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Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSÄ. Wetzlar. 2. April. Am 1. April waren 2 5 Jahre vergangen, seit der Stadt­teil Niedergirmes in die Stadt Wchlar auf- flegangen ist. Die damals an die Eingemein­dung geknüpften Erwartungen haben sich voll- aus cpfüllt Heute ist Niedergirmes ein wich­tiger industrieller DestandteilWetz-

lars. mit der Hauptgcmeinde durch weitzügige moderne Wohnungsblocks an den Verbindungs- strahen verknüpft. Die ganze städtebaulich« Ent­wicklung drängt nach dieser Nichtung, so daß dieser Stadtteil noch eine verheißungsvolle Zu­kunft haben dürfte. Wetzlar hatte im Jahre 1900 ohne Niedergirmes 8906 Einwohner, im 2ahre 1905 mit Niedergirmes 11 679 Einwohner. Heute beläuft sich die Einwohnerzahl beider Ge­meinwesen auf etwa 18 000.

Turnen, Sport und Spiel.

Tagung der Gaufchwimmwarle des Mttelrheinkreises S. T.

o Diesten, 2. April. Zu einem erhebenden Dreiklang turnerischen Lebens wustten der Kreis- schwimmwart Emil Bitsch (Frankfurt a. M.) und die G i e st e n e r T u r n c r s ch a f t die ordentliche Tagung der Schwimmwarte aus den 26 Gauen des Mittelrhein, l r e i s e S in Giehen zu gestalten.

Der derzeitige Vorsitzende der Gießener Turner- schast, LIniversilätSoberinspektor Erle (Diesten), betonte in seiner Begrüßungsansprache am Sarns- tagvormittag. daß Diesten nicht nur eine geo­graphisch günstige Derkehrslage für diese Tagung mitbringe, sondern dast auch schon seit vielen Jahrzehnten das Schwimmen in der freien Lahn und im städtischen Volksbad gepflegt werde, dast die Giehener Turner auch erfolgreiche Schwim­mer im Dau. Kreis und in der D. T. stellten und letzten Ende« die edlen Ziele der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in ihre eigene Aus- btlbury mit ausgenommen hätten. 3m Laufe der Tagung dankte Kreisschwimmwart Bitsch der Aiehener Turnerschaft und insbesondere dem Gauschwimmwart Franz Sauer (Diesten) für die umsichtige Borbereitung. Dost das Schwim­men auch im großen Nahmen der turnerischen .Hebungen an geachteter Stelle steht, zeigte die Anwesenheit deS KreisobertUrnwartes Georg Frey (Mainz) und des Gauoberturnwartes Wilhelm Will (Gießen).

Der Kreisbericht für daS abgelaufene 3ahr weist an Besuchern der Hebungsstunden nach: 113 552 Turner, 42 330 Turnerinnen. 35 507 Knaben, 17 406 Mädchen, zusammen 208 795; das sind 36 693 mehr als im Vorjahr. Gelegenheit zum Schwimmen ist bei 570 Vereinen vorhanden, davon für 70 Vereine auch im Winter; einen geordneten Schwimmbetrieb haben bis jetzt 36b Vereine eingerichtet. Eigne Bäder besitzen sechs Vereine. Der Bäder-Bauausschuß des Mittel- rhcinkreises geht bei der Erstellung von neuen Anstalten jeder Ari mit sachkundiger Beratung zur Hand und hatte im Kaufmännischen Vereins» Haus eine reichhaltige Ausstellung von Plänen und Badeanlaaen veranstaltet, die auch von Diestener einschlägigen Firmen beschielt war. Von den 26 Gauen des Kreises hatten 19 ein eignes Gauschwimmfest, 11 einen Gau-Lehroang, fünf haben ein Stromschwimmen durchgeführt.

Don der Tagung der Deutschen LebenSret- tungs-Desellschast in Mannheim berichtete der Schriftführer Franz Stürmer (Traben-Lrar- buch). Einen großen Naum nahmen ferner die Verhandlungen über die Durchführung des Deutschen Turnfestes in Köln ein, zu dem, wie bekannt, eine große Rheinstaffel hin­führen soll, die auch die Nebenflüsse (Lahn) mH einbegreift. Genaue Richtlinien über dieses Werbeschwiinmen der D. T. werden nach Ostern veröffentlicht.

Die Feierstunde, die am SarnStag vormittag olS Auftakt der Tagung im Kaufmännischen Ver- einshauS stattfand und von Musik und gebun­dener Rede umrahmt war, galt der Führer­persönlichkeit von Mar Schwarze, dessen Ver­mächtnis auch in dieser Stunde von dem Red­ner, KreiSschwirnmwart Bitsch, in den Mit­telpunkt seiner Ansprache gerückt wurde.

3n einen kurzen, scharfgeprägten Vortrag sprach Hniversitätsprosessor Dr. Huntemül­ler am Samstagabend über den Einfluß des Schwimmens auf die Körperbil­dung. Er führte il a. aus: Das Schwimmen ist eine der vielseitigsten Leibesübungen. Belm Wechsel der einwirkenden Temperaturen ist das »Turnen der Hautmuskeln" entscheidend für die Regulierung der Wärmewirtschaft des Körpers, die Bildung eines Fettpolsters als Wärmeschutz ist typisch für den Schwimmer. Der Widerstand de« Wassers löst kräftigere Bewegungen und erhöhten Stoffwechsel aus, insbesondere ist der Sauerstofsderbrauch sehr stark, so daß alle Or­gane, die mit der Atmung zusammenhängen, stärker auSgebildet (Lunge, Brustkorb) und die Gefahren der Tuberkulose wirksam bekämpft wer­den. Auch da« Herz muß bei dem starken Energieverbrauch kräftiger arbeiten, insbesondere Wird die Rücklaufbewegung des Blutes durch dir Denen aus ihrer Trägheit herausgeführt und dadurch Erkrankungen des Blutkreislaufes vorge­beugt. Allerdings bedeutet eS eine oft lebens­gefährliche Belastung des Herzmuskels, wenn man im Anschluß an stärkere Anstrengungen, also schon ermüdet, zum Schwimmen geht. DaS Essen muß man sich oufheben bis nach dem Schwimmen. Schließlich wird die gesamte Kör- vermuskulatur an Armen, Beinen, Rücken und Bauch äußerst vorteilhaft beeinflußt, und da­durch der Grund zu einer schönen Körperbildung gelegt. Reicher Beifall dankte dem sachkundigen Redner

Unter der Leitung des derzeitigen Dorsitzenden der Gießener Turnerschaft entwickelte sich am Samstagabend nach getaner Arbeit im ,.Post- leller" eine echt turnerische Geselligkeit. Bei ernsten und heiteren Tischreden, Musik und ge­meinsamen Turnerliedern wuchsen die Gäste auS den verschiedenen Gauen untereinander und mit den Gießenern bald turnbrüderlich zusammen; den Höhepunkt aber bildete der Dortrag eigener mundartlicher Gedichte durch Georg Heß aus Leihgestern.

Den Schluß der wohlgelungenen Tagung bil­dete der

4. KrelSlchrgang zur Ausbildung von Schwimmwartea und Dorschwimmern,

der am Sonntagvormittag in der Schwimmhalle des städtischen Volksbades abgehalten wurde. Don den 27 Gauen des großen Kreisgebieteö hatten nahezu alle Vertreter entsandt. Es erfüllte aber auch mit Freude und Genugtuung, daß auch auf heimischem Boden der Schwimmerei, wie sie die Vereine der Deutschen Turnerschaft pflegen, Anerkennung erwiesen wirb. Dem Lehr­gang wohnten bei Prvvinzialdirektor Graef

als Vertreter der Provinz und des Kreises. Deine Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Rosen­berg als Vertreter der Universität, der Leiter des Instituts für Körperkultur an der Hniversi- tät Prof. Dr. Huntemüller, ein Vertreter des 3ns.-Datl. 1./15, ferner Schulrat Fischer für das Kreisschulamt Gießen. Vertreten waren die Schulen: Real-Gymnafium, Oberrealschule und Studienanstalt, die Goethe-, Schiller- und Pestalozzischule. Direllor Sie ding, der Leiter deS Städtischen Volksbades, hatte neben seinen Pflichten als Hausherr auch die Stadtverwaltung zu vertreten. Die Deutsche Lebensrettungs-Ge- fellschaft war durch ihren zweiten Vorsitzenden, Regierungs-Daumeister Mangold, und der Gießener Schwimmverein durch seinen Rechner Lang vertreten. Seitens der Turner waren an­wesend der Kreisoberturnwart Frey, Mainz, und der Kreisgeschäftssührer R ö b i g, Frank­furt-Rödelheim; vom Gau Hessen Gauoberturn­wart Will und die Turnausschußmitglieder Paul und Sauer; die Gießener Turnerschaft durch ihre Vorsitzenden Erle und Kling.

3m städtischen Vvlksbad trat am Sonntagvor­mittag die praktische Seite in den Vordergrund.

Der Plan des Lehrganges zeigte die Art und Weise des gesamten Schwimmbetriebes, wie er in der Deutschen Turnerschaft gepflegt wird, er zeigte aber auch die grundsätzliche Einstellung Der D. T., die auf einfach« Formel gebracht, in folgender Fassung gelten dürste: Der Schwimm- ausschuß der Deutschen Turner, chaft legt weniger Wert auf die Heranbildung sogenannter ^Ka­nonen", dagegen legt er größten Wert auf die Ausbildung möglichst vieler, der breiten Masse: erst in zweiter Linie soll den Schwinunem und Schwimmerinnen, die sich für den Wettkampf eignen, der Weg hierzu offenstehen. Die Arbeit deS Lehrganges mußte sich demnach in zwei deut­lich voneinander zu unterscheidende Teile glie­dern, die einerseits in decKörperschule", den Gewöhnungs- und vorbereitenden Hebungen, den Trockenübungen für das Brust- und Handüber- handschwimmen (Hühschwimmen); anderseits in den -Hebungen, die die beiden Echwimmarten vom Stilschwimmen bis zum Weltlampf fördern, in Erscheinung traten. Die geleistete Arbeit war durchaus hochwertig und wurde in geschickter Weise an die Lehrgangsteilnehmer herangebracht. Besonders erwähnenswert waren die Hebungen, die mit den deS Schwimmens unkundigen Turn- schülern geübt wurden. Auf höchst einfache, spie­lende Art wurden die 3ungen an das Wasser gewöhnt, und es war sicher für alle Teilnehmer ein Genuß zu sehen, mit welcher Freude die kleinen Kerlchen dem Leiter bei allen Hebungen, vom Spielen, Tauchen zu den ersten Schwimm- versuchen freudig folgten. Diese ersten Versuche des Fortbewegens im Wasser sollen dem Schwimmwart oder dem Lehrer richtunggebend sein für die Art des Schwimmens, die er mit seinem Schwimnrschüler pflegen soll. Während man früher nur dem Brustschwimmen den Vorzug gab, sucht sich jetzt der Ruf, sich frei vom starren Schema zu machen, Geltung zu verschaffen. Wenn die Leitung des Diesjährigen Lehrganges be­sonderes Gewicht aus das Brust- und Hühschwim­men gelegt hatte, so sollte doch auch den Teil­nehmerin über alle Gebiete des Schwimmens etwas mitgegeben werden. 3n einem geregelten Riegenschwimmen wurde diesem Rechnung ge­tragen. Man konnte sich nur wundern, was alles auf einmal in unserem Volksbad be­trieben werdcm kann, wenn der Raum geschickt ausgenuht wird. Eine Riege übte Brustschwim­men, die zweite Seitenschwimmen, die nächste Rückenschwimmen, während man die vierte Hcmd- überhandschwimmen sah, die fünfte Riege wurde im Tauchen unterwiesen, die sechste sprang am 1-Meter-, die siebente sogar am 3-Meter-Brett, die achte Riege erhielt Anweisung in sportlicher Massage und eine neunte Riege hatte Hebungen der Körperschule au erledigen. Sine Fülle nütz­licher Arbeit wurde erledigt.

Kreisschwimmwart Bitsch (Frankfurt) hatte sich in Stürmer (Traben-Traaach), Henkel und Kraft (Offenbach, und Trost (Nieder- Ramstadt) tüchtige Mitarbeiter verpflichtet, die alle durch die Art ihrer Arbeit Anerkennung und Dank verdienen. Auch alle Aiegenführer fügten sich mit Geschick in das wohlgelungene Ge­samtbild ein. Der praktisch« Teil de« vierten Schwimm le hrganges hat sicher viel Gutes und Nützliches den Zeitnehmern übermittelt.

Eine rege Aussprache am Nachmittag trug zur Vertiefung des Erarbeiteten wesentlich bei. Kreis­schwimmwart Bitsch, der rührige, verdienst­volle Vorkämpfer des TurnerschwiminenS, schloß mit Worten des Dankes und Der Freude den 4. Lehrgang des Mittelrheinkreises.

V. f. B.

LigaGermania" Fulda 4:4.

A. H.-Mannsch. A. H.-Postsportv. Frankfurt 1:4. 1. Jugend 1. Jugend V. f. B. Frankfurt 7:0.

In Der Vorschau war irrtümlich angegeben wor­den. daß die Ligamannschast gegenBorussia" Futda spielen würde, was dahingehend berichtigt werden muß, daß nichtBorussia", sondernGer­mania" Fulda der Gegner war. DieGennanen" gehören Der 2. Bezirksliga klasse an und zählen zu Den iührenden Vereinen ihres Kreises, in besten Tabelle sie an zweiter Stelle stehen. Der noch nicht fertiggestellte Platz Des Gastgebers war in außer­gewöhnlich schlechtem Zustand und beeinträchtigte mit seinem schweren Lehmboden das Spiel beider Mannschaften stark. Trotzdem fand sich V. f. B. zu­erst unb konnte nach kurzer Zeit leichter Uederlegen- beit auch das Führungstor erzielen. Durch einen Strafstoß und einen Elfmeter getane esGer- mania" noch vor Der Pause gleichzuziehen unb sei­ne rseil s Die Führung zu übernehmen. Rach dem Wechsel stellte D. f. B., ebenfalls durch Elfmeter, das Resultat auf. 2:2. Einen taktischen Fehler der zu weit ausgerückten D. f. B.-Derteidigung ausnutzend, sicherte sich Fulda abermals einen Borsprung von einem Tor und vermochte bald darauf wiederum durch Hand-Elstneter auf 2:4 ui erhöhen. Von die­sem Zeitpunkt an drehte Gießen mächtig auf und war feinem Gegner bis zum Schluß weit überlegen.

Cs erzwang durch zwei weitere Tore wenigstens noch ein Unentschieden. Den Gesamtleistungen nach hacke 23 f. B einen glatten Sieg verdient, den er auch bei etwas weniger Peck) (Lattenschüsse usw.) errungen hätte. Immerhin Dari man in Anbetracht Der Spielstarke des Gegners auch mit diesem Resul­tat zufrieden sein. Da es gegenüber Den letzterzielten eine merkliche Formoerbesserung der B. f. B. - Elf erkennen läßt.

Die Alte-Herren-Mannschaft mußte von der besser eingespielten A.-H. des Frank­furter Postsportvereins eine 1:4-Nie- Derlagc hinnehmen.

Einen überzeugenden Sieg errang die zum vor­letzten Male in ihrer bisherigen Besetzung ange­tretene erste 3ugendmannfchaft. indem sie die 1. 3ugend°Elf deS D. f. B. Frankfurt nach prachwollem Spiel mit 7:0 schlug.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. DieAlte H e r r e n e l f" der Spielvcreini- gung 1900 Gießen unternahm am Sonntag eine Wettspiel-Reise nach Franksurt a. M. Die Aus­sichten der Gießener waren keine rosigen, da zwei Spieler ausgebliebcn waren. Der Gegner, Union Niederra d", stellte eine gut durch­trainierte AHe-Herren-Elf, in der Torwart unb zwei weitere Spieler noch keineAlte Herren" waren. Der Hnionplah war wenig spielfähig und stellte an die beteiligten Mannschaften hohe Anforderungen. Der Spielausgang 5:2 für Union rechtfertigt nicht den Spielverlauf, ein Unentschieden" wäre Dem eher gerecht geworden. Die Spielleitung hatte ein junger Mann vom Plahverein, der mit der Materie nicht vertraut war. Das Spiel war vollständig ausgeglichen. Gießens Hüter war der beste Mann auf dein Platze.

Arbeiter-Turn- und Sporibund.

Gießen I Heuchelheim I 4:1.

3n Heuchelheim trafen sich diese Mannschaften zum Pflichtspiel. Die Platzverhältnisse ließen viel zu wünschen übrig und beeinträchtigten das Spiel sehr. Heuchelhetm trat mit Ersatz, Gießen komplett an. Kurz nach Anpfiff konnte Gießen in Führung gehen, dem bald daS zweite Tor folgte. Dann bekam Heuchelheim einen Elfmeter zugesprochen, der verwandelt wurde. Bis Halb­zeit konnte Gießen seine Torzahl auf vier er­höhen. Rach Halbzeit wechselvolles Spiel. Dießen versiebte die sichersten Chancen. Einmal nr»ch

gelang es. Den Ball durch die Maschen zu ja­gen. jedoch entschied der Schiedsrichter: auS. Damit fand das SpieL, das nichts von beson­deren Leistungen aufzuzeigen hatte, sein Ende.

Marburg I Lollar I 1:3.

3n Marburg standen sich diese Mannschaften gegenüber. Rach wechselvollem Spiel, in dem Lollar zeitweise überlegen war. konnten die Gäste mit obigem Resultat Sieg und Punkte mit nach Hanse nehmen.

IVieseck II Kinzenbach I 1:3 .

Kinzenbach konnte auch dieses Spiel für sich entscheiden. Wicseck trat wiederum nur mit neun Wann an, von denen noch zwei Spieler während des SpielS ausschieden. So sand das Spiel wegen Spielunfähigkeit der Mannschaft ein vorzeitiges Ende.

Daubringcn I Burkhardsfelden I 3:0.

Daubringen konnte auf eigenem Platze, der durch den Regen in jämmerlicher Verfassung war. die Gäste mit diesem Resultat abfertigen.

Leun (Jugend) Diescck (Jugend) 0:6.

3n Leun konnte die 3ugend Wiesecks einen ein­wandfreien 6.0-Sieg über die Platzbesitzer er­reichen.

V. f. B.-Handball.

Die junge Handballmannschaft hatte sich durch d ie Verpflichtung deS Turnvereins Großen-Buseck als Gegner anscheinend doch etwas zuviel zugemutet. Nach anfänglich recht gutem Spiel kam sie nachher gegen die wettspiel- erfahreneren Vusecker nicht mehr recht aus und mußte sich trotz lobenswerten EiferS mit 1:4 ge­schlagen bekennen. Der Sieg der Turner war verdient, jedoch nicht ganz in dieser Höhe.

berliner Börse.

Berlin, 3. April. (WTD.-Funkspruch.) 3ft daS Geschäft im heutigen Frühverkehr auch noch sehr ruhig, so ist die Stimmung doch entschieden weiter freundlich. Sv besteht heute für Montan- und Schisfahrtswerte etwas mehr Nachfrage. Man nennt Farben 154, Paket 161, Lloyd 155, Gelsenkirchen 138,5, Mannesmann 152,75. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02. Mai­land 92.40, Spanien 29,03. das Pfund 488,22. den Dollar 4,1815.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orbach.

Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilun­gen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schach- redaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr. 155. Don H. Nanz. Aehhausen.

Original.

Schwarz, a b c d e f g h

a b c u e r <> h

Weiß.

8

8

6

5

5

3

3

2

Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt.

Weiß: 11 Steine. Kf7; Dbl; Tc8, e8; Le2; Sb5, f5: Ba2, c5, d3, e5.

Schwarz: 6 Steine. Kd5; Lg2, g5; Sb2; Bb4,.

Partie Nr. 54.

Die nachstehende kurze und elegante Partie wurde im internationalen Turnier zu Kecskemet gespielt.

Französische Partie.

Weiß: Dr. Tartakvwer. Schwarz: Muller.

1. e2-«4 1. «7-e6

2. g2~g3 2. d7-d5

3. Lf! g2

Diehypermoderne Spielweise".

3. ... 3. d5Xe4

Hier war es richtiger durch 3.....c6 die Dia­

gonale des fianchettierten Königsläufers ge­schlossen zu hallen; nach dem Textzug erlangt Weiß ein ausgezeichnetes Spiel.

4. Sbl-c3

Der e-Dauer läuft nicht davon, denn auf 4. ..., f5 wird Schwarz sich nicht gut einlassen können.

4..... 4. Sg8-f6

5. Sc3xe4 5. Sf6xe4

6. Lg2Xe4 6. Sb8d7

7. Sgl-e2 7. Sd7-f6

8. Le4-g2 8. e6-e5

9. 0-0 9. c7-c6

10 d2-d4

Sin guter Zug. der den Halt des schwarzen Spiels tm Zentrum erschüttert 10. ... 10. eöxd4

Auf 10..... e4, erlangt Weiß durch 11. Le3,

c4, Sf4 nebst evtl. Dc2 und Tadl ein gutes Spiel. 11. Se2xd4 11. Lf8-e7

12. b2-b3 12. 0-0

13 Lei b2 13. VdS-ab

Um durch 14..... La3 einen der drohenden

Läufer zu tauschen

14. a2-a3 14. Ix8-ß4

15. Ddl-el 15. Da5-c7

Da die schwarzen Figuren etwas deplaciert stehen, hätte hier der Nachziehende lieber den Damentausch wählen sollen, um fo vielleicht ein Remis erreichen zu können.

16. h2-h3 16. Lg4-c8

Hm Sf5 zu vermeiden.

17. Del-c3

Hier steht die Dame ausgezeichnet.

17..... 17. Sfo-

Schwarz gerät nun in eine feine Tariakowersche Falle.

18. 33-24! Die Vorbereitung.

18. .... 18. Le7-f6

19. Lb2-a3 19. SeS-db

oder 19....., Lc7 20. Sb5, Dd8

21. Tadl, Ld7 22. Lb2, Lf6 23. Sd4 mit weitaus überlegenem Spiele.

20. Dc3-c5 20. Tf8-d8

21. Taldl Wit der Drohung 22. Sxc6

21..... 21. Lf6xd4

22. Dc5xd4

Aufgegeben, da der Springer verloren geht.

Lösung des Problems Nr. 152.

Don B. Hülfen.

1. Sa5-b3!. Kc3-b3 2. Sd3-cl+, Kb3-a3(a4) 3. De4-a8 matt. 2. . .., Kb3-c3 3. De4-d3 matt. 2......Kb3xc4 3. De4-c6 matt.

I...... Kc3xc4 2. Sd3-b2+, Kc4-b5 3.

De4-b7 matt. 2....., Kc4c3 3. De4-d3 matt.

1...... Kc3-c2 2. Sd3-cl-h usw.

NuS der Schachwclt.

3m WienerHakoah-Turnier" siegte Richard R6ti mit größerem Vorsprung vor Tartakower, Prof. Becker, Spielmann und Gcünfeld.

Der Wiesbadener Schachklub plant dieses 3ahr wiederum die Veranstaltung einer Schachfestwoche, welche im August ausgelragen werden soll; die Wiesbadener Kurverwaltung hat für diesen Zweck bereits 3000 Mk. bewilligt.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktlonStisch.

Eine gediegene Sprache.

3n Südamerika lebt ein Snöiancrftamm, dessen Sprache auch den besten Sprachforschern harte Nüsse zu knacken gibt. Es ist fast unmöglich, diese Sprache 3u enträtseln. Die Methode der Wortbildung ist be­sonders in der Sprache Der Lengua Indianer sehr gesucht, was zu den unglaublichsten Ausdrücken und Zusammenstellungen führt.

So heißt zum Beispiel das Wortachtzehn" in Der Lengua-Sprache: sohog-emek-wakthla-mokemimik- anthala-ma. Wörtlich übersetzt, bebeutet Dies: Nimm beide Hände, einen Fuß unb zahle Drei hinzu. Diese umständliche Aufzählung Der Finger und Zehen, Die bei Den Lenguas als Zahleneinheit gelten, ergibt, unter Hinzuzählung von Drei, die Summe von acht- zehn. Welche Wortzusammenstellung würde sich erst ergeben um 100 oder gar 1000 anzudeuten? Auch andere Begriffe sind nur aus Umwegen auszudrücken. Die Butter zum Beispiel heißt: waitkyaramanku- kiugininikikpithmuk. 3n gut Deutsch wiedergegeben: Das Felt von dem Saft aus Dem Euter Der Kuh. Wie wird erst das Wort für Margarine lauten müssen.' M. N.

Milzuleilen.

Wust hot jemandem eine Wurst geschenkt.

Irgendeinem armen Kerl.

UcberaU erzählt Wust von der geschenkten Wurst.

Am Stamnuisch. Beim Kaffee. In Der Straßen­bahn.

Tagelang, wochenlang, monatelang.

Immer mieber.

Bis es einem zu dumm wird.

Wenn man schon einmal einem armen Menschen eine Wurst schenkt, so redet man nicht dauernd Dar­über, sondern macht das im Geheimen."

,3hr seid eben gottlos", reckt sich Da Wust in die Höhe,ich lebe nach Der Bibel. Dort steht aroh und deutlich: Wohlzutun unb mitzuteilen vergeßet nicht." J.H.R.

Bildung.

Pietsch betucht die Pinakothek in München.

Beguckt alle Bilder und vergleicht ihre Nummern fleißig mit den Nummern seines Bädekers.

Bei sedem Sternchen verfällt Pietsch in Andacht.

So macht er drei läge in Bildung.

Zufällig sieht er am vierten Tage auf die Titel­seite seines Bädekers.

Nanu?", steht Pietsch Dumm,jetzt bin ich doch so gut Drei Tage mit ihm ausgekommen, und auf einmal sehe ich, daß es der Bädeker von Dresden ist."

5. f).K