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Kreis Büdingen.

Nidda, 24. Aug. Der althergebrachte Niddaer Herb st markt findet in diesem 3ahr am Montag, 5. September, statt. Die Bor- >eveitungen für den Markt, der bekanntlich mit Der Kirchweihe verbunden ist, sind in vollem Dange. Leider wird wegen der immer noch in einigen Ortschaften des Kreises Büdingen herr- chenden Maul- und Klauenseuche die Beschickung )es Marktes aus einem Teil des Kreises nicht lugelassen werden können. Für die Zuchtvieh­oersteigerungen, die von der Landwirtschafts- Kammer und dem Kreisziegenzuchtverein für den irreis Büdingen veranstaltet werden, liegen jetzt chon eine Anzahl Anmeldungen vor, so daß für )ie Gemeinden günstige Gelegenheit zum Ankauf on Faselvieh besteht. Die Prämiierung beschränkt ich in diesem Jahre erstmalig aus reingezüchtetes 6ieh der Simmentaler und Vogelsberger Rassen, die Prämiierung findet in sechs Klassen statt, int) zwar Dullen über 2 3ahre (Gemeindebullen), Bullen bis zu 2 Jahre, Kühe mit drei und nehr Kälbern, tragend oder in Milch, Kühe mit in und zwei Kälbern, tragend oder in Milch, Gattinnen, erkennbar tragend und Rinder über «rin Jahr. Es stehen aus Mitteln der Stadt und i.'er Landwirtschaftskammer 1200 Mark sowie eine Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung. Auherdem itoirb der Kreisziegenzuchtverein Büdingen eine Prämiierung von Saaner Ziegen und Ziegen- Löcken veranstalten. Rachmitlags um 2 Uhr findet auf dem Marktplatz die übliche Verlosung von -Zieh, landwirtschaftlichen Geräten und Ge- rauchsaegenständen statt. Erwünscht ist auch die Ulusstellung von landwirtschaftlichen Maschinen, Für die auf dem Marktplatz genügend Platz reser­viert ist. Der Auftrieb findet in der Zeit von T*/8 bis 81/» Uhr vormittags statt, die Prämire- cung beginnt um 8^/, und die Zuchtviehversteige- rung um 10 Uhr vormittags.

Ridda, 24. Aug. Don den Haupt- f tragen unseres Städtchens hatten dieRaun"- ujrf> ein Teil der 3ohanniterstraße seither keine erhöhten Fußsteige. Dem gesteigerten Straßenverkehr Rechnung tragend, sollen noch im Herbst auch diese Straßenteile Trottoirs erhalten. - Die städtische Ernte an Mirabellen um d Reineclauden, die in diesem Jahre reichlich tragen, wird im Laufe dieser Woche zu nmühigem Preise an die Einwohnerschaft abge­geben. Die Belieferung erfolgt straßenweise, Mira bellen zu 30 Pfg., Reineclauden zu 15 Pfg. p»ro Pfund.

Aus dem Riddatal, 24. Aug. 3n° soolge der überreichlichen Heu- und der viel­versprechenden Grummeternte herrscht eine »starke Nachfrage nach jungen Rindern und Milchkühen, so daß die Preise in den letzten TSochen stark gestiegen sind. Für erstklassiges Fleckvieh wurden b'.s zu 1200 Mk., für das ILeinere Rotvieh 800 bis 900 Mk. angelegt. Die Schweinemast, die in den beiden letzten wahren stark bevorzugt war, ist wegen der ge- lunfenen Fleischpreise nicht mehr so zugkräftig.

# Unter-Schmitten, 24. Aug. Der hiesige ^riegerocrein beschloß in seiner General- «mmlung, das Fest seines 2 5. Fahnenjubi- äums der allgemeinen Notlage der Bevölkerung .inlsprechend in Heinern Rahmen ,$u begehen und lamit öen Bezirkstag des chassiaverbandes Nidda iiH verbinden. Nur die vier nächstgelegenen Ver- ine von Nidda, Kohden, Michelnau und Borsdorf ß den eingeladen werden. Der hiesige Klein- vliber-Schützenverein hat sich einen neuen Schützenstand am Ausgange nach 9Hi>i)a zu -«-lichtet und ü6t fleißig für das Preisschießen.

Unter-Schmitten, 24. Aua. Ein hie- iger junger Arbeiter, der in dem Dausterschen ö'teinbruche in Eichelsdorf beschäftigt ist, l't ü r 3 te auf dem Heimweg mit seinem Rade so unglücklich, das er mit dem Kopf auf das -chienengeleise aufschlug. In bewußtlosem Zustande ®«irbe er nach Hause gebracht, wo er heute noch be- itenungslos darniederliegt. Der Unfall ereignete sich 'm der Bahnhofstraße zu Eichelsdorf, durch die vs'anntlich das Schienengeleise der Strecke Nidda -chatten führt.

Echzell. 24. Aug. llntejr der Leitung Kreisvorsihenden, Majors a. Ä. Pohl-- öiingen, fand am Sonntag hier das Kreisver- bindsschießen der Klcinkaliber-Schützenver- thie statt. 3m Gruppenschießen konnte Von- teufen vor Echzell die Meisterschaft erwerben.

Kreis Schotten.

Schotten, 24. Aug. Der hiesige rührige mnd strebsame Stenographenverein hat ten diesjährigen Herbstbezirkstag des Bezirks

Geld und Erfahrung

Novelle von Max E y t h.

(Schluß.)

Wieder drückte er mir die Hand. Seine matten st-gen glänzten; seine etwas rote Nase glühte. Was( mich aber mehr als alles bewegte, war die geheime Angst, die aus seinen zitternden Gesichtsziigen sprach; di - Sorge, ob cs ihm gelingen werde, mich bis zum tefagen hinaufzuschrauben, denn ich hatte noch nimer nicht zugestimmt.

Gr nahm den großen weißen Bogen, den ihm - te- Wirt reichte, und schrieb leise murmelnd, aber m t großer Gewandtheit eine Schuldverschreibung, ir Jem er mich von Zeit zu Zeit ansah. Sie lautete:

Neuorleans, den 14. März 1867. Der Unter- V chnete bekennt sich zum Empfang eines Anlehens Jom siebenhundertundfünfzig Dollar in Neuorleans- -ludtgeld zum heutigen Kurse von fünfundvierzig ; Pnojent und verpflichtet sich, in Bezahlung dieser iiqulö drei Tage nach seiner Ankunft in Bremen r:fhundert Dollar in Gold an Herrn Ingenieur !mh zu Neuorleans, Tschapatulastraßo Nr. 21, ab- ;u enden.

Genügt uns das?" fragte er, aufblickend und näh mit einer Miene ansehend, wie wenn ich der rchuldner und er der Gläubiger werden solle.

Ich hatte meinen Entschluß gefaßt.

ISie brauchen das Geld nicht hierher zu schicken", aye ich.Senden Sie nicht fünfhundert Dollar' ordern den richtigen Betrag, dreihundertsiebenund- >rsßig Dollar fünfzig Cent an meinen Vater in llhrttemberg, mit dem ich die Sache dann leicht -egeln kan."

Sehr gut, sehr gut!" rief er, fröhlich aufatmend, Milte zwei Dutzend Austern der besten Sorte und imr Flasche englisches Stout, öffnete das Paket, das ch ihm überreicht hatte, nahm zwei Dollar heraus >n.l bezahlte die Zeche. Wir aßen plaudernd die 'rschtvollen Seetiere des Golfs. Dann utzterzeichnete t die Schuldverschreibung mit fester Hand und einer «idschrift, die an energischer Entschlossenheit von ei ner Keilschrift übertroffen wird. Ich steckte das

Gießen übernommen. Man erwartet 400 bis 500 Gäste, die zum größten Teil an dem Wett- schreiben teilnehmen werden, das in den beiden Schukhäusern stattfindet. Reu ist das sogenannte Stafetten-Wettschreiben. das erstmalig in diesem Bezirk ausgetragen wird.

Gedern, 24. August. Am gestrigen Augu st markt waren trotz der nicht besonders günstigen Witterung weit über 600 Schweine aufgetrieben. Der Preis betrug für F>.k.t 5 b.s 1 Mark pro Stück je nach Alter. Trotz d-r nied­rigen Preise war die Kauflust nicht allzu groß, weshalb einiger Ueberftanb verblieb. Der Besuch des Krämermarktes von auswärts hielt sich dies­mal in engeren Grenzen, als dies bei den seit­herigen Märkten der Fall war.

----- Aus dem Vogelsberg, 24. Aug. An den verschiedenen Stationen der Vogelsberg­bahn kann man in den letzten Tagen ftarfe Heu­verladungen beobachten. Bei dem Heber» angebot von Heu erzielten die Landwirte nur ge­ringe Preise. Für einwandfreies Heu werden nur 1,50 bis 2 Mark pro Zentner bezahlt.

# Aus dem oberen Vogelsberg, 24. Aug. Unter dem Einfluß der trvsklvsen Witterung leidet die Getreideernte sehr. Viel Roggen steht noch auf dem Halm. Das Korn fängt an, grün aus den Äehren herauszuwachsen. Weniger mitgenommen sind einstweilen die Kornhaufen mit Hüten, unter denen die Aehren noch ziemlich geschützt sind.

Kreis Alsfeld.

-er. Homberg a. d. Ohm, 24. Aug. Da feit Montag doch endlich besseres Wetter eingetreten ist, wurde am Dienstag hier mit dem Dreschen durch die Dreschmaschine im Freien begon­nen. 3n erster Linie wird Roggen gedroschen, wobei sich die Leute gegenseitig aushelfen. Der Vorstand unseres Verkehrsvereins suchte durch eine an die Eisenbahndirektion ge­richtete Eingabe eine beffere Zugverbin­dung, i. ."anders am Rachmittag, zu erreichen. Gedacht ist hierbei hauptsächlich an den Verkehr eines Pcrjonenzuges oder auch eines Triebwagens mit dem Anschlüsse 13.31 Uhr in Burg-Rieder- gemünden.

x!x Ruppertenrod, 24. August. Lange Zeit lag die Bautätigkeit hier darnieder, obwohl in nächster Rähe herrliche Basalt- und Tuffbrüche vorhanden sind. Das liegt an der schwierigen Beschaffung von Bauplätzen. Sv hat man denn das Dorsetche nach Mucke zu erwählt, um dort Reubauten entstehen zu lassen. Zwei Scheunen gehen hier wieder der Vollendung ent­gegen. 3m Dorfe selbst befinden sich zwei Wohn­häuser im Bau.

Kreis Lauterbach,

£> Lauterbach, 24. Aug. Heute nacht gegen 4| Uhr brach in dem am Alten Stein weg gelegenen, der Firma H. Hardt und dem Messevschmiede- meister Konrad Kalbfleisch gemeinsam gehöri­gen Scheunengebäude Feuer aus, wel­ches alsbald auf das Wohnhaus der Karl Luft Erben Übergriff. Das Scheunengebäude wurde o o l l st ä n d i d , von dem Wohnhaus der D a ch - stock e i n g e ä s ch e r t. Durch das rasche, umsich. tige und tatkräftige Ei greifen der Feuerwehr ist es gelungen, den Brand auf seinen Hett) zu beschränken und die übrigen Nachbargebäude vor Schaden zu be­wahren. Die Mowrspritze hat sich bei diesem Brand wieder sehr gut bewährt. Die Entstehungsursache Formte vis jetzt nicht festgestellt wenden.

Starkenburg.

* D a r in st a d t, 24. Aug. Die Stadt Darmstadt und der Verein der Theaterfreunde haben ein von dem Kunstmaler Karl G e i ft in Wimpfen angefer­tigtes Oetporträt des Generalmusik- bireftors Michael Mailing erworben und es dem Landestheater geschenkt, damit das ölndenken an den bedeutenden Dirigenten wachgehalten wird.

Preußen.

Krcitz Wetzlar.

WSR. Wetzlar, 24. Aug. Auf der steil abfallenden Chaussee DillheimKahenfurth rannte ein Radfahrer in voller Foh rt mit einem Personenkraftwagen zu­sammen, wurde weithin über die Straße ge­schleudert und blieb mit doppeltem Bein­bruch, schweren Kopf- und inneren Ver­letzungen bewußtlos liegen. Ein beladener Erntewagen hatte ihm die Sicht versperrt, so daß er. im Begriff, diesen Wagett zu überholen, dem Unglück nicht ausweichen konnte. Der Radfahrer

I liegt hoffnungslos im Krankenhaus Ehrings­hausen.

I Hochelheim, 24. Aug. In einer der letzten Tlächte wurden hier aus einem offenen Reubau Arbeitskleider und Handwerkszeug, welches Ar­beiter dort aufbewahrt hatten, gestohlen. Von dem Täter fehlt jede Spur. Die hiesige Ge­meindevertretung hat beschlossen, dengrasi­gen Weg", der bereits im vorigen 3ahre auf einer Teilstrecke ausgebaut wurde, auf weitere 100 laufende Meter auszubauen. Die gesamten Arbeiten sind durch Beschluß des Gcmeinderats dem Bauunternehmer Schäfer. DornholzhaUsen. übertragen. Bei den Arbeiten sollen möglichst Arbeiter aus der hiesigen Gemeinde beschäftigt werden.

<O D u tenhosen, 24. Aug. Die hiesige Evangelische Gemeinscbast feierte am Sonntag ihr diesjähriges 3a h res fest. Wenn das Fest nicht einen solchen Besuch auszuweisen hatte, wie in früheren 3ahren. so ist dies darauf zurückzusühren. daß in Groß-Rcchtenbach und Lützellinden ähnliche Feste gefeiert wurden und daß die Witterung sehr ungünstig war. Die Be­grüßungsansprache hielt Stadtmissionar Selm. Wetzlar über 1. Petri 1, Vers 3 9. Weitere Festansprachen hielten Pfarrer Kulke. Rieder- kleen, über Psalm 50, Vers 23 und Prediger Franz. Kassel, über Römer 13, Vers 11-14. Die Schlußansprache hielt der Ortsgeistliche. Pfarrer Lic. Müller; er legte seinen Betrach­tungen 1. Kor. 12, Vers 4 zugrunde. Das Schluß- gebet sprach Pfarrer Kulke, Riederkleen. 3m übrigen war das Fest durch Gesangvorträge des hiesigen Gemischten Chors und durch Musik- vorträge des hiesigen Posamwnchors umrahmt. Eine am Schlüsse erhobene Kollekte war für die 3imere Mission bestimmt.

Dillkreis.

bl. Eibelshausen, 24. Aug. 3m nahen Simmersbach wurde ein Arbeiter von einer Dampfwalze überfahren und dermaßen schwer zerquetscht, daß er sofort dem Krankenhaus Steinbrücken eingeliefert werden muhte.

bl. E i b a ch, 24. August. Der Anstreicher August Windorf von hier kam bei An- streicharbeiten in der Gemarkung Roth (Wester­wald) der Starkstromleitung der rieberlandzen­trale zu nahe unb wurde auf der Stelle getötet.

Kreis Usingen.

ch Usingen, 24. Aug. Von einer geologischen Gesellschaft aus Dad-Rauheim wurden in einem in der Rähe gelegenen Schiefersteinbruch wunder­bare Versteinerungen und sonstige Ab­drucke gefunden. Eine solche Versteinerung zeigte z. D. einen vollständig erhaltenen Fisch in der Größe und Breite eines Karpfens; eine andere denselben Fisch, nur ohne Schwanz, eine dritte Fossilie stellte einen großen Käfer in Form und Art des im Wasser lebenden Gelbrand- käfers dar, nur bedeutend größer. Andauernd richten die in unseren Wäldern reichlich vor- kommenden Wildschweine erheblichen Scha­den an den Feld fruchten an, ohne daß man diesen Schwarzkitteln' beikommen kann. So ver­wüsteten sie erst dieser Tage wieder einen Wei- -enacker in der Gemarkung Kranzberg fast voll­ständig. Gin Motorradfahrer ver­unglückte auf der Straße nach Ziegenberg Bad-Rauheim, unweit der Herrmuhle dadurch, daß er gegen einen Kilometerstein fuhr. Das Vorderrad nebst Lenkstange wurden vollkommen demoliert. Der Fahrer selbst ertttt im Gesicht und am Arm erhebliche Verletzungen, so daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muhte.

Maingau.

WSR. Frankfurt a. M., 24. Aug. Heute nacht gegen 12 Uhr stürzte in der Saalgasse ein in Untermiete wohnender Mann die Treppe her­unter und erlitt dadurch einen doppelten Schädelbruch. Die herbeigerufene Rettungs­wache brachte ihn ins Heiliggeist-Hospital. An der Straßenkreuzung Dreieichstrahe-Wille- merstrahe stießen gestern abend zwei Motor­radfahrer zusammen, wobei der eine von ihnen innere,Verletzungen davontrug, die einen Transport durch die Rettungswache erfor­derlich machten. Auf der Darmstädter Land­straße stieß ein von 3senburg kommender Mo­torradfahrer mit einem Personen­auto zusammen, als das letztere auf der Straße wenden wollte. Der Motorradfahrer fuhr in den Wagen hinein und fiel in die Schei- b en des Autos, wodurch er nicht u n e r« I

heblich verletzt wurde Das Auto trans­portierte ihn sofort ins städtische Krankenhaus.

Das vorläufige Ergebnis der Reichswohnungszählung in Hessen.

Die Reichswohnungszählung am 16. Mai 1927 wurde in 205 hessischen Gemeinden mit 941 555 Einwohnern durchgeführt. Sie erfaßt also 70 Prozent der Bevölkerung. 3nsgesamt wurden in diesen Gemeinden 235 259 Wohnungen gezählt, darunter 998 oder 0,4 Prozent leerstehend. 3n 234 261 bewohnten Wohnungen waren 243 260 Haushaltungen bzw. 250 115 Familien unter­gebracht. Als Haushaltungen gelten die zu einer wohn- und hauswirtschaftlichen Gemeinschaft ver­einigten Personen einschließlich der Zimmerabmie- ter ohne eigene Hauswirtschaft. Eine Familie im Sinne dieser Zählung wird angenommen, wenn mindestens zwei oder mehr Personen so mit­einander verbunden sind, daß sie herkömmlich eine selbständige Haushaltung bilden können, auch wenn sie tatsächlich feine Hauswirtschaft führen. 9032 Haushaltungen, baä sind 3,7 Prozent aller Haushaltungen, haben also keine eigene Woh­nung und außerdem 6855 Familien, insg^amt also 15 877 Haushaltungen und Familien, oder 6.8 Prozent der Wohnungen. Haushallungen ohne eigene Wohnungen sind in größeren Gemeinden verhältnismäßig häufiger als in kleineren. Sie betrugen in den Gemeinden von 1000 bis 2000 1.9 Prozent, von 2000 bis 5000 2,6 Prozent, von 5000 bis 20 000 2,7 Prozent, von 20 000 bis 50 000 (das ist Gießen und Worms) 4,6 Prozent, von 50 000 bis 100 000 (das ist Offenbach und Darm­stadt), 5,6 Prozent und von mehr als 100 000 (das ist Mainz) 5,7 Prozent.

Unwetterkatastrophen.

Der Kampf mit dem Tchicksat.

Das Hessische Rote Kreüz (Hessischer Landesverein vom Roten Kreuz und 2klice- Frauenverein) schreibt uns:

Das 3ahr 1927 ist in Deutschland durch Unwetterkatastrophen in einem Ausmaß gekenn­zeichnet, das alle jahrzehntelangen Erfahrungen übersteigt. Wir Menschen stehen diesen Ratur­gewalten machtlos gegenüber. Die Kenntnis ccr Gesetze, nach denen sie sich vollzichen, kann ihnen nicht vorbeugen; aber wir können durch unsere 'Bereitschaft die Folgen vermindern und verhüten. Die Vorbedingung ist, daß unsere Hilfe so schnell und so geschult als möglich einsetzt.

Erste Hilfe bei älnglücksfällen, welcher Art sie auch sein mögen, sofort, geistesgegenwärttg und opferwillig zu leisten, ist überall in der Welt Ausgabe des Roten Kreuzes- Auch in Deutschland sind die Freiwilligen Sanitätslo- lonnen vom Roten Kreuz, die Schwestern und Helferinnen darauf vorbeveitet, bei besonderen Rot ständen sofort einzugreifen. Bei der Wiröel- sturmkatastrophe, die einen Teil der Stadt Lin­gen zerstörte, waren die Santtätskolonnen des Roten Kreuzes sofort zur Stelle, um Verletzte aufzusuchen, zu verbinden und in Sicherheit zu bringen. Bei der durch llnwetter veranlaßten Eisenbahnkatastrophe im Harz waren die Ver­wundeten won den Sanitätsmän-neon des Roten Kreuzes bereits fortgeschafft, ehe noch das äln- glück allgemein bekannt geworden war. Weit furchtbarer durch die Gewalt des Raturereig­nisses, den Verlust an Menschenleben und den angesichts völliger menschlicher Machtlosigkeit niederschmetternden Eindruck für die Überleben­den ist die ilnwetterkatastrophe im Erzgebirge.

Auch hier erinnerten sich die den plnglücks- ortschafien benachbarten Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes sogleich ihres Berufs, zu Helsen. Sie waren am Morgen.nach der SchrefteTrsnacht auf dem Weg, mußten über zerstörte Straßen und Trümmer hinweg die Unglücksstätten er­reichen, und begannen nun ihr Werk, zu helfen, zu verbinden, in Sicherheit zu bringen, zu trösten, zu sammeln und schließlich die Leichen von Menschen und Vieh zu bergen. Von Berlin her kamen auf Anruf sogleich Rotekreuzbaracken für die Aufnahme der Obdachlosen; auch Kleider wurdeir verteilt. Aufrichtend im Unglück war das kameradschaftliche Zusammenarbeiten aller Hilfs- willigen, der Sanitätskolonnen des Roten Kreu­zes mit der Feuerwehr, mit den Arbeiter- famaritem, mit der Reichswehr usw.

Die an den verschiedensten, weit abgelegenen Stellen plötzlich hereingebrochenen Katastrophen

wertvolle Schriftstück sorgfältig in meine Brust­tasche, an Stelle des beschwerlichen Pakets. Erklär­licherweise war er jetzt etwas in Elle. Er mußte vor Abend Schulden bezahlen, Koffer und Ausstattung einfaufen, das Dameninstitut auflösen! So schied ich von Oberst von Schmettkow mit einem warmen Händedruck an der Tür des Austernsalons. Ich habe ihn nie wieder gesehen, auch nie mehr von ihm ge­hört; weder von ihm noch von den dreihundertsieben- unddreißig Dollar in Gold, einer Summe, die ich so gewissenhaft ausgerechnet hatte. Möglich, daß die Hoffnung" untergegangen ist oder aus anderen Gründen nie in Bremen ankam. Zur Ehre des Menschengeschlechts habe ich das schon längst als selbstverständlich angenommen.

Es war ziemlich spät am Tage geworden, als ich selbst nach 'Hause kam; noch nachdenklicher als zu­vor. Ich legte Echmettkows Schuldverschreibung in ein geheimes Fach meines Blechkoffers neben die Ko­pie meines Briefs an Olcott. Noch nie und nirgends, seit dem ersten Kanonenschuß bei Fort Sumter, lagen ein föderierter und ein konföderierter Oberst so friedlich und einttächtig beisammen wie diese beiden. Und was mich anbelangt, so war das friedliche Zu­sammenwirken der zwei Herren von gleich erfreu­lichem Erfolg für sie. Eine geheimnisvolle Ahnung sagte mir dies schon in jener Dämmerstunde; ich fühlte mich deshalb so ziemlich wie Hans im Glück in modern umgearbeiteter Auflage, nur etwas we­niger vergnügt. Was sollte nun aber werden? Wie sollte die Sache weitergehen? Wo konnte ich für teures Geld meinen Pflug einsetzen? Es war offenbar nicht so leicht, als ich mir oorgestellt hatte, diesen starren Kontinent aufzureißen. Ich fammelfe allerdings Er­fahrungen in erstaunlichem Grad, und keine von den billigen. Aber das Ergebnis war vorläufig nicht er­mutigend, es war nicht zu verhehlen.

Ich war müde schon amerikamüde! und starrte wohl eine Stunde lang über die Däwer der Nachbarhäuser hinweg in den glänzenden Abend­himmel, die ungelegenenCrescent City News" auf den Knien, ohne Ziel und Zweck, denn ich wußte wirklich nicht, was dabei herauskommen sollte. Doch ist es manchmal auch gut, die Ruder sinken zu lassen unh ruhig zp warten, bis sich das müde Segel wie­der rührt.

Da flopfte es. Ich schreckte auf, denn ich war halb eingeschlafen in trübseliger Erschöpfung.Her­ein!"

Es war Lawrence, munter und quecksilbern wie immer wurde dieser Mann nie müde?, und hinter ihm ein Fremder, ein großer, stattlicher Herr, der wie gewohnheitsmäßig sich bückte, um zur Tür hereinzukommen und, gut amerikanisch, erst den Hut abnahm, als er mitten im Zimmer stand.

Frederic, hier ist-Herr Eyth!" sagte der kleine Lawrence.Herr Eyth, ich bringe Ihnen meinen Bruder, Herrn Frederic Lawrence von Magnolia- plantage."

Es wäre nicht leicht gewesen, unähnlichere Brü­der zu finden. Herr Lawrence der Aeltere war eine schöne, imponierende Gestalt mit schwarzen Haaren, gebräuntem Gesicht und hellen, durchdringenden Augen, elegant gekleidet, sehr bestimmt in seinem Auftreten und klug und klar in dem, was er sagte. Man hatte das Gefühl, jemand vor sich zu haben, der wußte, was er wollte und es gewöhnlich auch bekam. Der Mann gefiel mir auf den ersten Blick.

Freut mich. Sie kennenzulernen", sagte er, mir die Hand schüttelnd.Ich kam gestern aus dem Norden zurück und sah heute Ihren Dampfpflug vor dem Ausstellungspark. In Baltimore hatte ich schon von den Dampfelefanten gelesen und hielt sie für einen Humbug. Natürlich. Aber ich muß sagen, die Art, wie Sie die Maschinen aus dem Humps herausgezogen haben, in den Sie den Park ver­wandelt haben, hat mir imponiert. Damit läßt sich bei uns etwas machen. Ich bin jetzt überzeugt, daß Ihre Maschinen mehr können als wettrennen. Der Park sieht aus, wie wenn sich hundert Riesen­schweine drin herumgewälzt hätten. Meine Glück­wünsche, Herr Eyth!'^

Er lachte ermunternd. Ich wußte kaum, sollte ich es für Spott oder Ernst nehmen, und sagte aus­weichend:Leider finden Sie mich augenblicklich in einiger Verlegenheit, ein weiteres Feld der Tätig­keit für meine Elefanten zu finden.

Deshalb komme ich zu Ihnen, Herr Eyth", sagte Frederic.Schon in Baltimore, wo ich von dem Wettrennen fas und nachträglich von dem Pflügen hörte der Unsinn läuft immer flinker als der Sinn» war es meine Absicht, St« aufzusuchen.

Für einen bloßen Schwindel sah mir die Sache selbst von der Ferne zu groß aus. Aber fix war es von Ihnen, das Wettrennen zu veranstalten. Man muß Lärm machen in unsrem großen Lande, wenn man gehört werden will, ob die Trommel rot oder blau lackiert ist, die Sie benutzen, tut nichts zur Sache."

Den Lärm verdanke ich Ihrem Bruder, Herr Lawrence," bemerkte ich,ganz allein Ihrem Herrn Bruder. Und ich beginne zu glauben, daß ich ihm mehr zu danken habe, als ich ahnte."

Fangen Sie an zu begreifen?" lachte Henry, sich vergnügt die Hände reibend.Es ist einfach phänomenal, Frederic, wie langsam die Deutschen sind. Er fängt an, zu begreifen!"

Kurz, ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen", fuhr Lawrence der Aeltere fort, ohne sich um seinen Bruder zu kümmern, was diesem ganz natürlich vorkam.Sie packen Ihren ganzen Appa­rat morgen zusammen und bringen ihn nach der Magnoliaplantage, sechzig Meilen stromabwärts. Ich stelle Ihnen einen Flußdampfer zur Verfügung. Drunten finden Sie tausend Acker Ratvons, in denen Sie pflügen können, solange Sie Lust haben. Eben­solange sind Sie mein Gast. Ihre Leute finden ein bequemes Unterkommen auf dem Gut. Alle Aus­lagen bezahle ich. Wenn mir nach einem Monat Ihr Pflügen gefällt, so behalte ich den Pflug und bin und bleibe der erste Dampfpflüger in Louisiana. Was kostet er?"

Magnolia liegt im besten Zuckerdistritt des Staates", fuhr er fort, als ob er mich überreden müßte.Eine stolze Plantage, Sir, trotz des Krie­ges. Aber nur eine von fünfzig, entlang dem Strom. Und alle wissen nicht mehr, wie sie pflügen sollen, seitdem die Schwarzen in die Stadt zu iat-fen an- fangen. Ein Feld für Sie, ein kolossales Feld. Aber den Anfang müssen Sie bei mir machen. Ich biete Ihnen, was ich vernünftigerweise bieten kann."

Ob ich einschlug?!

Es wurde wie Sonnenschein um mich her, trotz der Dämmerung. Hurra! sagte ich im tiefsten Innern, und war kaum imstande, es nicht laut zu rufen. End­lich kommt die ehrliche, einfache Ochsenarbeit, um die ich seit einem Monat kämpfe! Dem Himmel sei's ge­trommelt und gepfiffen; das Elefantenrsnnen hat ein Endel