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Bourg-mafiamt emgettofkn. S:t überwogen die frarvö'isch-spanische M>cr1 ün fliabfirf

auf Den für heule gedienten Besuch Königs Alfons m der Stadt Olot. unweit der fran- 'isch-fpanischen Greife.

Echwarzbari freigesprochen.

Las Ende etxetzPattssr LcniationÄprozeslcs

Paris. 26. Oft. 3m Proyrtz

Schwär, bart, dem UDröer des ukrainilchen Hetman« Petljura. begannen heute die Plä­doyer«. She Verte-. D.grr der Ztvilpartei ver­langten die Verurteilung des 2lngeflagten. Petl- jutu fei ein Freund der 3uden gewesen. Sr habe die ^Pogrome nicht aufhallen Birnen, ebenso- toer.fg Xdw Surenne Dte Aiederbremnmg der Malz habe verhindern Birnen. Man könne das Meer niete mit der Hand zum Stillstand brin­gen. Lchwa»>bart habe tn dem Augenblick, in Dem er ßetljura niederschoh. auAgerufen: .Ich habe einen Mörder getötet!" Damit habe er den Beweis feiner Schuld fe£6ft erbracht. Der ®enc- ralstaat-anwalt erklärte, die Tat SchwarchartS lasse keine Entschuldigung zu. Denn er habe mit Borbedacht Petljura n edrrgeichosfen. St forderte von den Geschworenen die Verurteilung des An­geklagten.

Der Verteidiger Schwarzbarts. Torres, be­tonte. sein Klient sei unschuldig. Wenn die Ge­schworenen einen Freispruch nicht ermöglichten, dann wisse er nicht, ob er jemals to.eöer vor einem Schwurgericht plädieren werde. Pelljura sei lein Demokrat gewesen, sondern der Chef der Henker und da« genüge zur Beurteilung der Tat Schwarzbarts. Die Geschworenen haben sich dieser Auffassung angeschlossen und die Schuld­frage verneint. Schwarzbart wurde frei- gesprochen und lediglich zu e nem Frandrn Scha- deirersav an die Zivilpartei verurteilt.

Al« der Vorsitzende das freisprechende Urteil verkündete, entstand ein ungeheurer Lärm. Man applaudierte, man schrie und besonders dem Verteidiger Schtrnnybart- wurden immer erneute Ovationen dar gebracht. Ruse wie: .SS lebe Fvatekreichs" »Ss lebe die französische Justiz!", wurden laut Die Anhänger Pelljuras veranstalteten eine Vegenkundgebung, so daß die Derichlswache einschreiten mufve. um Zula armen flöhe zu verhindern. Die S chung wurde unter ungeheurem Tumult aufgehoben. Der Lärm dauerte auch noch In den Wandelgängen deS Iustizpalastes an. Zu Zwischenfällen ist es jedoch nicht gekommen.

Die Verhaftung Manoilescus.

Tie Rolle deS Eikronhri«zen.

Paris,. Oft. (DTB ) Aach der Abend- pre'se veröffentlichen die Budapester Morgen­blätter eine offenbar inspirierte Aachricht, in der c- heihk: Die Berhastung Manoilescus habe zur ö n t 6 e d u na von Dokum enten ge- führi. die von Manoilescu selbst ver­sa h t worden seien und die bewiesen, dah dieser eine gegen da« gegenwärtige Regime gerichtete Aktion geplant habe. Die öffentliche Meinung werde etnschen. dah man nicht sofort alle den Fall betreffende Akten wegen der im Vang befindlichen Untersuchung werde veröffent­lichen können. Die- werde aber noch geschehen. Heute sand von 11 bis 13 Uhr ein Ministervat start, in Dem Die Frage der Berhaf tung Manoilescus behandelt wurde. Sämtliche Nachrichten über bevorstehende sensationelle Qkt- pa:ungen gehören in das Acich der Phantasie. Die Blätter berichten, dah ein Brief der Frau Lupescu ax ihre Mutter gefunden worden ist. tn dem diese schreibt, dah ihre Zren- nuna von ihrem Freund (Sarol nur eine for­male sei mit Rücksicht aui bestimmte polnische Zwede. Die von Carol verfolgt werden. Der Chissreschlüssel, der bei der Durchsuchung Manoi- lescuS gefunden wurde, ist jetzt in den Händen kxr milträrischen Gerichtsbehörden. Ts wird ver­sichert. dah 5rau Manvckescu ebenfalls einen anderen Lhissreschlüslei hatte, den sie jedoch vor den Durchsuchungen verbrannt haben soll. Die Rcgierungöpre se betont, dah Die Regierung fest entschlossen ist. mit aller nötigen Onerg:e d e verfassungsmäßige OtDnung zu verteidigen Ls wirb von Der Bildung eines Opposi - tionSblods gesprochen, für Den General Avere scu Die Initiative ergreifen würde. Pro­fessor 3 o r a a habe an Maniu einen Brief geschickt, in dem eine gemeinsame Aktion vvrge- schlagen wirD. Alle Diese Bersionen sind md)t nachprüfbar. 3m ganzen Lande herrscht voll­kommene Ruhe. eS wurden keinerlei SonDermafi- nahmen getroffen mit Ausnahme solcher. Die Den Zweck haben. Die Verbreitung falscher Meldungen oder tendenziö'er Berichte zu verhindern.

Eine Erklärung Earols.

Pa Ti«. 26. Oft. (WTB) Sin Vertreter der Aarntur Havas hatte mit Dem Prinzen <Sa rot eine Unterredung über Die 'Ikrbaftimg Manoilescus und die Rüdwirftrngen Dieses <3r- etgnisscs. Carvi gibt zu, Dah Manoilescu Der liebermittler von Briefen oewrien fei. Die er an Die Fübrer Der politlschen rumänischen Parteien, ebenso wie an Den rum ö Nischen M i n i st c rp r L fi De n- t e n gerichtet habe. Sr halte es für ein elemen­tares Recht, zu fordern. Dah feine Erklärungen zur Kenntnis Des Landes gebracht wür­den. um Dem Boll die gelc^iche Möglichkeit AU geben, in voller Kenntnis der Sachlage e i n freies Urteil zu fällen. Auf Die Frage, welche Wirkung Die Verhaftung ManvilescuS in Rumänien haben würde, erklärte ä-arrl Weim Die Regierung sich nicht fürchten würde, hätte sie sicherlich nicht derart ernste Mahnahmen ge­troffen. Ich lege Wert Darauf, zu erklärem dah Die Rogierung selbst, indem sie jede Srorte- rung über Dk Dynastische Frage unterlagt, diele fortgesetzt Durch ihre Provozierungen auftoirit. Ich i krachte das. was sich ereignet hat. als eine Direkte Provozierung und e.ne Ver- letzu.g der freien Mc.nungsau^erung nie i r.e4 Landes, welches allein das Recht hat. sich über Diese Frage ausrosprechen. Durch derart:ge Hand­lungen. wie Die Verhaftung Mano.lesens. Hal Die gegenwärtige Regierung eine schwere Derant- wonung übernommen. Deren Folgen auf sie allein zurückfallen werden.

Berlin plant eine Auslandanleihe.

Berlin. 26 Oft. l Wolff f Der Mag strat beschäftigte sich mit der Dedung der durch trüber gefaßte Deine mdebefchlüfse notwend.gcn Aus­gaben. Sr will zu diesem Zwecke ein. Aus- iandsanleihe von 12 0 Millionen Reichsmark in Vorschlag bringen. Dir Gnrichfi-

Dung des Magistrats betraf im wesentlichen die Frage, in welcher Höhe im gegenwärtigen Argen» blid Die Aufnahme einer Ar.leche '/wedmäfiig und notwendig i.st und ob nunmehr zur Deckung eine 3xlandSanleihe aufgel-.q: werdensoL oder ob man fin den Auslandsmarkt Heran­gehen mi^e. Ange'-chts der gegenwärftgen Geld- Lagt auf Dem Inkndsmarft ent ch ei? sich ter Ma­gistrat fit den letzteren Wen. Die Ausg2>ex be­treffen ausschließlich produktive d to ede . ursbc'onderc für Schnellbahnen, Strabenbahnen. Glektrizität-werke ufv.

Oie Lohnveehandlungen der JieichsarbeiLer.

Berlin, 26. Oft. ("EoPf.) 3m Reichsfinanz- nrinifterünn fanden gestern in Anwe enheit des Aeichsfinanz Ministers Dr. Köhler und des Staatssekretärs Dr. Popih Verhandlungen mit Dem Verband Der ©emcinDe- und Staatsarbeiter über Die Forderungen Der in Den Reichs betrüben und Behörden beschäftigten Arbeiter auf eine allgemeine Ausbesserung Der Löhne statt. Die Derlreter des RcichSsinanzminifteriums liehen Durchblicken. dah nicht eine allgemeine Lohnerhöhung in Frage komme, sondern lediglich ein Ausgleich durch OrtSlohnzu- schlüge. Ser Verband der ©enuinDe- und EiaatSarbeiler wird heute noch einmal unter sich zusammentreten, um DaS vorn Rcichsfinanzminister gewünschte Material zusamrnenzustellen.

Oie deuischnar anale Wahlliste.

Diesten. 26. Oft. Die oberhessische Provinzialliste der Deutfchnativ-

nalen BolkSpartei für Den Landtag ver- ze-.chne- nach Dem endgültigen Be'chluh nunmehr folgernde Ttcmen: 1. Reichs- und Landtagsage­ordneter Professor Dr. Werner - Butzbach. 2. Landtagsabgeordneter Landwirt Hau ck-Schae^- heun. 3. Studienrat Dr. 0 t t v-Diesten. 4. Alt» ürgermc:fier und Landwirt Knecht- Türe.» Vrimdau. 5. Frau Frieda K lew i tz - Die^xn. 6. Landwirt WaterfelD - Altenburg. 7. Rek­tor Lotz- Lerhge ceru. 8. C .erbaDrn«Ber l 2L Kissel-Batz-Aauhem. 9. ^abrifaat Jtur: W c - gener- Btitzenrod. Bürgermeister Rissel- Griedel. Der an zweiter Stelle genarau war. ist zugunsten deS früheren völlischoi und jetzt zur Deutschnationalen BolkSpartei übergefre'.cv.en Landtags«bgevrdneten Hand- Schaafheim zu» rürfgetreten.

Hambofger Regierungsbildung ohne St. p. O.

Hamburg. 27. Roo. kPrio.-Tei.) Die Ser* Handlungen zwischen Vertretern der SPD. und Der KPD. find an Den unerfüllbaren Forderungen Der KPD. gescheitert. Der Vertreter Der Sozialdemokratie erklärte, dah Das Verhallen der Kommunisten Die Sozialdemokratie zwinge, eine Koalition mit anderen Parteien zu bilden. Der den Dorfig führende Gewerkschaftsführer Shrenteit ftrllie fest, dah die Bemühungen des Lrisausschuncs der Gewerkschaften, eine gemeinsame Basis für eine Zusammenarbeit in der neuen Bürgerschaft zu finden, bei der SozialDemokratischen Partei un- bedingtes Entgegenkommen gefunden hätten, wäh- renD die SPD. keinerlei positive Grundlage für solche Zusammenarbeit gegeben hat.

Die Todesstrafe.

Bei der Beratung des neuen Strafgesetzbuches.

(ötgener Bericht Des .Giehener Anzeigers^ /

Berlin, 26. Oft. Der StrafrochtSauSschuh Des Reichstages beschäftigbe sich heule mit Dem Problem Der Todesstrafe. Der Berichterstatter Dr. A o s e n f e l D (5. i gab einen Ueberblid über Die Geschichte und Die früheren Arte» Der Todes­strafe unö geht Dann auf Die Bestimmungen des gegenwärtigen Entwurfes ein. Seine Vorschriften seien ein Forschrift ge^^nüber Dem bestehenden Zustand, aber sie reichten nicht aus, Dem moder­nen Empfinden zu genügen. D ie Grenzlinie zwischen Mord und Totschlag sei äufierst flüssig. Don ihnen aber hänge Die Todesstrafe ab. Die Bibel könne nicht als RechlSguelle gelten. 3hre Aussprüche würden zudem auf für unD wider Die Todesstrafe verwendet, ©«teiltet Meinung feien ferner Die deutschen Philosophen und Die Klassiker. Das Bergeltungspnn- zip Kann Dr. Rosenfeld ebensowenig gelten faiftn, wie die Theorie Der Abschreckung. Die Gesetzgebung schäme sich übrigens selbst, die Todesstrafe öffentlich mi vollziehen. Die Svzial- Demokratifche Partei habe immer ihre Abschaf­fung gefordert Der wichtigste Gesichtspunkt gegen Die Todesstrafe fei Die Möglichkeit eines Justiz­irrtums und eines Justizmordes namei-tlich im politischen Fallon. Soll gegen 3uaendliche die Todesstrafe vollstreckt werden? fiAbg. Kahl: Rein!) Der Redner freut sich über das CM ein, fragt aber weiter, ob die Todesstrafe für Frauen ab geschafft werde. Sr bedauert, dcch auf diese Frage form Vern erfolgt Sr appelliert ymt Schlich an Den Abg ahl. toerm dieser Die

Todesstrafe fallen lasse. Dann sei sie tn Deutsch­land erledigt

Der Mitberichterstaikrr Dr. Z«ps (D.».) erklärt, Die Tobe«strafe, wir sie jetzt ausgefilhrt werde, könne nicht verrohend wirken, das bräch­ten nur die KinoDarftellungen und schlechte Zei­tungen zuwege. Iustizirrtümer seien meist tot Der gutgemacht worden. Den Rücksall von Mör­dern nach Der Begnadigung habe man wieder­holt erlebt, z. D. bei Sternickel. Der Staats­bürger verlange vom Staate eine G-.'g»nl:ifiung, und zwar Rechtssicherheit und Sicher­heit der Person. Die Abschaffung der Todes­strafe betrachte er als ein? Minderung des Rechtsschutzes. Die Revolution werde mit Oess- rrurtg der Gefängnisse gemacht, aber nachher werde dir TodeSfirafe in einem Umfange wieder eingeführt, die fein anderer S aat erreicht. Die Sozialdenwkratie erinnert Herr Zapf an Fried­rich Adler. Dieser habe persönllch die Todes­strafe über Stürkh verhängt, den Steuermann des österreichischen StaatSschisfcS mitten m größ­ter Rot. Die Abschaffung der Todesstrafe habe auch tn Oesterreich die Zahl der Getöteten ver­mehrt. Zur Zeit fei der Abbau der Todes­strafe nicht möglich Tue man es doch so werde der Ruf nach einem Diktator knurr werden und sich gegen daS Parlamentarische System richten. Sin M tel zur Besserung mühte die Hebung der unteren Dolksklasfen fern, auch stärkere Beteiligung am Ortraa ihrer Arbeit neben freier Bahn für die Führer der Böllt- schaft.

Der Stand der Reichsfinanzen.

Reichsfinanzminister Köhler im Haushaftsausschuß.

Haupt reicht oder ob aufl Der Garantie ein ge­wisser Fulchuh zu leisten lem wird, steht noch nicht fest. Die BermögenSsteuer. Die mit 470 Millionen ange y: ist. wird wohi nicht allzu erheblich dimer Dem veran'chlagien Au kommen zurudbleiben. Bei Den übriger. Besitz, und Der- lchr»steuem wird mit einem geunb nichi allzu erheblichen 2Ee . aufkomrncn gert^rtt werden können. Die Jolle. Die mit 590 Milliouen an- gectzr tr-rer werden etwa 1150 Mill oren brin- yr Bei Der Tabaksteuer und bei Der Biersteuer ist ebenfalls eie kleines Mehr- auffewnmen zu erwarten Insgesamt wird man bei gleichbleibcnDcr w.nscha t(i^,-er Luge mit e r.em Mehraufkommen für DaS Reich von tunb 300 Millionen rechnen Birnen

Auf Der Au-gaden feite liegen Die wesent­lichsten Ersparnisse bei Den Ausgaben für Die ErwerbSlosensürsorge. do mit einer Sr'pamis von s.cher 200 Mill, zu rechnen ist. SS bleibt al)o in4gciamt eine BerbeNerung der vor­aus ichtlichen Sri Pom ist c um rund 700 Millionen. Selbst wenn man für Den Vochlragshaush ii bet Mittel für Die Beaintenbrioldung und Du 5xnegs- befcbäDigten fowie für lau'ende £hquiDation«<nt- schädiqut'.gen und die Hochwafsemot t*eriar. jt. 300 Mill, nn'ctze. fv bleibe noch immer ein PluS von 200 Mill. 3m Haushalt für 1928 feilen Die außerordentlichen AuS taben aus Da« denkbar ge­ringste Mafi beschränkt werden, damit wir von Den hohen Anleiheiwenq h runterkvimnen. Haupt­punkte Der Ausgaben eite sind Die Scamlenbe'ol» DungSneuregelunq und Die um 400 Mill, höher n Reparationszahlungen. Au' Der (uxnabmcifeilt wird sich Die gute Konjunklnr Des 3ahres 1927 in erhöhten Cteuerringängen auswirten. wobei 'chon jetzt die interef'ante Feststellung gemacht fei. Dafi Das Erträgnis Der Lohn steuer im "Verhältnis zu Den der anderen Einkommen- und Kapitalsteuern zurüdgeht.

Atze* in allem ergebe sich doch zwar Die Gefutzr eine» vefizttrial» nicht bestehe, Datz andersett« aber Der ftaiHlmlt rocilere BeUifhmgett nicht er­tragen ivürde. 3m 3oterrii< Der V>rischafi möfie bk Politik der Sleuerfrnfmui. Dk 1925 be­gonnen wurde, foriqejefit werden. 3n nächster Fest solle auch über die Senkung der Zölle beraten werden.

Dk dringend notwendige Bcetoaltungs- vereinfachung solle auch dadurch gr'drorrt werden, Dafi auf Dem "Dege zur Vereinheitlichung Dem Reiche nur tolcx Ausgaben verbleiben. Die Die gesamte Deutsche Bollsgememschaft betref­fen und non Dem

Nicht fachgemäfi erfüllt werden Bnir-n. De Län­der selbst erstrebten auch Sriparni'k. Mehrere Länder hätten schon Den Reich-sparkonun:'far als Sachverständigen h.eriür berufen. Pflicht Des Reiches bleibe es. einstweilen für fre Durch - fichtigkeit der Finanzen der Länder und Gemeinden soweit Vie möglich Sorge zu tragen. Die*em Zicke Diene auch da« Steuerverein- heitlichungSgefctz. Die Aufnahme von Anleihen der Länder und Gemeinden zu DerantworiungSzwecken verbiete fich in der ge­genwärtigen Zeit auS Gründen der Geldknapp­heit für Den 3nlandsmarkt und aus Griinden Der gebotenen Sichersten Zurückhaltung auch für den Auslandsmarkt. Anleihen für Versorgungs- betriebe Der Kommunen z. B. könnten allerdings cm weitesten Sinne produktiv lern, wenn Dadurch Die PrivatwirSchaft in der Gemeinde zu neuer fruchtbarer Arbeit geführt wird. Qllvr auch bei solchen Anleihen werde von Fall zu Fall sehr streng geprüft werden muffen, ob der vor- gelegk G«samtw»rtfchaftsplan e.ntr Gemeinde Die unerlähfiche Produktivität einer Ausgabe ge­währleistet. oder ob Die Ausgabe nicht Doch, fet es auch unter Zurückstellung anderer tocuuyt dring kicher Ausgaben, auS laufen Den Mifteln be­stritten werden könne.

Am Donnerstag werden Reichstoirtfchafts- m im ft er Dr Eurtius unö Rrichsbankprül nt Dr. Schacht über Die Wirtschaftslage sich aue- Iaffen.

Berlin, 26. Oktober. (D. D. Z.) Im 5)aushalts- ausschutz des Rrichstages erklärte rm Rahmen Der Beratung der Befoldnngcvoriage Reichsfinanzmini- fter Dr. Köhler, dah ihm Daran liege, angesichts Der Besorgnis des Inlandes wie auch Dc» Aus­landes Dk Gründe darzulegm, die zu Der Aus- gaben ft eiflerung gefiihri haben, die sich gröfitenteftv ab das Ergebnis einer zwangsläufigen Entwicklung erklärten. Diese Ausgaben haben be­tragen:

im Jahve 1924 4.3 Milliarden, im Jahre 1925 4,95 Milliarden, im Jahve 1926 5,7 Milliarden 1927 5,76 Milliarden Reichsmark Der stärkste Spruna mit rund 750 Millionen hat sich von 1925 auf 1926 vollzogen. Seit 1924 befinden wir uns im Zeichen des Wiederaufbaues der Durch den Krieg und Die Inflation zerstörten Guter. Zu Dkjer Die- De rau* bau arbeit gehört auch Die Sorg«: um Das tnertrollftc, uns verbliebene Gut. Die Arbeits­kraft des Deutfihen Lölkes. Diejer 'Bicicraufbau hat zwangsläufig zu steigenden Ausgaoen geführt Auch Die jetzt em gebrachten Dorla gen sind cm teil dieser Wiederaufbaues, und erst, wenn wir diese Entwicklung ;u einem gewissen Abjchtufi ge­bracht haben, läßt sich von einem 7? o r m a l » t a t sprechen, der keine weitere Ausgabenerhöhung zu- lafit

Die Ausgaben für Sozialversicherung und Ermerdslofenfürsorge haben rm Iohre 1924 165 Millionen Mark betragen, und werüen für 1927 aus 615 Millionen Mark aeichästt. Rieman.S wirb aber behaupten können, dafi ange- iichb der Zeiten der rur dH baren Ardeitsiokgkeit Mek Ausgaben ettvo unnötig gewesen feien. Die Ausgaben für Berzinsunu unö Tilgung der Rei ch, fchuld haben 1924 20«' Millionen betraaeii und -ind in den folgenden Jahren auf 486 Mill, aogewachkn. Ihe Reparations­zahlungen betrugen 1924 nicht» in* 1927 R31 Milli «men. alfo eine Erhöhung um über WO Millionen. Dk Aufgaben für Berlvrgung»- unö Ruhegehälter betruaen 1924 nur eine Milliarde, m den folgenden Jahren 1.47 Millioröcn. Allem Ökff vier 2tu-xxxbfnpoften machen zu lammen über zwei Mikliarden Mehröelaftung des 6tat» von 1927 gegenüber 1924 aus. nne Mehr­belastung. dk al» unrxrneibCid) rm ganzen t ezeich­net werben müfie.

Vic krkgelufirn betrogen 1927 über 3,5 Mitziar- öen, also clma» mehr als Die f>älfte der Qkiamt- an»gaben des Reiches.

Zugeg<-ben. dah hier und Da eine Ausgaben- erböhung ein getreten ki. Die sich hätte ver­meiden lassen oder die Den Grundsätzen äufierster Sparsamkeit nicht enlipr dM, Im groften ge'ehen ist Die Erhöhung eine Folge Des Rneges unD wird bedingt Durch die RokwenDiczkeit deS Wie­

deraufbaues all dellen, was Jtrieg und 3n- flation zerbrochen haben. 3n den Kreis dieser Wtederaufbauarboiten gehören auch d e von der 2<egiennxg inzwischen eingebrachten Vorlagen. Die Erhöhung der Bearntenbezüge ist unabweisbar und irnaufschiebbar. SS handelt sich nicht um eine neue Mehrbelastung, sondern um eine Rachholung der unterlaßenen Er­höhung in vergangenen 3ahren. Gerade die 3tüdfid)t auf die Wirtschaftslage Hal uns davon abgehalten, zu einem Zeitpunkt mit der Vor­lage herauszukoinmen, in Dem sich noch nicht völlig hätte übersehen lassen, in welchem Um­fange eine Dedungsmög» ichkc.: in Anbetracht Der Wirtschaftslage gegeben getorier. wäre. 21 ach Der Vorlage Der R- wSreg.erung soll eme wesent­liche Belastung des Laufenben Haushalts nicht ein treten, vieftnehr soll die Deckung durch Verwertung Der Dermögensobjekte des Reiches erfolgen. Inwieweit durch Das vor- LiegeiiDe Reichsschulgesetz bestehende Lasten erweitert werden, läfit sich noch n cht übersehen. SS wirD uns allen daran gelegen Irin müssen. Die sich aus Der Erfüllung Des Reichs'chul- gesehes ergebende Regelung Io vorzunehmen, Dafi die LRehrbelastung der in Betracht kommen­den öffentlichen Verl'änDe sich in möglichst engen Grenzen hält, jedenfalls aber tritt eine Wehrbriaftung crit in Drei 3ahrm ein. Wir befinden un« , m letzten 3a b re der Srholun g in Hrnlicht auf unser? Dawes- befaftung. Die Re chsreg erung war der Auf­fassung. dafi aus diesen Gründen heraus Die Angelegenheit jetzt im laufenden Retenrngsjahrc zu oebänhfln ist.

Dk Deckung der Driolduagsneuregekung ift fo- wahk für 1927 rek für 1928 im Reiche ohne stcurrluhe Erhöhung möglich, lediglich durchr fpanufk auf der Aurga.'enseile unö durch da» , Alehranfiominen. da, bk Steuern, selbstver- | ständlich ohne Erhöhung öer Sätze, abwerfen.

Die Finanzlage des lausenden Sratsjahrrs hat «ich. cntsprechend Dem Konjunlturautschwang günstiger entwickelt als erwar.ct werden konnte Bei der für 1927 mit 1200 Millionen angesetzten Lohnsteuer kann mit einem Aufkommen von rund 1270 Millioaegerechnet werben Da» vor­aussichtliche 3ahresaul kommen an anderer Einkommensteuer war auf 1300 Millionen ge -'ÜDL Auch hier wird Der Voranschlag wahr­scheinlich erreicht werden. Dagegen wird d.« Zörper'chastsstcuer. Die 400 Millio­nen angelegt ist. einen gewissen Mehrbetrag auf» weisen. Bei Der Umsatzsteuer d e mit 900 Millionen angefetz: war ist wenn überhaupt, nut mit einem geringen Ausfall zu rechnen. Au» Diesen Ueberweisungsst?'em ist den Län­dern eine Summe von 2600 Millionen Heber- Weisungen garantiert. Ob Diese Summt über-

Oie Wetterlage.

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Degen Storung,n bei Den Funksprüchen brr europäischen canunelmelburgen war eine ooUftänDige Aufnahme der DetlermelDungen unmöglich.

VorausfichUiche» Wetter am Freitag Roch wech­selnd wolkig nvt Aufklärung, zunächst weiterhin milde, später kühler, oereinzelt ,twa« Regen, west- drehende Winde.

Wittcrungsausfichlex für Samstagi Weiterhin kühles und unbeständiges Wetter mit vereinzelten Regenschauern.

Ü.'fiiemperaturen om 26 Oktober: mittags \1> ®rab Telstiis, abends 12,6 Grad Telfius: am 27 Ott: m-uoens 10,2 Grad Celsius Brüternperoturen in 10 Zentimeter liefe am 26 Oktober: abends 12,3 Grad Celsius am 27 Oktober morgens 9 Grad Celsius Maximum 17^ (Hrab Celsius, Minimum 9 Grad delfhie. Eonnenscheindauer 5 Stunden.