Ausgabe 
1.9.1928
 
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nr.206 Zwetter Blatt

Ttehener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheflen)

Samstag, September 1928

Das will pilfudsli in Rumänien?

Ben tuiUrrm rvmäwift^en A. <X. ®.»jtortetponbtnlm.

Bukarest, Ende Auguft

Aflttatmltd) wird bet mehrwöchige nnnämlch« A«fe«choU de« Warjchall» PilfudIki Damit be* arundet. dost feine untergrabene Gefundheit bat längere Termedtn In einer Gegend erfordere, tue mÜrmer ist, al« da» nördlich rauhe Polen und zwischen 6kbtrg~- und 6eefllma hübsch Cie Witte hält Zum ^ruhten Erstaunen fiel die Wahl diesmal auf Rumänien, von dem bisher sehr wenig be­kannt war, dah es für erkrankte Staatsmänner fo aussichtsreiche geiundheiksbringende Möglichkeiten in sich berge, aber Marschall Püsudski wird oerfchie- bene Gründe gebäht hoben, um bem Rate der ihn behandelnden nervte zu folgen

vast der Aufenthalt Mlsudski» in Rumänien aber faft ausschließlich pohH|d)f ,-Zwerke verfolgt, ist fiar. Die» wird sogar von der halhamilichen rumänischen Presse nicht obgeleugnet. Die ^nbepent-ancr Rou- motne", da» epratbrobr des Außenministeriums, meldete In großer Lufnu.chu^a, daß Pilsudlki nach vier Wochen ooUlommeafter Ruhe, die er bei dem Arzt Skupiewsky verbringt, einem Polen rumäni- scher Ltaatsangrhongkeit, brr nebenbei auch libe­raler Abgeordneter ist. In Bufareft einen drei­tägige n ossiziellenBesuch abftatlen werde. Und in dem Begrüßungsartikel, den das genannte Blatt Prlsudski widmete, wird nachdrücklich darauf htngewiesen, daß der Besuch de» volnischen Staats- marines In Rumänien nur den einen Zweck haben könne, die engen und aufrichtigen Bande, welche Rumänien mit dem verbündeten und befreundeten Polen verbinden, noch mehr zu festigen

Notgedrungen erhebt sich die Rrage, nach welcher Richtung hin diese engen und aufrichtigen Leziehun- gen nod) mehr gifeltigt werden können. Polen schloß mit Rumänien ein Verteidigung»- b Q n b n I s ab dessen Spitze gegen R u ß l a n d ge­rietet ist. Außerdem steht Polen in so engen Be- xiepungen zur JÖelnen (Entente, daß schon ost dir Vermutung austauchte, Polen werde eines Tages in da» Bündnis eintreten. Auf der anderen Seite hat aber Polen keinerlei Interesse daran, sich In die ru­mänische BaUanpolitit einbeziehen zu lasten. Ton einem (Fintel U Tnlrns in die weine (Entente kann zur Zeit ebenfalls feine Rede sein, und diese Frage wtrd auch kaum später einmal aktuell werden. Nach der polut^en Richtung hin können die zwischen den beiden Staaten bestehenden Beziehungen demnach nicht mehr viel verliest werden.

Ander» steht e» allerdina» auf Handels- und wirt- schastspolltischem Bediel, fiter wäre so manche» locker gewordene Bändchen neu zu knüpfen und zu fefti- aen. aber es ist begründet anzunehmen, daß fierr PUsudlkl von Dirtschafisdingen zu wenig versteht, um sich mit den Rumänen darüber xu unterhalten Auch feine Umgebung Äablnettsblreftor Oberft Beck, zwei polnische Generalstäbler und vor- übergehend auch der Militärattache der Bukarester polnischen Gesandtschaft dürste für Wirtschafte- Verhandlungen kaum In Betracht kommen.

Vie Peranlastung and der Zweck de» rumänischen Aufenthalte» müssen daher ganz wo anders zu suchen sein. Bedeutend naher kommt man der Qrage, wenn man sich daran erinnert, daß dem Aufenthalte Pllsudski» In Rumänien eine Reihe gegenseitiger Besuche polnischer und rumänischer Generale vorangeaangen sind. Zu Anfang diese» Jahre» weilte Der Oberinspektor der polnischen Armee, General bo » nowfkl, In Bukarest und übermit­telte der rumänischen Regierung den polnischen Bor- schlag, Warschau sei bereit, zugunsten Rumänien» eine (Brenjberidjrtgung vorzunehmen, wenn Rumä­nien seinerseits die Verpflichtung übernehme, im Falle eines italienisch - südslawischen Ron flirte» den Grenz'chiu, gegen Ungarn aus sich zu nehmen. Die rumänisch.- Regierung lehnte damals diesen Vorschlag ab, denn die rumänischen Belange erforderten es zu Jener Zeit, sich mit Ola- Ren al» dem vermutlich stärkeren Gegner in einem bewaffneten Zusammenstoß zwischen Italien und Südslawien möglichst gut zu flehen. Ueberdies siel der polnische Vorschlag zeitlich mit den Vorbereitun­gen de» N.maliaen rumänischen Außenministers Tilulescu für seine Romreise zusammen, die er

vor allem deswegen unternahm, um sich btt italie­nische Unterstützung m dem ungarischen Optanten- streit zu sichern.

Seither hat sich aber manche» geändert. Die immer derzucher werdende italien üch-ungarische Freundschaft und damit im Zusammenhänge ewußler emfetzenden ungari­sch e o Revisionsbestrebungen haben eine Lage geschaffen, die Rumänien dazu nötigt, kein Wittel unversucht zu lasten, welche» der Politik der unbedingten Aufrechterhaltung der jrriebensoerträge förderlich sein könne. £ie<e fialtung wurde bekannt- Ud) auch auf der letzten Konferenz der Älelnen (En- legte in Bukarest kräftig unterstrichen. Die gegen- 1 eiligen Wilitärbesuche zwischen Polen undRumä­nien lasten daher ^vangsläufig annehmen, daß die Berhandiungen über ein gegenseitiges Will- tärablommen wieder ausgenommen und mit ganz anderen Voraussetzungen al» bisher geführt wurden.

In Aufammenbang mit diesen Bestrebungen stand auch der Bukarester Besuch de» französischen (Bene- rals L e Ron d. der, von Warschau kommend, ein­zelne militärische Einrichtungen besichtigte und einer größeren militärischen Uebung in Rordstebenbürgen beiwohnte. Ueber die Studienreise de» Franzosen durch Rumänien siegt eine belangvolle Heu Gerung de» Bukarester französischen Gesandten vor, der sich gelegentlich eine» Empfange» am französischen Ra tionalfeiertoge dahin ausließ, daß General ße Rond die edle Aufgabe habe, der französisch-rumä­nisch . polnischen Freundschaft zu dienen. Eine Mitteilung, die gewiß sehr oiestagend ist und die nachdrücklich auf Da» besondere Intereste hin- weift, welche» jZrank reich an einem noch enge­

ren Zusammenarbeiten seiner beiden östlichen Per- bünbeten nimmt

Da mal» war auch da» Gerücht verbreite!, tu Bukarest werde Ende Juli eine Mllitärkom - fcrenz ab gehalten werden an der außer den polnischen und rumänischen Generalen auch Gene- ral L e Rond und Marschall Pilsudlki teil- nehmen werden. Ob diese Ronlereuz wegen der in- besten verschobenen Reise Piljuoski» unterblieb, oder ob andere Umstände hindernd im Degc ftanben. kann Jetzt nicht mehr einwandfrei festgettellt werden Jedenfalls ist e» aber höchst wahrscheinlich, daß diele ursprünglichen Beftrebunaen durch die An­wesenheit Pllfudski» in Rumänien wieder stark In den Vordergrund gerückt sind, |a, daß lein filersein hi ursächlichstem Zusammenhang mit diesen Gingen fttbL

lrürzli,^ konnte man in den großen Blättern lesen, in Einata werde dieser läge eine Williärkon- ferenz abgehalten werden. Diese Rachricht wurde In Den rumänischen Regierungsblättern dementiert, vielleicht mag diese» Dementi zu recht bestehen, denn eine Militärkonferenz mit fester Tagesordnung und großem technischen Apparat wird tatsächlich gar nicht vorgesehen gewesen sein, da man mit militäri­schen Besprechungen, die sich nach außen hin ganz zwanalos geben, letzten Endes dasselbe erreicht.

Zum Schluffe erhebt sich noch die Frage, ob da» tu Vorbereitung siedende polnisch rumänische Mill- wrabkommen anläßlich be» Bukarester Besuche» Pistudski» unterfertigt werben wirb. Damit ist ahn kaum zu rechnen, benn eine berartlge feierliche Geste müßte in Teo »tau al» eine beabsichtigte fieraus- forberung ausgelegt werden, und das will man so­wohl in Bukarest, al» auch in Warschau tunlichst vermeiden.

Die Kriegsgefahr aus dem Valkan.

Eine Folge der Politik Zrankreichs und Italiens.

Don Gommanber J. M. Kenworthy, Mitglied des englischen llnterhouses.

2ll« in den letzten Monaten das politische 'Barometer eint gewisse Annäherung zwischen Frankreich und Aasten an^elfllc. sah man in diplomatischen Kreisen hierin eine erfreuliche Entspannung ber politischen Lage Suropa-S. Man sagte sich. daß. wenn diese beiden großen Aa» honen zu einer harmonischen ArbetSgemein- schäft im Interesse der Ausrechterhaltung deS europäischen Friedens fonnnen könnten dies einen außerordentlich wichtigen Schritt auf bem Deoe zur Sicherung deS Weltfriedens bedeuten würde.

Wenn eS unserer Diplomatie nicht gelingt, die Beziehungen zwilchen Frankreich und (Lasten weiter zu verbessern, wären tue Zoia.m un­übersehbar. Beide Nationen sind führende Groh- mLchle. beide haben einen dauernden Sitz im QMQetbunb, und beide sind vor allem bi- an die Zähne bewaffnet. Italien ist eure der Ga- rantütn&bte deS Locarnoverl vages zwischen Frankreich und Deutschland. Frankreich besitzt ein DündniS mit Jugoslawien, und die De» Ziehungen zwischen beiden Ländern sind seit vier­zehn Jahren besonders eng unb herzlich. SS tfl bekannt, daß trotz der Unterzeichnung der Aettunokonventton zwischen Italien und Jugo­slawien ein Zustand dauernder Spannung wegen der unglückseligen Frage deS Adriatischen Meeres und wogen der Häfen Triest und Fiume be­steht. eine Spannung, die durch die noch un­gelöste albanische Frage, an der auch Frank­reich interessiert ist. noch vertieft wird. In Belgrad fiehl man Frankreich als den großen Drüder an, der. wenn e« zum Sch.immsten kom­men feilte, militärische Hilfe teilten wird, genau so. wie Serbien vor dem Kriege in Rußland den Freund und Helfer erb..cl:e. der ihm ja auch bi ferner Bedrängnis bei stand.

Der Abschluß deS Lalo-albanifchen DerkrageS wurde im allgemeinen al« eine AuLwcri auf den Abschluss deS franko-jugosiawischen Dünd- nifteS betrachtet. In diesem Sitttk wurde der BertragStchluß auch von der halbmnüichen Presse

Italiens kommentiert. Stets bedeut« der schloß von Dündnstsen und Gegenbündnisien namentlich wenn er von einem scharsin Prcfte- faldzug in den beteiligten Ländern begleitet ist -- ein politische« wfobrenfignaL Auch in dem gegenwärtigen Fall ist die Lage so au werten, und e« ist damit zu rechnen, daß. wenn 'ich die Be- Y.ebunoen Awllchen Frankreich und Italien nicht bald.ast baffem, mit einer weiteren, gefährlichen Verschlechterung dieser Beziehungen gerechnet werden muß.

Welches sind nun die tieferen Ursachen für die Stellungnahme der beiden Länder zueinander? Ich habe bereit« einen wichtigen Grund für Sc« 'protzen wir e« offen au« unfreundliche Derhältnr« genannt; Jugoslawien. Genau so vue die« in den letzten 25 Jahren der Fall ge­wesen ist. ist der Ballon auch heute noch da« Pulverfaß Europa«, ttine weitere Ursache der Spannung glücklicherweise eine wert weniger ernste ist die älnzufrledenheit Italien« dar­über. daß Frankreich den politischen Flüchtlingen Italien« eine Zufluchtsstätte bietet Äetn frfb- ständtger Staat, der auch nur einige Achtung vor dem Gedanken politischer Frechett besitzt, kann heute da« Afylrecht politischen ResuoL« verwei­gern. um so mehr, al« wir augenblirflid) In Eu­ropa eine überaus große Anzahl despotischer Dirtatuven besitzen. Frankreich« öffentliche Mei­nung ist anbei erteil« au« bem Grunde beun­ruhigt. weil (ich die itallemsche Presse dauernd zu Angrisien auf Frankreich hinreihen läßt und toetl man vielleicht nicht ganz ohne Berech­tigung gegen die itaüeni'che Regierung den Boarurf erhebt, bah b e Prrsse Infolge der in Italien bestehenden scharfen Zensur derartige Angriffe nicht unternehmen könne, ohne hierzu von der Regierung im geheimen ermuntert zu werden.

Sin weiterer Grund für die Spannung ist. daß Italiens T-ngeo-Interrsson von Frankreich bisher nicht genügend berücksichtigt worden sind. Gie^eS Interesse 3lallen« ist bei ihm al« einer

großer. M^telmeermacht durchaus verständlich. Deder Frankrech. Spanien noch England wür­den etwa« babc. rer.leten. wenn sie Italien zu bet Ldfung >.<'eJ Problem» hinziehen würden. Sie Haban 'ich Ja Jetzt auch scheinbar enttchlefte«. Itzallen mehr ä-.:gege7^^nm<m m dieser Hin-

Zu zeigen und a.« Auswirkung einet vcr- tatfcgen Ä'urrendung des Vo-Ut-Zes-Prinzips 'oilte dieses Spannungsmoaeent allwähfich ver­schwenden.

Äm weiteres schwierige« Problem Ist es. eenen Mu*xg für Italiens tleb.r' chußbe v > 1.' c r-ng zu finden. Italien ist übervölkert und mutz nach Gebieten Ausschau halten. In denen feine Heber* 'tzusibeov.terung sich anhcMn kann. Tunis bietet 1wt> h er al« geeignete« Objeft dar. Onnmal liegt o« näher an Italien als an Frankreich, und außerdem leben dort bereit# Jetzt mehr 3n* lieblet .taNen''cher Babonasitäl als jraneoftn. 'S)*'* ßöung b<k» Problems wird auch hier nur auf Grund (re^md'chaftllchcn Gntgegentom- men« und gegenötigen Berftändmsies der an d.asen Prod.eme-n ur.ctenictten Länder unb nutzt durch anc scharfe Sprache, durch Sabelgerafsel oder mit Hilfe der uNichen Mechode blpk>- matillchon Ruhhandels gc'unben werden können. Frankreich <t>Ute ganz besonders sorgfältig In ber Behandlung Der taiienischen lUUcrtonen in feinen Rolon.en Vorgehen Äuch England und feinen Dominien vor a.lcn Dingen Austra- n ist hier die Möglichkeit gegeben, mit gutem Beispiel vorantzugchen, indem sie den italienischen Auswandeveni keine Schwierig­keiten bereiten. Im Gegensatz zu Amerika find ja alle dies« Staaten Mitglieder des Bdller- bunbe«.

In diplomatischen Kreisen gehen ht letzter Zeit eigenartige Gerüchte bezüglich der Bedin­gungen tun, auf Grund deren ein franzäsisch- italtenlscher F«unbschaftSvertvag unterzeichnet werden tömrte. Eines dieser Gerüchte besagt, daß Frankreich beim Völkerbund bl« Erlaubnis nachsuchen würde, sein Mandat über Syrien an Staken' abjutwlcn, um dafür <xi anderen Stellen e nen Ausgleich zu erhalten. Mao dars wohl hoffen, daß am derartiges 2Winnen an den Döllerbund nicht gestellt toirtk Das syrtfche Voll ist zur Autonoeuic durchaus reif und wünscht mchrs fi-An? her. als fle mdglichft bald au er­halten. Di« richtig« Politik be» Vdlkertzunbes Syrien gegenüber würde daher fein, den Syoern sobald als mdglich die Autonomie zu gewähren, wie dies Eng.and im Fall der tuilurefl weit tiefer sieh enden und keineswegs homogenen T*- PöIIerung Mesovotannen« zu tun versucht (t b. Aed.). Sorten ist ein ^-Mandat, und die Man- daiarmacht Frankvoich soll auf Grund der Dadingungon da« Mandat nur Joiange behal­ten. En« Corum da« völlige Selbstbestunrnunas* recht und damit die Mitg-ierfchaft zum Vbller* bund gewüLot wird. SS wäre sicherlich «hx Aück- schriLt, wollte man da« Mandat über Syrien einer anderen Macht übergeben, besonders ohne Zustimmung 1eener Bevdllev»rng.

Ander« verhält es sich natürsich mit den Mandaten In Afrika und bn Stillen Ozean Ab« auch bie Wegnahme der deutschen Kolonien als Folge des Versailler Vevteages kann kaum als kxneimd angegeben werden. Franb' reich und Italien haben Jedenfalls durch einen Gebiete aus tausch ober durch den Abschluß rem misibirischen Bündnissen nicht« zu gewinnen, son­dern nur duvck) die Schaffung besserer Dezi «Hua* gen unter unbedingter Vermeidung kriegerischer Äusetnanderfctzungen. Sntschlletzen fle sich zur Durchführung er.net vernünftigen Politik, so würbe dies Den beiderseitigen Rredsi heben, ihre fian- delSbesi«Hungen verbessern und allen Intrigen der noch immer unter der Rtieg«pfychose leiden­den 'Vallaavdlker einen Hiegel vorschieben. Besser« Begehungen zwischen den beiten Latetnt» schon Böllern würden auch bem Gedanken der allgemeinen Abrüstung förderlich fein. Der Ba- ¥-iiufl des Mißtrauen«, der auf dem Boden ständig zunehmender 'Äü(hingen am besten gv- derlht, muh au« der Welt geschafft werden, damit eine dauernd« Sicherung bc« Frted«»»« in Europa erreicht wird

Der Pott in Hopfenbach.

Don $an« Friedrich Blunck.

CDte bet klein« Oleraann Puk oben au« bem aibicnlxxb im Doktorhau« das Holzbetn gekriegt har. da« ist fo gekommen:

Da wohnte drüben im Ztnick einmal «in llein««. un'einrbi'che« Fräulein, da« Oiemann Puk sehr gern harte. Eine« Tage« aber hat ein böser Stiefcirfcrl da« Mädchen sich verzautem unb zum Dienst einfangen wollen. Er wart seinen schwarzen Schattenmante. grob« mit Sonnenuntergang über sie. Der Wurf ist gelungen, unb da- arme Ding muß mm eut ganze« Jahr lang, mal al« Frosch mal al« Schlange, aber immer in Tieren weiter- leben.

Ehe bet Rief« jedoch selbst sein« Beute zwischen die Finger bekam, ist Oiemarm Puk, der alle- gesehen batte, hinzugefahren und hat mit einem riesigen Wellet den älnholb In bi« Ferse ge­stochen. Der hat gemeint, er hätte in Wespen «freien, hat nach hinten gekeilt und gerade noch da« Ante von unferm armen Oiemann Puk ge­troffen. Währenddes ist feine Beute aber in Ge­stalt einer kleinen Aingelnottcr davonaelchlüpft, unb der Riefe hat von feinem böten Zauber fernen Lohn gehabt.

Ra. der Puk hat sich ja ein Holzbein an- schallen müften, da hat nicht- geholfen. Aber n hat dafür auch die Freundschaft be« armen, 222kochen« gewonnen. 5>rt zwei sind teubtm jeden Hellen Tag umeinander gewesen. Liebet Rocht ist Oiemann wie zuvor auf Wache gegangen, unb da« Mädchen hat sich in einen Wasiersiro^ch verwandelt und in einem aller. Aoch- topf untax m der Au geschlafen. Run ist die Aletne aber ein Schelm getreten, unb wo sie nun einmal nicht zu den Ihren heimkehrcn konnte, hat ft« rund um ihren Roch topf viel Schabernack gtineben. Wenn di« Wagen die dunkle Heer- ftraß« zum Waanhaoen fuhren, hat sie sich von den Baumen al« Schlange niedergelassen und Leut« und Pferde entfetzsich «rfchrcckt Oder sie hat sich wie em schöne« Antlitz dem schlafenden Hagemann genähert, rind trenn der S'.achi.chte schon bi« Sippen spitzte,' ist sie ihm als Igel übers Gsfichr gerollt, fo bah der Llnhold alle Winde polllchrie. Oft auch ist fle als piepend« Maus pben im DoktorhauS durch alle Aammcm ge­

schlichen, Io dah die arme Hausfrau schier ver-, zweifelte, hat sich dann auf einmal zur Schlange gewandelt und hat unterm Hertz gesessen und die Leute freundlich angezüngelt Immer aber ist sie zur Rächt wieder m ihr Frofchkteib geschlüpft und hat getreu geschlafen, f»lange ihr Liebster auf Wache ging.

DaS hat ja auch der Doktor - Ziel «bum hieß er schl eh'.ich bcrau«gefricgt Hnb er hat sich mit seiner Frau besprochen, dah man den reiben, dem Fräulein und Oiemann Puk. Ruhe verschaffen und ihnen ein geordnetes HauSwesen geben mülle. 6r ist allo eines Tages zur Dämmerung mit seiner Frau in guter Roficht zur Au gegan­gen. sie haben zwei Hafelhaken geschnitten und vorsichtig die Henkel des alten AochpottS zu fasten gefriegl. Dann haben st« «in-, zwei drei gezählt und ihn fstnk hochgehoben.

Aber unten un Pott ist ein Loch gewesen und das Ftoschfräulein, da- sich gerade bn arünen Rock zum Schloten gelegt haue, ist mit erschrocke­nem Lochen hmaiteg Schlup ft und dann auf den Grund gegangen.

Der Doktor Ftetebum hat sich den Topf be­sehen, hat da- Loch gefunden und heimlich ein Stück Blech bmcmgetlcnnnt Darm hat er ihn stillschweigend wieder in- Dafter Derlen ft.

Ratürlich hat da- Fräulein am nächsten Tao btt ganze Geschichte Olernann Puk wlederer-3hu und bet soll lehr wütend gewesen fein Xbtr et bat da- Srokbteäulem getröstet und getagt, zwei­mal machte fein Herr solch« Dummheit nicht.

Well hie Jungfer aber zum Schabernack den hellen Tag übet alle- in A eil er unb Aüche durch- cinanbenrarf unb hier aU deine Ratte, ba als Marder pfiff, bann wieder alt riesige Fliege bem Hausherrn um den Schreibtisch schwirrte, hot der an doS Stück Blech un Aochtops denken müllen. Unb er ist am Abend, so eine Stunde vor Mitternacht ganz allein zur Aa 6rnuntet- aegangen, um noch einmal den Aochtopf aufzu- heben. Aber fei eS mm. dah der gelehrte Herr abergläubisch war. oder dah Olernann au* der Lauer lag unb mit dem Holzbein nach ihm trat: alS der Doktor tkm Aochtrp' beinahe auS bem Dal er hatte, hat er sich über irgend etwa- bah erschrocken hat bas äleberg wicht bekommen unb ist mit beiden Armen lucnt in die Au gefallen. Dabei schülpte bet Pott natürlich über unb daS Froschteäulein, da- schon vergeblich nach bem

Loch tci Boden suchte, ist lachend über den Rand gehüpft.

Und ei bat den beiden Menschen obei Im HügclhouS so wenig Ruhe gelosten, am näfifkp Tage bat e« Dom Baden bis zum Stall "hin und her gespukt, unb al« der Monn den Puk gerufen und ihn gebeten hat. seine Braut zur Ruhe zu betoegm. bot der Lümmel nur gegrinst unb gefragt, wer beim den Streit angefangen hätte. In allen Ecken hat e« dazu gelacht, und al« die Hau«frau zur Versöhnung eine Schale Milch für das deine Fräulein hinstellte, damit sie sich al« ordentliche Wagd bequeme, da hot jemand ihr den dicken Butteriösiel in die Luppe unb bi« Erbsen in da« Wehl,ah geworfen. Aber die Wllch ist unangerührt geblieben. Da haben der Doktor Fteteknon und seine Frau sich noch dem Abendessen wieder zusa-nmenge e?,L bie Stirn krou«gezogcii unb nachgedacht, was Denn nun zu tun tei. Unb der Wann hat nach seinem Hut getoteten und ein Zeichen von Uebcrftülpen ge­macht. Die Frau aber hat stillsLwcigend einen Aochtovsixckel au« der Aüch« geholt und unter der Schürze versteckt. Darm sind sie um Mitter­nacht in grausiger Dunkelheit -um brittenmal zur Au hi nuntergeg angen

Okmaim hat tn jener Rächt nicht rund um ba« Haus gewacht, wie es seine Pslich: gewesen wäre, sondern htt bei ferner Liebsten im Pon ge<etten unb große Reden über Recht unb C-e» vrchtigteit gepalte" Gr glaubte ja nicht, daß Menschen dreimal hinter einem Aochtops drein- lauten könnten.

Aber auf einmal Hot da- Walter sonderbar gegluckt, bann ist alles pechduster geworden, llnb wie bi« beiden nach draußen wollten, hat bet Tops einen Deckel gehabt, andern Olcmarm sich gleich den Besuch«hur ctrerieb. Unb da« Stück Blech ist auch immer noch nicht au« dem Loch gegangen unb den Spalt tn Blechboden hat der Dotier mit dem Daumen fest zugehallen. Da sind bi« beiden wie Quappen mrr.cr an der Wand entlang gefahren und haben lernen Ausweg ent­decken können. Endlich haben Ire sich mit einem kläglichen Gewissen auf dem Stück Blech ntebet- ge^eht. haben sich unrergehakt unb keinen Rat mehr gewußt. Der Zopf aber Hai geschwankt unb geschwippt und einen langen Wei bi« oben zum Hau« gemocht. Da ist er schließlich mit einem Hörbaren Schurren auf den Herd gerückt worden.

Ihr könnt euch denken, tn welche Anast die beiden geraten find, als sie den Schurren hörten »Hilfe. Hilfe! fiter sind Leute Un Pot: bat ber Puk geschrien und laut an den Deckel ge­stopft ,3a, zwei Leute ftn Pott!" hat ernt feine Stimme hinterher gerufen.

»Ist da« nicht unter kleiner Otemarm.** bat der Doktor gefragt »Frau da kommt Besuch, host du den Aaffee auf bem fictb?

,Unb das stein« Fräulein von drüben ist ja wohl auch dabei." hat die Hausfrau gesagt, .dann will ich nur gleich den Pastor holen st

Al- sie Dom Pastor hörten, haben Olcmarot und da« arme Mädch^ aber fo kläglich durch den Aafttopf hindurch au bitten und sich -u enrichul- bigen an jca.-.gen. b.-1 beiden Minschen draußen hat sich roohl do« Herz gerührt. Sie haben Den Deckel ein stein wenig angehoben. Da hat es unterm Rochrvpfrand heraus geschrien unb ge- schwvven unb vier dein« Hände unb Spfoten haben sich nach draußen gestreckt unb aste besten Dienste statt Unfug ergebenen.

Dte beiden Großen sind ja Schelme gewesen, sie bUxn immer noch getan, al« wußten sie nicht, wo« sie anfangen sollten unb ob fee nicht bvch 5um Potior müßten. Da hat Olernann tzn feiner »rößten Anast da« belle Bein zwischen Topf unb Deckel bekommen, hat den Hausherrn zu sehen bekommen und um Himmelswillen getan, al« hätte er da« Fräulein nur um ferner fierr- fcha'r willen in« Hau« gelockt. Unb als dte fiauS- frau mll etwa« Ziegenmilch n/,barg?tommen ist ihr wißt, bumst geben fich die deinen Wesen in untern D-enft. haben das Fräulein unb er davon genippt und zu allem jaja «sagt.

solch Snretzen haben sie gehabt.

Ich glaube ja nun nicht, dah die beiden einen schlechten Tausch gemacht haben Ich kann mir denken, daß Olernann im Grund« seine« fierjai« bte Unruhe mit bem Topf tm Doch da unten Zuwider war und daß ihm da« Leben heute bester grollt Gr hat jetzt feine alte lammet oben ün Stall wie vordem und er ist ja einer, der feine Gemächlichkeit Itebt.

T'i Fräulein wird ihm die Stube kehven. 3u- weih aber hil't sie unten bei der Hausfrau, der sie alle« blitzblank putzt unb alle.? Geschirr be» orq: und alle Möbel stäubt und über Aachr Ine Wäfche wäscht, oh, e« lohnt fich schon, solchen Hau-geist zu fangen.

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