Ausgabe 
31.1.1927
 
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Daily Mall" verlangt heute wiederum bruch der Beziehungen zu Rußland.

andeuten: einmal, daß die wieder ganz verantwortlich aus ihren Kindern wird, etwa, sondern im Ganzen,

fühlen für DaS, was nicht nut im Beruf an Leib und Seele,

Montag. Kirchstraße,

Mandat nieöerlegen müsse. 2Us jein Nachfolger wird Landwirt Roos (Flonheim in Rheinhessen) in den Landtag einziehen.

Finanzjahr schätzt Cooliüge auf 3572 Millionen Dollar, gegen 3638 im laufenden Jahre.

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Tageskalender für Naturheilverein.- 8 Uhr, Gewerbehaus,

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Wettervoraussage.

Wenig kälteres veränderliches Met:er mit kurzen Aiederfchlägen, nach anfänglich verstärkter Luftbewegung w eder ruhiger.

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Protest der englischen Arbeirerschaft.

London, 31. Jan. (MTB. Funkspruch.) Gestern kam die chinesische Krise in einer ganzen Anzahl von Arbeiterversammlungen zur Erörte­rung. Der Sekretär des Bergarbeiterverbandes. Cook, unterstützte eine mit großer Mehrheit angenommene Entschließung, in der Einspruch gegen die Intervention in China er­hoben wird. Der Cisenbahnerfühper Thomas erklärte, ob die Entsendung von Truppen not­wendig ist, muh die an der Macht befindliche Regierung auf Grund ihrer genauen Kenntnis der Lage entscheiden. Wenn aber einmal Truppen geschickt werden sollen, so ist es besser, eine große Armee, als eine Handvoll Leute zu schicken. In den meisten übrigen Ber- sammlungen erhoben die Redner nachdrücklich Einspruch gegen die Entsendung von Truppen zur Verteidigung von Schanghai. LautDaily Herald" sind außerordentlich viele Protestaktionen, besonders während dec le ;ten Tage,erfolgt,Times" schreibt, die Kommunisten hatten sich an die Dock­arbeiter gewandt, die Entsendung von Truppen nach China durchdirekte Aktion" zu verhindern.

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Frauenvortrag. Johnnessaal: 8 Uhr, Vortrag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Bismarck , 2. Teil. Astoria-Lichtjpiele:Ben 21 li".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Herrn. Sudermanns bekann­tes SchauspielIohannisseuer" hat in einer sorg­fältigen Neueinstudierung bei Publikum wie Presse so außerordentliche Anerkennung gefun­den, dah es auch für eine Dolksvorstellung am Mittwoch, 2. Februar, abends 7l/i Uhr angesetzt worden ist. Die Aufführungen vonJohannis- feuer" wirkten so frisch, daß der Eindruck ent­stand, man sehe eine erfolgreiche Aeuheit. Da ermäßigte Preise angesetzt sind und die Heim­fahrt nach allen Dichtungen noch möglich ist, darf auch mit starkem auswärtigem Besuch gerechnet werden. Es fei nochmals darauf hin-gewiesen, daß die Opernaufführung von VerdisDie Macht des Schicksals" am Donnerstag, 3 Fe­bruar, als n. Wiltwoch-Abonnementsvorstellung zahlt, da die Mainzer Oper nur am 3. Februar abkömmlich ist. Diese Dorstellung beginnt um 6 älhr.

E i n W o hltä t i g ke i t s s e ft zu­gunsten der Zuflucht veranstaltet die Ge­sanglehrerin Ida Stammler am nächsten Montagabend im Dealgymnasium AähereS in der heutigen Anzeige.

Aus aller Welt-

Berliner Presteball.

Der Verein Berliner 'S reffe veranstaltete zum Besten seiner Wohlfahrtskasse am traditionel­len letzten Ianuarsamstag fein diesjähriges Ball- fest. Keine der zahlreichen illustren Beranstal- tungen der Berliner Wmtersaison weift ein glanz­volleres Bild auf als der Presieball. der noch alljährlich seine Anziehungskraft aus die besten Kreise der Deichshauptstadt bewiesen hat. Eine solche Reihe von persönlicher Berühmtheiten wird man, wie auf dem Presseball so leicht nicht wieder einmal zu sehen bekommen. Politik. Wirt­schaft und die Finanz, alles war durch Promi­nente vertreten. Der Deichskanzler Dr. Marx, die Deichsminister Dr. S l r «f c m a n n, Dr. Cur t i u s , Dr. G e ß l e r , der preußische Mini­sterpräsident Braun, die Staatsminister H ö p- k e r » A s ch o s f. die Reichskanzler a. D. Dr. Luther und Dr. Wirth, der Generaldirektor der Reichsbahn Dr. D o r p m ü ll e r, der Prä­sident der Handelskammer Franz von Men.el- sohn, Jakob Goldschmidt. Dr. von Staus. Dr. von Siemens. Plnioersllätsrektor Prozessor Dr. Trirpek, Professor Einstein, der Komponist Rez° nicek. Graf Arco. Fedvr von Zobeltiy. Karl Zuckmeyr, Henny Porten, Mady Christians und

Aus -er provinMyauptstaot.

Gießen, den 3L Januar 192Z,

Jugendliche Verbrecher.

Die Kriminalstatistik vom Jahre 1924 wirb vom Deichsju t izministerium, im Einvernehmen mit dem Statistischen Reichsamt, soeben der Oef- fentlichleit zugänglich gemacht. So erfährt man ganz erschütternde Wahlen. Danach sind wegen Verbrechen und Vergehen gegen das Strafgesetz­buch 675 466 Ankiagen erhoben worden. In 553 446 Fällen erfolgte die Verurtellung. In 24 Fällen wurde lebenslängliches Zuchthaus, in 9427 Fällen 15 bis 25 Jahre Zuchthaus ver­hängt. In 112 Fällen lautete das 11 rteil auf Tod. Der Staatsgerichtshof zum Schutze der Republik hat in 136 Fällen Verurteilung her­beigeführt: wegen Hochverrat wurden 12 Leute, wegen Raub unter Marter oder mit Verur­sachung einer schweren Körperverletzung 4. wegen Angriff gegen Degierungsmitglieber, d e Staa'.s- forrn usw. wurden 57 Männer ins Gefängnis geschickt.

Wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze überhaupt erhob die Staatsanwaü- fcha't in 917 960 Fällen Anklage, wovon es in 767 583 Fälle zu einer Verurteilung kam. Das Erschütterndste bei diesen riesigen Zahlen ist. daß unter den Verurteilten 129 644 weib­liche Personen und 485 666 Jugendliche sind. Fast die Hälfte der letzteren wanderte ins Ge ängnis.

Zahlen reden! Es sind Zahlen, auf die wir wahrlich nicht stolz fein können: Zahlen, die und vielmehr öte Schamröte in das Gesicht treiben sollten, vorausgesetzt, daß wir nicht zu denen gehören, die in diesen Zeiten das Sich-Schämen verlernt haben. Diele Zahlen bergen eine Unmenge von Elend und Leid: sie reden von verweinten Dachtftunden mancher sich grämen­den Mutter und manches durch Sorgen schnell ergrauten Vaters, sie reden vom Leichtsinn manches jungen Menschenkindes und von viel Verantwortungslosigkeit. Wie sich da wieder et­was ändern soll?! Dun, die Ansätze zu einer Besserung sind wahrhaftig nicht überall groß­artig, und die Jugend auch bei uns ist oft sehr gefährdet. Immerhin lassen sich zwei Wege zu einer langsamen, ahr nachhaltigen Besse-

lich sein werde. Erhebungen über d: Möglichkeit des neuen Einkommen.euergZc::?s seien im Gange. Die Staatsausgaben im nächsten

Um Königsberg.

Die Pariser Verhandlungen vor dem Abschluß.

Paris, 30. Ian. (Havas.) Die heutige Sitzung des Interalliierten Misitärkomitees soll einige Fortschritte gezeigt haben. Die deutsche Degierung zeige sich tatsächlich damit einverstanden einige Werke in Königsberg zu zerstören. Dieses Zugeständnis sei aber als ungenügend erachtet worden, und die Dis­kussion werde morgen vormittag innerhalb des Militärkomitees wieder ausgenommen werden. Die Botfchafterkonferenz werde eben­falls am Vormittag zusammentreten. Die allein noch unerledigte Frage soll, wie aus französischer Quelle verlautet, die in Königsberg angelegten Festungswerke betreffen. Das Fachkomitee hat ihre Schleifung verlangt. Dagegen soll die deutsche Regierung auf dem Standpunkt ver­harren, dah diese Anlagen für die Verteidigung der deutschen Ostgrenze notwendig sind. Die bis jetzt erzielte Einigung soll sich auf die De- finierung der gestatteten oder nicht gestatteten Befestigungsanlagen erstrecken und darauf, was unter der Unterhaltung der Verteidigungs- Werke zu verstehen sei, die nach Artikel 180 des Versailler Vertrages Deutschland belassen und im Zustande von 1919 aufrechterhalten werden dürfen.

Abbruch französischer Flughallen im besetzten Gebier.

Koblenz, 29. Ian. (WB.) Das Reichs- kornmissariat für die besetzten Gebiete teilt mit, daß auf den Flugplätzen in den Gemeinden Holzbach und Riesweiler (Kreis Sim­mern) vor kurzem von der Besatzung die Flug­zeughallen entfernt und abbefördert wurden. Wegen der RückgabedesGeländes an die früheren Besitzer schweben noch Verhandlungen. Zum Schutze der landwirtschaftlichen Interessen und zur Sicherstellung der Frühjahrsfeldbestel­lungsarbeiten hat der Reichskommissar für die besetzten Gebiete die interallierte Rheinlandkom- Mission gebeten, dah auch anderwärts für militärische Zwecke nicht mehr benötigte Grund­stücke ihrer eigentlichen Zweckbestimmung zurück­gegeben werden.

Entscheidung des Haager Schiedsgerichts.

Haag, 29. Ian. (WTB.) Die heute nach­mittag 4 llhr vom Haager Auslegungs- schiedsgericht in der bekannten Streitfrage zwi­schen der deutschen Regierung und der Repara- tlonskommission abgegebene Entscheidung ift wider Erwarten ungünstig ausgefallen. Die Entschei­dung lautet wie folgt: Die nach dem Sachverstän- üigenplan an den Generalagenten für Repara­tionszahlungen geleiteten Iah reszah lan­ge n umfassen nicht die Entschädigung, die das Deutsche Reich an die Reichsangehörigen wegen der Einbehaltungen, Liauidationen oder Heber» tragungen der deutschen Güter, Rechte und Inter­essen in Ausführung des Versailler Vertrages nach dem 1. September 1924 gezahlt hat ober bezahlen wird.

Englands Ehinapolftik

Eine bedeutsame Nede Chamberlains.

London, 29. Ian. (WTD^) In einer Rede in Birmingham erklärte Chamberlain über die Lage in China u. a. folgendes: Die wichtigsten Punkte, die die Chinesen an dem alten Vertrags­system geändert zu sehen wünschen, sind die Ex­ter r i t o r i a I i t ä t, die Tarif bestimmungen und Die Stellung der Konzefsionsgebiete. Wir sind bereit, in allen diesen Punkten Aende- rungen vorzunehmen, denn das gegenwärtige System ist veraltet. Die modernen chinesischen Gerichtshöfe ohne Einschluh eines britischen Be­amten sollen als kompetente Gerichtshöfe auch für britische Streitfälle anerkannt toeröen. Eng­land ist ferner bereit, dah britische Untertanen zur Bezahlung der regelmäßigen chinesischen Steuern herangezogen werden, wobei es jedoch keine unterschiedliche Behandlung britischer Staatsangehöriger geben darf. Was die Kon- zesfionsgebiete betrifft, fo sind wir willens, ört­liche Vereinbarungen auf der Grund­lage der besonderen Verhältnisse in jedem Hafen abzufchkiehen. 3m gegenwärtigen Augenblick könne jedoch von neuen Verträgen keine Rede sein, denn solche können nur unterzeichnet und ratifiziert werden, wenn eine anerkannte Regierung vorhanden ist. Die Kanton-Regie- rung können wir nicht als 2legierung eines Teiles von China anerkennen. Ich begrüße aufs herzlichste den Wunsch des. nationalistifchenAußen­ministers nach Verhandlungen und erwidere ihm: Ich hoffe ernstlich, daß sich fein neuer Zwi­schenfall ereignet, der die Aussicht auf eine friedliche Entwicllung versperrt. Seiner Majestät Regierung hat beschlossen, zur Vorsicht Trup­pen nach China zu schicken zum Schutze der britischen Gemeinde in Schanghai. Die Zusammen­setzung der Streitkräfte ist eine Gewähr dafür, dah sie nur zu reinen Verteidigungs­zwecken bestimmt sind. Ich hoffe, daß sich keine Gelegenheit für ihre Verwendung bieten wird. Auf unserer Seite besteht keinerlei Ab­sicht, S changhai zu hallen, wenn wir befrie- digende Zusicherungen erhalten können, daß sich die Ereignisse von Hankau nicht in Schanghai wiederholen werden. Die mllitärischen Bewegun­gen, die in der letzten Woche in der Presse so lebhaft besprochen wurden, sind daher eine not­wendige Vorsichtsmaßregel.

China zu Verhandlungen bereit.

London, 31. Ian. (WTB. Funkspruch.) Chicago Tribüne" meldet aus Schanghai, der vormalige chinesische Minister des Aeuhern und Führer der chinesischen Delegation auf der Paris- Konferenz, Wang, hatte am Sonnabend eine Konferenz mit dem britischen Generalkonsul, um sich über Großbritanniens Absichten im Zusam-> menhang mit den Truppenentsendungen und über die britischen Vorschläge zu informieren. Er er­klärte später, China sei bereit, in Verhandlungen einzutreten, vorausgesetzt, daß John Bull fein Gewehr beiseite legt und China auf dem Bode n voller Gleichberechtigung begegnet

* Flugzeug-Aotlandung auf dem Trieb. Am Samstagnachmittag gegen l/£ Uhr muhte das Verkehrsflugzeug D K28 der Deutschen Lufthansa. Type Fokker, auf der Flugstrecke Ham­burg Hanne ver Frankfurt begriffen, wegen Kühlerdefektes eine Rollandung auf dem hin­teren Trieb vornehmen. Das Flugzeug, geführt von dem Piloten Stäche und mit einem Passa­gier besetzt, kam glatt zu Baden und erlitt kei­nerlei Beschädigung. Der Motor wurde an Ort und Stelle repariert. Heute vormittag setzte die Maschine den Flug nach Frankfurt fort

M 3 t n Fackelzug des Gaues Hessen- Lahn int Beel ^nd der Turne, chaften cX deut­schen Hochschulen fand anläßlich des 2. Ober- hesiischen Turr.erschasts azes am Samstagabend

andere mehr. Vergebliches Bemühen, fte alle nennen zu wollen. Dazu ein Flor schöner, ele­ganter Frauen. Die Berliner Modehäuser hatten darin gewetteifert, durch farbenprächtige, kunst­volle Schöpfungen, dem wohlgelungenen Fest auch den äußeren Rahmen des cleganteften und prächtigsten Ereignisses der diesjährigen Ball- faison zu geben.

Tie zweite Grüne Woche in Berlin.

3n der neuen Lutohalle wurde die Grüne Woche Berlin 1927, die zweite große landwirtschaftliche Ausstellungsoeranstaltung des Berliner Messeamtes, mit einer Rede des preutzischcn Ministers_für Land­wirtschaft, Domänen und Forsten, Dr. Steiger, eröffnet, der die Grüne Woche als eine Veranstal- tung bezeichnete, die in bester Weise geeignet sei, die Ernährung des Volkes auf eigener Scholle einen großen Schritt vorwärts zu brin­gen. Er wies darauf hin, daß endlich die Tatsache verschwinden müsse, daß Deutschland jährlich meh­rere Milliarden für Lebensrnittel ins Ausland gehen lasse. Es Helse dagegen nur die Zusammen­fassung aller Kräfte zur Steigerung der hei­mischen Erzeugung. Der Minister schloß mit den Worten:Run heißt es aushalten, durchhallen und Zusammenhalten bis zur endgültigen Besserung. Aus der B e r u f s g e m e i n s ch a f t zur Rotge - mein schäft, das fei unsere Losung!" Er spra­chen noch u. a. Oberbürgermeister Boeß von Ber­lin und der Präsident des Reichslandbundes Graf o. K a l ck r e u t h.

zlnroetter im ftatiegatt und Skagerak.

In der Sonnlagnacht hat im Kattegat und Skagerak ein furchtbares Sturrnwetter getobt. Dor und in ©tagen wurden große Zerstörun­gen angerichtet. Mehrere Fischkutter sind bis heute noch nicht zurückgekehrt. Mit großer Mühe gelang es einem Rettungsboot, die Mannschaft eines dänischen Dreimasters zu bergen. Kurz nachdem die Mannschaft das Schiff ver­lassen hatte, wurde es losgerissen und treibt seit­dem gegen das ©Eagenriff. Gle'chzeisig wurde ein Dergungsdainpfer von Frederckshasen zu einem in Rot befindlichen Schiff gesandt. Auch in Rorwegen hat das ilntoetter großen Scha­den angerichtet. Gin Motorkutter scheiterte an der Küste, wobei ein Mann der Mannschaft ertrank. Im norwegischen Hochgebirge herrschen Schneegestöber. Die Rachtzüge konnten nur mit großer Verspätung ihr Ziel erreichen.

Großer Schloßbrand in Pommern.

In dem dem Grasen Behr gehörigen Schloß Bandelin, bei Gützkow (Pommern) bracht ein Großfeuer aus. Die Bewohner des Schlosses konn­ten bis auf den Hauslehrer, der den Tod in den Flammen fand, gerettet werden. Das Schloß ist bis auf die Umfassungsmauern ausge­brannt. Der Schaden ist außerordentlich hoch, weil das fast 300 Jahre alte Gebäude nur gering versichert war, andererseits aber große Kunst schätze, so eine jahrhundertalte Fami­liensammlung. die allein auf Millionenwerte ge­schäht wird, und die große Bibliothek ver­brannt sind. Von der ganzen wertvollen Ein­richtung ist fast nichts gerettet worden.

Kinobrand in Oberschöneweide.

In einem Lichtspieltheater in Oberschöne- weide tarn am Sonntag nachmittag kurz vor 4 Lkhr während einer Kindervorstel­lung ein Brand auf. Die anwesenden Kinder konnten unter Aufsicht der Angestellten ruhig das Kino verlassen. Dagegen erlitt der Vor­führer Brandwunden an Kopf und Händen. Die Oberschöneweider Feuerwehr konnte mit kleinem Löschgerät das Feuer ablöschen, doch hatten die Mannschaften unter der starken Qualrneniwicklung sehr zu leiden. Der Vor­führungsraum ist zum großen Teil ausgebrannt. Das Feuer ist offenbar dadurch entstanden, daß durch Reißen des Filmstreifens im Vorführungs­apparat der Film zu lange der Belichtung aus­gesetzt war und sich entzündete.

Geständnis eines Vatermörders.

Der Batermörder Schmalz'aus Böhne (Wal­deck) hat nunmehr, nachdem er feiner gleichfalls ver­hafteten Schwester gegenübergefteUt worden war, ein umfassendes Geständnis abgelegt. Danach hat Schmalz seinen Vater im Streit erschlagen und den Leichnam dann in der grausamsten Weise zerstückelt, indem er den Kops ab sch lug und die Beine durchsägte. Den zerstückslten Körper hat er dann nachts aus dem Hause hinausgeschafft und in einem Steinbruch in eine Grube geworfen. Die Schwester kommt als Mittäterin bzw. Mitwisserin in Betracht, da sie die B l u ts p u r e n, die durch den furchtbaren Schlag des Bruders auf den Kopf des Vaters an die Wand spritzten, durch Abreißen der Tapeten beseitigte.

Em fünffacher Mörder zum Tode verurteilt.

Dor dem Militärgericht in Pilsen wurde der Prozeß gegen einen fünffachen Raubmörder, den Soldaten Franz Sandner zu Ende geführt. S. war im April 1926 in einem Orte bei Marien- bab in die Wirtschaft eines Grundbesitzers ein- geörungen. um einen seit längerer Zeit geplanten Raub durchzuführcm. Hierbei ermordete er fünf Personen mit einer Axt. Sandner wurde z u m Tode durch den Strang oerurteilt.

Ein Patriarchendors.

Der bekannte Mo^elw inori Enkirch hat eine ganz besonders große Zahl von Einwohneim über 80 Jahre aufzuweisen. In dem etwa 2000 Einwohner zählenden Ort leb n nämlich 19Männer und Frauen, die über 83 Jahre alt sind, von denen der älteste 91, der jüngste 83 Jahre zählt.

Erdrutsch.

Bei Namur rutschte eine Erdmasse von 2000 Kubikmeter auf das chauptgleis der Bahnlinie Na­murCharleroi. Zwei Arbeiter wurden unter den Erbmassen begraben und konnten bisher noch nicht aufgefunden werden.

Wechsel im Präsidium des Evangelischen Bundes.

chofprediger Dr. Doehring hat sein Amt als Präsident des Evangelischen Bundes nie berge; legt. Die Leitung des Bundes übernimmt do Häufig fein Vizepräsident, Geh. Konfislorialrat Professor Dr. Hermann Scholz, Berlin. Dr. Doehring tritt auch als Mitherausgeber derTägl. Rundschau" zurück.

und daß sie nicht, wie es so vielfach und in z u großem Maße geschieht, nach der Schul­entlassung schon, oft halben Kindern noch an Körper und Geist, die Zügel freigeben und sie tun lassen, was ihnen beliebt. Die dunklen Ecken unserer Städte und Dörfer, die von den Eltern nicht kontrollierbaren, jedenfalls nie oder kaum einmal gesehenen Vergnügungsstätten in der Stadt, selbst so manche Friedhofsmauer, an die gelehnt oder auf der fitzend die ledige Jugend des Dorfes zuweilen zusammenkommt könnten da manches erzählen! Uni) zum Zwei­ten: unsere Jugend müßte wieder Gefühl be­kommen für wahren An stand, und wieder Ehr­gefühl. dafür, dah der jugendliche Mensch Den Schild feiner Ehre blank und fleckenlos zu halten hat, um seiner selbst willen, um seines ruhigen Gewissens willen, um Gottes teilten, der Rechenschaft fordert, um Der Achtung auch vor sich selber toULen. Jugend sollte, wenn sie ,ss nicht mehr weiß, neu lernen, was es heißt: sich selber zügeln, sich im Zaume haben, in edler Selbstzucht leben! l^D einen uw beugsamen Willen: ich will einmal nicht zu jener halben Million jugendlicher Verbrecher ge­hören, will den Ramen meiner Familie nicht schänden, will meinen Eltern keine älnehrc machen!

Aber freilich: Damit, daß man dem Zusammen­stoß mit dem Strafgesetzbuch entgeht, ist ja längst nichtalles in Ordnung". Man weiß: es kann einer ein sehr verkommener Mensch fein, und braucht doch fein Leben lang mit dem Staats­anwalt nichts zu tun zu haben! Darum fei vor Jugendlichen, die dies etwa lesen, das Banner entfaltet: wie wäre es mit dem ernsten, heiligen Vorsatz und Entschluß, ich will auf den schma­len, aber allein guten Weg?! HnD ihr El­tern: daß euch das Gefühl Der Verantwortung für eure Kinder doch teure Stunde losließe!

Än.-41.

In einer Meldung des Reuyork Herald wird darauf aufmerksam gemacht, daß Prasidertt Coo- lidge in seiner gefangen Rede es diesmal unter­lassen habe, auf den internationalen G e- richtshof hinzuweifen, wie et di:s noch im vergangenen Jahre getan habe. Dies werde als wichtiger äl m f ch w u n g der Stellung der ameri­kanischen Regierung gegmüber Dem Internatio­nalen Gerichtshof ausgelegt. Diese Abkehr vom Internationalen Gerichtshof werde damit be­gründet, daß die Vereinigten Staaten glaubten, der Weg zu ihm sei dadurch versperrt, daß die anderen Staaten es abgelehnt hätten, die Vorbehalte des Senats gegenüber dem Internationalen Gerichtshof zuzulassen.

Coolidge über Amerikas Rüftungsbereitschast.

Washington, 30. Ian. (WTB.) In einer Aussprache auf der Halbjahresversammlung der ' Ressortchefs zur Besprechung des Budgets äußerte sich Präsident C o o l i d g e eingehend über die Finanz- und militärische Lage des Landes. Unter deutlicher Bezugnahme auf den im Kon­greß im Gange befrndlichen Kampf gegen den von ihm befürworteten Bau von drei neuen Kreuzern erklärte er, er fei sich als Ober- sehlshaber des Heeres und der Marine seiner Ver­antwortung in der Frage der militärischen Bereitschaft des Landes bewußt. Er be­tonte, Die Vereinigten Staaten als Ration seien ein Anwalt des Friedens. Wir feilten, fo führte er aus, nicht nur Handlungen unterlassen, die als Aufruf zum Wettrüsten aufgefaht werden könn­ten, sondern wir sollten im Gegenteil alle An­strengungen machen, um einen solchen Wett­bewerb für immer zu beseitigen. Wir können und dürfen unsere eigenen Interessen in dieser Hinsicht von den Interessen der Gesamtheit der übrigen Rationen nicht loslöfen. Sicher würde es im besten Interesse aller liegen, wenn das Geld, anstatt zu unproduktiven Zwecken verwendet zu werden, der öffentlichn Wohlfahrt zugute fätne.

Rachdem Coolidge Darauf hingewiesen hatte, dah die Regierung Die öffentliche Schuld auf weniger als 19 Milliarden Dollar ver­mindert habe und jetzt dem Schuldentilgungs- plan um über zwei Milliarden voraus sei, fuhr er fort:

Die öffentliche Schuld steht im direkten Zusam­menhang mit dec Frage der militärischen ve- reitschask. 3n dem Maße, in dem wir unsere ösientliche Schuld herabsehen und die große Zinsenlast beseitigen, verstärken wir unsere militärische Dereitschast und verringern gleich­zeitig die Lasten der Bevölkerung.

Unter allen großen Nationen der Welt befinden mir uns wohl in der glücklichsten finanziellen Lage. Aber abgesehen von viel wichtigeren Gründen soll­ten wir schon vom finanziellen Standpunkt jede Handlungsweise vermeiden, die unter Umständen als militaristisch gedeutet werden könnte. Es gibt bei uns Leute, die eine Politik befürworten, durch die mir als Militaristen erscheinen würden. Ander­seits gibt es Leute, die sich in einem Gefühl abso­luter Sicherheit einer Selbsttäuschung bin­geben und einen extremen Pazifismus predi- gen. Beides ist für den Bestand unseres Ledens und unserer Wohlfahrt gefährlich.

Das wir für unseren nationalen Schutz brau­chen. ist lediglich eine angemessene Vereitfchaft.

Dies entspricht unserer trabitioneUen Haltung gegen­über allen Nationen. Es liegt darin keine Anmaßung »nd keine Schwäche.

Lieber Die Frage Der Steuerherab­setzung erklärte Coolidge. es fei noch ver­früht. vorauszusagen, ob in nächster Zeit eine weitere dauernde Ermaßizung Der Säuern mög-