges und ist später im öffentlichen Leben nicht mehr hervorgetreten.
Türkische Paktverhandlungen.
Konstantinopel, 3. Mai. (TU) In Angora sind am Mittwoch die Verhandlungen zwischen dem türkischen Außenminister und dem italienischen Botschafter über den Abschluß eines Nichtangriffspaktes zwischen den beiden Ländern beendet worden. Das Kabinett hat die Vereinbarung noch im Laufe des Mittwoch gebilligt. Die Unterzeichnung des Abkommens wird oermutlid) in Nom und zwar durch den dortigen türkischen Botschafter oder den türkischen Außenminister selbst erfolgen. Die Verhandlungen zw schen der Türkei und Griechenland sind nach kurzer Unterbrechung wieder ausgenommen worden. Mit dem Abschluß eines Nichtangriffpaktes zwischen den beiden Ländern ist jedoch erst nach Regelung der Austaujchfrage zu rechnen.
Steuerstundung verlangen, da es auch viele Landwirte in diesem Gebiet gäbe, die keinen Schaden erlitten hätten. Es müsse vielmehr jeder Schaden individuell festgestellt und danach Steuerstundung bzw. -nachlaß bemessen werden. Die Regierungsvorlage sei als eine vorläufige Maßnahme zu betrachten, der eine endgültige folgen müsse, deshalb sei auch der kommunistische Antrag auf Gewährung von 500 000 Mk. überflüssig. Der Redner wendet sich dann dagegen, daß in den Straßen von Zwingenberg Sammlungen vorgenommen werden, was einen sehr sonderbaren Eindruck mache. Die Hilfe durch dieses Mittelchen könne doch nicht wirksam sein. Gr fordert, daß die kleinen Landwirte und Gewerbetreibenden bei der Hilfsaktion bevorzugt behandelt werden. Das Beste sei, wenn die Landwirte in eine reichsgesehliche Zw angsver- sicherung gegen Unwetterschäden ein treten würden.
Qlbg. Hainstadt (Zentr.) bezeichnet es auch als bedauerlich, wenn aus d:r Katastrophe parteipolitische Geschäfte gemacht würden. Der Land- bundantrag sei gänzlich unnötig. Zu loben fei das schnelle und gründliche Handeln der Regierung. Man habe jetzt weiter nichts zu tun, als der Regierungsvorlage z u z u st i m m e n, in der bestimmten Hoffnung und Zuversicht, dah von der Regierung alles getan werde, was zu tun sei. Rotwendig fei die beschleunigte Fahrbar- machung der Bergstraße. Die Umleitung des Verkehrs sei unzureichend.
Abg. Haurh (Dvp.) erklärte kurz und bündig: „Wir wollen keine Worte hören, sondern Taten sehen, deshalb stimmen wir der Regierungsvorlage zu."
21bg. Reiber (Dem.) stimmte der Regierungsvorlage gleichfalls zu. Auch dieser Redner bedauert, daß von einigen Seiten der Rotstand an der Bergstraße zu Wahlzwecken auSgenützt werde.
Abg. Dr. Werner (Dnt.) erklärt, dah bei anderen Gelegenheiten auch andere Parteien und Fraktionen aus traurigen Kapiteln parteipolitische Geschäfte zu machen versucht haben. Es sei abwegig, der Regierung ein Loblied zu singen, wo sie doch nur ihre Pflicht getan habe. Auch in Orten am Rhein und in Oberhessen seien gröhere Schäden durch das Unwetter in den letzten Tagen verursacht worden. Der Schaden sei an manchen Stellen ebenso groß wie an der Bergstraße. Es fei dringend erforderlich, dah auch hier die Schäden sestge- stellt und eine Hilfsaktion eingeleitet würde. 'Der Redner verlangt Errichtung einer Wafser- schaden» Versicherung.
Abg. A x t (Volksrechtpartei) stimmt der Regierungsvorlage zu.
LandwirtfchaftSrat Dauer teilte mit. dah Ende der Woche die Bergstraße wieder fahrbar fein würde. 50 Arbeiter wären mit der Aus- bef erung der Skrähen beschäftigt. In Alsbach. Bickenbach. Hähnlein und Zwingenberg seien Versammlungen abgehalten worden, in denen Vorträge über die von den Landwirten zu ergreifenden Mahnahmen gehalten wurden. Hafer und Gerste würden wahrscheinlich erhalten werden können, während die Winterfrucht. Roggen und Futtergewächse vernichtet sind. Es müsse deshalb Futter - und Saatgut für diezer- störte Wintersaat beschafft werden. Der Schaden an den Obstbäumen und in den Weinbergen sei noch nicht festgestellt.
Aba. Glaser (Landbund) wendet sich gegen die Behauptung, daß der Landbund parteipoli-, tische Ge'chäfte aus den Wetterfchäden machen wolle. Man werde ihm als Landbundvertreter, der im beschädigten Gebiet wohne. daS Recht zuerkennen müffen. über die Schäden zu sprechen.
Ole Regierungsvorlage. 100 000 Mark als Kredit für bk durch das Unwetter Geschädigten bereilzu-
I stellen, wurde daraus einstimmig angenommen. •
Das Haus schritt dann zu den A b ft i m m u n • gen über kleinere Kapitel des Voranschlags. Bei Kapitel öl .Jugendpflege' wird ein sozialdemokratischer Antrag, das Kapitel um 30 000 Mk zu erhöhen, angenommen; der gleiche Antrag bei Kapitel 65 „Volksbildung' findet gleichfalls Annahme Bei Kapitel 67 „fi a n ö e s u n i o e r f i ■ tat Gießen" wird der demokratische Antrag angenommen. Oie Regierung möge öie Beiträge der hessischen Studenten für die Deutsche Studentenschaft aus den Haushaltsplänen der hessischen Studentenschaft streichen und eine Verfügung erlassen, daß unter Aufrechterhaltung der studentischen Selbstverwaltung a) die hessischen Studentenschaften allen eingeschrie- denen Reichs- und auslandsdeutschen Stuben- ten die Mitgliedschaft gewähren müssen, b) die hessischen Studentenschaften sich nur mit solchm Organisationen an anderen deutschen Hochschulen vereinigen dürfen, die alle reichs und auslandsdeutschen Studenten umfassen, und deren Satzungen nicht im Widerspruch mit der zu erlassenden hessischen Verordnung über die Bildung von Studentenschaften siegen.
Ferner verlangt der Antrag, noch Erlaß der Der- fugurg fesizustellen, daß die bestehende Deutsche Studentenschaft den Anforderungen dieser Verfügung nicht entspricht.
Das Haus tritt dann ein in die Beratung der Hauptabteilung „Ministerium für Arbeit und Wirtschaft"
Abg Galm (Kam.) stimmt dem Kapitel zu, um dem Minister die Möglichkeit zur Arbeit zu geben. Er wendet sich dagegen, daß die Rationalisierung der Wirtschaft auf dem Rücken der Arbeiter durchgeführt werde. Die Kommunisten seien seinerzeit gegen die Annahme des Dawesplanes geraden Es habe sich setzt auch erwiesen, wie falsch die Annahme gewesen sei. die zu einer Verschlechterung der Laae der Arbeiterschaft geführt habe. Am verwerflichsten sei es, wenn der Staat selbst seine Arbeiter geradezu hungern lasse. Die Mädchen bei den staatlichen Kulturarbeiten bekämen nur einen Stundenlohn von 16 Pfennig Bei den Aufräumungsarbeiten an der Bergstraße seien nur fünfzig Arbeiter beschäftigt, die die ungeheure Arbeit nicht so schnell, wie erforderlich, leiten können. Der Red ner bezeichnete Rußland als Vorbild in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, insbesondere die Kindersürsorge fei musterhaft.
Abg. Donat (^em) erklärt', daß seine Partei den Ausbru b?r sozialen Oofehgebung begrüße, aber nur insoweit sie für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erträglich bleibe. Der Redner kritisiert dann einige Zustande bei der A r - beitslofenverficheruna. Maurer feien beifpielsvxi e überwie"e d Saisonarbeiter, die hoch bezahlt würden. In brr toten Saison würden sie auf Grund ihrer erhöhten Beiträge auch erhöhte Unterstütz ng^n beziehen. Rotwe-d.g sei eine Reai"rungsv- la'e ülrr Hagelverfiche- t u n q, die den Landwirten bei Wetterschäden, wie sie jetzt ausgetreten seien, wirk'ame Hilfe bringen würde. Der Landwirtschaft könne weiter durch eine Verkaussorganlsation geboten werden. Maßnahmen zur Forderung des Obstbaues und der Ziegenzucht feien notwendig. Durch Schwawarb^it würden Handwerk und Gewerbe außerordentlich geschädigt, desgle-chen durch Gefange-enarbeit und die Arbeiten in staatlichen Ansta'ten. Im Wandergewerbewesen hätten sich gleichfalls viele Schäden herausgestellt. Die Reale- rung müfte in eine Prüfung dieser Fragen eintreten und erwägen, ob nicht in Vororten und ländlichen Gemeindrnr ein Offenhalten der Läden über 7 injr abends hinaus möglich sei.
Abg Schott (Dvv.) macht längere theore- tische Ausführungen über die Hebung der Wirtschaft. die unter den Fehlern' einer falschen Politik leide. Die Durchführung des Rotprv- grammS sei eine volkswirtschaftliche Rotwendigkeit. Rur eine gesunde Wirtschaft könne gute Löhne zahlen. Die Wirtschaft leide auch unter den hohen sozialen Lasten und unt"r dem Steuerdruck.
Abg Mann (Soz.) Die Rationalisierung der Wirtschaft ist leider nicht dazu benutzt worden die Kauftraft der Masse zu steigern, im Gegenteil. es sei bereits eine beschlossene Sache, die Kohlenpreise zu erhöhen. Die Mißstände bei der Arbeitslosenversicherung seien übertrieben und die Kritik an der Schwarzarbeit unzutreffend. Die Sache sehe in Wirllichkeit ganz anders auS. Man habe auch im Handwerk eine ganze Reihe von Kräften, die dem eigenen Stand in den Rücken fallen Die Forderung des Abg. Schott, bei der Arbeitslosigkeit öie Frage der Bedürftigkeit zu prüfen, dürfe nicht wieder eingeführt werden. Ein Bürgermeister sei bestraft worden, weil er die Fälle von Bedürftigkeit übertrieben ober falsch dargestellt hatte.
Abg. H a u r y (D. Bp.) betont d i e Rot d e S Handwerks, die ebenso groß sei. wie die der Landwirtschaft: für daS Handwerk habe man aber noch keine Hilfsaktion vorgesehen. Der Redner wendet sich gegen die Politik der Ortskrankenkassen, die Kapitalien an- fammeln und deren Kosten für die Wirtschaft untragbar seien. Die Gemeinden deckten ihre Bedürfnisse aus den Real steuern, während heute überall der R u s nach Senkung dieser Steuern ertöne. Die Durchführung der Reichs- verdingungsordnung habe viele Fehler auf- gewiesen, die auszumerzen eine Aufgabe der neuen Regierung fei.
Abg. A f t (Dollsrechtpartei) bespricht die Rotlage der Kleinrentner. Die Hilfe für diese Kreise sei unzureichend, insbesondere mangele es in der Praxis an dem notwendigen Verständnis. da die Bestimmungen viel zu dehnbar und unbestimmt gehalten seien Zu fordern sei ein ausreichendes RentnerverforgungSgefeh. — Die Beratungen wurden hieraus auf Freitag vertagt.
Aus aller Wett.
Schwerer BanbenüberfaU im Ruhrgebiet.
Drei Einbrecher überfielen in der Nähe von Elberfeld in der vergangenen Nacht das Besitztum eines Landwirts in Wülfrath. Zwischen ihnen und den Pächterseheleuten entspann sich ein erbitter- l e r K a m p s, in dessen Verlauf das Ehepaar durch Messerstiche tödlich verletzt wurde. Der zu Hilfe geeilte Besitzer wurde von den Räubern geknebelt und seiner Ersparnisie in Höhe von 2000 Mk beraubt Von den Tätern fehlt jede Spur.
Schwere Bluttal von Einbrechern In Heidelberg.
In Heidelberg ereignete sich eine schwere Bluttat. Gegen 4 Hfcr wurde dort in eine
Villa eingebrochen. Der oder die Täter stahlen einen Ehering, gezeichnet .M. D. August 18c6". und haben auch nach Geld und Schmuck- fachen gesucht sanden aber nichts Dann versteckten sie sich in einer bei der Villa liegenden Anlage. Als eine Polizeipatrouille vor- übertam. bemerkte einer der Beamten eine glimmende Zigarette im Gebüsch. Er trat in die Anlage hinein, um nach Zusehen, wer sich dort befände. worauf jemand zu entrinnen suchte. Als dieser Unbcfannte sah. daß er über den in der Rahe befindlichen Zaun nicht mehr fchne I genug hinuberkommen konnte, blieb er stehen und rief dem Beamten zu: »Stehen bleiben oder ich schieße!" Der Poli-eibeamt: sprang hinzu, worauf ein Schuß krachte und ihn ins Genick traf. Der Beamte wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der zweite Beamte, der 5 oder 10 Meter hinter dem ersten kam. sprang, als fein Kollege getroffen war. schnell vor. um den Täter zu fassen. Da krachte auch schon ein zweiter und driter Schuß, undderPoli- ze wachtmei^.er san . ins Gehirn getroffen, zusammen. Er ist turz darauf im Kran e .hauS gestorben. Vermutlich ha de t es sich um zwei Einbrecher. Der eine soll 25 bis 35 ^kahre a'.t sein, etwas untersetzt und hat wahrscheinlich krumme Beine. Der vermutlich zweite Täter ist etwas Heiner und kann nicht naher beschrieben werden. ,
Gcoßieuer in Hamburg.
Zn Geesthacht bei Hamburg ist ein großer Brand ausgebrochen, der im Hause _e. Produkt«-nhändlers Komosz, und zwar, wie man annimmt, durch Funkenflug aus einem Schornstein entstanden ist. Das Haus war binnen aehn M nuten n i e d ergeb r a.n n t, so daß die Geesthachter Feuerwehr nichts mehr ausrichten konnte. Infolge starken Yun- kenfluges stand bereits nach wenigen Augenblicken in der ganzen unteren Stadt eine g r ä- feere Anzahl meist ft rohbedeckter Häuser in Flammen. Nunmehr wurden bie Bergedorfer und die Hamburger Feuerwehr alarmiert, doch waren bis zum Eintreffen der Wehren samt- liche st rohbedeckten Häuser — mit Scheu- nen und Nebengebäuden insgesamt etwa zwanzig — ein Raub oer Flammen geworden Meh- rere Strafeen waren infolge der ungeheueren Rauchentwicklung und der außerordentlich starken Hitze zeitweise nicht zugänglich. Unter den niedergebrann- ten zwanz g Gebäuden befinden sich zwölf Wohnhäuser. Durch das Feuer wurden 2 2 Familien obdachlos, die zunächst bei den Nachbarn un- tergebracht worden find. Ein Verlust an Menschenleben ist alückl cherweise nicht zu beklagen, doch ist einiges Vieh in den Flammen umgekommen. Der größte Teil der abgebrannten Häuser war oer- sichert.
Grofee Feuersbrunst in Lettgallen.
In der Ortschaft Barkowa in Lettgallen entstand in einer Dampfmühle eine Feuersbrunst, öie sich wegen des starken Windes rasch aus- breitete und 16 Stunden lang wütete. Als die Feuerwehr aus der Kreisstadt Rosltten eintras, glich das Dors bereits einem Flammenmeer. Sine Frau starb infolge Herzschlag-, als die Flammen ihr Haus ergriffen.
Erdflöhe in Konstantinopel.
In Konstantinopel traten Erdstöße am Mittwoch kurz vor Mitternacht in beträchtlicher Stärke aus. Sie waren von einem dumpfen unterirdischen Rollen begleitet. Auch in Eskischehir. Kutahia und Umgebung machte eine heftige Erdbewegung fühlbar. In Kutahia konnten zwei getrennte und befonderS heftige Stöße beobachtet werden, von denen bet eine 35 der andere 00 Sekunden anhielt. In den Häusern traten stellenweise Mauerrifse aus Ueber Verletzungen und Todesfälle sowie über den Umsang des Sachschadens liegen Angaben noch nicht vor.
Oie Wetterlaa«».
ewenreew ®"afe wtfetH »von»» *****
# $<entt a6reep«in e MtCtl K6r*l,/r.@w>"dMMie.-O'
UKhtf- Cm ö ius$i6<' soosweweii 'n***«' n6,dVt* rpr pitnf ihtflcn mn de» wmdt 0>e eooen Stationen ncncndcn Za* ten geotn j.t Teepe'itv« an 0.» Limen #erp-ndee Orte eit aiticfiCM U’ "eeresn-veau umoererhnrtr» Len*-«
TScltcrvorausjage.
Der hohe Druck über Skandinavien hat weiter abgenommen, aber an Umfang wenig etngebüht. Die aus dem Hoch stammenden kühleren kontinentalen Lustmasscn suhrten auch bei uns in der vergangenen Nacht die Temperaturen zurück unter dem Einsluß des aus Osten kommenden Winde», der zunächsr nachts kühleres, tagsüber vorwiegend trockenes und heiteres Wetter 'chofft. Noch dem Abilouen der Ostwinde und Umdrehen noch Süd- osten macht jedoch die Erwärmung wettere Fortschritte.
Vorhersage für Samstag: Aachts kühler, taae- über meist heiter mit Erwärmung und trogen.
Lufttemperaturen am 3. Mai: mittags 22 Grad Celsius, abends 12R Grad Celsius: am 4 Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. Marimum 22 Grab Celsius, Minimum 6,8 Grad Celsius. — temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 3. Mal: abends 16,8 Grad Celsius, am 4. Mai: morgens 13.3 Grad Celsius. — Sonnenschemdauer: Hf Stunden.
Mifchastsfragen im Hessischen Landtag.
jnanti* 3»|W 1
richt II
1XQ7 i hielt e oenbtr tyn 3 fiir bi trW
Der
ki»r
L_. M fcÜ.dfK fjeii, i° yldliot nun n-
ü
ÜM '
UM" biicllor jr ®
1 r .-üfttn- Achtson vichtal.
WM 6« n>jr fii sernlag btn Ä Militär 8m» wurde Haupt erzählt aus ffi er Ipöfc 3n ® Brnrun edhrflal 6o roat in ben der ®i herovn SMku trtin grauen lidftn f terstügl (N der ftchM «erdie gründ tnlonr sigenb do; r jjänbi 2fn argow feiner Mülle «tgm WT Co btn un ende <r JWi xup einem Liehen vdnati Nk oMinh «bolfi hk'.
36a <S«I
Öiefie 9«.
, Tietz,
[, r>7" U
•U qjr }lut i


