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Oie Polarflieger in Berlin.

Tas wiffenjchaftliche Ergebnis der Wilttns-Erpcdilion.

Berlin. 31. Mai. (MB.) 3u Ehren der Rordpolfliegrr Milkins und Eielson veranstaltete der amerikanische Klub in Berlin ein Fest - essen un HakelKaiserh-of". Unter den un- gesähr 200 Gästen befLnden sich führende Per­sönlichkeiten der amerikanischen und der eng­lischen Kolonie. Bach einer Begrüßungsrede des Präsidenten deS Klubs. Lincoln Ehre, hielt der amerikanische Botschafter Shurman eine Bede, in der er die Leistung der Flieger würdigte und u. a. ausführte: T^r hauptsäch­lichste Zweck des FlugeS war der, festzustellen, ob es in dem unerforschten Gebiet deS Eis­meeres Inseln gäbe, auf denen eine meteo­rologische Station errichtet werden könne. Es wurde kein neues Land entdeckt. Das stellt eine sehr wertvolle Bereicherung unseres Missens über diesen besonderen Teil der Erd­oberfläche dar.

Bach der Lieberquerung des Eismeeres waren Milkins und Sielson gezwungen, in einer Ent­fernung von wenigen Minuten Flugzeit von Green Bay zu landen und die nächsten fünf Tage in der Kabine chres Flugzeuges als Ge­fangene des furchtbar st en Sturmes zu verbringen. Meine Damen und Herren, wir sind un8 der schmerzlichen Tatsache bewußt, daß am vergangenen Freitag ein anderes Luft­schiff nach Umkreisung des Borddols nördlich von Spitzbergen in einen ähnlichenSturm geraten ist. Bei dem Gedanken an die Ge­fahr. der General Hobile und seine tapferen Leute auSaesetzt find, fühlen wir uns tief bewegt, und wir hojssn innigst. daß unsere Befürchtun­gen sich als grundlos beweisen und dies« kühnen Entdecker und Forscher ihrem L.and« und der Melt erhalten bleiben werden. Kapi­tän Milkins und Leutnant Eielsons Erfolg war das Ergebnis des Zusammenwirkens mehrerer Faktoren, einer fachkundigen Vorberei­tung. Entschlossenheit, Mut, Ausdauer. Solche Männer wie diese zwei machen menschliche Ge­schichte und fördern menschliche Zivilisation.

Noch der Rede des Botschafters wurde das Deutsch­landlied gespielt und dann die englische National­hymne, worauf Wilkins eine Rede hielt, in der er besonders die amerikanischen Verdienste um seinen Flug hervorhob und besonders die Leistungen der früheren Nordvolforscher in anerkennender Weise er­wähnte. Die Kapelle spielte nun die amerikanische Nalionalhymne. (Steifen sprach darauf von seinen Erfahrungen mit den Eskimos. Der Saal war ge­schmückt mit den Flaggen des Deutschen Reiches, der Vereinigten Staken und Großbritanniens. Heute nachmittag fand im Plenarsaal des Preußischen Landtags die

Festsitzung der Jnfernafionalen Studiengesell- fchajt' ;ur Erforschung der Arktis (Aero-Arktik) zu Ehren der beiden Bordpolüberslieger Kapitän

Milkin» und Leutnant Eielson statt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Wegener, begrüßte die beiden Ehren- gäste. Geheimrat Prof. Dr. Hollmann, der Ehrenpräsident der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, überreichte dann Kapitän Witkins mit einer Ansprache die Silberne Karl-Ritter-Me- bn Hie. Kapitän Milkin» dankte für diese Ehrung und hielt bann einen mehr als einstündigen D o r t r a g , um die klimatologischen und meteorolo- . gischen Ziele seines Fluges zu erläutern. Es handelt 1 sich danach um die Vorbereitung gleichzeitiger /meteorologischen Messungen in beiden Pol­regionen, durch deren Zusammenwirken und Vergleichung die Möglichkeit einer Dorousbe- stimmung der Wetter- und Klimaent­wicklung auf lange Zeit, also ein wirtschaft­lich außerordentlich wichtiges Ergebnis gesichert wer- den soll. Die Schilderung des Fluges selbst gab einen Einblick in die Kühnheit aber auch d i e sorgfäl­tige Planung des Unternehmens. U. a. wurde bei den Vorversuchen eine Lotung von 5500 Meter liefe in der Polarregion ooraenommen, die be­weist, daß eines der tiefsten Meere sich in der Gegend des Nordpols befindet. Wilkins erntete ver­dienten, reichen Beifall, den ein Schlußwort von Prof. Wegener unterstrich.

Oie ukrainische Krage.

Forderungen im polnischen Sejm.

Warschau, 31. Mai. (MTB.) 3n der Sitzung des polnischen Sejms erklärte der Vorsitzende des neugebildetenBational-ulrainifchen Elubs", Dymitr Lewizki: Mir fordern die Unab­hängigkeit der Ukraine und erstreben die Vereinigung aller ukrainischen Gebiete zu einem einheitlichen Staatswesen. Mir kämpfen dafür mit legalen Mitteln. Als nationale und demokratische Partei verwerfen wir die Dritte Internationale und die kommu­nistische wie jede andere Diktatur. Wir lehnen aber auch eine Intervention gegen Sowjet-Ruß­land ab. Der Fehler der polnischen Regierung ist eS, dah sie die ukrainische Frage a l s innere Angelegenheit Polens behandeln teilt Sie ist tatsächlich eine internationale Frage. Wir verweigern dem Staat weder Steuern noch Rekruten, aber wir fordern daß die Verfassung auch auf uns Anwendung findet und dah man unsere Schulen, unsere wirtschaftlichen Einrichtungen und unsere Reli­gion achtet.

Aus aller Wett.

Stflflcrraticier in Kiel

Der 12jährige Gedenktag der Skagerrakschlacht wurde in Kiel durch eine ernste, würdige Feier begangen. Auf dem Marinegarnisonfriedhof fand eine Gedächtnisfeier statt, an der Abordnun­gen der Kriegsschifft und der Matrosenartillerie- abteilung sowie die Fahnenabteilungen der Marine- und Mil.tärvereine teilnahmen. Der katholische Ma- rineoberpsarrer Kräuter hielt eine Gedenk- ansprocho, in der er die Disziplin und das Helden­tum als Kraftquelle für den Wiederaufstieg von Volk und Vaterland würdigte. Nach einem Ehor- gefana folgte eine Ansprache des evangelischen Ma- rinepfarrers 5 enger. Später fand auf dem Ka sernenhof in Wik Die Parade statt, an der sich außer den Marineabordnungen auch die Krieger- vereine beteiligten. Der Chef der Marine­st a t i o n der Ostsee, Vizeadmiral Dr. h. c. Wo eher, hielt Darauf die Gedenkrede, in der er u. a. ausführte, daß der echt deutsche Geist der Ma­rine, wie er sich in der Skagerrakschlacht io berrhd. offenbarte, auch heute lebendi i fein n Reichsmarine und der ganzen deutschen Wehrmacht, die in der rastlosen Arbeit für bas beutsche Vater-

Vor der Enischeidlingsschlachl in China.

Eigene Drahtmelbung besGießener Anzeigers".

Berlin, 1.Juni. Der chinesische Bürgerkrieg nähert sich mit Riesenschritten einem neuen und sehr bedeutenden Abschnitt. Auf breiter Front haben iich die drei füdchinesischen Heeressäulen auf Peking zu in Bewegung gesetzt und weiteres Gelände gewonnen. Di« sehr wichtige Stadt P a o t i n g f u ist nach heftigem Kampf in ihren Besitz gelangt, so daß die am weitesten vor« gestoßene Gruppe nur noch 20 Kilometer von der Hauptstadt entfernt ist und sie in wenigen Tagesmärschen erreichen kann. Es dürften aber noch mindestens zwei Wochen' vergehen, bis die Südchinesen zum letzten Sturm auf Peking antreten können. Ein allgemeiner Wettlauf nach dem Borden würde nur Tschangtsolin zugute kommen, der ein viel zu tüchtiger Soldat ist, um nicht sofort gegen die sich Dann auseinanderziehenden Reihen der Kräfte Tfchiangkeischeks mit einem heftigen Ge­genstoß anzusetzen, der sicherlich nicht ohne Er­folg bleiben würde. Da aber die drei füdchinesi­schen Heerführer bisher reibungslos Hand in Hand gearbeitet haben, darf angenommen werden, daß sie auch bis zum letzten Gefecht sich keine Blöße geben werden.

Die Situation in Bordchina wird al ecdmgS trotz des flotten Dormarsches der Rationalisten immer bedrohlicher. Iapan hat einen kleinen Zwischenfall benutzt, um von Korea her in die Mandschurei einzurücken und das Hinter­land Tschangtsolins zu besetzen. Dadurch kommt der Führer der Bordtvuppen in di« Gefahr, zwischen zwei Müstlsteine zu geraten. Das Klügste wäre für ihn, jetzt mit dem Süden Frieden zu schließen unö zur Rettung seiner Provinz mit Tschiangkeischek gemeinsame Sache zu machen. Aber alle Versuche, ein« Einigung mit dem Süden gegen den japanischen Erbfeind herbeizuführen, sind bisher aescheitert, so daß wohl keine Aussicht besteht, Tschangtsolin noch im letzten Augenblick vor der drohenden Vernichtung zu bewahren.

Oer Vormarsch der Güdarmee

Tschangtsolin räumt die Hauptstadt.

Peking, 31. Mai. (Tel.) DaS Oberkommando der chinesischen Bordarmee hat nunmehr die Niederlage bei Paotingfu offen zugegeben und gleichzeitig die Aufgabe Pekings an- gekündigt. Dieser Beschluß dürfte darauf zu- rückzusühren sein, daß der linke Flügel der Sud- armee nunmehr 20 Kilometer von der südlichen

Mauer Pekings entfernt ist. Tschangtsolin wollte der Südarmee noch einen Kampf liefern, feine Unter generale bereiten jedoch bereits den Rück- t r a n s p o r t der Trupven vor. Die Lage der Bordtrup-en ist verhältnismäßig günstig, da ihnen die Eisenbahnlin ie über Tient- s i n zur Verfügung steht. Von Tientsin sind die Truppen noch etwa 100 Kilometer entfernt, da sie infolge der Besetzung Tfinansus und der Hoangho-Brücke durch die Iapaner den Fluß nur auf großen Umwegen überschreiten tonnten. Die Südarmee gilt als völlig reor­ganisiert. Die Vorhut wird von Den zuver­lässigsten Truppen gebildet, so daß fremden- feindliche Uebergrisfe ausge schlof­fen scheinen. Die Mehrzahl der Fremden dürfte daher an Ort und Stelle bleiben, dagegen hat eine Massenfluchtderjapanischen Z i - vi listen zum Teil auf den Dächern der mit zurückkehrenden Soldaten der Bordarmee über­füllten Eisenbahnwagen eingesetzt, waS bereits mehrere Unglücksfälle zur Folge hatte.

Bedrohliche Lage in Tierrism.

Tokio, 3. Mai. iReuter.) Die Truppen Fengjuhsiangs sollen 16 Meilen von Tientsin entfernt eingetroffen fein und in westlicher Richtung weiter vorrücken, um die Eisenbahn strecke PelingTientsin abzuschneiden. Die Lage in Tientsin gibt Anlaß zu ernsten Befürchtungen. Die ausländischen Trup­pen haben eine Verteidigungslinie um Tientsin herum, zehn Meilen von der Stadt entfernt, geschaffen. Die ausländischen Truppen setzen sich folgendermaßen zusammen: 5000 Iapaner, 3700 Amerikaner, 2000 Franzosen 1500 Engländer und 380 Italiener. Die ausländischen Truppen stehen unter dem Oberkommando eines japanischen Generals, lediglich die Amerikaner stehen unter eigenem Kommando.

Ein japanisches Ultimatum znr Räumung Tsingtaus.

T f i n g a u , 31. Mai. (Reuter.) Der Äommanbeur der 3. japanischen Division, General I a s u m i t s u , der hier in der vergangenen Woche von den Nord- truppen, ohne einen Zeitpunkt festzufetzen, verlangt hatte, sich sieben Meilen von der Stadt z u r ü ck z u z i e h e n , hat an die chinesischen Gene­rale ein Ultimatum gerichtet, in dem er sie auffor­derte, die Stabt bis zum 1. Juni spätestens zu räumen. Alles läßt darauf schließen, daß das Ultimatum erfüllt wirb.

Oie südslawische Krisis.

Lärmszenen in der Gkupschiina Die Opposition erzwingt die Aufhebung der Sitzung.

Belgrad, 31. Mai. (TU.). In ber Skup- s ch t i n a kam es am heutigen Donnerstag im Zu­sammenhang mit den gestrigen blutigen Ereignissen Äu ungewöhnlich heftigen Lärmszenen. Als bie Mitglieder der Regierung vollzählig den Sitzungssaal betraten, wurden sie von der Oppo- fition mit RufenNieder mit den Mördern" Nieder mit den Sklaven Mussolinis" empfangen. Der Lärm war so groß, daß sich kein Redner Gehör verschaffen konnte. Die oppositionellen Abgeordneten fliegen schließlich auf die Bänke und fangen die Nationalhymne und das LiedIstrien ist jugoslawisch". Bei dem Tumult wurden mehrere Bänke zertrümmert. Nachdem sich die Regierung wieder aus dem Saal entfernt hatte, hob der Vor­sitzende die Sitzung auf. Die nächste Sitzung wird am 8. Juni stattfinden.

Aehnliche Lärmszenen spielten sich in ber Sit­zung des parlamentarischen 21 u s f d) u f s e s ab. Die vereinigte Opposition stellte den An­trag, die Sitzung solange auszusetzen, bis die Schuldigen der gestrigen blutigen Vorfälle be­straft sind. Als der Vorsitzende des Ausschusses die­sen Antrag ablehnte, stürzte sich ein Anhänger Ra- ditschs auf den Präsidententisch und zerriß sämt­liche Protokolle und Aktenstücke. Die Sitzung wurde darauf unterbrochen.

Nach der Skupschtinasitzung empfing der König den Ministerpräsidenten Wukitschewitsch und den Außenminister Dr. Marinkowilsch in Audienz. Es ist bezeichnend, daß zur gleichen Zeit auch der Stadtpräsident von Belgrad, Lazare- witsch, vom König jur Berichterstattung über die gestrigen Zwischenfälle empfangen wurde. Die Polizei hat bie beiben oppositionellen Nachmittags- blätterNowosti" unbRjetjch" beschlagnahmt. Die Druckereien sind durch Polizei besetzt worden. Der bisherige italienische Gesandte in Belgrad- Gene­ral Bordrero, ersch en am heutigen Donners­tag beim König in Abschiedsaudienz. Er beabsich­tigt, Belgrad in den nächsten Tagen zu verlassen.

Oie Gtraßentumutte in Belgrad.

Teilnahme kommnnistischer Elemente.

Budapest, 31. Mai. (WB.) Wie ,,A Mai Nap" meldet, hat die Belgrader Polizeipräfektur über die in ber letzten Nacht stattgefundenen Unruhen ein Kommunique ausgegeben, aus dem heroorgeht, daß die in der Nacht verbreiteten Nachrichten über bie Zahl der Verletzten als übertrieben zu betrach­

ten sind. Es wird zugleich betont, daß an den De­monstrationen nicht so sehr die Studentenschaft als der kommunistische Teil der Arbeiter teilgenommcn habe. Die Gendarmerie habe strenge Weisung gehabt, von der Schußwaffe keinen Ge­brauch zu machen. Sie Schüsse seien größtenteils von Seiten der Demonstranten abge­geben worden. Die berittene Gendarmerie fei erst dann in Aktion getreten, als die Feuerwehrspritzen keinen Erfolg zeitigten. Ferner wird erklärt, baß weder bie Polizei, noch bie (Benbarmerie bie Menge provoziert habe. Es würben insaefamt 60 Verhaf­tungen oorgenommen, barunter befinben sich zwölf Stubenten, die bereits wieder auf freien Fuß gesetzt wurden unb 43 Kommunisten, von benen feststeht, daß sie währenb der Demonstrationen wiederholt Hochrufe auf Sowjetrußland ausgebracht hatten. Der im HotelRussischer Zar" angerichtete Schaben wirb auf 200 000 Dinar geschätzt.

Nach einer Meldung derPolitico sollen vierzig Schüsse abgegeben worden fein. Das Blatt behaup­tet, daß bei den Demonstranten kaum einige Revolver vorhanden waren und daß aus ber Menge nur ganz vereinzelt Schüsse abgegeben würben. Die Zahl der Verwundeten konnte schon deshalb nicht genau ermittelt werden, weil die Leichtverletzten ihr« Wunden zu Hause verbinden ließen und keine Spitalhilfe in Anspruch nahmen. Nur zwei Verletzte wurden in das Spital eingelie­fert. Unter den Verwundeten befinden sich auch neun Gendarmen. Das Blatt giot der Meinung Ausdruck, daß bie blutigen Ausschreitungen auf die Uebcrfpannung der Nerven zurückzufüh- ren seien, sowohl auf feiten ber Demonstranten als auf feiten ber Gendarmerie. In den Reihen ber Demonstranten sollen sich übrigens zahlreiche unver­antwortliche Elemente befunden haben, bie gar nicht gegen Italien bemonftrieren wollten, sondern sich einfach aus dem Grunde den Studen­ten anschlvssen, um gegen die Polizei unb allge­mein gegen bie Staatsgewalt zu bemon­ftrieren.

Ein italienisches Ultimatum?

Berlin, 1. Juni. (TU.) Wie ein Berliner Blatt au» Beigrab meldet, Hal der italienische Gesandte in einer neuen Bote, die ultimativen Charakter trägt, Genugtuung verlangt in Jotm von Bestrafung ber Beamten, bie für bie Richtoerhinderung der Demonstrationen verantwort­lich sind, sowie Schadenersatz an die italieni­schen Staatsbürger in Südslawien, die durch die Demonstrationen geschädigt wurden. Die italienische Bote soll n. a. daraus Hinweisen, daß die Italien sch- südslawischen Beziehungen bei Nichterfüllung dieser Forderungen in kürzester Zeit schwer beein­trächtigt würden.

land und nur f ü r bas Vaterland in der Zett ber Uneinigkeit unb Zerrissenheit gana beson- ders geeignet sei, ben Sammelpunkt zu bilden für alle, benen das Wohl des deutschen Volkes und Va­terlandes wirklich ehrlich am Herzen liege. Daß die­ser Geist über die Wehrmacht hinaus weiteste Kreise des deutschen Volkes erfasse unb einigt, das sei unser Wunsch Im Geiste der strengen Pflichterfül­lung unb des heiligen Opfermutes der Skagerrak- fämpfer gelte es bie Jugend zu erziehen und Der- ftdnbnu- zu wecken für echt deutsche Art im ganzen deutschen Volke. Mit einem dreifachen hoch auf bas ganze deutsche Vaterland klang die Feier aus.

Die Krostfckmven im Wcmba«gebict.

In einer außerordentlichen Sitzung des Kreis- ausschufles der rheinisch, n Winzerverbände in Koblenz wurden b;e Hilfsmaßnahmen für bie durch rxroftid)3ben betroffenen Deinoaugebiete er­örtert. Nach dem vorliegenden Bericht ist die Lage in

den einzelnen Bezirken katastrophal. Beson ders hark ist ber Kreis St. Goar betroffen, wo ber Gesamlschaden auf 70 bis 90 Prozent geschützt wird. Im Streife Neuwied betragen die Schaden 80 bis 100 Prozent, in der Gemarkung Königs- winter 90 Prozent, bei Honnef 100 Pro­zent, bei hohenrhontors 80 bis 100 Prozent, bei Dollenborf ebenfalls hundert Prozent. Auch an der oberen und unteren Aar hoben die Reben außerordentlich gelitten. Ein Er­trag ist von den durch den Frost betroffenen Wein­bergen nicht zu erwarten. Der Gesamtschaben be­trägt nach vorsichtigen Schätzungen über sechs Millionen Mark. Der Ausschuß stellt für ein Notprogramm folgende Hauptforderungen auf: Nie­derschlagung des am 31. Dezember fällig werdenden Teiles der Re.chswinzerkredttzinsen. Bereitstellung von ausreichcnben Zuschüssen zur Belchaffuna von Stickstoffdünger unb von Schädlingsbekämpfungs­mitteln.

Die Hochwasserkalostrophe ta Schlesien

Die Untre.terkcttastrophe in ScUesien hat ins­gesamt zwei Todesopfer gefordert. Der ein« To:e iss ein Arbeiter Anders aus Mtttet- peilau. der seit Pftngstsamstag verschwunden war und gerade an seinem 50. Geburtstag umkam. Das zweite Op er ist ein Landwirt auS Schmiede berg, dessen Leiche jetzt ebenfalls ge­funden wurde. Durch das Hochwasser haben auch die Kohlengruben in Waldenburg er­heblichen Schaden erlitten. In der ZuchSgrube stehen die Stollen etwa einen Meter unter Wasser. In der David-Grube kann die Belegschaft schon seit jteei Tagen nicht mehr ein'abren. 3n dem Grubenort Wölke wurde die Halde vom Walser durchbrochen und dec Schlarnmhasiedamm ge­sprengt. Infolgedessen sind auch die umliegenden Gehöfte von Schult- und Schlammassen heim- gesucht worden. Ferner ist der Bahnbetrieb der Wenzeslaus-G rrrbe lahm gelegt.

In Dömitz in Wcck.enburg wird das Hoch­wasser im R e^enaebirge mit bangt? -öorae ver­folgt, aus den Meldungen der SlbstrImbauver- waltung ergibt sich, daß für Dömitz für den 6. und 7. Iuni mit einem Höchststand von 3.50 Me er gerechnet wirb. Bet vielem QBafterftaniN wird tvtederum ein großer Teil der Wiesen, Aecker unb Gärten toaHuiet und dl« Ernte bedroht werden.

Der hessische Staatspräsident

In der Wiesbadener Porzellan-Ausstellung.

Am Dienstag besuchte der hessi!che Staats­präsident Adelung die Ausstellung .DaS deutsche Porzellan". Er wurde durch die Herren der Ausstellungsleitung begrüßt. Gro>M Inter­esse fanden beim Staatspräsidenten die von der Staatlichen Porzellanmanusaktur Berlin auSge- führten Ehrenpreise der preußischen und Rcichsregierung. GS wird die Frage geprüft werden, ob nicht auch die hessische Re­gierung in Zukunft Staatspreise und Aner­kennungsgeschenke wie der preußische Staat zur Verteilung bringt.

Geheimnisvolle Brandstiftung.

Tin geheimnisvoller Einbruch wurde Donners­tag nacht im Bartelbureau ber Deutschen Volkspartei in Kassel verübt. Unbekannte Männer drangen durch ein Fenster vorn Garten aus in bie Bureauräume, durchwühlten alle Partei­akten, warfen sie in bie Mitte bes Zimmers und zündeten die ganzen Akten sowie den InhaltdergesamtenKartothekan. Eine zufällig- gegen 4 Uhr oorübertommenbe Schupo- streife fah in ben Bureauräumen Hellen Feuerschein. Es gelang ber Feuerwehr, bas Feuer zu löschen, bas bereits alle Zimmer ergriffen unb bie Bureau- einrichtungen vollkommen vernichtet hatte. Man vermutet einen politischen Racheakt. Ob wichtige Akten gestohlen worben sind, steht noch nicht fest. Von ben Tälern fehlt jede Spur.

3n ein Rudel Hirsche gefahren.

Aus der Ehaussee zwischen Großbeeren unb Gensyagen bei Berlin ereignete sich ein schwerer Automobilunsall. Ein Berliner Holzgroßhändler fuhr mit seinem Kraftwagen in ein Rudel Hirsche, wobei ber Chauffeur die Gewalt über den Wagen verlor und gegen einen Baum fuhr. DaS Automobil wurde schwer beschädigt und der Holzhändler und sein Ehaufseur schwer verletzt. Die beiden Männer mußten nach dem Kranken Hause gebracht werden.

Banditen

überfallen einen amerikanischen Automobilklub.

Bei einem Bankett und Ball des Automobil­klubs von Indianapolis wurden die 200 Zestgäste von Banditen überfallen und ausgeplündert. Die Behörden veranschlagen den Wert der geraubten Iuwelen auf 150 030 biS 200 000 Dollar.

Oie Wetterlage.

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Ganz Deutschland ist von kühleren Luftmassrn überflutet, bie dem nördlichen hochdruckg biet ent­stammen. In unserem Gebiet lagen heute morgen die Temperaturen etwa 4 Grad tiefer als am Vor­lage. Da wir zunächst noch an ber Südfette des f)nd)3 verbleiben, so wird unter nordöstlichen bi» cftl chen Winden das kühle und ivolk.ge Wetter sottbcstehen. Neigung zu geringen Niederich.agen ist dabei vorhanden.

Voraussage für Samstag: Wolkiges auch aufheiterndes Detter, kühl, meist trocken.

Voraussage für Sonntag: Keine we­sentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 31. Mai. mittags 23,5 Grab Eelsius, abends 15 Grad Celsius: am 1. Juni: mor­gens 11,7 Grad Celsius. Maximum 23,7 Grab Hel­ms, Minimum 10,4 Grad Eelsius. Erdtempera- furen in 10 Zentimeter Tiefe am 31. Mai. abends 24,2 Grad Eelsius: am 1. Iuni: morgens 18 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 12 Stunden.