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Montag, 1. Oktober 1928

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeil)

Nr. 23 Drittes Blatt

Tumen, (Sport und Spiel

Nachdruck verboten.

5. Sortierung.

Zitternd vor Dankbarkeit, lief sie neben dem schnell Ausschrcitenden einher.Ich komme kaum mit."

Keine Angst. Ich reiße nicht aus. Koffer flaue ich nicht. Ich gebe mich nur mit großen Sachen ab."

Hatte er sich nicht wieder verplappert? Aber die kleine Frau lief glücklich und schnaufend neben ihm her. v

Am Bahnhof verflog seine gute Laune vollends. Hier würde man ihn zuerst suchen., Wie hatte er nur zum Bahnhof gehen können! Hier standen die Berfolger schon längst, sicher postiert. Jeder Dienst- mann dort sah, zum Exernpel, verdächtig aus. Er hätte ihm gern an dem buschigen Schnauzbart ge­zerrt, ob der nicht aufgepappt war.

Haben Sie wenigstens eine Fahrkarte? fuhr er die Frau ungeduldig an.

Natürlich. Aber du lieber Gott, wo steckt sie nur?" Sie fingerte in ihrem Handtäschchen herum. Ein Taschentuch flog heraus, ein vie' gestopfter Zwirnhandschuh, ein Kämmchen endlich zog sie das graue Billet triumphierend hervor.

Vierter Klasse? Na, schön. Wie lange fahren Sie denn?"

Nur dreizehn Stunden. M.'in Mann und meine Kinder erwarten mich auf dem Bahnhof. Ach Gott, ich glaube, sie werden die ganze Nacht nicht schla­fen, die guten, kleinen Mäuse."

Grotteck trug den Koffer getreulich bis zur Bahn- schranke, und er nahm das Geldstück, das sie ihm verlegen reichte, nach kurzem Zögern an. Wenn seine Verfolger das ansahen, würden siefeinen Blick mehr auf ihn verschwenden.Handgeld!" sagte er lachend, über die Münze leicht hinspuckend.Ja, es sind schlechte Zeiten."

Als er durch das große Portal auf den taghellen Bahnhofplatz trat, hatte er schon die Frau oergtzssen, dienur" dreizehn Stunden durch die Nacht fuhr.

Schnellen Schritts durcheilte er die Straßen fei­ner Wohnung zu. Die zunehmende Dunkelheit machte ihn wieder unsicher. Warum war er eigent­lich nicht einfach in einem andern Auto nach Hause gefahren, womöglich mit mehrmaligem Wechsel?

Endlich stand er vor seinem Haus. Unter der Laterne, die den Eingang schwach beleuchtete, hockte eine miauende Katze, die wohl hinein wollte. Er schrie sie nervös an, und sie setzte in großen Sprün­gen maunzend davon.

Bezirk Bayern.

3n der Gruppe Rordbahern endete das große Rivalenspiel Sp.Vgg. Fürth gegen den 1. F.C. Nürnberg nach sehr lebhaftem Kampfe

ß e n in den Landesürchcntag im Einvernehmen mit der Fakultät entsandt werden soll. Mit einer Schl utzansp rache des Präsidenten, Freiherrn v. Heyl, in bei- er den Abgeordneten für ihre anstrengende Mitarbeit dankte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß die gefaßten Beschlüsse zum Segen der Landeskirche ausschlagen möchten, schließt der Landcslirchentag.

Stockflecken. Was hatte er doch geträumt? Dunkle Männer hatten ihm Geld aufgedrängt viel Geld ein Vermögen und cr hatte deswegen Furcht ausgeftanben. Ein Traum, lächerlich und unsinnig.

Schlaftrunken richtete er sich auf. Dabei glitt seine Hand über Kopfkissen und Oberbett, in denen es von Papieren raschelte.

Und plötzlich schlug es elektrisch durch sein Hirn: ihn chatte fein Wunschtraum genarrt. Die Psycho­analyse würde durch diese Nacht um fein Beweis­material reicher werden.

Es war waches Erlebnis gewesen. Das Geld war ihm in die Hönde gedrückt worden, und dort lag es versteckt. Versteckt?

Jedes Kind würde cs auf den ersten Blick fin­den. Konnte man in diesem Zimmer überhaupt etwas verstecken? Es war rechtwinklig, ohne Ni­schen, Winkel oder Erker, ohne Geheimtüren oder Doppellvände, ohne den geringsten Anlauf zu einem Geheimnis.

Nun klopfte es wirklich. Leise, aber deutlich Wem gehörte dieser Knöchel, der ihn aus dem Schlaf ins wache Leben geschreckt hatte?

Zitternd saß er auf dem Bettrand. Dann tarn ihm der Einfall, zu schnarchen und so den Men­schen draußen zu täuschen. Aber er bekam keinen Ton aus der Kehle, die trocken wie Filz war.

Vorsichtig hob er die Wasserkaraffe an den Mund und trank in tiefen, durstigen Zügen. Nie hätte er gebar'-1, daß Wasser so gut schmecken könnte. Leider flirrte die Karaffe vernehmlich auf dem neusilbernen Tablett auf.

Und wie auf ein erwartetes Signal stellte sich nun wieder das Klopfen ein zum drittenmal? Zum hundertsten Male?

Die Spannung wurde unerträglich, und es wat ja nun auch keine Möglichkeit mehr, noch Schlaf vorzutäuschen.Wer ist da?"

War das seine Stimme? Klang sie so heiser und krächzend?

Eine weibliche Stimme antwortete: ,Zch bin es, Herr Grotteck. Das Frühstück wird sonst kalt, und ich muß auf den Markt."

Er erhob sich aufatmend und ging zur Tür. Als er öffnen wollte, überfiel ihn cm neuer Verdacht wie ein hämischer Feind. (Fortsetzung folgt)

Schwedens MMcherFuMaWeg

Die deutsche Mannschaft 2:ü geschlagen

Der mit großer Spannung erwartete siebente Fußball-Länderkampf Deutschland gegen Schweden sand am gestrigen Sonntag vor etwa 17 OCO Zuschauern im Stockholmer Sta­dion statt. Der sportbegeisterte König von Schweden lieh es sich nicht nehmen, dem Spiel persönlich beizuwohnen. Sn der Königsloge hatte außerdem der Dertreter der deutschen Gesandt­schaft Prinz zu Erbach-Schönberg, mit mehreren Mitgliedern der deutschen Gesandtschaft Platz ge­nommen. Das Wetter war zu Beginn des Spw- les außerordentlich schlecht, denn es regnete in Strömen.

Mit dem Anpfiff lief der deutsche Sturm vor das schwedische Tor; die schwedische Verteidr- gung konnte diesen Angriff nur mit großer Mühe abwehren und muhte den Ball zur Ecke aus- schlagen; der Eckball wurde hereingegeben, aber der Ball prallte, vom starken Wind getrieben, vom Torpfosten ab und rollte ins Aus. Rach toeiteren gefährlichen Momenten vor dem schwe­dischen Tor fiel nach wenigen Minuten bereits die zweite Ecke für Deutschland. Der Ball kam zum Halbrechten S o b e ck, der ihn mit einem Prachtschuh auf das schwedische Tor setzte. Rur mit viel Glück konnte ihn der schwedische Tor­wart Rydbeg halten. Die deutschen Stürmer waren bei all ihren Aktionen von grohem Pech verfolgt. Bei einem Rachschuh rollte glücklich das Leder über die Linie, aber der Torerfolg wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits nicht anerkannt. Kurz vor der Pause konnte der schwe­dische Mittelstürmer Lundahl einen Elfmeter zum ersten Tor verwandeln. Schweden führte bet Halbzeit 1:0. .

Als die Mannschaften wieder den Sptelplah betraten, hatte der Regen aufgehört. Sn Prächti­gem Spiel zog die deutsche Angriffsreihe sofort vor das schwedische Tor. Kuzorra kam zum Schuh, aber der Ball ging haarscharf daneben. Ein Eckball wurde eine Beut: des vorzüglichen schwedischen Torhüters Rydbeg. Die schwe­dische Mannschaft zeigte jetzt bedeutend bef ere Leistungen als in der ersten Spielhälfte. Die Angriffe wechselten in schnellem Tempo, und beide Tore tarnen wiederholt in Gefahr. Rach der ersten Viertelstunde hatte die Ueberlegenheit der deutschen Elf ihren Höhepunkt erreicht. Die Schweden waren vollkommen eingeschnürt und verteidigten mit dem Mute der Derzweiflung, aber nur Ecke auf Ecke erzielte die deutsche Mannschaft, während der Torerfolg versagt blieb. Alle Derfuche, den Ausgleich herzustellen, biteben

find die Unterlagen beizufügen, aus denen die Berechtigung der Anlragste'.ar einwandfrei her- vorgeht. Der Antrag muh nach dem anteri- konischen Freigab-egesetz b i s zum 10. März 1929 gestellt werden. Wird dieser Antrag nicht ober nicht rechtzeitig gestellt, so ist das Eigentum für den deutschen Berechtigten end­gültig verloren. Es sei in diesem Zusammenhang darauf ausmerksam gemacht, dah deutsche Firmen, die Dorkriegsforderungen gegen amerikanische Kunden haben, nur dann einen Freigabeantrag an den Alien Property Custodian stellen können, wenn die amerilanischen Kunden die Schuld­beträge seinerzeit an den Alien Property Custo­dian überwiesen haben, wie es das amerikanische Gesetz über ben Handel mit dem Feind vorsch.ieb, der Custodian also tatsächlich Werte des deutschen Zreigabeberechtigten in Händen hat. Diejenigen deutschen Sntereffentcn, di: bei ihren Anträgen Formfehler vermeiden wollen, oder nicht in der Lage sind, die Angelegenheit selbst zu betreiben, können sich an den Deutsch-Ameri ionischen Wirt- fchastsve^band, Berlin NW 7, Reue Wilhelm- stroße 12 -14, oder an die Amerikaabteilung des Bundes der Auslanddeutschen, Berlin NW 6, Luisenstrahe 27/28, wenden, die bereit sind, auch Richtmitgliedern Auskunft zu erteilen und Hilfe angedeihen zu lassen.

Svaußettscher LandessirchMag.

WER Darmstadt. 29. Sept. Sn der gestrigen Sitzung gab der Vorsitzende D. Dr. v. Heyt einen Antrag bekannt, der von der Regierung eine schärfere Handhabung der Be­stimmungen zum Schutze der Sonntags­heiligung währeird der Gottesdienststunden verlangt. Ein entsprechender Aufruf möge außerdem durch die Presse veröffentlicht wer­den. Abg. S a c o b * Mainz bat, zu erwägen, ob nicht wegen des Wochenendes die Einführung eines Gottesdienstes am Sonntag abend am Platze sei Er verweist auf die unsichtbare Kirche", die durch die Radio- Uebertragung von Gottesdiensten gebildet werde, die, wenn sie auch dem Besuch des Gottesdienstes Abbruch tue, so doch beachtlich und anerkennenswert sei. .

Die Bedeutung der inneren und äuße­ren Mission wurde von dem 2lbg. Wer­ner unterstrichen, während Abg. Saufen anf die wertvolle Arbeit des Evangelischen Bundes und des Gustav-Adolf-Ber- eins hinweist.

Professor D. Cordier- Gießen stellte mit Genugtuung die Wärme des Berichts über die engen Beziehungen zwischen Fakultä t und Landeskirche fest. Er hofft, daß das in dem Bericht ausgedrückte Vertrauen zur Fakul­tät die Auffassung des gesamten Kirchentages sein möge. Präsident v. Heyl dankte dem Redner im Namen des Hauses für die außerordentlich wertvolle Arbeit der Fakultät und begrüßte die enge Zusammenarbeit mit ihr.

Die Abg. Keller. Prälat Diehl, Lenz- Gießen, Frau Lambert und D. Müller sprachen dann noch über die Tätigkeit der Pfarrfrauen in den Gemeinden.

Das Schlußwort mit den Folgerungen aus den zahlveicheii Anregungen brachte Oberlirchenrat Zentgraf. Er ^handelte ausführlich die Frage der A ben d m a hl sr e i chung im Gemein- schaftswefen, das über diese Frage fewjt noch nicht einer einheitlichen Auffassung sei. Mit Zwang sei hier nichts zu erreichen. Anschliehend folgte eine nichtöffentliche Sitzung.

Sn der Rachmittagssihung stand die auher- ordentlich schwierige Finanzlage der Hessischen Evangeli,chen Landeskirche zur Debatte. Der Etat 1928 schließt mit einem un­gedeckten Fehlbetrag von 1,2 Mill. Mark, trotzdem der Staatszuschuh um 80 003 Mark er­höht wurde. Dadurch wird es nötig, die Pfar­rergehälter und Grund Vergütungen um 10 Proz. ab 1. Oktober bis 1. April 1929, unb ab 1. April 1929 nur um 5 Proz. der seitherigen Bezüge herabzusetzen. Dieser Antrag wurde in erster Lesung angenommen.

Die letzte Tagung des nunmehr zu Ende gegangenen Kirchenparlamentes begann am heu­tigen Samstag mit der zweiten Lesung der verschiedenen Vorlagen zum Kirchengesetz. Racy kurzer Aussprache wurde die Vorlage der Krr- cbenregierung über die Gehaltsabzüge per Geistlichen und eine entsprechende Regelung für die Witwen- unb Waisenbezüge angenom­men. Cs sind im übrigen mit dem Hessischen Staat und den Parteien Verhandlungen aufge­nommen worden, um den Staat zu einer Er­höhung der- Zuschüsse zu den Pfarrerbesoldungen um etwa 300 000.- War! zu veranlassen. Die Abstimuiung über die Anträge des Kleinen Drr- fassungsaurschus'es über die Abänderungs­anträge ä um Kirchenwohlsystem er­gaben tMehnung des Antrages Lampas, den wir bereits mitgeteilt haben. Die Revision der Wahlbestimmungen wird also dem kommenden Kirchentag übertragen. Eine Aenderung des Dienst gelöbnisses wurde ebenfalls be­schlossen. Die geforb rte Reu gründ ungv on Kirchengemeinden in Gießen und die Errichtung einer fünften Pfarrstelle in Worms werden genehmigt. Auf eine Anfrage Her ae- us-Oftenbach wegen der Besetzung von Rek­torstellen durch freireligiöse Lehrer verwies Prälat Diehl auf die Vorschriften des Schulgesetzes, die sicher auch von der Re­gierung eingehalten werden mühten und würden. Zugestimmt wurde dem Antrag, dah der Ver­treter der theologischen Fakultät G re-

Geld fällt vom Himmel

Vornan von Paul Enderling.

Copyright by Earl Sünder, Verlag, Berlin.

Jokohama?" wiederholte sie unsicher.Das liegt in Japan?"

Getroffen. Es ist eine geschäftliche Angelegen­heit, müssen Sie wissen, die keinen Aufschub er» duldet. Ja, da ist es mir leider unmöglich, Sie zu begleiten. Auf Wiedersehen also!"

Ehe sie noch antworten konnte, warf er die Tür zu, gab dem Chauffeur einen Geldschein unb bog um die Ecke. So sah er nicht, daß Martha Reb- mann das Taschentuch an die Augen drückte und den Kopf mit trauriger Gebärde in die Wagenkissen lehnte.

Im Schein einer Bogenlampe leuchtete für einen Augenblick ein blonder Kopf auf, der ihn irgend­wie an Inge Brodersen erinnerte. Von da an lief er durch die Straßen, als müßte er den Abstand zwischen sich und diesem Mädchen im Auto ver­ringern.

Die Gegend war ihm unbekannt. Er durchkreuzte hastig fremde Straßen und war froh, als eine ver­spätete Trambahn heranklingelte.

Ich hätte Martha nicht noch ins Auto setzen sol­len, dachte er, während er die verschlafenen Passa­giere musterte. Ich darf nicht wie ein Grandseigneur auftreten, so gut es mir auch gehen mag. Wahr­scheinlich hohe ich alles verkehrt gemacht

Wieder glitten feine Hände über die gefüllten Manteltaschen. Daß es ihr gar nicht ausgefallen mar, daß er auch in dem NachtcafL den Mantel an­behalten hotte!

Eine junge Frau, die einen Koffer und em mit Bindfaden umschnürtes Paket hütete, fragte angst- lief), wann man am Bahnhof wäre.

Sie müssen bis zum Olgaplatz fahren, nächste Haltestelle, und dann sind es noch zwölf Minuten.

Als sie ausstieg, hob Grotteck, einer plötzlichen Eingebung folgend, den schweren Koffer auf, unb er ging mit ihr hinaus.Wir haben benfelben Weg, unb Sie können sich mir schon anoertrauen.

Das beschlagnahmte deutsche Eigentum in Amerika.

Amtlich wird mitgeteilt. Trotz aller aufklären- den Bekanntmachungen in der Presse scheint immer noch die Ansicht verbreitet zu sein, daß die amerikanische Regierung, nachdem das Frei­gabegesetz einmal erlassen worden ist, von sich aus >ie Rückgabe der beschiaenahmten deutschen Werbe anordnen und sie den deutschen Eigentümern zu­teilen werde. Demgegenüber muh nochmals mit Rachdruck darauf hingewiesen werden, daß d i c deutschen Eigentümer sich selbst um die Wiedererlangung ihres Vermö­gens bekümmern und in einer an den Alien Property Custodian zu richtenden Ein­gabe, für die gewisse Formen vorgeschrieben sind, die Rückgabe ihres beschlagnahmten Eigentums ausdrücklich beantragen müssen. Diesem Antrag

Als er die Haustür verschlossen hatte, unb bas Licht im Treppenflur angezünbet hatte, würbe er wieder ruhiger. Langsam ging er die knarrenden Stufen empor bis zum dritten Stock, wo seine Visitenkarte mit mehreren andern unter einem Meß singschild schimmerte, das die AufschriftPension Zedlitz" trug.

Aus dem Zimmer zur Rechten drang Räuspern und Krächzen.- Da versuchte die brustkranke Lehre­rin zu schlafen.

Das Licht in seinem Zimmer flammte auf und spiegelte sich auf der polierten Fläche des Flügels, der ein Drittel des Raums einnahm. Er schloß die Tür ab versperrte sie unb untersuchte Schrank unb Vorhang auf nächtigen, unwillkommenen Besuch. Er sah sogar unter bas Bett unb bachte ärgerlich: Ich geniere mich nicht mal dabei ...

Wie die alten Möbel knackten! Wollten sie alle Be­wohner der Pension aus dem Schlaf wecken? Er fluchte vor sich hin. Und das Schlüsselloch war auch nicht verhangen und lockte neugierige Augen heran! Schweiß rann ihm in den Kragen, wie vorhin in dem überfüllten Lokal.

Endlich wagte cr es, die Taschen zu leeren. Bün- bei auf Bündel flog auf den Tisch. Waren es so viele gewesen?

Mit bebenden Händen versuchte er zu zählen. Aber er gab es bald auf. Die fremden Namen, die Zahlen verwirrten ihn. Es waren Banknoten aus allen möglichen und unmöglichen Ländern. Fran- zöfische, tschechische, polnische, schweizerische, deutsche, englische, belgische unb andere, die er nicht entziffern konnte. Es war ein wirres, ungeordnetes Durchcin- ander, wie von eiliger Hand im Dunkeln zusammen­gescharrt.

Schwer atmend, überwältigt, stand Kurt Grot­teck mitten im Zimmer. Es war eine sinnlose, be­täubende Summe.

*

Er erwachte, im Anzug quer über dem Bett liegen. Die Sonne stach ihm ins Gesicht. Er empfand einen bohrenden Schmerz in den Schla­fen, unb hinter der Stirn hämmerte es.

Hatte es geklopft? Er lauschte. Mn. Es war nichts. _

Verwirrt überblickte er das bescheidene Zimmer, die verstaubten Notenstöße und die Bücher in dem kleinen Regal, die erbärmliche Tapete mit ihren

vergeblich. Drei Minuten vor Spielende, in einer Zeit der deutschen Aeberlegenheit, lief der schwe­dische Halbrechte O 1 s s o n durch, und seinen gut plazierten Schutz mutzte G e h l h a a r zum zweiten Tor für Schweden passieren lassen. Damit war der Kampf entschieden. Trotzdem die deutsche Mannschaft zum Schluß nochmals ihre Kräfte verdoppelte, wurden bis zum Abpfiff abermals nur zwei Ecken erzielt.

Fußball m Hessen-Hannover.

Im Bezirk Hessen-Hannover spielte gestern Turn Kassel gegen S. C. 03 Kassel 1:3. Northeim gegen Hessen Kassel 2:3 Borussia Fulda gegen Hermannia Kassel 5:0. Sport Kassel verlor gegen Kurhessen Mar­burg 03.

Der gestrige Iußball in Güddeuischland.

Wenn es auch nicht ganz ohne llebervaschun- aen ausging, so erbrachten doch die Ligakämpfe des 30. September in der Mehrheit die Siege der favorisierten Mannschaften. 3m Bezirk

Maln-hessen

weih dieGruppeMain nur von einer lieber- raschung zu berichten, da Victoria-Aschaffenburg den F.C. 93 Hanau knapp mit 2:1 Zonen schla­gen konnte. Eintracht Frankfurt gewann sicher m:t 3:1 gegen Kictzrs Offenbach, F.Sp.V. Frank - furt kam auch endlich wieder einmal zu einem Siege, indem er Germania Bieber auf fremdem Platze 2:1 schlagen konnte. Mit viel Glück be­hauptete sich Rotweih Frankfurt an der Tabellen­spitze durch ein 1:0 gegen F.Vgg. 03 Fechen­heim, das ebenfalls auf fremdem Platze errungen wurde. Union Frankfurt triumphierte über Sp.Vgg. 60/94 Hanau in deutlichster Weise: 6:1 lautete der hohe Sieg.

Die Gruppe Hessen hatte ihr wichtigstes Spiel in Wiesbaden, wo S. V. Wiesbaden unb F.Sp.V. 05 Mainz zusammen trafen. Wie er­wartet. gewannen die Wiesbadener 2:1. Wor- matia Worms begnügte sich diesmal mit einem sehr knappen 1:0 gegen den F.C. Langen, der V.f.L. Reu-Ssenburg rechtfertigte das allgemeine Vertrauen durch sein 5:1 gegen die Sp.Vgg. Arheilgen, die Sp.Gem. Höchst holte sich ihre ersten Punkte gegen ihren Leidensgefährten im kommenden Abstieg. Sie schlug Hassia Dingen 3:2.

unentschieden mit 1:1 Toren. Tags zuvor hatte der A.S.V. Rürnberg durch ein bedenkliches 0:0 gegen Franken Rürnberg außerordentlich be­fremdet. Der F.V. 04 Würzburg holte sich mit 5:1 gegen den V.f.R. Fürth Sieg und Punkte.

Gruppe Südbayern. Wacker München hatte viel Mühe mit Sahn Regensburg und gewann nur 2:1. S.V. 1860 München hatte gegen Schwaben Augsburg ebenfalls mehr er­hofft, als das dünne 3:1. Schwaben Alm verlor natürlich gegen den D.S.V. München sehr hoch, nämlich mit 0:5 Toren.

Handball Deutschland - Oesterreich. Der gestrige Handball-Länderlamps Deutsch­land gegen Oesterreich brachte Deutschland bei feiner dritten Austragung einen verdienten Sieg mit 8:4 (4:1). Trotz Regenwetters hatten sich zu diesem Spiel in Halle etwa 6000 Zuschauer eingefunden, die ein äußerst interrssantes Spiel zu sehen bekamen. Der deutsche Snnensturjn zeigte ganz vorzügliches Zusammenspiel und sicherte dadurch Deutschland den Sieg. Die vorhergegan­genen Treffen endeten mit je einem Siege der be­teiligten Länder.

Handball der Sportler im Bezirk Main-Hessen.

Gruppe Main.

Rot-Weiß Darmstadt Polizei Butzbach 4:3.

F. Sp. V. Frankfurt Postspv. Mainz 05 2:0. Sp. Dg. Arheilgen Kickers Offenbach 2:2.

V. f. B. Friedberg Polizei Darmstadt 1:4.

Gruppe Hessen.

Polizei Worms Germania Wiesbaden 10:1. F. Vvg. 06 Kastel F. Spa. Mainz 05 0:4.

S. E. Wiesbaden Alemannia Worms 1:4.

Wormatia Worms Polizei Wiesbaden aus­gefallen.

Deutsche Fechtmeisierschaften.

Am grcit.g b.ganren in Rürnb r i i Mann­schaftsmeisterschaften des D utschen Fechterbundes mit den Florettkämp- f e n. Die Entscheidung in diesem Wettbewerb fiel erst am späten Abend. Wie vorauszuschen War, errang die FrankfurterHermannia", die alle drei Meisterschaften zu verteidigen hatte, und in deren Mannschaft die drei Olympiafechter Casmir, Sack und Moos zu finden sind, einen überlegenen Sieg und damit den Titel eines deutschen Meisters im Mannschafts-Florettfechten. Die Plazierung war folgende: 1. Herrn annia- Franksurt; 2. Fechtclub Offenbach von 1863; 3. Hamburger Fechtclub; 4. Stuttgarter Fechtclub; 5. Landesgruppe Bayern.

Ebenso wie am Freitag, so behielt auch am Samstag der Frankfurter Fechte lud Hermannia" mit vier Siegen seinen Meister­titel im Degenfechten und errang auch in dieser Klasse den wertvollen Wanderpreis. Se zwei Siege errangen der Offenbacher Fechtclub und der Hamburger Fechtclub, während es die Bayern und die Stuttgarter nur auf je einen Sieg brachten.

Am Sonntag wurde die Säbelmeister­schaft ausgetragen. Rur drei Mannschaften, und zwarHermannia" Frankfurt, Fechtklub Offen­bach 63 und eine außer Konkurrenz fechtende Hamburg-Rümberger Mannschaft, nahmen teil. Hermannia" Frankfurt errang mit der Mannschaft Casmir, Moos, Sack und Schön, für den in der Entscheidung Eisenecker einsprang, den Sieg mit 10:6 Siegen bei 46:44 Treffern über Offenbach. Gegen die Hamburg-Rürnberger Mannschaft erzielte Offenbach 12:4 Siege bei 46:70 erhaltenen Treffern. Frankfurt siegte mit 13:3 Siegen bei 39 zu 75 Treffern über die Hamburg-Rürnberger Mannschaft.

Dr. pelher geschlagen.

Bei der zweitägigen leichtathletischen Ver­anstaltung in Wiborg wurde am Samstag Dr. Pelher in einem 800-Meter-Lauf von dem finnischen Olympiasieger Larva in 1:54,8 ge-