Ausgabe 
3.12.1928
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialbaupistadi.

Dießen, den 3. Dezember 1928.

Novemberfahrt.

Von Dr. Wodaege, Gießen.

Hochwasser auf der Lahn. Die massigen Flu­ten rufen und locken den Kanufahrer. Was schadet's, daß bereits der Novemberwind weht. Warum soll man die Freude an der reißenden Flut, die man im Sommer auf fernen Strömen genossen, nicht auch einmal in der Heimat kosten? Bis mitten in die Stadt hinein lockt und ruft es. Denn auch die W i e s e ck führt flotte Strö- nrung. Zwar ist es schon verstaut, das Falt­boot, oben im Speicher. Aber bald liegt es auf- geschlagen vor uns. Auf dem Bootswagen wird es zur nahen W i e s e ck gerollt.

Unter altbekannten Drücken hindurch tragt sie »ns zur Mündung in die Lahn. Wie anders i'lt das Bild dort als sonst in sommerlichen Ta­gen. Seeartig liegt die Wassermasse vor uns. A cht mehr hemmen die Sei enwande des meist tef liegenden Flußbettes den Blick. Das Wasser trägt jetzt das Doot am oberen Rande des Flußraines, zu dem man sonst von unten hinauf- schaut. Weithin kann nun der Blick streifen, hinüber zum Dünsberg und den Höhen bei Kö­nigsberg und Hohensolms, die den Horizont bis nach Wetzlar hin begleiten.

Wie die Flut das Doot erfaßt! Dies Tempo liebt der Kajakfahrer. Grau liegt das Land rings um uns. Entblätterte Bäume starren mit ihken Aesten gen Himmel. Fetzenhaft ziehen die Wolken von Westen daher. Und vorwärts, vor­wärts sagt uns die Flut dem Winde entgegen. Da Packt uns ein Strudel. Zwei kräftige Pad» delschläge und wir sind dem Gesellen entronnen. Die Wehre bieten keine Hindernisse mehr. Auch sonst muß man oft durch gurgelnde und brodelnde Wassermassen. Sicher führt uns das gut gebaute Doot. Gefahrvoll ist'- nicht. Unb doch spürt man so etwas vom Reiz einer Fahrt im Wild- wafser, der Sehnsucht des Karmfahrers, vom Kampf mit den Elemen'en. Hier und da greift der Fluß weit ins Land und führt uns in die Irre. Das Paddel stößt auf flachen Wiesengrund. Borsichtig tasten wir uns wieder zurück ins Tiefe hinaus. Die Drücken, deren hochragende Pfeiler wir sonst in voller Größe sehen, liegen jetzt nur wenige Meter über dem Wasserspiegel. Immer weiter geht die Fahrt auf einsamer Flut. Ts dämmert. Die Wasserebeire vor uns schim­mert Im fahlen Rot des westlichen Himmels. Dann tauchen die Lichter Wetzlars, im Hin­tergrund die Feuermassen der Industriewerke auf. Das dunkle Wasser spiegelt ihren Glanz wider. Die Rächt bricht herein. Dumpf tosen iroch ein­mal die Wassermassen vor uns, wie das Brausen eines letzten Wehres. Aber es ist nur der An­prall der Flut gegen Hindernisse, die sich dem Fluß entgegenstemmen mrd uns sich im Dunkeln ver bergen. Wir sah'en mit Dorsicht am Rande des Wassers. Doch dann treiben wir wieder in die Flut. Wie dunkle Streifen ziehen sich die Alfcc dahin. Die Lichter der Stadt weisen uns den Weg.

Sechs Glockenschläge erklingen vom Dom, als wir das Weichbild der Stadt erreichen. Drei- Viertel Stunden spater, und wir sitzen bereits im warmen Wartesaal. Das Doot, in Stab­tasche und Rucksack verpackt, lehnt neben uns an der Wand.

Menschen sitzen an den Tischen im hellerleuch- teicn Saal, Menschen, die nichts wissen von der Schönheit der novemberlichen Flut dort draußen, vom Wind über dm Wassern, von Widerwellen und gurgelnden Strudeln. Wan kann auch heute noch etvxrs genießen von elementarer Romantik, nahe bei Landstraße und Eisenbahn, ganz nahe auch in unserer Heimat auch heute noch, ganz bei den Deh.rglichkeiten unserer Zivilisation. Liegt nicht darin der Reiz des Lebens, im Ge­gensätzlichen? Unb sollte es etwa ein uralter Menschheitstrieb sein, der in uns schlummert und dann und wann uns wegzieht von diesen Bequemlichkeiten der Zivilisation, hinaus zu den Elementen, die vor vielen Jahrtausenden unseren Vorfahren die Heimat waren?

Volkstrauertag 1929.

Der Ausschuß für die Festsetzung eines Volks­trauertages hielt jetzt in Berlin eine Sitzung ab, in der einstimmig beschlossen wurde, ohne die gesetzliche Regelung abzuwarten, den Volks- t r a u e r t a g zum Andenken an die im Weltkriege aejaHenen Helden auch im kommenden Jahre am fünften Sonntag vor OfternRemi -

nf fcert* (2 4. Februar 1 929) in ähnlicher Weise zu begehen, wie dies in den Vorjahren der Fall gewesen ist. Der Ausschuß setzt sich aus 23er» tretern der drei großen Bekenntnisse und den gro­ßen in Betracht kommenden Körperschaften und Verbänden zusammen. Den Vorsitz führt der Prä­sident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfür- j sorge, weil der Dolksbund es gewesen ist, der den : Gedanken einer Einführung des Volkstrauertages angeregt hat. Die Feier soll in Gottesdienst, Läu­ten der Glocken im ganzen Reich und Soalseiern bestehen.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. 117er: Monatsversammlung, 8 Uhr, bei Kamerad Sieck, Hammstrahe. Damenfriseur- und Perücken- machcr-Dehilsenverein, Gießen: OeMntliche Ver­sammlung, 8.30 illjr,Zum schwarzen Wal­fisch". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Die tolle Lola". Astoria-Lichtspiele:Die Schrek- kensfahrt des Gvldexpreh".

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt­theaterbureau wird und berichtet: Morgen, Diens­tag, 4. Dezember, findet die erste Wiederholung von Bruno FranksPerlenkomüdie" statt. Spiel­leitung: Julius Dafts. Mittwoch, 5. Dez., wird das mit großem Erfolg erstaufgeführte DramaDer Patriot" von Alfred Reumann, wegen Erkrankung des.Herrn Ebert-Gras­so w am Dienstag, 27. Rov., ausfallen mußte, erstmalig wiederholt. Das KriminalstückDer Prozeß der Mary Dugan" von Dayard Verlier wird am Freitag, 7. Dez., in Gießen erstauf- geführt. Die Inszenierung vonDer Prozeß der Mary Dugan" hat der Intendant. Das Darmstädter Landestheater wurde von der Intendanz des Gießener Stadtthcaters zu einem einmaligen Operngastspiel für Mittwoch, 12. Dezember (im Abonnement), verpflichtet. Zur Aufführung gelangt die OperFatme" von Friedrich von Flotow, den: bekannten Kompo­nisten vonMartha". Diese fast vergessene Oper Flotows wurde bei der E.-stausführung in Darm- stadt ein großer musikli erarischer Er.olg, der arößte und eigenartigste klassische Musikerfolg des diesjährigen Darmstädter Theater-Winters. Der auffallend stacke Beifall, drn diese neuerweckte Oper gefunden hat, veranlaßte die hiesige In- tendanz, sichFatme" als Festvorstellung im Rahmen der WerbewocheGießen im Licht" zu sichern.

Die Entwicklung des Darwinis- mus in den letzten 50 Iahren" ist das Thema eines Vortrages, den der Biologe ?. Wasmann S. J. am Mittwochabend in der Neuen Aula der Uni­versität halten wird. Im Anschluß an den Vortrag soll eine Aussprache stattfinden. Näheres in der heu­tigen Anzeige.

*

** Deutschlandsender auf Welle 1648,3. Nachdem Kalundborg die Welle 1680 für seinen Großrundfunksender verlassen und gleichzeitig die Luftschiffahrt die Welle 1680 Meter, die ihr öisher zu gewiesen war, im Interesse des Rundfunks vor­zeitig aufgegeben hat, sS daß nach den Beobochtun- flen des Reichspostzentralamtes und des Deutschen funktechnischen Verbandes Störungen des Deuisch- landsenders auf Welle 1648,3 Meter nicht mehr zu befürchten sind, hat die Deutsche Reichspost sich ent­schlossen, vom 1. Dezember ab das gesamte Pro­gramm des Deutschlandsenders auf dieser Welle (1648,3 Meter) zu verbreiten und die gleichzeitige Aussendung auf Welle 1250 einzustellen, da sonst die Lustschiffahrt auf Welle 1288 gestört werden würde.

**OeffentlicheBücherhalle. Im Novern- ber wurden 1234 Bände ausgeliehen. Davon fallen auf: Erzählende Literatur 830, Zeitschriften 74, Iugendschriften 85, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 8, Länder- und Völkerkunde 60, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 84, Kunstgeschichte 24, Naturwissenschaft und Techno­logie 33, Heer- und Seewesen 1, Haus- und Land- wirtsckaft 6, Gesundheitelehre 2, Religion und Philosophie 8, Staatswissenschaft 7, Sprachwissen­schaft 1 Band. Nach auswärts kamen 9 Bände.

* Zunahme der Maul- und Klauen- seu<he in Hessen. Gegenüber der letzten Rachweisung über die Maul- und Klauenseuche im Dolksstaat Hessen zeigt die gestrige statistische Veröffentlichung eine Zunahme der Seuche, und zwar in den Kreisen Friedberg (1 Gehöft), Bin­gen (1 Gehöft), und Darmstadt (1 Gehöft). Ins­gesamt herrscht die Seuche in vier Gehöften (1 davon im Kreis Groß-Gerau).

** Für Auswanderer nach den Ver­einigten Staaten. Wie die hiesige Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie mitteilt, schreitet die Erledigung der bei den amerikanischen Konsulaten

während der letzten Annahmesrist eingegangenen Anträge auf Erteilung des Einwanderungssichtoer- Werkes rasch voran. Es besteht daher Grund zu der Annahme, daß in nicht zu ferner Zeit neue An­träge wieder entgegengenommen werden. Personen, die nach den Vereinigten Staaten auswandern wollen, einen Antrag auf Erteilung eines ameri- konischen Einwanderungssichtoermerks aber noch nicht gestellt haben, tun daher aut, sich schon jetzt um die Beschaffung der für den Antrag erforderlichen Papiere und sonstigen Unterlagen zu bemühen.

*e Gründung eines Reichsbahn- Tum- und Sportvereins Gießen. Zu diesem Zwecke hatten sich dieser Tage im Unter- richtszimmer des DahnhssS etwa 60 Beamte und Arbeiter der hiesigen Reichsbahndienststellen ein­gefunden. Oberbahnhofsvorsteher H e i n z e l - mann als Versammlungsleiter wies aus den Zweck der Gründung und die hohe Bedeutung des Turnsportes hin: Erziehung zur Karnerad- schast durch Pflege aller Leibesübungen. Ober­sekretär Urmitzer, der Leiter des Reichs- bahn-Turn- und Sportvereins Frankfurt, schil­derte in seinen Ausführungen ebenfalls den Wert der Reichsbahn-Sportvereine, die von der Hauptverwaltung als Wohlsahrtseinrichtung an­erkannt seien und als solche unterstützt und ge­fördert würden. Hierauf erfolgte einstimmig die Gründung eines Reichsbahn-Turn» und Sport­vereins Gießen. Es wurde ein vorläufiger Vor­stand bestellt, der sich aus folgenden Herren zusammensetzt: 1. Vorsitzender Oberbahnhofsvor- steher Heinzelmann, 2. Vorsitzender Ma- schineninsvektor Landmann Schriftführer Reichsbahnassistent Weber, Kassierer Reichs­bahnsekretär E i d m a n n, Beisitzer Obergüter» Vorsteher Scholl und Hilfswerkführer Römer. Die geräumige Holzhalle in der ehemaligen Re- benwerkstätte soll als Turnhalle umgebaut wer­den. Hier sollen ein Turnplatz für Hallentraining, eine Kegelbahn, Schiehstände für Kleinkaliber­sport, heizbare Zimmer für Schachspieler, ein Tennisplatz u. a. m. eingerichtet werden. Ferner beabsichtigt der Verein, eine Fußball-. Ski-, Schwimm-, Wander- und Radfahrerabteilung zu bilden.

** Deutsche Volkspartei. Man be­richtet uns: Der LichtbildervortragVon Ver­sailles über London nach Genf", zu dem die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei auf Mittwoch eingeladen hatte, erfreute sich eines recht guten Besuches. Rach kurzen Eröffnungs- Worten des 1. Vorsitzenden ergriff General­sekretär W e l k o w (Darmstadt) das Wort. Er erinnerte an die schweren Tage der Umwälzung und an die Zeit, in der die D.V.P. gegründet wurde. Er gedachte der hingebungsvollen Ar­beit, die Prof. Dr. K r a u s m ü l l e r und Real­lehrer Appel in diesen 10 Jähren in vorbild­licher Weise, der eine als 1. Vorsitzender, der andere als Rechner für die Partei geleistet haben. In Anerkennung ihrer Verdienste überreichte er beiden Parteifreunden im Auftrage des Partei­vorstandes das BuchDeutscher Aufbau", mit einer persönlichen Widmung des Parteiführers Dr. Stresemann und des hessischen Reichs­tagsabgeordneten Rechtsanwalts Dingelbeh. Anschließend ergriff Geschäftsführer Dr. Weißer das Wort zu dem angekündigten Lichtbildervortrag. An Hand von recht inter­essanten Lichtbildern erläuterte er in vortrefflich gehaltenen und mit großer Sachkenntnis vor­getragenen Ausführungen die ungeheuren Tribut­leistungen, die uns der Feindbund auferlegt hat. Lleberzeugend wies er die Richtigkeit der von Dr. Stresemann betriebenen Außenpolitik nach, die eine Lockerung der Fesseln herbeigeführt und die Grundlage für eine endgültige Regelung geschaffen . hat. Die Ausführungen deS Red­ners fanden lebhaften Beifall.

" Vereinigung fürdeuts cheFrauen- kultur, Ortsgruppe Gießen. Die dies­jährige Weihnachtsmesse war von Gießener Fir­men, die dem Verband angeschlossen sind, beschickt. Mannigfaltig zeigte die Ausstellung den zahl­reichen Besuchern, darunter auch Schulen, was sie zur schönen und zweckmäßigen Ausgestaltung des Heimes und der Frauenkleidung, sowie zur geistigen Vervollkommnung der Frau zu bieten halte. Die von den Geschäften gebotene reiche Auswahl zeigte die Leistungsfähigkeit der Gieße­ner Firmen in bezug auf Güte und Geschmack. Für die kommende Weihnachtszeit haben die Besucher reiche Anregung für schöne und preis­werte Einkäufe mit nach Hause nehmen können. Die Messe wurde durch einen von Mitgliedern und Gästen stark besuchten Teeabend beschlossen. Diese Veranstaltung gab Ilse G r a e f Gelegen- beit, vor dem zahlreichen Publikum ihre Tanz­

kunst zu zeigen. Das Programm: Moment mtrtteal von Schubert, Walzer von Brahms, zuletzt da- Ständchen von Schubert. Bewußtes Kunstschaffen war unverkennbar. Jeder Affekt der jungen Künstlerin prägte sich in ihrem Mienenspiel aus. plastische Darstellung der Impulse gestaltete sich zu schöpferischer Formung. Heber das rein Tech­nische hinaus schuf das Zusammen51 iugen von Rhythmus und Harmonie sesselnde Bilder. Fräu­lein Raab am K.avier glich sich mtt bemerkens­werter Fertigkeit der Künstlerin an.

* Auftrieb auf bem heutigen Frank­furter Schlachtviehmarkt: 342 Ochsen, 75 Bullen, 606 Kühe, 410 Färsen, 526 Kälber 216 Schafe, 5528 Schweine.

Büchertisch.

Professor D. Dr. Leopold Eordier: Evangelische Iugendwohlsahrt. Ein Quellenbuch (Als III. Band derEvangelischen Iugendkunde"). 576 Seiten. Gr. 8°. 1928. Ver­lag Friedrich Bahn in Schwerin i. Mecklb. Geh. 20,, Ganzleinenband 24 Wk. (576) Das Werk des Gießener Theologen vermittelt aus der Ge­schichte die Kenntnis der ehernen Grundlage, der treibendein Kräfte, der vorbildlichen Persön­lichkeiten, der klassischem Gestaltung evangelischer Iugend'wohlsahrtspslege und regt damit eine grundsätzliche Besinnung auf evangelische Iu- gendwohlsahrt an. Zugleich will es aber auch Einblicke im die Iugendwohlsahrtspslege unserer Tage eröffnen, mit den einzelnen Arbeitszweigen, den gesetzlichen Bestimmungen und fürsorgerischen Organisattonen und Unternehmungen bekannt ma­chen und die leitenden Gesichtspunkte unserer ge­genwärtigem evangelischen Iugendwohlfahrts- pflege zur Darstellung bringen. Die allgemeine Fursorgetätigkeit und Armenpflege ist berüd- sichttgt, um zu einem Gesamtbild der fürsorge- schen Tätigkeit zu gelangen, das erst der Einzel­betätigung an der Jugend die ihr eigentümliche Farbe verleiht. Der Verfasser ist jeweils zu den ersten Anfängen einer fürsorgerischen Arbeit vor gedrungen und hat in Verbindung mit dem Ursprünglichen das Kennzeichnende herausgestellt. Eine bibliographische Liebersicht und ein umfang­reiches Rachschlagewerk schließen das mit aller Sorgfalt und Gründlichkeit des Gelehrten be­arbeitete Werk ab. Richt nur den Derufsarbei- tern in der Wohlfahrtspflege, den Inhabern staatlicher und kirchlicher Erziehungsstellen, den Lehrern, Pfarrern, Iugendleitern, Gemeindebeam­ten, sondern allen, denen die Wohlfahrt des jungen Geschlechtes am Herzen liegt, ist hier ein urkundlicher Stoff geboten worden, der unter­richtet von dem, was auf evangelischem Boden geworden ist, und der anregt zu neuer Verant­wortlichkeit und neuem Dienst. Alle Anstallen und Ausbildungsstätten der Inneren Mission, die gesamte Wohlfahrtspflege, ihre Aemter. ihre Schulen, die Jugendfürsorge für beide Geschlechter können das Werk nicht entbehren!

Berliner Börse.

B e r l i n, 3. Dez. (WTB. Funkspruch.) Heute früh ist zwar auch infolge des Montags kaum etwas zu hören. Bei den Banken liegen aber schon wieder kleine Orders vor, und die Grundstimmung ist weiter freundlich, zumal keine ungünstigen Nachrichten stören und durch die Annahme des Schiedsamtes Seoerings von beiden Parteien man wieder einen Schrill weiter im Ruhrkonflikt gekommen ist. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124,10, Mailand 92,59, Spanien 30,05, das Pfund 485,13 und den Dollar 4,1950.

Sprechstunden der Redaktion

12 bi» 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen.

Bekanntmachung.

Der hessische Minister des Innern hat mit Verfügung vom 7. November 1928 zu Nr. M. d. I. 44 589 die Aufhebung der Straße ,Mm Weiher" und der Flucht­linien sowie die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für das Baugebiet zwi­schen Mittelweg, Bahnhof und Frankfurter Straße genehmigt.

Die über das Gebiet bestehenden Bebau­ungspläne vom 31. Oktober 1906 und 24. Juni 1909 werden gleichzeitig für un- S erklärt. Der neue Plan liegt bei dem ifchen Hochbauamt während der üb­lichen Dienststtmden zu jedermanns Einsicht offen. 10567O

Gießen, den 29. November 1928.

Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm.

Dienstag, den 4. Dezember L nach­mittags 2 Uhr, versteigere ich imLöwen", irenenweg 28, babler, zwangsweise gegen Barzahlung: 10568D

Zwei Steppdecken, zwei Diwans, zwei Chaiselongues, einen Ausziehtisch, einen Eisschrank, eine Ladenkaffe, eine Laden- thcke, drei Warenschränke, ein Nähtisch- chen, eine Kommode, ein Pult, eine Näh­maschine, drei Stück Waschleder, dreißig Paar Ledergamaschen, einen Rauchtisch, ein Grammophon, ein rundes Tischchen' ein Schränkchen, ein Küchenbüfett, ein Motorrad, ein Goerz-Prismenglas, einen Bücherschrank, ein Bild, zwei Büfetts, eine elektrische Waschmaschine, ein Ver­tiko, ein Sofa, zwei Pferde.

Voraussichtlich bestimmt: zwei Kassenschränke, einen Registratur­schrank, einen Dipl. maten-Schreibtisch, eine Adler-Schreibmaschine, einen Klub­sessel (Leder) zwei Tische, ein Schreib- maschineillischchen, eine Äorbgarnitur, ein Büchergestell, vier elektrische Lampen. Alöll, Gerichtsvollzieher kr. A. ln Gießen 3heringstraßc 7 Telephon 1239

I RWG-»M in größter und schönster Auswahl ein­getroffen. Verkauf ab Dienstag gegen- üöer dem Selter Stör und von Miti woch ab auch im Garten des Katholischen VereinshcruseS. Liebigstraße-

08468 Frau A. Frosch Wwe.

Bekanntmachung.

Das Nachrichten von Bord- und Pflaster­steinen soll auf Grund der RVO. vergeben werden. 10567C

Angebote sind spätestens bis zum

10. Dezember 1928, vormittag» 10 Uhr beim Städtischen Tiefbauamt, Asterweg Nr. 25, abzugeben.

Angebotsoordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen.

Gießen, den 1. Dezember 1928.

Städtisches Tiefbauamt: Braubach.

Wegen Aufgabe der Drescherei sind fol­gende Maschinen zu verkaufen:

ein Lanz-Selbstfahrer V. L.-O. (Baujahr 1920),

eine Lanz-Sttohpresfe (1913),

ein neuer Badenia-Drefchwagen, 60 Zoll, Kugellager laufend (1926),

ein allerer Badenla-Dreschwagen (1900), eine Drehbank. 105691)

Alle Maschinen sind in tadelloser Ver­fassung und betriebsfertig. Drescherei tn größerem Orte (1213 Wochen) kann ab nächstes Jahr übernommen werden.

Nähere Auskunft erteilen Gebrüder Uleuser in Hahnstätten bei Limburg an der Lahn.___

Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und orriewert die Brßhlacbe Univ.-Drnekeref. R, Lang»

Gut möbliertes

Zimmer ab 7. Dezember au vermieten 08163

Moltkeftr. 2 I.

GM. Mn Kaiserallee 45 ganz ob. geteilt be­sonders für Herren- rind Damenfriseur- Geschäft geeignet, so­fort zu veini. Näh. A. Becker, Kepler- uralte 9 1. [08464

Auto-Garage Kaiserallce 45 so­fort au verm. Näh. A. Becker, Septetftr. 91 Tel. 1043. [08466 | Mietgesuche j

Mob!. Zimmer

für sofort gesucht.

Schr. Ang. u. 10583D an d. GiestAnz. erb.

| Vermietungen |

Pens. öraodiBYÄ Sonn. möM. Zimmer, gute Küche. Tel. 1885.

Möbliert. Zimmer mit Küchen den ,Süd­seite, ab 15. 12. au mieten gesucht.

Preisofferten an Ebert - (tzrafsow.

Bleichste. 8 H. l^ ,. ÄWSMW« möchte gerne auf dem Lande »eine Ferien verbringen In Gasthaus ob. Pno. Schr.Anqeb. u. 08453 a. d. Gieß. Anz. erb.

(Stellenangebote)

Foctbildungsschulsr.

Mädchen solltet ges. Porzust. aro. 4 u. 5 Uhr W(l Franks. Str. 31II.

jSch-llsisch o.«.! mfcÄSS* sttabliau o.Kopss Pfund O.45 | | Psun» 0,48 |

Zifch-Spezialhaus Cuxhaven

Marktstraße Nr. 14 - Götzen - Telephon 2417

Filet v. Schells. Pfund 0.65

Ärat'-Schellstsche I Filet Ha^liau Pfund 0.35 I Pfund 0.70

Tüchtiger

Chauffeur aesuchi, der schon läng. Zeit gefnbxen bat, nüchtern ist, mit Reparaturen ver­traut ist. Gute Zeug­nisse. Vofort nach Uebereinkunft. Schr. Meldungen u. 10573 L> au d. Gteß.Anz. erb. HWiMen nicht unter 18 Jahr., d. schon tn Stellung war, llir tagsüber so­fort gesucht 105761) SremöenoenfionSüöel

Bahnoosstraste 45.

Sauberes f'*441 Lausmädchen ges.Moltkeftr.20v.

öu Oftern oder früher wird auf das Kon- tor einer großen Zigarrenfabrik ein auf- geroeefter, braver, junger Mann mit guter Schulbildung lOber-Sekunda-Reisei als MUH UW Scbrtnlitbe Bewerbungen unter 08459 an den Gießener Äiueiget erbeten.

[Stellengesuche)

Putz fr an

Mittwochs u. SarnS- tagS frei.3uetfr.tb. Geschft. d. G.A.

[ Verkäufe | Neiura,'s.'Allgäuer Bullenkalb l3Mon. alt, fo'ort oder svnterzu kaufen gesucht. 10533 D

Karl Schneider, Ruhlkirchen/Oberd.

Wilbelmftraße 45 WOW m. größerer Werk ftätte. Bureau« und

Lagerräumen, für iedes Handwerk ob. klein. Fahrftbetrieb geeignet zu verkauf, ob. zu vermiet Nah.

Äug. Becker« atm Kevlerftr. 9 l. Schlafzimmer

Küche und Speisezimmer vreiswert abzugeb. u«°l) Steiuttr. 78. | Kaufgesuche~| Jeden Posten

Kisten kauft

Gngel-Mtle,

Gießen.

Viersitzer.

Auto sofort zu kaufen gesucht. Schr. Preis­angebote u. 10565 D au ben Gieß. Anz. Ä. ver.iko

zu kaufen gesucht. Schrillt. Angeb. unt. 08450 g. b. Gietz.Anz.

Kchten- deckreiser

auch zur Dekoration geeignet geben bil­lig ab ,0M1D B. Sauer & Co., Telephon 1154, Bureau unb Lager: Walltorftrane 48.

OGGOOWOOGOOG

Speise-und Salai- karioffeln

in ötima Qualität, empfiehlt billigst W. Hankel, Neuen Bäue 7.

relevh. 612. 45D

rmlooo üflumtMinen Adler-, Diamant«, Presto-, Torpedo-

Fabrrlder» TriMDph-Motorrider Grammophone zu günstigen Zah­lungsbedingungen Zalob Schupp SelterSweg 83 H Heoarat -Wettställe

ioiM

rofeüer eingettoffen.

Laden morgen TieuStaa auö. Neh­me» noch Aufträge entgegen. lulllD U. Sayer & k, Telephon 1154, Bureau und Laaer:

Walltorftraße 48.

luarleren bringt Gewinn

Miere l AlllmiM werb, sachgemäß u. preiswert ge­stimmt u. reoar. MhetGr sieben. MM^i Televhou 2403.

Verkaa! o. neuen u. gebr. Klao.