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Zweiter und Schlußteil.

Holzsnbmission

Aus den Waldungen der Gemeinde Allertshausen soll folgendes Nutzholz durch

durch die Novemberluft. Und in die kurzen Pausen herein rollten die unaufhörlichen, die unermüdlichen Jubelschreie dererlösten" elsässischen Bevölkerung!

Dietwart machte einen Schritt vorwärts :md reichte Schwester Wendula die Hand. Schweigend. Aber als sie ihm in die Augen sah. las sie das eine große, heiße, leuchtende WortDank dir!"

Er mußte ihr danken um ihr Dienen für die

letzten deutschen

feindlichen Boden hier!

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Heute abend 87- Uhr im großen Hörsaal der Universität Dr. Theodor Rudolph (v. Danziger Heimatdienst) spricht über d. Thema Baa< Polen ii. aerVälkerM

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Morgen Donnerstag, 2. Februar

Kappen-Abend

J1890

Winterobst - Ausstellung Gießen

Ablieferungstermin der Ausstellungsfrüchte von Freitag, dem 3. Febmar, ab mittags 12 Uhr, in der Turnhalle des Realgymnasiums, Eingang Ludwigstraße. Früchte, die nicht spätestens Samstag vormittag abgeliefert und ausgestellt sind, können nicht prämiiert werden, da das Preisgericht dann schon zusammengetreten ist.

Oie Ortsgruppe Lich der ehem. Hess. Feld-Art.« Regimenter F.-A. 25

u. 61 und deren Ersahformationen veranstaltet am Sonntag, dem 5. Febmar, nachmittags 3-7 Uhr tn Lich, im Saale des Gastwirts Stein, am Bahnhofe, eine Zusammenkunft bei der der Musikverein Rieder-Deisel konzertieren wird.

Se. Exz. Generalieutn. v. Kieinschmit kommt. Alle ehemal. Feld-Artilleristen, mit ihren Angehörigen, sind herzlichst willkommen.

Winnerod, den 31. Januar 1928.

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Samstag, 4. Februar, abends 20° Uhr Maskenball auf derKarlsruhe.

Karten zum Preise von 2. Mk. sind in den Fri­seurgeschäft.: Kambach, Kaplansgasse 27, Muhl, Bannhofstr. 54 u. Wahl, Neustadt 33 erhältlich, nein Der Vorstand.

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verschlimmert sich unbedingt beim Tragen eines unrichtigen, schlechtsitzenden Bruchbandes. Verhüten Sie das durch meine seit 20 Jahren wohlbekannte, unter Garantie passende, ärztlicherseits anerkannte Spezial-Bandage für alle Brucharten, auch Hodenbrüche, ohne Feder, kein harter Ledergürtel oder Eisenbügel. Ferner Leib-, Nabel-, Vorfallbinden usw. Nachweislich haben sich Personen durch das Tag- und Nacht-Tragen meiner Bandage selbst ge­heilt, z. B.: N. N. Mergentheim: 35 J. alt, Leistenbr. geh.; N. N. Gera: 11 J. alt, ebenf. geh.; N N.Friedberg: 52 J.alt, geh. usw. Kostenl.zu sprechen in Gießen am Freitag, 3. Februar, von 94 Uhr, im Hotel Kobel, ferner in Nidda am Dienstag, 7. Februar, von 9 bis 4 Uhr, im Hotel Stern und in Grünberg am Sams­tag, 4. Februar, von 26 Uhr nachpi, im Hotel Hirsch.

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Heute 3 Uhr nachmittags:

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Donnerstag, den 2. Februar, versteigere ich hnLöwen", Neuenweg 28, ab 2 Uhr: drei Kleiderschränke, ein Bett mit Keil (neu), drei Ausziehtische, eine Chaise­longue, vier Waschtische, zwei Kuchen­tische, einen Schaukelstuhl, einen Liege­stuhl, eine Kommode, einen Schreibtisch, drei versenkbare Nähmaschienen (neu), zwei Schreibladenkassen, vier Znnmer- stühle, sechs Nachtschränke, einen Sekre­tär, drei Eisschränke, zwei Sofas, sechs Plüschsessel, drei Herde, zehn Oefen, zwei Ladenschränke, einen Klavierstuhl, eine Geige, drei Photoapparate, Damen- Handtaschen und Gamaschen, Masken­kostüme, eine Waschmaschine mit Ofen, zehn Betten, Herren- und Damenräder u. n. v. a. H85D

Versteigerung bestimmt.

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Luktionator und Taxator, Neuenweg 28 ; Telephon 1414.

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Heute letzter Tag:

Der Chinesenpapagei

Ab morgen bis einschließlich Sonntag:

Jeder von ihnen horchte auf. Es war ein Moment schmerzlichster Spannung. Dann brach ein unge­heurer Jubel aus! Obgleich das Haus abseits vom Zentrum lag, scholl der Lärm brausend auch hier­her. Und nun sank er wieder etwas unter in den herannahenden schmetternden Klängen der Marseil­laise!

Schwester Wendula richtete sich vom Blumen­sträuße auf und ließ die Hände sinken. Sie schritt dem Fenster zu, um ihre aufschießenden Tränen Niederkämpfen zu können. Aber ein leiser Aufschrei ging durch das Zimmer. Da versank ihr eigener Kummer vor dem sich schmerzvoll aufbäumenden Jammer des andern. Sie ging auf das Lager des einen zu. Es war der Jüngste unter ihnen. Kaum zwanzigjährig. Einer, der nach einer schweren Ver­wundung hoffnungslos dahinfiechen mußte. Dem nur noch Tage zum Leben blieben. Er besaß nicht mehr die seelische Kraft der andern rings um ihn, um sich zu beherrschen, sich in demütigem Schwei­gen unter die ungeheure Wucht dieses Augenblicks neigen zu dürfen. Er saß aufrecht und gebot feinen Tränen keinen Einhalt.

Haben wir deutschen Soldaten das um diese Stadt verdient?" ries er den andern zu.

Schwester Wendula war zu ihm hingetreten. Nein, das habt ihr nicht um diese Stadt ver­dient, in der man sich hier jubelnd den Franzosen entgegenwirst! Niemand dort drüben in Deutsch­land kann ermessen, kann sich ausmalen, was ihr hier jetzt als die letzten deutschen Soldaten durch­leben unb ertragen müßt! Ich aber habe es vorher geahnt und deswegen habe ich mich gemeldet, hierbleiben zu dürfen, um euch nahe fein zu kön­nen! Gerade in diesen Tagen!"

Dietwart war ebenfalls an das Lager des jüng­sten Kameraden getreten. Es war, als ob sich unter der Berührung der sanften Frauenhände, als ob sich unter den verstehenden Worten der leidenschaft­lich sich aufbäumende Schmerz zu glätten begänne. Die herben Vorwürfe verstummten. Die reife De­mut der älteren Kameraden, sich unter ein gewalti­ges Schicksal beugen zu müssen, strömte zu ihm herüber.

Still wurde es für eine kleine Zeitlang im Saale. Die Glocken des alten ehrwürdigen Mün­sters dröhnten über die Stadt. Die schmetternden Klänge der französischen Musikkapellen hämmerten

Donnerstag

Winzer-Abend mit Kappen-Sitzung

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acsehen werden können; auch werden die- felhcn vor dem Termin bekanntgegeben. Die Zahlungsbedingungen sind günstig.

Allertshausen, den 31. Januar 1928.

Hessische ®ür^ermei^terei^!aUertsbau^en.^

Holz Versteigerung

Freitag, den 3. Februar 1928, vormit­tags 11 Uhr, soll aus den Waldungen her Gemeinde Ruppertsburg, Distrikte hohenwald, Buchwald und Röden, folgen­des Holz versteigert werden: 1147O

ktomme. Fichte: lb-Klasse 1 Stück, 0,11 fm, la-Klasse 4 Stück, 0,38 fm.

Dsrbstangen. Fichte: 2. Klasse 60 Stück, 3,60 fm, 3. Klasse 237 Stück, 7,11 fm.

Heisstangen. Fichten: 4. Klasse 224 Stück, 4,48 fm, 5. Klasse 309 Stück, 4,02 fm, 6. Klasse 274 Stück, 1,64 fm, 7. Klasse 180 Stück, 0,54 fm.

liutzknüppel. Lärche. 6,4 rm (3 m lang): Fichte: 11 rm (2 m lang).

Scheiter. Buche: 88,1 rm; Eiche: 0,8 rm;

Fichte 6 rm.

RnüppcL Buche: 166,3 rm; Eiche: 11,7 rm; Birke: 15 rm; Aspe: 2,5 rm; Lärche: 3,5 rm; Fichte: 3,1 rm.

jhüppelreifig. Buche: 0,9 rm; Fichte: 2,2 rm.

6tammreifig. Buche: 790 rm. llslreisig. Buche: 1958 rm; Fichte: 29 rm. 6tÖde. Buche: 32,2 rm; Fichte 32 rm.

Das Fichten-Stamrnholz sowie Derb- inb Reisstangenholz lagert im Distrikt Vuchwald 11 und 16 (Geräurns und Giften -erg), Stammholz und Derbstangen 2.Klasse teils im Distrikt Röthe.

Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Salbeingang der Kreisstraße Rupperts­burgWetterfeld.

Ruppertsburg, den 30. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg.

H ö g y.

um einen Blumenladen aufzutreiben. Unser Kran- fenfaal ist so leer, ach, alles ist so leer, und ich dachte, gerade an diesem Vormittage, in diesen Stunden soll unfern Kranken doch wenigstens em freundlicher Anblick geboten werden Da hab« ich es auch gern auf mich genommen daß ich unter­wegs eben ... mehr als einmal an gepöbelt wurde!"

Auch Raymond blieb jetzt neben Dietwart vor Ueberrajchung stehen:Auch Sie, Schwester?"

Jo, weil ich eine von den Boches fei, noch em Nestchen der jetzt so verfemten preußischen Armee. Gott, eine deutsche Krankenschwester!"

All« Empörung, die Dietwart in diesen lagen bei der überall sichtlichen Verachtung des Deutsches niebergerungen hatte, fand jetzt eine Resonanz in ihrer Aeußerung. Was mußte auch in ihr stärker sein in dieser Emvsindung: die Klage oder die Em- pörung? Sein Blick überflog sie: ihre stattliche schlanke Gestalt, ihre klaren, ebenmäßigen Züge, ihr reiches Haar vom reinsten Weizenblond. O, beim Anblick der Schwester Wendula hätte jene frcmzö sische Nonne niemals gesagt, wie sie es damals bei Melusine getan:Ah, ma chfere, ich glaubte, Sie seien eine von den unseren ...?"

Drinnen im Saal gab es ein freundschaftliches, ein erfreutes Begrüßen. Sonderbar, wie das Ge­fühl bumpfer Trauer sie zu einer Gemeinsamkeit zusammenschloh! Raymond setzte sich an das Lager seines Freundes, Dietwart ging von einem Kame­raden zum anderen und tauschte mit jedem einige Worte der Teilnahme. Schwester Wendula aber ord­nete den Strauß letzter Herbstblumen, die diese grauen Novembertage noch übrig gelassen, in einem großen Glas auf den Mitteltisch. Obgleich die beiden Freunde die Kameraden durch allerlei andern Ge­sprächsstoff abzulenken versuchten, wollten die Kranken doch immer wieder Einzelheiten darüber hören, wie es heute in der Stadt ausfähe. Ja, dro­ben auf dem Münsterturm, blähten sich seit dem Morgengrauen vier Fahnen in den Farben Frank­reichs. Ein Geschwader von französischen Aeropla­nen umkreiste die Spitze des stolzen Turmes, das Gedränge einer fieberhaft gespannten Menschen­menge nahm auf den Straßen ständig zu.

Dann setzten die Münsterglocken, dann auch alle andern Glocken der Stadt mit tiefem Geläute ein! Das Gespräch verstummte wie auf einen Schlag.

Das Holz ist

acbote sind bis Dienstag, den 7. Februar L 3., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst auch die Be­dingungen, mit denen sich die Käufer durch (nnreichung der Gebote unterwerfen, ein-

DERTODESRITTzj^

millTTLE BIG

Der größte und beste Indianer-Film, der je in Gießen zur Aufführung gelangte.

Der Todesritt von Llttle Big Horn Darsteller:

deutsche Sache. Um ihr Dienen in seinem oige- Leben. Um ihr Dienen an diesem sterbenden n deutschen Kameraden auf dem jetzt

Fünftes Kapitel.

Baronesse Melusine war im Begriff, vor der Flurgarderobe den zarten lila Schleier über den grauen Fehbarett zu spannen. Der Chaufteur lenkte das Auto durch den kleinen hübschen Hof, der jetzt alles Blumenschmuckes beraubt lag, in die große Toreinfahrt. Das Zimmermädchen stand war­tend hinter ihr, die leichte beigefarbene Wolldecke mit ßebereinfaffung über dem Arm, um sie im Wagen der jungen Herrin über die Knie zu legen.

Sieh ab und zu nach meiner Mutter, Bärbele. Ich werde wahrscheinlich bald wieder zurück (ein. Ich will mich nur erkundigen, wie der alten Frau Baronin die Ausfahrt in die Stadt neulich be­kommen ist. Zum Nachtessen bin ich wieder hier. Sollte inzwisd-en Besuch kommen, so sage, meine Mutter fei unpäßlich. Ich sei ausgefallen und auch der junge Herr Baron fei nicht zu Hause."

Im selben Augenblick, als Melusine die Wohnung verließ und den Torweg betrat, um das Gefährt zu besteigen, tauchte eine Herrengestalt aus dem däm­merigen ©rau eines Dezembernachmittags von der Straße her auf und ging in das Haus herein. Nicht eben sicher, sondern sichtlich mit einigem Zögern. Er­zog den Hut beim Näherkommen, als wollte er erst durch eine Frage sich vergewissern, ob hier das Haus her Barqnin v. Welzin sei.

Das junge Mädchen blieb wie angewurzelt stehen. Sie hatte ihn im Schein der großen viereckigen, schmiedeeisernen Laterne in der Hauseinfahrt er­kannt. Ein Laut entfuhr ihr vor Ueberraschuny, fast war es eine Bestürzung. Aber dennoch hatte sie sich selbst noch in solcher Gewalt, daß dieser Laut sich nicht zu einem deutlichen Namen formte.

(Fortsetzung folgt.)

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Es war em guter Gedanke von dir, Raymond, )rinen Freund gerade heute in diesen Stunden hier suchen zu wollen," meinte Dietwart, als sie den jiwn, weiß getünchten Gang zu den Sälen herad- teschritten.Vielleicht ist es für uns, die wir um w Schicksal unseres deutschen Heeres trauern, der ichtigste, der einzige Platz, heut inmitten dieser ge- chrauvten Massensuggestion. Jetzt, hier in der Stille ühle ich erst, wie widerlich mir alles unterwegs wor.

Eine Tür öffnete sich plötzlich ganz in ihrer Hohe. Eine Frauengestalt in Schwesternkleidung rat heraus. Sie stutzte, blieb stehen und eilte bann »en beiden Freunden entgegen.

Herr von Schützer! Sie kommen auch hierher? >iuten Tag, Herr von Welzin! O, wie werden sich untere Kranken über ihren Besuch freuen!"

Dietwart hielt für Sekunden iyre Hand in der einen. Er sah ihr in die klaren blauen Augen. Ihre freube, ihn nun unvermutet wiederzufehen, die sie o ungezwungen und natürlich äußerte, schlug wie ine warme, beseligende Welle zu ihm herüber, ftnen Herzschlag lang eilte seine Erinnerung zu )em Wiedersehen mit Melusine zurück. Wie sehr hatte er sich damals auf die erste Begegnung ge- ;reut, und wie bitter enttäuscht hatte ihn die höflich- Teunblidje Art seiner Braut berührt! Keinen Schimmer eines heißen Zusammengehörigkeits­gefühls fand er neulich bei Melusine. Hier aber be­sann Schwester Wendula sogleich, seine künstliche yand entdeckend, nach dem Verlauf der ärztlichen tzehandlung in der Prothesen - Anstalt zu fragen. 5a, Schwester Wendula streifte nicht mit halb ab­lehnenden, halb verständnislosen Blicke seine kör­perliche Emouße.

Sie tragen Blumen in der Hand, Schwester Bienbula?" Er streifte ihren Strauß langstieliger Lhrnsantemen.

Ihr Gesicht überschattete sich:Ja. Ich bin eben noch schnell etwas dem Zentrum der Stadt zugeeilt,

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