Vorlage wegen Reuorvmmg -er Rechtsstellung des unehelichen Kindes sei bereits vor längerer Zeit dem Reichsrat zuge- gcrngen und dort verabschiedet worden. Sie werde dem Reichstag in den nächsten Tagen zugehrn. Die Sicherung der Rechtsstellung der Frau sei nach Ansicht des Ministers am dringendsten auf dem Gebiete des ehelichen Güte r r e ch t e s. Die Bestimmungen des B.G.B., die bei der Heirat den Mann zum Verwalter deS Vermögens feiner Frau machen, finl> nach Ansicht des Ministers mit den heutigen Anschauungen nicht mehr vertrag- l i ch. (Jin» Vorlage über die Reuregelung dieser- Frage hoffe er in absehbarer Zeit dem Reichs- tag zu geben lassen zu können. Auch sonst sei die in der Verfassung vorgesehene Gleichstellung der Frau mit dem Manne nicht in allen Deziehun- gen erreicht. Verschiedene Gesetzesänderungen seien hierzu noch erforderlich.
Abg. Or. Kahl (OB.)
stimmt der Tendenz der Anträge zu, die eine Verbesserung der Rechtsstellung der Frau in der Ehe erstreben. Eine ganz große Ungerechtigkeit liegt vor allem in der Rückwirkung der jetzigen Rechtsstellung auf die Staatsangehörigkeit der mit Ausländern verheirateten deutschen Frauen. Absolute rechtliche Gleichstellung des unehelichen Kindes mit dem ehelichen wird sich kaum durchführen lassen, well sonst geradezu die Grundlagen des Erbrechtes und Familienrechts erschüttert würden. Ich habe schon im Ausschuß zahlreiche erschütternde Beispiele für die Tatsache anführen können, daß es eine schuldlose objektive Ebe Zerrüttung gibt. Wenn eine solche Che bisher rstcht geschieden werden kann, so zeigt sich hier eine klaffende Lücke zwischen Leben und Recht. (Beifall.) Die Ehenot steigt, die Kluft zwischen Recht und Lebenswirklichkeit erweitert sich immer mehr. Eine so zerrüttete Ehe ist e i n U n - glück nicht nur für die Ehegattin, sondern ganz besonders für die minderjährigen Kinder. Da das geltende Recht zur Lösung dieser unerträglichen Ehen nicht ausreicht, kommt man zu der schamlosen Selbsthilfe durch künstliche Schaffung von Ehescheidungsgründen. (Lebhafte Zustimmung.) Die weltanschaulichen Argumente gegen eine Reform des bestehenden Zustandes sind nicht durchschlagend. Man sagt, die Ehegatten sollten auch schlimme Eheverhältnisse ertragen. Es kann aber die Rechtsordnung nicht abgestellt werden auf die h ö ch st e sittliche Straf tfeiftung. (Sehr wahr!) Die Rechtsprechung muß rechnen mit einer gewissen Durchschnitts- [ leistung, sonst tritt an die Stelle des Rechtes die Selbsthilfe. Die zwanglose Aufrechterhaltung einer sittlich ruinierten Ehe kann unmöglich der Heiligkeit der Ehe entspreck)en. (Lebhafte Zustimmung.) Die Volksgemeinschaft selbst hat kein Interesse an der Aufrechterhaltung eines Eheverhältnisses, das z u r L ü g e geworden ist. Durch eine Reform in dem von mir angedeuteten Sinne würde das katholische Dogma von der Unlösbarkeit der Ehe nicht verletzt. Lassen sie uns die Dinge im Rechtsausschuß in aller Ruhe und lediglich im Hinblick auf die Dolksnot behandeln. Wenn es gelänge, eine gesetzliche Neuordnung zu schaffen, so würden Sie dem deutschen Volk einen ganz außerordentlich guten Dienst geleistet haben. (Lebhafter Beifall.)
Weiterberatung Samstag.
Das Mißtrauensvotum gegen Gevering abgelehnt.
Enthaltung der Kommunisten.
Die Wirtschaftspartei gegen die Regierung.
Berlin, 30.Roo 3m Reichstag wurden die mißtrauen »anträge der Deutschnationalen und der fidmmunlffen gegen den Reichsinnenminister 5eoc- ring zur Abstimmung gebracht.
vor der Abstimmung erklärt Abg. Stöcker (fiom.), angesichts der von den Deutschnatlonalen eingenommenen Haltung würden die Kommunisten nicht für den deulschnationalen Mißtrauensantrag stimmen. (Lebhaftes Höri, hört! rechts.) — Abg. Drewlh (wirtsch. Part.) erklärt, seine Freunde wollten endlich einmal Klarheit schaffen, von welchen Parteien die Regierung gestützt wird. Durch ihre bisherigen Handlungen habe sich die Regierung nicht das vertrauen der TDirt- schaftspartei erworben. Die Tvirtschaftspartei werde daher für den deutschnationalen Antrag stimmen, (hört! hört!)
3n namentlicher Abstimmung wird darauf der deutschnationale Antrag mit 269 gegen 101 Stimmen der Deulschnationalen der wirtschaftspaclei, der Lhrislllch-Ratlonalen und der Rationalfozia- listen bei 42 Enthaltungen der Kommunisten a b - gelehnt. 3n einfacher Abstimmung wird auch der kommunistische Mihtrauensanlrag abgelehnt.
E neKundgebungdesSandwettS
Der Reichswirtschaftsminister spricht.
Verlin, 30. Rov. (MTV.) Der Reichsver- banb des Deutschen Handwerks veranstaltete in Verbindung mit einer Tagung seines großen Ausschusses einen parlamentarischen Abend, dem sich ein geselliges Deisammensein anschloh, zu dem auch der Reichswirtschastsminister Dr. Curtius und der Relchsarbeitsminister WisseH noch zu später Stund« erschienen. Dr. Curtius dankte auch im Ra men des Reichsarbeitsministers für die freundlich« Einladung und wies darauf hin, daß sie beide von sehr schweren Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Verlegung des Konfliktes in der Eisenindustrie hierher gekommen seien. Er machte Mitteilung davon, daß die Unternehmer hofften, wenn irgend möglich, am Montags ihre (Betriebe bereits toi«* d er öffnen zu können. 3m Interesse aller Wirtschaftskreise und auch des Handwerks hoffe er, daß di« (Beilegung des Streits nunmehr auch bestimmt «intreten werde. Der Reichswiri- schaftsminister wies dann darauf hin, daß er bereits 1926, als die Preissenkung drohte, sich dagegen ausgesprochen habe, und daß seit dieser Zeit seine innige Verbundenheit mit dem Hand* Werk datiere. Die Abmachungen, die damals mit dem deutschen Handwerk getroffen worden seien, seien von diesem immer in loyaler Weise gehalten worden. Wir werden uns, erklärte Dr. Curtius, in der nächsten Zeit des öfteren mit dem Handwerk zu beschäftigen haben. Reben einer deutsch- nationalen Intervellation sei eine große Anzahl von Anträgen aller Fraktionen, die das Handwerk betreffen, dem Reichstage zugegangen. Der Minister schloß mit einem dreifach^ Hoch aus ein lebensfähiges deutsches Handwerk und auf einen starken deutschen Mittelstand.
Blutrache im Gerichissaal.
Oer Mörder des albanischen Gesandten Lena Beg auf der Anklagebank erschossen.
Prag, 30. Rov. (WTB.) während der Schwurgerichtsverhandlung gegen den Albaner Bebi, der im Oktober 1927 den albanischen Gesandten in Prag, Lena Leg, einen Schwager König Achmed Zo- gus, ermordet hat, wurde der Angeklagte Bebi während der Sitzung mitten im Gerichlssoal von einem Unbekannten erschaffen. Der Präsident des Gerichtshofes hatte gerade eine Unterbrechung der Verhandlung angekündigt und während Richter und Geschworene sich von ihren Sitzen erhoben, drängte sich aus den Reihen der Zuhörer ein etwa 35jähriger Mann nach vorn, hob einen Revolver und feuerte auf den Angeklagten, auf den er lm ganzen ca. 27 Schüsse abgegeben haben soll. Bebi wurde mehrfach in den Kopf getroffen und stürzte sofort tot zu Boden. Der Unbekannte traf mit seinen Schüssen weiterhin den italienischen Journalisten Adrianp del viecchio, Redakteur des Blattes „31 Piccolo" aus Triest, welcher sich gerade mit dem Gerichlsdolmetscher unterhielt. Del Viecchio wurde schwer verletzt. Durch die Schüsse im Gerichtssaol entstand eine unbeschreibliche Panik. Dos Publikum stürzte rasch aus dem Saal, der so- fort geräumt wurde. 3m Saal verblieben nur der tote Bebi, der blutüberströmt mit zertrümmertem Schädel auf dem Boden lag, der schwerverletzte italienische Journalist, um den sich verschiedene Aerzte bemühten, die Richter und einige Journalisten. Der Attentäter wurde sofort nach der Tal nach geringem widerstand verhaftet und ihm die Waffe abgenommen. 3n dem Täter wurde auf Grund feiner Personalausweise der im Jahre 1901 im Dorfe Kossowo bei Tirana geborene Ziga vucikerno festgeslellk, der ein Diener des Kapitäns der
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albanischen Armee, (Sana Beg, des Bruder» des ermordeten Gesandten Z e na Beg, ist.
Auf die Jrage, aus welchen Gründen er die Mordtat verübt habe, erklärte der Mörder, er habe nicht mit vorbedacht gehandelt; er habe nicht die Absicht gehabt, Bebi zu ermorden; als er aber den Klang i talienischer Worte gehört habe, habe er die Besinnung verloren und die Schüsse abgefeuert. Aus die Frage, warum er einen Revolver in den Verhandlungssaal mltgebrachl habe, erklärte vuciterna, dies fei albanische Sitte. Der Bruder des ermordeten Gesandten Lena Beg, Gaul Beg, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Verdunkelungsgefahr in haft genommen. Lr leugnet die Mitschuld an dem Morde und erklärt, er fei über die Schüsse auss äußerste bestürzt gewesen. Der verdacht gegen (Sani gründet sich hauptsächlich auf eine Rachricht der Belgrader „Polittka", in der es heißt, daß die Familie der Krysziu an Lena Begs Todestage bei einer prunkvollen Todesfeier dem Mörder Blutrache geschworen habe. Rach der Meldung dieses Belgrader Blattes war Gaul Beg bei dem Schwur anwesend. (Sani erklärte, daß nach den albanischen Gesehen jeder, dessen verwandter ermordet wurde, zur Blutrache verpflichtet fei. Er aber und seine Familie, die zum größten Teil im Westen erzogen wurden, hielten sich nicht an diese mittelalterlichen Gesetze. (Sani Beg ist etwa dreißig Jahre alt, war Major in der albanischen Armee und Lhef der gesamten Artillerie, die damals aus flehen Geschützen bestand.
AMOurß und die DeuWen. Ein französisches Blatt über die Stellung des Reichspräsidenten.
Paris, 30. Rov. (Tel.) In einem Artikel „Deutschland weiß was es will" schreibt das „Journal": Wer sich von Deutschland eine klare Vorstellung machen Wolke, solle sich Hindenburg ansehen. Hindenburg bedeute ganz Deutschland. In ihm spiegele es sich wider und er spiegele sich in Deutschland wider. D i e entscheidende Autorität, die er in allen Angelegenheiten zeige, nehme er nicht allein aus der Verfassung von Weimar und den ihm übertragenen Befugnissen. Was seine Kraft ausmache, was ihm souverän in allen großen Fragen einzugreifen gestatte, sei die Zustimmung des Volkes. Der Deutsche liebe es, einem Führer zu folgen. Rach einigen Jahren des ScAvankens habe es den Mann gefunden, den es suchte. Deutschland schwöre auf ihn und sei bereit, ihm zu gehorchen. Aufrecht wie eine Siche trotz seiner 81 Jahre, der Blick fest und die Gedanken klar, sei Hindenburg den Deutschen zugleich Ioffre und Clemen - ca u. Alles was er sage, halle tief in der Seele aller Deutschen wider, toeU er nie ein Wort ausspreche, das nicht vorher von allen Deutschen gedacht worden sei. Man begreife ihn sewst dann, wenn er zweifele.
Die Reparationsdebatte.
London an den Rechtsfragen uninteressiert.
London, 1. Dez. (WTB. Funkspruch.) Laut „Daily Telegraph", hat gestern bis zum späten Abend keine der in Betracht kommendem alliierten Regierungen endgültig auf di« britischen Vorschläge Über eine gemeinsam« Antwort auf das deutsche Reparationsmemorandum vom 30. Oktober geantwortet. Es sei jedoch möglich, daß der britische Botschafter in Paris, der Donnerstagabend aus Paris in London ein» getrpffen ist, und das Wochenende als Gast des Premierministers in Chequers verbringt, die Ansicht übermitteln könnte, die Poincare, wir erwartet wird, sicherlich bald formell zum Ausdruck bringen wird. Der Korrespondent betont, daß die britische Regierung einen sehr praktischen Standpunkt einnehme und daß rechtliche, sowie Prozedurfragen für die englischen Finanzsachverständigen wenig Interesse hätten, deren einzig» Sorge sei, ob die geplante Untersuchung zu einer Lösung führen und Deutschland etwas entlaste, ohne den britischen Steuerzahler zu schädigen. London sei geneigt, es Paris oder Berlin zu überlassen, weniger wichtige Fragen, wie die, durch wen die alliierten Sachverständigen ernannt werden sollen, zu regeln.
Die Beisetzung
des Admiral Scheers.
Weimar, 30. Rov. (WTB) In der thüringischen Landeshauptstadt wurde h?ute Admiral Scheer zur letz en Ru^e ge> t:L 3.i der Herder- Kirche war vor dem großen Altar.i d unter der Marin.flagge mit d.m Admirals:mb>emen d:r schlichte Sarg aufgebahrt, umgeben von einer großen Fülle von Kränzen mit Schleifen, letzte Grüße der Kameraden und Freunde. Angehörige der Marin.l.llung und des Marin vcriins hielten die Ehrenwache. Ein unaufh lr icher Menschenstrom defilierte durch das Gotteshaus, bis um die Mittagsstunde die ersten Teilnehmer der Trauerfeier eintrafen. Um V32 älhr war die Herder Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Mit Orgelspiel und Gefangsvorträgen wurde die Feier eingeleitet. Die Gedächtn.sansprache hie't Marine tationspfar'er Ronneburger (Wilhelmshaven). Er legte ihr die Psalmen 21 und 42 zugrunde: „Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufeI“ und „Von Gottes Gnade bin ich, was ich bin." Pfarrer Ronneburger gab einen Rückblick über 'das reichbewegte Leben des Verstorbenen, der nicht nur ein vorbildlicher Seemann und Vorgesetzter, sondern auch ein Mensch von wahrer innerer Größe gewesen sei. Pflichttreue bis zum äußersten, aber auch kameradschaftlicher Geist und menschliche Güte adelten fein Leben.
Rach der Feier wurde der Sarg unter gedämpftem Trommelwirbel und den Klängen eines Chorals zum Leichenwagen getragen, der mit sechs schwarzverhängten Pferden bespannt war. Die Truppen erwiesen dem Toten die militäri
schen Ehren. Dann setzte sich der Zug unter Dorantritt des Trompelerkorps des Reiterregiments, gefolgt von den Ordensträgern, zur Friedhofskapelle in Bewegung. Hinter dem Leichenwagen, links und rechts flankiert von Marineangehori- gen, folgten die nächsten Anverwandten des Admirals, hinter diesen die Admiralität und die Generalität, die Vertreter der Behörden, darunter die thuriirgische Landesregierung, Abordnungen und Verbände. Trotz des strömenden Regens umsäumte eine große Menschemnenge die Straßen bis zur Friedhosslapelle. 'Sie Einsegnung des Enttchlafenen in der Friedhofskapelle nahm Pfarrer W e y r i ch (Weimar) vor. Er toibmeie Admiral Scheer als Weimarer Bürger herzsiche Absch'.edstoorte. Rach Gebet und Segen wurde die irdische Hülle des Admirals unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden dem Feuer übergeben, während die auf- gestellte Infanterielompagnie eine Ehrensalve abgab. Als Vertreter der Reichsregierung war der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. R a e b c r, bei der Trauerfeier an* wesend.
Das hessische Gewerbeschulgesetz.
WHP. Darmstadt. 30. Rov. Der Gesetzgebungsausschuh des Landtags behandelte zunächst einen Antrag des Abg. Kaul (Soz.) zum Gewerbeschulgesetz, wonach die Richtsatz- gemeinden zu den Ko st en der 11 n ter» richtsanstalten herangezogen werden sollen, wenn aus ihrem Gemeindebezirk Schüler in diese Anstalten gehen. Die Regierung hatte hier einen entsprechenden Vorschlag ausgearbeitet. Es entspann sich eine längere Aussprache über die prinzipielle Frage, ob diese, Heranziehung der Richtsitzgemeinden berechtigt sei. Ramentlich der Bauernbund wandte sich gegen diese Heranziehung. Da durch diesen Antrag die Materie sehr erschwert worden wäre, wurde der Antrag Kaul zurückgezogen, die Regierung aber ersucht, diese Frage durch eine selbständige Vorlage, die auch die höheren Schulen einschließen soll, besonders zu regeln.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtages. Schlußberatunq dcS Stellenplanes.
Sondergebäudcsteuergesetz.
Darmstadt, 30. Rov. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages kam heute mit der (Berit ng des St lle Pa.es in d r toci cn esu g zu End«. Verschiedene Beschlüße dec e.sten Lesung, die Konsequenzen zur Folge gehabt hätten, wurden in der zweiten Lesung revidiert. Bei einigen Anträgen war sogar eine dritte Lesung erforderlich. Folgende bemerkensw.rte Aenderungen wurden heute noch vorgenommm: Bei Artikel 31 werden auf Antrag 2I.it/c3 (S.) bei den Der- waltungsobersekretärcn fünf Inhaber nach Gruppe A 4b cinge'tuft. Bei A tikel 83 werden auf Antrag Lu? (S,) 5 Oberbausekretäre für ihre Pe.soiz in die Gruppe 4b ein» rangiert. Bei Arti el 112 werden auf Antrag Reiber (D.) ein weiterer Oberbaurat genehmigt. Außerdem werden b:i dem g eichen Artikel auf Antrag Wecker (Z.) 14 Oberbaus tretäre als Inhaber in die Gruppe 4b einger iht.
Darauf füllt der Ausschuß die bei der Beratung des Sondergebäudesteucrgeset- z e s entstandenen Lucken aus. Bei Artikel. 4 wurden vier Anträge des Abgeordneten Best (DDP.) abgelehnt, die sich mit der steuerlichen Belastung von Grundstücken befassen, die vor der Inflationszeit unbelastet oder mir teilweise belastet waren und für di« eine dem AuswerA igsgesetz entsprechende steuerliche Erfassung gewünscht wurde. — Angenommen wurde ein Zentrumsantrag, der für Steuerpflichtige mit einem Einkommen bis zu 1300 Mark sowie für Sozial- und Kleinrentner, Kriegsbeschädigte und Hinterbliebene und andere bedürftige Personen steuerliche Erleichterungen vorsieht, — Bei Artikel 7 findet ein Reg.erungs- vorschlag Annahme, wonach bei Grundstücken, die am 31. Dezember 1918 entweder unbelastet waren oder die damalig« privatrechtliche Belastung nicht mehr als 30 Proz. des Friedenswertes betrug, der (Betrag der Steuer auf Antrag des Steuerpflichtigen soweit herabzusetzen ist, daß er einschließlich der Steuer nach Artikel 13 bei unbelasteten Grundstücken 0,60 vom Hundert des Friedenswertes, bei einer Belastung bis zu 10 Proz. des Friedenswertes 0,85 v. H., bei einer Belastung bis zu 20 Proz.
des Friedenswertes 1,10 v. H. und bei einet Belastung bis zu 30 Proz. des Friedenswertes 1,35 v. H. des Friedenswertes ausmacht. Zu Artikel 9 liegt ein Antrag Kaul (Soz.) vor. dessen Annahme von der Regierung bei der ersten Beratung energisch bekänrpft wurde und zu dem sie heute eine neu» Fassung vorschlug die Annahme fand. Der Antrag Kaul touroe zurückgezogen. Runmehr soll der bebaute Kleingrundbesitz weiter entlastet werden, und zwar um 40 Proz., mit 10 Proz., wenn dec ungekürzte Friedenswert höchstens 4000 Mark beträgt und um 20 Proz., wenn dieser Wert mehr aü 4000 bis höchstens 6000 Mark beträgt (Bei Berechnung dieses Friedenswertes werden aber die gewerblich benutzten Räume nicht berücksichtigt, falls der ungekürzte Friedenswert den (Betrag von 12 000 Mark übersteigt.
Aus aller Wett.
Das englische Volk beerbt eine ertrunkene Ozeanfllegerin.
lieber das Vermögen von Fräulein Elfie M a ck a y. die in diesem Jahre bei dem Versuch, den Atlantik im Flugzeug zu überqueren, ertrank, ist nunmehr nach den Wünschen des Vaters, Lord Inchiape. verfügt worden. Der Schatzkanzler Churchill teilt mit, daß ihm eine Summe von etwa 10,5 Millionen Mark ausbezahlt worden fei, di« Treuhändern zu übergeben ist, mit der Bestimmung. sie fünfzig Jahve liegen und Zinsen ans ammeln zu lassen. Alsdann soll der Gesamtbetrag zur Verminderung der englischen Rationalschuld verwandt werden. Zu Treuhändern find ernannt worden der englische Schatzkanzler, der Gouverneur der Dank von England und der Generalkontrolleur des Bureaus für di« englische Nationalschuld.
Jünf Tote butrf) Pilzvergiftungen in Frankreich.
AuS verschiedenen Teilen Frankreichs liegen Meldungen über schwere Pilzvergiftungen von, In Toulouse sind zwei Kinder einer italienischen Arbeiterfamilie nach dem Genuß von selbst- gesammelten Pilzen gestorben, während vier andere schwer krank damiederliegen. In einet anderen Familie ist ein sechsjähriges Mädchen unter fürchterlichen Qualen gestorben. In Revers fiel ein Mann und dessen Frau der Vergiftung zum Opfer.
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Wettcrvo raussage.
Nach dem Dorüberzug der milden westlichen Lust- massen, die einen Temperaturanstieg seit gestern morgen von drei bis vier Grad gebracht haben, fließt bereits wieder kühlere Luft, aus Nordwesten kommend, unserem Gebiete zu. Dabei steigt der Luftdruck langsam an, der ein Nachlassen der Niederschläge herbeiführt, wenn auch unter der Nord- wemuft g-rßer Bewölkung mit Niederschlägen geregnet werden muß. Sehr wahrscheinlich wird mit Beginn der nächsten Woche wieder eine Wetterverschlechterung eintreten, denn westlich von Irland nähert sich eine neue Störung.
Wettervorhersage für Sonntag: Wechselnd wolkig, stellenweise auch vorübergehend Aufheiterung, Temperaturen noch etwas sinkend, nur vereinzelt.Niederschläge.
Witterungsaussichten für Montag: Wieder Uebergang zu milderem und schlechterem Wetter wahrscheinlich.
Lufttemperaturen am 30. November: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 2,1 Grad Celsius; am 1. Dez.: morgens 5,6 Grad Celsius. Marimum 5,8 Grad Celsius, Minimum 0,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 30. November: abends 2,8 Grad Celsius, am 1. Dezember: morgens: 2,8 Grad Celsius. — Niederschlag 8,9 Millimeter.
Amtlicher Wintersport.
Nachrichtendienst der t,essischen Wetterdienststelle. Vogelsberg (hoherodskopf).
Rebel, 0 Grad Celsius, Schneehöhe 15 Zentimeter, Beschaffenheit etwas verharrscht. Sportmöglichkeit für Ski zümsich gut.
Odenwald.
Keine Sportmöglichkeit.
Sauerland (Dinlerberg).
Rebel, plus 1 Grad Celsius, 24 Zentimeter Schnee, Pappschnee, keine Sportmöglichkeit.
Schwarzwald (Ruheslein).
Nebel, minus 1 Grad Celsius; Schneehöhe 60 Zentimeter, beträchtlich verharrscht. Ski und Rodel gut.
Alpen (Berchlesgaden).
Bewölkt, plus 2 Grad Celsius, Schneehöhe 15 Zentimeter, pulverförmig, Ski und Rodel mäßig.
Garmisch-Partenkirchen.
9luU Grad Celsius, 38 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.


