Ausgabe 
3.12.1928
 
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München in ReAensburg gegen Jahn nur 2:2 spielen formte. Schwaben illm blieb mit seinem 2: 6 gegen Teutonia München weiterhin punftlos.

Amateurboxländerkampf Deutschland Norwegen.

Der Amatcurboxländerkarnpf Deutschland Nor­wegen kam gestern abend in Stettin zur Durchfüh- frnng. Die deutschen Vertreter blieben im Gesamt­ergebnis mit 6:2 Siegen erfolgreich.

Wirtschaft.

Oer Geldmarkt im Zeichen des Llltimo.

Der Sah für Tag es gelb hat sich in der abgelaufenen Woche bis auf 1 bis 9 v. H. ge­steigert, eine Versteifung, die in unmittel­barem -Zusammenhang mit dem Ultimo steht. Die Nachfrage am Tagesgeldmarkt ist sehr grob, zumal die Danken, da die allgemeine Geldlage saisonmähig leicht ist, ihr Wechselmaterial zu halten versuchen und entsprechend kurzfristig disponieren. Monatsgeld zog auch leicht an, in­folge stärkerer Nachfrage, und erreichte einen Sah von 9.25 v. H. 2lm Privatdiskont - markt kam wieder infolge des Ultimo mehr Angebot heraus: der Sah für Privatdiskonten brauchte jedoch bei beiden Sichten nicht erhöht zu werden, da die Privatdiskonten zu dem be­stehenden Satz von 6,25 v. Sy nach wie vor glatte Aufnahme fanden. Der Privatdiskontmarkt hat mithin sein leichtes Aussehen behalten, was auch damit Zusammenhängen durfte, dab die Danken ihr langfristiges Wechfelmaterial nach Möglichkeit zu halten versuchen. Man rechnet weiter mit einer leichten Geld Marktlage nach dem Iahresultimo und im Zusammenhang damit der Möglichkeit einer Diskontermähigung. Aller­dings steht es noch nicht als sicher fest, ob die in Auswirkung der Konjunkturabschwächung m einigen großen Industriegruppen und infolge des Gisenkonfliktes eingetretenen Erleichterungen am Geldmarkt von längerer Dauer sein werden. Das Weihnachtsfest mit seinem saisonmäßigen großen Geldbedarf und der Iahresultimo stehen vor der Tür. Man muh bedenken, daß die öffent­liche Hand gerade für di^en Iahresultimo ganz erhebliche Anforderungen an den Geldmarkt stellen wird, wobei auch die seitens des Reiches am 1. Januar auszuzahlenden 180 Mill. Mk. Auslosungsrechte ins Gewicht fallen. Wenn auch das Reich für diesen Geldbedarf bereits ange­fangen hat, vorzusorgen, indem es Schatzwechsel mit Rücksicht auf die leichte Verfassung des Geldmarktes, die nur vorübergehend durch die Zahlungstermine unterbrochen war, ausgegeben hat, so daß man an sich von einer günstigen Kassenlage der öffentlichen Hand sprechen kann, so ist doch anderseits der Geldbedarf so groß, daß es fraglich erscheinen kann, ob der Ultimo des Jahres wirklich so ganz glatt abgewickelt werden wird, wie man allgemein annimmt. Wenn allerdings die Konjunktur weiter rückläufig sein wird, so liegt in dieser Tatsache ein günstiges Moment für die Abwickelung des Iahresulttmos, insofern als dadurch der Iahresulttmo-Geldbedarf in seiner Wirkung auf die Verfassung des Geld­marktes etwas abgcschwacht wird. Eine wesent­liche Stütze findet die Finanzierung des Ultimo in den Geldern aus den abgeschlossenen lang­fristigen Auslandanleihen, die oe- kanntlich zunächst kurzfristig angelegt zu werden pflegen. Ob es gelingen wird, die noch vor­liegenden weiteren Emissionsprojekte am eng­lischen Geldmarkt, so der Deutschen Girozentrale, der Hamburger Gaswerke usw., vor Jahresende unterzubrinaen, kann noch nicht als sicher hin­gestellt werden. Jedenfalls dürfen die Emissions- Möglichkeiten am englischen Geldmarkt für deutsche Unternehmen und Kommunen nicht überschätzt werden, worauf auch neuerdings englische Stim­men hingewiesen haben.

*

* Die amtliche Grohhandelsindex- ziffer. Die auf den Sttchtag des 28. November berechnete Großhandelsindexzisfer des Statistischen Reichsamtes ist mit 140,3 gegenüber der Vorwoche (140,5) leicht zurückgeganzen. Von den Haupt­gruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,7 v. H. auf 134,8 (135,8) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,6 v. H. auf 126,6 (127,4) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Roh­stoffe und Halbwaren hat sich um 0,4 v. H. auf 134,1 (133,5) erhöht, während die Indexziffe für industrielle Ferttgwaren um 0,1 v. H. auf 159,3 (160,0) zurückgegangen ist.

Konkurse und Vergleichsverfah­ren im November. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im November durch denReichsanzeiger" 674 neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten An­träge auf Konkurseröffnung, und 282 eröffnete.

Vergleichsverfahren bekannt gegeben. Die entspre­chenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 685 bzw. 264.

* Auslandauftrag für Henschel & Sohn, Kassel. Die Lokomotivfabrik Hen­schel & Sohn, Kassel, hat, wie wir erfahren, von der südafrikanischen Eisenbahnoerwaltung in Johannesburg einen Auftrag auf Lieferung von 30 Lolomotiversatzkesseln erhallen.

* Dykerhosf & Widmann-Aktien wieder an der Frankfurter Dörse. Don der Dresdner Dank in Frankfurt a. M., sowie bei Danks innen Lazard Speier-Elissen und Wilhelm I. Hornberger ist der Antrag auf Zulassung der 8 Millionen Mark Aktien der Dykerhofs & Widmann A.-G. zur Frankfurter Börse gestellt worden.

Frankfurter Börse.

F ra n kf u rt a. M., 3. Dez. Tendenz: fester. Zu Beginn der neuen Woche eröffnete die Börse wieder in fefter Haltung. Die Stimmung war zuversichtlich, da die Aufhebung der Aus­sperrung im südwestdeutschen Eisenkonflikt und der weiter flüssige Geldmarkt stark anregten, so daß gegenüber den ermäßigten Samstagsschlußkursen zumeist Besserungen bis zu 2 o. H. eintraten. Die unsichere Haltung der Neuyorker Börse vom Sams­tag wurde dagegen nicht beachtet. Das Geschäft in Spezialwerten war wieder ziemlich lebhaft, da mehrere große Käufe des Auslandes und der Bankkundschaft ermutigten. Auch schritt die Spekulation daraufhin zu Deckungen, so daß das auf den Markt kommende Material glatt aufgenom­men wurde. Verschiedentlich wurden auch Realisa­tionen vorgenommen, die Kursrückgänge blieben aber nur klein. Bevorzugt und lebhafter gehandelt waren Zellstoffwerte. Aschaffenburger gewannen 3 o. H. und Waldhof 2,5 v.H. Von Elektrowerten waren Siemens mit plus 4,5 v. H. stark gesucht. Rheinische Elektro konnten 2,25 v.H., Schuckett 2 v.H. gewinnen. Gesfürel dagegen auf Realisationen angeboten und 1 v.H. niedriger. Im Vordergrund standen noch am Chemiemarkt J.-G.-Farben mit plus 2,5 o. H. Scheideanstalt plus 1,5 v. H. Am Montanmarkt waren Laurahütte stark gesucht und bis 6,5 v. H. erhöht. Am Bankenmarkt waren Da- natbank bei lebhafteren Umsätzen bis 4 v. H. erhöht und gefragt, Dresdner Bank, Metallbank, Barmer Bank und Deutsche Bank bis 1,5 v.H. erhöht. Commerz- und Privatbank dagegen vernachlässigt und eher etwas schwächer. Am Automarkt waren Kleyer behauptet. Daimler etwas niedriger. Bon Bauunternehmungen waren Hoch- und Tiefbau stark angeboten und 6,v.'H. niedriger. Schiffahrts­werte vernachlässigt, Renten still. Deutsche Anleihen behauptet. 3m Verlaufe war das Geschäft, vom Elektromarkt ausgehend, weiter lebhaft, und es tra­ten erneut Kurserholungen bis zu 2 v. H. ein. Die Spekulation schritt zu größeren Deckungen. Am Geldmarkt machte sich für Tagesgeld mit 6 v. H. eine Erleichterung bemerkbar. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,354, London gegen Kabel 4,8512, gegen Paris 124,11, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 30,06, gegen Holland 12,0760.

Ber eiter Börse.

Berlin, 3. Dez. 3m heutigen Vormittagsver- kehr hatte man auf Grund des gestrigen Entschlus­ses der Gewerkschaften, den Reichsinnenminister S e d e r i n g als Schiedsrichter bedingungslos an­zunehmen, mit einer recht festen Börse gerechnet, weil hierdurch die Situation als bereinigt zu be­trachten ist und die Arbeit im Ruhrgebiet in kürzester Zeit wieder aufgenom­men wird. Zum offiziellen Beginn machte sich dann allerdings bei der Spekulation eine gewisse U n i ch e r h e t t bemerkbar. U. a. legte der e r n ft e Zu tand des Königs von England der Bor e eine Reserve auf. 3m großen und ganzen konnte man die Tendenz jedoch als freundlich be­zeichnen. Es überwogen 1 bis 2 v.-H. Kurs- oesserungen. Für Spezialwerte bestand eher Nachfrage, so daß Papiere wie Reichsbank, Rhei­nische Braunkohlen, Bemberg, Feldmühle, Leon­hard Tietz, Vereinigte Laurahütte, Rheinstahl, Stol­berger Zink usw. prozentweise höher eröffnete. Die Möglichkeit eines Dioidenderückganges bei Köln- Neuessen und Hoesch-Eisen hatten bei 2 bis 3 v.H. niedrigerem Kurse einiges Angebot zur Folge und hielten auch den übrigen Montanmarkt etwas unter Druck. Der Rückgang der Chadeaktien von 3 Mark ist angeblich auf eine Zufallsorder zurückzuführen, da einem Angebot von 10 000 Mark keine Nach­frage gegenüberstand. Auch Schiffahrtswerte neig­ten auf Die Mitteilung von unbefriedigendem Ge- sckäftsgang bei Hapag eher zur Schwäche. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer meist behauptet. Anato­lier 0,5 o. Sy, Bosnier bis 1,25 d. Sy schwächer. Rumänen eher gesucht. Der Pfandbriefmarkt ver­kehrte in ruhiger Haltung. Liquidationspfandbriefe wester gefragt. Der Geldmarkt war etwas erleich- tert. Tagesgeld 7,5 bis 9,5 v. Sy Monatsgeld 8 bis

9 v. Sy, Warenwechsel 6,88 bis 7 v. Sy Nach vor­übergehend etwas leichterem Geschäft gestaltete sich der Verlauf, vom Elektromarkt ausgehend, fest, an dem besonders Licht L- Kraft auf die bekannten Kombinationen 6,5 d. Sy bzw. 3,5 d. Sy über An­fang umgingen. Arn Bankenmarkt war das Ge­schäft bemerkenswert lebhaft, wobei Deutsche Bank und Reichsbank führten. Spritwerte, Harpener, Schubert & Salzer und Dessauer Gas waren eben­falls erhöht und etwa 2 v. Sy höher. Eine Aus­nahme machten Svenska, die 4 Mark niedriger lagen, auf Londoner Meldungen, da die Londoner Börse auf den ernsten Krankheitszustand des Kö­nigs in schwacher Haltung verkehrte.

Franksr:rtrr i^ctrciSrbörse.

Frankfurt a. M., 3. Dez. Zum Wochen- beginn verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt in ausgesprochen geschäftsloser Haltung. Cs fehlte jegliche Anregung. Aus dem Inland herrschte reichliches Angebot, so daß die Händler sehr zurückhallend srnd und nur die nötigsten Llmsähe getätigt werden. Die Preisgestaltung erfuhr er­neut eine Abschwächung. So verlor Sommergerste 0,25 Mk., ebenso Mehl weiter angeboten, be­sonders Weizenmehl, das abermals 0,25 Mk. nachgeben mußte. Futtermittel und die anderen Drotgetreidesorteir waren gut behauptet. Es wur­den notiert: Weizen 22,75; Roggen 21,75; Som­mergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; inL Hafer 22.75 bis 23.75; Mais (gelb) für Futter­zwecke 22,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,50; Roggenmchl 29,25 bis 30; Weizen­kleie 13,75 bis 13,85; Rdggenkleie 14,25; Erbsen 35 bis 62; Linsen 65 bis 105; Heu 13 bis 13,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,40 bis 4,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 3,50; Treber, getrocknet, 20,25 bis 20,50 Mk. Tendenz: geschäftslos.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 3. Dezember. Auftrieb: 1456 Rinder, darunter 342 Ochsen, 75 Bullen, 606 Kühe, 410 Färsen; 547 Kälber; 286 Schafe; 5528 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: oollf.eischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 53 bis 57 Mark, (ältere) 48 bis 52; sonst.ge vollfleischge (jüngere) 42 bis 47. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 50; sonstige oollfleischlge oder ausgemästete 42 bis 46. Kühe: jüngere, voll­fleischige, höchsten Schlachtwerts 42 bis 46; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 35 bis 41; fleischige 30 bis 34; gering genährte 22 bis 29. Färsen (Kal­binnen, 3ungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 54 bis 58; vollfleischige 48 bis 53; fleischige 42 bis 47. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 64 dis 69; mittlere Mast- und Saugkälber 57 bis 63; geringe Kälber 48 bis 56. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebend­gewicht 73 bis 76; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77; von etwa 200 dis 240 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 72 bis 77; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 68 bis 72; Sauen 60 bis 66 Mark. Marktoerlauf: Rinder mäßig rege, später abflauenb, geräumt; Schweine gedrückt, Ueberftanb; Kälber und Schafe ruhig, ausverkaust.

Kunst und Wissenschaft.

Der Frankfurter Theaterfkandal.

Die Entrüstung gegen die Aufführung des Hasencleverschen StückesEhen wer­den im Himmel geschlossen" gab, wie aus Frankfurt gemeldet wird, Veranlassung zu einer von Tausenden besuchten Demon- st a t i v n am Sonntag, die infolge der überaus starken Deteiligung aller Devölkerungskreise ge­teilt in der Paniskirche und auf dem Pauls- Platz stattfand. EF sprachen die Frankfurter Pfar­rer Probst und Manz. Zum Schluß wurde unter Beifallskundgebungen eine Entschlie­ßung gefaßt, die fordert: 1. Daß das Stück so­fort und für immer von dem 'SpiÄplan der Städtischen Bühne abgesetzt wird. 2. Daß der Magistrat in Zukunft ernsthaft dafür sorgt, daß solche und ähnliche, die Gefühle aller anständigen Menschen aufs tiefste verletzende Stücke in Frank­furt nicht gespielt werden dürfen.

In der letzten Sitzung der Theater-Depu­tat i o n ist beschlossen worden, Hasenclevers StückEhen werden im Himmel geschlossen" vov- laufig auf dem Spielplan des Schauspielhauses zu lasten. Die Stadtverordnetenversammlung wird am kommenden Donnerstag zu der Frage Stel­lung nehmen.

Der neue Generalmusikdirektor für das Stadttheater in Wiesbaden.

Der bisherige Generalmusikdirektor der Stadt Koblenz, Erich B o e h l k e, wurde als Nachfolger

des an die Metropolitanoper in Neuyork berufe­nen Generalmusikdirektors Rosenftock an die Staatsoper in Wiesbaden verpflichtet. Er ist 1895 in Stettin geboren und war früher erster Kapellmeister in Rudolstadt.

Buntes Allerlei.

Tragisches Dootsunglück an der Küste von Norfolk.

An der Küste von Norfolk ereignete sich ein schweres Booisunglück. Ein deutscher Dampfer war etwa vier Meilen vom Lande entfernt m i t einer QJadjt zusammengestohen. Die Vacht feuerte im sinkenden Zustand Raketen- signale ab, woraus sofort ein Rettungs­boot vom Lande abstieß, um den Schiffbrüchigen zu Hilfe zu eilen. Bei der Ankunft hatte der deutsche Dampfer die Besatzung der Pacht auf­genommen. so daß das Rettungsboot unver­richteter Sache den Rückweg antreten konnte. Plötzlich sah man den Mast des Rettungsbootes umkippen und das Boot u m s ch l a gen. Der hohe Seegang und der schwere Sturm machten die Rettungsversuche unmöglich, so daß die ge­samte Besatzung des Bootes ertrank.

Ausgrabung alter Eskimo-Siedlungen.

In den Gebieten dec St. Laurens-Inseln hat in diesem Sommer eine amerikanische Expedition unter Henry Collins Führung interessante wissen­schaftliche Forschungen über Eskimo-Siedlungen angestellt, über die er jetzt eingehende Berichte gibt. So teilt er u. a. die interessante Tatsache mit, daß die Eskimos im prähistorischen Zeitalter eine Heldengeschichte gehabt haben, die er auf Grund zahlreicher Ausgrabungen nachweist. Collin hat bei seinen Grabungen auf der Laurens- Insel u. a. auch einen Wall, der als Sied- lungsstätte vorzeitlicher Eskimos anzusehen ist, gefunden und festgestellt, daß er eine Jahrtausende alte Geschichte haben muß. Er hat die Ruinen der ältesten Wohn­siedlungen gefunden, deren Erbauung in die älteste vorrussische Zeit Alaskas fällt. Es handelt sich bei den Funden um die größte Eskimo-Sied­lung, die überhaupt jemals entdeckt worden ist.

Juwelendiebe an der Arbeit.

In einem bekannten Iuweliergeschaft der Ber­liner Innenstadt wurde während der Geschäfts­zeit von zwei Ausländern aus einer der Vitrinen cm Tablett mit 28 ko st baren Platin- Diarnantringen im Werte von 200 000 Mk. gestohlen. Die Diebe sind mit ganz besonderer Kaltblütigkeit und Geschicklichkeit zu Werke ge­gangen und konnten sich unbehelligt entfernen. Auf die Wiederherbeischaffung der Juwelen ist eine Belohnung von 10 000 Mk. ausgesetzt wor­den. Die Diebe waren gutgekleidete Herren, an­scheinend Amerikaner, die nur gebrochen deutsch sprachen. Einer von ihnen verlangte eine Kra­wattennadel zu kaufen. Sein Begleiter schien in die Betrachtung einer Vitrine vertieft, in der Juwelen ausgestellt waren. Inzwischen hatte sich sein Freund für eine Krawattennadel zu 26 Mk. entschieden und bezahlte mit einem Tausendmark­schein. Während der Verzögerung, die durch das Wechseln entstand, stand der andere scheinbar gleichgültig mit dem Rücken gegen die Vitrine gelehnt. Sobald das Wechseln beendet war, verliehen die beiden das Geschäft, wobei der Käufer der Kra­wattennadel Handschuhe und Stockschirm auf dem Ladentisch liegen ließ. Als jemand vom Per­sonal dem Kunden nachlief, um sie auf dir Ver­geßlichkeit aufmerksam zu machen, kamen bi^ bei­den auch schon zurück und nahmen ihr Eigen­tum an der Tur in Empfang. Sehr viel später erst stellte es sich heraus, daß das ganze mit dunlelrotem Samt bekleidete Tablett, auf dem die 28 Ringe auf gesteckt waren, ver­schwunden war. Beide Diebe trugen einen weiten Raglan-Mantel, der ihnen das Manö­vrieren erleichtern mußte.

Demcrlenswert ist, daß am Tage vorher dasselbe Geschäft von einem elegant gekleideten Mann, £>er sich Mar'elec nannte, nur französisch sprach, und als seine Adresse die französische Botschaft ang.'geben, um einen wertvollen Ring im Werte von 12000 Mark best ohlen wurde. Er hatte eine mit Platin besetzte llhr auf den Tisch gelegt und erklärt, daß er sie gegen einen Ring ein- tauschen wolle. Als ihm dann ein Tablett mit Ringen vorgelegt wurden, es war das­selbe Tablett. das gestern vollständig gestohlen wurde. vertauschte er einen der Ringe geschickt mit einer wertlosen französischen Imitation, worauf er den Umtausch durch einen Vorwand zustande brachte. Auch hier wurde der Verlust erst nach seinem Weg­gehen entdeckt. In der französischen Botschaft war selbstverständlich von einem Herrn Marlelec nichts bekannt.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

®ie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent.

Banknoten.

Frankfurt a. M I Berlin

Berlin. 1 Dereinder

(»elö

Bries

ftriuuoiüdrt J<oien

16,35

löTTI

Hollcindtschc Noten .....

167,96

168,64

At.ilienische Noten......

21,92

22,00

Norwegische Noten.....

111,52

111.96

Deulsch-Oesierr, ä 100 Kronen

68,76

69,00

Rumänische Noten......

2,63

2,65

Schwedische Noten ......

111,73

112,17

Schweizer Noten .......

80,64

80,96

67,61

u7,79

Tschechoslowakische Roten -

12.38

12,44

Ungarische Noten

72,87

73.17

Devisenmarkt Berlin-

Frankfurt

a.m.

Telegra putsche

Auszahlung.

Frankfurt a. M

Derlin

Frankfurt a. M

Berlin

Schluh-I I-Uhr- flute | flute

Sch.uh. flure

An sang flure

Schluh« flure

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Schiuh- fiure

Ansang flure

Datum

1 12.

3. 12

| 1.12.

3 12.

Datum: | 1. 12.

3 12

1. 12. | . 12.

»% Di. «eich»anleihe v. 1927 DL Schuld mit flufr

los.-Nechlen

ohne AuSlos.-Rechte . . .

7% Arants. Hyp.-B! »oldps. an- kündbar bi» 1932

*K% Rheinische Hyp.-Banl Liqu.-

»olvps. -

Ü-L.S. abg. BorkriegS-Obltgation., rückzahlbar 1939

<% Schweiz. Bundeftd.-NiU..

4% 0«NerrrichIIche ®olbtie.. . .

4,80% Oesterr Silberne.....

87.25

51.15

14,85

90

22,25

1.65 12,75

10,6

19,75

148

.45,25 139.25

144

492,25

94

300.5

173 lul.25 172.5

217 43,5

1 II 1 1 1 1 1 II 1 1 1 13 'SM 5 ' ' 1 ' f 1 £ 1 s a " Z S

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S&S» trESSe^ti-Sei 1 1 SS «ao 1 II 1 1 i 1 * 1 1 1

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Elektr. Lieferungen..... 10

Licht und Äraft ..... 10

Helten & Guilleaume. «... 6

Ges. f. (Etettt. Untern- ... 10

Hamb. Dein. Werke .... 10 Rhein. Elektr. ..... »

Schlei. Bekir........10

Smuckerr ..... 8

Siemen» 4 baute ..... 1t Tran-radio . ....... 8

Labmever * tt*...... . 10

Bude ruft . . ...... 5

Deutsche fMU ....... 6

Essener Steinkohle......8

Gelsenkirchener ... 1 K 3- <

Harpener ........ 6

Hoesch Eisen..... 8

Ilse Bergbau........8

tkiöcknerwerke ..... 7

fläln-Reuessen..... . I

vtanneimann ........

MaiUselder........7

Oberschlei. Eisend, vedarf. . . 6

Oberschlei. Sollwerte .... 8 Phäntr Bergbau .... 554 Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl L%3**H

Riebeck Montan..... 7,2

Vereinigte Stahl». ..... 8

Olavi Minen ......teh

flaU AscheKIede».....10

flaki Westeregeln...... 10

Kaliwerk SeUbetta» ... 15

3- e. Farben InberM» ... 12 Dynamit Nobel . ...... 5 Scheide anstatt . ....... 9 Goldschmidt ........

Nütaert werke . 4

.....U

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264

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260.5

431

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125.25

140

244

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-

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134,75

-

174,25

U6,4 103 10» 198.5

192.0 242

18 > 264

156,5 281

154,5 170

241 462 134.65 161,25

89,25 142.75

127.5 126.75

141

136 7a 243

114.75 134

134,13 116.1.

117,75 126.75

93.25 189,25

144 154.v

-»4,25

4 292 294.25

520,5 -72 128

101,75 t09.25

-

193.5

242.5

184

263.5

157. u

281

154.9

162,5

241.5

263.5

435,9 162 183.7a

90..° 143 128,5

126,75

140.7.

134

249 114.75 131,5 184.5 116.5

117.75

122 94

293.5

147,5 154,a

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520,5

274

102.25

109,5

-

4% Oesterreich. einheitl. Rte. . 4% Ungarische Soldne.....

4% Ungarische Slaallr. v. 1910 4Ji% detgl. von 1918.....

4% Ungarische flronenNe.. .

4% tOrt. ßollanleihe v. 1911 . . 4% Lürtisch» Vagdadbahn-Lnl..

Serie 1 .

4% Dtigl Serie II ...

4% Rumänen convert. iRu. . . .

Rumänen OoItxmL Doi 1918

ÜUg. »rutsche Üiseo'-lh- . . «ft Hamburg-Amerika Haket ... 8 Hamb -Südam Dampssch. . . 8 Hansa Dampsschiss IO

Norddeutscher Llogd .... 8 Allg. Deutsche Credllanst. . . 10 Sarmer Bankverein 10

Berlin« Handelsgcsellsch. . . 12 Lommerz- und Prioat-Banl . 11 Darmil. u Nartovalbanl . . 12 Deutsche Bank ... 10

Dllkonto-Gelellschafr Llrrt.. . 10 Dresdner Bank ... 10

Mitteldeutsch« Sredttbanl . . S

........ . 8

Schlub-l flure |

t-Uhr- flure

Sch-usj- flurs

21n|ang Kurs

Datum:

1. 12.

3. 12.

1. 12. | 3. 12

Phtltpv Holzmann......7

Heidelberger Cemeat . . 10

Cemenl Karlstadt......8

Wavb t Freitag ...... 10

Schulthell Pabellhofer ... 15

Ostwerke ....... . 12

Ber. Bianzstoff......18

Bemberg ........14

Zellstoff Waldhos.....12

Zellston Aschassenbura ... 12

Charlottenburger Wasser ... 7

Dessauer ...... 8

Daimler Motoren ...... 0

Demag . . ....... 0

Adlerwerke Klever ...... 6

Lubw. Loewe ....... 10

Rat. Automobil . ...... 0

Orenftein & Coppd . .... 6

Leonhard Tietz ......1

Bamag-Meaui« . ...... 0

Franks. Maichine« ...... 6 chritzner . ...... 11

Heyliaenftaett ....... 0

Hunghanü. . . ....... 4

Lech merke....... 8

Mainkrafttverb» ....... 8

Miag ...... 10

Nekarsulma ....... .8

Beter« Unton .8

Gebr. Roeder . ...... 10

Boigi ck Haeffna......8

Lüdd. Zucker........8

138.7a

138.5

175

135,5

285

407,75

85,5

89,75

20,25

68

15

89,25

114,25

115.5

137,25

22

106

124,75

153

141

140

138.5

289

211,5

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89

155.5

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130.75

210,25

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260

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20.1

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