Ausgabe 
2.5.1928
 
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Nr. 105 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mittwoch. 2. Mai 1928

Aus dem Reiche der Frau.

Die Frau in der Gärtnerei.:

Don Gertrud Gold, .Nürnberg.

Mit dem neuen tfttoddxm des Frühling» ftrigt in mir die Erinnerung aus frühester Kindheit au», als ich zum ersten Wale das Wunder her Aalur erkannte 3n unserem Hausgarten be- nbüd)!etc ich das Aufblühen eines 'Rittersporns. hm6 mich ft> entzückte, hast vielleicht von jenem Augenblick an her Dunich ^ättnerin *u Der-

ich besuchte nach P<

gung her Schulzeit eine Haushalt- und Dar- lenbauschule Dieses Jahr tmirbe mir Ipater als praktitches Lehrjahr anaerechnel Das -weite Lehrjahr verbrachte ich alt Lehrling in einer hefannten Stoudengärtnesei am Rhein Die abwechslungsreiche Arbcii in der Anzucht und Weiterkultur der Pflanzen machte nur beson­ders viel Freud« ®# ging uns allen das Herz auf. denn solche Pracht halten wir in unserem Leben noch nicht gesehen Felder mit Pfingst­rosen. Schwertlilien bunten Margueriten. mit nhallen voll

Clematis Himmelschlüllcl in vielen Farben und Sorten. Erika und Farne. Wasserbecken mit den herrlichsten Wasserrosen, einige große Kasten-

' ingc und Jung- pflanzen, und die Gewächshäuser. wo ElematiS und Zicrwein nerehelt und groftqezoqcn wurden. Um mich im Demüfebau und in her Bosenkultur 'nnzusehen. ging ich für kurze Zeit In eine Rosenlpezialllrma Später kam ich als Gehilfin für ein Jahr In eine Baumschulenfirma nach Karlstadt a. M. wo ich den Obstbau erlernen nnncr nubr ein. daß mir die Anzucht und Kultur der Stauden und Schling- .. am m. :fira lag und ent

dies Spezialgebiet zu wählen. So ging ich in eine Grvßgartnerei für Stauden und Schlingge­wächse nach Darmstadt Dort gab eS viel Neues zu sehen und zu lernen. Gs waren sonnige, sandige Stücke. SumPfgelände. Wlesenhänge. THoorbcete und schattige Hallen: jede» Pslänz- chen stand, wo c» von Natur aus hingehörle und konnte zur bestmöglichen Entfaltung kommen.

i dieses letzten 0'

ging ich noch cm Jahr nach Berfin-Dahlem auf die höhere Gärtner-Lehranstalt, wo ich meine inerjährige Praris durch Theorie ergänzen wollte Hier sind die Möglichkeiten gegeben, die öfamina zur Lehrerin oder 3n- ipeftorin abzulegen Heute habe ich eine tgene Gärtnerei, hauptsächlich für Stauden und Schlinggewächse, die dankbarsten Btüher, die alle wintcryart sind Mit jedem 3abr werden hie Pflanzen üppiger und stärker. Biele Menschen kennen leider unsere herrlichen Staudenkinder überhaupt nicht Eisenhut. Goldraute, Sonnen- braut. Dvldball. Akelei, Lichtnelke, Ehristrofe, D.c'enraute. Purpurglöckchen, Edel-Schasgarbe und viele mehr in wunderbarsten Farven und Formen. Wer sie kennt und besitzt, wird ungemein >iel Freude an ihnen erleben Born frühesten Friihling bi« zum Spätherbst, toenu die letzten Blumenougen erlöschen, können wir unsere Freude haben an dieser Schönheit und Blühwilligkeit, und ohne viel Mühe gelingt es jedem, die Stauden für viele Jahre zu Haden. Malerisch wirkt ost eine mit Schlingern berankte Wand im Haus, ein berankter (saun berankte Tor­bogen und Gartenhäuschen mit Schlingrosen in rofa und rot. Elcmatis mit lila, hellblauen, roten oder weihen großen Blüten, mit Zier- inein, der im Herbst in schönstem Feuer Prangt, ?ber Gltzzinien mit hellila Blütentrauben. Für Partenhäuschcn eignet sich sehr gut Jelänger­jelieber. der rot. geb. rosa oder weih blüht und start duftet. Wie die Anwendung der Schling- pflanzen ganz verschieden sein kann, so können rnch Stauden auf mannigfaltige Art angetoen- uct werden. Es können 6taubenrabatteil an einem .»reiten Weg entlang wundervoll wirken, bunt durcheinander, so daß zu jeder Zeit etwas vlüftt. Alle Arten von Staudenrabatten können unendlich farbenfroh zusammengestellt werden und

Geselligkeit der Kinder.

Don Margret Halm.

Sin bekannter Kinderarzt tagte einmal: Ätnbeegefellfd>aften sind meine besten Lieseran- ten." Das klingt nicht sehr ermutigend, zumal als Singang eines Artikels, in welchem wir uns über das Wie und da« WaS der Kindergesellig- leit unterhalten wollen Und doch ist diese War­nung vielleicht gerade hier sehr angebracht, um zu beweisen, wie wichtig es ist. sich die Frage der .Kindergeselligkeit lehr ernstlich zu überlegen und vollen Seiten zu beleuchten.

Da laden wir zehn. Atoölf Kinder ein und mehr, füttern sie mit allem Guten und über­schütten sie in bester Absicht mit liebertaf4>ungen und Freude. Dah wir damit den Kindern wirk­lich etwas Liebes tun, das bezweifeln wir keinen Augenblick und fveuen un» selber unsagbar an der Kinderfreude - sind glücklich mit ihnen in hrern Glück. Diese Freude der Eltern aber ist in der Regel sehr egoistisch. Denn die Kleinen müssen Ihre Freude fast immer büßen und pQ- nZals leibet nicht zu knapp. Unb das nicht fdtcn nur. weil die gastgebende Mama, um iu ihrem eigenen Vergnügen die lüften staunen­den Kinderaugen zu schassen, viel zu viel auf- i'fchk. und wenn es ganz schlimm ist. gar den mitfommenben Müttern zu imponieren, nach jeder Aichtung hin übertrieb. DaS schafft dann noch am gleichen Abend die fieberheißen Köpfchen und atme, wehe Bäuchlein in der Rächt. Hat das einen Sinn?

Unter vier Jahren sollten Kindereinladungen überhaupt nicht in Frage kommen. Das Kind 'elfter hat in diesem Alter absolut noch nichts davon. Der Kindergarten, mit dem das Drei- inftalft jährige« spazieren geht, vielleicht die ersten ^ymnastikstunden. genügen zu« seiner Mlenkung vollkommen und bedeuten ja in diesem Alter ^och vin Vergnügen. Den Vierjährigen mag nan bann wob', mal zwei, imhöchsten Falle

r e i Kinder einladen. Fünfjährig soll es dann in Gottes Flamen auch mal zu einer Einladung nif fünf oder sechs Kindern gehen dürfen.

Mehr als sieben ober höchstens acht Kinder einzuladcn ist aber auch bei echs- und fieben- iährigen Kindern ein U g. EEradc in diesem 2Ötcr, da das erste und zweite Schusiahr oft

geben so dem Garten eui sonniges Aue ehen E« gibt weiter ei Meine Stauden hie durch ihre bckrcu.oen Blätter eine groste Wirkung ber- orrüfen Zm>i Schl uh sei noch der Heinen Fet- fenstauden gedacht dir zwischen Steinen waeylen und Polster in den herrlichsten, leuchtendsten Farben bilt-en Zu dieser Gattung gehören An- beiden. Al'-ssum Icpri<b-^b*of in weil' blau und rot. viele raten bi.'enhc Saeisraqaarttn mit rofa. roten oder weiften B'utchen. 3den«. die vielfarbige Wolfsmilch. .Felleunelieu unb Son­nenröschen Edel weist und Enziane und vieles mehr Zwilchen Steinen, die man zu lleiv.cn Mauern cufeinanhcrlcoen kann, ober zu kleinen Treppen baut, bringt man etwa« Erde, darin diese anspruchslosen Feisrnpflanzen wurzeln unb leben Jeden, der eine eigene Scholle besitzt, kann die Anlage eines Stauden- und Schlivg- gewächsgartenv empfohlen werden zu eigener Freude Durch die einmalige Anfchattung hat man für immer einen schön blühenden Garten.

Ein wenig Warenkunde.

Don (ftvafh Oonfer.

Warenkenvlnis und Kenntnis der Bohmate- rialien sind die bedeutendsten Faktoren, die der Hausfrau da« gute Kausen und somit das billige Wirtschaften ermöglichen. Sie soll gewisse Htlfs- inittel kennen, die sie beim Kauf anwendet, falls sie sich nicht auf den Verkäufer ver­lassen kann.

Butter muft sich leicht unb weich schmelzend verhalten, wenn man ein kleines Stückchen zwi­schen den Fingern reibt. Sie darf keine trockene, harte unb breiartige Substanz enthalten Sie muft angenehm riechen, und darf, wenn man sie probiert, keinen Beigeschmack haben.

Milch, ein Lebenserfordernis für Kinder unb Aekonvaletzenten. ist Verfälschungen leider sehr unterworfen. Will man erkennen, ob die Milch rein und unverfälscht ist. so bringe man einen

Trop<en uul bett Aage! des Daumens Flieht er auseinander und zeigt er einen diäutichcu Aand. dann ist die Milch mit Wasser verletzt Man kann auch eine Stricknadel senkrecht in die M.Ich tauchen und sie wieder Heraufziehen. ilnoerfäUcttc Milch haftet an der Badei

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tpill. ob sie frisch sind, geaen da« Licht Jeigt sich em dunNer Punkt ober scheint das Ei schwarz, dann ist es schlecht und alt Eine andere Probe Dos E, wird in reines Wasser gelegt und beobachtet. (Sin Irisches <51 gebt sofort unter, während ein altes <$i oben <4)trimmt 3st die Schale rauft und weift, so handelt es sich um Kalkeier, deren Eiweiß man nicht zu Schnee schlagen kann.

Ä a r t o f f e l n müssen, efte man einen gröberen Vorrat kaust, zur Pros-c gekocht werden Sie ti*crbcn in einen Topf gcläKittx't, während in einem anderen Topfe ungeschälte Kartoffeln zur Probe ausgestellt sind. 3c nach Geschmack wähle man nun diejenigen hie raub oder die glatt geblieben sind

Kassee erkennt man. wenn er gefärbt ist daran, haft er sofort die Hand schwarz macht, wenn er auf die Handfläche gelegt wird. Arche Dohnen müssen vor dem Brennen ausprobiert werden. 3m falten Wasser müssen sie unterfinten, schwimmen sie oben, so sind sie nicht frisch

Mehl ist schon etwas schwerer zu prüfen Wenn man Weizenmehl approbieren will. lege man mehrere Dogen bläuliche« Dries popicr nebeneinander unb schütt." aus jeden Dogen etwa« Mehl Gutes Weizenmehl muft. trenn man es mit den Fingern zerdrückt, einen lebhaften Glanz haben Dimmt man es in die Hand, bann läßt es sich sest zusammendrücken. Ist das Mehl nicht gut. so bindet es nicht beim Kochen. Zeigen sich in dem Mehl dunkle Punkte, fo ist ein Zusatz von Boggcnmehl darin. Sieht man im Doggen- mehl violette Punkte, bann batf das Mehl, weil es durch Beimischung von Dtutfertom gif­tig ist, nicht verbraucht werden.

Alt werden und nicht altern.

Don Auch ^oeh.

Immer wollten die Menschen alt werden. niemals wollten sie altem. Die Eharlatane aller vierten haben sich diesen inbrünfrigep Wunsch der Menschheit zunutze gemacht, sie sind davon reich geworden, den Menschen, die an sie glaub­ten. wurde nicht geholfen Denn mit Mitteln und Mittelchen kann man die Jugend nicht halten. Der Beuzeit jedoch ist es gdungei. das Ge­heimnis der ewigen Jugend zu finden, so haft man alt werden kann, ohne zu altern, wenn man will. Unb wer möchte nicht wollen??? Die Menschen wollen getotft. sie hm aber durchaus nichts dazu, um sich in den Besitz der ewigen Jugend zu setzen. Mit skeptischen Zweifeln lehnen sie lächelnd alle- ab, waS ihnen dienlich sein kann. Sic sind, man sollte es laum glauben, zu bequem. Bequemlichkeit ist nicht etwa eine Alters­erscheinung. sie hat das Altern aber unbedingt im Gesolge. Jugend ist Lebhaftigkeit. Jugend ist, sachlich gesprochen, rasches Pulsieren des Blutes, ist schneller Dlutumlauf und gründliche Durch­blutung aller Organe. Falten und Runzeln ent­stehen nämlich nur, weil in sorf geschrittenen Jahren die Haut deS Gesichtes nicht genügenb mit Blut versorgt wird Dun-,ein und Fallen aber sind die erften Alker Serfchrinungen unb bi« untrüglichsten. Degen die Trägheit des Blutes, die eine Mattigkeit des Körpers zur Folge hat. Hilst nur die Bewegung. Die aktive unb die passive. Der Tanz ist ein Mittet zur Erhaltung der Jugend. Wer tanzt, altert weit langsamer als die Menschen, die hem Tanz abhold sind. Wan kommt gar nicht auf den Gedanlen. Men­schen. die flott, gern und gut tanzen, zu den Alten zu rechnen. Also wirft der Tanz auch suggestiv, für sich und für die anderen Man

sage nicht, haft man beim Tanken Bakterien ein­atme. und haft der Aufenthalt in der warmen und staubigen Lust ben Lungen nicht gut be­komme. Die Lungen stoßen das aus. was sie nicht haben wollen. Das schnelle Pulsieren des Blutes aber, das Jugend und Frische mit sich bringt, kann durch keine andere Beschäftigung in dem gleichen Maste erzeugt werden, wie durch den Tanz. Der Ginflust der Musik ist in anderer Hinsicht dem Menschen zur «Nfraltung der Jugend saft notwendig - - Wandern unb Spazierengehen. Schlittschuhlausen und Winter­sport sind Faktoren, die dem Menschen m dieser Hinsicht heildienlich sind. Die passive Bewegung ist die Massage. Dur darf man sich nicht allein darauf verlassen, denn sie ist nicht hinreichend, wenn die aktive Bewegung fcftlt Menschen, die nicht altern wollen, sollen di« Massage an­wenden. selbsttätig durch Frottieren, durch eine leichte Kopsmassage, die man mit den Hän­den auf Wangen. HalS und Stirn ausführt, oder aber sie sollen sich massieren lassen.

Alles, was ferner xitr Erhaltung der Jugend notwendig ist, gibt die Hygiene und damit bi« Re inlichkeit Die Beuzeit hat uns Zeit- geitoffen in diesem Punkte weit anspruchsvoller gemacht, als man eS früher war. Die Beinlich- feit erstreckt sich nicht nur auf die Teile des Körper«, die man sieht, mebr noch auf die ver­borgenen. die weder dem Licht und wenig der Luft ausgesetzt sind. Die Atxpcne verfangt, haft man sich des Morgen« nach dem Ausstehen voll­kommen entlleidet und dem Körper die Wohltat drS Wassers angedeihen läftt Warm ober kalt. daS soll jeder audprobiertn. Was man aber

recht erhebliche Anforderungen stellt unb einen grosten Schritt bebeutet vom Kinde riand in den Emst de» Lebens, sind alle Kräfte auf» äufterfte schon angespannt Wie wenig überlegt ist es da. die jungen Verven noch durch Ueber'lüssiges zu reizen.

Demünftigcrweise sind bis zum siebenten Jahr farbig glaciert« Zwiebäckchen. ungefüllte Schoko- ladenbiÄuit« und Sycfen^ebäd das einzige, was man Kindern zum hramHonellen Kakao geben soll Mit Obst- und Erdmekuchen vor allem aber Schlagsahne! sollen sie, wenn- denn un­bedingt fein muft. sich zu Haufe den Mayen verderben. In manchen Städten ist es üblich, haft gröberen Kindern, die wohl auch einmal einen Kirschen- oder Zwetschenkuchen, <31 teuftcl- und Batronkuchen aesahrlvs essen können, um sechs Ufir manchmal eine lüfte Speise gereicht wird. An und für sich recht überflüssig, nach* dcm sie sich die Heinen Mägen mit Kuchen schon vollgestopft haben. Doch wenn sich'« nicht um­gehen läftt. dann keinesfalls etwas anderes al« eine leichte Eröme. einen echten, rechten Kinder- wackelpudding oder eine lüfte Grütze.

Auch zu den einmal eingebürgerten Geschenken, ohne die eine Kindergeselligkeit heute kaum noch denkbar ist. ein kurzes Dort. Man sagt, da­gehört dazu. Ba schön. Eine nicht sehr über­legte Sitte, zumal im Hinblick auf weniger be- güterlc Familien, die ihren Kindern auch von Herren gerne dann und wann eine Kindergesett- schaft geben möchten, um sie nicht vor den an­deren zurückstehen zu lassen oder gar Kinder sind grausam! in peinlich« Situation zu brin­gen. Gerade aus diesem Grunde roHten nur die allcreinlachften kleinen Dinge zu dieser Gelegen­heit verschenkt werden, unb nicht als Geschenk gegeben, sondern die Kleinen sollten fie im Ge- (chicklichkeitsspiel llch selber erringen müssen, so- haft auch aus erzieherischen Gründen das Mo­ment der Selbstverständlichkeit von vornherein in Wegfall kommt. Topfschlagen mit verbundenen Augen. ..©erlaufen*4 (ein Holzei auf dem Küchen­löffel tragen). Sackhüpfen, eine Schürze umbin- den unb. wer am raschesten damit fertig ist, Knoten lösen, bei älteren Kindern rasch einen Brief schreiben ober soundfoviele Städtenamen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben, bei Klassen­kameraden vielleicht eine Acchmausgabe. die fit kürzlich durchgenommen, oder eine mathematische

Frage lösen. Keinesfalls jedoch um die Wette essen ober trinken ....

Wie (Teure ich meine Tochter aus?

Don Anne-Marik Mampel.

Nachdruck oerboten.

.Meine Tochter heiratet .** Bach wie vor freut es jede Mutter, das sagen zu können, nach wie vor spielt die Frage der Aussteuer etnc wichttge Bolle, nur mit dem Unterschied, dast man früher die Grenxen möglichst weit, heute möglichst eng tzeckt. dast an die Stelle der vielen Tutyenbe im Wäscheschrank das halbe, ja zuweilen sogar bas Viertelduyenb getreten ist. haft die Zimmer­flucht des neuen Heims von der Kleinwohnung abaclöst wurde.

Die Zeit hat da- so mit sich gebracht - die Mittel zur groben Aussteuer von ehedem fehlen, der Wohn raum mangelt und zum Teil ist es auch die immer wandelbarer werdende Mode, die es nicht ratsam erfeftetnen läftt. viel Leib­wäsche zahlreich« Kleider. Mäntel und Hüte auszustapcln.

Es heißt allo, llch in Beschränkung zu üben, wenn es daran geht, eine Aussteuer zu beschaffen und genau die wirtschaftliche Lage des jungen Paares zu erwägen, denn von ihr hängt es ab. waS notwendig fein wird oder nicht, und welcher Grad von Eleganz angebracht und er­wünscht scheint.

Sechs Taghemden. Beinkleider unb Nachthem­den. ober, falls man eS vvrzieht, ebensoviel Hembhosen. einige Schlüpfer unb Schlafanzüge, sechs Bektgarnituren, aus Laken, Decken-, Kissen-, Federbett- ober Plumcaubezügen bestehend, sechs Tisch kücher, 24 Mundtücher, ein paar nette und sarbecht« Kasfeegedecke, die entsprechende Anzahl von Hand- und Küchentüchern bilden den Grund­stock einer einfachen Wäscheaussteuer, dic durch hübsche gestickte ober spitzenbeseytc HntertaiHcn, Unter Neider, Frisierjacken. Taschentücher, Tisch­tücher für 12 ober 18 Personen und mehr, je nach Wunsch reichhaltiger und anspruchsvoller gestaltet werden kann.

Viel wichtiger als die Zahl der zu beschaffen­den Wäsche ist ihre Qualität .Wenig, ober gut", sei überall da, do man zu sparen gezwungen

nicht t'era*,.iur'fn Pari, das ist eine Belebung bet Hau» d c während des Sck»lates weniger inleitfio arbeitet Jüan lulle die Lungen not dem offenen Fenster mit Luft erneuere den oucrWoh. ialk den Slickstott entweichen Gin Mittel, gleichfalls zur Irftahung der Schlank- ftc i t. denn auch die kchlankbctt ist cm Attribut der Jugend co trägt xiuch die vollkommene Waschung b?« Moea- -1« zur .Fernftaltung obn Sntfernung brr Fette« bei 3e mehr die Haut angeregt irvrb. um Io ftc'hgtr ineftrt fte sich gegen ben Scttanlan D e Bebandlung mit Dür­ften oder mit groben Frotttcrb naen Ist aus diesem Gruride gesund und ,ugenvetchaltenh. Die Haut schnt sich nach Betätigung um so mehr, je intensiver der Körper das Alkern ablehnt.

Psvchilche Siqenschatken lind ein Teil der Ju­gend Denn man att werden will, ohne zu altem dann lege man der Gntfattung der see­lischen Harmonie einen gesteigerten Bkrt bet. In hortet Selbstdiszipi'n verjage man Streits»»cht und Zankiutz Lasll Rechthaber«' und sinnlosen Zorn nicht auskommen. Wehre iiw gegen un­berechtigtes Mißtrauen und Siferiucht Denn diele seelischen Eigenschaften untergraben die Ge­sundheit insofern, al« fte die Galle unnötig viel beanfpruchcn Der Leber, einem fehr wichtigen Ongan. die Arbeit er'chweren Das Herz in Mitteibenlchast Ateftdi Iugenb ist Gesund- hc 11. ist Frohsinn ist llnbefümmertbeit Das L«t>en lehrt es! Sanftmütige, einsichtige und nachgiebige Frauen (auch Männer) bleiben län­ger jung, gefunh und aufnahmefülhig Hvglene Ser Seele, des Geistes, des Körpers. Dann wird man alt werben, ohne zu altern.

Einteilung und praktische Verwertung.

Don Diorte Revier

Wo für einen Haushalt auf dem Lande ein Kalb gefchlachtet wird, was im Frühjahr ja häufig vorfomrnt. steht neben der Erfordernis der möglichst praktischen Verwertung der Wunsch, nun nicht täglich, mittags und abniM, Kalbs­braten essen zu müssen, sondern m vielfacher Gestalt und Zubereitung die verschieden artigsten Gerichte auf den Tisch zu bringen.

Dic beiden Keulen kann man gut als Braten einwecken. Von den Lapatten, wird die eine am besten in Buttermilch gelegt, die andere frisch geschmort oder gebraten Die Karbonade wird von den Rippen abgelöst, sest zusammen- gerollt in einen schmalen hohen Tops ober ein GlaS gedrückt, worin sie sich Mit etwa« Milch oder Buttermilch übergossen, recht lange hält. Beim Gebrauch wird die breite Sehnenhaut ent­fernt. dic Karbonade quer in feine Streifen ge­schnitten, immer drei übercinanbergelegt. etwas bejahen, geklopft, in Gi und Aetbbrot gewälzt und in schäumenden Butter möglichst schnell braun gebraten

Von ben auSgelösten Knochen. Bippen und häutigen Stücken kochen wir gleich am nächsten Tage eine gute Suppe, die mit sämttichem Suppen- gemüfe. einigen Gewürzkernen. Bet« oder Grieft, einer Mehlschwitze oder einem Stück Butter, ganz besonders wohlschmeckend ist. Das von ben Knochen gelöste unb da» häutige Fleisch wird etwas angesalzen, tn ausgelassenem Speck aus der Psannc bei schwachem Feuer schön braun ge­braten and zu Kartossein und Gurken gegeben

Oder wir bereiten davon Kalbsfrikassee, in­dem wir eifte Tasse der Fleischsuppe nebst ein bis zwei Löfseln Butfupp«. fünf Gewünkernen. einem Lorbeerblatt, zwei Löffel Essig und einem Lössel Wehl unb einer Tasse Sahn« anrüftren. zu einer sämigen Sofie kochen unb über die heifigehaltenen Fleischstücke giefien. Mn be­sonders geschätztes MitiagSgencht liefert das sog. Geschlinge Die abgekochtc Lunge und Herz hackt man nebst ein bi« zwei Zwiebeln ganz fein (nie auf der Fleischmaschine mahlen; wenn kein Hack-

ist, der leitende Grundsatz. Ihren Wäscheschatz nach und nach zu vergröfiern, wird jeder jungen Frau Freude machen, und sich, wenn das bereit« Vorhandene gediegen unb haltbar ist. leicht ermöglichen lasten, während schlechtes Material, das nach ein paarmal Waschen unansehnlich wird und reifit. einfach sortgeworsen und bald durch völlig vkeues erseht werden muft.

Beim Ankauf der Möbel ist derselbe Grundsatz maftgebenb. Hier spielt naturgemäß die Baum- Iragc eine grofie Bolle, und man wird seine Wahl nach den Mafien der Wohnung richten, die zur Vnsügung steht

Ein ncugcbadeneS Ehepaar, das zwei Zimmer und eine Küche mit Nebengelafi fein eigen nennt, ist nach heutigen Begriffen schon gut daran. Es wird dic Schl asst ube so die Mittel es erlauben in hellem Schleiflad. der den Vorzug der Ad- waschbarkeit hat. wählen und daS zweite Delafi qeschidt zum Eft-. Wohn- und Arbeit«raum gestalten. Dazu gehört ein niedrige« Büfett von mäftigem Umfang, ein ebenfalls nicht zu grvfier Ausziehtisch mit den nötigen Stühlen, eine ge­mütliche Hosaecke, die auch durch eine polster- belegte Edbank ersetzt werden kann, ein Schreib­tisch und ein Bücherbord. Wenn genügend Platz unb Geld vorhanden, kann an des letzteren Stelle ein Schrank treten, ter sehr zweckmäßig halb al« Bibliothek, halb al« Ditrine eingcridrtet ist

Die Küche wird nach den Gesehen moderner Hvgiene au«geftottct, die vorschreibt, daß Vor­räte und Geräte unter Verschluß sind, unb daß alles und jede« leicht sauber zu halten unb zu reinigen sei.

Wichtig lur das Wohl und Wehe der jungen Leben«gemeinlchatt sind die neuzeitlichen 'tech­nischen HauShalthilsSmittel der Staubsauger, das clekknlche Plätteifen. der mit Ga« ober Elektrizität gespeiste Koch-. Back- und Bratvfen und manch anderes noch. Sie nehmen der jun­gen Frau ein gut Teil zeitraubender, mühevoller Arbeit ab schützen sie vor Mcberbürthing, er­halten sie dadurch geistig und körperlich frisch unb bilden auf diese Weise äußerst bedeutungsvolle Bestandteil« der Aussteuer. Wo man zwischen ihnen und reinen Luxusgegenstanden zu wählen hat, sollten sie ofine weiteres bevorzugt werden, denn nicht auf den Prunk, sondern auf bie Zweckmäßigkeit einer Aussteuer kommt es heute in erster Linie an.