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Nr. 226 Drittes Blatt

Dienstag, 27. September 1927

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Turnen, Sport und Spiel.

Handball in der D. T. (Gau Hessen).

Mtv. Dieben I TV. 1846 l 4:3 (2: 2).

Die beiden (Siebener, der Deutschen Turner- schasl an gehörenden Turnvereine standen sich in einem Lokaltreffen gegenüber Das <^iel war, alles in allem genommen, wohl ein echte» Punktspiel, das aber in der Spielwelse nie die Grenzen des Erlaubten überschritt, kleine Dnt« gleisungen, gewisse Zufälligkeiten kommen immer vor und beide Mannschaften wurden auch rn diesem Spiele davon nicht verschont Daß das Spiel in diesen Dahnen sich bis zum Ende halten konnte ist sicher das Verdienst des Schieds­richters Weisel (Butzbach), der peinlich gcmau und gewissenhaft arbeitete und so eine abge­rundete, einwandfreie Leistung bot. 3n tur- 3Cn Strichen war der Spielverlauf folgender: Die 1846cc sind eingangs etwas überlegen und gehen in Führung (1:0). Mw. gleicht aus (1:1) und kann ein weiteres Lor erzielen (1:2). Xur* Dor der Pause gelingt den Tvern der Ausgleich (2:2). 3n der zweiten Spielzeit drücken die Männerturner dem Spiel ihren Stempel auf. Sie stellen in kurzen Abständen das Spiel auf 2:3 und hierauf auch auf 2:4. Die Elf des Turnvereins läßt sich nicht entmutigen, und es gelingt ihr, den Stand des Spieles auf 3:4 Tore zu verbessern. Männertumwerein landet mithin einen klaren 4:3-Sieg und erringt da­durch zwei wertvolle Punkte.

Dei den Siegern war vor allem ein schönes Stellungsspiel, sicheres Dallfangen und eine ge­wisse Ruhe festzustellen. Es fehlt nur noch der nötige(Sian", jener Geist, der alles üoei-wnidet, und der eine ernst an sich arbeitende ^Mannschaft vorwärts bringt. 3n dieser Beziehung kann man mit gutem Recht die 1. Elf des Tv.1846 als Vorbild hinstellen. Beseelt vom Willen zum Siege bis zum letzten Augenblick, führte die Mannschaft ein Spiel voller Eifer und unermüd­licher Angriffslust diirch, das sehr gefallen konnte. Sie haben, wie es im Vorbericht hieb, den Männerturnern den Sieg nicht leicht gemacht Besonders der Tormann verdient alle Anerken- ^Durch das Spiel haben die beiden hiesigen Turnvereine den Beweis erbracht, dah sie Hand- ball spielen können Und dah sich beide getrost zu den besten Mannschaften des Gaues Hessen rechnen können.

2Hto. Sieben II - Tv. Nidda I 2:6 (2:4).

Der Reuling Ridda kann die II. der Mtv. überraschend mit 62 Toren schlagen. Schieds­richter gut. Plahvechältnisse sehr mangelhaft, so dab die Spielfühigkeit sehr in Frage gestellt war. Für ein erstmalig in Ridda gezeigtes Hand­ballspiel war die Zuschauermenge sehr beträcht­lich. Hoffentllch f)ält die junge Mannschaft Riddas ihren Vorsprung.

2Nlv. Gletzeo Jagend Io. Dehlar Jagend 1* (1:1).

SHt Etetzea« 3upenb holte sich,« voraus- Zusehen ttxn, von Wetzlars Jugend «tm glatte 2:6-2lbftche. Wetzlar treibt fett Jahren die einzig richtige Taktitt, feine Mannschaft langsam in die oberen Klassen hineinwachsen zu lassen. Bei einer sehr beträchtlichen Spielstärke kommt der tüchtigen Wetzlarer Elf eine schöne im Spielen mit guten Mannschaften (außerhalb des Gaues) erworbene Spielerfahrung zugute. Schiedsrichter einwandfrei. Platz nicht ganz ohne üble Stellen.

Dresden schlägt Berlin im Turnrrhandball.

Dem 2. Handball-Städtespiel Dresden Berlin der Turner, gleichzeitig dem 25. Repräsentativspiel der Berliner Auswahlmannschaft überhaupt, wohn­ten am Sonntag auf dem Platz des B. f. L. Char lottenburg 3000 Zuschauer bei. Leider litt das Spiel unter dem glatten Boden. Wie schon bei der ersten Begegnung, mußte Berlin auch diesmal wieder eine Niederlage hinnehmen. Die Reichshauptstadt führte zwar bei Platzwechsel noch 2:1, in der zweiten Spiel­hälfte schossen aber die Dresdener in kürzester Zeit vier Tore, die Berlin nicht aufholen konnte. Dres­den verdankt feinen Sieg dem großen Spieleifer, einem hervorragenden Stellungsspiel der Stürmer­reihe und nicht zuletzt seinem Torwart.

Handball-Länderkampf der Arbeiter-Sportler.

vesterreich schlägt Deutschland 8:6 (5:0).

Vor etwa 2000 Zuschauern wurde am Sonn­lachnachmittag in Halle a. d. S. der Handball-Län- derkampf der Arbeiter-Mannschaften von Oester­reich und Deutschland au8 getragen. Oesterreich hatte in der ersten Hälfte mehr vom Spiel und bezeugte seine lieberlegenheit durch 5 Tore. In der zweiten Hälfte spielte die deutsche Mannschaft überlegen und schnürte die Oesterreicher in ihrer Plahhälfte ein. In sieben Minuten erzielte die deuftche Elf vier Sore. Im verzweifelten End­kampf vermochten jedoch die Oesterreicher einen knappen Torvorsprung zu halten und als glück­liche Sieger das Spiel zu beenden.

Futzball im Mainbezirk.

3n der Gruppierung der Ligavereine des Mainbezirkes traten am Sonntag, soweit die Gruppe Main in Betracht kommt, keine be­sonderen Verschiebungen ein. Fußballsportverrin gewann glatt, wenn auch nicht in der erwarteten Höhe, gegen Germania Frankfurt 6:2, Eintracht brachte auch keine sehr große Ausbeute an Toren aus Offenbach mit. Immerhin gewann sie mit 3:1 Toren. Deutlicher fiel der Sieg von Rotweiß Frankfurt über Spielvereinigung 1903 Fechen­heim mit 4:0 Toren aus. Kickers Offenbach und Viktoria Hanau spielten 2:0 und entsprachen somit den Erwartungen. Heberraschen muß da­gegen die Riederlage, die sich Hnion Riederrad in Aschaffenburg holte. Die Bayern siegten mit 2:1. Mit dem gleichen Ergebnis triumphierte Hanau 1860 über seinen Ortsrivalen. Hanau 1.893, was auch manches Erstaunen erwecken muß.

In der hessischen Gruppe behauptete sich Wormatia Worms weiter auf dem ersten Platze, da es den Ortsrivalen Alemaimia mit 3:1 Toren schlug. Dagegen trat auf dem 2. und 3. Platze eine Verschiebung ein, denn Sport- gemeinde Höchst setzte sich durch ihren 4:1-Sieg

über Germania Wiesbaden vor den Sportverein 1905 Mainz, der gegen den Verein für Leibes­übungen Reu-Isenburg mit 4:7 Toren verlor. Reu-Isenburg errang hierdurch den 4. Tabellen­platz. Sv. 1898 Darmstadt schlug Hassia Dingen ganz überlegen mit 6:1 Toren. Ebenso behielt o. V. Wiesbaden über die S. V. Arheilgen mit 5:2 glatt die Oberhand. Das wichtigste Spiel war aber das ersterwähnte, wobei es nicht nur um die Führung in der Tabelle, sondern um die Hegemonie in Worms ging.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 Liga gewinnt in Jtantenberg 3:2 (1:0).

ö. In zweistündiger Fahrt brachte der kleine aber schnelle Reisewagen die Vereinigten aus Gießen nach dem nördlichst gelegenen Gegner aus der Lahn-Kreisliga, dem Sportverein Hessen 1911 Franlenberg. 1900 mußte noch in letzter Minute Umstellungen vornehmen. Hm es gleich vorweg zu sagen, die Mannschaft hat sich tapfer geschlagen und zeigte bei weitem bessere Leistun­gen als an den beiden Vorsonntagen. Das knappe 3: 2-Resultat ist für Frankenberg recht schmeichel­haft, gibt jedoch keineswegs den richtigen Spiel­verlauf wieder. Gießen war im Feldspiel eine Klasse besser als sein Gegner, nur hatten die jungen Spieler einen schweren Stand gegen die körperlich vorzüglich disponierte '5ranlenberger Mannschaft. Wäre 1900 nicht so furchtbar vom Pech verfolgt worden, so wäre der Sieg ganz bestimmt um ein beträchtliches höher ausgefallen, allerdings trug auch die schlechte Bodenbeschaf- en beit vor den Toren viel zu den Mißerfolgen bei. Der Schiedsrichter leitete das Treffen im großen und ganzen zufriedenstellend, nur hätte er gegen Schluß den Hebergriffen einiger Fran­ken beraer Spieler (auch gegen seine Person) mehr Einhalt gebieten müssen.

Gießen wählt mit dem Wind, und sofort eht ein schönes spannendes Spiel ein, das bis zum Schlußpfift des Hnparteüschen die Blau- weißen im Vorteil sieht. Rachdem die Stürmer­reihe 1900s drei bis vier totsichere Chancen aus­gelassen hat, erzielt sie kurz vor der Pause durch Verwandeln eines Clsmeters, der wegen Fest- Haltens verhängt wurde, das Führungstor. Rach dem Wechsel gleicht Frankenberg durch einen hohen Flankenball des Rechtsaußen, den die Gießener Hintermannschaft leichtsinnig passieren läßt, aus. Frankenberg wehrt in Bedrängnis mit der Hand im eigenen Strafraum. Den vom Schiedsrichter diktierten Elfmeter verwandelt 1900 abermals zum Führungstreffer, um kurz darauf durch den Mittelläufer zum drittenmal erfolgreich zu fein. Gleich nach Wiederanstoß kommt der Gastgeber zu seinem zweiten Treffer, der. aus einem Strafstoß resultierte, der von Gießen äußerst schwach abgewehrt wurde, und dann im Rachschuß zum Erfolg führte.

Die Gießener Elf war mit großem Eifer bei der Sache und zeigte, entgegen der Gewohn­heit, eine bewundernswerte Ausdauer. Bedauer­lich war, daß der Mittelläufer schon vor der Pause verletzt wurde und dadurch nur alfl Sta­tist mitwirken konnte, wodurch das Spiel zum Schluß an Schönheit verlor.

Die 3 b-Mannschaft spielte nrit ter 2. LichS 6:6, nachdem sie bereits mit 5:1 in Führuna lag. Allerdings trugen die Gießener daS Spiel mir mit neun Mann aus und verloren zudem ihren besten Spieler durch Verletzung.

Die Kreisklasse im Arbeiter-Turn- und Sporibunb.

Heuchelheim I Friedberg I 1:2 (0:1).

£ Am Sonntag war Heuchelheim eine Ge­legenheit geboten, seine Stellung in der Tabelle der Kreismannschaften zu verlassen, sie blieb jedoch ungenutzt. Dei besserer Arbeit der Stür­mer hätte den Heuchelheimem jedoch der Sieg gelingen müssen. Friedberg zeigte sich diesmal von einer angenehmeren Seite als im Spiel gegen Gießen mit dem Erfolg, Gewinner zu bleiben und damit die verloren gegangene dritte Stelle wieder zu erobern. Vom Anstoß weg setzte von beiden Seiten ein äußerst forciertes Tempo ein, ohne jedoch von einer Mannschaft einheitliche Handlungen erkennen zu lassen. Einen auf Friedbergs Tor gegebenen Ball hält deren Tormann, der DaN entgleitet ihm jedoch, und Heuchelheim formte zum Führungstor einsenden. Friedberg, das diesmal nicht schon wieder ver­lieren wollte, fand sich nunmehr schnell zusammen und leitete recht schöne Angriffe ein, die jedoch von der blendend arbeitenden Heuchelheimer Hin­termannschaft, die den besten Mannschaftsteil ab- gab, zunichte gemacht wurden. Heuchelheim spielte jetzt nur noch mit 10 Mann, der linke Läufer mußte infolge Verletzung ausscheiden. Dei einem Angriff wurde ein Spieler Heuchelheims unfair zu Boden gebracht, der Elfer wurde zunächst prompt eingesandt, bei der sich erforderlich machenden Wiederholung jedoch ebenso prompt über das Tor geknallt. Eine Reihe weiterer gün­stiger Torgelegenheiten verpaßte ter zerfahren spielende Sturm Heuchelheims, während Fried­berg bis zur Pause wenigstens den Ausgleich Herstellen konnte. Rach dem Wechsel erschien Heu­chelheim mit umgestellter Mamischaft, jedoch zu seinem Rachteil, denn der schon vorher nicht her­vorragende Sturm taugte jetzt gar nichts mehr. Bei einem Gedränge vor dem Heuchelheimer Tor konnte Friedberg fein zweites Tor erzielen und brachte in der Folge das gegnerische Tor noch recht oft in Gefahr. Einzig und allein dem Heuchelheimer Derteidigerpaar hat die Mann­schaft zu verdanken, daß Friedberg seine Tor­erfolge bis zum Schluß nicht noch hoher bringen konnte, was die Mannschaft nach ihrer besseren Gesamtleistung auch verdient hätte. Heuchelheim, das bis zum Schluß ganz zusammenfiel, war kaum noch eine ernste Gefcchr

Praunheim 1 Westend I 1:4 (0:3).

Mit Spannung wurde der Ausgang des Spiels der beiden Spitzenmannschaften erwartet. Beide Mannschaften traten mit Ersatz, Westend dazu zunächst mit nur 10 Mann an. Zunächst war Praunheim im Vorteil, ter Sturm versiebte je­doch alles. Erst nachdem der 11. Mann eintraf, zeigte Westend die von ihm gewohnten Leistun­gen und erzielte bis zum Wechsel drei Tore. Rach der Pause erhöhte Westend auf 4 Tore, weitere Erfolge verhinderte die durch die Läufer verstärkte Verteidigung. Kurz vor Schluß erhalt

Praunheim einen Elfmeter, ter zum Ehrentor verwandelt wurde.

Hockenheim I Dorheim I 4:1 (2:0).

Bockenyeim zeigte ein vorzügliches Stürmer­spiel unter guter Ausnutzung seiner guten Flü­gelleute. Dorheims Sturm konnte sich gegen die Frankfurter Verteidigung nicht durchsetzen, wäh­rend die Verteidigung taktisch richtig spielte und eine zahlenmäßig höhere Rie^ erläge verhinderte. Als Bockenheim schon mit 4:0 in Front lag, gelang kurz vor Schluß Dorheim ter einzige Treffer.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporrbund.

Lollar I Marburg I 4:3 (2:1).

Allgemein wurde ter Ausgang dieses Tres­ens mit Spannung erwartet, da es sich hierbei darum hantelt, ob Lollar seine zweite Stellung halten würde. Mit reichlichem Glück gelang dies, tenn Marburg holte, nachdem das Spiel bereits 4:1 für Lollar stand, in zäher Energie 2 Tore auf, und hätte bei etwas mehr Glück die Partie zumindest remis gestellt. Lollar hat schon weit bessere Spiele gezeigt und bot im Sturm, vom Halbrechten abgesehen, nur Mittelmäßiges. Wäh­rend der ganzen ersten Halbzeit war Lollar tarf überlegen und hätte bei energischerem und genauerem Spiel im Sturm bereits einwandfrei iegen müssen, zumal die Verteidigung Marburgs während dieser Zeit nicht überzeugen konnte. Die zweite Spielhälfte war ausgeglichener, zeit­weise waren die Marburger mehr am Ball und drängten stark auf Sieg. Der Anstoß Marburgs brachte den Ball in den Lollarer Strafraum, wurde ins Feld geschlagen, wo ihn ter Mittel­läufer Marburgs erwischte und mit mächtigem lachen Schlag nach einer Minute Spielzeit ins Reh jagte. Zwei Minuten später glich der Halb­linke Lollars aus, als ter Tormann Marburgs herausgelaufen war. Der weitere Spielverlauf der ersten Halbzeit sah Lollar fast ständig im Angriff, die Durchbrüche Marburgs führten je­doch stets zu einer Ecke. Rach 25 Minuten erhält Lollar eine Ecke, bei deren Abwehr ein Mar­burger die Hand zu Hilfe nahm. Der dafür gegebene Elser brachte Lollar die Führung. Hüben und drüben einige Ecken, dann Schluß der ersten Spielhälfte. Rach dem Wechsel fchrß Halb­links Lollars ein prachtvolles Tor. Der Angriff Marburgs führte zu einer Ecke, den Gegenstoß Lollars wehrte zwar ter Tormann Marburgs ab, im Rachschuß erzielte aber der Mittelstürmer Lollars das 4. Tor. Marburg zeigte nun ein recht gutes Kombinationsspiel und zwang Lollar einige Ecken' auf, von denen eine zum zweiten! Tor eingedrückt wurde. Die ständigen Angriffe Marburgs brachten eine weitere Anzahl Ecken, von denen abermals eine, zum dritten Tor, ehr- gesandt tourte. Der Rest des Spieles brachte ztoar Marburg noch eine ganze Serie Ecken, aber trotz aller Anstrengungen keine weiteren Erfolge. DaS Eckenverhälträs belief sich auf 13:5 für Marburg.

Gießen ld - wieseck I 6:4.

Danz unerwartet kommt dieses Resultat ge­rate räch, berat Tatsache ist, daß die im aHge­meinen recht gute Wiesecker Mannschaft gegen nach ihrer Meinung schwächere Mannschaften ihre schlechtesten Spiele liefert. Von starkem Ein­fluß auf die übrige Mannschaft war die recht llägliche Leistung des Wiesecker Tormanns, die im großen und ganzen ein einziger Versager war. Gießen führte, wie erwartet, das Spiel mit stärkster Energieentfaltung durch und hat einzig diesem forschen Geist, den Wieseck völlig vermissen ließ, seinen fenfationellcit Sieg zu verdanken. Bedauerlich war, daß sich der linke Läufer Wiesecks gegen Schluß des Spiels üble Entgleisungen zuschulden kommen ließ, wodurch das sonst spannende Spiel eine unangenehme Rote erhielt. Gießen eröffnete dos Spiel mit äußerst scharfem Tempo, die Mannschaft zeigte mit ihrer Energie, dah sie das Spiel gewinnen wollte. Schon nach wenigen Minuten führte Gießen 1:0, eine Minute später glich Wiesecks Halbrechter aus, ter kurz daraus seiner Mann­schaft durch entschlossenes Rachsehen die Führung brachte. Eine Ecke für Gießen führte zu einem Gedränge vor Wiesecks Tor und zum Ausgleich. Trotz der Bemühungen des Wiesecker Sturms gelang dem eifrigen Spiel der Gießener, das Resultat auf 3:2 zu stellen. Rach tem Wechsel lieh das Tempo nicht nach. Wieseck lieh sich immer stärker die Spielweise Gießens aufzwingen und muhte ein weiteres, das 4. Tor, passieren lassen. Endlich konnte ter Wiesecker Sturm eine gute Torgelegenheit herausarbeiten, die der Linksaußen zum 3. Tor verwandelte. Gießen ant­wortete mit einem 5. Tor, worauf der linfe Läu­fer Gießens den Ball ins eigene Tor jagte, 4:5 für Giehen. Run brachte ter linke Läufer Wie­secks den Tormann Gießens unfair zu Fall, die Folge davon war, dah bald darauf von jeder Partei ein Spieler vom Platz muhte. Kurz vor Schluß schoß Gießen das 6. Tor. Das hohe Ver­tu st spiel für Wieseck deutet auf schwache Leistun­gen bei deren Hintermannschaft.

Raunheim I Alsfeld I 3:2 (0:1).

Dieser knappe Sieg der Raunheimer, die seit­her in sicherster Spitzenstellung stehen, bedeutet eine zweite Heberraschung. Auch hier schuf die starke Energieentfaltung auf Alsfelds Seite das für diese Mannschaft äußerst schmeichelhafte Re­sultat. Dis zur Pause lagen die Alsfelder in dem äußerst scharfen und flotten Spiel 1:0 in Führung. Dem Ausgleich Raunheims setzte Als­feld unerwarteterweise die abermalige Führung entgegen. Lange wurde vergebens um den Aus­gleich gerungen, der tem Raunheimer Sturm endlich gelang. Run begann der Kamps um den Sieg. Erst kurz vor Schluß konnte Raunheim einen Strafstoß, den der Alsfelder Tormann bereits abgeschlagen hatte, zum letzten und Sie­gestreffer einfenben. Mit knapper Rot gelang es also den Raunheimern, ihre erste Stellung in der ersten Klasse zu halten.

Die Spiele der II. Klasse.

Leun stand seither an erster Stelle seiner Klasse und muhte diese Stellung nach einem abermaligen Verlustspiel abtreten. Fronhau - s e n erwies sich auf eigenem Platz als die Besseren und schlug die Leuner in der einwand­freiesten Weife 4:2.

Alten-Duseck hatte aus eigenem Platz Daubringen als Gast. Die Aussichten waren ür die Einheimischen hierbei nicht gerate die besten, was sich auch im Spielverlauf zeigte. Eine halbe Stunde vor Schluß traf der Schedsrichter eine taktisch unkluge Entscheidung, die zum Spiel­abbruch führte. Dis dahin lag Daubringen 3:0 in Front.

Mit dem knappsten aller Resultate gelang es Großen-Linden, im Spiel gegen B u r k ° hardsfelden den Sieg an sich zu bringen, und, in- olge der Derlustspiele Leuns, sich nunmehr an die Spitze der 2. Klasse zu setzen. Das l:0-Resultat zeigt, daß Burkhardsfelden sich tapferer gewehrt hat, als anfänglich der Mannschaft zugettaut wurde.

Auch die zweite Mannschaft Raun­heims konnte, wie die Erste, nur mit einem Tor Unterblieb siegen. Den Gegner gab die Zweite Alsse 1 bs ab, die mit 2:1 unterlag.

Dei beiderseitig schwachen Leistungen standen ich die zweiten Mannschafte nHeuchel- > e chn s und Wiesecks in einem Gesellschafts­piel gegenüber. Die buten Torleute trugen wesentlich zu ter Höhe des Resultats bet Heu­chelheim hatte etwas mehr Glück und gewann 4:3.

Die Jugendklasse.

Mit einem verhältnismäßig hohen Sieg be­endete die 3ugenb Wetzlars ihr Spiel gegen Klein-Linden. Das 6: 2-Resultat beweist die gute Form der Wetzlarer.

Knapp beendeten Die Jugendlichen Wiesecks und G i e h e n s ihr Spiel auf dem Sportplatz Trieb. Hier erwiesen sich die Wiesecker als die Besseren und gewannen nach flottem und schönen Spiel 2:1.

Die Steinbacher Jugend kam zu zwei billigen Punkten, da die Lollarer Jugend nicht antrat.

Der 4: l°Sieg ter Jugend Fronhausens gegen Hachborn ist ganz programmwidrig. Wenn auch der Sieger nicht unterschätzt werden konnte, so überrascht doch der hohe Sieg über den bis jetzt ungeschlagenen Gegner.

Dah die Jugend Heuchelheims ihr Spiel gegen Leun mit starker Heberiegenbeit beenden würde, war vorauszusehen. Das 10:0°Ergebnis für Heuchelheim überrascht daher keineswegs.

Im Schülerspiel Daubringen gegen Wetzlar erhielten die Daubringer kampflos die Punkte, da Wetzlar rächt antrat.

Heuchelheimer Fußball.

Spo. 1920 I gegen 5. E. Riedergirmes I 4:2 (1:1); Ecken 7:4.

Was viele nicht erwartet batten, tourte am Sonntag Wirklichkeit. Sogleich sei gesagt, dah Heuchelheim bas Spiel verdient gcto.mn. Technisch und taktisch steht die Mannschaft schon immer auf annehmbarer Höhe: gefeilt sich zu diesen Eigenschaften noch der nötige Eifer, bann braucht sie kaum einen Gegner zu fürchten. In tem Spiri am Sonntag war ter gesamte Sturr>, sehr eifrig und schuhfreubig. Die beiten Außen­läufer waren sehr gut, ter Mittelläufer genügte ten Anforderungen Die Verteidigung tm Anfang etwas unsicher, betontere ter rechte, danach aber um so besser, ter Tormann reichlich nervös, in ter zweiten Halbzeit glänzend. Riedergirmes bester Marrn ter Tormann Im Sturm der Rechtsauhen ter gefährlichste. Alle übrigen sehr eifrig und flink. Das Spiel begann mit flottem Tempo. Sofort waren die Einheimischen im An­griff, doch auch Riedergirmes kam gut auf. In ber 17. Minute fiel bas erste Tor im Anschluß an eine Ecke für Heuchelheim. Zwei Minuten später kam Riedergirmes zum billigen Ausgleich. Mit 1:1 ging es in die Halbzeit. In ter sechsten Mi­nute sieht es 2:1, in ter achten 3:1 und in ber 18. Minute durch Elfmeter 4:1. Riedergirmes strengte sich mächtig an und konnte ein Tor auf- holen. Dis zum Schluß blieb das Resultat unver­ändert. Schiedsrichter Speckhard vom V. f. B. Gießen leitete korrekt.

DieZw e i te' Heuchelheims weilte in Klein-Linden und verlor dort 5:4. Die Punkte dürften sie trotzdem erhalten, denn an­geblich haben bei Klein-Linden nicht spiel- berechtigte Spieler mitgewirkt.

Peltzer und Hoffmeister siegen in Budapest.

Die Internationalen Leichtathletikkämpfe in Buda­pest fanden am Sonntag statt. Dr. Peltzer ver­teidigte im 800-Meter-Lauf seinen wertvollen Wan­derpreis mit Erfolg. Der Stettiner siegte in der ausgezeichneten Zeit von 1:53,6 vor dem Ungarn B a r s y , der 1:56,6 benötigte. Mit einer ausgezeich­neten Leistung wartete auch der Hannoveraner Hoffmeister im Diskuswerfen auf. Mit einem Wurf von 46,69 Meter blieb er vor M a r v a l i t s (Ungarn) mit 43,29 Meter und Egri (Ungarn) mit 42,15 Meter überlegen siegreich.

Deutsch-schwedischer Llubkamps

Göta Stockholm schlägt 5. E. E. mit 50:41 Punkten.

Der leichtathletische Klubwettkampf, der am Sonntag in Berlin auf dem Platze des SC.Char- lottenburg zum Austrag kam, endete mit dem überlegenen Sieg der schwedischen Mannschast. Der Besuch war bei tem regnerischen Wetter sehr schwach Die 100 Meter gewann Körnig er­wartungsgemäß vor seinem Klubkameraden Hel­mut Schlöske in 10,7 Sek. Ebenso sicher brachte der Weltrekordmann Sten Pettersson das 110-Meter-Hürderäaufen in 15,7 Sek. an sich Mit Ausnahme des Diskuswerfens und des Weitsprunges besetzten die Schweden in allen übrigen Wettbewerben die ersten Plätze. In der Schwedenstaffel, die ansteigend gelaufen wurde, holte Körnig über 200 Meter einen Vorsprung von etwa 20 Meter heraus, den aber die Schutzleute Koczerotoski und Heinig wie­der verloren. Die Ergebnisse waren: 100 Me­ter: 1. Körnig (SEE.) 10,7; 2. Helmut Schlöske (SEE.) 11 Sek.; 3. Halm (Göta) 11,4; 4. Sten Pettersson (Göta) 11,5 Sek. 400 Meter: 1. Hammargren (Göta) 51 Sek.; 2. Ackerdahl (Göta) 3 Meter; 3. Schellhorn (SEE.); 4. Hei- nig (SEE.). 8 00 Meter: 1. Johansson (Göta) 1:58; 2. ©ujatta (SEE.) 1:58,1; 3. Kel- (ermann (Göta) 1:59; 4. Schmidt (SEE.) 1:59,5. 110 Meter Hürden: 1. Sten Pettersson (Göta) 15,7; 2. Kasten (SEE.) 17 Sek.; 3. 3o-