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parlamentarisches aus Krähwinkel.

Auch ein Beitrag zur tzerfaffungsreform.

Berlin, I.Dov, (Eigene Meldung) Se kleiner die deutschen Läirder, desto häusiger die Re- gierungslrisen. Es wäre doch gelacht, wenn der durch die Reichsversassung garantierte Parla­mentarismus es nicht fertig bringen sollte, selbst in Mecklenburg-Strelitz ab und zu eine aus­gewachsene Regierungskrisis herauszu- bringen. Dieses Musterland für die Schönheiten der parlamentarischen Demokratie hat sich in­zwischen eine Dauerkrisis zugelegt. Das liegt daran, daß die Mehrheitsverhältnisse im Mecklenburg-Strelitzer Parlament durchaus ungeklärt sind. Hinzu kommt, dah die Stel­lung der politischen Parteien, vorsichtig ausge­brückt. etwas von derjenigen abweicht, die die­selben Parteien in gröberen Ländern und im Deich einzunehmen pflegen. Man sagt, daß hier­bei persönliche Stimmungen und Verstimmungen eine gewisse Rolle spielen. So konnte es ge­schehen, daß die Deutschnationalen und überhaupt die Rechte dort im engsten Einver­nehmen mit den Demokraten, insbesondere mit Herrn Hustädt, leben, während der einzige Volksparteiler im Meck.enburg-Strelitzschen Parlament sich mit den Sozialdemokraten verbündet hat. Rach der letzten Krise kam nicht einmal eine vollständige Ministerwahl zustande, indem zwar Herr v. R e i b n i tz mit einer Nasen­länge Vorsprung vor seinen Gegenkandidaten zum Mecklenburg-Strelitzschen Etaatsminister gewählt wurde, in dem aber der zweite Bewerber (zwei Minister gibt es in diesem Land) mit Pauken und Trompeten durchfiel. So muhte Mecklen- burg-StreliH es ertragen, dah seine Geschicke nur durch einen Mann gttenkt wurden. (Sn einem ähnlich großen, preußischen Kreise macht dasselbe übrigens ein Landrat, der von den Mehrheitsbeschlüssen seines Kreistages unabhän­gig ist.) Run hatte sich aber Herr v.Reibnitz die Unzufriedenheit zahlreicher Leute zugezogen. Das hing mit dem berüchtigten Fall Sacu- b o w s k i zusammen, an dem der Demokrat Hu­städt als ehemaliger Mecklenburgischer Sustiz- minister irgendwie beteiligt ist. Die Fraktion Hu­städt, ein Sammelsurium aus Demokraten und Mittelstandsleuten, brachte ein Mißtrauens­votum ein, das mit Stimmengleichheit ab - gelehnt wurde. Herr v.Reibnitz kann also vorläufig bleiben.

Die Regierungskrise in Mecklenburg ist damit natürlich nicht beendet. Man fragt sich aber, ob es auf di« Dauer so weitergehen kann, daß in einem so Leinen Lande, das längst nicht mehr imstande ist, seinen Pflichten als Land finanziell zu genügen, ein derartiger parlamentarischer Auf­wand getrieben werden darf. Wenn irgend etwas die Forderung nach einer gründlichen Reichs­reform berechtigt erscheinen läßt, dann sind es diese Vorgänge in den deutschen Duodezstaaten, die als Heberbleibsel einer früheren staatsrecht- lchen Entwicklung in unsere Zeit hineinragt. Wenn überhaupt von einer Verwaltungsverein- fachuna die>e ist, dann ist es notwendig, in Deutschland die Gnklavenwirtschaft zu beseitigen und dafür Sorge zu tragen, daß die leistungsunfähigen kleinen Länder endlich eine Verwaltung erhalten, die ihren Möglichkeiten und Notwendigkeiten entspricht. Dabei braucht es keineswegs zu geschehen, dah wirkliche oder vermeintliche Kulturzentren lahmgelegt und einem falsch verstandenen Zentralismus und Bureaukra- tismus zum Opfer fallen. Man sollte endlich dazu übergehen, diese verwaltungs- und wirt- schaftspolitrschen Realitäten stärker ins Auge zu fassen und nicht mit falschen sentimentalen Grün­den die Verwirklichung dringender staatspoliti­scher Notwendigkeiten hintanhallen.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 2. Nov. Der Zweckoerband Wieseck-Alten -Buseck stellt ab heute einen neuen Wagen in Betrieb. Dieser Wagen ist. genau wie sein Vorgänger, mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen. Er ist als Ersatz für den am Himmelfahrttage bei Leidenhofen verunglückten Wagen beschafft worden.

8 Grünberg, 1.Nov. Aus der jüngsten Ge­meinderatssitzung ist u. a. folgendes zu be- richtens Die Gießener Straße soll vom Färb- graben bis an die Metzgerei und Wirtschaft Schmitz. Londorfer Straße, kanalisiert werden. Das Kulturbauamt Gießen soll um sofortige Ausarbei­tung eines Kofkenvoranschlags gebeten werden. Auf Anregung des Oberstudienbirektors Angelder- g e r wird eine Kommission gewählt, die die Errichtung eines Badeplatzes beraten soll. Ge­wählt wurden in diese Kommission: Oberstudien­direktor Anaelberger, Rektor B e i n l e r, Heinrich Robert, der Vorsitzende des Eisver­eins, Lehrer Wenzel, der 1.Sprecher des Turn­vereins, Beig. Keller, die Gemeinderäte Zin- ßer, Haas, Schmidt, Roth und Rühl. Am nächsten Sonntag soll die Kommission die in Be­tracht kommenden Gelände besichtigen.

* Lich, 1. Nov. Der Snitiative tes Volks­bildungsvereins haben wir es zu danken, daß nach einer Reihe von Jahren wieder ein­mal das Frankfurter Künstlertheater für Rhein und Main für einige Gastspiele in unserem Städtchen verpflichtet worden ist. Als erstes Stück gingen am Mittwoch Ludwig Fuldas Gegenkandidaten" über die Bretter. Wir konnten mit Vergnügen feststellen, daß die Leistungen der Künstler durchaus auf einer recht beachtens­werten Höhe standen. Kräftiger Bei,'all toste in der lachlustig gestimmten zahlreichen Zuschauer­menge. Di« weiteren Veranstaltungen die.er vor­züglichen Künstlertruppe versprechen nach dieser ersten Kostprobe gewiß noch recht Wertvolles.

L Hunaen, 1. Roo. Heute fand hier der stark­besuchte Allerheiligen-Markt statt. Auf dem Schweickemarkt standen 428 Ferkel zum Ver­kauf, von denen nach gutem Handel geringer lieber» stand verblieb. Es kosteten: Ferkel bis sechs Wochen alt 12 bis 15 Mark, sechs bis sieben Wochen 15 bis 19 Mark, acht bis zehn Wochen 20 bis 30 Mark je Stück. Zum ersten Male wurde auch Schafmarkt abgehalten, der sich eines guten Besuches seitens der Kaufinteressenten erfreute. Aufgetrieben waren hier 152 Tiere. Man bezahlte für Schaflämmer 30 bis 40 Mark, Mutterschafe 40 bis 60 Mark, Schlacht- Hammel 40 bis 50 Mark. Abgesehen von dem Han­del in Mutterschafen, der flau war, verlief das Han­delsgeschäft gut. Es verblieb nur in Mutterschafen etwas Ueberstand. Der Krämermarkt, aus dem

Die Jagd im November.

Das ist des Sägers Ehrrnschild, Daß er beschützt und hegt sein Wild, Weidmännisch jagt, wie sich's gehört, Den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.

Das Kriegsgeschoß der Haß regiert, Die Lieb' zum Wild den Stutzen führt: Drum denk' bei deinem täglich Brot, Daß auch dein Wild nicht leide Rot. Schütz' es vor Mensch und Tier zumal, Verkürze ihm die Todesqual.

Sei außen rauh, doch innen mild. Dann bleibet blank dein Ehrenschild."

Dieser Leit- und Mahnspruch Riesenthals an den Weidmann möge jedem, der diesen Ehren­titel führen will, immer im Ohre klingen, wenn mit dem Hubertustag (3. Novbr.) die Winter- jagden beginnen und wenn der gestreng« Herr mit Eis und Schnee seinen Einzug hält und des Wildes Not droht. Es ist eine schiine Zeit, wenn im Wald die Hunde lustig jagen", aber auch eine Zeit, in der sich der Revierrnhaber einer Verantwortung gegenüber Weidwerk und Wild bewußt sein muh.

Das Rotwild hat seine Brunft beendet und ucht die warmen Dickungen auf. Der starke Hirsch hat sich vom Rudel getrennt, bei dem nur schwache Hir'che geblieben sind. Sn pfleglich behandelten Sagten ist die Sagö auf den Geweihten, so weit es sich nicht um cchschußreise Stücke handell, die im Interesse des Wildstandes weggenommen wer­ten sollen, nach Feiste und Brunft vorüber. Der planmäßige Abschuß erstreckt sich jetzt auf das Kahlwild, Gelttiere, Schmaltiere und Kälber. Die Fütterungen sind in Ordnung zu bringen unb zu beschicken, damit sich das Wild an sie gewöhnt und im Falle der Wintersnot weiß, wo ter Tisch gedeckt ist. Das fesselt es ans Revier und ver­hindert ein Ilmherwechseln über gute und schlechte Grenzen, wie auch ein Auswechseln in Reviere, wo man besser für es sorgt.

Damwild steht noch in ter Brunft, die im Laufe des Monats zu Ende geht.

Das Schwarzwild ist seist. Sein Tisch ist in diesem Jahr überall, wo es in Eichengebieten vorkommt, bei ter reich:n Eichelmast reich ge­deckt. Sollte ter Monat schon Schnee bringen, so wird man ihn zum Festmachen und Treiben benutzen.

Rehwild hat Schußzeit, und zwar in beiten Geschlechtern. Sn Preußen sind im allgemeinen Kitze vom Abschuß ausgeschlossen. Der Dock wirft ab und verliert damit für den Weidmann seinen Reiz. Gestattet die Stärke des Wild- stantes einen Abschuß von weiblichem Wild, oder verlangen ihn ein ungünstiges Geschlechts­verhältnis, oder forstliche oder landwirtschaft­liche Rücksichten, so sollte er planmäßig erfolgen uni) sich auf Schmalrehe, kümmernde oder schwache Stücke und Kitze erstrecken. Die starke Rick« ab» schießen, heißt das Kapital vernichten und viel­leicht auch noch die Zinsen einbüßen, wenn die mutterlosen Kitzen einem ftr engen Winter zum Opfer fallen. ist vielfach unbekannt, dah diese bis in den Dezember hinein von der Ricke ge­säugt werden. Planloser Abschuß bedeutet also jagdliche Mißwirtschaft.

zahlreiche Budengeschäkte zugegtzn waren, hatte gleichfalls lebhaften Besuch: es wurde rege gekauft.

^Obbornhofen, 1. Nov. Die N e u b e schie­fe r u n g des Kirchturms ist vollendet. Gestern wurde der schmucke Turm mit einem neuen Wetter­hahn gekrönt. Der neue Wetterprophet ist seinem Vorgänger nachgebildet und besteht aus Kupfer­bronze. Nach altem Brauche wurde er heute, bevor er in luftiger Höhe angebracht wurde, den Dorf- b.'wohnern gezeigt, wobei zwei Konfirmandinnen und ein Dachdecker von Haus zu Haus gingen und Eier und dergleichen in Empfang nahmen. Die Neudeckung des Turmes ist in altdeutschem Stil durchgeführt. Die Arbeiten wurden durch Dachdeckermeister Eber- s o hn von Hungen unter Leitung des hessischen Hoch­bauamts Gießen durchgeführt.

Kreis Büdingen.

* Nidda, 1. Nov. Sn der hiesigen Ge­werbeschule nahm jetzt das Winterseme- st e r seinen Anfang. Es hatten sich zu der Er­öffnungsfeier außer dem grsamten Lehrpersonal die Mitglieder tes Aufsich srats und 88 Schüler eingefunden. Von letzteren besuchen 21 di« Unter- klafie und sind neu eingetreten, während die beiden Oberklafsen von früheren Schülern ae- bildet werden. Sm Namen tes Aufsichtsrats der Anstalt begrüßte Pfarrer Laut in herzlichrn Worten die Schüler und richtete an sie beher­zigenswerte Ratschläge und Ermahnungen zu eif­rigem Streben in ihrer Berufsausbildung. Rektor Vitt, der Leiter der Gewerbeschule, erläuterte alsdann tert Lehrgang in den einzelnen Klassen, die sich wieder in Abteilungen für Dauhand- werker, Maschinenschlosser, Elektroinstallateure, Möbelschreiner, Maler und Weißbinder teilen, so daß eine gründliche Ausbildung für zukünftige Handwerksmeister erworben werden kann. Außer tem Schulleiter unterrichten an der Gewerbeschule noch vier Gewerbelehrer und drei Lehrkräfte im Nebenamts. Mit der Gewerbeschule ist eine ge­werbliche Fortbildungsschule verbun­den, die die Lehrlinge in fünf Klassen mit elf Schülern zur Gesellenprüfung vorbereitet. An die­ser Schule unterrichten außer einem Berufsschule (ehrer noch zwei Gewerbelehrer. Der größte Teil ter Schüler kommt von auswärts. Günstige Bahn­verbindung nach Nidda kommt den Schülern hier­bei gut zustatten. Der Gewerbeschule Nidda find außerdem noch die gewerblichen Fortbildungs­schulen in Reichelsheim, Echzell, Hungen, Laubach und Schotten angegliedert. Den Fachunterricht an diesen erteilen hiesige Gewerbelehrer. Dur in Schotten hat ein solcher fernen Wohnsitz.

# Ober-Widdersheim, 1. Nov. Bei der Treibjagd des Iagdpächters Karl E i s e r I. von hier, die dieser Tage im Steinheimer und halben Ober-Widdersheimer Gemeindewald unter Beteili­gung von 18 Jägern stattfand, wurden zwei Rehe und 14 Hasen zur Strecke gebracht. Während der Bestand an Rebhühnern in diesem Jahre gut ist es wurden vor Beginn der Schußzeit Ketten von 14 bis 16 Stück gezählt entspricht der Hasenbestand nicht den gehegten Erwartungen. Die Fasanen haben sich in den letzten Jahren gut vermehrt.

Kreis Schotten.

- Ginartshausen, 1.Nov. Das in unserer Gemarkung liegende PachtgutSchellenhof, tem Grafen von Solms-Rödfiheim zu As enh im gehörend, hat sich seit zwei Jahren auf reine Wiesen- und Weidenwirtschaft um» gestellt. Für dies« Maßnahme war bit Um­stand bestimmend, daß das Ackerland, auch bei

Allen vorgenannten Wildarten gegenüber aber sollte ausnahmslos ter Grundsatz gelten:Allem Wild, das auf Schalen zieht, gebührt die Kugel." Nur dadurch wird dem Stück ein langsames Sichhinquälen erspart, wie es der Schrotschuh häufig zur Folge hat. und eine erfolgverspre» chente Nachsuche gewährleistet.

Die Hasenjagd hat im Oktober schon be­gonnen, doch die Hauptzeit beginnt jetzt erst. Sst es im Felde noch unruhig, so rückt Lampe gern ins Holz. Seht aber dann dort der Dlattfall ein, so wechselt er gern wieder ins Feld zurück, wo er ältere Sturzäcker, Gras, Hecken u. ä. für seine Sasse aufsucht. Damit beginnt denn auch me-fjr und mehr sein Abschuß im Felde. Dieser wird gern auf ter Suche oder in kleinen Strei­fen über das Feld ausgrübt. So beliebt diese Sagbart auch sein mag, so wenig wirtschaftlich ist sie und für Reviere mit einem nennenswerten Hasenabschuh mi verwerfen. Sie bringt Unruhe ins Revier und veranlaßt den öfters hochgemach­ten, von Hunten gehetzten, vielleicht auch an» geflickten Mümmelmann, gastlichere Gefllte auf- zusuchen. Der Schuh auf den vom Schützen fortftüchlenten Hasen veranlaßt zu schlechten und Weitschüssen, die häufig das Stück nicht zur Strecke Bringen und es trotzdem eingehen lassen. Drum erzielt ter Revierinhaber den besten Er­folg, der den Abschuß auf einer Winter- tret&iagb erledigt und sonst sein Revier in Ruhe läßt. Wir haben Beispiele aus der Umgebung von Gießen, wo in bestimmten Revieren früher bei Suche 30 bis 40, heute beim Treiben 1Ö0 bis 200 Hasen geschossen werten.

Wo sich der F a s a n « n^bestand wieder erholt hat, können Hähne abgeschossen'werten, während Hennen überall geschont werden sollten. Die Fütterungen sind nunmehr unbedingt in Ord­nung zu bringen. Man fertig« Schutzdächer aus Fichtenreisig oder Ginster von 4 bis 6 Quadrat­meter Größe an, die fich auf kleinen Pfählen so hoch über den Boten erheben, dah die Tiere gut darunterlaufen können. Hier sollen sie Dresch­abfall oder Heublumen finden, in die man die eigentlichen Futtermittel: Mais, Sonnenblumen­samen, Holunderbeeren, zerstückelte Rüben oder gekochte und zerkleinerte Knollen von Topinambur streut. Bei keinem anderen Wild ist rechtzeitige und regelmäßige Fütterung so wichtig, wie bei ihm.

Das Rebhuhn hat noch Schuhzeit, hält aber nicht mehr. Auch seine Fütterung sollte zum mindesten vorbereitet werten.

Die Waldschnepfe liegt gern in gemisch­ten Destänten, bevorzugt tagsüber trockenere La­gen, um abends auf Wiesen oder Feldern ein­zufallen. An solchen Stellen kann sie mit kurz suchendem Hund gejagd werten.

An Gräben und ilfern liegt die Bekassine, auf Bächen und Flüssen fällt die Ente ein. Bringt der Monat Kälte, so ist mit einem Zu­zug nordischer Enten zu rechnen.

Der B^g tes Fuchses ist nunmehr gut. Freudig 'gt ter Schütz« den roten Räuber zur Strecke der Waldtreibjagd, deren Zierde er bildet.

Hubertus.

intensivster Düngung, weit geringere Erträge ab­warf als die gleiche Fläch« in der Ebene. Un­günstige Erntezeiten verschlechterten noch das Er­gebnis. Deshalb sah sich ter derzeitige Pächter veranlaßt, das vorhandene Ackerland in Wiesen umzuwandeln und damit die Grundbedingung zu einer ausgedehnten Viehhaltung zu schaffen, worauf Klima und Höhenlage hinwiesen. Das Personal konnte stark reduziert,, ein Teil des Zugviehs abgeschafft wertem Die Milch wird täg­lich direkt den Verbrauchern in Schotten zu- geführt, so dah ter Zwischenhandel ausgeschaltet ist und ter erhöhte Preis dem Produzenten zugute kommt. Das über Bedarf geerntete' Heu wird ab­gesetzt. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, wirkt sich die Umstellung auf Wie'en- und Weide­wirtschaft günstig aus. Der landwirtschaftliche Betrieb ist wesentlich vereinfacht, die Rentabili­tät wird gesteigert und ter Produzent ist weniger abhängig von dem Erntewetter. Wenn diese Um­stellung auch für den Landwirt im Vogelsberg mit seinen vielen kleinen Parzellen, die über de ganze Gemarkung verstreut sind, ungleich schwerer ist, so wird die kommende Feldbereinigung auch hier günstigere Bedingungen schaffen und den Entschluß erleichtern.

Kreis Alsfeld.

L Ober-Ohmen, 1. Nov. Die Freiherrllch Riedeselsche Revierverwaltung m Lauterbach trug sich seither mit dem Gedanken, das hiesige Revier aufzulösen und von Engel - rod aus mitverwalten zu lassen. Erfreulicher­weise ließ man diesen Plan fallen. Unser Revier bleibt also selbständig. Da Rev'.ersörster Eckerts (Engelrod) in gleicher Eig.nfchaft nach Maar versetzt wurde, in diesen Tagen Re­vierförster H a n s u l t (Ober-Ohmen) die Ver­waltung tes Reviers Engelrod mitübernommen. Unsere Schule bekommt nun einen ideal ge­legenen Sportplatz. Auf ein Gesuch des Ge­meinderats hin erteilte das Forstamt Grünberg di« Erlaubnis, den im Kirchberg gelegenenSe- dansplah" durch Abholzung des Eschenbestantes beträchtlich zu erweitern. Unsere Sugenb wird sich nun in Bälde mitten im Wald tummeln dürfen. Die Organistenfrage unserer Gemeinte ist nun geregelt. Seither muhte Frl. Priester von Lauterbach hierherkommen, um die Orgel zu spielen. Um diesen unhaltbaren Zu­stand (Lzustellen. hat sich Lehrer Strack bereit- erklärt, den musikalischen Teil des Gottesdienstes zu übernehmen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSN. Wetzlar, 1. Nov. Der Eisenbahn­betriebsunfall bei Wetzlar, bei dem xein Gleiskrafttoagen auf eine Lokomotive ausfuhr, wobei 4 Personen verletzt wurden, hat schwere Folgen nach sich gezogen. Im Wetzlarer Krankenhause ist der Leiter des Reichsbahnbettiebsamts Wetzlar, Reichs­bahnrat Dipl.-Jng. Hoffmann, an den erlittenen Verletzungen Mittwoch abend gestorben. Reichs­bahnrat Hoffmann stand erst im 50. Lebensjahr. Er zählle zu den fähigsten und beliebtesten Beamten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M.

Kreis Biedenkopf.

T Naunheim, 1. Nov. Unsere Gemeinte ist noch eine von den wenigen des Kreises Bie­denkopf, die fein« W a f f e r l e i t ung hat. Nun soll aber dem Uebelstande ein Ente ge­

macht werden. Aus die Ausschreibung der Quell­fassung inKochs Grund" nach Blasbach zu sind mehrere Offerten eingegangen. Den Zu­schlag erteilt das Tiefbauamt D:edrnkopf.

Dillkreis.

bl. H e r b o r n f e e I b a d), 1. Nov. Don einem schweren Schicksalsschlage wurde die Familie des Bergmanns H. Bender von hier betroffen. Der Mann war auf der Erzgrube mit einer Spreng» (Übungsarbeit beschäftigt. Plötzlich ejplobierte die Ladung, und der bedauernswette Mann wurde so schwer verletzt, daß er im Krankenhause starb. Er hinterläßt Frau unb zwei Kinder.

Oberwesterwaldkreis.

WSN. Hachenburg, 1. Nov. Das in diesen Tagen vollendete 80. Erscheinungsjahr der Westerwälder Zeitung" hat Verlag und Redaktion veranlaßt, neben einer umfangreichen Festnummer eine Subiläums schr.fi h. rauszugeben, die nicht nur eine bemerkenswerte typographische Leistung darstellt, sondern auch inhaltlich eine Fundgrube für alle diejenigen ist, die die natür­lichen und landschaftlichen Schönheiten unb Eigenarten tes Westtrwaldes in ihrer Mannig- falttgkeit lieben und einm tiefen Einblick in das kulturelle und wittschaftliche Leben des Wester- waltes gewinnen wollen. Das Wnck ist ein be­weiskräftiges Dokument für den HrimÄsinn ter Westerwälder Zeitung".

Keine Einbehaltung von Versicherungskarten.

Durch § 1425 der RVO. und § 181 des AVG. ist es den Arbeitgebern verboten, Der- ficherungskarten wider den Willen des Snha- bers zurückzubH alten. Die Arbeitgeber hasten den Arbettnehmern für den Schaden, der ihnen durch das Zurückbehallen der Versicherunaskar- ten entsteht. Gegen diese Vorschttften wird sei­tens vieler Arbeitgeber insofern immer ttAe» der verstoßen, als sie den aus der Beschäfti­gung ausscheidenden Dersichetten die Versiche- rungskarten, sei es wegen Lohnstrmtigketten, oben sei es aus anderen Gründen, nicht sofort be­händigen. Dadurch setzen sich die in Frage kom­menden Arbeitgeber regelmäßig der großen Ge­fahr aus, haftpflichtig gemacht zu werden. Es ist im Laufe der Sabre in weitesten Ar­beitgeberkreisen Hebung geworden, daß sie von! Arbeitsuchenden vor Einstellung die Vorlage der Dersicherungskarte verlangen. Kann nun ein Ver­sicherter die Karte nicht vorlegen und wird, er aus diesem Grunde nicht zur Arbeit eingestellt, dann haftet der frühere Arbeitgeber dem Arbeit­nehmer für den dem letzteren dadurch entstan­denen Lohnausfall. Neuerdings hat nun auch das Landesarbeitsgericht in Berlin in einem Streitfall einen Arbeitgeber verurteilt, dem Arbeitnehmer den Schaden zu ersetzen, der diesem durch den Nichtbezug der Arbeitslosen- unterftüljung entstanden ist. Sn diesem Falls konnte der Arbettnehmer dem zuständigen Ar­beitsamt bei der Arbeitslosmeldung die vom» Arbeitgeber zurückbehaltene Snvalidenkar*.? nicht vorlegen: das Arbeitsamt hatte deshalb diel Arbeitslosmeldung nicht angenommen und Ar­beitslosenunterstützung nicht gezahlt. Die Ar­beitgeber handeln deshalb nur im eigenen Snter- esse, wenn sie die oben angezogenen Vorschriften, über die Aushändigung der Versicherungskarten genauestens befolgen.

.Hessen an der Dänengrenze.

Sn Flensburg, ter Geburtsstadt Dr. Eckeners, terSchönen" am Ostseestrand oben in Schleswig, warten in den letzten Wochen durch das Sägewerk einer Gießener Daufirma zwei Funitürm« gestellt. Diese Türme ausPitch- pine-Holz stehen auf der Bodenwelle über der Stadt und bilden bei ter flachen Bauweise in der dortigen Gegend ein weit hinausragentes Merllnal.

Die zum Aufbau ter Türme in Flensburg weilenden Zimmerleute bekamen unerwartet eine Einladung von tem dortigen Hessenverein, ter aus etwa 60 Mitgliedern besteht, und sie leisteten dieser Einladung gern Folge. Der Vor­sitzende begrüßte mit herzlichen Worten seine Funkturmleute" aus ter Heimat. Ein besseres Denkmal hätten sich seine hessischen Landsleute nicht sehen können, als die beiden Funktürme, di« fortan das Wahrzeichen ter Stadt Flensburg fein würden. Di« Hessen in Flensburg seien erfreut, dah es gerate Landsleute waren, die dieses Wahrzeichen schufen. Meister Hell­man n dankte im Namen seiner Landsleute für den freundlichen Wi llommengruh und gab einen kurzen ^eterblick über die schwierigen Aufbauarbeiten, die ohne Unfall verlausen- sind. Vaterlands- und Heimatslieter erflangen, auch das am Schluß dieses Dettchts to.etergegetene Lied der Hessen in ter Fremde. Die fröh­lichen Stunden gingen rasch vorüber, und am Schlüsse lieh ter Vorsitzende seinen Abschied ausklingen in die Wotte:Landsleute, grüßt uns unsere schöne Heimat." Das Hessenlied lautet:

Sind wir auch in weiter Ferne

Von tem schönen Hefienland, Sind wir doch ganz eng verbunden Durch ter Heimatliete Band:

Unser Herz wird stets nur schlagen Für das schöne Hefienland,

Unser Mund, ter wird stets sagen Was das Herz als gut erkannt.

Ließ' und Treu' tem Hessenlande, Lieb' und Treu' dem Dale.haus, Lieb' und Treu' tem Deutschen Reich Rufen wir mit Freuden aus,

Daß es schalle durch d'.e OIucil.

Dah es tön durch Tal und Wald, Dis auch aus dem Hes enlante

Antwort uns entgegenhallt.

Berliner Börse.

Berlin, I.Noo. (WTB. Funkspruch.) Das Ge- schäft ist heute vormittag wieder äußerst gering. Ine Stimmung scheint sich aber ttotz einer gewissen Un» sicherheit doch etwas gebesiett zu Haban, da man auf eine baldige Beilegung des Eisenkonflkktes^ hofft. Kurse sind aber noch nicht zu Horen. Man schatzt^vie erhöhten Frankfurter Abendbörsekurse Am Dem en> markt nennt man Paris 124,12, das Pfund 4,8488, den Dollar 4,19825, Mailand 92,60, Madrid 30,60.

Sprechstunden der Redaktion

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