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Der

Kirche und Schule.

j_ Nidda. 1. März. Am Dienstag fand hier eine Konferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Vidda statt. Dekan Scriba begrüßte nach Schriftlesung und Gebet von Pfarrer CB o d in Ober-Mockstadts die Amtsbrüder. Der Vorsitzende machte zunächst eine Reihe geschäftlicher Mitteilungen. Er berich­tete u. a. über die Konferenz der Dekane am 17. Januar in Gießen, dabei gab er auch be­kannt, daß die diesjährige Superintendan­turkonferenz der Geistlichen der Provinz Oberhessen am 2. Mai in Gießen ist. 2m Mittelpunkt dieser Tagung wird ein Vortrag stehen über das Thema: »Arzt und Seelsorger". Pfarrer Laut machte auf die Tagung der Deutschen Ostasienmission vom 29. April bis 1. Mai in Gießen aufmerksam und bat um rege Beteiligung an dieser bedeutenden Tagung, bei her die bekannten Führer der Ostasienmission Vorträge übernommen hätten. Vach Erledigung des geschäftlichen Teiles der Konferenz hielt Pfarrer Vock (Ober-Mockstadt) seinen zweiten Vortrag über:Moderne Sekten. 2. Terl und Schluß Import aus Amerika und Grundsätz­liches". Die sehr sachkundigen Ausführungen wurden durch reichen Beifgll belohnt. Äachdem noch beschlossen worden wat, daß den Gemeinden Cichelsdorf und Ober-Lais aus Anlaß der Einweihung der renovierten Kir­chen dieser Gemeinden zwei Opferte!.er aus der Dekanatskasse als Gabe der Dekanats­gemeinden geschenkt werden, erreichte die Kon­ferenz ihr Ende.

Dillkreis.

* Herborn, 1. März. Auf dem heute abge­haltenen Markt waren ausgetrieben: 100 Stück Rindvieh, 250 Schweine Es wurden bezahlt für Fettvieh, und zwar Ochsen 1. Qual. 55 bis 60 Mark, 2. Qual. 40 bis 50 Mk., Kühe und Rinder 1. Qual 40 bis 45 Mk., 2. Qual 36 bis 40 Mk. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweine­markt kosteten Ferkel 52 bis 56 Mk., Läufer 60 bis 80 Mk. und Einlegschweine 85 bis 95 Mk. das Paar.

bl. Vreitscheid, 1. März. Dir Wester- Wälder Tonindustrie füllt in der nächsten Zeit den Betrieb vollkommen ein. Am kommenden Samstag werden bereits eine Anzahl Arb.iter entlassen. Die Stillegung dieses großen Werkes bedeutet einen empfindlichen Schlag für das hiesige Wirtschaftsleben, da hierdurch im ganzen über 200 Personen erwerbslos werden.

ObcrwesterwaLdkreis.

<D Ailertchen, 1. März Zn der Nacht zum Montag brach um drei Uhr im Gemeinde- gebäude Feuer aus. Der Verdacht der Brand st iftung fällt auf einen L a n d st r e i ° ch e r, dem die Ortspolizeibehörde im Gemeindehaus am Abende vorher Unterkunft gewährt hatte. Als die Ortsbewohner und die Feuerwehr zum Loschen erschienen, war der unbekannte Gast verschwunden. Dienstagabend gegen 8 Uhr entstan-d hier we- derum ein Brand, der das gesamte Anwesen des Bergmanns Peter Mohr in Flammen aufgehen ließ. Trotzdem neben der Ortsfeuerwehr fast sämt­liche Wehren der U.ngegend sich an den Löscharbei­

ten beteiligten, brannten Wohnhaus, S t (Hl und Scheuer vollständig nieder. 2.. Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein.

Kreis Westerburg.

WSN. Herschbach, 1. März. Noch ist der große Brand vor acht Tagen nicht vergessen, als gestern schon wieder die Feuerglocken läuteten. Die Tannenanpflanzungenaufder Herschbacher Heide standen in Flammen. Ein Bestand von 20Morgen, meist zwei- bis vierjährige Tannen, ist abgebrannt. Als Brandstifter wurde ein geistesschwacher junger Mann ermittelt.

Veterinärmedizinische Gesellschaft für Güdwestdeutschland.

Frankfurt a. M., l.März. Am Samstag tagte Im Kinosaal des Zoologischen Gartens die Veterinärmedizinische Gesellschaft für Südwestdeutschland unter dem der­zeitigen Vorsitzenden Obertierarzt Dr. Berdel. Als Vertreter der Regierung in Wiesbaden waren Regierungsrat Dr. Reich und Re- gierungs-- und Veterinärrat Dr. Schipp er­schienen. Unter den sehr zahlreich erschienenen Mitgliedern aus dem Regierungsbezirk Wies­baden, aus Hessen und der bayrischen Pfalz waren namhafte Vertreter des tierärztlichen Standes anwesend: Geh. Medizinalrat Dr. Olt, Geh. Medizinalrat Dr. Pfeiffer, Dr. V ö r r , ordtl. Umversitätsprofessoren an der Universität Gießen; Dr. Beilin g, Ministerialrat im Hes­sischen Ministerium des Innern in Darmstadt; Regierungsrat a. D. Dr. Kuppelmayr, Schlachthofdirektor in Frankfurt a. M. u. a. m.

Im Mittelpunkt des Tagesprogrammes stand die für die gesamte Volkswirtschaft. Landwirt­schaft und weiter auch für die Volkswohlfahrt so eminent bedeutende Frage der Rinder- Tuberkulofebekämpfung.

Dr. Albrecht vom staatlichen Institut für experimentelle Therapie in Frankfurt a. M. hielt einen Vortrag über den derzeitigen Stand der Tuberkulose-Bekämpfung nach Calmetts mit Hilfe der sog. S. C. G.-Kulturen. Dieses Verfahren ist in Frankreich bis jetzt an über 25 000 Rindern und an einer großen Anzahl von Kälbern zur Anwendung gebracht woroen.

Weiter sprach Dr. E i ck m a n n , Leiter des Dakteriologischen Institutes der Landwirtschafts- katnmer in Bonn a. Rh., über das staatlich an­erkannte Tuberlulo'e-Tilgungsverfahren. Redner wies darauf hin, wie es durch dieses Verfahren möglich ist, die offene Form der Tuberkulose auf ein Minimum herabzudrücken, und wie es weiter gelungen ist, Bestände zu schaffen, die vollständig frei sind von offener Tuberkulose. Gerade diese Form der Tuberkulose ist es, die oftmals eine gesunde Aufzucht und rationelle Bewirtschaftung

und Abordnungen und wünschte der Versamm­lung einen guten Verlauf. Als Vertreter des Kreises war Kreisinspektor Dillemuth er­schienen. Er übermittelte die Grüße des Landrates und wirkte durch eine längere Ausführung auf das kameradscha'tliche Zusammer hallen hin. Gleichzeitig dankte er dem Bezirksvorsitzenden für seine langjährige Tätigkeit im Feuerlüsch- dienste. Kreisbrandmeister Achenbach gab die neuesten Verfügungen zur Verleihung des Feuer- wehrerinnerungszcichens bekannt; bei gl. machte er über die im vergangenen Iahre verteilten Zuschüsse Mitteilung. Da Herr Herrmann aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz nieder­legen muß, wurde an seiner Stelle Kommandant Koch aus Gladenbach gewählt; zum Stellver­treter Herr Runkel aus Breidenbach ernannt. Im übrigen trat im Vorstände keine Qlenberung ein. Vach Beendigung der Tagesordnung wurde der bisherige Bezirksvorsitzende Herrmann aus Bottenhorn zum Ehrenvorsitzenden ernannt Mehrere gut vorgetragene Musikstücke des Musikvereins Gladenbach bildeten den Ab­schluß.

Starkenburg.

* Darmftabt, 1. März. Hier sind in Abwesen, heit der Wohnungsinhaber Einbruchsdieb­stähle verübt worden. Die Täter entwendeten außer einigen hundert Mark Bargeld mehrere Schmuck st ücke mit Brillanten, eine gol­dene Damenuhr und mehrere Jubiläumsmünzen.

Meinheffen.

WEN. Mainz, 1. März. Durch die Wahl des Bürgermeisters Adelung zum Staatspräsidenten ist der P o st e n e i n e s B ü r g e r m e i st e r s n e u zu besetzen. In den Deputationssitzungen wurde beschlossen, aus Sparsamkeitsgründen für den Bür- qermeisterposten einen neuen unbesoldeten Beigeordneten posten zu schaffen. Die sozial­demokratische Fraktion schlägt hierfür den sozialdemo­kratischen Stadtverordneten' und Direktor der Kon­sumgenossenschaft, Josef Bauer, vor. Für den durch den Tod des Geheimrats Dr. Müller frei gewordenen Posten eines unbesoldeten Beigeord­neten wurde von der Zentrumsfraktion der Stadt­verordnete und Rechtsanwalt Laos vorgeschlagen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<> Dornholzhausen, 1. März. Am Mon­tag nachmittag sand im Saale der Gastwirtschaft Schieferstein hierselbst eine Bezirksversamm- lung der Kreisbauernschaft Wetzlar für die Bürgermeisterei Rechtenbach statt, die von 'Ver­tretern aus den umliegenden Gemeinden sehr zahl­reich besucht war. Der zweite Vorsitzende der Kreis- bauernschast, Gemeindevorsteher a. D. Droh-Katzen- furt, erstattete Bericht über die vor kurzem statt­gehabte Vertretertagung in Limburg, auf der be­schlossen wurde, bei den kommenden Reichs- und Landeswahlen eigene Wahlvorschläge auf- zustellen und sich der nsugegründeten ch r i st l i ch - nationalen Bauernpartei anzuschließen. Die Versammlung nahm von diesem Beschluß mit großem Interesse Kenntnis und billigte das Vorgehen der Bezirksbauernschaft. Es wurde dar­auf hingewiesen, bafj nunmehr auch der letzte Mann an der Wahlurne erscheinen müsse. Geschäftsführer Dernberger von der Kreisbauernschaft Wetzlar sprach über dieFeuergilde", und der zweite Vor­sitzende Droh über ©teuerfragen und die Haft­pflichtversicherung der Landwirte. Besonderes In­teresse mürbe den Dechandlungen über die Einfüh­rung der Milch lei st ungsprüfungen .nt- gegengedracht, bei denen bekanntlich die Gemeinden des Hüttenbergs einen Kontrollring bilden sollen. Am Schlüsse der Versammlung sanden noch Sorrder- oerhandlungen mit der Ortsgruppe Ebersgöns statt, die die Anschaffung eines Niederungsbullen (für schwarzes Fleckvieh) betrafen. Es sollen erneut Ver­handlungen mit der Landwirtschaftskammer aufge- nommen werden, um die Anschaffung eines NieÄe- rungsbullen endlich zu erreichen.

Kreis Biedenkopf.

^Gladenbach, 1. März. Am Sonntag fand hier im Saale des Gastwirts Elmsheuser die Bezirksdelegierten-Verfamm- lung der greife. Feuerwehren des Kreises Biedenkopf statt, an welcher sich 31 Wehren beteiligtem Die Freiw. Feuer­wehr Gladenbach führte pünktlich um P/2 Uhr unter Leitung des Kommandanten Koch eine Schulübung aus, die sehr gut verlies. Damit wurde der Beweis geführt, daß sie technisch auf der Höhe ist. Unter Mitwirkung des Musik- Vereins Gladenbach ging es in geschlossener Ordnung zum Vereinslokal; daselbst eröffnete der Bezirksvorsitzende Herrmann aus Bottenhorn die gutbesuchte Versammlung. Anschließend be­grüßte Bürgermeister Müller im Vamen der Gemeinde die von auswärts erschienenen Wehren

vollständig unmöglich macht. Bekanntlich bildet auch die offene Form der Tuberkulose, wie sie meist bei Euter tuberkulöse angetroffen wird, durch die Milch und Butter eine große Gefahrenquelle für den Menschen und insbesondere für die Kinder.

Zum Schluß wurde ein Film gezeigt, der dazu bestimmt ist, das Interesse bei der Landbevöl­kerung für die Tuberkulosebekämpfung zu wecken und sie zu tatsächlicher Mitarbeit zu veranlassen. In instruktiver Weise wurde das ganze Verfah­ren mit seinen Vorteilen zur Veranschaulichung gebracht.

Schreckliches Zamiliendrama in Frankfurt.

Seine Frau und drei Sinder ermordet. Der Täter flüchtig.

WSV. Frankfurt a.M., l.März. Heute nachmittag wurde die Mordkommission nach der Bischo sheimer Straße 22 gerufen, wo die Ehe­frau Margret Wichmann, 28 Iahre alt, sowie ihre drei Kinder im Alter von vier, drei und einem Iahre ermordet aufgefunden wurden. Ohne allen Zweifel hat der Ehe­mann Friedrich Wichmann, am 31. Mai 1893 zu Spießen geboren, alle vier Per­sonen erdrosselt. Wie aus hinterlassenen Brie en und den polizeilichen Feststellungen her­vorgeht, ist w i r t s ch a s t l i ch e V o t der Grund zur Tat, die im Einverständnis mit seiner Ehe­frau von Wichmann ausgeführt wurde. Der Mörder hat seine Wohnung verlassen und ist flüchtig. Er trieb wie folgt beschrieben: 1.75 bis 1,80 groß, schlank, ge.ade Haltung, dunkelblondes, nach hinten gekämm es Haar, kleiner kurzgestutz­ter Schnurrbart, schie er Mund. Er war bekleidet mit schwarzem Lieberzieher mit Samtkragen, dunkelgrünem Hut, dessen Krempe nach unten gebogen war. Witte.langen über den Flüchtling nimmt jele Polizeistation und das Fahndungs­kommissariat beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main entgegen.

Gerichtösaal.

verurteilter fiirdjenräubet.

WSN. Mainz, 1. März. Der Schlosser Georg He r m a n i aus Rüdesheim, der gemeinsam mit einem anderen, bereits abgeurteUtcn Genossen bei Einbrüchen in Kirchen Teppiche und Altar­decken und in Schulen Geigen, Vorhänge usw. stahl, erhielt vom hiesigen Bezirksgericht eine Gesäng- nisftrafe von IVi Jahren. Er entzog sich seinerzeit der Strafe durch Eintritt in die Frem - d e n l e g i o n. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde er feftgenommen und jetzt abgeurteilt.

50 bis 60 Einbrüche.

WSV. Mainz. 1. März. Ein mehrfach vor­bestrafter Einbrecher, der Kaufmann Wil­helm Philippsburg aus Essen, dessen Spe­zialität es ist, in der Mittagszeit in Bu­reaus oder LadengefchäftendieKaf- fen zu plündern, und der nach feinem eige­nen Geständnis einem Stuttgarter Kriminal­beamten gegenüber 50 bis 60 Einbrüche in verschiedenen Städten zugab, wurde hier wegen eines vollendeten schweren Einbruchsdiebstahls im Rückfalle zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Staatsanwalt hatte zuzüglich I einer noch zu verbüßenden Zuchthaus­strafe von 10 Jahren eine Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus beantragt. Das hiesige Gericht sah jedoch von der Verhängung einer Gesamtstrafe ab, da der Angeklagte noch in einer Reihe von andern Städten zu verurteilen ist.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 29. Febr. Mitte Januar waren mehrere Einwohner von Garbenteich eines Abends in einer dortigen Wirtschaft. Zwischen zwei Gästen, Z. und L., entstand ein Wort­wechsel, in dessen Verlauf Z. zu L. sagte, er möge ihn doch in Ruhe lassen, er wolle ja gar nichts mit ihm. Auch setzte er sich, um weiteren Erörterungen aus dem Wege zu gehen, an einen anderen Tisch. L. bemerkte hierauf, er habe den Z. noch nie anders angetroffen als be­trunken, und er habe ihn schon nach Hause ge­bracht. Als Z. dem L. hierauf zuriefDu Dumm- föffer, schüttete L. ihm ein Glas Bier ins Gesicht. Z. ließ sich das ruhig gefallen und sagte nur zu dem neben ihm sitzenden D.:Ich habe doch gar nichts gemacht", woraus D. ihm leise antwortete:Sei ruhig und mache gar nichts, wenn du glaubst, es sei dir zu viel geschehen, zeige ihn an." Die letzten drei Worte hatte L. gehört, weshalb er laut rief:Es ist hier ein Mann im Zimmer, der hat Partei ergriffen." Als B. sich nicht regte, wiederholte L. feine Worte noch zweimal und fügte hinzu:Das ist der B. Z. hat mich einen Söffer geheißen." B. erwiderte alsdann, L. habe den Z. zuerst einen Söffer ge­nannt, woraus L. dem B. zurief:Wenn du das sagst, dann bist du der größte Lump." Diese Worte wiederholte er nochmals bei dem Sühne­versuch auf der Bürgermeisterei. In der heutigen Hauptverhandlung nahm L. jedoch seine Worte mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück und verpflichtete sich zur Zahlung sämtlich er Kosten. Sobald letzteres ge­schehen ist, wird D. die Privatklage zurück­nehmen.

Buntes Allerlei.

Gas und QSaffer.

Dom 19. April bis zum 21. Juli des nächsten Jahres wird in Berlin auf dem großen Aus­stellungsgelände am Funkturm die Ausstellung Gas unb Wasser" stattfinden, und eine der größten und bedeutendsten sein, die bisher auf dem Berliner Ausstellungsge.ände abgehallen worden sind. Die Ausstellung wird u. a. auch ein komplettes Gaswerk zeigen, so daß die Herstellung des Gases sozusagen an Ort und Stelle amlebenden Objekt" vorge,ührt werden kann. Eine besonders wichtige und interessante Abteilung wird die Vedenprodukte des Gases veranschaulichen. Der großstädiitcken mo­dernen Wasserversorgung soll die Hälfte der Ausstellung gewidmet sein. Zu diesem Zweck soll ein besonderes Wasserwerk errichtet werden. Die Vorbereitungen zur Ausstellung Gas und Wasser" werden gemeinsam vom Deut­schen Verein der Gas- und Wassersachmänner und dem Messeamt der Stadt Derlüt' getroffen werden.

Mel Heidelberger Stubenfen von der Universität verwiesen.

Der Disziplinarfenat der Heidelberger Universität hat drei völkische Studenten, die drei verschiedenen schlagenden Verbindungen angehören, wegen eines Gewaltaktes gegen den Unioersttätsprofessor E ck - Hardt zu schweren Strafen verurteilt. Ein Stu­dent wurde aus 3 Jahre, die beiden anderen auf 2 Jahre von der Universität verwiesen. Die drei Studenten hatten einen Disfuffionsabenb, den Professor Eckhardt abhalten wollte, mit Ge­walt zu verhindern versucht, da Professor Eckhardt In weiten Kreisen als freisinnig bekannt war.

Büchertisch.

Hans v. Hülsen: Gerhart Haupt­mann. (Dichter-Biographien, Band 28.) 197 Seiten 8°. Re.lams plniversal-Bibliothel Vr. 6811 13. Heft 1,20 Mk. Ganzleinenband 2 Mk.. Reclam, Leipzig. Hans von Hülsen war wie kaum ein anderer beru en, Hauptmanns Leben zu erzählen, denn er gehört zu den wenigen, denen der Dichter vollen Einblick in seine Schick­sals gewährte. Mll erfreulicher Klarheit der Ge­staltung hat Hülsen den Lebensgang des Dichters behutsam aus dem Wust vonAnalysen" und Legenden herausgeschält, den vier Jahrzehnte öffentlichen Wirkens darum gesponnen haben, und sein Bericht liest sich wie eine Erzählung. Dabei enthält das Buch eine Fülle bisher unbe­kannter oder schwer zugänglicher Dokumente, die des Dichters Lebensweg und somit ein gut Stück deutscher Zeitgeschich e illuftr.eren. 66

L. Becker-Emmerling: Technikder Miniaturmalerei auf Elfenbein und Pergament. 70 Sellen 8°. Verlag Otto Maier, Ravensburg. Preis 2,50 Mk. Cs ist ein Ver­dienst der Autorin, einer erfolgreichen Miniatur­malerin, wenn sie in diesem frisch geschriebenen Werkchen ihre reichen und reifen Erfahrungen klar mitteilt und dem angehenden Künstler Wege zum Erfolg weist. Sie verbindet gute alle Regeln mit modernen Erfahrungen. In den Kapiteln Handwerkszeug",Vorbereitung des Malgrun­des",Die Farben",Das Malen",Photo­graphie in der Miniatur",Miniatur auf Per­gament",Umrahmung" ufto. legt sie den Boden zu erfolgreichem Lernen und Arbeiten. Feine farbige Reproduktionen sind dem Büchlein bei* gegeben und zeigen u. a. Miniaturen im Ent- wicklungsstadium: Voreichnung Anlage fer­tiges Bild. So ist das ganze Werk praktisch und geschickt; es steht eine K instlerperfönllchkeit dahinter, die uns begreifen läßt, feie es kommt, daß das farbenfrohe, lebenswarme Miniatur­bildnis, das von der Photographie lange ve" drängt war, neuerdings wieder in Aufnahme ?-i kommen beginnt. 43

Richmond B. Barrett: Die Tore der Feinde. Roman. 320 Seiten 8°. Aus dem Amerikanischen übe.tra en von Franz Fein. (Romane der Welt.) Ganzleinen 2,85 Mk. Th. Knaur Vachs., Verlag, Berlin W 50. 82

James Oliver Curwood: Der brennende Wald. Roman. 316 Seiten 8'. Verlag von Th. Knaur Vachf., Berlin W50. 72

Marburg, D r. Ern st: Der rumä­nisch-ungarische Optanten st reit vor dem © e m t f cf) t e n Schiedsgericht und dem Völkerbund. Zugleich ein Te trag zur Lehre von der Enteignung im Vollerrecht. (Heft 8 derFrankfurter Abhandlungen zum Kriegs­verhütungsrecht". Herausgeber: Prof. Dr. F. Giese und Prof. Dr. K. Strupp.) Ilniversitäts- verlag von Robert Voske in Leipzig C 1. (6 Mk.) (73)

Die Deutschen als Landsknechte. Eine Dllanz des neuesten Kurses. Von Ober­finanzrat Dr. Bang. I. F. Lehmanns Verlag, München. 1927. Zweite stark erweiterte Auflage. 21. bis 25. Tausend. 1,50 Mk.816

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