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Nr. 70 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag, 24. März (027

Oberhessen.

9'~ Landkreis Vietze«

d Heuchelheim. 23. TUn. Der ® e - sangverein .Germania" hielt dieser Tage in der Turnhalle einen Konzert- und Theater­abend ab. Unter Leitung des Dirigenten Änob wurden die Ehör« recht ansprechend zu Gehör gebracht. Der Schwank .Im weihen Röffel" wurde von M.lglicdern und Damen deS Vereins sehr aut aufgefuhrt luib fand reichen Beifall.

ol Allendorf a. d. L.. 23. Mürz. Bec der letzten Holzversteigerung im hiesigen Gemeinde- wall) wurden u. a. folgende Preise eraidt: Für 50 Eichenwellen wurden 10 b;< 14 Mk. geboten. 50 Kiefern weilen 6 bis 7 Mk., 50 Ficht en Wellen 3 bis 5 Mk.

' Mainzlar, 23. März. Während unsere Gemeinde vor Jahresfrist d»c verhäUniSmähig hohe Zahl von 22 Erwerbslosen hatte, ist sie heute in der glücklichen Lage, kein« Er­werbslosen mehr zu haben. Schon während und nach Beendigung der Hol-Hauerei fanden alle Leute im Betriebe der Firma Scheidhauer & (Scehing wieder volle Beschäftigung. Der letzte Erwerbslose wurde vorige Woche im Steinbruch dieser Firma eingestellt.

t (Brünberg, 23. März. Zu der gestrigen Nugholzoersteigerung in dem hiesigen Stodtwaldc waren auch zahlreiche Gewerbetreibende aus der Umgegend erschienen: die Preise hielten sich in mäßigen Grenzen. Für (kichenschniltholz wurde pro Festmetcr 80 bis 90 Mk. bezahlt. Für Eichen- roerkhoü, 4 Meter lang, 32 Mk., für 1,20 Meter lang, 10 Mk., für Fichtcnderbslangen 7 bis 8 Mk., für Eschenholz 6 Mk. und für Kiefernstammholz da» Festmeter 60 bis 60 Mk., se nach Qualität. Zu der Hauptversammlung des Bienen- zuchtoereins Grünberg und Umgegend hatten sich viele auswärtige Mitglieder cingefunden. Der Dorsitzende Schutz gab einen Rückblick auf dae ver­flossene Bienenjahr 1926, das hoffnungsvoll bc gönnen hatte und schliehlich das schlechteste seit 30 Jahren wurde. Nach dem oorgelegten Nechnungs- bericht wurde dem Rechner EnUastung erteilt. Als erster Vorsitzender wurde wiederum Schütz- Grün­berg, als zeiter Vorsitzender B e r n h a r d - Göbeln­rod, als Schriftführer Iustizinjpektor Hentzen r 0 d e r und als Rechner vbersekretar Rumps ge­wählt.

rl Riederbess ingen, 23. März. Hafer dem hessischen Hauptverein vom Roten Kreuz an- geschlossener Alice-Frauenvcrein, der während deS vergangenen Winters regelmäßige Zusammenlünste in dem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Schulsaal gehabt hat. hielt gestern abend feine Schlußfeier. Rach gemein­samem Gesang erzählte der Ortsgeistliche Pfarrer Schorlemmer von Lich in einem Dortrag von der Arbeit, die seit 72 Jahren unter oft sehr schwierigen Derhültnissen von treuen deutschen Leuten in Palästina in den Anstalten des syri­schen Waisenhauses getrieben wird. Die Mädchen der Gemeinde boten unter der Lntung der Frau Prinzeß Ludwig zu Solms-Hohensolms-' Lich einige wohlgelungene Dorträge und Auf­führungen, die viel Beifall fanden. Da aber Frauenverein den Entschluß gefaßt hat. für wei­tere Ausschmückung unserer Kirche zu sorgen, wurde eine Tellersammlung für diesen Zweck veranstaltet, die über 50 Mk. ergab. (38 besteht die Absicht, dafür im Sommer eine neue Altar­bekleidung anzuschaffen.

Krcib Friedberg.

WSR. F r i e b b c r g, 23. Mürz. Der heutige Schweinemarkt war nur schwach beschickt. Bei flottem Geschäft wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 20 bis 23 M. 6 bU 8 Wochen bis 32 Mk.. schwere Hannoveraner 35 bis 40 Mk |

22 Dad-Rauheim, 24. März. ®ie ®nt- scheidun g in der Bürgermeister- frage wird am morgigen Freitag in einer Stadtverordnetensitzung fallen, die als einzigen Punkt der Tagesordnung »Di« Bürgermeister- Wahl" enthält.

Kreis Schotten.

.=/ Gedern. 22. März. Sin schlimmer Hnglück « sall ereignete sich in dem Stein- bruch deS OrteS Burkhards, infolge Sr- plvfi 0 n von Munition, die von Ar­beitern mitgeführt wurde. Hierbei wurde der Arbeiter Schümm aus Burkhards, der Dater von fünf Kindern ist, derart schwer verletzt, daß ihm ein Bein unterhalb des Kniees a m putiert werden mußte. Schwere Derletzungen am Gesäß und Rücken erlitt ein Steinrichter aus Laibach bei Büdingen Lei htere Derletzungen an Gesicht und Händen erlitten zwei weitere Ar­beiter D'.e beiden Schwerverletzten wurden dem hiesigen Krankenhaus zugesührt. -- Wachtmeister Kinkel von hier konnte dieser Tage in der Rähe des OrteS Glashütten einen Betrüger aus Offenbach a. M. f e st n e h m e n . der unter falschen Vorspiegelungen versucht halte, in Stein- berf und Glashütten ..goldene Hhren" mit Sprungdeckel zum Preise von 30 Mark an den Mann zu bringen. Der Zestgcnommene trug einigegoldene Hhren" mit Sprungdeckel (fog. Reppuhren) undgoldene Ketten" bei sich. Er wurde dem Amtsgericht Ridda zugeführt.

H If a, 22. März. Seit einigen Sagen ist ber Storch wieder da und eifrig dabei, das von den Winterftürmen zerzauste Rest auSzu- befftm. Das Weibchen läßt immer etwas länger auf sich warten

U I f a, 23. März. Die hiesige Molkerei­genossenschaft, die auch verschiedene Orte der Umgebung umspannt, hielt dieser Tag« eine Gen e -

Die Ferngasversorgung.

Don August St«ding. Direktor des städtischen Gaswerkes in Gießen.*)

Bei einem vollständigen Fernbezug kommt aber di« Kokserzeugung im stadteigenen Werk in Fortfall. Die auf GaskokShetzung eingestellten öffentlichen und privaten Gebäude sind bann auf Zechenkoks angewiesen, der wie auch in Dießen von dem HriZiachverständigen Prose ior ®berk- Darmstadt festgestellt wurde, bedeutend teuerer Im Brande ist, als GaSkoks. Dinge die Stadt Gießen zum GaSsernbezuge über, so hätte sie für die Schulen städtischen Gebäude und für das Theater nach überschläglicher Berechnung etwa 10 000 Mk. jährlich mehr für Zechenkoks auSzu- geben, als beim Gaskoksbezug. Das hiesig« Gas­werk bringt im Jahre insgesamt 5203 Tonnen Gaskoks zum Berkaus: muß diese Menge durch Zechenkoks ersetzt werden, so besteht für die jetzi­gen GaSkoksbezieher eine Mehrausgabe von rund 50 000 Mk. Meines Erachtens besteht daS Haupt­ziel der A. G. Ä. mit darin, die Konkurrenz des billigen Gaskoffes. der. wie von Effen auS ver­leumderisch verbreitet wird, wegen seiner schlech­ten Qualität nur schwer absatzfähig sein soll, auszuschalten, um sich in bezug auf die Preis­bildung des Zechenkokses ein Monopol zu schaffen. GaskokS hat hierorts eine ausgedehnte Heroen* düng gesunden, denn bereits vor Eintritt deS jetzigen Winters mußte er rationiert werden. Die Koksqualität hängt nur von der zur Verwendung kommenden Kohle ab; die Gaswerke könnten ein dem Zechenkoks gleichwertiges Produkt Herstellen, wenn ihnen seitens deS Ruhrkohlensyndikats die gleichen Kohlensorten zur Derfügung gestellt wür­den. wie die Kokereien erhalten.

Ein Beschluß. Ferngas zu beziehen, ist ferner gleichbedeutend mit dem Beschluß, die ansehnliche Zahl der ArbeitSloien noch weiter zu erhöhen. 3n Gießen würden 38 Arbeiter brotlos, die in den anderen städtischen Betrieben wohl kaum unter­gebracht werden könnten und wofür die Stadt nach den geschlichen 'Bestimmungen 3930 Mk. C.worbs- losen-Fürsorgekosten im Jahr beizulrage.i hüt e. Ein Teil der brotlos werdenden GaSarbeiter hat aber Anspruch auf Ruhelohn, wofür das Gas­werk auf kommen muß. Rach einer von einer andern Stadt aufgestellten Berechnung ist der zu zahlende Ruhelohn umgerechnet für 1 Kbm. Gas mit nahezu 1 Pf. festgestellt. Aus den vorliegenden wenigen Zahlen geht hervor, daß das Ferngas sich nicht billiger als das Eigengas stellen wird, und daher werden sich die meisten der gaSerzeu- genden Städte wohl schwer entschließen, ihre Gas­werke stillzulegen und zum Bezüge von Ferngas übemigeßen. wenn der Preis des letzteren nicht herabgesetzt wird. Eine Anzahl von Stad'.en im Ruhrbezirk (Krefeld, Düsseldorf. Duisburg) haben trotz des billigen FerngaspreifeZ sich nicht ent­schließen können. Anschluß an die vorhandene Ruhrfernversorgung zu nehmen, sondern sie be­halten nach wie vor die Eigenerzeugung bei und haben noch vor kurzem unter Auswendung großer Mittel ihre Werke neu ausgebaut. Hnd ebenso nachdenllich muß es stimmen, wenn wiederum andere Städte (Bochum, Recklinghausen), die für Zechengas die denkbar günstigste Lage haben, neuerdings sich mit dem Gedanken tragen, an Stell? von Ferngas wieder zur Eigenerzeugung zurückzukehren.

Durch den Dau der Fernleitungen wird manche Industrie, namentlich die Röhrenindustrie, eine Belebung erfahren; inwieweit sich diese jedoch aut die schon bestehende Arbeitslosigkeit au8- wirkt. läßt sich schwer Voraussagen. Daß aber bei dem heutigen Prinzip der Fließarbeit eine wesent­liche Erleichterung des Arbeitsmarktes erwartet werden kann, muß bezweifelt werden. Dagegen steht fest, daß es sich in dem einen Fall nur um eine vorübergehende Belebung, im andern Falle dagegen um eine endgültige Maßnahme srriwcr- denden Arbeitskräften gegenüber handelt, von denen man nicht weiß, wie lange sie auf den Schultern der Allgemeinheit lasten. Durch den Fortfall der Kohlentransporte und den dadurch bedingten Einnahmeausfall der Reichsbahn, die der Träger der Reparationen ist, wird diese er­heblich geschädigt. Es ist daher wohl denkbar, daß

) Dgl. 9k. 6R desGießener Anzeigers" 00m 22. März 1927.

dieser Ginnaßmeausfall durch Steuern für di« Benutzung der Straßen zur Rohrverlegung oder durch sonstige Abgaben ersetzt werden muß.

Don sehr großer Bedeutung für d.e Städte ist die Frage der Sicherung der Daslieferuag. Durch die vorgesehene Stern- und Ringleitung, auf die ich nachher noch zu sprechen komm«, und den Anschluß sämtlicher Kohlenreviere an das Fernnctz. durch Errichtung von Stützpunkten ist m. E. eine Gewähr für eine fortlaufende Gas­lieferung vorhanden, wenn auch ans irgendeinem Grunde die GaSliefcrung in einem Kohlenreviere stocken sollte An die Stillegung wirtschaftlich arbeitender Gaswerke feil nach den Ausführungen der A. G. K. vorläufig nicht gedacht werden, die Fernversorgung will nur den Dasbedari über­nehmen. den die verbleibenden Gaswerke nicht mehr erzeugen Bnnen. sowie für Gemeinden, die heute noch keine Gaswerke besitzen oder die Gas beziehen. Die A. D. K. verspricht, um ihre Pläne schmackhafter zu gestalten, mit Ferngas die bis jetzt überhaupt noch nicht mit GaS versorgten Gebiete zu erschließen. Ser. Dasfachlcuten ist ge­nügend bekannt, welche Schwierigkeiten sich solchen Grschließungsversuchen schon allein durch die ver- hältnismäßig hohen Rohrleitungskosten entgegen- stellen. An der GaSbelleferung der Industrie sollen die Kommunen aber auSgeschaltet wer­den. weil die A. G. K. mit biefen, Unternehmun­gen selbst direkt Lieferungsverträge abschliesten will. Rur der Kleinverkauf deS GaseS. der natür­lich mit hohen Hnkosten verbunden ist. soll den Kommunen verbleiben.

Wenn man aber hört, daß die A. G. K. den beteiligten Zechen ober Kokereien die Derpflich- tung auferlegt hat. für die Dauer ihrer Eigen- schalt als Aktionäre der A G. K. keine Werke zu betreiben, die brennbares Gas an Dritte ab­geben. noch derartige Werke ohne Zustimmung einer Dreiviertelmehrheit der Aktionäre Mit Brennstoffen zu beliefern, noch sich in irgendeiner Form zu beteiligen, so muß unwillkürlich die .Frage aufgeworfen werden, sind mit derartigen Werken vielleicht die Gaswerke gemeint, die keinen Anschluß an die Ruhrfernversorgung nehmen wollen? Sollen diese Gaswerke etwa keine Koh­len oder Kohlen minderer Qualität erhalten?

Die Dessauer Gasgcselllchaft. die In Thü­ringen und in der Provinz Sachsen eine Anzahl Gaswerke betreibt, hat schon Keile getrieben, in­dem sie sich durch den Erwerb der Zeche West­falen gedeckt hat; diese Zeche wollte ursprünglich in Schierstein a. DH. eine Kokerei errichten und den Dolksstaat Hessen und die rhein-mainischen Städte mit Gas versorgen. Ferner ist di« Dessauer Gasgesellschaft mit der in Gründung begriffenen BraunkohlengaSversoram'.gs-Akt.-Gef.. an der di« Braunkohlenwerke Ricbeck - Montan - Akt.-Ges. (Chemielrust). der D E. G.-Konzern für die Lev- poldgrube. sowie die Werschen-Weißenlelser Braunkohlenwerke-Alt.-Ges. beteiligt sind, in Ver­bindung getreten, um das Schwelgas zur Verlor* qung der mitteldeutschen Städte und auch zur Mitversorgung der Stadt Berlin zu verwenden. Der hessische Staat will in Gemeinschaft mit der Frankfurter GaSgesellschaft aus den in unserer Rähe liegenden Braunkohlengruben Wöllersheim und Friedrich Großschwelwerke errichten, die daS ansallende GaS den Rachbargemeinden billigst zusühren wollen. Auch leitens einiger Großstädte wird vorgegangen: sie wollen ihre Steinkohlen­gaswerke qt.'ßtu^g ausbauen und modernisieren, so daß diese sich von Kokereien noch kaum unter­scheiden. Die Monopolisierungsbestrebungen der A. G. K. erhalten somit eine notwendige und fühl­bare Dämpfung. Wie sehr Zweifel gegenüber dem Duhrzechenprvjekt angebracht ist. zeigen dieWand- Inngen. die eS schon durchgemacht hat. Hriprüng- lich sollte ganz Deutschland pon der Ruhr aus mit Gas versorgt und sämtliche Gaswerke still­gelegt werden. Rach den neuesten Ausführungen der A. G. K. sind die Ruhrzechen jetzt bereit, sich mit den übrigen Steinkohlenrevieren in das Ge­schäft zu teilen und auch die Ansvrüche derDraun- kohlenwerke zu berücksichtigen, sowie in das De- stchenlasien einer Anzahl Groß-GaSwerke einzu- willigen. «Schluß folgt.)

ralvers ammlung ob, die einen stürmischen Verlauf nahm. Während in früheren Zähren trotz hoher 'Abschreibungen ein erheblicher Reingewinn erzielt werden konnte, verringerte sich jetzt von Jahr zu Jahr der lleberschuß, wiewohl die gezahlten Milchpreise unter denen der benachbarten Molke­reien lagen. Es wurden schwer« Beschuldigungen gegen einzelne Personen erhoben, die in der Mol­kerei beschäftigt sind. Sollten sich die Anklagen be- (tätigen, io dürste sich das Gericht bald mit der ganzen Angelegenheit befassen. Auch dem Vorstände wurde der Vorwurf nicht erspart, daß er «s an wirk­samer Kontrolle habe fehlen lasten. Die General­versammlung ging erregt auseinander, ohne daß irgendwelche Beschlüste gefaßt werden konnten. Eine neue Versammlung, die bald cinberufcn werden soll, dürste zur Klärung der ganzen Angelegenheit bei­tragen und die erregten Gemüter der Genosten be­ruhigen.

T Aus dem Reddatal, 22. März. Seit der Massen Vertilgung des Maul­wurfs in der Inflationszeit macht sich in diesem Frühjahr zum erstenmal wieder ein überaus starkes AuftrcLcn dieses Tieres auf dcm Diesen bemerkbar. Sogar auf nassen Wiesen, die im allgemeinen nicht von dem Maulwurf bevor-

zugt werden, reiht sich Erdhaufen an Erdhaufen, so daß Grasausfall zu befürchten ist. Einige Ge­meinden haben bereits mit der Dertilgung be­gonnen. indem sie Prämien für jedes cinge'i-eferte Tier aussetzten.

flreie Alsfeld.

0-* Alsfeld, 23. Mörz. Aus der Stadt- 0 0 r ft a n b 511 B u n g. Entsprechend dem Dorschlag der Vanbroirt(d)aftofonunii[ion wurde der Vertrag mit der Genossenschastsichaferei um ein weiteres Jahr verlängert. Für die der Genostenschafl über­laßenen Wege unb Triften wirb dieselbe Pacht mit 300 Mk., wie für bas Jahr 1026, festgesetzt. Für ein Darlehen der Vcichspoftoerwaltuna an den Obcrpostsekretör H. in Höbe von 4500 Mk. zwecks Erbauung eines Wohnhauses wird die Bürgschaft bis zur Eintragung der Hypothek auf den zu ereich tenben Neubau übernommen. Die Grbarbeiten für bie Badeanstalt haben sich in unerwarteter Weise baburd) schwieriger gestaltet, baß man in dem (Be­laube aus große Steinmengen gefloßen ist. Es wirb daher ben Unternehmern für bas unvorhergesehene Herausbrechen der Steine, etwa 500 Kubikmeter, ein Zuschlag non 1500 Mk. bewilligt. Die Der- gnügungifkucr für bas Alsfelder Lichtspieltheater wird auf Vorschlag des Vorsitzenden unter Auf­

hebung bc» früheren Beschlusses mit Wirkung vorn 1. April 1927 1927 ad nach den Sätzen der 23er- gnügunassteuerordnung für bie Stadt Alsfeld er­hoben, v. b. 16.67 Proz. de» Entgelt». Die seither SDäbrte Ermäßigung axrb dadurch aufgehoben.

r Vorsitzende begründet diese Maßnahme mit dem am 1. April 1927 zu erwartenden wesentlichen Aus­fall an den Keichssteuern. Für die Faselhaltung wurde der Ankauf eine» Simmentaler Bullen von ttcinrich Rahn in Angersdach jum Preise von 7*5 Mk genehmigt. Vermiedene kleinere Vorlagen wurden entsprechend den Kommisston»beschlüst«n er­ledigt.

-er. Homberg a d O.. 23 März. 3n her vorigen Woche hatten Rohlinge in der Rähe des OberbörnchcnS 15 junge Ob fi bäume stark beschädigt. Deren Besitzer, darunter auch die Stadt, fetzten für die Ormittlung der Täter 30 Mark Belohnung aus. falls die Burschen ae- richt!ich belangt werden könnten. Die üblen Pa­trone wurden von unseren Wachtmeistern fest- gestellt. Sin Geständnis liegt bereits vor.

-er 2 jeder-Ofleiden. 23. März Zur Zeit ist man mit der Erbauung eines neuen Stückes derKreisstraße. vom Rieder-Ofleide- ner Basaltwerk an nach Ober-Osleiden zu, be­schäftigt. Der neue Straßenteil wird von don zuerst gerade writergeführt. um dann in einem Bogen die alte KreiSstraße wieder au erreichen Hm die Gleisanlage am Basaltwerk sonsührru au können war der erwähnte Straßenumbau dringend notwendig.

Starkenburg.

* Darmstadt, 23. März. Der Oberbürger­meister der Stadt Darmstadt weist in dem Vor­anschlag der Stadt für 1927 auf die schwierige Lage hin, in der sich die Finanzen fast aller Städte feit den letzten Fahren befinden. Der Haushaltsplan der Stadt Darmstadt für 1927 fei von den beiden Dorjahren abhängig, die mit Fehlbeträgen abfchlofsen. Das Äahr 1927 zeige leider leine Dosierung es bringe Ein- nahmeentziehungen und Mehrbelastungen. Die Kosten der Armenlasten feien seit 1913 um daS elffache gestiegen; sie belirien sich jetzt auf 3330 003 Rm. Mehr als ein Achtel der Bevölkerung würde unterstützt. ")ic Gesamtausgaben für Wohlfabrts- und Gesundheitspflege wären für diese- Äahr auf 4 388150 Rm. berechnet worden. Darmstadt habe fast die gleiche Zahl von Kleinrentnern wie Frankfurt. 3n den beiden letzten Voranschlags- jähren fei der Betrag für daS Landestheater um 200 000 Mk. erhöht worden Der Wegfall der Getränkefteuer nehme der Stadt eine Einnahme von rund 253 000 Mk. Die Verwaltungen der süddeutschen Städte feien übereingefommen, die WoblfahriSeinrichtungen einzuschlänken. Der er­rechnete Fehlbetrag des BoranfchlagS betrage 3 Millionen Mk. Durch Erhöhung des Schul­geldes für Auswärtige. Verminderung fachlicher Ausgaben. Einführung von Gebühren für Müll abfuhr, Straßenreinigung und Konalbenutzuna usw. konnten Ersparungen erzielt werden, so ban der rechnungsmäßige Fehlbetrag um 1», Mill Mk. verringert werden konnte. - 3n Viernheim hat vorgestern im Verlauf von Erbschaft-streitig' ketten der 28jährige Georg Martin seinem 32jährigen Bruder Ferdinand die Kehl« durchschnitten, so daß dieser starb.

WSR. Darmstadt. 23. MärA. Finanz- rmnifter Henrich hat soeben im Glnvernehmen mit dem 3nnenminifter der Hessischen Eisenbahn- A.-G die Erlaubnis erteilt. Vermessungen und Vorarbeiten für den Bau einer elektri­schen Straßenbahn von Darmstadt über Rieder- und Ober-Ramstadt. Rieder- und Obcr-Modau, Gadernheim nach Lindenfels- Fürth im Odenwald auSsühren zu kaffen.

Rheinhessen.

D2R. Mainz. 23. März. D.e Stadtver­ordnetenversammlung hat den Beigeordneten Geh. Sanffütsrat Dr. Heinrich Ludwig Müller an­läßlich seines heutigen 80. Geburtstages In dank­barer Anerkennung der Verdienste, die er sich in einer mehr als 40jährigen ehrenamtlichei« Täsigkeit als Stadtverordneter und Beigeordneter der Stadt Mainz um daS städtische Gemein- wesen erworben hat. das Ehrenbürger- recht der Stadt Mainz »erließen.

WSR. Alzey. 23. März. 3m sogenannten Dreigemeindewald wurde, an einem Baum hän- atro die L e . che eines Mannes f unben, die schon seit Mitte deS vorigen 3aßre$ dort hängen muß und beinahe bis auf das Skelett verwest war. Die gerichtliche Hnter- suchung über die Person deS mutmaßlichen Selbst­mörders ist eingebettet

Eingesandt.

< Für Form und 3nbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel üoemimmt die Redaktion dem Publikum gegen ":b (ei- rVrmi -i tng.)

Die Bäume im früheren Garnifonlazarell.

Die wenigen herrlichen. Im Sommer schönen Schatten spendenden Bäume vor dem füßeren Militärlazarett in der Braugaffe scheinen bei der Baubureaukratie in Hngnade gefallen zu sein, nachdem prächtige Baumriesen bereits, um den geschmacklo'en Reubau noch unerträglicher erscheinen zu lassen, verschwunden sind. Es wird schwer an der Riederlegung dieser Bäume ge­arbeitet. Oder sollten die Todgeweihten dem neuen forstwirtschaftlichen Institut im Wege stehen damit das Grün aus bem Stadtinnern verschwindet? Gibt es keinen Schutz für schöne alte Bäume? M.

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