Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zreitag, 5. August 1928
Nr 18* Dritter Blatt
wird, ob Ne Platz-
gespannt fern, ba er )dMR wird, ob Ne Mannschaft ihre Spiel stä«e per bewert hat
LI. Fortsetzung.
Nachdruck verboten.
spielstarken Gegner einen knappen Sieg zu landen. erscheint trotz xbrerf Vorteils. aut eigenem Platz zu spielen, zumindest zweiselhast. Man darf auf den Verlaut und den 2.u»;a ’.g dieses Treffens
Um den zweiten und dntten plan im Hingen.
Am TMttwoch fanden im 'Hingen (freier 6tüi bie .Kämpfe um den zweiten und dritten Plan statt, nachdem bereit» die Sieger an den Vor: .gen fest gestellt worden waren. Tie tirgebniffe waren Vantamgewicht. 2. Spapön lVetg.enj: 3 Xrifonu (Äanabai; Federgewichte 2. Tühlajamäki (Finnland): 3. ßinbcr (Schwer- , L,nchtgew,cht: 2. Pacome (Frankreich': 3. Seine (Finnlands Leicht-Vkitte!gewicht: 2. Appleton (X16X): 3. Lethf ord (Kanada): Mittelgewicht: 2. Stockton (Kanada): 3. Rabin i ffnglanb i: Halbschwergewicht: 2. Veegs: (Schwei,t: Z Leph^dre (Front- rcut»; Schwergewicht: 2 Fi hvola (Finnland): 3. Dame (Frankreich«.
Hurmi, Aide und die Amerikaner kommen!
Die wir soeben aus Amsterdam erfahren, unternimmt eine Anzahl bester ausländisch.'!: Olympiontten im Anschluss an die Spiele eine Deutschland-Veile. die sie u. a. am 7. Aug. in Köln am Start sehen wird. ®enamti haben bisher: 4 Finnen, darunter Vurmi. 4 Schweden mit Di de. 4 Franzosen, sowie eine komplette amerikanische Mannschaft mit Paddock und Scholz Spencer. Varbutti, Lloyd Hahn, Anderson. Dtze. King, Vates. Ham, Harlos. Haine». Krenz und Houser.
Möwe im Sturm
Zrtomgn von Lophie Nlloerß.
ter Platz insofern von Bedeutung ist. al» er mit einem Turf von 63.40 Meter den Welt- rckvrdhalter P e n t t i l ä-Finnland (6320 Meter» distanzierte. Die Vorentschc.düngen wurden in den Endkämpfen nicht mehr verbes ert. Erfreulich war. dast im Speerwerfen Europa unter fich war! Sa» Ergebnis: 1. Lundquist- Schweden 66.60 Meter. 2. Szepcs - Ungarn 6526 Meter: 3. Sunde- Vorweg en v3L7 Meter. 4. L i e 11 u- Finrrland 63,86 Meter: 5. Schloka t-Deutsch- land 63.40 Meier 6. Penttilä - Finnland 6320 Meter
Deutschland im Gesamtklaffernent an zweiter Stelle.
Amsterdam, 3. Mug. Der Donnerstag war ein recht erfolgreicher lag für Deutsch- land. Die Vorentscheidungen im Rudern, Segeln und Ringen fielen günstig aus. 3m Florettfechten der Damen, In dem die Frankfurterin Helene Mayer sicher über die Engländerin Freeman siegte, belegten die Deutschen Oetkers und Sondhelm den dritten und vierten Platz- 3m Florett der Herren belegte La » mir einen sehr ehrenvollen zweiten Platz hinter G a n d i n - Frankreich und vor G a u d i n i - Italien sowie dessen Landsmann Pullt i. 3m Gesamtklasse- m c n t liegt nunmehr Deutschland mit 20 Punkten an zweiter Stelle hinter USA. (36) und vor Finland (18) und Schweden (16).
Deutschland die erfolgreichste Nation im Olympischen Kunstturnier.
Amsterdam, 2. Aug. Das olympische ftunft- furnier, der Wettbewerb im Rahmen der Olympischen Spiele, der nicht auf dem Gebiet de» ftör- perfport», sondern auf dem Gebiet der Kunst aue- getragen wurde, endete mit einem glänzenden Erfolge Deutschland», da» allein sieben Preise einheimste. Als nächstbeste Rationen folgen Holland und Frankreich mit je vier Preisen vor Dänemark drei, England zwei und Polen zwei und Oesterreich. 3ta1ien, Luxemburg und Ungarn je einen Preis,
Körnig und Scholz muffen noch einmal laufen.
Körnig und der Amerikaner Scholz, die im 200-Meter-Lndlauf als im toten Rennen emge- tomnwn vom Zielgericht ausgerufen wurden, (eine Zielpdoiographie lässt klar erkennen, daß der Deutsche vor Scholz liegt) müssen noch eene Entscheidung um den dritten Platz des 200-Meter-Oaufes austragen.
DieMederlagedeesIrankfurterMeisters Flinsch.
Der deutsche Skullermeister OB alter Flinsch auS Frankfurt a.M. ist am Donnerstag schon gleich im D o r ka mp f geschlagen worden. Diese Aachricht hat besonders in seiner Heimatstadt Frankfurt schmerzliches Bedauern ausgelöst, hatte man doch auf ein besseres Abschneiden des viele Jahre ungeschlagenen deutschen Meisters gehofft. Allerdings hatte Flinsch das Pech, gleich bei seinen, erfteir Olympiastart mit seinem stärksten Gegner, dem australischen Meisterruderer Pearce, zusammen- zutreffen. Flinsch scheidet durch diese Rieder- laqc noch nicht auS dem Wettbewerb aus. Er wird morgen noch einmal in einem HoffnungSlauf an den Start kommen, wobei er einen anderen Verlierer der ersten Vorläuse zum Gegner haben wird. Die Sieger aus diesen HoffnungSläusen werden dann aut drillen Tage mit den Siegern des ersten Tages zu neuen Läufen ausgclost. so daß es noch nicht auSgeschlosfen ist, daß Flinsch in die Endrunde gelangt.
Aufenthalt mehr für uns war. find wir hierher- gefahren. Sergei hat hier Berbinvungen mit Poli- utem, und in diesem Lande, wo eine ^Revolution die andere jagt, mögen seine Freunde vielleicht bald cm Ruder sein. Dann kann er etwas für unsere Aussichten in Rußland tun. Zeit würde es.
Und nun — ach, Maria — ich möchte es nicht schreiben, wenn ich nicht müßte — tonn die Tante Hoheit uns nicht ein bißchen helfen? Nur ein bißchen, bis wir die nächsten Wochen hinter uns haben? Ich bin so sehr elend. Ich weiß selber nicht, was das mit mir ist. So schrecklich matt und müde. Und der April ist hier schon heiß, und Hitze kann
IX. Olympische Spiele in Amsterdam.
Fünfter Tag. — Zwei deutsche Oiege. ftrou Hadke gewinnt hie 800 Dieter in LeltrelorLzeil. - Helene Mayers Sieg irn Zloreft.Turnier. - Ainsch geschlagen.
ich gar nicht vertragen —
Es wird mir sauer. Dir das zu schreiben. Aber Sergei drängt. Er ist am Ende seiner Ressourcen. — Denn Du mich lieb hast — alles hoffe ich von Deiner Schwesternliebe. Verlaß mich nicht.
Deine Elena."
Dreimal, viermal Holle Maria die Worte gelesen — immer ohne einen Ausweg zu sehen. Das sie Halle, war nichts, als was Styrc Hoheit Frau Schulze chr schenkte. Die bitten? — Sie wußte, daß es nutzlos war. Und ging doch zu ihr. Daß sie ein- mal sagen konnte: Ich hab' es wenigstens versucht. Ohne lange Vorrede legte sie den Brief vor sie hin.
..Willst du ihn lesen? Bon (Elena.-
Die hohci: war schnell mit der Lektüre fertig. „Wie ich gesagt hab'. Solange sie sich nicht frei
vorausgesagi, als eine, die wieder einmal Schiffbruch erlitten Holle.
„Vergib mir, Du mein Goldenes. Ich Hobe wirklich an Dich gedacht, als ich mit Sergei nach Wien fuhr. Und die Advokaten machten uns soviel Mut. Man schoß uns so große Summen vor — ich war ganz sicher, wir würden diesen Mai in Erdmanns- darf beginnen, mit Dir al» der süßen Schloßherrin. — Es ist olles anders gekommen. Man hat nicht einmal den Prozeß begonnen, den Sergei anstren- gen ließ. — Ich verstehe ja von all solchen Dingen so wenig, aber ich glaube, er hat wirklich viel versucht, Dir zu Seinem Recht zu verhelfen.
Dann wurden die Leute so unangenehm, die uns Geld geliehen. Mein Gott, als wenn es unsere Schuld wäre, daß die Sache nicht vorwärts ging. Und als Wien — es ist wirklich nichts mehr an
macht von ihrem Manne, solange wird sie immer tiefer sinken. Von mir haben die beiden nicht» zu erwarten. Schreib ihr das nur ganz bestimmt. Was man dahin gibt, das ist verloren. Da bin ich mit meinem Manne vollkommen einig.“
Jtannft du sie verurteilen, weil sie ihm Treue hält?"
„Ta ta ta, Treue, hält er ihr die Treue? Sie ist einfach verhext von ihm. Er ist solch ein Damen- mann. Diese Art Männer mit den verschleierten, plötzlich ausspruhcnden Blicken, mit den weichen, schmeichelnden Stimmen, die mit einemmal brutal werden können, die sind gerade dos, was hysterische Weiber anzieht. So unheimlich interessant. — Aber ich Hobe nichts für sie übrig. Mir ist Anton Eduard lieber. Ich gehöre noch zu den unmodernen Menschen, die festen Grund unter den Füßen Haden wollen."
Maria spürte, daß jede Bitte unnütz war. Sl» ging.
Ehe sie aber zu einer Antwort kam, erschien die Hoheit, der ihr scharfes Vorgehen doch leid geroor den war, in ihrem Zimmer und sagte: „Also, noch einmal — für ihn keinen Pfennig. Nie. Wenn sie sich aber entschließen will, Schluß zu machen, dann kann sie hierherkommen. Es wird sich etwas für sie finden. Eine Stellung als Repräsentantin zum Beispiel bei Kommerzienrat Hüttener ober Generalkonsul Klüver — die suchen beide solche vornehme Frau und möchten sich nicht durch eine Heirat Din* den. Ich würde ihr das verschaffen. Aber ftrengfter Befehl: Ohne ihn. Sonst rühre ich keinen Finger. Ich will nicht, daß er nachher den Leuten Unannehmlichkeiten in pekuniärer Hinsicht bereitet."
„Und wenn sie es nicht tut?"
.Leder liegt so, wie er sich bettet —- Es gibt ja noch einen Weg —" Ein Zögern. Maria hob den «topf, .heirate Äottmann. Er ist wahnsinnig in did) verliebt. Ganz bürgerlich verliebt. Mit fünfzig Iienen die Männer viel heftiger als mit fünfundzwanzig, sie spüren, daß es das letzte Erlebnis ist. Der ist reich genug, auch dem Großfürsten aus der Klemme zu helfen."
„Du weißt, daß ich das nicht tu’.*
„3a, einen anderen Rat hab' ich nicht" — —♦ Moria setzte fich und schrieb.
(Fortsetzung folgt.)
Als ich nach Deutschland kam, setzte ich ihr ein Jahr gelb aus, das etwa dos Doppelte von ihrer einstigen Mitgift war."
..Bierzigtausend Dollar — hundertsechzigtausend Mark,' rechnete die Hohctt in oller Geschwindigkeit. — Himmel, der Mann war ja noch viel reicher, als man hier annahm
„Vor sechs Wochen bekam ich die sichere Roch» richt, daß meine Frau bei einem Eisenbahnunglück um das Leben gekommen ist."
„Bor sechs —" Allerdings ein bißchen schnell war er bei dem Gedanken einer neuen Ehe
„Es scheint Euer Hoheit unpasicnd, daß ich jetzt bereits an eine neue Werbung denke?"
„O nein — oh, wenn es so gestanden hot wie in Ihrem Fall —"
„Das Unglück ist Anfang Januar geschehen, es * sind fast vier Monate seitdem vergangen. Hier in Dcullchland weiß kein Mensch, daß ich drüben oer- heiratet war. Es ist darum auch von mir keine Anzeige in hiesigen Blättern veröffentlicht worden. — Sollte aber Fräulein von Erdmannsdorf daran Anstoß nehmen — ich bin bereit zu warten, bis das Trauerjahr abgelaufen ist. Rur wüßte ich gern, was ich zu erwarten habe."
..Ach Gott, lieber Äollmonn. man braucht meiner Nichte den Zeitpunkt ja gar nicht anzugeben. Do- zu? — Was war. das war. Und wo Ihre Ehe schon lange nur noch dem Namen nach bestanden hot —"
tSin kaum merklicher Spott in Kollmanns Augen. ,.3d) hatte — als ich heute hierherkam, gleich die noffnung. daß Euer Hoheit Verständnis siir die ^oche haben würden. — Und so darf ich meine Wünsche und Hoffnungen geruhig in die Hände Eurer Hoheit legen?"
.2)as können Sie. — Dos können Sie zuversichtlich tun. — Ich bin ganz sicher. Ihnen bald eine yifagenbc Arnwort geben zu können." Untersteh dich, Mana, und sog nein, ging es ihr durch den StoPf-
Trotz wieder trüben 2D eiter» wohnten den leichtathletischen Wettkämpfen im ülouipia- Ctabion wieder 10 000 Zuschauer bei. Aach der "Reibe von Mißerfolge tonnte sich Deutschland zum dritten Male in die Liste der Olympia-Sieger eintragen.
Der erste deutsche Leichtathletik sieg, nicht nur der Olympischen Spiele in Amsterdam, sondern der modernen Olnmpischen Spiele überhaupt, gelang am Donnerstag Fran Radke-vatschaner, indem sie den 800- m e let- C a a f der Damen in der ganz überragenden, neuen wettrekordzeit von 2:16,8 Miauten vor der 3apanerin hitomi gewann. Die beiden anderen deutschen Teilnehmerinnen konnten fich nicht placieren.
Leider wurde unsere Hoftnung auf einen Erfolg nn iroo-Meter-Lausen nicht erfüllt. Der Finne Larva siegle in 3:52,8 vor Ladoumdguel Frankretch) und feinem Landsmann Pur) e. Von Den im önblauf stehenden drei deutschen Deilne-mern wurde Wichmann vierter, Krause siebenter, während Vöcher aufgab. „ , , .
3m Speerwerfen kam nur Schlolat in bie Entscheidung, während der Turner S t o s ch e k ausfiel. Olympia-Sieger wurde Lundquist «Schweden) mit 66,60 Meter vor Szepes (Ungarn, mit 65.26 Meier und Sunde (Olortoegen) intl 63.97 Meter.
Japan errang feinen ersten olympüch^n Sieg hn Dreisprung durch Oda mit 15,21 Meter vor Corson (2lmerifa) mit 15,17 Weier und X u u l o 6 (Finnland) mit 15,11 Meier.
3n den Vor- und Zwischenläufen über 400 Weier qualifizierten sich Stortz und *2$ ü dj n c r für die Entscheidung. Büchner tzef mit 48,6 die beste Zeit des TaqeS. Reumann und Schmidt endeten in diesen Läusen im geschlagenen Feld.
Die Wassersport-Olympiade nahm heute rhren Anfang. Auf dem Ölmen-Äanal trugen die Ruderer ihre Dvrkämpfe auS. Auf dem Zuider-See begannen die olympischen Seaelwettbewerbe. Im Siner unterlag der deutsche Meister DaUer Flinsch gegen den Favoriten in dieser blasse Pearce t Australien). Dagegen schlug im Zwe ier ohne Steuermann die Mannschaft des Berliner R. T. Hellas Möschter-Müller den französischen Zweier überlegen. Sin prächtiges Rennen, wohl tki» spannendste des Tages, fuhr im Vierer mrt Steuermann die deutsche Mannschaft. Sie schlug die Amerikaner nach erbittertem Kampfe um ffne Viertellänge. 3m Achter errang die Mannschaft der Mannheimer .Amicitia" einen glatten Sieg über Frankreich.
3n bai Kun st Wettbewerben konnten bie Deutschen vier weitere dritte Preise erringen, und zwar in der Malerei, tn der Keramik, in der Bildhauerei und tn der Abteilung: Medaillen und Veiiess.
Helene Mayer erringt Deutschlands vierten Sieg. Am Donnerstagnachmittag begannen die E n d - kämpfe Im Florettfechten sowohl für die Damen al» auch für die Herren. Die deutsche Fechtmeisterin Helene Mayer-Offenbach ging vor der englischen Meisterin F r e e m a n und vor Frau Olga 0 c l f e r • -Offenbad) als Otympiasiegerin hervor und sicherte damit Deutschland die vierte goldene Medaille. — 3n der Endrunde der Herren wurde der beutfdie Meister Erwin € a » m l r hinter dem Olympiasieger G a n d i n - Frankreich ehrenvoller Zweiter.
Entscheidung im Speerwerfen.
3m Speerwarf en blieb unS ein großer tirfolg versagt, wenn auch Schlokats fünf-
Spielvereinigung 1900 Gießen.
ö. Entgegen allen anderen Landesverbänden hat der Westdeutsche Epieiverband die diesjährige Fuß ballfperrc strikt durchgeführt, die nunmehr mit dem heutigen lag beendet ist. Für die Durchführung dieser Maßnahme muß man dein Verbandsvorstand nur Anerkennung zollen, denn cs war wahrlich kein Vergnügen, für Spieler und Zuschauer bei dieser Tropenhitze einem Fußballspiel beizuwohnen, oder gar daran teilzunehmcn, nicht zu errechnen die großen finanziellen Mißerfolge, die sich naturgemäß cinstcllten.
Der Beginn der neuen Saison fallt bei der Spiel Vereinigung 1900 Gießen mit der Feier des 28jährigen Bestehens zusammen, das man in Form eines SomnZernachtsballes am «amstag- abend begehen wird. Aus diesem Anlaß finden am kommenden Sonntag keine Spiele der Senioren- mannschasten statt.
Die Iugendfußballabicilung 1900s betätigt sich mit vier Mannschaften
Die 1. Jugend hat in letzter Stunde für die ab- sagenden Grünberger den Sporterein 1922 Willingen bei Hungen verpflichtet, dessen 1. Jugend spielerisch hier noch nicht aufgetreten ist und deren Spielstarke daher auch nicht bekannt ist, um dar- aus Schlüsse zu ziehen.
Die 2. Jugend reift nach Großen Buseck und mißt sich mit der 1. Jugend de» dortigen Fußballklubs 1926.
Ebendahin reift auch eine kombinierte Schülereis, um ein Spiel mit Großen-Dusecks Schülern aus- zutragen.
Man kann den auswärtsspielenden Dlauweißen wenig Gewinnchancen einräumen, denn erstens spielen die Leute samt und sonder» erstmals zu- fammen und zweitens ist der Großen-Busecker Sportplatz ein tückisches unebenes Gelände, wo sich selbst gute Fußballkünstler nicht gleich zurechtfinden würden.
1900s 3. Jugend spielt vor der 1. Jugend auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe gegen Leih geisterns 2. Jugend. Durch die Ferienzeit sind die Gießener Mannschaften zu sehr geschwächt, als daß man irgend etwas über den Spielausgang Voraussagen konnte.
Als letztes Spiel ist das Rückspiel der Alten Herren gegen den 1. F. C. 02 Kreuznach vorgesehen. In Kreuznach blieb 1900 mit 7:4 Toren siegreich.
V. f. B.
Die Ligamannschaft eröffnet am kommenden «Sonntag die Saison mit einem Gesellschaftsspiel gegen die Ligaeis des FußballvereinS von ‘Rücfin- gen-CangenÖÄ'bad). Die Gäste gehören der Streik» iigü an und verfügen über ein recht gutes Können. Ob es der V. f.D.-Glf gelingt, über den
„Es ist mir allerdings einmal so vorgekommen, als hätte das gnädige Fräulein ein kleines Empfinden für einen jungen Monn, der auch hier ins Haus kommen darf."
„Ach? Rein? Wer sollte das sein?" — Muß der Mann auch olles beobachten.
„Ein angehender junger Künstler, ehemaliger Offizier. Er brachte sie in München an den Zug." ..Godesheim?" — Ein herzliches Lachen. „Bester ÄoUmann, etwas Harmloseres kann es nicht geben. Solche kleine Neigungen — wenn sie wirklich einmal austauchen, di« vergehen wie Schnee in der Sonne."
„Es dürfte auch für bas gnädige Fräulein eine ganz aussichtslose Sache fein. Fräulein Maria —" es war das erstemal, daß er sie so nannte — „braucht eine glänzende Umgebung. Braucht — da sie schon die hohe Herkunft nicht mehr zu betonen wünscht, wenigstens den Glan;, zu dem sie berechtigt ist. Und" — da kam zum erstenmal ein Lächeln in seine Züge — „Ihrer Herrschaft würde ich mich bereitwillig beugen." Er stand auf.
„Dollen Sie meine Nichte nicht erwarten? Sie nwß jeden Augenblick kommen."
„Die Börse märtet Ich weih mein Schicksal ja jetzt in den besten Händen."
Ein Handkuß — Draußen hörte die Hoheit das Auto mit kurzem Signal aus dem Parktor saufen.
.Ln den besten Händen. Der gute Herr denkt sich bas leichter als es ist."
Maria stand in ihrem Zimmer und sah in den frühlingsjungen (Barten, wo alles bunt war von Hyazinthen und Rrolus, wo die Amseln sich zwischen den sunggrünen Buschen jagten, und sah und sah all das Sonnengold aus den Steigen, die noch feucht waren vom letzten Regenschauer, iah vor dem Parktor die Sonntagsreiter traben, die Autos flitzen, die vielen Pärchen kichernd in dcn ersten Maitag hineinwandern, und sah doch nichts von all bem, und wenn sie angerufen worden wäre, hätten ihre Augen den Ausdruck eines Menschen gezeigt, der aus dumpfem, schwerem Traum mühsam zu sich selber kommt.
Ein Bries lag au£ der Fensterbank. Raum ein 'Brief. Ein Wisch. Schlechtes Papier, ein grober Umschlag. „Athen" war er abgeftempelt.
(Sena meldete fich. Und meldete sich, wie die Hoheit in ihrem nüchternen Verstände cs längst
ihm von unserem alten Wien — ja, als das kein sind wir hierher- imoungen mit Poli-
Die ■Dritte bat ebenfalls auf eigenem Platz die Erste Daub ringen» 5um Gegner u:vb wird fich anstrengen müssen, wenn sw gegen ihren alten Verbandsgegner nicht unterliegen will
D.f.B. Leichtathletik.
Die Leichtathletikabteilung folgt einer öm« labung be» Pviizeifpvrtvereins .vnebberg und wird mit etwa 12 Mann an beücn leichtathletischen Wettkämpfen teilnehu^a die im Rahmen eines großen Sportfestes flott)mbett Gemeldet sind für die 10) Meter S a I z. S t a n g. M 0 h 1, und Sternes: 400 Meter Fischer. Schä - f e r und Radetzky: 800 Ale ter Fischer, Müller u,rd Der>rchardt: 3000 Meter: Wankel und Müller: Hoch'prung Steines. Seiler. Kreß und Wohl: Äugelftoflen: Mob! und Steines: Handgranatenweitwurs: Mohl. SteineS Vernbardt und Schä- f c r: Dreikampf: Wohl und Steines. 'Außerdem beteiligen sich am Preisschießen Mohs. Bernhardt, Stang, Steines und Schä- fer. Sine Voraussage über das Abschneider der einzelnen zu geben, ist nicht möglich da übet bie Stärke der übrigen Teilnehmer nichts bekannt ist.
BezirkSsporttag der Deutschen Zugendkrast.
Am kommenden Sonntag findet aus dem Um- versitätssportplotz der achte leichtathletische Lport- tag des Vezirkes Oberbcffen der Deutschen Iugendkrast ('Reichsoerband für Leibesübungen in katholischen Vereinen) statt. Die Deutsche Iugendkraft wurde im Jahre P20 durch Vertreter der drei großen katholischen, deutschen Standesoraanisationen (Jugend- und Jungmännerverband. Dus clborf, Gesellenverband, Köln und Verband der kath. laufni. Vereine, Elfen) gegründet und ersaßt alle sporttreibenden Abteilungen dieser Verbände. Mit der Zeit traten noch andere kath. Verbände der D3Ä. als Stammver- bände bei, so daß die D3K. heute in 16 Kreisen über 700 000 Mitglieder zählt Die Deutsche Jugendkraft Gießen gehört 3um Kreis Hessen und Vassau, der seinen Sih in Frayfturt hat. Hauptzweck der DJK. ist die Pflege geordneter Leibcs- ubungen in kath. Vereinen als Mittel zur Kräftigung des Körpers und Stählung deS Ehoratters im Rahmen des kath. Erziehungsideals. Außer den VezirkSvereinen haben eine "Reibe Gäste ihr Erscheinen am nächsten Sonntag zuge'agt. so daß mit spannenden Kämpfen und aotrechslungsreichem Programm gerechnet werden kann.
Arbeiter-Turn- und (Zpoetbunö.
Zu feinem letzten VerbandSspiel der Vocruirde gebt Vaunheim am kommenden Sonntag nach Metzlar, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. Auch dieses Spiel wird Raunheim für sich entscheiden, und sich so mit einem Punkte Vorsprung an die Spitze der Tabelle vor Tvieseck stellen.
Am kommenden Sonntag findet das diesjährige Kinderturnen in Wicseck statt. Vormittags treffen sich die Kinder In Wieseck. um geschlossen nach dem Sportplatz im Philosophenwald zu ziehen. Dori toerben sie ihre Kräfte in einem sportlichen Vierkampf (75-Melcr auf. Weitsprung. Kugelstoßen (bxto. Vallwerfen) und einer Pslicht- freiübung) messen. Vach der Mittagspause werden die Kinder unter Führung des Vezirks- Trvmmler- und Pfeiferkorps durch den Ort nach dem Sportplatz ziehen. Dort angekommen, werden Massenfreiübungen ausgesührc. Weiter werden Ling- und Tanzspiele zur Ausführung kommen. Ein Fußballspiel Wieseck-Schüler gegen Fellingshausen-Schüler wird als Schluß der Äin- derveranstallung gelten. AI» Abschluß findet ein Fußballspiel Mieseck I gegen Gießen I statt. Hier toirf) Gießen ein kleine» Plus für sich in Anspruch nehmen und wohl als Sieger das Feld verlassen. Trotzdem dürste ein ntteressantes Spiel geboten werden.
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