Ausgabe 
31.3.1927
 
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Donnerstag, 3|. März 192Z

1ZZ. Jahrgang

Nr. Z6 Erstes Blatt

drick vnd verleg: vrLhl'fche UntoerfitätsiBu*- end $teieönidtrei H. fange in Sietzen. Zchriftleltung und SelchZstrftelie: Zchulstrotze 7.

Die Genfer Abrüstungskonferenz

Ade

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bie über

Die Vorgänge in Nanking

heutigen Tagest

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sei, dic lveientlichsten Bestimmungen die sich aus den früheren Kaiser und

Mutterland, Mutterland

auf Geheim- be-iehen, i n

haben, daß

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Hessischer Landtag.

Darmstadt, 30. Mär-. Präsident lung erlffr i die S.tzung um 10'/, Uhr.

Abg rJD e d l e t (Ztr.) fragt wegen der

nialtruppen,

3. für die Gesamtstrettkräfte im

4. für die Gesamtstrettkräfte im und in den Kolonien

angegeben werden soll.

3n einer fünften Tabelle sollen

irgendwelche Lei'chlüssk der Reichsregierung in dieser Angelegenheit, die sich noch im Stadium der Dorderatung befindet, zwar noch nicht gefaßt worden seien. Nach dem Verlauf dieser Vorbespre­chungen könne man jedoch annehmen, daß die Be­stimmungen über die Rückkehr des Kaisers, über die geheimen Organisationen und über den Schutz von Ministern gegen Attentate vielleicht in Form einer Novelle zum Strasgesegbuch aufrecht- erhalten werden.

*

schulung von Ä;nbcm in Bad-Rauheim an. die an der Semarlungsgrenze wohnen, aber deren Aufnahme Bad-Rauheim verweigert. Ministe- rialDitcltot 11 r ft a b t giht in Erwiderung dar- auf eine Darlegung über die gesetzlichen Destirn-

21. 3uh d. 2. ablaufenbe Gesetz zum Schutze der Republik soll, wie dieVoss. Ztg." berichtet, ver­lange r t werden. Die 3teid)sregicrung werde dem Reichstag noch vor den Sommerferien eine entspre­chende Ge egesVorlage unterbreiten. Nach Mitteilun­gen, die das Blatt erhalten haben will, sei nicht daran zu zweifeln, daß die Gesamthett des Reichskabinetts damit einverstanden des Gesetzes,

len ^rf.'ttt. Innerhalb der durch diese fünf Tabellen auf«

Adg. Kaul 'Soz.) weift )arauf hin. daß gestellten Maximalgrenze soll es in besonderen

die Sozialdemokraten eine Anfrage wegen der Fällen jeder Partei gestattet sein, die Derlei-

F eh me morde emgebracht haben, bte vom fung ihrer Streitkräfte zwischen Mutterland und Justizministerium noch nicht beantwortet sei. Prä« I Kommen zeitweilig zu ändern. Dieser in erster Le­sident 'i fr e l u n £ teilt mit, daß die Antwort | in der mo AU . otbnu

Beilagen

Usenet Jomihenblütta Heimat im Bild

Die Scholle

eeis-Bfi* rl»: 2 Tut h «.n nnd 20 R-ich»ps^. >tg für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelperRummerN infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse:

61, 54 uno 112

Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Gieße», postsch. uko»to:

StanlfcTbmt Wein 11686.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

zähligen Streitkräfte ohne Bindung an eine Höchshahl enthalten sein, womit den wich­tigen englischen Bedenken Rechnung getragen wird.

teren Darlegungen betont der Redner, daß die hessischen Interessen in den Beiträgen nach der formalen Seite hin gewahrt sind.

In der Abstimmung werden die Ausschuß« anträge, die der Regierungsvorlage zustimmen, gegen die Stimmen der Deutschnationalen an­genommen. Damit ist auch eine Dorstellung der hessischen Städte für erledigt erklärt.

Hierauf werden Anträge über die D e r Wendung heimatlicher Gesteine für Bauten und Straßenbau für erledigt erklärt, weil die Regierung eine Zusage zu den Wün­schen erteilt hat. Abg. Roß (Soz.) erfudjt, daß mehr Reklame für die heimatlichen Ge­steine gemacht wird.

Das Republikfchuhgefetz.

Berlin, 30. März. (Pno.-Tel.) Das am

Abg. Dr. Riepoth (D. Dpt.) bemerkt, die Deutsche Dollspartei habe schon früher den Re­gierungsvorlagen über Wölfersheim immer zu­gestimmt. um die Möglichkeit des Stromabsatzes zu heben. Wir sind mit der Regierungsvorlage einverstanden, weil die Regierung erflärc. daß lein anderer Ausweg bestand, einen günstige­ren Vertrag abzuschliehen. auch nicht unter Aus­schluß von Frankfurt. Der Redner äußert dann eine Reihe von Sonder wünschen: er bittet um eine stärkere Be d s ich t i gmn g der Pro­vinz Oberhesfen bei der Verteilung des Reingewinnes.

Abg. Dr. Büchner (Sem.) weist auf das große Risiko hin. das in dem Unternehmen liegt, deshalb sei es vorteilhaft, wenn es auf zwei Schultern, die Frankfurts und Hessens gelegt wäre. Die demokratische Fraktion stimme der Dorlage zu. _

Avg. Dr. Leuchtgens (Bbd.) gibt im Ramen seiner Fraktion eine zustimmende Er­klärung ab. Der Redner wünscht ebenfalls, daß Oberhessen noch größere Dortelle aus dem Derttag erhalte.

Finanzminifter Henrich ist erfreut über die Zustimmungen: er sieht darin auch eine Anerkennung der Leistungen der an den Der« banbhingen Beteiligten. Der Minister macht darauf aufmerksam, daß auch Abgeordneter Kindt die Dorlage nicht ohne weiteres ablehnt, londern nur eine Reihe von Ein^lwünschen er­füllt haben will. Auch der Minister weist auf den Kompromißcharakter der Dorlage hin. aber alle früheren Dersuche und die Geschichte des Werkes in Wöllersheim zeigten, daß es nie recht in Gang zu bringen war, weil nicht genug Abnehmer vorhanden waren. Daraus gehe hervor, daß Hellen das Werk nicht allein be­treiben könne. Der Gewinn aus den Werken wird von dem Minister auf 700 ODO Mk. statt bisher 200 000 Mk. geschätzt. In feinen tttei-

Landesdibllotbek, das Staatsarchiv, die Denk- malpslege und die Schutzpolizei geschaffen wer­den Rund 425 000 OTL waren bis jetzt für den Bau verwende« worden, über die weiter notwendigen Mittel laste sich noch nichts tagen.

Ala Heinstadt (Ztt.) beschwert sich in einer in i..en Anfrage über Privalarbellen von Architekten an Gewcrlu-schule.. Ministerialdirek­tor M r 0 a ö t erklärt dazu, daß den Architekten ai} (8v.,.tuetdrillen gelegentlich die Uebernahme von B-ul-m gestattet wird, damit sie in Fühlung mit der Praxis bleiben. Die Genehmigung muß eingebolt trerben und wird nur in seltenen Fäl«

und deren Flagge beleidigt worden ist, werden zur Zett erwogen.

GS sind keine Derhandlungen mit der nationalistischen Regierung über die Zukunft der internationalen Riederlassungen eröffnet wor­den. Der Augendlid ist nicht geeignet für solche Derhandlungen. Das Ziel der britischen Politll bleibt unverändert: ihre Ausführung aber muß von den UmftänDcn abhängen. ES wird gegen­wärtig erwogen, ob und welche besonderen Dor- slchtsrnaßnabmen wegen Tientsin getroffen werden sollten. In Tientsin befinden sich, wie ich höre, gegenwärtig amerikanische. französische, japanische, italienische und britische Streitkräfte von zusammen ungefähr 4740 Offizieren und Mannschaften.

Die Auffassung in Ruhland.

Moskau, 31. März. (WTB. Funlspruch.) In einer Rede auf der Konferenz des kommu- nistischen Jugendverbandes der Sowjet-Union er­klärte Stalin nach einer Meldung der Tele- graphen-Agcntur der Sowjet Binion, dic Ran- hnger Ereignisse seien nicht unerwartet gekom­men. Die Beschießung der Stadt sei unternommen worden, um bie chinesische Revolution in« Herz zu treffen, den wetteren Dormarsch der Südtruppen und die na­tionale Einigung Ehinas zu verhindern und die Durchführung der Abmachungen über die Ausländer-Konzesfionen zu vereiteln. Der Bersuch, die Derhandlungen mtt der Ra« tionalrcgicrung unter Artillerie-Be- ?I e i t u n g zu führen, habe nur eine Derstär- ung des chinesischen Haises gegen den Imperia­lismus, den Zusammenschluß der Kräfte des Kuomintang und eine neue Linksschwen­kung der revolutionären Bewegung Chinas erzieh.

London, 30. März. (WB.) 3m Unterbau« machte Sir Austen Chamberlain detaillierte Angaben über bie Vorfälle in Ranking, die sich, wie er sagte, auf Grund amtlicher In­formation aus britischer, amerikanischer und japanischer Quelle folgendermaßen darstellen: Die Ausschreitungen waren, wie sich erwiesen hat, sorgfältig vorbereitet und wurden von Teilen der nationalistischen Armee begangen, die durch Hornsignale zurüdge- rufen wurden, als das Bombardement der ameri­kanischen und britischen Kriegsschiffe begann. Die Frauen der Ausländer, darunter auch die Frau des britischen Generallonsul«, wurden in roher Weise durchsucht und ihrer Wertsachen beraubt. Dielen Frauen wur­den die Kleider vom Leibe gerissen. Zwei Amerikanerinnen konnten noch im letzten Augenblick vor Gewalttätigkeiten gerettet werden. Diese Tatsachen sind durch beeidigte Demeh« mungen festgestellt. Die Ausländer wurden durch Rordtruppen nicht belästigt. Das britische Konsulat war das besondere Ziel der Plün­derer. Die nationalistischen Truppen schossen vor­sätzlich aus den Konsul der Bereinigten Staa­ten: sie wußten sehr wohl, daß er der Konsul war. und hatten die Absicht, ihn zu töten. Ebenso wurde das amerikanische Konsulat vorsätzlich ge­plündert.

Ein Versuch, Mord und Raub und andere Ausschreitungen gegenüber den Amerikanern und anderen Auslänk^rn zu unterbinden, wurde erst gemacht, als die Marinestrettkräfte eingriffen. Der amerllanifche Konsul war überzeugt, daß die Ausschreitungen geplant waren und un­möglich von wenigen der Kontrolle entgangenen Soldaten ausgeführt werden konnten. Die Schritte, die geeigneterweise seitens der brittschen und der übrigen Regierungen unternommen werden müssen, deren Staatsangehörige übel behandelt

Organisationen gegen die Republik Kraft zu lassen.

Andere Blatter wollen erfahren

bie C "fr ing eines Braunkohlenschwetkraftwerkes bei Wölfersheim.

Joj u k erstattet einen ausführlichen Be­richt über, hie Dorlage, beten wichtigsten Be- flimmnnncr dahin gehen, daß an dem Schwel« kraftwerl Hessen und Frankfurt mit je 50 Pr '^eni al« Aktionäre beteiligt fein sollen. Die Akli-mgesellschaft wirdHesrag" (Hessen- Frankiurt A G.) genannt. Die Rebenprodukte bet ©d>toe.ereicn werden in einem von der Hesrag I und her Gewerkschaft Friedrich gemeinsam zu er­richtenden Raffinerie weiter verarbeitet werden. An d'escr Gesellschaft, die ..Heftig" (Heftag- Friedrich G. in. b. H.) genannt wird, sollen sich die Hesrag 5/e und Friedrich mit/8 beteiligen. Die Heftig arbeitet ohne jeden Gewinn. Dem Landtag hegen folgende Anträge bet Regierung I vor.

I. Cs wird beantragt, Derträge abzuschllehen.

1) e nc.i Aktie ngesellschasts - Ver - t r a - mit der Stadt Frankfurt o. M. zur Errich­tung . meS gemki..samen Draunkohl.nschwelkrast- Werkes bei Wöttershein, der bei e.nem Gesamt- tap.lat von Drei Millionen Mark eine 50prozen- . tige Beteiligung an der A.-G. vorsieht. Eine Veräußerung her Aktien soll nur mit Zustim­mung des Landtages erfolgen Dürfen;

2)einen Jnteressengemeinschafts- Verttag über die Erschließung und Derwertung der oberheftischen Braunkohle mit der Stadt Frankfurt a. M.. der Frank urter Gaegesellsck all und Der Gewerkschaft Grube FcieDrich:

3) einen Braunkohlenlieserungs- Dcrttag mit Der nach Ziffer 1 zu grünbcnDcn Aftiengesellschaft »Hesrag".

II. Den auf Hessen entfallenDen Betrag des Attienkapitals im Wege des Staatskredttes zu beschallen, soweit Die Dedung nicht aus Dem Er- neuerungSstock Des Kraftwerkes Wöllersheim er- ' folgen kann.

III. Das staatliche Kraftwerk Wölfersheim der zu grün Den Den Aktiengesellschaft gegen >hul )verfchreibungen der unter IV genannten Art in Höhe von 1,3 Mill. Mk. verkäuflich zu überlassen. Die SchuiDverschteibungrn sind zum Emifsionsftrs anzurechnen.

IV. Zusammen n\it Der Stadt Frankfurt a. M. Die selbstsä uldne i'che unD solidarische Bürgschaft für Die von Der Hesrag auszugebenden Schuld­verschreibungen im Gesamtbeträge von 135 Mill. Mark zu übernehmen.

V. Der neu zu gründenden Aktiengesellschaft so lange eine Geldaufnahme aus dem W:ge Der Schuldverschreibung gc äß Ztt>er IV nicht erfolgt ist, verzinsliche Vorschüsse bis zur Hohe der von Der Stabt Frankfurt a. M. zum gleichen Zwed gegebenen Dorschüsse höchstens aber bis zum Bettage von 6 M l ionen Marl.

Der Finanzausschuß hat den Anträgen mit allen bei einer Stimmenthaltung zu ge­stimmt. Abg. Kindt (Dittl.» bemängelt, daß Die Stadt Frankfurt zu wenig für Den elektrischen S.roin bezahlt und daß die Stadt Frankfurt ein ' Ucbergewichi im Aufsichtsrat hat. Das hessische Ministerium für Arbeit und Wirt­schaft sei bei dieser wichtigen Angelegenheit nicht in Aktion getreten; es fei das ein weiterer Beweis für die il e ber f I ü f f i g f e i t dieses Ministeriums. Der Redner unterbreitet dem Landtag eine Reihe von Vorschlägen zur Ver­besserung Der Verträge; diese laufen auf den Gedanken einer größeren Wahrung der hellischen Interessen hinaus. Zum Schluß feiner Aussuh- rungen betont Der Redner seinen ablehnenden Standpunkt zu dieser Vorlage, wenn den Wün­schen nicht entsprochen wird.

Abg. Heinstadt (Zentr.) erHärt im Ra­men feiner Fraktion die Zustimmung zur Vor­lage und Danft der Sec/.irung für diese Leistung. 2m wesentlichen wären die Interessen Hellens gewahrt, alle hessischen Wünsche hätten selbst- verständlich bei den ungemein schwierigen Ver­handlungen nicht erfüllt werden können.

Abg. Lux (Svz.) stimmt im Ramen feiner Partei der Regierungsvorlage zu.

fung angenommene Vorschlag soll eventuell in zweiter Lesung auch auf die See- und Luftstreitkräfte ausgedehnt werden.

In Der Frage der militärisch organi­sierten Verbände ist auf Vorschlag der Vertreter Holland-, Deutschland« und der ber­einigten Staaten einer Fassung zugestimmt wor­den. auf der auf Grund der heutigen Aussprache klar hervorgeht. daß darunter nur solche For- mationcn verstanden werden sollen. Die infolge ihrer Ausbildung, Bewaffnung und Ausrüstung ohne besondere Mobilisierung so­fort verwendet werden lönnen. Unter Zu­stimmung des Ausschusses stellle Der hollän­dische Vertreter fest, daß es absolut llar ist. daß es sich Dabei nur um Kräfte handelt die bewaffnet sind und infolge ihrer Bewaffnung ohne besondere Mobilisierung verwendet werden können.

Es wurden noch Die Begriffe Mobilisation Dienstzeit und Begrenzung Der Zahl der Offi­ziere und Unteroffiziere durchgefprochen. wobei sich im wesentlichen die Zustimmung zum ftan- zösilchen Vorentwurf ergab, die Beschlußfassung selbst aber von der erst in zweiter Lesung zu treff enben Entscheidung über die Frage der Ein­beziehung und Begrenzung der ausgebildeten Reserven abhängig gemacht

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Dr Friede Dilh Gange Bernntwortlich für Politik Dr Fr Dilh Lange, für Feuilleton Dr h Idvriot; für >en übrigen Itil Ernst Dlumschem; für den An­zeigenteil L Dertr H Deitz, fämtllch In Dießen.

Die wehrdebatle im Reichstag.

Berlin, 30.Marz- (V.D.Z Der Rotetat wird ohne AuS'prache verabschiedet. Hieraus wird die zweite Lesung De« Wehretat « fort­gesetzt.

Aba. Lud« (WtttschaftSpartei) bemängcUc. daß sich drei verlchtedene Mttttsterten mit Der Unterbringung der entlassenen Sol- Daten befassen Da sei es kein Wunder, Daß diese Tätigkeit nur selten Erfolg hat. Der Redner empsichlt eine Erhöhung der tm Etat de« 2r- beilSministeriuins vorgesehenen Summe tx>n 43 000 Mark zur Unterbringung von I^rsor- gung«antoäricrn im Wirtschaft «leben Er kritisiert ferner Die ablehnende Haltung vieler BehörDen gegenüber der Einstellung von Milttäranwärtern.

Abg. Dr. R! o f c« (Soz.) behandelt das Ka- ' pttel Der Selbstmorde in Der Reichswehr Die Zahl der Selbstmorde und Selbstmordversuche in Der Reichswehr seien von 140 im Jahre 1921 auf 164 im Jahre 1924 gestiegen und dann auf 13b Falle im Jahre 1926 gesunken. An­gaben Der Heeresleitung, daß Mißhan lung« durch Vorgesetzte bei den Selbstmorden kaum in Frage kämen, stehen wir auch heute nach skeptisch gegenüber. Die Ursachen Der Selbstmorde liegen innerhalb des System». Der Redner fordert eine bessere Erziehungsmethode nach Der staatsbürger­lichen Richtung hin Denn man mehr Vertrauen für Dic Reichswehr verlange. Dann müsse man von Der Reichswehr insbesondere von Den Offi­zieren mehr Vertrauen für die Republik ver­langen.

Reichswehrminister Dr. Gehler erflärt, daß er hinsichtlich der Selbstmorde dov einem ganz schweren Problem stehe. DaS Pro­blem spiett nicht nur bei uns eine Rolle, sondern auch anderswo, im österreichischen Heere und in her Schupo. Hinsichtlich der S o l D a t e n m l ft - Handlungen haben wir nur die Möglichkeit die Mihhandler den ordentlichen Gerichten zu übergeben. Erst wenn dort eine Verurteilung erfolgt ist. können wir Die Betreffenden aU un­würdig hinaus tun. Wenn in einigen Abteilungen systematische Mißhandlungen Vorkommen, so haben die verantwortlichen Ofsiziere Damit Den Rach- wei« erbracht daß Ile Die Befähigung f ü r ihre Stelle nicht haben. (Zustimmung.) Wenn in einem Falle ein Gerichtsurteil nicht er­folgt, so werden wir auf Grund Der Bestimmun­gen Des Wehrgezetze« die Konlequenzen insofern ziehen, daß wir absolut zur K ndigung schreiten. Ich bedauere e«. wenn in die Besprechung ernster Dinge ohne Rot parteipolitische Dinge hmeingebracht werden, wenn ein bitterer Ton bet Der Behandlung von Fragen angeschlagen wird, an Denen Volk, Vaterland und Heer gleiches Interesse haben. iBoifall )

Abg. Eggerstedt (Soz.) hat beim Stapel- lauf de« Kreuzer« »Königsberg" Die Flagge schwarz-rot-golD vermißt. (Hort! Hört! bei Den SozialDemokraten.) Rach Den Femeprozessen könne Dr. Gehler nicht mehr bestreiten. Daß e« eine Schwarze Reichswehr gegeben habe.

Reichswehrminister D r Deßler: Ich habe Den Kampf gegen DerbinDung Der Reichswehr mit Den WehrverbänDen jahrelang geführt Sie können mir höchstens vorwerfen. Daß ich nicht genug Erfolg gehabt hätte. Aber Da« ist auf Gründe zurüdzuführen. über die ich nur im FemeauSschuh sprechen kann. Difziplinarifch ein- f(breiten kann ich erst, wenn Die ordenllichen Ge­richte gesprochen haben. Ich bin ferner auf Dic Polizei angewiesen. Ein eigenes Spitzelsystem habe ich nicht ausziehen wollen. Ich habe mich aller­dings auf Dic Offiziere verlassen Aber ich hatte ja niemand anders.

3n den Jahren der Erregung waren wir wohl alle politisch ein wenig verstiegen.

Ich weih, wieviel bei uns noch zu belfern ist. Aber ich hatte in all diesen Jahren Die Reichs­wehr erst aufzubauen und war mit Auf­gaben überlastet hatte mit tausend Schwierigkeiten zu kämpfen. E« ist nicht immer leicht, an Stelle eines Mannes, den man fallen läßt, einen neuen zu finden. Ich habe für unsere Offiziere keine goldstroyenden Uniformen beantragt, sondern nur Hut und Gpauletten. Wan kann Doch zu einer gesclllchalllichen Veranstaltung, wo alle mit Dem Zylinder erscheinen, auch nicht mit dem Lodenhut kommen. Die Uneinigkeit der AuSlanddeutschen ist bedauerlich. Wir haben aber angeordnet, daß z. B. bei Kranzniederlegungen Cchwarz-Rot-Gold neben Schwarz-Weih-Rot gezeigt wird. Daß neu­lich in Wilhelmshaven Schwarz-Rot-Gold gefehlt Hal. beDaure ich. Wäre ich felbft Dagewesen, fo hätte nicht gesehlt, Denn Die Flagge Des Reichswehrministers ist Schwarz-Rot-GolD mit Dem Eisernen Kreuz. Die Mannedienstslagge ist aber auf Beschluß Der Rationalverfammlung Schwarz-Werh-Rot mit der Gosch und dem Kreuz. Sie wird in Wilhelmshaven wohl vorherrschend gewesen fein.

Abg. T revtranu« (Dn.) vergleicht Die Seerüstung Der verschiedenen Rationen. Man sollte doch Dem Dolle nicht vorrechnen. waS untere Flotte koste, sondern wie weit wir hinter den anderen zurüdstehen. Beim Dergleich mit Der Dorkriegszeit müsse man Die Inzwischen eingetretene Geldentwertung berüdsichtigcn. Das Verhallen Der Flotte bei Auslandfahrten sei einwandfrei gewesen. Hoffentlich werde Die 5mDen" ihre Fahrt um Die Well ebenso glüdlich oolIcnDen, wie Der .Berlin" und Der .Hamburg".

Dank gebühre vor allem auch Der Besatzung De« kleinen Vermessungsschiffe« .Meteor". Deren Be­such in Der ehemals Deutschen Kolonie WinDhuk segensreich gewirkt habe

Genf. 30. März, iWolff.) D.e Frage, ob bet der Begrenzung der Eftektivbeftände zwischen der Heimarmee und den Kolonialtruppeii unter­schieden werden soll. Die gestern nadbmittag und heute vormittag Gegenstand privater Verhand­lungen zwischen Den Vertretern Englands. Frank- mmtcen I und Italiens bildete, wurden heute vor-

Abg. Salm (Komm.) fragt über die Hohe mittag Meßlich in öffentlicher Sitzung weit«,

der Kosten des Darmstädter Residenzfchlo>ses an. ^ten. Man emtate ftch auf dte i2lufsteLmg Staatsrat Kray erwidert, daß Räume für die Dtm tunt Tabellen, in denen die Hochstzahl

" " . - . 1. für Die Heimarmee,

2. für Die im Mutterland stationierten Kolo-