Ausgabe 
3.12.1928
 
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Nr. M Erster Blaff

178. Jahrgang

Montag, 5. Dezember 1928

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Die Aussperrung in dernordwestdeutsthen Eisenindustrie ausgehoben

Düsseldorf, 2. Dezember. (WB) Die Arbeitgebergruppe Nordwest teilt mit: Nachdem die beiden Parteien des bisherigen Arbeitskampfes auf Vorschlag des Reichskanzlers vereinbart haben, die endgültige Entscheidung über Arbeitslohn und Arbeitszeit dem Herrn Reichsminister Gevering zu überlassen, hat der unterzeichnete Arbeitgeberverband unter Aufhebung der Aussperrung beschlossen: 1. töte Betriebe werden wieder geöffnet. 2. Die Einstellung erfolgt nach Maßgabe der Betriebsmöglichkeit. Arbeitgeberverband Nordwest.

Auch die Metallarbeiter nehmen die Vermittlung an.

Die Beratungen des Sonntags.

Essen, 2. De). (2DB.) Nach vlereinhalbskündi- ger Beratung hat der Deutsche Metall- arbelterverband kurz vor acht Uhr abends die vermittlungsaklion der Reichsregierung mit 25 gegen 14 Stimmen angenommen.

Der Gewerkoereln Deutscher Metall­arbeiter (Hirsch-Duncker) hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gesandt:Die Konferenz des Gewerkocreins Deulfdier Metall­arbeiter stimmt der vermlttlungsaktlon der Reichs­regierung zu. Der hauptvorstand."

Der Christliche Metallarbeiterver­band hat an den Reichskanzler folgendes Tele­gramm gesandt:hauptvorstand und Bezirksdele­giertenkonferenz des Christlichen Metallarbeiterver­bandes stellten heute ihr Einverständnis zu der Stellungnahme der Beauftragten des Verbandes vom 30. November 1923 fest und haben be­schlossen, den Vorschlag der Reichsregierung für die Beilegung des Eisenkonfliktes anzunehmen."

Der erweiterte Beirat beS Deutschen Metallarbeiterverbandes erklärt nach eingehender Beratung der Aussperrung im Ruhr­gebiet:

Die Aussperrung, von den Unternehmern unter Besetzung des geltenden Rechts vorgenommen, ist ein Kampf gegendie Schlich tun gs- orönung und ihre Anwendung durch die Re­gierung, ist ein Kampf gegen das Recht des Staates auf Beeinflussung der Wirtschaft. Dar­aus ergibt sich sür die Reichsregierung die Pflicht, dem Recht und dem Gesetz auch gegen die Unter­nehmer Geltung zu verschaffen zur künftigen Sicherung des ganzen Rechtslebens. Richt nur um die im Schiedsspruch ausgesprochene Lohn­erhöhung hat der Deutsche Metallarbeiter­verband den aufgezwungenen Kampf geführt, sondern zugleich um die Erhaltung des öffentlichen Rechtes. Um so mehr muhte seine Aufgabe von der Reichsregierung anerkannt und unterstützt werden. Die von der Regierung jetzt unternommene Derrnittlungsaktion kann als eine Unterstützung des Rechts nicht anerkannt werden. Für die sich notwendigerweise ergebenden Folgen für das ganze Rechtsleben lehnt der Deutsche Metallarbeilerverband die Derantwortung ab. Weil der Deutsche Metall­arbeiterverband dem in Aussicht genommenen Vermittler, dem Reichsminister S e v e r i n g, mit dem größten Vertrauen gegenübersteht, sieht er sich auherstande, die Derrnittlungsaktion abzu- lehnen. 3n dieser Zwangslage wird aber der Er­wartung Ausdruck gegeben, daß der mate­rielle Inhalt des verbindlich er­klärten Schiedsspruches erhalten bleibt. Die Zustimmung derArbeiigeber.

Eine Erklärung

des Arbeitgeberverbandes Nordwest.

Düsseldorf, 1. Dez. (TU.) Der Arbellgeberver- band Nordwest teilte am Samstag mit:Nachdem das Reichskablnell im Einvernehmen mit dem Regierungs­präsidenten Bergemann wegen der weitreichen­den Auswirkungen des Eisenkonftiktcs auf die deutsche Wirtschaft Vertreter der Arbeitgeber und Gewerkschaften zur Erörterung der Fragen, ob und in welchem Sinne sich eine Vermittlungs­aktion zur baldigen endgültigen Erledigung des Eisenkonflikts einleiten lasse, nach Berlin berufen hatte, haben die Arbeitgeber e» für eine selbstver­ständliche Pflicht gehalten, diesem Rufe Folge zu leisten. Sic stimmten der Auffassung des Herrn Reichskanzlers dahin zu, dah es bei der jetzigen Lage und wegen der Unwahrscheinlichkeit einer un­mittelbaren Verständigung zwischen den beiden Par­teien geboten sei, dah sich beide Parteien bet Autorität einer mit den wirtschaft­lichen Verhältnissen des Bezirks ver­trauten Persönlichkeit als neutralem Schiedsrichter fügten. Die Arbeitgeber glaub­ten, diese Stellungnahme um so mehr verantworten zu können, als nach Wunsch des Reichskabinetts der Schiedsrichter die von ihnen wiederholt ange­botene Nachprüfung der w irtfchafslage des Bezirks vornehmen und zur Grundlage feiner Entscheidung machen wird.

Auch In der schwierigen Frage der Auswahl dieses Schiedsrichters haben die Arbeitgeber nahe- liegende Bedenken gegenüber den Vorschlag des Reichskabinetts, Herrn Reichsminister S e ö e r i n g mit der Aufgabe zu betrauen, zurückgestellt, dies konnten sie um so mehr, als hierdurch erneut der Be­

weis erbracht wird, dah die in der vefsentlichkeit vielfach verbreitete Ansicht, der Arbeitskampf bei Nordwest richte sich gegen die gegenwärtige Regie­rung oder gegen die Staatsautorität, eine durch­aus unrichtige Unterstellung war. Die Arbeitgeber verbleiben vielmehr durch die Annahme des vom Reichskabinett gemachten Vorschlages bei der stets von ihnen verfolgten Linie, die strittigen Arbeitsbedingungen ihrer Werke nur unter B e - rücksichtigung der w i r t s ch a s t s l a g e des rheinisch-westfälischen Bezirks geregelt zu sehen." Severings Vemttilungsakiion. Der neue Schiedsspruch nicht vor Ende

der Woche.

Berlin, 2. Dez. (Privat.) Der Reichs­kanzler hat sich am Samstagabend, als ihm das Ergebnis der Revierkonferenz des Deutschen Metallarbeiterverbandes offiziell unterbreitet wurde, sofort mit dem Reichsmini st er des I n ne r n in Verbindung gesetzt und ihm das Amt des Vermittlers angetragen. Der Deichsminister des Innern hat sich be­reit erklärt, die ihm angetragene Ausgabe zu übernehmen. S e v e r i n g wird be­reits am Montagnochmittag in daS Ruhr­gebiet abreisen, um sich mehrere Tage an Ort und Stelle über die Situation zu informieren. Der neue Schiedsspruch dürfte kaumvvrGnde der Woche gefällt werden. Mit der Wieder­eröffnung der bisher geschlossenen Betriebe ist

Agram, 1. Dej. (TU.) Die heutige Feier de» 10. Jahrestages des Zusammenschlusses aller Süd­slawischen Gebiete zu einem einheitlichen jugoslawi­schen Staat ist durch blutige Zusammen- stöhe gestört worden. Es fiel vor allem auf, dah nur auf den öffentlichen Gebäuden Fahnen zu sehen waren. Vor dem Dom im Mittelpunkt der Stadt hatte sich eine große Men­schenmenge angesammelt. Während in der Kirche das Hochamt zelebriert wurde, hatten, wie man be­hauptet, Mitglieder der kroatischen nationalistischen akademischen Ligen, drei kroatische Fahnen mit Trauerflor im Turm gehißt, die jedoch bald bemerkt und von der Polizei eingeholt wur­den. Das Publikum brach in Rufe auf das Anden­ken Raditschs aus und rief: Nieder mit der Hege­monie, nieder mit Belgrad, es lebe das unabhängige selbständige Kroatien. Daraufhin gab General Vestovic den Befehl:Ba­jonett auf! und liefe den Platz durch die Soldaten räumen. Die Menge sammelte sich aber wieder und bewarf die Polizei mit Steinen. Ein regelrechtes Feuergefecht entstand, bei dem über hundert Schüsse abgegeben wurden. Ein Stu­dent blieb auf der Stelle tot, während ein Polizist und ein Arbeitsloser schwerverletzt nach dem Kran­kenhaus gebracht wurden. Die Universität auf dem König-Alexander-Platz, in der sich etwa 500 Stu­denten befinden, wird von Polizei und Gen­darmerie belagert Die Studenten haben die Staatsfahne heruntergerissen und eine Trauerfahne gehiht die infolge der Sperre der Universität nicht eingeholt werden kann. Ebenso weht auf dem Ge­bäude der Kroatischen Bauernpartei eine schwarze Fahne.

Die Galavorstellung, die aus Aniah der Zchnjahrfeier gestern abend im National- t h e a t e r stattfinden sollte, gab z u neuen Zwischenfällen Anlaß. 3n dem Augenblick, als der Vorhang sich hob, fing eine Gruppe junger Leute an, zu pfeifen und aufrührerische Rufe auszustofeen. Die Polizei griff ein und vertrieb die Ruhestörer aus dem Theater. Die Direktion des Theaters entschloß sich, die Vorstellung abzu- brechen. Nach den letzten Nachrichten aus Agram hat in der Nacht und am Sonntagvormittag dort Ruhe geherrscht

Die Sonderausgabe des radikalnationalistischen Rechtsblatteshrvatski Borac" berichtet daß angeb­lich das Kabinett Koroscheh heute )urü<fgetre­ten fei und der Führer der bäuerlich-demokrattschen

am Dienstagvormittag um 7 Uhr zu rechnen. Rach Melbungen aus Essen ist anzunehmen, dah die in der Eisenindustrie vorliegenden Auftrags­bestände in Werken die Möglichkeit geben, s o - fort wieder Arbeiten ausführen zu lassen. Allerdings wird eine geraume Zeit ver­gehen müssen, ihe die Hüttenindustrie wieder in vollem Umfange arbeiten kann, da für die Wiederinbetriebsehung der abgedämpften Hochöfen einige Zeit erforderlich ist.

Wie derMontag" mitteilt, wird Minister Scoe- ring etwa eine Woche für die Prüfung der wirt­schaftlichen Lage der Metallindustrie benötigen. Die durch den Schiedsspruch Severings festgesetzten Löhne gelten bann mit rückwirkender Kraft vom Tage der Wiedereröffnung der Betriebe an. Der Unterschied zwischen den neuen Lohnsätzen und den bisher gültigen Lonsätzen wird nachbezahlt. Die Arbeitgeber haben sich bereit erklärt, ihre Bücher offen vorzulegen. Außerdem wurde grundsätzlich vereinbart, daß der neue Schiedsspruch gleich­zeitig dieLohnf rage und dieArbeits- zeitfrage umfaßt und nicht nur für eine kurze Frist Geltung hat. Das juristische Verfah­ren vor dem Reichsarbeitsgericht über die Gültigkeit des vom Neichsarbeitsminister für verbindlich erklärten Schiedsspruches geht weiter, da die für das ganze Schlichtungswesen wichtigen Fragen endgültig geklärt werden sollen. Es ist aber vereinbart, daß die Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts auf den Schiedsspruch, den der Reichsminister des Inneren fällen wird, in mate­rieller und juristischer Hinsicht keinen direkten Einfluß haben soll.

Organisation, Maischet, mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut fei. Eine Bestätigung dieser Meldung war bisher von keiner Seit? zu erhalten. Pläne für ein Groß-Südsiawien.

Privitfchcwitfchö föderalistisches Programm.

Paris, l.Dez. (TU.) Der Führer der süd­slawischen Unabhängigen Demokratischen Partei, Pribitschewitsch, erklärte dem Sonder­berichterstatter eines Blattes über das Programm seiner Partei u. a.:Wir Wüllen zuerst die Ein­berufung einer frei von jedem amtlichen Druck gewählten konstituierenden Derfamm- lung, die einzig den Auftrag hat, die Ver­fassung besonders bezüglich der Verwaltung zu prüfen. In dieser Hinsicht wollen wir, dah Süd- slawien in Zutun st in fünf oder sechs terri­toriale Einheiten geteilt wird, in Serbien, Kroatien, Dalmatien. Slowenien, Bos­nien und die Herzegowina, sowie Montenegro, die eine weitgehende gesetzgeberische und Derwaltungsautonomie geniehen werden. Provinzialverwaltungen sollen geschaffen werden, die sich mit allen Fragen befassen, die nicht mit dem Leben des eigentlichen Staates hn Zusammenhang stehen. Es ist Aufgabe der Juristen, das politische Statut festzusetzen, das wir vorhaben. Es ist aber dabei wesentlich dah man den Grundsatz einer weitgehen­den lokalen Autonomie annimmt. Als Anhänger eines Groh-Südflawiens, das sich von der Adria bis aus Schwarze Meer erstreckt, wünschen wir, dah auch Bulgarien einen Teil dieses Staates bilde und dah Belgrad der Mittelpunkt des Balkans werde. Heute sind Bulgarien und Griechenland mit Italien und nicht mit Südslawien verbündet. Wir wollen unseren Staat vergrößern und ihn gegenüber Italien befestigen, dessen imperialistische Politik wir als Ausfluß der dikta­torischen Ratur seines Regimes geißeln."

Das Befinden des Königs von England besorgniserregend.

London, 2. Dez. (WB.) Das amtliche Bulletin von heute abend besagt: Der König hatte im Laufe des Tages einen ruhigeren Schlaf. Der 3 n f e t = tionsprozeß hat sich weiterhin vermindert und die Temperatur am heutigen Abend be­trug 37,7 Grad. Zugleich ist aber eine Vermin­derung in der Stärke des Herzens zu verzeichnen, die Besorgnis verursacht. Zum ersten Male wurde ein nächtliches Bulle- t i n ausaegeben, das nicht, wie bisher, von zwei Aerzten, sondern von oier Slergten unter» zeichnet ift Es ist von 12,10 Uhr morgens da­tiert und besagt: Se. Majestät der König hat wäh­rend der letzten drei Stunden etwas Schlaf ge- I nassen. Eine weitere Konsultation bestätigt Die I in dem letzten Bulletin zum Ausdruck gebrachte

Ansicht, und trotz der Besserung in der Lunge be- steht weiterhin Sorge bezüglich der Stärke des Herzens. Der Herzog von Pork ist unter­wegs nach dem Palast, wo die Königin und die Prinzessin Mary weilen. Der Prinz von Wales hat an Bord des KreuzersEnterpriseDaressalam verlassen.

Locarno.

General Mordacq über die Rstcinlandränmung.

Paris. 2. Dez. (S. 11.) Eine recht merk­würdige Auffassung über eine Politik, die sich auf Locarno und Genf stützen sollte, bekundet General Mordacq, der frühere Befehlshaber des 30. Rheinarmee-Korps, in einer Schrift, Die Räumung des Rheinlandes".Vor zwei Jahren hatte General Mordacq bereits ein aufsehenerregendes Buch überD i e deutsche Mentalität" geschrieben, in dem er Deutsch­land den Gedanken unterstellte:Die Revanche, daher die Annullierung des Dersailler Ver- , träges, oder den Krieg."

In einer neuen Schrift schreibt er u. a.: Deutschland ist aller Heuchelei und Wortbrüche fähig. Es wird nicht zögern, alle Abmachungen zu unterzeichnen, die man ihm unterbreitet, wie es das auch in Locarno getan hat. Was liegt ihm an Verträgen, Pakten, Ver­einbarungen und Abkommen? Papierfetzen, wie die, die dem Kriege von 1914 vorausgingen. Wer könnte versichern, dah Deutschland der Ehr­lichkeit fähig ist? Warum also sich darauf versteifen, mit ihm Verträge unterzeichnen zu wollen, ohne sich vorher mit ernstlichen Garantien umgeben zu haben? An dem Tage, an dem Deutschland den Krieg beginnen will, wird es alle Wittel dazu besitzen. Selbst wenn es ihm nicht gelingen sollte, England von Frankreich zu trennen, wird es versuchen, ent­scheidende Erfolge zu erringen, bevor die eng­lische Armee eingreifen könnte. Das ist sehr leicht möglich, wenn wir nicht gewisse Maßnahmen ergreifen, um diesen Ueberrum- pelungskrieg zu verhindern."

Mordacq wendet sich bann gegen dieRäu- mung des Rheinlandes, die nach seiner Ansicht zum Kriege führen würde, indem er schreibt:Alle, bte Deutschland kennen, sind einstimmig der Ansicht, daß wir t>on Deutsch­land alles hätten erreichen können, was wir wollten und fordern sollten, d. h. die volle Erfüllung des Versailler Vertrages, wenn wir imRordenbieRuhrundim Süden Frankfurt besetzt hätten. Wie viele Male haben die großen Magnaten von der Ruhr, aus Düsseldorf und vom Mainzer Bezirk mir wiederholt, daß man uns leicht jährlich vier bis fünf Milliarden hätte zah­len können, und daß sie dabei noch viel gewonnen hätten. Wtr sollten das Jahr 1935 abwarten, bevor wir das Rheinland räumen, um es unseren natürlichen Verbündeten, Jugoslawien, Polen, der Tschechoslowakei und Rumänien zu ermöglichen, sich zu organisieren." General Mor­dacq schließt mit der Feststellung, daß nad) der Rheinlandräumung Frankreich als Garantie nur der Völkerbund und der ehrliche Wille Deutsch­lands bleibe.Das ist wahrlich wenig, was nire* mand bestreiten wird." Ein Kommentar erüb­rigt sich

Die Verhaftungen in Mainz.

Eine zufammenfaffende Darstellung.

Mainz, 1. Dez. Heber den Verlauf der be­reits gemeldeten Verhaftungen er'afjren wir fol­gende Einzclh iten: Am Mit.wochvormi.tag. kurz nach 10 11 hr, erschienen drei französische Ge- heimbcamte im Gebäude des Reichsver­mögensamts, gegenüber der S'.adtha_le. Während einer der Franzosen an der Pforte stehen blieb, begaben sich die beiden andern in die Durcauräume des 5'jährigen Verwaltungs­oberinspektors Hans Kratz, der früher als Festungsbaumajor tätig war. Sie ließen einen Beamten aus dem Zimmer und nah.ncm eine eingehende Untersuchung im Schreib­tisch, andern Behältern und in der K eibung des Oberinspektors vor. Einen Teil der Papiere beschlagnahmten die Franzosen und er- flärten die Verhaftung der Beamten. Erst nach einiger Zeit erfuhr der Vorsteher des Aeichsvermcgen:amts, Oberrc^i rung rat Lanz, den Sachverhalt und erhob beim französischen Generalstabschef Protest dagegen, daß ohne seine Verständigung eine Durch icht und Beschlagnahme in den Arbeitsräumen dcs Rrichs- vermögensamts vor, e.iommen wurde. Es wurde ihm darauf mitgeteilt, daß eine Verletzung der Ordonnanz 71 der Rhe n'andkommis ion (Spio­nage) variiere. Der Aiutsvor'leher informierte sofort seine vorgesetzte Behörde. Arn DonnerLtag- oormittag traf der Präsident Kollas vom Reichsvermögensamt Koblenz in Mainz ein. um sich über die Vorgänge zu unterrichten.

Sine blutige Miläumsfeier in Agram.

Oie Kroaten demonstrieren gegen den großserbischen Staat. Schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Kabinettslrisis in Belgrad?