kommen 536 Festmeter Holz >.■' Fällung. TI: QDfllMoi'len er,cyeinen in Ausgabe mit 1370 Wk. — Der Inhaber der Gemeindejagd ist verstorben. Der Gemeinderat beschloß, die Jagd für die am 31. Januar 1929 ablaufende Pachtzeit dem Schwiegersohn des seitherigen Pächters Heinrich Deibel, dem Arzt Dr. med. Dietz für den Rest dieser Zeit zu übertragen. — Tie Gemeinde verkauft an Kar! Römer in der Steinstrahe 41 Quadratmeter Gelände .zum Preise von je 2,50 Mk. und an Friedrich Fuchs im Holzmühlenweg 99 Quadratmeter für je 2 Ml. — Ein'g-e Pachtgesuche fanden b.si Festsetzung des jahriichcu PachsbetrageS auf Widerruf Genehmigung. - Der Turnverein Lollar hat für die Zeit vom 30. Juni bis 2. Juli 1.2 . das Gauturnfeft d<s Turngaues Lahn-Dünsverg übernommen und sucht um Ueberlassung der sog. Festwiese nach. Dem Anträge wurde zugestimmt und eine Vergütung von 10 Wk. gefordert. — Der Punkt bezüglich des Erwerbes des Gebäudes der Apotheke wird vertagt, da noch einigeDntec- lagen ausstehen. — Ein abständiger Simmentaler Dulle soll verkauft und ein junger Bulle angeschafft werden. Die Landwirtschaftliche Kommission wird mit der Erledigung beauftragt. — Anschliehend brachten einige Gemeindevertreter Wünsche vor. Mehrfach wurde auf den Zustandder Straßengräben hingewiesen und Verbesserungen vorgeschlagen. Weiterhin wurde auf die wiederum sehr lästige Staub- plage in der Hauptstrabe aufmerksam gemacht. Der Bürgermeister wurde beauftragt, bei dem Provinzial-Tiefbauamt um Vornahme einer Teerung der Ortsdurchfahrt vorstellig zu werden. Für den Friedhof wird die Aufstellung von Ruhebänken gewünscht. An- schafftma soll erfolgen. — Es wäre erwünscht, wie die Gemeindevertreter gleichfalls betonten, daß die Teerung der Straße schon im Hinblick auf das Gauturnfest, das viele Fremde nach hier bringt, baldigst geschehen würde.
r Göbelnrod, 31. Mai. Bei herrlichstem Wetter fand am 2. Pfingstfeiertag das 25jährige Stistungsfest des Gesangvereins „E i n- trad) t" hier statt. Es hatten sich zahlreiche Sänger und Gäste eingefunden. Am Morgen des ersten Festtages fand auf dem Friedhof eine Feier zum Gedenken der Gefallenen und Toten des Vereins statt, bei der Herr Pfarrer D ö,l l (Wirberg) die Gedächtnisrede hielt. Zum Beginn der Feier spielte die Kapelle einen Ehoral und der Verein fang den Chor „Wie sie so sanft ruh'n". Gegen 1.30 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich 24 Vereine beteiligten, durch das geschmückte Dorf. Nachdem der Zug auf dem Festplatz angelangt war, fang der sest- gebende Verein einen Begriißungschor, sodann hieß der 1. Vorsitzende Kern im Namen des Vereins und Bürgermeister Weber im Namen der Gemeinde die Sänger herzlichst willkommen. Darauf ergriff Lehrer A l l e n d ö r f e r das Wort zur Festrede, in der er einen kurzen Abriß der Vereinsgeschichte gab und die Bedeutung des deutschen Liedes würdigte. Nachdem Herr O p p e r (Ettingshausen) den Willkommensgrutz des Chattiabundes ausgesprochen hatte, sangen die Bundesvereine einen Massenchor. Daran schloß sich das Singen der Gast vereine an. Der festgebende Verein kann zufrieden auf das Fest zurückblicken. das einen harmonischen Verlauf nahm.
• LangSdors, 31. Mai. Die für den 8. 3uli d. I. vor einiger Zeit in Aussicht gestellts hiesige Zusammenkunft der Orts- 'gruppe Lich des Artilleriebundes in Hessen findet nicht an diesem Tage, sondern * erst am Sonntag, 22. Juli d. 3., statt. Der - Vorsitzende des Artilleriebundes in Hessen, 'Generalleutnant a. D. von K l e i n s ch m i t, sowie der Musikvevein Rieder-Weisel (Dirigent Herr 2 i e b a u) haben ihr Kommen und Mitwirken zugesagt. Es darf auf eine recht rege Beteiligung 6er ehemaligen Hess. Feldartilleristen gehofft werden, zumal das bekannte lebhafte Interesse der Langsdorfer Kameraden eine schöne Gestaltung der Zusammenkunft erwarten läßt.
Kveis Friedberg.
i. Butzbach, 31. Mai. Heute fand im „Hess. Host' die Generalversammlung der Butzbach—Lich er Eisenbahn A.-G. statt, der eine Sitzung des Aufsichtsrates der Gesellschaft vorauSging. Die Regierung Ivar durch Oberregierungsrat Dr. Hetz aus Gießen vertreten, der zugleich auch in Ramen der Kreisämter Dieben und Friedberg an den Versamnr- lungen teilnahm. Der Bericht des Vorstandes
lleberdurchsichiiges Glas.
Von Prof. Dr. Paul Kirchberger.
Kein Stoff — mit Ausnahme des EisenS — dient dem Menschen in so vielen verschiedenen Formen, an keinen werden so verschiedenartige Anforderungen gestellt wie an das Glas — oder sagen wir besser: an die Gläser: denn die Zusammensetzung der verschiedenen Arten des Glases ist tatsächlich so verschieden, daß wir sie wohl als verschiedene Gläser bezeichnen können.
Mit dem .überdurchsichtigen" Glas verhält es sich nun folgendermahen: Wir wissen, daß das, was totr als Licht bezeichnen, nur ein ganz kleiner Teil der Gesamterscheinung ist, die wir .Strahlung" nennen. Rechts und links vorn gewöhnlichen Licht, wenn wir unS so auS- 0rüden dürfen, gibt es noch eine Menge von Strahlen, die sich vom eigentlichen Licht nur durch den für und Menschen zwar wichtigen, für die Ratur aber höchst gleichgültigen Ümftanö unterscheiden, das; sie nicht auf daS menschliche Auge wirken. Sie zeigen ihr Vorhandensein aber auf anderem Wege, beispielsweise durch ihre Wärmewirkung, durch die Wirkung aus die photographische Platte oder durch andere chemische Vorgänge an. Als ..durchsichtig" bezeichnen wir nun einen Stoss, der die auf unser Auge wirkenden Strahlen ungehindert durch- läßt, während es uns in ben meisten Fällen vollständig gleichgültig ist, ob auch Strahlen, die nicht auf unser Auge wirken, und die wir also nicht als Licht empfinden, durchgelassen werden. AIS .überdurchsichtiges" GlaS können wir ein GlaS bezeichnen, das auch noch für einige von diesen Strahlen durchsichtig ist. wobei indessen bemerkt sein mag. daß ein Stoff, der alle Gtrahien durchläßt, auS phnsikal,scheu Grün- den nicht bestehen kann.
Wir unterscheiden die verschiedenen Strahlen nach ihrer Wellenlänge, und zwar mellen wir sie Atoedmäftig nach Milliontel Millimeter l>u- Wellen des gewöhnlichen Lichtes lind ungefähr zwischen 400 und 900 Milliontel Wsisi meter lang die längsten, die beinahe ein Tausendstel Milli- meter lang sind, entfallen auf das rote, die
vdv GejchastSjahr vom 1. Januar bi-31. Dezember 1927, den das Vorstandsmitglied Regierungsbaumeister Roack, Berlin, erstattete, zeigte, daß die Dahn Butzbach—Lich die schweren Zeiten überwunden ha:. Das große Defizit, mit dem das Geschäftsjahr 1926 abschlob, konnte gedeckt werden, und es blieb sogar ein Betriebs- Überschuh übrig. Die Erneuerungsarbeiten schritten programmähig vorwärts. 2n Lich konnte ein gröberes Gelände für die dringende notwendige Erweiterung des Bahnhofs erworben werden. Die ftatuiengemäf) ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats Medizinalrat Dr. Vogt in Butzbach, Bürgermeister i.R. Dr. Kayser in Dad- Rauheim, Direktor Fritz Vogt in Butzbach und Pfarrer Ries in Ettingshausen wurden Wiede r- gcr-üijii. Vor Schlub der Generalversammlung gedach e Direktor Dr. Pund des 80. Grburts» iages des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Medizinalrat Dr. Vogt, dem er im Ramen der Butzbach-Lücher Eifcnbahngesellschaft die besten Wünsche für seinen Lebensabend aussprach. Der Generalversammlung ging eine Sitzung des Aufsichtsrates voraus, die dieselbe Tagesordnung erledigte. Zu ihrem Beginn sprach der Vorsitzende, Dr. Vogt, ehrende Worte zum Gedächtnis des allzufrüh verschiedenen Bürgermeisters Völker in Lich und würdiate dessen große Verdienste, die er sich als Aufsichtsratsmitglied erworben hatte. In einer Schlußsitzung wählte der Aussichtsrat Medizinalrat Dr. Vogt wieder zu seinem Vorsitzenden.
Kreis Büdingen.
Echzell, 31. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr feierte am zweiten Pfingsttage ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Rach gemeinsamem Kirchgang legte nach vorangegangenem Ehoralfpiel durch den hiesigen Mu-, sikverein der zweite Kommandant. Kaufmann Gros, am Grabe des Gründers der Wehr, des Bürgermeisters Reih, einen Kranz nieder und gedachte dabei in ergreifenden Worten der im Weltkrieg gefallenen und verstorbenen Kameraden. Mittags wurde unter Leitung des ersten Kommandanten, Maurermeister Hch. Mogk 111., eine Geräteübung im Beisein der Vertreter vieler auswärtiger Wehren vorgeführt. Auf dem schönen Waldfcstplah schloß sich nachmittags eine allgemeine Volksfeier an, wobei der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Büdingen Grübe der Organisation überbrachte und der Mitbegründer der hiesigen Wehr, der damalige Kommandant Wilhelm R e u h, zum Ehrenkommandanten ernannt wurde. Konzertvorträge des Musikvereins, gut wiedergegebene Chöre der beiden Männergesangvereine und tadellos ausgeführte Freiübungen der Damenriege des hiesigen Turnvereins beschlossen die Feier im Walde, woran sich abends eine harmonisch verlaufene Rachfeier anschloß.
Geiß - Ridda, 31. Mai. Die Rhein- fahrt des Sängerbundes „Mittleres R i d d a t a l" findet nun am 22. Juli bestimmt statt, nachdem über 400 feste Anmeldungen vor- liegen. Die Reisekosten einschließlich Schiffskarte stellen sich auf nur 6,50 Mk., da die Reichsbahnverwaltung einen Sonderzug zur Verfügung stellt.
Kreis Schotten.
Schotten. 31. Mai. Zu dem Motor- rabrennen „Rund um Schotten" haben an sechzig Rennfahrer ihre Beteiligung zugesagt, darunter eine stattliche Zahl erstklassiger Fahrer aus Süddeutschland. Das Rennen, das von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt, bildet den Abschluß der Schottener Werbewoche.
Kreis Lauterbach.
—.— Lauterbach, 31. Mai. Ein überaus wertvoller Münzfund hat unser Städtchen in Aufregung versetzt. Heute vormittag 9 Rhr stieß der Arbeiter Konrad Renker (Lau- ierbach) beim Erdaushub des Sparkassenneubaues mit der Hacke auf einen Topf, wobei klirrend mehrere Münzen herausflogen. Sofort eilte ün« temehmer Georg Ruhl II (Angersbach) herbei, Kreisdirektor Dr. Michel und Bürgermeister Walz wurden gerufen, der Topf zusammengefügt und ins angrenzende Kreisamtsgebäude gebracht. Der irdene Topf hat einen Durchmesser ton etwa 30 Zentimeter und eine Höhe von 25 Zentimeter und war bis obenhin mit gut erhaltenen Silbermünzen, auch einem Teil Goldmünzen gefüllt und mit einem roten Dachziegel
kürzesten auf das blaue und violette Licht. Jenseits der violetten Strahlen folgen mit noch kürzerer Wellenlänge die nicht mehr sichtbaren, sogenannten „ultravioletten" Strahlen. Diese mm sind es, die in jüngster Zeit besonders wichtig geworden sind, denn die Aerzte richten in steigendem Maße ihr Augenmerk auf sie.
Das gewöhnliche Glas ist für diese Strahlen fast völlig undurchsichtig, was uns freilich im allgemeinen nicht stört, weil es der Durchsichtigkeit des Glases im gewöhnlichen Sinn keinen Eintrag tut. Für das Arbeiten mit ultravioletten Strahlen ist es natürlich völlig unbrauchbar, weil es für diese ja undurchsichtig ist. Hierfür benutzen deshalb die Physiker und auch die Aerzte in erster Linie den Quarz, der ungemein durchlässig ist. Run ist zwar Quarz ein weit verbreiteter und deshalb auch an sich billiger Stoff: er ist aber so schwer zu bearbeiten, und namentlich liegt fein Schmelzpunkt so hoch, daß eine Verwendung des Quarze- an Stelle des Glases wegen zu schwieriger Bearbeitungsmög- lichkcit in größerem Umfang nicht in Frage kommt. Es ist daher von höchster Bedeutung, daß es gelungen ist, auch wirkliche Gläser ber- zustellen, die zwar die hohe Durchlässigkeit des Quarzes für ultraviolette Strahlen nicht voll erreichen ober sie mindestens nicht längere Zeit ausrechtzuerhalten. immerhin aber die Durchlässigkeit des gewöhnlichen Glases in sehr weitgehendem und tatsächlich ausreichendem Rkaße übertreffen. Solche Gläser werden z. B. vom Jenaer Glaswerk, den Sendlinger Glaswerken in Zehlendorf bei Berlin und auch von anderen deutschen Finnen hergestellt, neuerdings auch in England und Amerika nachgeahmt und alS neue eigene Erfindung ausposaunt.
Die Heilwirkung der ultravioletten Strahlen, und zwar vornehmlich solcher deren Wellenlänge zwischen 320 und 290 Milliontel Millimeter liegt, beruht hauptsächlich daran» daß sie gewisse chemische Veränderungen in den Rahrungsstosien herbeiführcn. die aue Bildung der sogenannten Vitamine führen. lei^nSwichsiaer chemischer Verbindungen. deren chemische Ratur in jüngster Zeit hauptsächlich durch die Forschungen des Göttinger Chemikers Windaus aufgeklärt worden ist. Es hat sich auch herausgestellt, daß die
St verwahrt. Der Topf stand nur etwa 20 ntimeter unter der Betondecke eines vor etwa 20 Jahren in dem Garten angelegten Springbrunnens. Die Zahl der Münzen schätzt man auf ungefähr 1000 Stück, sie stammen aus der Zeit von 1301 bis etwa 1650. zum Teil tragen sie die Bildnisse Deutscher Kaiser und spanischer Herrscher, auch Karl V. ist vertreten. Die Münzen 5aben die Gröhe von Ein- und Zweimarkstücken und sind gut erhalten, die Inschriften und Wappen deutlich. Der Sachwert dürste mindestens 5000 Mark betragen, der Altertumswert ist na- türlidg viel höher. Man hat die Münzen im Kreisamt verschlossen und den Denkmalspfleger telegraphisch benachrichtigt. Das Besitzrecht des Schatzes wird in der Bevölkerung lebhaft erörtert. Es ist anzunehmen, daß der wohlhabende Besitzer in schwerer Kriegszelt sein Vermögen auf seinem Garten dergrub, ohne den Angehörigen sein Versteck mittcilcn zu können.
Kreis Alsfeld.
V Nieder-Gemunden,31. Mai. Im Saale der Wirtschaft Ludwig Becker in. Wwe. tagte vorgestern nachmittag die 33. ordentliche G e - neralversammlung der Spar- und Darkehnskasse Ried-r-Gemünden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats. R a t h e s - Rieder-Gemünden. begrüßte zunächst in üblicher Weise die Erschienenen und ging dann zur Tages
ordnung über. Es wurde ein kurzer Geschäfts- bericht durch Direktor W i t t l ch erstattet, sodann verlas der Rechner Fischer die Jahresbilanz, aus der hervorgeht, daß die Kasse mit einem Reingewinn von rund 1200 Mk. abschließt, der ungefähr dem Vorschlag des Vorstandes gemäß angewandt wird. Die Sparguthaben zeigen auch im verflossenen Geschäsisjahre wieder eine merkliche Zunahme und erreichen etwa den Betrag von 50 000 Mk. Das satzung-gemäß aus dem Vorstand ausscheidende Mitglied K ö m p f» Elpenrod wird einstimmig wiedergewählt. Auch die beiden ausscheldenden Aussicht-ratsmitglieder Schott- Rieder-Gemünden und Psannftiel- Hainbach wurden wiedergewählt. Für Carle- Ehringshausen. der eine Wiederwahl ablehnt, wird Diegel- Ehringshausen in den Aussichtsrat gewählt. Einen wichtigen Punkt der Tagesordnung bildete die Auswertungsfrage. Der Äuf- wertungsfonds weist zur Zeit einen Betrag von rund 15 000 Mk. auf. Demgegenüber sicht eine Auswertungsschuldsumme von ettoa 185000 Mk. Da hie diesbezüglichen Verhandlungen, mit den Schuldnern der Kasse noch nicht endgültig abgeschlossen sind, beschließt die Generalversammlung zunächst eine Auswertung von 8 Proz. vorzunehmen. Dem Vorstand steht schon jetzt ein Sewijser Betrag in bar zur Verfügung, der an edurstige Allsparer in nächster Zeit auf Antrag ausgczahlt werden kann.
Tumen, Sport und Spiel.
Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.
Vorschau auf die am kommenden Sonntag ftatl- sindendcn 7. Rationalen Wettkämpfe.
ö. Ergänzend zu der gestern an dieser Stelle gc brachten Notiz ist zunächst noch zu bemerken, daß eine weitere Anzahl namhafter Vereine die 'Heran ftnltung mit reichhaltigem und gutem Material bc schicken wird. So kommt z. B. Koblenz 1900/02 mit nicht weniger als 14 Leuten, Sportfreunde Siegen werden aller Voraussicht nach mit etwa 10 Leuten — darunter der Deutsche Marathonmeifter Reich- m a n n und der westdeutsche Iuniorenwaldlaus- meister Paul — zur Stelle sein. Durch den in letzter Minute bekanntgewordenen Ausfall der Frankfurter Stadtstafsel hat sowohl der Sportklub 1880 als auch Fußballsportuerein seine Rennmann schasien gemeldet. Der Ballspielklub Offenbach 1899 wird sich wohl auch einstellen.
Nun zu den Wettbewerben: Einen Hauptanziehungspunkt werden wie immer die Kurzstrecken, und hiör wieder die 100-Meter bilden. Bei der Ausgeglichenheit der gemeldeten Sprinter ist hier eine Voraussage gewagt. Es ist jedoch sehr leicht möglich, daß sich je ein Vertreter von Schwarz-Weiß Barmen (Pfeiffer), Essen 99 (Gerlofs). Hessen-Preußen Kassel (Freund oder Schaurig), Sportsrennde Siegen (Pfeiffer) in dem Endlauf über 100 und 200 Meter zusammenfinden. Die an sich nicht schlechten 1900er oder Fischer (V. s. B. Gießen) durften sich kaum durchsetzen können. In 1500 Meter offen und 5000 Meter offen kann man schon eher einen Tip wagen. Ueber die erstgenannte Distanz durfte der Olympiakandidat Wal perl (H.-P.) kaum zu schlafen sein. Plätze werden belegen Kgufma n n (i?. Spo. Frankfurt), Reich- m a n n (Siegen) und Krämer (Koblenz 1900.02). Die 5000 Meter sehen den westdeutschen Waldlauf- meister 1928, 0 b c l o b e (Wissen), im Kamps mit zwei anderen Waldlaufspezialisten, nämlich Paul (Siegen) und K l ä r n e r (Bannen) und den be« kannten Weilburger Gerhard, der auch — allerdings für die Marathonstrecke — Olympiakandidat ist. Den Weitsprung wird sich S ch a u r i g nicht entgehen lassen. Ueberraschungen sind jedoch auch hier nicht ausgeschlossen. Das Diskuswerfen wird wohl ebenfalls ein Kafselaner, Altmeister Junghenn, an sich bringen, da mit Hoffmeisters Start kaum zu rechnen ist. Im Kugelstoßen steht der Sieger ohne weiteres in S ch r ö d e r (Dortmund) fest. Daß er immer noch zur deutschen Werferelite zählt, be weist seine Leistung vor vierzehn Tagen in Düsseldorf, wo er 14,73 Meter erzielte. Nach ihm dürften I u n g h e n n, M o h l (V. f. B. Gießen) und Langloh (1900) zu nennen sein. Auch für den Dreikampf ist Schröder ernstlicher Bewerber. Man dars gespannt sein, wie sich der 1000er Peterfson hier durchsetzt. Ein besonderer Genuß sieht bei den Staffeln (4X100 Meter und Olympische) bevor. Schon die Vorkämpfe werden spannende Rennen
liefern. Fast alle größeren Vereine (Barmen. Essei,, Koblenz, Kassel. Siegen. Frankfurt, Offenbach, Gießen 1900) haben dazu gemeldet. In den Junioren und Anfängerkonkurrenzen werden in der Hauptsache die Vertreter von Koblenz 1900, Barmen, Hessen Preußen Kassel und Gießen 1900 um die Siegespalme streiten. Bei dem guten Nachwuchs, über den die genannten Vereine verfügen, dürfte ein hohes Leistungsniveau zu verzeichnen sein. Die Gießener Sportfreunde dürfte es interessieren, ob sich die z. Z. gut in Form befindlichen ISOOer-Vcr- treter, roie Peters, Seibert, ®ut)oi, 0. Müller. Petersson, Hopfenmüller usw. werben durchsetzen können. (Siehe heutige Anzeige.)
Handball der Sp.-Äg. 1900.
Spog. 1900 1 — Mlv. Gießen L
ö. Die Begegnung der beiden obigen Mannschaften unterstreicht die erfreuliche Tatsache, daß man bemüht ist, den Gegensatz Turnen - Sport aus der Welt zu schasfen. Zum ersten Male werden sich am Samstagabend, dem Vorabend der 7. Rat. Wettkämpfe der 1900er, die Handballer beider Vereine auf den, 1900er Sportpkotz gegen» Überstehen. Schon häufig waren Ansätze gemacht worden, das Spiel zustaiidczubring.m, aoev erfolglos. Roch nie war wohl die gesamte Gießener Handballaemeindc an einem Spiel interessiert une an dem Kamps Mtv. — 1900. lieber die Mannschaften viel zu sagen, erübrigt sich, sie sind jeher- mann bekannt. Sic sind in ihren Lagern beide die fpielstärksten Vereine, so daß ein äuneilt spannendes Treffen in Aussicht steht, dessen Ausgang unserer Auffassung nach völlig offen ist. Jeder Spieler sollte sich vor Augen halten, baß bei diesem Spiel nickt in erster Linie das Prestige in Frage steht, sondern die Beziehung -turnen — Sport, und sich dementsprechend einer vorbildlich fairen Spielweise befleißigen.
Handball im Gau Hessen (O.T.)
3 Die erste Handbattelf des Männerturnver- eins Gießen unternahm zu Psingsten eine Reite an den Rhein und in das Rahetal. Hierbei spielte sie am ersten Feiertag gegen die erste Mannschaft des Turnverein- Rauheim bei Darmstadt und am zweiten Pfingstfeiertag gegen die erste Elf des Turnvereins Kreuznach. Die Männerturner hatten sich hierin zwei Gegnern verpflichtet, die in Spielstärke und Spieltüchtigkeit über mehr als nur den guten Ruf verfügen und die in ihren Heimatgauen in führender Stellung, Ja sogar an erster Stell« stehen Gießen muß, wie so manches Mal wieder mit Ersatz die Reise beginnen. Das erste Spiel sieht sogar nur zehn ©vieler auf dem Plane während der elfte erst mit Verspätung cintrifft. Aut dem sandigen, dazu noch äußerst kleinen Spielplatz der Rauheimer können die Lahnstädter nicht aufkommen. SS gelingt ben Zehn zwar,
sogenannte englische Krankheit ober Rachitis auf einem Mangel an Vitaminen beruht und daher durch ausreichende Bildung von Vitaminen bekämpft werden kann. Sine solche wird aber durch "Bestrahlung mit ultraviolettem Licht begünstigt. So beruht twnn die Wirkung der Höhensonne auf dem Reichtum des Hochgebirges an ultravioletten Strahlen: die sogenannte „künstliche Höhensonne", eine Lampe, die besonders viel ultraviolettes Licht liefert, ahmt diese natürliche Wirkung auf künstlichem Wege nach.
Neuerdings ist die Frage viel erörtert worden, ob cs sich empfiehlt, an Stelle des gewöhnlichen Fensterglases für ultraviolettes Licht durchlässiges Glas zu verwenden. Hierfür wird der Grund geltend gemacht, daß es doch offenbar töricht fei. durch gewöhnliches Fensterglas die so heilkräftigen ultravioletten Strahlen von unseren Wohnungen und Arbeitsstätten femzuhalten. Freilich wird man sich vor übertriebenen Hoffnungen hüten müssen. Man darf x. B. nicht glauben, daß man die gleiche Wirkung erzielt, wenn man eine dunkle Kellerwohnung mit Fenstern aus dem neuen Glas versieyt. wie wenn man sich in der Höhenluft 3000 Meter über dem Erdboden bewegt. Die Luft unserer Großstädte ist arm an ultraviolettem Lickt, und wenn keine solche Strachlen vorhanden sind, so können sie die Fensterscheiben aus gewöhnlichem Glas weder durchlassen noch zurückhalten. Immerhin, nicht die dicke Luftschicht als solche hält die ultravioletten Strahlen zurück: denn es ist bekannt, daß die Seeluft, wenn auch nicht ganz, so doch beinahe ebenso reich an ultraviolettem Licht ist wie die Luft dos Hochgebirges, obwohl die Sonnenstrahlen einen längeren Weg durch die Luft zurücklegen müssen. Rur die starken Verunreinigungen unserer Großstadtluft hallen die ultravioletten Strahlen ab; sonst finden sie sich auch in der Tiefebene in reiner Luft. In solchen Fällen ist es allo in der Lat von großer Wichtigkeit die heilkräftigen Strahlen nicht durch getDÖbn- llches Fensterglas künstlich sernzuhalten. Tatsächlich haben denn auch verschiedene Versuche, die zum Teil auch am Wachstum von Pflanzen ungeteilt worden sind, ergeben, daß sich dic. wenn auch langsame, so doch dauernde Wirkung der von dem neuen Glas durchgelasienen ultravio
letten Strahlen In sehr vorteilhaster Weise bemerkbar machten, indem sie eine ähnliche Wirkung hervorbrachten wie die jetzt so vielgenannte „Höhensonne".
Die erste 23ili)<Runhfunffto6on.
Die erste Dild-Rundfunkftation ist eröffnet. WaS noch vor kaum einem Jahr Projekt war. ist heute Wirllichkeit geworden, allerdingtz in Amerika. In der Rähe von Shenectady, wo die riesigen Anlagen der General Ekktric sich aufbauen. ist die erste Bild-Sendeftation dem Betrieb übergeben worden. Sie arbeitet immerhin mit einer Energie von 100 Kilowatt, was bei Verwendung kurzer Wellen, wie es hier der Fall ist, einen außerordentlich großen Kraftaufwand bedeutet. Die Sendestation wird zunächst täglich zwei Stunden Bilder ausgeben. Die Porträts berühmter Amerikaner, wie Coolidge. und nach alten Zeichnungen die Bilder von Lincoln und Washington sind bereits von der Station verbreitet worden, die sonst jeden Tag zwei Wetterkarten und aktuelle Bilder au- dem amerikanischen Leben ausfenden wird. Es entwickelt sich bereits eine ausgedehnte Industrie, die Bild-Empsangsapparate herftellt. und für Amateure einen sog. Bild-Telegraphie-Baukasten. Auch in Deutschland sind für kurze Zeit schon einmal vom Münchener Rundfunksender Versuche mit der Bild-Telegraphie gemacht worden. München verbreitete damals vor allem Wetterkarten. aber da die technischen Voraussetzungen besonders bei höheren Ansorderungen noch nicht genügend durchgearbeitet waren, wurde der Dienst nach einiger 3eit wieder eingestellt, besonder- da auch in Deutschland bisher nur äußerst kostspielige Smpsangsapparate. die für die breiteren Massen unerschwinglich sind, hergestellt wurden.
Zur Zeit ist man auch in Wien mit der Einrichtung einer Funksendeftasion beschäftigt und man scheint sogar gehofft zu haben, noch vor den Amerikanern mit bem Senden beginnen zu können. Vor allem dürften aber die großen finanziellen Mittel den Amerikanern den Vorsprung gegeben haßen.


