Einzelbild herunterladen

Wirtschaft.

Die Kölner Frühjahrsmesse. Der gute Besuch, den die Kölner Frühjahrsmesse an den ersten beiden Tagen aufzuweisen hatte, hat auch am dritten Tage angehalten, jedoch hat die Zahl der getätigten Abschlüsse gegenüber Montag merklich nachgelassen. Das trifft namentlich für Textilwaren, Autos und Küchengeräte und Ledrr- waren zu. Im Gegensatz dazu Höri man von den Ausstellern der Technischen Messe, daß auch am dritten Tage das Geschäft sich recht gut entwickelt hat. Die meisten Abschlüsse konnte hier die Gruppe Schweißtechnik verbuchen. Allgemeine Zufriedenheit herrscht in der Möbelmesse. Die Pariser Modenschau hat ihre Zugkraft unver­ändert behalten.

' Verein füt chemische Industrie A.-G., Frankfurt a. M. Die Bilanzsihung, die bekanntlich die Verteilung von 6 Prozent Divi­dende und die Einlösung der 10 000 Genuhscheine beschließen soll, findet am 5. April statt. Heber die 6 Prozent Dividende ist zu sagen, dah für das letzte Geschäftsjahr in Wirtlichkeit eine höhere Rendite den Aktionären »uflieht. Denn 1920 wur­den die 10 000 Genuhscheine an die Aktionäre gratis ausgegeben, so dah die 3 Prozent Divi­dende auf diese und die Rückzahlung, die aus dem Reingewinn als einmalige Zuwendung er­folgt, als Bonus zu betrachten sind. Bei einer Ausschüttung von 355 000 Rm. auf 4 000 000 Rm. AK. gelangt also für 1926 eine Dividende von nicht ganz 9 Prozent zur Verteilung.

Berliner Börse.

B e r l i n, 24. März. Die Geschäfts st ille ist durch die gestrige feste Börsentendenz keines­wegs behoben worden. Das Publikum scheint vielmehr weiter abzuwarten, bis sich eine ein­heitliche Tendenz entwickelt. Immerhin kam es zu einigen Spezialbewegungen, die das Interesse der Börse beanspruchten. Im Mittel­punkte standen S ch u l t h e i h - A k t l e n, die 12 Prozent anzogen und denen Ostwerke mit einem Gewinn von 10 Prozent folgten. Zu diesem dauernden Interesse für Schultheiß wurde darauf hingewiesen. dah die Gesellschaft in ihrem Absatz an der Spitze der europäischen Brauereien steht und ihre Einlagenkonten bereits soweit abge­schrieben hat. dah trotz guter B.erqualität noch ein ganz ansehnlicher Ruhen verbleibt. Man rechnet daher in nicht allzulanger Zeit mit einer Kapitalerhöhung unter günstigen Bezugsbedin­gungen, um den Gewinn auf ein erweitertes Eigenkapital zu verteilen. Die Mitteilung der Siemens-Gruppe, die die veränderte Ge­winnverrechnung des Konzerns bei der letzten Bilanzvorlage bestätigt, gab den Siemens-Kon- zernwerien eine erneute Befestigung, die sich auf den gesamten Elektromarkt übertrug. Auherdem waren einige Schiffahrtsaktien auf neue Interessenkäufe befestigt, ferner Deutsch- Atlantische Telegraphen und heimische Staatsrenten, soweit Reubesitzanleihen in Frage kommen. Montanwerte lagen bei freundlichem Grundton gut behauptet. Die Spe­kulation nahm verschiedentlich Tauschoperationen von Montanwerien gegen andere Spezialpapiere vor, da die Aussichten in der Kohlenindustrie zur Zeit .weniger günstig beurteilt werden. Die Geldverhältnisse haben keine Verände­rung erfahren. Togesgeld flüssig bei 3,5 Prozent. Monatsgeld 7 bis 7,5 Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 4,88 Prozent. Im Devisen- verkehr sand die anhaltende Steigerung des englischen Pfundes starke Beachtung. London- Kabel 4,8565. Die Reichsmark notierte gegen den Dollar 4,2135 bis 4,2140. Die übrigen Haupt­valuten waren nicht wesentlich verändert.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a. M., 24. Mörz. Tendenz fest, ^besonders Harpener. - Die Effektenbörse hatte einen freundlichen Beginn und wurde »im Verlause allgemein lebhaft unter Führung von Spezialwerten, vor allem Harpener. Hier ' dürften an der Börse die ersten Abschluhziffern durchgesickert fein, da dem Anfangsgewinn von 1.5 Prozent weitere 5,5 Prozent folgten. Daneben gewannen Mannesmann wieder 1.25 Prozent. Buderus 1,5 Prozent, Rhein. Braunkohlen 3 Proz. Qlm Elektromarkt führten Siemens & Halske mit einer Steigerung von 5,5 Prozent, ferner gewannen Schuckert 0,75 Proz., AEG. 1 Proz., Bergmann 1,25 Proz., süddeutsche Gesellschaften zumeist 1 Proz. I. -G. -Farben lagen auf

Märtyrer der Liebe.

Roman von 3. Schneide-°Förstl.

32 Fortsetzung. Rachdruck verboten

Es ist nachts gewesen jo im November zwischen 12 und 1 Uhr. Ich habe kaum die Klingel gezogen ge­habt, ist schon Licht an einem Fenster gekommen und jemand hat nach meinem Begehren gefragt. Es hat keine fünf Minuten gedauert, bis der alte Pfarrer erschienen ist. Ich habe'ihm in meiner Angst gleich geplaudert, was die Küchenmagd getratscht hat. Er hot kein Wort gesprochen und ist nur ganz ge­drückt gewesen. Da hab' ich meine Hände aufgehoben und ihn angefleht, er möchte barmherzig sein, wie der weiland es mit der sündigen Magdalena und der Ehebrecherin gewesen ist.

»Sie brauchen nicht zu bitten, Hanna,' hat er mir zur Antwort gegeben. .Ich komme auch so!'

Ohne Mantel und Hut, wie er war, ist er mit mir gegangen. Was sie ihm und was er zu ihr ge­sagt hat, weiß keiner, aber er muß wohl gut zu ihr gewesen sein, denn sie ist mit einemmal ganz ruhig geworden und hat nicht mehr gerufen und geklagt, co gegen Morgen hat er ihr den Herrn im Sakra ment gebracht und dich dann zu ihr ans Bett ge­führt. eie bat dich gesegnet und deinen Bater noch einmal angeblickt, und bann war alles vorüber.

Ich bin keine Betschwester und mein Lebtag nicht viel in Psarrhöfen aus und ein gegangen, aber ich lass' nichts aus die Geistlichen kommen und verteidige sie, wo ich kann, weil ich's dem alten Pfarrer nicht vergesse, was er an deiner armen Mutter getan hat. und weil ich ihm bis an mein Ende dankbar bin, daß er ihr das Sterben leichi gemacht und ihr wenigstens im Tode Frieden und Ruhe gebracht hat."

Elisabeth saß mit verweinten Augen und vor- geneigtem Oberkörper in ihrer Sofaecke.

J3ft ja alles nicht wert das ganze Leben nicht, daß man so viel durchmacht," fuhr Hanna weiter fort und trocknete sich die Augen mit der weißen Leinenschürze. ..Und die Liebe . . siehst du, Liese . . . das ist noch das Armseligste von allem!"

Hanna!" schrie diese auf.

Gott ja! Laß dich nicht irremachen, mein Kind­chen' Ich will dir ja deinen Himmel nicht nehmen.

die günstige Geschäftslage und auf eine jüngste Verwaltungssitzung. aus der nur die Tatsache von günstigen Bilanzzahlen zu erfahren war, um 1,5 Proz. höher. In Qkrbmbung damit Rhein­stahl plus 1,5Pzt. Am Bankaktienmarkte war die Haltung allgemein sch w ä ch e r, selbst Darmstädter auf ihren Rekordabschluh minus 3,75, Commerz minus 1.5, Dresdner minus 0,25 Proz. Die Bewegung in Metallbankaktien kam zum Stillstand bei unveränderten Kursen. Von Holzdestillationswerten gaben Verein für Chemische Industrie weitere 2 Proz. nach, dagegen Holzverkohlung plus 0,75, Scheideanstalt plus 1,15 Prozent. Rütgerswerke auf angebliche Fusions­verhandlungen wieder plus 1.5 Proz. Bau-. Ma­schinen- und Metallwerie lagen sehr still und toenig verändert. Autoaktjen leicht erholt. Am heimischen Anleihemarkt deutsche Ren­ten fest, im Verlause aber still und etwas schwächer. Anleihe-Ablösung 24,15 bis 23,90, Schutzgebiet 12,30 bis 12,05. Fremde Renten wiederum geschästslos. Am Geldmarkt blieb die Lage unverändert. Tagesgeld etwas leichter bei 4 Proz.. Monatsgeld 6 bis 73 , Proz. Privat­diskonten 4,5 bis 4,75 Proz. Warenwechsel 47/e Prozent. Im Devisenverkehr lag London international fest. Paris gegen London 124. Mai­land 105.75, Zürich 25,25, London-Kabel 4,8565. Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 20,4650, gegen Kabel auf 4,2140.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M-

Berkin

Sdilu .|

idlbr-

Schluß'

Anfang

fiUTS

fiur»

flitr»

' i-

Trttn-w:

.-3.3. '

24 3.

3.3. |

24. 3

Anleihe-Ablösung Wr. 1-30000 do. Nr. 30 001-60OOo

319

_

3.0

S2'i

3i9 5

320.5

320.5

do. ohne Auslosungsrcchk

.3.1

23,85

23.25

24,2

Deutsche spatpramtcnanletoc

Deutsche-liertb. Dollar-Ant.

98.6

99,5

4°/o Zollkürken.........

15,8

15 6

_

5% Gcldmcrikaner .....

44.75

_

Berliner Handelsgesellschaft.

255

256.75

Commerz und Privatbank.

210 5

207,5

208.5

207

Darnnt. und Naiionaloank -

282

279,62

2-1.5

279

Deutsche Bank...... . .

188 5

187 75

189

Titzkonko Commandit

181.5

180 9

180.75

180.5

Dresdner Bank.......

182.75

112.25

182.5

183

Metallbau!...........

158.9

160.5

158

160

Milteldcutschc Creditbank. .

238.5

242

240,75

.44

Lösterreichische Kreditanstalt

8.75

8 8

8.8

NeichSbank. . .

187,5

ISS 5

188

188.75

Bochumer Guß........

184.5

185

182.5

Buder;6............

Trutsch-Lurcmburg......

121.5

185

129

185,5

121.5

>83.75

122

184.75

Gelsenkirchener Bergwerke. .

1*4

184

181

184.75

Harpener Bergbau......

Kaliwerke Aschersleben....

224

204

224

223

201

225

202

Kaliwerke Westeregeln.....

.'H3.9

203,75

203

Voucnhiine...........

93,5

-

93,25

93.4

MonneLmann.........

r<

217.75

210

213.25

ManSieldcr......... .

148

1)6.25

118

146,9

Lberbedarf...........

118

118

Phönix Bergbau.......

134

134.9

134,4

135.4

Nbeinischc Braunkohlen . . .

291.5

293

289,5

292.25

Srheinstnhl...........

Nie deck Montan. ...

22.3.25

223,5

221.12

224 5

171 5

169,5

170.5

170.25

Tellus Bergbau .......

126

Bereinigte Stahlwerke....

1-5.25

146,5

145,25

146,25

Hamburg-Amerika Paket. . .

Norddeutscher Llovd.....

117.5

148.fi

148 75

143

144.62

143,5

143.75

Zementwerk Heidelberg . . .

163

Philipp Holtmann......

189.75

-

188

-

Anglo Tont Guano.....

Goldschmidt . . ......

122

149,75

150

Holzverkohlung. . . .....

y G Warben-Industrie. . .

77.5

30d

3U4

303.75

305.5

RulgcrSwerle........

142,25

144 5

142.5

145

Scheideanstalt.......

238.5

240,75

Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft

162

I62.fi

162

16.i

Bergmann...........

188,5

1X9.5

18'-'

19h

Elektr. Lieferungen......

2110.25

197.5

201

Licht und -straft........

19

2UO

198

200

Mainkrattwcrkc .......

Schlickert............

:.,75

176,12

178

Siemens <k HalSke......

.3.5

266,75

272,25

Adlerwerke Klcher......

>"62

129.12

131

Daimler Motoren.......

Illi,4

116

116.5

Heyligenstaedt........

Meguin............

57

Mannheimer Motoren . .

35

Frankfurter Armaturen . .

Konservenfabrik Braun . .

25 75.75

_

Mclallgesellichafl Frankfurt -

191.5

191

Pet. Union A.-G. ....

121

-

Schuhlabrik Herz . . ....

76 25

78

sichel..............

175,25

5

-

Zellstoff Aschaffenburg. . .

Zcllsto'i Waldhoi......

263

267,25

Frankfurter HeLrctvcdoric.

Frankfurt a. M., 24. März. Es wurden notiert: Weizen tWetterauer) 28.25, Roggen (in­ländischer) 26.50 bis 26.75, Sommergerste für Brauzwecke 25.50 bis 27, Hafer (inländischer- 22.50, Mais (gelb) 18, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39.50 bis 40, Roggenmehl 36.50 bis awwanm-jt- n "!, nwr r '»nwitm

Alle Tage, die unser Herrgott gibt, knie ich da vor meinem Bell und rutsch' mir die Knie wund, daß dir alles erspart bleibt, was andere erfahren müssen. Aber obs etwas hilft?'

Mein Gott, unser liebet Herr teilt halt aus, wie's grabe trifft: heut' bir einen guten Tag unb morgen einem anderen. Heut' dir ein bißchen Bitteres in die Schüssel und morgen beinern Nachbar. Heut' dir schön Wetter und einem zweiten Blitz und Hagel- schlag. Kannst nichts dagegen machen!"

Elisabeths Augen hingen ausdruckslos an der alten Kinderfrau. Der Schrecken hatte alles Leben aus ihnen genommen.

Welches wird mein Teil fein, Hanna?"

Tu nicht studieren, kleine Liese! Wie's kommt, so kommt's! Man soll sich nicht abhärmen schon vorher, du machst's nicht um ein U-Häubchen anders deswegen!"

Die junge Frau seufzte auf. Die Hanna würde wohl recht haben.

Wie hat denn der kleine Junge geheißen?" srug sie.

Johannes!"

Liese lächelte.

Jawohl, Johannes!" ereiferte sich die Alte.Der Professor hat ihn so gerufen. Der sprach überhaupt alle Namen so ans, wie sie im Kalender standen. Deine Mutter und ich haben immer gelacht über diese Schrulle und ihn einfachBubi" genannt."

Wie alt er wohl jetzt sei, wollte Elisabeth wissen und stand mit wankenden Knien aus ihrer Ecke aus.

Hanna rechnete. Vier Jahre war er gewesen, als sich die Mutter scheiden ließ. Nach sieben Jahren war dann Elisabeth gekommen. Das machte elf. Liese war jetzt zweiundzwanzig, da mußte er dem- nach in sein oierunddreißigstes Lebensjahr gehen. Ja, so ult mußte er unaefähr (ein.

Hanna sah, wie abgespannt die junge Frau war. Ich mach' dir noch Tee, mein Kindchen!" bot sie besorgt an.

Nein, danke, Hanna! Ich bin so müde!"

Nichts mehr denken!" mahnte die alte Getreue.

ist ja doch nichts mehr zu ändern an der ganzen Sache!"

Ja!" gab Elisabeth apathisch zurück.Gute Nacht. Hanna!"

In ihrem Bette wälzte sie sich unruhig von einer Seite auf die andere und weinte zwischenhinein ihr

36.75, Wetzenkleie 14.25. Roggenkleie 14.50 bis 14.75. Tendenz: Matt.

Frankfurter Lchlachtviehmartt.

F ra n kf u r t a. M.. 24. März. Auftrieb: 66 Rinder, 1340 Kälber 176 Schafe, 365 Schweine. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 67 bis 72. mittlere Mast- und Saugkälber 58 bis 66. ge­ringe Kälber 48 bis 57. Schafe: Mast­lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 55. mittlere Mastlämmer, ältere Mast­hämmel und gut genährte Schale 44 bis 48. fleischiges Schafvieh 38 bis 43. Schweine: Vollfleischige Schweine von ca 160 bis 300 Pfund Lebendgewicht 62 bis 63, fleischig: Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 59 bis 60 Mark. Marktverlauf Langsamer Han­del. bei Schweinen etwas Ileberstand.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. TL

Telegraphische Auszahlung (Obne Gewahr.)

Banknoten.

23. Mär,

24 März

Amtliche Noti runa

AmtlicheJiontruna

Geld

Brick

Geld

Bries

168,4:;

168,85

168,43

168,85

Bucn-Aire

1.776

1.780

1,781

1.785

Brn Antw

58.4'.-

8,63

58.485

58.62.5

Christianra

109,81

i10.09

109.81

110.29

Kovenhag-'u

112,2*'

12,51

112,27

112,55

Elockbolm

*12.67

12,95

112,7.1

112.9»

Helnngfors

10,594

10.634

10,595

10,635

tttolien. .

19,43

19,47

19,375

19.4 M

London.

20,433

.'0.487

20.438

20.490

Neuyork . .

4,203

1.218

4,208-5

1.218.5

PariS. . .

16,485

.6.525

16,485

16,52a

Schwei, . .

Ml, 93

LH

80,935

51,135

Sva ten

75,04

75.22

.5.74

75.52

Favan . .

4,066

.'.070

2,070

2.074

*Hio de Fan

l.*97

.499

.497

0.49

Dien in T

Ceft. obgc'l

59,21

J9,3d

39,21

59,35

Prag - -

12,46

>2,52

12.459

12,499

Belgrad -

7.39

7.41

7.397

7.417

Budavc'k.

«3,4b

.3,64

73,45

73,63

Bulgarien

.,1'43

-.055

».042

t.052

L'stabon

21,02j

.'1,065

21,515

21.56a

Danzig.

81,62

81,82

81,72

81,92

stonst nur

4,117

',127

2,122

2,132

Athen. .

5.45

5.51

5,47

5,49

Kanada

1.204

4.21

1,205

4.215

Uru uan

4,235

4,245

1.235

4.24.5

Cairo

20.961

1.006

0.969

21.021

Berlin, 23 Mär;

Geld

Brie'

4,19m

4,218

Belgische Noten .......

58,45

58,75

Tänilche Noten .......

111,97

112,50

20, 402

20,502

Französische Noten ......

16.505

16.585

Holländische Noten......

168.0b

,68.90

Italienische Noten......

19.57

19,67

Norwegische Noten. ...

109,72

110,28

Deuisch-Ocsterr.älvoAronen

59.1 l

69,41

Rumänische Noten.....

2,51

2,55

Schwedische Noten . . .

112.37

112.93

Schweizer Noten .....

MO. 81

81,23

Svanische Noten......

75,31

75,69

Tschechoslowakische Roten

12.50

12,94

Ungarische Noten

73.30

73.66

Reichsbankdiskont 5 Prozent.

Lombardzinsfuß 7 Prozent.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 23. März. Die Stimmung wurde heute wieder schwächer. Lediglich im Weizen­terminhandel machte sich für März-Lieferung an­haltende Deckungsfrage infolge Verpflichtungen aus Vorverkäufen bemerkbar. Da aber nur sehr schwer kontraktliche Partien erhältlich sind, mußte der Bedarf seine Gebote heute um 2 Mark er­höhen. Spätere Sichten im Gegensatz hierzu bei größter Lustlosigkeit etwa 1 Marl schwächer. Roggen findet allgemein wenig Käufer, trotzdem die Forderungen bis über 2 Mark herabgesetzt waren. Gerste gut behauptet. Hafer in der Preislage etwas schwächer, aber verhältnismäßig ruhig. Mehl behält kleine Umsätze, auch Hilf»?- futterftoffe, Oelsaaten und Hülsenfrüchte still. Cs notierten pro Tonne: Weizen (märt) 2gj bis 269 Mk., Roggen 244 bis 246. Sommergerste 214 bis 242, Wintergerste 198 bis 206. Mais tlokv Berlin) 178 bis 180; pro Doppelzentner Welzen­mehl 34,25 bis 36,50, Roggenmehl 32.75 bis 34,75. Weizenkleie 15,25, Roggenkleie 15, Viktoria- erbfen 42 bis 59, kleine Speiseerbsen 30 bis 32 Futtererbsen 22 bis 23, Peluschken 20 bis 22. Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 22 bis 24. Lu­pinen (blau) 13,50 bis 14,50, Lupinen (gelb) 15 bis 16, Serradelle (neu) 21,50 bis 24, Raps­kuchen 15,50 bis 15,70, Leinkuchen 20 bis 20.20, Troücnschnitzel 11,90 dis 12,20, Soyaschrot 13,90 bis 19,40, Kartoffelflocken 30,20 dis 30,40 Mk.

Kissen naß. Das Leben war fürchterlich, sie emp­fand mit einem Male Angst vor der Zukunft.

lieber all dem Grübeln und Sinnieren hatte sie vergessen, das Licht abzudrehen. Ihr Mann war nach Hause gekommen und schalt, weil sie noch nicht schlief.

So'n Unfug!" melierte er gutmütig.Kannst wohl nicht einschlasen, ohne mich? Wie 'n kleines Kind."

Hast du niemals Angst vor dem Leben, Georg?" frug sie.

Vor was?"

Bor dem Leben!"

Er lachte dröhnend auf.Liesl, bleib' mir mit iolchen Sachen vom Leib! Ich hab' vor nichts Angst, als vor dem Typhus und den Blattern, das heißt, nicht für mich, aber für den Patienten, wenn sie sich fo etwas geholt haben. Aber sonst ich fürcht' nicht einmal den Teufel, viel weniger das Leben, obwohl da der Teufel auch meist mit im Spiel ist. Also, ich fürchte nichts! Gute Nacht."

Er schlief gleich darauf wie ein übermüdetes Kind, tief und mit regelmäßigen Atemzügen. Elisa­beth aber konnte kein Auge schließen

Was würde ihr das Leben noch bringen? Und was hatte es dem unbekannten Bruder bis jetzt gebracht?.

Das Herrenhaus in Ludwigstal glich feit dem Einzug des Regenbacher Paares einem Märchen- schloß. Es war nicht wiederzuerkennen. Die blauen Fensterscheiben und die verwitterten Läden hatten weichen müssen. Mattgelbe Eichenjalousien hielten die Hitze des Spätsommertages ab. Die breite Auf­fahrt glitzerte in tadellos gepflegtem Quarz, aus dem der Glimmer wie Talmisilber aufblitzte. Die schwere Eichentür mit den vielen breittappigen Eisennägeln batte zwei Flügeln Platz gemacht. Die Zimmer- wände linkerhand des Einganges waren gefallen und bildeten nun mit dem Flur eine mächtige Halle. Auf der anderen Seite lag der große Festsaal, lieber die breitausladende Treppe, die zum Obergeschoß führt, liefen dicke Läufer, die jeden Schritt ver- schlangen. Ein Feenreich, hatte Elisabeth gesagt, als sie zum erstenmal ihren Fuß in die mit auserlesener Pracht möblierten Räume letzte. Nein, das war ihr Vaterhaus nicht mehr. Nichts erinnerte mehr an

Büchertisch.

Der soeben erschienene Zeitungs- Katalog der A nn o n c e n - E r p e d i ti on Rudolf Mosse für das Jahr 1927 folgt im allgemeinen der bewährten Anordnung seiner Vor­gänger. Der textliche Teil ist mit der größten Sorgfalt bearbeitet und berücksichtigt mit der ge­samten inländischen auch die ausländische 5ageS- und Fachpresse in eingehender Ausführlichkeit. Der Anzeigenteil des Katalogs mit den wichtigen Angaben der Verleger über die Bedeutung und den Inseriionswert der einzelnen Blätter bietet dem Inserenten ergänzende, wichtige Fingerzeige. So wird auch der Mossesche Zeitungs-Katalog von 1927 für alle Reklameverbraucher ein mäh­licher und zuverlässiger Führer durch das gesamte Zeitungs- und Zeitschriftenwesen sein. 72

Aus dem Märzheft derÄ o r a 11 e (UH- stein, Berlin) Besonders schön Und die Aus­nahmen von den großen Wasserfällen der Erde, vom Wunderland Alaska und vom Baumwollbau. Eine aussterbende Zwergbevölkerung lernen wir auf den Andamanen-Inseln kennen, an neuen Wolkenkratzerbildern aus Reunork und Chicago sehen wir die technischen Fortschritte im Turm- Hausbau, und gelungene Photographie^, zeigen uns den kalifornischen Kondor, einen der Rieten des Tierreichs, die im Untergang begriffen sind. Eine interessante technische Abhandlung über die Kraft des Windes. Bilder von neuen Frühlings- pflanzen und ein illustrierter Aufsatz über die Bekämpfung des Alterns ergänzen den Inhalt des unterhaltsamen Magazins.

In dieser Zeit, in der die Zeitungen immerfort von den Unterdrückungen des Deutsch­tums in den Grenzländern berichten, wird der Aufsatz des Münchener Historikers Hermann Oncken über die geistige und sittliche Kultur­bedeutung des Auslandsdeutschtums. mit dem das Märzhefi derZeitwende' (C. H. Beck. München) beginnt, sehr aufklärend wirken. In großen Zügen entwirft Oncken ein anschauliches Bild der Entwicklung des Auslanddeutschtums innerhalb der deutschen Geschichte und zeigt damit zugleich die Tragik dieser Geschichte von einer ganz neuen und unmittelbar aktuellen Seile, die Tragik nämlich, die darin liegt, daß sich das Schicksal des deutschen Staates und des deutschen Volkstums niemals gedeckt haben. Das Märzheft widmet auch wieder dem Arbeiter und der so­zialen Frage einige Aufsätze. Johannes Gerhardt schreibt sachlich und sachkundig über Adolf Da­maschke und die Bodenreform und Wilhelm Kne- vels berichtet mit Verständnis und Feingefühl über die deutsche Arbeiterlyrik. Da er in der Hauptsache die Arbeiterdichter selbst sprechen läßt, gewinnt seine Darstellung lebendige Anschaulich­keit. Aus den Randbemerkungen sei besonders ein farbig geschriebener und scharfe Beobachtungen verratender amerikanischer Reifebrief eines jungen deutschen Kaufmanns hervorgehoben.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Isr.ReligivnSgemelndr. ^ott?3X. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, den 26. März 1927. Vorabd. 6.30, morgens: 9.00 Abends 6.55 und 7.35.

Gottesdienst der isr. VeligionSgese^schaft Sabbatfeier, den 26. März 1927. Freitag abend 6 20, Samstag vormittag 8.30. nachm. 3.30, Sabbat­ausgang 7.35, Wochengottesdienst: morgens 6.45, abends 6.00.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus der .Radio-Umschau".)

Freitag, 25. März:

1 bis 2 Uhr: Neue Schallplatten. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Haus- frauen-Nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lese- stunde 6.15 bis 6.45 Uhr: Vortragszyklus der In- dustrie- und Handelskammer Frankfurt a.M.-Hanau: Die Berforgung Deutschlands mit Getreide". 6.45 bis 7.15 Uhr: Tarifoertragsrecht", Vortrag von Magistratsrat Dr. Michel. 7.15 bis 7.45 Uhr: Steno graphischer Fortbildungskurs^-für Anfänger und Fortgeschrittene. 7.45 bis 8.<>5 Uhr: Zwanzig Mi nuten Umschau in Wissenschaft v;* Technik. 8.05 bis 8.15 Uhr: Film-Wochenschau 8.15 bis 9.15 Uhr: Cello-Konzert. 9.15 bis 10.15 Uhr:Das deutsche Volkslied".

i'i »I'JJILI mi iihii rrr«,» nww vergangene Tage. Sie kam leichter darüber hinweg, als sie gefürchtet hatte.

In der Flucht der oberen Zimmer herrschte tiefes, tiefstes Schweigen. Die Herrin schlief. Es war nur eine Nachmittagssiesta, aber immerhin Grund genug für die Dienerschaft, jedes überflüssige Geräusch zu meiden.

Nur in einem großen, vom Tageslicht matt erhellten Raum, der nach dcm Park zu ging und früher wohl als Garderobe gedient hatte, herrschte rege Tätigkeit. Nella hatte dieses Zimmer speziell als Wohn- und Schlasgemach für Annemarie ge­wünscht, weil es ihrem Wohnzimmer am nächsten lag. Außerdem war es im Sommer vor der gjell ften Sonnenhitze geschützt und gewährte einen Herr lichen Ausblick au^den alten Park. Denn die Kleine am Morgen die izenftcr öffnete, Ästmte sie sich die Lungen voll köstlichsten Tannenduftcs ansaugen.

Zwei Mädchen in weißen Schürzen, über welche sie solche in Blaudruck gebunden Hatto, waren bc schästigt, die riesigen, wurmstichigen Schränke zu leeren, die wohl seit Jahrzehnten nicht von ihrem Platze gerückt worden waren. Zwischen all dem Kram von Papier, alten, zerschlissenen Gewändern, von Motten zerfressenen Umhängen und tausend an­deren wertlosen Dingen saß die kleine Annemarie wie eine Königin erhöht und hielt Umschau, ob sich dies ober jenes nicht noch für spezielle Privatzwecke würde verwerten lasten. Es gab da hin und wieder herrliche Seidenreste, die kaum einen Riß aufwiesen und sich Au Puppenkleidem, Häubchen unb Hüten eigneten. Annemarie hatte ja eine ganze Kinderstube voll blond- und braungelockter, heißgeliebter Mä­dels. unter denen sogar ein Negerbaby saß dessen Blöße man unbedingt decken mußte. Dmn Io wie es war. konnte man es nicht einmal Tante Elisabeth, viel weniger dem Onkel Doktor zeigen. Ein ganzer Berg voll solch nichtigen Dingen, die nur ein Kinder- her; so in Entzücken versetzen können, lag schon vor der Kleinen aufgestapelt, und wenn eines der Möd chen ihr wieder etwas von dem Kram zuwarf, jubelte sie jedesmal ein überschwenglichesDanke"

Guck mal. Annemarie, welch schöner Junge!" sagte die Blonde und ließ ein Lichtbild zu dem Kinde hitiüberslattern.

Ach. Trude, wie hübsch! Wie der Prinz in meinem Märchenbuch. Wer ist es denn?"

fTrortlemmp folgt >