Kriegsteilnehmer hielt gestern abend in der Turnhalle eine s-hr gut besuchte Wohltätigkeits- Vera n st a l t u n g ab. Der Dorsitzende der Ortsgruppe Rioda. Deklnessungöse.reiäc Storck, begrüßte die Erschienenen mii) erläuterte die Ziele und den Zweck des Bundes und der Veranstaltung. Gesangsvorträge, Mei passende Theaterstückchen, GedichtZvcwtr ge bitei reichliche Llnter- ha.tung bei der wür.iz ver.aufenen Feier.
Aus dem Riddatal, 2.Dez. Das B e t t e l u n w e s e n, das in den Sommermonaten so gut wie ganz ausgehört hatte, macht sich seit etwa 14 Tagen wieder so stark bemerkbar, daß es von jedermann als Plage empfunden wird. Es ist keine Sellenheit, daß an manchen Tagen vier bis fünf Bettler an der Türe <m-- klopfen. Straßensängcr, arbeitslose Kaufleute und Hausierer vermehren die Zahl derer, die auf Gutmütigkeit und Mitleid spekulieren. Der Grad der Arbeitslosigkeit in den Städten macht sich aus dem Lande an der geringeren -oder größeren Menge der Almosenheischenden bemerkbar.
Kreis Schotten.
- Schotten, 2. Dez. Die Reichszen- tiale für Heimatdienst veranstaltet in dieser Woche hier eine staatsbürgerliche Dildungstagung für den ganzen Kreis. Pros. Dr. Körber (Frankfurt) spricht dabei über „Den deutschen ReichZgedanten in Vergangenheit und Gegenwart". Dr. Klein stück (Frankfurt) über „Gedanken zur 2keugliederung des Reiches", Grziehungsdirektor Beckmann (Frankfurt) über „Die deutsche Sozialpolitik, Entwicklung und gegenwärtige Lage". Da dir Lehrerschaft des Kreises an den genannten Problemen lebhaft in eressiert ist, hat das Kreisschulamt den erforderlichen Urlaub erteilt.
Ulfa, 2. Dez. 3n unserem Dorfe hat sich bis auf den hrutiaen Tag eine eigenartige Sitte erhallen, die in weiter Umgebung nicht mehr angetrossen wird. Jeder einheimische Hoch- zeitsgasl bringt noch zum Hochzeitsschmaus sein eigenes Besteck, Messer und Gabel, von Hause mit, um es bei dem Essen zu verwenden. Qlur auswärtigen Gästen wird ein Besteck verabreicht, da diese meist den örtlichen Brauch nicht kennen. Dieser ist ein Ueberbleibsel aus alter Zeit, in der es aus praktischen Gesichtspunkten fast allgemein in Deutschland üblich war, zur Hochzeitstafel Löffel, Gabel, Messer und Tasse mitzubringen. Das Hochzeitshaus hatte nur die Teller zu stellen.
Preußen.
Frankfurt als Zeppelin-Lustschiffhafen?
WSA. Frankfurt cuM., 1.Dez. Zur Zeit schweben in Berlin Verhandlungen von Vertretern Frankfurts mit Dr. Eckener, um Frankfurt zum Lustschiffhafen der Zeppeline zu machen. Dr. Eckener beabsichtigt, im Laufe der nächsten Woche nach Frankfurt zu kommen, um die Besprechungen an Ort und Stelle waiterzuführen. Als Terrain in Aussicht genommen ist ein Gelände auf dem südlichen Mainufer in der Rahe der Stadt. Die eigentlichen Werstanlagen sollen vorläufig noch in Friedrichshafen verbleiben, cacher dem Häse» füllen hier vorläufig nur Reparaturwerkstätten eingerichtet werden. Die Verhandlungen finden im Zusammenhang mit der Ha sraba statt. Man hofft, daß Dr. Eckener, dein natürlich auch von andern Städten Angebote vorliegen, sich schließlich doch für Frankfurt entscheiden wird, da es im Herzen Europas eine geradezu ideale Lage für den Zubringerverkehr von Passagieren bat. Von hier aus dürllen dann spater die regelmäßigen Amerikafahrten erfolgen.
Zum Verfahren gegen -en Landrai von Gilsa.
LPD. K i r ch h a i n, 2. Dez. Der Landrat von Gilsa, der soeben seines Amtes enthoben worden ist, veröffentlicht eine Erllärung, in der es u. a. heißt: „Mein amtliches Leben liegt seit über achtzehn Jahren vor den Augen der Kreisbevölkerung, mit welcher ich mich ohne Ansehen der Parteien durch gegenseitiges Vertrauen verbunden fühlen durfte. Ein wesentlicher Grund dafür war, daß ich das Hauptgewicht meiner amtlichen Tätigkeit auf die wirtschaftliche und soziale Seite legte. Wenn ich wegen eines in jüngster Zeit vorgesallenen, jetzt allgemein bekannt gewordenen Vorkommnisses, dem ich wesentliche politische Bedeutung nicht beimessen zu können glaubte, nunmehr zur Verantwortung gezogen werde, so denke ich die Untersuchung mit bestem Gewissen int Sinne staatstreuen Verhaltens bestehen zu können. Ich durste mich in diesen Tagen über die Bekundungen einer anhänglichen Gesinnung der Kreisbevölkerung freuen, bitte aber, von öffentlichen Kundgebungen in Derfammlungen oder in der Presse freundlichst Abstand zu nehmen."
Der Kreisausschuh des Kreises Kirchhain sprach dem Landrat gegen eine Stimme V.m Anschluß an die Erörterung der Angelegenheit fein Vertrauen aus.
Kreis Wetzlar.
D We tzlo r, 2. Dez. Die Bauernschaft des Kreises Wetzlar hielt hier gestern eine Vertre- tertagung ab, die besonders aus den Gemeinden des Hüttenbergs sehr stark besucht war. Zunächst sprach Direktor Dobbeler (Frankfurt a. M.) über die Einführung der Kranken Hilfe in den Bauernschaften, deren Beiträge bei mittleren Leistun- gen gering seien. Ueber die Belebung der Nutz- v i e h m ä r k t e sprach der stellvertretende Vor- sitzende der Kreisbauernschaft, Droh (Wetzlar). Als dringendes Bedürfnis wurde die Wiedereinrichtung eines Rindoiehmarktes in Wetzlar nach Vollendung des Schlachtviehhofes bezeichnet, lieber die genoss enfchaftljchcBerwertungvon Schlachtvieh sprach der Geschäftsführer der Kreisbauernschaft, Dipl.-Landwirt Dornberger (Wetzlar). Er verspricht sich einen Erfolg in dieser Richtung nur dann, wenn ein Zusammenschluß sämtlicher Organisationen und Genossenschaften des Kreises Wetzlar "attfindet. Ueber Steuerfragen sprach der stelPertretende Vorsitzende D r o ß. Landwirt Will (Krofdorf) kritisiette den Zustand verschiedener Straßen im Kreise Weglar, die dringend einer Instandsetzung bedürften.
□ Aus dem Kreise Wetzlar, 2. Dez. Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirke tes Arbeitsamtes Wetzlar hat auch in dem Zeitabschnitt vom 15. Oktober bis zum 15. Rovember wieder eine sehr wesentliche Steigerung erfahren. Während Mitte Oktober in der Arbeitslosenversicherung 529 Ha chttn er üZun'semp- länger und 744 Zuschlagsempfänger unterstützt tourten, betrug Mitte Rovember die Zahl der
Hauptunterstühungsempfänger 979, die Zahl der Zuschlageempfänger 1262. Hiervon ent allen auf a, die Stadt Wetzlar 139 Hauptunterstützungs- empfänger und 175 Zuschlagsempfänger, b) die Landgemeinden des Kreises Wetzlar 612 Hauptunterstühungsempfänger und 812 Zuschlagsempfänger, c) die zu dem Arbeitsamt gehörigen Gemeinden des K.eises Bi.denkopf 158 Hauptunter- stützung2emp,än.-er und 171 Zus lagsrmp änger, d) die zu dem Arbeitsamt g:h ii;en G.melden des Kreises U Ligen 70 Hauptunterstühungs- empsänger und 104 Zuschlagse npfänger. Die Zahl der aus der Arbeitslosenver ich.rung beschäftigten Rotstandsarbeiter betrug Mi te Ro- vember 16. gegenüber 13 Witte Oktober. Die Rotstandsarbeiter wurden sämtlich in der Stadt Wetzlar beschäftigt. In der K r i s e n s ü r s o r g e wurden Mitte Rovembrr 26 Haup Unterstützungsempfänger und 58 Zuschlagse.np änger unterstützt, gegenüber 35 Hauptun erstühungsemp- fängcrn und 63 Zuschlagsempfängern Mitte Oktober. Diese Zahlen verteilen sich auf die einzelnen Bezirke wie folgt: a) Stadt Wetzlar 15 Hauptunt rstützungsemp, äns er und 21 Zuschlags- empsänger. b) Landgemeinden des Krifos Wetzlar 20 Hauptunterstühungsempfänger und 37 Zuschlagsempsänger, c) Gemeinden des Kreises Biedenkopf ein Hauvtunterstühungsemvsänger. Die Zahl der aus der Krifen'ürsorge beschäftigten Rotstandsarbeiter betrug Mitte Rovember 2 gegenüber 3 Mitte Oktober.
~ Hochelheim, 2. Dez. Hier fand dieser Tage eine Versammlung statt, deren Zweck die Förderung der Jugendpflege in der Aesigen Gemeinde war. An der Der ammlung nahmen die Mitglieder d s Ort2w:hl ahrlsaus- schusses, die Vor itzenden der Jugendpflege treibenden hiesigen Vereine, der Orftsgeistliche und der Gemeindevorsteher teil. Der Jugendpfleger des Kreises Wetzlar, Lehrer A r m b r e ch t aus Kinzenbach, hielt einen Vortrag über die winterliche Arbeit auf dem Gebiete der Jugendpflege und empfahl dringend, daß an einem Abend des Winters sich alle Vereine der Gemeinde zu- fammenfir.ten möchten, um gemeinsam in Interesse der ländlichen Jugendpflege zu wir en. In der anschließenden Aussprache erllärten sich die Dersammlungsteilnehmer mit dem Vor chlage des Kceisjugendps'egcrs einverstanden. Die Abhaltung des sogenann en „Jugendabends'' /oll einer späteren Vereinbarung vorb'ha ten b eiben.
Q Klein-Recktenbach, 2. Dez. In der hiesigen Gemarkung yat man im Distrikt „Vor dem Gäßchen" in unmitte'tbarer Rähe des Ortes einen riesigen Stein freigelegt, der etwa 1,80 Meter hoch, 1,70 Meter breit und 0,35 Me er tief ist. Der Stein hat schätzungsweise ein Gewicht von 60 bis 70 Zentner. In einer Gemeindeversammlung wurde beschlossen, den 6.ein zur Errichtung eines Denkmals für die Gefallenen der hiesigen Gemeinde zu verwenden. Die hierzu erforderlichen Arbeiten, insbesondere die Herstellung einer Tasel mit den Ramen der Gefallenen, wurden dem Bildhauer Dietz aus Großen-Linden übertragen. Man nimmt an, daß der Stein schon aus sehr alter Zeit stammt. Ob er archäologischen Wert hat, soll durch einen Sachverständigen aus Wetzlar festgestellt werden.
Är:ie Biedenkopf.
T Waldgirmes, 2. Dez. Mit der vorigen Woche hörte hier die Schafzucht auf. Früher zwei Herden, hatten wir in den letzten Jahrzehnten nur noch eine, die jetzt mit 150 Stück nach Kirchhain verkauft ist. Ueber 150 Jahre war das Schäferamt hier in einer Familie Schäfer. Als Weide dienten nur der Wald und die abge- erntete Flur. Durch den Gebrauch der künstlichen Dünger gingen jedes Jahr viele Schafe ein. Auch die Zusammenlegung ist der seitherigen Weidegerechtsame hinderlich geworden.
Kreis Marburg.
WSR. Marburg, 1. Dez. In eine: zahlreich besuchten Versammlung, die gestern nachmittag im Stadtverordnetensitzungs aal unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Müller zu ammcn- Irat, wurde die Gründung einer Bezirksgruppe Kreis Marburg des Vereins für Heimatschuh Kurhessen teschlvsfen. Cs wurde en vir äu igrr Ausschuß gewählt, der sich mit der Bildung des Vorstandes, Aufstellung der Satzungen ufnx befassen soll.
Maingau
WSR. Frankfurt a. M.. 1. Dez. Heute vormittag 7,53 Uhr mußte der Schnellzug 0 73 Frankfurt — Hamburg an der Uebersührung der Emserstraße im Block Hellerhof zum Halten gebracht werden, weil von einem kurz vorher d e Ueberstihrung kreuzenden Fuhrwerk ein eisernes Faß ins Gleis gefallen war. Das Faß wurde von der Lokomottve gestreift. Der Zug konnte erst mit einer Verspätung von 53 Minuten mit einer Ersahlolomotive die Fahrt fortsetzen.
Vermischtes.
Ein Preisausschreiben für volksschullchrer.
Ein in diesen Tagen durch die Presse gegangener Aufruf der deutschen Dichter, oer sich gegen die täglich wachsende Gleichgültigkeit des Publikums gegen dichterische Werke wendet, findet in einen: Ausschreiben des Bör- »sen-Vereins deutscher Buchhändler sein praktisches und die breite Oefsent.ichkeit angehendes Gegenstück. Die den deutschen Dolks- schullehrern gestellte Frage „KanndieVolks- schule ihre Schüler zum guten Buch erziehen?" fordert nicht nur die pädagogische Erwägung, mit welchen Mitteln die Dollsschule ihre Schüler zur selbständigen Entscheidung über geistige, literarischr Probleme erziehen kann, heraus. sondern es wird auch die Umgebung des Kindes, die soziale Lage seiner Angehörigen in Bettacht gezogen werden müssen. Die Beantwortung der Frage wird daher nicht leicht sein. Es ist infolgedessen um so mehr zu begrüßen, daß ein Betrag von über 4000 Mark ausgesetzt worden ist für die beste Lösung der Preisfrage. Das Preisrichterkollegium setzt sich zusammen aus Prof. Max Stttinger von der Universttät Münster. Ministerialdirettor Kästner vom Preußischen Kullusrninisterium, dem Letter des Vollshochschulheims Dr. Klatt, dem Vorsitzenden des Jugendschuhprüfungsausschusses, Paul Wagner und dem Vorsitzenden des Deutschen Lehrervereins, Schuttat Wolf.
Ein Todesurteil bestätigt.
Der Dritte Strafsenat des Reichsgerichts hat als Revisionsinstanz in dem Prozeß über den Mord an dem Binzens Rohde die von den beiden Angeklagten gegen das Urteil des Schwurgerichts von Reustrelitz vom 19. Juni 1928 eingelegte
Revision als unbegründet verworfen. Der Knecht Rohde war kurze Zeit, nachdem fein Dienstherr ihn in eine Unfallversicherung hatte aufnehmen lassen, tot in einer Wasserlache aufgefunden worden. Das Schwurgericht hatte als erwiesen angenommen, daß Rohdes Dienstherr, der Landwirt Krüger, der sich in schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen befand, sich durch Rohdes gewaltsamen
Tod in den Besitz der Dersicherungs- summe sehen wollte und bah der Agent Breuer, der die Versicherung abgeschlossen hatte, sich zur Ausführung des Mordes hergegeben habe. Breuer war infolgedessen wegen Mordes zum Tode und Krüger wegen Beihilfe zum Mord und wegen Betruges zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt worden.
Lumen, Sport und Spiel.
Gepäckmarsch der Gießener Studenienschasi.
Am gestrigen Sonntag kam der im vorigen Jahre von dem Akademischen Ausschuß für Leibesübungen an ter Unioerfi ät Gir en (Vorsitzender Prof. Dr. Kuhn) eingefi'chrte Gepäckmarsch der Gießener Studentenschaft zum zweiten Male zur Durch ührung. Das Interesse an dieser Veranstaltung, die unter der sportlichen Leitung von Dr. Möckelmonn stand, war gegen das Vorfahr stark gewachsen. Während im vorigen Jahre 23 Teilnehmer um den Sieg stritten, traten diesmal von 85 Gemeldeten 76 zum Marsche an; von 15 gemeldeten Mannschaften erschienen 14 am Start, außerdem waren 6 Einzelläufer zu verzeichnen. Die Ge- länteverhältnise toaren in diesem Jahre nach den tagefanren Regensä len sehr wenig günstig, insbesondere" in dem Abschnitt Flughafen durch das Stolzenmorgen-Gehö'z zur Gema luagsg enze über die Wiesen zur Sttuppmühle und zur Ludwigsburg; g rate he: hatten die Mannschaften schwer zu kämpfen, und einige bis dahin ge» schufen marschie.ente Abt.llungen sielen in diesem Llbschnitt auseinander.
Der Start erfolgte vor dem Universitälsge- bäute ab 10,32 Uhr. Die Strecke war 15 Kilometer lang und führte von der Universität über Ludwigstraße, Kaiserallee, Rödgener Straße, Flughafen, durch das Stolzcnmorgener Gehölz zur Gemarkungsgrenze, nördlich zur Wieseck, westlich zur Sttuppmühle, Ludwigsburg, Wieseck, Baden- burger Weg, Marburger Straße, Rordanlage, Oswaldsgarten, Westanlage, Dleichstraße, Lud- wigstratze zur Universität. Das Gepäck jedes Marschierenden war 10 Kilo schwer.
Die Mannschaften machten durchweg einen sehr guten Eindruck, sie zeigten auch unterwegs, bis auf wenige Ausnahmen, gute Marschfähigkeit, famose Haftung und Durchhaltekraft. Vom Start bis zum Ziel, auch über ten oben bezeichneten schwierigsten Teil der Marschstrecke hinweg, toaren A. T. D. Rheinfranken, Korps Teutonia und V. D. St. die besten Mannschaftsteile; diese Mann- schaften marschierten stets geschlossen in großer Straffheit und mit zähem Willen zum Siege. Aufgelöst hatten sich auf der Sttecke Frankonia I, Chattia I, Germania, Adelphia I. Silvania und Arminia. Von ten Einzelläufern toar an Zeit und Haltung bei weitem am besten S ch w ö b e l von ter aufgelösten Mannschaft Frankonia I. Leider ließ er sich durch ein Deglcitauto kurz vor dem Ziel im Weg irre machen. Als er zurückgerufen wurde, hatte er bereits mehrere Minuten verloren, und dadurch kam er um den sicheren Einzelsieg.
In den Straßen der Stadt begegneten die Mannschaften dem starken Interesse der Spaziergänger. Vor dem Universitätsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die den gegen 12V, Uhr am Ziel erscheinenden Siegern einen herzlichen Empfang bereitete. Die Mannschaften kamen als Sieger in nachstehender Reihenfolge ein:
1. A. T.V. Rheinfranken 1 Stunde 48 Min. 47 Sek. (zugleich die Mannschaft mit bester Haltung; die Mannschaft bestand aus Dapv. Klee- mann, Kindinger, Th. Daubel, L. Vaubel; die Zeit ist um V/t Minute besser als im vorigen Jahre).
2. Verein Deutscher Studenten. 1 St. 53 Min. 06 Sek. — 3. Wingolf, 1 St. 53 Min. 30 Sek. — 4. Korps Teutonia, 1 St. 55 Min. 16 Sek. — 5. Akad. Theolog. Verein, 2 St. 00 Min. 25 S.
Als Einzelgänger siegten: llLutzWe- ber (Adelphia), 1 St. 45 Min. 08 Sek.; 2. Görges (Silvania) 1 St. 45 Min. 25 Sek. (gteicfföeitig Einzelgänger mit bester Haltung); 3. Riejahr (Silvania) 1 St. 48 Min. 32 Sek.
Don den Fachschaften waren erfolgreich: 1. die juristische Fachschaft, 2. die Ve- terinärmediziner.
A. T. V. R h e i n f r a n f c n, die bereits hn vorigen Jahre den ersten Mannschaftssieg errangen und ihn auch in diesem Jayre wieder erkämpften, blieben im Besitz des Wanderpreises der Gießener Dozentenschaft. Dieser Preis Zehl nach teeim oft gern Siege in den endgültigen Besitz der Siegermannschaft über, so daß tee Dhrinsranken, wenn sie auch im nächsten Jahre ihre bisherige Spitzenstellung bewahren, den Preis endgültig gewinnen würden. Den Wanderpreis des Hessischen Ministeriums für Kultus und Dildungswesen erhielt diesmal die beste Fachschaft, die Juristen.
Im Anschluß an den Marsch sa:rd im Großen Hörsaal die Verkündung ter Sieger und die Preisverteilung durch ten Vorsitzenden des Akademische Ausschusses, Prof. Dr. Kuhn, statt. Die Sieger wurden von der starken Zuschauermenge durch lebhaften Beifall gefeiert.
Handball der D. T.
T. u. Sp.-Gem. Eintracht Wiesbaden — T.V. Mörstadt 0:4.
T. G. Bockenheim — T. V. Nied 0:1.
T. V. Vorwärts Langen — Polizei-Sportverein Frankfurt 3:5.
Turnausschuß-Tagung der Ä.T.
Am Samstag und Sonn' ag tagte ter Turnaus-- schuß ter Dänischen Turner schäft in Kiel. In ter Versammlung des Volksturnausschusses wurde die Tagesordnung für die Kreiswarteversammlung in Mannheim aufgestellt. Die Volksturnmei- ster schäft en ter Deu.schen Turnerschaft sollen am 11. August in Kassel statt, inten.
Der Sonntag brachte eine Aussprache über das Verhältnis der Deutschen Turner» schäft zu den Sportverbänden, sowie zu den Behörden und konfessionellen Verbänden. Die Entscheidung über die Durchführung der Meisterschaftskämpfe tourte ter Kreiswarteversammlung in Mannheim zu Ostern 1929 Vorbehalten; etenso ein Entwurf für die Eingliederung und Zuständigkeit der Fachausschüsse. Der Schaffung eines einheitlichen Zei-
chens für Inhaber der Deutschen-Turnersckafts- Meisterschaften tourte zugestimmt.
Handball des D.G.B.
Gruppe A.
Post-Sportv. Frankfurt — Spvgg. Arhcilgen 1:2. V. f. R. Schtoanheim — Kickers Offenbach 5:0. Polizei-Spv. Darmstadt—V. f. D. Friedberg 20:0.
Gruppe B.
Polizei-Sportv. Wiesbaden — Wormatia WormS 1:0.
Mainz 05 — F. Dgg. Kastel 06 2:2.
Alemannia Worms — Wiesbadener S. C. 6:6. S. V. Wiesbaden — Hakoah Wiesbaden 3:1. Germania Wiesbaden — Polizei Worms 0:16.
Vorstandstaguug des Fußballbundes.
Der erweiterte Vorstand des Deutschen Fußball- Bundes hielt am Samstag und Sonntag in Berlin eine Sitzung ab, in der besonders in der letzten Zett akut gewordene Fragen zur Beratung standen.
Gemäß den Weimarer Beschlüssen wurden für das gesamte Bundesgebiet in dieser Spielzeit, wie im Vorjahre, 16 Spiele gegen Berufsspielermannschaften genehmigt, die den Charakter von Lehrspiclen tragen müssen. Diese Spiele können von den Landesverbänden, Städten und Vereinen beantragt werden. Es werden aber nur solche Anträge berücksichtigt, bei denen Rückspiele unter den gleichen finanziellen Bedingungen vorgesehen sind. Erst nach Erledigung des Rückspiels kann dem Antragsteller ein weiteres Spiel genehmigt werden. Rach den Anträgen der Landesverbände bewilligte der Bundesvorstand für das laufende Spieljahr folgende Anzahl von Spielen: Süddeutschland 9, Mitteldeutschland 3, Berlin und Süddeutschland je 2 Spiele. Westdeutschland, Norddeutschland und der Baltenverband hatten keine Anträge gestellt.
Weiterhin beschäftigte sich der Bundesvorstand mit der Festlegung des Länderspielprogramms. Deutschland-Schweiz findet am 10. Februar in Mannheim statt. Deutschland-Schweden wird am 23. Juni im Rheinland ausgetragen. Gegen Finnland wird an einem noch zu beftimm- menten Termin im Altonaer Stadion gespielt. Verhandlungen schweben noch mit Italien und England. Das erste Treffen gegen Italien soll in Mailand ftattfinten. Das Rückspiel wird in Mitteldeutschland ausgetragen. Berlin soll ten Län- terkampft gegen England erhalten. Als Aus- tragsort des Vorspiels gegen Rorwegen tourte Breslau voraemerkt. Weiteren Einladungen von Dänemark, Holland und Ungarn konnte nicht mehr entsprochen werten.
®ie Bundespokalzwischenrunde am 13. Januar wurde wie folgt feftgelegt: Süddeutschland gegen Rorddeulschland in Hannover, Westdeutschland gegen Berlin in Elberfeld. Dem Antrag des Deutsch - amerikanischen Fußballverbandes auf Austragung mehrerer Spiele in Deutschland glaubte ter Vorstand wegen ter hohen Kosten nicht entsprechen zu können. Der Jugendtag wird gemeinsam mit ter D.S.B. am 30. Juni durchgeführt. Als Ort ter Bundestagung 1930 tourte Dres den bestimmt.
Fußball in Hessen-Hannover.
Im Bezirk Hessen-Hannover gelang es gestern in der Gruppe Nord dem S. C. 05 Göttingen, den S. C. 03 Kassel mit 2:0 zu schlagen. Northeim und Iura Kassel teilten sich mit 1:1 in die Punkte. In der Gruppe Süd erlag Her- mannia Kassel Borussia Fulda mit 1:3, während Kurhessen Kassel Germania Marburg mit 4:1 heim- sandte. Ein Gesellschaftsspiel zwischen dem S. D. Kassel und Sport Kassel mußte abgesagt werden.
Oer gestrige Fußball in Güddeutschland.
Bezirk Main-hesien.
Die Gruppe Main hatte gestern ihr weitaus wichtigstes Treffen in dem Rückspiel Eintracht gegen F. Sp. V. Frankfurt, das diesmal von Eintracht 2:4 verloren wurde; sie war jedoch insofern benachteiligt, weil sie dem vollzählig entretenten Gegner nur eine ersatzgeschwächte Mannschaft entgegenstellen konnte, die sich anerkennenswert hielt. Rotweiß Frankfurt konnte gegen Kickers Offenbach 0:0 nur torlos abschneiöen, weil ter Frankfurter Sturm nicht schießen fann. F. Dgg. 03 Fechenheim hielt sich gegen den 1. F. C. 93 Hanau bis zur Pause gut, rach dann aber zusammen und verlor 1:7. Germania Bieber hatte mit Sp. Dgg. 60/94 Hanau leichte Arbeit und siegte 5:0, dagegen führte Dittoria Aschaffenburg gegen Union Riederrad bis zur Pause 2:1, um schließlich doch noch 3:6 zu verlieren.
In der Gruppe Hessen erwies sich Worin atia Worms auf eigenem Platze ter Sp. Dgg. Arheilgen natürlich weit büerlegen und drückte dies in einem 8:0 aus. Hassva Bingen ist auch auf Binger Gelände nicht unschlagbar, was ter F. Sp. V. 05 Mainz mit seinem 3:0 nachwies. V. f. L. Reu-Isenburg kam gegen ten F. E. Langen nur zu einem 2:2, was stark befremdet dagegen wehrte sich die Sp. Gem Höchst gegen Alemannia Worms mit ihrem 3:4-Sieg überraschend gut.
Bezirk Bayern.
Hier gab es in der Gruppe Rordbavern nur zwei Derbandskämpfe. Der AS D. Dürnberg hatte denkbar größte Mühe, sich gegen ten 1. F. C. Bayreuth mit 1: 0 die Punkte zu holen. Der D. f. R. Fürth schickte Bayern Hof nrü einem vernichtenden 8:1 nach Hause. — Ein Privatspiel der Sp. Dgg. Fürth mit der öfter- reidnföcn Berufsspielermannschaft Austria Wien brachte der Sv. Vgg. einen tnel bejubelten 3:2- Sieg über die Gäste.
Die Gruppe Südbayern ftanb ün Zeichen der lieberrafäungen, da Bayern München gegen S. D, 1860 München 1:2 verlor und Wacker


