Ausgabe 
26.3.1927
 
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rtgm Korrespondenten der Belgrader Zeitung .Politica" folgeride Erklärungen über seine Ein­drücke: .Die Behauptungen der Italiener über angeblich« Vorbereitungen au einem Einfall nach Albanien sind albernes Gerede! Dor meiner Abreise nach Bitolj hatte ich auf Grund der zahlreichen Behauptungen, denen ich Glauben geschenkt hatte, den Eindruck, daß Ihr z u a l le m bereit seid, und dah Euer Einfall in olbn- nischeS Gebiet nur noch eine Frage von Tagen sei. Während ich das Grenzgebiet und das Innere des Lande« in einer Ausdehnung von mehreren hundern Kilometern durchstreifte, bin ich nur sechs Soldaten begegnet, davon zweien auf der Straße nach Prllep, und vieren auf der Strahe BitoljStruga. Die Bevölkerung geht ruhig ihren Geschäften nach. 3n Struga kämp­fen die Einwohner beispielsweise gegen Mücken und die Malaria und lachen über die Sorgen Italiens um die Albaner. Ich möchte eher sagen, daß etwas in Albanien vorbereitet wird. Ich habe in ganz Albanien einen star­ken italienischen Einfluß feststellen kön­nen, und ich bin nicht davon überrascht, dah Alarm geschlagen wurde."

Die Ablehnung des Scheldsvertrags. Holland behauptet seine Lelbständigkeit Eigener Drahtbericht de»Gießener Anzeigers".

Berlin, 26. März. Die Ablehnung des Schelde-Dertrages in der holländischen Ersten Kammer, die zum Rücktritt des Außenministers Dr. van Karnebeek geführt hat. ist ein Ereignis, das auch Deutschland angeht, in­sofern es sich dabei um die Regelung einer Frage von groher wirtschaftlicher Bedeutung für den Wasserverkehr zwischen der holländisch­belgischen Küste und dem Hinterland, zu dem auch vor allem das deutsche Rheinland zählt, handelt.

Rach holländischer Auffassung, die zu dieser Ablehnung eines von der belgischen Kammer bereits vor neun Monaten ratifizierten Ver­trages führte, handelt es sich bei dem Ab­kommen darum. Antwerpen zum' R ach - teil Rotterdams an die Spitze der Häfen des Rheindeltas zu bringen. Weiter wird be­anstandet. dah Holland zu den Kosten dieses Ausbaues durch einen Kanalbau beitragen soll, und schliehlich steht im Hintevgrund der Ablehnung die Besorgnis bedenklicher Festlegun­gen für den Kriegsfall. Holland sollte sich natürlich verpflichten, jede absichtliche Verletzung seiner Territorialhoheit als Kriegsfall zu be* zeichnen, d. h. gegebenenfalls sich durch die Umstände und unter der Schutzmarke einer Ver­pflichtung zur Sicherung des gemeinsamen Wasserstrahennetzes zu einer gemeinsamen militärischen Aktion mit Belgien zwingen zu lassen. Dahinter steht bis zu einem gewissen Grade die englischeGlacis- Politik". die ja bekanntlich in der Epoche vor dem Abschluß des Locarnvoertrags das Gebiet bis zum Rhein mit Rücksicht auf die Rlöglichkeit von Luftangriffen als Glacis von London proklamierte.

Sachlich handelt es sich um einen Vertrag vom 3. April 1925 zur Revision des alten Schelde-Abkommens von 1839. Er ist das Ergebnis langer diplomatischer Verhandlungen und wurde am 17. Mai 1926 durch ein Brüsseler Zusatz­abkommen ergänzt. Dieses Zusatzabkommen suchte die zunächst aufgetauchten, oben angedeuteten poli- - tischen Bedenken zu beseitigen und der Außenmini­ster van Karnebeek, der sich mit diesem 23er- t tragswerk weitgehend identifiziert hatte, verfocht in der Oefsentlichkeit den Standpunkt, daß das Rhein- ' Maas-Lcheldedelta mit den in ihm liegenden belgi- . schen und holländischen Häfen gemeinsameIn- teressen gegenüber Deutschland und Frankreich zu verteidigen hätte. Die Rechtslage Deutschland gegenüber ergibt sich aus Artikel 3 des Versailler Vertrages, durch den Deutschland seine Genehmigung zur Aufhebung der Verträge von 1839 und damit auch der belgischen Neutralität im voraus erteilen mußte. Frankreich und England -haben das ihrerseits in einem besonderen Vertrage vorn 22. Mai 1926 getan, mit dem sie ihre Zustim­mung zur Aufhebung der alten Verträge abgaben. Aber dieser rein politische Gesichtspunkt trägt der wirt schaftlichen Wirklichkeit nicht Rechnung, die keineswegs ein derartiges belgiscy-hollän- disches Gememschaftsinteresse kennt, im Gegen­teil, eine recht scharfe Rivalität und eine ganz verschiedene wirtschaftsgeographische Orientierung der holländischen Häfen einerseits, Antwerpens andererseits. Deshalb ist für di« öffentliche Mei­nung Hollands die Tatsache wohl entscheidend gewesen, dah man mit dem geplanten Kanal MoerdijkAntwerpen die Vorherrschaft Antwerpens gleichsam direkt und auf hol- lmrdische Kosten sicherstellen würde. Die außer­ordentlich scharfe Form der Ablehnung, die in öffentlicher gnd namentlicher Abstimmung mit 33 gegen 17 «Stimmen erfolgt ist, nachdem lange Monate hindurch die Regierung die öffentliche Meinung für die Annahme bearbeitet hatte, beweist also, welches Gewicht diese letztere in Holland einer wirtschaftlichen und politischen vollen Selbständigkeit und Unab­hängigkeit beimiht.

Verstimmung in Belgien.

Brüssel, 25. März. (Wolff.) Die gesamte belgische Presse beschäftigt sich mit der Ablehnung des belgisch-holländischen Vertrages durch die erste holländische Kammer. Der Antwerpener ..Matin" schreibt, in erster Linie habe die bel­gische Regierung die Pflicht, die Scheldefrage vor den Völkerbund zu bringen. Das ka­tholischeDingtitzrne Siecke" schreibt, die öffentliche Meinung von England, Italien und- Frankreich habe Belgien ihre Sympathie be­kundet. In London, Rom und Paris müsse man an die feierlichen Versprechungen er­innern, die nach dem Weltkriege Belgien ge­macht worden seien. Holland habe noch einmal mehr seinen Wunsch zum Ausdruck gebracht, Belgien zum Erstickungstod zu verurteilen. Die ,2l a t i o n Belg e bleibt ihrem Grund­satz der Deutschenhehe treu, indem sie die Frage stellt, ob nicht Deutschland seine Hand i m Spiele habe. In gewissen Kreisen spreche man davon, daß durch den Kanal des Prinz­gemahls ein Druck auf Holland ausgeübt wor­den sei. Deutschland sei jetzt Mitglied des Völler- bundes und des Döllerbundsrates und in der Lage. Holland eine wirksame Unterstützung für alle Eventualitäten, die eintreten können, zu ge­währen. Holland rechne stark darauf. Die Genter Zeitung ^Flandre Liberale" schreibt. Holland forme sich keine Vorstellung

davon machen, daß Belgien infolge seines Sieges im Weltkriege nunmehr ein unabhängiges Land geworden sei.

Die Luftschifflinie Spanien - Südamerika.

Eine Erklärung Erkenrrs.

In Berlin empfing Dr. Eckener einige Presse­vertreter, um der Öffentlichkeit über den äugen» blicklichen Stand des Luftschiffbaues und der Verhandlungen über die spanisch-südamerllarrische Luftschifflinie zu berichten. Rach seinen Ausfüh­rungen ist damit zu rechnen, dah der Verkehr im ungünstigsten Falle im Oktober nächsten IahreS ausgenommen werden kann. Die Ver­handlungen mit der spanischen Regierung haben dazu geftihrt. daß Spanien in Form von Sub­ventionen für ausgesührte Fahrten die Mittel durch Schaffung der Hafenanlagen in Sevilla hergibt und im Falle einer Einstellung des Fährbetriebes die Aufwendungen vergütet.

Die spanische Gesellschaft wird zunächst vom Luftschiffbau Zeppelin das im Bau befindliche Luftschiff L. Z. 127 chartern. Das Schiff wird alle drei Wochen eine Fahrt hin und zurück ausführen. Es werden etwa 15 000 Kg. Rutzladung hierbei auf jeder Fahrt befördert werden können, die zum größten Teil in Post und Paketen, zum geringen Teil in Passagieren bestehen. Die Fahrtdauer wird nach Süd­amerika 75 bis 80 und zurück etwa 96 bis 100 Stunden betragen gegenüber 16 Tagen Reise­dauer zur See. Der L. Z. 127 hat nicht allein die Aufgabe, der Welk den Beweis für die Ver­wendbarkeit des Zeppelin über ausgedehnte ozeanische Strecken zu erbringen, er hat gleich­zeitig ein drohendes französisches Ver­kehrsmonopol auf den. Südatlantik zu vereiteln, und für Deutschland einen großen prestigemähigen Wert.

Das Republikschutzgesetz.

Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers".

Berlin. 26. März. Richt nur durch den Brief des preußischen Ministerpräsidenten Braun an den Reichskanzler, sondern auch im allgemeinen beschäftigt sich die öffentliche Meinung seit einigen Tagen sehr lebhaft mit der Frage der evtl. Verlängerung des Republikschutzgesetzes und der Möglich­keit einer Rückkehr des früheren Kai­sers nach Deutschland, wobei zumeist die Be­sorgnis um eine erneute Beunruhigung der 'Be­völkerung im Vordergründe steht. Das Reichs­kabinett selbst hat sich bisher noch nicht mit dieser Frage beschäftigt. Cs ist jedoch anzu­nehmen, daß der Bries Brauns an Dr. Marr eingehend beraten werden wird, zudem muß die Frage des Republitschutzgesetzes, dessen Geltungs­dauer am 21. Iuli abläuft, in allernächster Zeit in Angriff genommen werden. Die Stel­lung des Reichskanzlers ist in dieser Be- fiehung nach wie vor dieselbe, die er bereits bet rüderen Anlässen u. a. anläßlich der Regierungs­erklärung vom 3. Februar 1927 geäußert hat, und In denen er sich unzweideutig dahingehend aussprach, daß eine Rückkehr deS Kaisers t n jeder Beziehung unerwünscht sei. Immerhin ist durch den Brief Brauns die Be­handlung dieser Frage In Fluß gekommen und man wird sich nunmehr über kurz oder lang endgültig damit befassen müssen. Ob eine Ver­längerung des Republikschuhgesetzes in Frage kommt, steht noch nicht fest. Es ist aber anzu­nehmen, dah lediglich gewisse Para­graphen aufrechterhalten werden, wo­durch auch die Frage der Rückkehr des früheren Kaisers in einer allgemein befriedigenden Form gelöst werden wird. Zudem scheinen auch in Doorn keine Rückkehrpläne zu be­stehen. wie aus dem Schreiben des General­bevollmächtigten des früheren Königshauses an Staatssekretär Weismann hervorgeht.

Die Deckung des Defizits.

^eichöfinanzminister Dr. Köhler im ReichHhaushattsausschutz.

Berlin, 25. März. lD. D. Z.) Der Haus- Haltsausschuß des Reichstages setzte heule die Beratung des Etats bei der allgemeinen Fi­nanzverwaltung fort.

Reichsfinanzminifter Dr. Köhler führte dabei u. a. aus: In der Frage des Fi­nanzausgleichs haben wir d>e erhöhten Garantie­summen und die erhöhten Antelle an der Bier» fteuer in den Etat einzustellen. Aach dem Aus­kommen der letzten Monate hat die Hoffnung auf ein höheres Erträgnis der Körperichaftssteuer eine gewisse Berechtigung. Rach Prüfung aller Eingänge wird voraussichtlich die Einnahme aus der Einlommen- und Körperschaftssteuer von 2750 Millionen auf 3020 Millionen erhöht wer­den können. Ich hoffe bestimmt, daß diese Sum­men bei Berücksichtigung der gesamten Wirt­schaftslage wirklich aufkommen werden, vor- ausgesetzt natürlich, daß nicht neue Krisen die Wirtschaft erschüttern. Die Hauptausgabe, die den Haushalt für 1927 belasten wird, sind die Ausgaben für die Erwerbslosen- und Krisenfürsorge. Das Reichskabinett hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß das den Ländern und Gemeinden gegebene Versprechen, ihnen vom 1. April d. Is. ab die Erwerbslosen- fürforge abzunebmen, einzuhalten sei. Wir rechnen damit, daß bis zum 1. Oktober d. Is. das Erwerbslosen Versicherungsge­setz in Wirksamkeit tritt. (Zuruf: Ganz unmög­lich I) Wenn das unmöglich ist, so ist mir un­erfindlich, wie d e Reichskafse ohne Erschütterung die weiteren Belastungen tragen soll. Las Ge- s e h muß eben zustandetommen. 'Wenn das Reich die Erwerbslosen- und Krisenfürsorge noch bis zum 1. Oktober tragen müßte, so bedeutet das für den Reichsetat eine Belastung von nicht we­niger als einer Viertelmilliarde Mark. 3n Zu­kunft zeigt der Aufwand die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses für die Beamten einschließlich Kriegsbeschädigten mit etwa 60 Millionen, für die Invalidenver­sicherung durch Erhöhung der Leistungen 12 Millionen und Erhöhung des Reichsanteils der Rentenempfänger 70 QHil ionen, für die Durchführung einer Unterstützung für die Kleinrentner über den jetzigen Unter- stützungsumsang hinaus 25 Millionen und eine Anlorderung von 21 M U tonen für kleinere 'Sc­roll igungen In den Ergänzungselats. Weiterhin brauchen wir als Abschluß für die Unterst Übun­gen. Entschädigungen utw auS Anlaß des Ruhr­

einfalls noch einmal 30 Millionen, endlich für den Grenzfonds eine weitere Erhöhung von 10 Millionen.

Das gibt im ganten einen Betrag von nahezu einer halben Milliarde, ohne daß unmittelbare Deckung dafür vorhanden wäre. Um, den Etat auszubalancieren, müßte eine Erhöhung der jetzigen Steuern absolut ausscheiden. Sie kann unter keinen Umpä.Jxu im gegenwärtigen Augenblick in Betracht kommen. Da die Balan­cierung aber erreicht werden muh. blieb nur übrig, zunächst einmal an eine Drosselung der

Ausgaben zu denken.

Es sollen durch Abstriche an einzelnen Etats - Positionen etwa 66 Millionen eingebaut werden. Weiterhin ist vorgesehen, den voraussichtlichen Uebecschuß deS Iahres 1926 sofort in den Etat für 1927 einzustellen, und zwar in einer Höhe von 200 Millionen. Weiterhin bin ich ent­schlossen, auch die letzte Reserve, nämlich den BetriebsmlltelfondS. im weiteren Umfange zur Beseitigung des Defizits heranzuziehen, und zwar in Höhe von 190 Millionen. Wir müssen uns für 1927 den Betriebsmittelfond mit frem­dem Gelde schaffen, für das wir natürlich Zinsen zahlen müssen. Aber die Schwierigkeit der gesamten Situation rechtfertigt wohl die Anwen­dung dieses Mittels. Mit dem obigen Vorschlag sind alle Ueberschüsse des Haushalts auf ge­brau cb t. Unsere ganze Finanzwirtschaft bedarf also der äußersten Aufmerksamkeit und der vor­sichtigsten Gebarung, insbesondere da noch einige große Posten überhaupt nicht berück­sichtigt sind, so die von mir als Staats­notwendigkeit bezeichnete Verbesserung der Bezüge unserer Beamten und der Kriegsbeschädigten. Dic ReichSregierung ist entschlossen, diese Frage noch im Iahre 1927 zur Entscheidung zu bringen. Für die Liqui­dation sgefchädigten liegen feste Vor­schläge über die Art und Weise der Entschädi­gung noch nicht endgültig vor. Den jetzigen Auf­wand des außerordentlichen Etats bin ich entschlossen, auch weiterhin durch Anleihe zu decken, um die Belastung der Wirtschaft nicht höher werden zu (affen. Von dem Bedarf für 1926 sind 450 Millionen durch Anleihe und 100 Millionen durch Postkredit gedeckt. Es besteht noch ein Restbetrag in Höhe von 400 Millionen, der noch der endgültigen Deckung bedarf. Dazu kommt ein Bedarf für 1927 in Höhe von über 500 Millionen, so daß gegen eine Mil­liarde neuer Bedarf besteht. Angesichts dieser Zahl müssen auch auf dem Gebiete des Ektraordinariums Kürzungen vorgenommen werden. Es wird vorgesch'agen, 25 Millionen, die für den Detriebsfoicks der Spiritusmonopol­verwaltung im Etat vorgesehen sind, wieder aus- zuscheiden und durch Verlangsamung des Tempos der Äanalbauten 35 Millionen abzusetzen. Insgesamt würde der außerordentliche Etat u m 60 Millionen vermindert. Ich lege des­halb Wert daraus, daß gerade für 1927 dieser Anleihebedarf vermindert werde, weil eine neue Reichsanleihe in nächster Zeit über­haupt nicht in Frage kommen kann.

Das Arbeitszeitnotgesetz.

Berlin, 25. März. (Wolff.) Die Ver» einigung deutscher Arbeitgeber­verbände veröffentlich anläßlich der Been­digung derReichsratsberatungen über das Arbeits- zertnotgesetz eine Erklärung, in der sie gegen Die technischen Einzelheiten des Entwurfs Be­denken geltend macht, die sie damit begründet, daß die rechtlichen Bestimmungen des Entwurfs zur völligen Uneinheitlichkeit und Un­übersichtlichkeit des deutschen Arbeits­rechts zum Schaden der Rechtssicherheit und der Cntwicklungsmöglichkeit des deutschen Rechts- Wesens und zum Rachteil für den sozialen Frie­den führen mühten. Auch das Präsidium des Reichsverbandes der Deutschen In­dustrie hat sich mit dem Arbeftszeitnotgesetz. mit der Erhöhung der Beiträge zur Invaliden­versicherung sowie mit der Erhöhung der in der letzten Zeit zutage getretenen auf Lohnerhöhung hinzielenden Praxis der Vorsitzenden der Schlich­tungsausschüsse beschäftigt. Das Präsidium war einhellig der Meinung, daß die zu erwartende Entwicklung der wirtschaftspolitischen Lage nur mit größter Sorge betrachtet werden könne. Die Tn dem Anträge der Regierungsparteien zu dem Arbeitszeitnotgeseh festgelegten Bestim­mungen bedeuteten eine Verschärfung der Sche­matisierung der Entlohnung, die untrag­bar sei.

Die tage für die Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen.

Berlin, 25. März. (VDZ.) Der Reichs- tagsausschuß für Kriegsbeschädig­te n f r a g e n kam heute zum Abschluß der Be­ratung der Anträge aus Aenderung der Der- sorgungsaesetze. Angenommen wurde der Antrag der D. Vpt. und des Zentrums:Der Reichstag erwartet, daß die Reichsregierung den ange­kündigten Entwurf eines Gesetzes zur Ver­besserung der Versorgung der Kriegsbeschädigten und Hinterblie­bene n so rechtzeitig im Reichstag vorlegt, daß dessen Verabschiedung noch vor den Som­me r f e r i e n gesichert ist. Insbesondere erwartet der Reichstag Vorsckläge, die die Bezüge der­jenigen Dersorgungsberechtigten. die seither Der« mrchlässigt wurden, in angemessener Weise he­ben. Er erwartet weiter, daß die Heilbehand­lung der Richtkrankenversicherungspflichtigen und Hinterbliebenen gesichert wird und Mittel be- reitgeftelü werden für die Förderung der Berufsausbildung der Kriegswai- s e n. Der Reichstag ist ferner der Meinung, daß die Bestimmungen über die Gewährung von Elter nrenten einer Buchprüfung zugunsten der Kriegerektern unterzogen werden müsse." Gegen die Regierungskoalttion wurde ein sozial­demokratischer Antrag angenommen, der die Re­gierung ersucht, noch vor der dritten Lesung des Etats eine Rovelle zum Reichs t^r- sorgungsgesetz vorzulegen und die für die Versorgung der Kriegsopfer erforderlichen Mit­tel um mindestens 150 Mikllonen zu verstärken. Für die Wohnungsfür- sorge für Schwerbeschädigte und Hinterbliebene iollen nach einem weiteren Beschluß weitere fünf Millionen zur Verfügung gestellt werden.

Die Neuregelung der Aufwertungsgesetzgebung.

Berlin. 25. März. (VDZ.) Im Rechtsaus- schuß des Reichstags, der sich mit den Aufroer- fungflfragen beschäftigt, teilte in der heutigen

Sitzung der sozialdemokratische Abg. Lands- b e r g mit, daß die sozialdemokrattsche Fraktion beschossen habe, Herrn Dr. Best, der nach der Auflösung der völkischen Arbeitsgemeinschaft wieder ohne Sitz im Ausschuß ist, einen ihrer Sitze zu übertragen, ohne jede beider­seitige Bindung.

In der Beratung der Rovelle zum Aufwer­tungsgesetz kam die Bestimmung zur Erörterung, wonach dieZinsenfüraufgewerteteHy- potheken ohne Rücksicht auf den Zeitpunkt der Wiedereintragung zu zahlen sind, ab 1. Iull 1926. Dazu stellt der Abg. Dr. I ö r i s s e n (Wirt- schafft. Vgg.) den Antrag, diesen Zeitpunkt auf den 1. (Januar 1927 hinauszuschieben. Der Antrag wurde abgelehnt. Die Demokraten beantragten dagegen, den Zeitpunkt zurückzu­verlegen aus den 1. (Januar 1926. Dieser Antrag wurde vom Reichsjustizminister Dr. H e r g t scharf bekämpft. Der Minister machte geltend, daß viele Schuldner nicht in der Lage sein würden, diese Zinsen rückwirkend zu zahlen. Der demokratische Antrag wurde mit 15 gegen 9 Stimmen angenommen. Dafür stimmten außer den Sozialdemokraten. Demokraten und Kommunisten auch mehrere Mitglieder deS Zen­trums und der Vertreter der Bayrischen Volls- partci. Die Vertreter der Deutschnationalen und der Deutschen Vollspartei stimmten geschlossen gegen den Antrag.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident hat den neuernannten tschechoslowakischen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Frantisec- E h a r k o v j k y zur Entgegennahme seines Be­glaubigungsschreibens empfangen. An dem Emp­fang nahm außer den Herren der Umgebung des Reichspräsidenten der Reichsminister deS Aus­wärtigen. Dr. ßtrefemann, teil.

Dem Reichswehrminister sind aus Anlaß des Todes seines Sohnes so viel tetl- nehmende Kundgebungen ton allen Seiten an­gegangen. daß es ihm leider nicht möglich ist. jede einzelne sofort zu beantworten Er bittet daher, seinen vorläufigen Dank auf diesem Wege ent­gegennehmen zu wollen

Der Reichstag setzte die Beratung dc Haushalts des ReichsverkehrsministeriumS for. Reichsverkehrsminister Dr. Koch teilte u. a. mit daß eine ganze Reihe von Wünschen und De-- schwerden and) von der Reichsbahn anerkannt wurden, daß sie aber wegen der Reparationslasten nicht berücksichtigt werden könnten Ein Antrag. 2 Millionen für den Zeppelinbau zu be­willigen, wurde abgelehnt.

Der deutsche Botschafter in London, S t h a - mer, gab auf der deutschen Botschaft, ein Essen, zu dem u. a. geladen waren: Premierminister Baldwin und Gemah'.in. der ital enische Bot­schafter und der französische Botschafter mit Ge­mahlinnen. der norwegische Gesandte, der vor­malige britische Botschafter in Wien, Sir Mau­rice Bunsen, Lord Beauchamp. Sir Ian Ha- ton und Gemahlin und Graf Bernstorff von der deutschen Botschaft.

In Genf ist die Architektenjurh zusammen- getreten, die im Auftrage des DölkerbundsrateS über die vorliegenden Projekte für den Bau eines neuen Völkerbundsgebäudes entscheiden soll. Der Iury liegen 375 Projekte aus allen Teilen der Welt vor. Die Iury besteht aus acht bekannten Architekten verschiedener Staaten: Deutschland ist jedoch In der Ar- chitettenjury nicht vertreten.

Der Wahlrechtsausschuh der französischen Kammer Hal mit 7 gegen 5 Stimmen den Vor­schlag seines Berichterstatters, den Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu verleihen, verworfen.

Kunst und Wissenschaft.

Die Beethoven-Jahrhundertfeier in Wien.

Wien, 26. März. (WTB. Funkspru«ch) Danz Oefterreich steht heule am 100. Todestage Beet­hovens im Zeichen des größten Meisters -t>cr Tonkunst. Alle amtlichen und zahlreichen Privat­gebäude in Wien haben geflaggt. In den Schulen werden wie an nationalen Feiertagen statt des Unterrichtes Beethoven-Gedenk­feiern abgehalten. Reben Artikeln unb zahl­reichen Telegrammen aus aller Welt bringen die Blätter Aeuherungen hervorragender Persönlich­keiten über die Bedeutung Beethovens. So sagt Reichsminister von Keudell in der Reuen freien Presse": .Beethoven-Gederckseiern sind seit längerer Zeit wieder ein großer! nationaler Feiertag deS ganzen deut­schen Volkes. In Beethovens Musik erlebt daS deutsche Volk über staatliche Grenzen, Weltan­schauungen und soziale Schichten hinweg, die heroische Form seines eigenen We - s e n s."

Der Beelhovenlag in England.

London, 26. März. (WTB. Funkspruch.) Alle Blätter veröffentlichen anläßlich des 100. Todestages Beethovens Bilder des Meisters und Würdigungen seines Werkes.Daily Mail" schreibt:Wohl kein anderer Mann hat je die Menschheit durch sein Werk so bereichert, wie Beethot>en." ImDaily Telegraph" heißt es: Von allen großen Tondichtern ift Beethoven der gewesen, der am beständigsten weder Vermögen noch Beifall suchte, sondern die Treue des Aus­druckes und die individuelle Schönheit, die der Leitstern des wahren Künstlers fein soll."

Berufung deutscher Wissenschaftler nach Kanton.

Prof. Dr. Wagner von der Lc^chwir/- schastvkammer in Wiesbaden hat die an ihn er­gangene Berufung als Professor für Landwirt­schaft an der Universität Kanton und alS land- wtrllchaffticher Berater der südchinesischen Regie­rung angenommen. Prof. Wagner wird im Laufe des Monats März die Reise nach Ehina antreten. Außer ihm sind noch sechs Mediziner und ein Oberförster als Professoren nach Kanton berufen worden. Sic sind zum Teil schon ab- gereift.

Lücttcrvoraussage.

Bei auffrische irden Winden, weiterhin un­beständig. wechselnd bewölkt. Temperaturen wenig ' verändert und regnerisch.

Gestrige Tagestemperaturen: Maxunum 10,3, Minimum 7 Grad CelsiuS. Riederschläge. 4.8 Millimeter Heutige Morgentemperatur: 4.2 Grad Eellius

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