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BeiW tagung ffl/M 5. und 6. Mai J in Wetzla ig: 16 Uhr UntenIchtoWte ;hung,19.oOVertreterver$in Im Gasthaus zum Riesen g: 9UhrWettschreiben Ipilburfl. N.chm.BesW Jom, Lottezimmer etc- Verh Ergebnisses d. Wettichre .dunterhaltg-d-V«-«» rhuUengarten-AbW » Uber ab 6l«le» eiche Beteiligung bitten.

k Gießen ^uri*ch,lÄc^ org.u.Damenebtl«.«* ÄS

VorzügUcher , MenMl (C*ci! «U,

Nr, 104 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdrrhefsen)Donnerstag, 5. Mai 1928

Oie goldenen Berge.

Vornan von Clara Viedig.

Eopv right htt Deutsch« Verlags-Anstalttlittflert.

54. fiorisetzung. Nachdruck tKfböteh.

Über umfonft, umsonst. Aufruhr, Landfriedens brud). Ein Pollzeikommando aus Trier war beor­dert worden und bereits da, dreißig Monn waren gekommen mit der Bohn in der Nacht.

Verhaftet. Simon Bremm auch verhaft», Wie ein Belaubter war Kaspar Dreis gestern mtl dem nachstmöglichen Hua zurückgefahren Versamm- lung hin, VersiMngung her ihn trieb eo nckch Porten. Das lebte Stück Wegs, das er gehen muhte, rannte er atemlos Vic ein Verfolgter. Ihn hehlen die Angst die Sorge was würde firau Bremm sagen, wenn er ihr den ManN nicht beimbrochte? D Goll und die Mario?! Nie verzieh ihm die, daß er auf ihren Vater nicht besser acht gegeben hatte, er verzieh sich das selber mcht: er hatte dem ver­störten Monn nicht von der Seile weichen dürfen.

E» war schon später Abend, als er, müde, ver durftet, mit zerbeultem Hut und verstaubten Klei­dern. vor Bremms Hous anlongte. Dort schlief man bereits. Unten war cs dunkel, aber, halt, oben noch Lämpchenschein! Er drückte auf die Klink« der Haustür noch nicht verschlossen und da kam auch schon die firau die Treppe herab.

Die Bremm trug das Lämpchen und leuchtete in den Flur: ..Bremm, bist du da?"

»Ich btn't.E sagte Kasper Seine Stimme schwankte: wa» fiir ein« Ausrede konnte er nur machen, daß die arme firau wenigstens diese Nacht noch schlief? Die Bremm sah so schon seltsam ver­stört aus. Aber sie mußte es ja doch erfahren, und so sagte er's ihr.

ole stieß keinen Schrei aus, sie faßte sich nur an den Kops: ..Auch bat noch!" Ws er dann weiter erzählte laut werdend in seiner großen Erregung, da machte sicPst!" Sie wies mit den Blicken noch oben: ,^Dat nur die Mario nir hört!" Und so weih dos Gesicht und so klein, schier vergangen, daß er dachte, das arme Weib würde umsinken im doppel- ten Jammer, flüsterte sie:En Jung is geboren/

Da floh er ...

Aber seht war er schon längst wieder auf dem Weg. Noch Bernkastel Bremm, Simon Bremm! Er hätte laut hlnausheulen mögen in die klare Morgenluft: ..(Webt ihn frei, gebt ihn frei!* Dom Unglück verfolgt, unter brr Not nledergebrochen oh. dos Kkeii; mar allzu schwer was konnte bie- fer immer so streng Rechtliche, nur in Verzweiflung Verwirrt«, denn so Strafbares getan hoben? Da» Herz brannte bertt jungen Winzer not Ungeduld, Näheres zu hören, und vor Verlangen, zu helfen.

An der Bahn sah er den Pastor aus Porten Der alte Herr, auf den Arm des firäulcin Lanrenzio ge stützt, wankte langsam Oder den Bahnsteig.

Per Pastor halle sich aufgcmacht, auch nach Bern- kastel. 3®*i söhne seiner Gemeinde. Simon Bremm und der Loestnich, waren in Haft: wenn er nun selber kam, er, ein Greis, älter als alle, die ba zu Gericht sahen, so hoffte er, etwas bei den Herren zu erreichen. Das, was gestern geschehen war, war selbstoerftänblich Unrecht, aber zu ent­schuldigen war es hoch: bedenkt, bedenkt, es sind Verirrungen, aus Not und Verzweiflung geboren. Die sich gestern vergangen haben, sind treue eöbne von Kirche und Staat, ihr Lebenswandel ist makel­los, den eigenen Sohn hat Simon Drcmm von sich gewiesen, weil der sich ;u jenen geschlagen balle, die das Rheinland loslösen wollten vom Reich. Gnade, Gnade? Seid barmherzig! Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit er­langen.

Der Pastor von Porten halte keinen Schlot ge­funden in dieser Nacht, und gleich ihm schliefen noch viele nicht. Wie auf Dindesslügeln war die Nach­richt von den gestrigen Bernkasteler Unruhen selbst in die entferntesten MoseldSrfer geflogen. Ueberoll Erregung, Spannung, Empörung und ein gestriger- les Kamerabschaflsgefühl wie durfte man freie Männer «inlperrcn. ehrenwerte Winzer?'. Die Der- hafteten sollten, muhten wieder freigegeben werden!

Und wieder wie gestern sah man bie Scharen zie- hen am Fuß der Berge, die Mosel entlang. Aber heute schwiegen bie vielen, unenblich vielen nicht, zogen nicht still wie gestern in stummer Trauer. Ein ständige« Murmeln erfüllte den Tag, ein Fragen, ein Drängen: gab man sie frei, wann gab man st« frei? Und dann noch ein lautere* Begehren:Gebt

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Wie wir den Nordpol überflogen.

Der Pilot erzählt...

aukzuluchrn Ich atno mit de n Hlugzaua her­unter obwohl ich Ii-1 etwa» <r5ei rennte, und 1 «Tibet« tf.Ml sei D'pf glücklich Der .Iprarot braiKbte bäht nnf 40 FiG weit w.t Mren Skiern zu gle fern

'Schluß folgt)

Vf).

Spitzbergen. 27. April 192f /,luflhirnf( im ewigen Eitz

Unter jüngster Zlua über den arltifdben Ozean warüt mich der Höher.:nkt meinet h-.fl:abrigen Kvgtätigkeit tn der Arktis uberhauvl Im Iahte brach, c ch em Hiugzeug nach gairbanks 'n um mit dieser Malchin« einen rtgel-

nästigen ,'lußdienst in Verbindung mit Hunde- Spanner. «nzurichtan. Dieser Apparat war do- naU das emjlflf 7>ua-eug tn ganz Alaska. 924 verofllchrett mich das Postminifterium der UereuitgUr .Maaten durch einen Vertrag zur 21 L e L b T / a des W.nterpost-Dl«n- ttt »w'.'chen .jairbenff und 2Hc. Grach Dieses veverieneut stellt« bi« ersten Winlerslüge dar. M« ün höchsten Horben der Welt *ur Aus« stchruno gebracht wurden. Dre Jahre lang hart« ich so bk nteressante Ausgabe. nen Goldgräbern and den Kranken in den Äiswülten Alaska- Dol: und Arzneien «ueuführen Mit einem 15» Minuten-Flug In Alaska schalst man so große fianöflwrten, üh< man sie mit Hundegespanncn nur In vielen Lagen voller unsäglicher Stra­pazen zurückzulegen vermag. 1926 machte ich mit W t l k i n s meinen ersten Flug an die ark­tische Küste Dir benutzten bier-u einen Fokker- dtnbcder Aicmal» werde ich diesen ersten Flug über das Endieott-Gebirg« tn 3000 Meter Höhe vergessen, dieses öde. unbewohnte Land, das so wtlo und rauh ist, daß selbst die Vögel sich im Huge nicht hierher wagen Damals schien mir der Flug über diese Vergkett« ein gefährliches Unterfang« ii In der Zwischenzeit aber haben wir bas Gebirge so viele Mole überflogen, daß mir leine Heberqüerung heute wie eine All­täglichkeit vorkommt.

Vorläufer des Polfluges

Die gewaltige Tldhir im Innern Alaskas untersche bei sich von dem LondschastSbilbe an der Aordküst« ganz wesentlich. Dort gibt es auf Hunderte von Meilen kein Holz AichtS als Schnee. Sis. Kält« Dinde. Der schnee­bedeckte Erdboden. der mit dem Himmel qu- fdmmenauWehen 'cheint, blendet das Auge und -acht tn« Vicht äußerst schwierig, weil es dort feine dmrklen Gegenstände gibt, an denen man n.<b orientieren kann. In dem gleichen Jahr« unternahmen wer den e r ft«n Flug über den ritt en Ozean mit 150 Meilen Distanz Dvyl relAte mich dieser Flug, doch konnte ich eine geWt'fe Scheu nicht überwinden, denn, anerlähren wie ich damals in diesen Dingen war. ichi« mir das Leben in der Arktis siche­ren Hungertod zu bedeuten, falls wir gezwungen ®a«n zu landen. 3m Jahre 1927 folgte bann rin 550-Vreilenflug von Point Darrow nach unerforschtem Vebiet im Aordwesten. Dei der Aückkehr gerieten wir in einen heftigen Sturm, bet .ins zwang, infolge Drennstoffmangels etwa <%0 Meilen vor der Küste zu landen. Diese Lan­dung geschah in dunkler arktischer Aachi Außer unserem Flugzeug konnten wir nicht Vas Min­deste erkennen Dir hatten noch mächtiges CNfid, daß untere Maschine nicht an dem dicken Sis .mmr uns zerschellt«. Achtzehn Tage an­strengenden Marschierens brauchten mir. um das Land au erreichen. Das Eis. auf dem wir marschierten, bewegte sich schnelle« ooran als wir. Tlur Kapitän Dilkms sahre- lange Erfahrung in arktischen Heilen ermög­lichte uns die sichere Heimkehr Jede Aacht bau­ten wir uns ein Schneehaus. in dem wir schlafen tonnten Alle Xagc stürzten und sprangen wir über offene Daslerslreisen und riesige Eisspalten. Dies war meine erst« Erfahrung mit dem Leben .ii der Arktis Ich war überrascht, es gar nicht lo schlimm zu finden, wie ich eS mir vorgestellt batte: man muht« sich nur -urechtzusindsn wissen.

) Dgl die Artikel in Ar 99. 100, 101. 102 und 103.

Don Zeufnnni Ced B. (fttdfon.

In diesem Jahre entschieden wir uns ,um ersten Mal« dalür. den arktischen Ozean in ge­rader Dichtung ,u übergveren DienHer.i.ng von Point Darr?» bis Spitzbergen ist gröber als bi« atlantische Flugstrecke Asufundland - Irland Während des arktischen Fluges Itm? len wir keine Delterbericht« ertzaUen. wir mufher. unter ungewöhnlichen KälteVer­hältnissen fliegen und di« Aavigalions- Probleme waren wegen bet Aäh« des magnet:- schen Poles besonder» heikel. Gerade weil ich bie Schwierigkeiten kannte war es für mich die größte Veruhiguna. zu beobachten, dost Wilttns vor dem Start in der Maschine alles noch einmal von unten nach oben kehrte und jede nur er­denkliche Eventualität bedacht«.

Aus zum Nordpol!

Als es nun am 15. April nach drei vergeb­lichen Versuchen gelang, vom Eise In Point Dar­row uns zu erheben, halten toit? nur anderthalb Hust Spielraum zu beiden Veiten der Start­bahn Das geringste Ausweichen der filug- maschin« muhte eine Zertrümmerung bedeuten. Tv'.r hätten dann fünf Monate auf den ersten Dampfet warten müssen. Mein ganzes Augen­merk ging einzig und allein darauf, den Apparat schnurgeradeaus zu steuern bis wir etwa 80 Mei­len Stundengeschwindigkeit erreicht hatten. Als dann die Ma'chine leicht In die Lust stieg, über­kam mich ein Gefühl des Triumphes, denn der Ablauf von der Startbahn war meine schwerst« Sorge gewesen. Als wir so in nordöstlicher Dichtung in eine völlig un­bekannte arktische Dell hineinsegelten, halte ich zwar den stärksten Glauben an di« Zähigkeit meiner Maschine, di« von ihr beansprucht« 3lug- lei stung zu schaffen, aber ich ertappte mich doch zuweilen bei dem Gedanken, dass es nicht viele Menichen gäbe, mit denen ich diesen Ausflug" hätte Wagen wollen.

In den ersten fünf Stunden flogen wir lang­sam. etwa mit 110 Meilen Stundengeschwindig- leit, im wunderschönen Sonnenschein dahin Dann konnten wir in Aich tu ng vor uns die erste Tvetierstörung in Gestalt von Hebel heran» nahen sehen. GS dauerte auch nicht lange, und mir fliehen in den Aebel hinein. Die Sonne über dem Eise verschwand. Im Zickzackkurs flogen wir bald hierhin, bald dorthin, immer äirgstlich darauf bedacht, aus der Aebetzone herauszu­kommen. Glücksicherweise erwischten wir Wäh­rend einer Stund« einmal 20 Minuten, während deren wir in Hellen Sonnenschein gerieten. Die­ses» Glücksfall feierte ich damit, datz ich mir einen Schluck Kaffee und ein Stück Schokolade einberleihte, während ich mit den Knien die Steuerung festhl^t.

Was noch kein Mctischeiiauge sah

Ss ist ein höchst eigentümliche« Gefühl, zu wissen, dah men auf Grdgebiete herabsieyt, die keines Menschen Auge bisher gefepen hat Wohl an hundert Meilen weit konnten wir noch jeder 6«lle bilden. Das Sis unter uns war kräftig und bot nur s<chr geringe Landunasntöglichkeiten Dann und wann schlängelte sich «in offener Mas sc rst reisen gleich einer blauen Schlange durch das Gis Unentwegt hielten wir Ausschau nach dem besten Landungsplatz auf dem Si«. falls der Motor versagen sollte

Wir waren schon 13 Stunden in der Lust, da konnten wir weitentfernt im Süden, dort wo unzweifelhaft Sront-Lond fein muffte, grofte Tvolkenmassen crfenneit Dir flogen viele Mei­len im Zickzackkurs in westlicher Richtung um das Land zu suchen, von dem Polarforscher ver­schiedentlich Anzeichen gefunden Haden wollen. Während wir über Grant-Land Leuten, nahmen wir unseren alten Kurs wieder auf, dann und wann reichte Milkins mir einen Zettel herüber, mit der Pofltionsangabe, ober er fragte mich nach dem Zustande des Motors. Auch die Len­de rung des Kurses nach dem Kompost spielt«

sich mit Hilfe solcher Zeltelpoft ab Milkins Kompost war die ganze Zeit in OrbnuM Einer nor meinen Konrpasien hingegen streikte fort­während. wl.hrend der andere unentwegt noch Norden zeigte, gleichgültig, welche Richtung Dir ein,«hingen Meine beibm Kompasse waren daher völlig wertlos und ich orientierte den Kurs nach de r Mitternachtssonne Soweit verlief alles programmästig Di« In­strument« arbeiteten so ruhig und korrekt wie nur d.'nkbar Ich gönnte mir daher aus Freude ein Stück Kaugummi und verspürte direkt Luft, zu rauchen Das ging aber nicht wegen des vielen Dtlö und Aethers in meiner Aäh« Die Temperatur ging bis auf 48 Grad Fahrenheit unter AuU herunter, aber lm Pilotenraum sah es sich gar nicht so übel, da et gut geschützt war und Wir uns in die Pelz« gut einwickefn konnten Ich fragte mich birch inner, wie es TSilkins wohl in der Kabine ergehen mochte, denn ich fonnlc ihn nicht sehen, weil trk groben Oei- lanks zwilchen uns beiden lagen

Land in Licht

Allmählich nun befiel mich Sorge, weil die Motortemperatur immer mehr sank. Ich konnte nicht wogen mit gedroffeilem Motor zu fliegen, weil «c bann zu kalt geworden wäre Als die Deltemperatur auf 50 Grad herabge­gangen war, schien es mir geraten, jäh in Höhere Luftschichten zu klettern, wo man steigende Temperatur annehmen durste Dir batten zwar den Motor sorgfältig mit einet Asbrstschicht bedeckt, hatten auch alle Löcher gründlich gedichtet, aber auch das genügte nicht, um ihn warm zu halten. Solange wir schwere Ladung an Bord hatten, war er warm genug, weil er dann kräftiger zu arbeiten hatte. Wenige Stunden später sichlsien wir bie meisten Verge Grönlands fern im Süden. Dir waren jetzt nur noch 600 Mellen von Spitz­bergen entfernt. Wiederum nach Stunden erblick­ten wir Wolken dicht vor uns Dir überfliegen sie in 8000 fiuh Höhe. Sie dehnten sich saft bi» an das Wasser unten aus. und wir begannen zu befürchten dast da» di« Insel umgebend« Wasser ganz von Wolken verhüllt sein könnte. waS naturgemäß die Landung sehr gefährlich gestalten muhte, da Wir unter Umstanden ris­kieren muhten, auf Verge aufzuprallen. Der Wind nahm an Stärke zu, die Temperatur stieg rasch, da Wir jetzt bie Einslustzon« des Golf­stroms erreicht hatten.

Lchwierige Landung

Unser Oclbebälter zeigte nur noch einen Aeft von 30 Dal Ionen an. Wir waren daher recht erleichtert, als wir bald darauf öle zerklüfteten Verge Spitzbergens sichteten. Schließlich fliehen Wir durch ein Wolken loch hindurch und befanden uns mit einem Male inmitten eines tobenden Sturmes Die Luft würbe dicker, in dem treiben- den Schneegestöber Eübste und bockte unsere Maschine wie ein wilder Steppenhengst auf und ob.

Ans War klar, dast wir nun sobald wie möglich landen mufften, da es unmöglich war, Kings Vah zu sichten, selbst wenn wir uns dicht davor befunden hätten. Jedenfalls waren wir an bet Westküste Spitzbergens. Wie wir unS das vvrgenommen haften Irgend ein geeigneter Landungsplatz Wat Weit und breit nicht zu erkennen. Wohl eine Halde Stifnbe flogen Wir in ber Am,de und sinterten schliestfich cnif ein« Insel vor der Küste los, Wd die Sicht klare, zu sein schien. Mein Windschutz-Schild Wat so mit gefrtrtTnen Oelfpritzern überfvunet, dast in diesem Sturm Wetter unsere Sicht auss äust« rst « gehemmt war Es erschien tat­sächlich unflug, auf der erwähnten Intel zu landen. Wenn dort blost bl« einzige Ehanee be­stand, bi« Maschine zu Bruch gehen zu (affen. Willis schickte mir daher einen <t«ttel herüber, auf dem er mich au ft orderte. Widder festes Land

Die tage

Oer Kleinrentner in Hessen.

Vor eltt'.fler v^d war d e hekflschr Scgkrung im Landtag "k-n her 'olksfech!so«rfei erluchr worben 1« herauf

dinzuw rken. dast diese l-ie Aeichsarund- sätze über Art und T? 's, her hflentlichen .Für­sorge In einem d en K « nlnessn Wohl - wollenden Sinne auslegen und bie Sürlnrgeftclkn von Härten gegen Mc Klein­rentner und hre Angebbr z. n mfe Dsäirbungen, <?r,Uiehung her Amte bei Nichtanerkennung bet erhallensn Unterstützung als Harlehnstchulb ab« 3« hallen &rt Minister für Arbeit imd zlhrk schalt erwidert nun. bah ihm begründete Ve- 'chwerdefällc bisher nicht vorgeleal wor­ben seien Er habe ober bereits wieberpolt auf das hringcnbffe den V. 'fslürforgestellsn ans Herz gelegt, die Aeichsgru^dläAe H":r die Klein- renlnerfütWrge in woblwollenbem Sinn« ans- zulegen und zu honbboltn Der Minister betont, haft es jedem Kleinrentner, der sich durch die Handhabung der Fürsorge benachteiligt fühlt, lreistetzt. feint Vefchwerden beim Se- 'chWtrdeausfchnst hem auch die Kleinrentner mil­de stimmend angeboren, vorzubringen Di« hessische Aegicrung habe der Vorlage ber Aeiwsregierung über die Abänderung der Aeichsgrund'ätz« Augeftimml und selbst Verdes- ferungsvorichläge gestellt. Dies« neuen Bestim­mungen werde der Minister zum Anlatz nehmen, erneut bei den Vezirksfürsorgestellen s ii r schonende Veha ndlung «n^utreten Eben­so werde die hessisch« Arisierung nach wir vor für den Erlast eines Kltinrentnergesetzes ein­treten Dem vorliegenden Gesetzentwurf l)abe sie unter Stellung von Verbesferuiigsvorschlägen zu- gestimmt

Die Elesinfizietung der Arichsbahn.

Die Elektrifizierung ber Reichsbahn Ist ein Pro­blem, das schon [eit langer Feit eine arosie NoU« spielt '2lu» wlrlichaftllchen Otriinbcn Hai sie bisher nicht die fiortschritte gemacht, die nmn zu Nnfang crmoflel halte, insbesondere muhten aus (tzrilnden der Sparsamkeit zahlreiche Problem« und Projekte zuruckgesleUt werden, hlr die zmetsella» ein Be­dürfnis vorhanden ist. Trotzdem aber Hat die Elek­trifizierung ber Aeichsbahn besonders in Mittel­deutschland, Boden, Payern, Schlesien und aus den .Hamburger Vorortstrecken erfreuliche finrt- schritte gemacht und bie in Aussicht genommene Elektrifizierung der Berliner Stadtbahn beweist, dast dach schon eine ganze Menge geschehen ist Gegen­wärtig beträgt die Länge her elektrisch betriebenen Strecken In Deutschland In Kilometern 1223, b i über bar. doppelte ul-» noch Im Jahre 1926. Bedenkt man, dast bie Elektrifizierung ber Deutschen Neich-wahn pro Kilometer ungefähr 200(NX) Mark kostet, so ist cs zu verstehen, dast bei der gegenwärtigen finan- '.iellen Lage ber Neichsl'ahn in dieser stiimtung noch nicht mehr geschehen ist. Neichsdohn Generaldirektor Dr. Dsrpm Ülker hat kllr-iich in einer Nebe In Hamburg zu bem Eleklrlfizierungeprablein eingehend Stellung genommen und dabei auch betont, dast gegen eine schneller« Durchführung ber Etektrisizie- r ung, abgesehen von ber Kapitalbeschaffung, gerolHe Bedenken bestehen und es Im Interesse ber Landesverteidigung für ratsam gehalten, wenn der Dampfbetrieb in größerem Umfange auf- rechterhalten bleibt. Er hat ferner daraus hin- gemlefen, dast im alle von Streik- der Ein- satz non Dainpflak-molivett viel eher möglich sei, als wenn bas gesamte Streckennetz elektrisch betrieben mürbe. Diesem Argument wäre freilich entgegenzu­halten, dast in zahlreichen anderen europäischen Staaten die elektrisch betriebene Streckenlänge prozen­tual erheblich Häher als in Deutschland ist und sich nennensmrrl? d-, rrlgf il n In diese» 'Hidjlmig

ne frei, gebt sie frei! Sofort' Unsere Brüder, frei« Winzer, die gebt ibr frei!"

Ein (sseschrei hallte über den filust, von hüben nach drüben und von drüben nach Huden. Hundert« eilten den Brüdern zu Hilfe herbei, es strömten Tausende, einen Wunsch nur im Herzen, ein glühendes Begehren: frei müssen sie noch heute nriilaa lein!

llnb hinter den gen Bern kastel von allen Seiten tnie drohende fflcmmcrmolfen Heranziehendev. den ganze», Horizont Umdiisternden. erklangen (tzlocken 5n den Dörfern hing man an den kstlockenslrängen, man läutet« Sturm. Wie bei Feuersbrünsten, die Dörfer einüschern. Menschenleben bedrohen, rotin- menen, gellten unablfllfia bie Glocken. Nach Bern- kastel, auf nach vemkaslel, Sturm, oturm! Wer Bein« hat zu laufen, der lauf«! Drüber in Not!

Durch die Menge drängte sich Kaspar Dreis. Er war atemlos. Schweift rann ihm am Körper her­unter. es war ein parier Kampf gewesen, vom Bahnhof bis hierher durchzudringen. Hier ober stand bie Menschenmasse auf einmal still eine Mauer von Leibern, aber fest wie au» Quadern. Man hafte die Deputationen, die im Lanbralsomt vorsprachen, erfolglos wieder heraustomnwn sehen sie schüttelten schon von weitem bie Kdpse und winkten verneinend also Sturm, Sturm! Denn die Brüder nicht herausgegeben wurden, dann be­sann man sich nicht länger, bann gab cs hier feine Obrigkeit mehr, nur nach (Bott über der Well, undMit Gott für die Brüder!" dann würde man stürmen.

Bernkasteler Burger waren beherzt genug, sich dem Anmarsch entgegenzusieUen sie machten Vor­schläge. baten: nur noch Geduld, ein biftchen «e duld, man wurde drinnen noch einmal »ersuchen, alles versuchen. Der Bürgermeister war eben wie­her drinnen beim Landrot und die Geistlichkeit auch der Herr Londra! hatte ja ein Herz tflr die Win­zer und Einsicht genug Geduld, nur ein biftchen Geduld noch, es würde sich schon alle« zum fluten wenden!

Nein, keine Geduld mehr! Das Murmeln wird zum lauten Murren, zum Brausen:Gebt sie un« frei! Frei auf der Stell!"

Am Kopf der Brücke, zum Schutz des nah« siegen­den Landralsamker, ebenso weit von dort ®fe von dem Doll ber drohend Herangerückken entfernt,

stehen die dreistig Main, Polizei. 3hnen ist sehr übel zumute, sie kennen da manchen Der Winzer-, di« meisten sind Söhne ber Mosel wie die hier auch.

Hie Festung, hie Angriff bleich, mit zusammen- gekniffene»! Lippen, bie Augen starr Im Gesicht, sehen sie sich an. Der Atem stockt, Auge bahrt sich in Auge, keine Wimper zuckt.

Es muß fein, es muß fein, wir schießen, wenn ihr noch weiter vorrückt!"

,,E» muM sein, es muß sein, wir sterben, wenn ihr uns nleberfnaUt, aber unsere Bruder muffen frei werden!"

Litton rührt r» sich, gibt einen Ruck im Wall der Leister ninhln Girier nur noch sind Wehrlos« von der Postenkette entfernt.

Ein Kommando des Vorgesetzten erlSni, schutzfertig sind jetzt die Dreißig.

flm Jesu willen, nein, kein Blut vergießen!" Einer schreit es laut, wlnft »ote verzweifelt mit sei­nem Taschentuch Ein Bernkasteler Bürger.Win­zer, Leute, schickt welche von euch herein! Bruder, verlangt ihr eure Brüder zurück! Gebt ihr da drin­nen euer Wort für sie!"

Laßt mich gehen!" Kaspar Dreis ist vorgesprun- gen, und Noch ein paar drängen ihm noch.

Uber nur zehn Minuten Bedenkzeit noch für die ba drinnen! leid ihr nach zehn Minuten nicht mit den Brudern heraus, bann, so wahr «in Gott lebt, dann stürmen wir!"

TdtkNstille. Kein Gewehrhohn knackt, kein fiutztritt scharrt, kein Räuspern ertönt alle warten. Dte biesfeit, die icnseit.

Kein Winbhauch weht, kein Staubkossn knistert, kein Älemhauch alle axirteh.

Drüben im Lanbralsamt sinb die Mannir ver- jchkvunden, bie Tür hat sich wieder geschlossen. Fünf Minuten find hin. Werden Ile Ne Brüder frei krie­gen, sie mit berausbringenl

Wird man nicht aus Ne Winzer zu schießen brauchen?

Sechs Minuten, sieden Minuten.

Berntaftelet Bürger rennen ungeduldig umher, unruhig blicken si« auf ihre Uhren: werden Staate- anmalt und Üandrat, des Prestiges wegen, auf ber Verhostuna beharren? Da sei Satt vor! Man sieht schon ein Blutdab voraus

(Fortsetzung folgt.)