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6in weiteres Hemmnis, dem ich hm und wieder begegnet Lh, ist wirtschastspsychologischer Art. Die Lüosee ist die Heimat und das Hauptgebier einer besonderen Romantik, die sich aus lite­rarisch - ästhetischen und trivialeren, z. T. ins Grvb-A^e.:teuerliche übergehenden Eedanken- gängeu zusammensetzt und deren Wurzeln sich bi3 in die Aufklärungsperiyde zurückverfolgen lassen. Run, mit der Südseeromantik hat da- seine Richtigkeit. Ich will seststellen, daß die Ro­mantik eine unzertrennliche Begleiterin der ko­lonialen Bewegung an sich ist. Der koloniale Tri b erwächst aus verschiedenartig abgetönten, vo.i.lschei, wi.tschafllichen und sozialen Motiven, denen aber allen eins gemeinschaftlich ist.- der Wunsch nach einer andern Umwelt, nach einer Milieuveränderung.

Lis romantische Denkweise hat also den ko- loi ialen Unternehmungen grobe D enste geleistet, und sie kann große materielle Erfolge buchen. Dos hat sich auch an unfern Südsee'olonien erwie'en. Diese sind das Gebiet gewesen, wo sich die deutsche Kolonialwirtschaft am erfolgreich­st e n betätigte und wo die rentabelsten Unter­nehmungen arb.iteten. 3dj will, ohne mit Zahlen und Ziffern zu behelligen, nur folgendes an- führen: Sic Haup erzrugnisse der Südseekolonien sind Kopra, Kakao, Kautschuk und Phosphate. Außerdem sind in dem noch wert-, bekannten Innern Reuguineas mit Sicher­heit bedeutende.Bodenschätze, namentlich Kohlen und Metalle, vorhanden. Kopra, das in Streifen geschi i tcne und gedörr e Fruchtfleisch der Kokos- nutz, ist einer der wichtigsten Rohstosse für die Fe.t- und Cea chustrie. Es steht wissenschaftlich fest, daß die Kolospalme, nebenbei eines der nützlichsten Gewächse, die es gibt, auf den Süd- feciaseln, und zwar sowohl in dem sandigen Ko- rallenkalk der Atolle, wie in den vulkanischen Humusböden der hohen Inseln die denkbar besten Wachstumsbedingungen findet und die reichen Erträge, wie sonst nirgendwo, ohne sonderliche Pflege liefert. Sie wird teils von den Ein­geborenen, teils rationell-wirtscho't.ich von Euro­päern angcbaut. Die Pflanzungen drei.e.en sich dauernd aus, Jahr für Jahr traten wachsende Bestände in das Alter dec Tragfähigkeit, und es lief) sich berechnen, daß Deutschland binnen weni­gen Jahren seinen oe«'amten Bedarf an Kopra iiuä fei. ca Südseekolonien hatte decken können, und in dem Bezug von Phosphaten, die in reichen Lagern aus einigen Inseln des Reu- gui '.ea-Schuhgeöiets auftehen und für die Land- wirtschaft unen.behrlich sind, hätte sich Deutsch­land jede.züt vom Ausland unabhängig machen können. - -Hebet die Bedeutung des Kakaos für Li? Bolksernährung und von Kautschuk für die moderne Industrie ist kein Wort zu ver­lieren.

Dazu muß aber noch erwähnt werden, daß die finanzielle Lage der Südseeiolonien eine hervorragend günstige war. S.e waren schon früh und leicht befriedet worden. Kostspielige Kolonialkriege hatte es nicht gegeben. Samoa, das überhaupt ohne Schuhtruppe regiert wurde, hatte schon geraume Zeit vor dem Kriege end- gül.ig aus Zuschüsse vom Reich verzichten können, und bezüglich Neuguineas war dieses Ziel in absehbarer Zeit zu erhoffen. Das alte kolonial- verdros ene Schlagwort, daß die Kolonien nur Geld kosteten und nichts einbrächten, war also nirgends unangebrachter als in der Südsee.

Zum Schluß muß ich noch an den Kampier von Behauptungen, Zeitungsartikeln und diplo­matischen Roten anlnüpsen, der unter dem Rainen derKolonialen S ch u l d l ü g e" zusammen- gefaßt wird und dessen Haltlosigkeit und Un- wahrhastigleit in der Südsee ganz besonders kraß in Erscheinung tritt. Die fremden Kolonial­nationen haben dort stellenweise ein sörmliches Ausrottungssystem unter den Eingebore­nen getrieben und im übr g?n so rücksichtslos ge- wirtschaftet, daß ein ge dieser noch unberührten, toc. i] seuchc.esten Dölierscha.ten bereits gänzlich ausgestorben und andere Dem Aussterben nahe -.sind. DaS ist der sogenannte Bölcertod in der ^Südsee. ein geschich l ches Ereignis, das haupt­sächlich der englischen Kolon sation zur Last fäll'. In meinem kürzlich ersch enenen Buche 'Erinnerungen an Samoa" habe ich die wcsent- lichstcn Tatsachen und Daten darüber zusammen­gestellt, säst ausschließlich nach engl sch.n Quellen, und ich kann mich hier nicht weiter in den wenig erfreulichen Einzelheiten ergehen.

Dagegen hat die pflegliche deutsche Ko- lonialverwaltung den von ihr in der Südsee übernvm e..cn B?völk?rungsb?stand. vornehmlich | durch die humanitäre Tätigieit der Kolonialärzte, | «^arrv.2:j!^:T'g:a^"rri"mm,awaummzwurBraru stündlich, mit Miß Mac Norton) zu tun. Es war Bescheidenheit, Selbstironir, vie l icht auch eine Art von a.ergläubischer Geisterbeschwörung, die ihm feinen Namen eintrug.

MitOld Pcte" konnte man bei jedem Ren­nen Ehre einlegen, und wenn wir keinen be­sonders großartigen Preis davontrugen, so war daran benimmt ein altes Weib oder eine schwarze Katze schuld, die unserem Kapitän am Denn- morgen über den Weg lief. Denn alle rechten Bobsleighfahrer sind abergläubisch. Im übrigen sei nicht vergessen, zu bemerken, daß wir eine violette Sei.:enschärp-' trugen, auf dec gelbgestickt Old Pete" zu lesen stand. Bon mir aus hätte erCienjen aus dem Dusch" heißen sollen, aber das war nun nicht mehr zu ändern. Es lebe unser »Alter Peter".

Robinson Lycett Bentley heißt unser Führer und Steuermann. Er hält sich nur des Bobsleigh­fahrens halber in Sankt Moritz auf und wendet, wie viele Engländer, sein ganzes Interesse aus­schließlich der von ihm erwählten Sportart zu, die er mit fachmännischer, geradezu wissenschaft­licher Gründlichkeit betreibt. 3m Jahre vorher hat er sich nur mit dem kleinen stählernen Ske­leton abgegeben, und nächstes Jahr wird er seine Aufmerlsamkeit allein dem Schlittschuhlauf zu- wenden. Keine schlechte Methode, weil man es auf diese Weise wirklich auf allen Feldern zu etwas bringt. Außerdem ist er noch ein recht guter Violinspieler, bei einem Engländer und vollends gewesenen Offizier sicher etwas ziemlich Seltenes und sehr musikverständig. Das Oss^ierspielen hat ec aufgegeben, weil ihm die Welt zu friedlich geworden ist. und fein Vermögen, wie er sagt zu klein: aber Rahrungsforgen scheint er noch nicht gerade zu haben. Für den »Old Pete" ist er ein großartiger Chef. Wer kennt die Sankt Moriher Bobbahn besser als er? Wer führt den stählernen Flieger schneidiger durch die Kurven? Wer drillt seine Mannschaft mit mehr verbissener Gründlichkeit ein als er? 3n ganz Graubünden, in der ganzen freien Schweiz ist keiner, der ihm da- Wasser reicht. Hell unserem Bentley!

Mac Norton heißt unser Dobmädchen, Ellen Mac Norton. Gibt eS eine bravere Dobdame im

nicht nur erhalten, sondern verschiedentlich sogar noch eine Bevölkerungszunahme zu erzielen ver­mocht. Unter diesen Umständen begreift es sich, dah der Kolonialdeulsche aus der Südsee seine Enteignung und Vertreibung, de die Mandatsmächte auf Grund des Friedensvertra­ges vorgenommen haben, bri völlig unzureichen­der Entschädigung als besonders hart und bitter empfinden muß. Aber die kolon ale Schuldlüge trifft moralisch nicht etwa lediglich nur die Deut­schen, die draußen oder daheim als Beamte, Kaufleute oder Pflanzer kolonial tätig gewesen sind, sondern uns alle, weil sie dem deutschen Volke als solchem den Beruf und Rang eines Kulturvolkes abspricht und darum sollte ihre Bekämpfung allen, ohne Rücksicht aus Partci- stellung, am Herzen liegen. Sanguiniker haben gemeint, daß durch neuerliche unverbindliche Äußerungen englischer Staatsmänner über die Möglichkeit eines Kolonialmandats für Deutsch­land die koloniale Schuldlüge beseitigt worden sei. Politisch beseitigt wird sie aber erst fein, wenn durch eine konkludente Handlung uns wieder eine kolonialpolitische Handlung uns wieder eine kolonialpolitische Betätigung eröffnet wirb.

Wie weit es den Leitern der Geschicke Deutschlands gelingen wird, zu bewirken, daß das uns zugefügte große Unrecht wieder gut gemacht wird, ist heute noch nicht zu Über­sehen. Unsere Aufgabe ist es, die Erinnerung an unfern Kolonialbesitz ohne Unterschied und den kolonialen Gedanken allgemein wach zu erhalten und daraus zu achten, daß die Revisionsbedürf­tigkeit des kolonialen Teils des DerfaUler Frie­dens nicht auf die lange Bank geschoben wird. Wenn die politische Konstellation sich dann so ge­staltet, dah die koloniale Frage aufgerollt wer­den kann, muß sie in vollem Umfange auf der Tagesordnung stehen. Zur Vorbereitung einer Lösung gehört auch ein völliger Abbau der Kriegspsychose, die in Australien und Neu­seeland bei dem durchschnittlich nicht sehr hohen Bildungsgrade der englischen Kolonistenbevölke- rung sehr tiefe Eindrücke hinterlassen hat. Alle Verleumdungen: die uns angehängt wurden, fan­den dort bereitwillig und kritiklos Glauben. Es ist daher besonders zu begrüßen, dah die Welt- umseAelungscxpedition des Grafen Luckner, auch die Südsee aufsuchen und dort in den durch die örtlichen Umstände gebotenen Formen dem Deu.fchtum wieder Eingang zu verschaffen bestrebt sein wird.

Parlamentarisches aus Hessen.

Die Deutschnationale Fraktion hat folgenden Antrag gestellt: Durch Entscheidung des Reichs­gerichts ist § 28 Abs. 2 des Aufwertungs- gesehes dahin ausgelegt worden, dah bei der Aufwertung von Rückwirkungs- v b l a ft e n nicht nur für die Oblast selbst, sondern auch für die persönliche Forderung die Verzinsung erst mit dem Beginn des auf die Eintragung folgenden Kalendervierteliahres be­ginnen soll. Diese Entscheidung bedeutet eine neue empfindliche Schädigung der Gläubiger. Wie uns mitgeteilt wird, sollen bei Grundbuch- ämtetn infolge der dort eingetretenen Heber» lastung noch Anträge unerledigt sein, die be­reits vor einem Jahre und mehr ein­gereicht worden sind. Durch diese Verzögerung wird auch der Beginn der Zinszahlung in den Fällen § 28 Abs. 2 hinausgezögert. Wir beantra­gen einen Beschluß dcS Landtags, der daS Justiz­ministerium ersucht, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Wiedereintragung der soge­nannten Rückwirkungsobkasten zu beschleu­nigen.

Der Minister des Innern legt dem Landtag folgende Regierungsvorlage über die einstweilige Zurverfügungstellung dec im Staatsooranschlag 1927 für D.e Provinzial st raß enverwal- tung vorgesehenen Baukredite vor: Erfah­rungsgemäß ist es wirtschaftlich vorteilhaft, die Materialien für die Strahenunterhaltung be­reits im Winter zu ^stellen und anliefern zu lassen. 3n dieser Zeit sind die Werke noch nicht so mit Aufträgen überhäuft wie im Sommer Äur Zeit des Beginns der Walzarüeiten: weiter sind die Fuhr löhne ganz wesentlich billiger, solange die Feldbestellung noch nicht begonnen hat, und schließlich können beim Brechen und beim Laden der Steine im Winter Erwerbslose In größerem Umfange beschäftig' wurden, während sie im Sommer eher die Möglichkeit zur Beschäf­tigung bei Bestellung der Felder und beim An­ziehen der Bautätigkeit haben. Es soll deshalb

ganzen Engadin? Wie sie in den Kurven auf- jauchzt, wie sie mittut beimBobving" cne two> Ihres, wie ihr sommersprossiges Näs­chen sich bläht und ihre Augen aufleuchten, wenn wir unsere Zeit um eine Sekunde oder auch nur einen Bruchteil davon verbessert haben. Sie ist resolut und weih, was sie will, aber nicht mit jener etwas blaustrümpfigen Tüchtigkeit be» haftet, die ich nach Bentleys ständigemMiß Mac Norton wird..." und »Miß Mac Norton kann.. /' bei ihr anzutreffen gefürchtet hatte. Sie ist keine Ballschönhell und zum Tanzen nicht ganz so gut zu gebrauchen wie auf dein Schlitten, aber als feiner Sportkamerad nicht zu übertreffen: draufgängerisch, tollkühn beinahe, muskelzähe, nicht totzukriegen. Sicher stammt sie aus einer der schottischen Familien, die es sich *um Ruhm anrechnen, daß einige ihrer Ahnen wegen Pferde­diebstahls gehängt worden sind. Es lebe die kleine Mac Norton I

Müller und Myers seien die beiden äußeren Bobgenossen genannt, jener Deutscher, dieser Holländer, Freund von Mein der eine, von Whisky (mit wenig Soda) der andere. Aber dieser Freundschaft können sie wenig frönen, weil Bent­ley scharf auf seine Mannschaft aufpaßt. Myers ist obendrein noch von dem harten Geschick be­troffen, ständig unglücklich verlieht zu sein, aber das ist ein Zustand, den er für fein Wohlbefinden braucht, es wäre eine Katastrophe, wenn er ein­mal in der Liebe Glück hätte. Müller ist unser Breaker", der in der Theorie die Bremse bedient, sie aber tatsächlich nicht ober nur im äußersten Notfall handhaben darf, weil das 50 Franken für Reparatur der sorgfältig geglätteten Bahn tostet. Was ist sonst noch von Müller und Myerd zu sagen? Von ihren privaten Lebensverhält- nissen weih man nicht viel. Kurz und gut: sie lind brave IungenS und gute Genossen auf der weißen - fast hätte ich gesagt: Schlittenstrecke, und damit die ganze Zunft beleidigt: aber ich beeile mich zu berichtigen: der Bobsleigh ist be­kanntlich kein Schlitten, sondern ein Mittelding zwrschen Flugzeug und Automobil. Jawohl!

Man kennt jene trefflichen Filmaufnahmen von Dobsleighrennen, bei denen man eine bergab

den Provinzen für Den vorgenannten Zweck etwa 50 v. H. des nach Artikel 5 Abs. III des Gesetzes über das Straßenwefen in Hessen vom 15. Juli 1S26 zu leistenden Staatszuschusses für 1927 be­reits letzt zur Verfügung gestellt und ausbezahlt werden, sobald sie die Bestellung des Materials aufgegeben und hierher berichtet haben. Ich be­ehre mich, unter Bezugnahme auf Artikel 56 der Verfassung vom 12. Dezember 1919 zu beantra­gen: Der Erste Ausschuß wolle zustimmen, daß soweit die erforderlichen Mittel beschafft werden können die im Staatsvoranschlag für 192? für die Provinzialstraßenverwaltung beantragten K^e dite bis zur Hälfte alsbald verwendet werden können.

Der Finanzminister hat dem Landtag fol­gende Regierungsvorlage zugehen lassen: 3m Hinblick auf die in den nächsten Wochen im D äu­ge w e r b e, namentlich im Weißbindergewerbe, zu erwartende starke Arbeitslosigkeit ist aus Kreisen des Handwlrks angeregt worden, öle Baubehörden möchten hier einschlägige Arbeiten, soweit die Winterszeit ihre Ausführung erlaubt, alsbald in Auftrag geben und aus- führen lassen. Um dieser Anregung nachzukommen, ist beabsichtigt, von den im Staatsvoranschlag 1927 In Aussicht genommenen Bauarbeiten und Herstellungen einen Teil der Arbeiten der lau­fenden Unterhaltung der Staatsgebäude vor­weg äu nehmen. Die Gesamtkosten der laufenden Unterhaltung betragen für 1927 rund 2 085 800 Mar'. Es ist beabsichtigt, aus diesem Betrag 120 000 Mi. im voraus zur Verfügung zu stellen. Der vorgenannte Betrag soll je nach Arbeits- mögllchkeit den einzelnen Hochbauämtern zugeteilt und die Arbeiten ohne Verzug in Angriff ge­nommen werden, um so dem Gewerbe Arbeits­gelegenheit in den Wintermonaten zu schaffen. Die Regierung ersucht daher auf Grund des Ar­tikels 56 der Verfassung den Finanzausschuß, die Zustimmung zur Bereitstellung des Be­trages von 120 000 M k. schon jetzt zu erteilen.

Folgende Regierungsvorlage hat der Staats­präsident dem Landtag unterbreitet: Der Amts­gerichtsrat Schnittspahn in Groß-Umstadt hat gegen den Landtagsabgeordneten Rechts­anwalt und Notar Otto Sturmfels daselbst Strafantrag wegen Beleidigung g-stellt. Letz­terer habe ihn in öffentlicher Gerichts­sitzung wörtlich beleidigt, ihm auch min­destens zweimal Ohrfeigen angeboten. Wegen dec Einzelheiten darf auf die u. R. mit» folgenden Akten (liegen im Lckndtagsamt zur Ein­sicht offen) verwiesen werden. 3ch ersuche ergebenst, gemäß Artikel 37 der Reichsverfassung einen Beschluß des Landtags gefälligst herbeizuführen, ob er die beantragte Strafverfolgung genehmigt.

Das Kote Kreuz im Jahre 1926.

Das Deutsche Rote Kreuz legt soeben seinen neuen 3ahresbericht vor. Die darin enthaltenen Zahlen reden eine nicht zu überhörende Sprache. Auf 7 2 00 Zweigvereinen in allen Teilen deS Reiches erhebt sich der Bau drs Deutschen Roten Kreuzes. 1 1 25000 Mitglieder ge­hören insgesamt diesen Vereinen an. Aus 1000 Einwohner kommen mithin in Deutschland 18, die Mitglieder des Roten Kreuzes sind. Jedem Deutschen ohne Unterschied des Standes, des Bekenntnisses und der Partei ist der Eintritt in die Hilfsorganisation des Roten Kreuzes un­benommen. Nach dem neuen 3ahresbrricht unter­halt das Deutsche Rote Kreuz 304 Anstalten mit 16 000 Krankenbetten und 3563 Pflegekräften. Es unterhält ferner 5e6 Krippen, Kindergärten, Horte ufto. mit 26 825 Plätzen und 1112 Pflege­kräften. Die Zahl der Rotekreuzschwestern beträgt 7211. 3n 2167 Sanitätskolonnen vereinigen sich rund 84 000 Sanitätsmännec: sie und ihre Ein­richtungen sind im Berichtsjahre 443 824inal In Anspruch genommen worden. Das Eisenbahn­unglück bei Seiferöe und die Typhusepidemie in Hannover zeigen, welche Ausgaben hier zu bc- wältigen gewesen sind. Hilfe in jeglicher 21 o t: Krankenpflege, IugendtoohllahctSpflege. Adoptionsvermittlung, Studentenhilfe, Otentner- hilfe, Gesundheitsfürsorge, Erste Hilfe ufto. bil­deten die Jahresarbeit deS Deutschen Roten Kreuzes. Da Millionen Hände sich für sie regten, wird der Segen für unfeee Volkswohlfahrt groß gewesen sein, toenn auch die nüchterne Sachlich­keit des Jahresberichtes nicht davon spricht.

sausende Schneelatoine mit einem dunklen Kern, Wenn s ganz gut geht, auch noch ein nachslattern- des Schalende erfennt. Wie wär's zur Ab­wechslung mit einem Film, der den Gedanken­ablaus bet einer Bobsleighfahrt registriert? Diel Zeit zur Entfaltung von GedankenluxuS hat man zwar nicht, da die ganze lange Strecke in andert­halb bis zwei Minuten durchfahren Ist. Immer­hin, da man die Spintisierzentrale nicht ganz ab­stellen kann: etwas denkt man schon in diesen schönen nervenkitzelnden anderthalb Minuten. Laßt sehen, was dabei herausschaut:

Blöd, tote langsam das anfängt! Saure Arbeit, dieses erste Anstemmen. Ob Muller dabei nickt fein Monokel verliert? Der Affe dort grinst so hämisch! Endlich, jetzt sind wir in Fahrt So. rin in die erste Kurve! Mehr links, mehr links, Captain, wir schteßen ja über die BöschungI Sapristi, wie wir jetzt fliegen! Wir sind doch forsche Kerle. Ob toir wohl unsere Zeit verbessern werden? Sunny Corner! Warum schreit Bentley so? Ah, fein ge­nommen! Aber jetzt Horseshoe Corner! Ich hätte doch vielleicht die Lebensversicherung... Himmel, die EiStoand! Das geht nicht gut, das geht nicht gut, das geht bestimmt nicht gut! Wir kippen!! Nein, für diesmal hätten wir's noch gepackt! Ob toir wohl unsere Zeit... Bentley ist ja heute von einem Leichtsinn... Jetzt schreit auch das Mädel. Sicher aus Er­leichterung. Sv, da wären toir im Auslauf. Die letzte Kurve war ein Kinderspiel. Schau schau, das Gewimmel! Kommen wir nicht glanzend herein? Ob wir Wohl unsere Zeit verbessert haben?

Ergänzend ist zu bemerken, bah aus zarter Rück­sichtnahme auf oen Setzer viele Ausrufezeichen und alle Naturlaute fortgelaffen find. Man denkt nämlich beim Bobsleighfahren mehr in Natur- Iouten und Ausrufezeichen als in Worten.

Kein Zweifel, wir waren wirllich forsche Kerle! Wir hatten unsere Freunde und Freun­dinnen, die 50 Franken und mehr beim Rennen um den Rhätischen Pokal auf uns fetzten und ebensoviel bei dem Spaß verloren. Wir hatten unsere Verehrer und Verehrerinnen, die bei

Oberhessen.

Krcis Kricdberg

Bad-Nauheim. 23. Ian. Der Beginn der in diesem Jahre hier ftattfinbenOen größeren wissenschaftlichen Tagungen wird mit dem 2. all* gemeinen ärztlichen Kongreß f ü r Psychotherapie eröffnet, der in den Tagen von 27. bis 30. April hier abgehalten wird. Den Vorsitz führt Geheimrat Prof. Dc. Sommer (Gießen). Im Vordergrund der Verhandlungen wird das Thema der Psychoanalyse stehen. Be­rufene Forscher, wie Schilder flöten), G o l d- ft e in (Frankfurt a. M), Simmel (Berlin) u. a. werden dazu sprechen. Weitere DerhandlungS- gegenstände sind die Heilpädagogik und die er« perimenrelle Psychologie.

«r Dad - Rauhelm, 23. Ian. Die S ta d t- verordneten bestätigten in ihrer jüng­sten Sitzung die unter Vorbehalt an die städtischen planmäßigen und außerplanmäßigen (Beamten, Ruhegehalts mpfäneec und Hinterblie­benen gezahlte W e i h n acht s b e i h l l f e. dir in den Gruppen 111 für Ledige 3> Wk., für (Beamte mit eigenem Haushalt 50 Mk. betrug und außerdem einen Kinderzuschlag in Höhe von 5 Mk. gewahrte. Beschlossen wurde, daß die De­so l d u n g des im Juni neu zu wählenden Bür­germeisters (wir haben darüber bereits be­richtet) nach der Aelchsbesoldungsordnung erfolgt, und zwar nach Gruppe 12 mit Eintritt in Stufe 6 und mit Ausrückungsmögllchkeit nach" Gruppe 13, Die Bewerber sollen das 45. Lebensjahr nicht überschritten haben und in der ftommunalber- waltung Erfahrung beflben, wie auch Befähigung zum Dichteramt oder höheren Verwaltungsdienst erwünscht ist. Die Stadt erwirbt die Mitglied­schaft beim Verein f ü r das Deutschtum im Auslandc mit einem Jahresbeitrag von 20 Mk. Eine städtische Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges soll am Volkstrauertag (13. März) auf dem neuen Fried­hof stattfinden. Ein besonderer Ausschuß nimmt die Vorbereitung der Feier in die Hand. Dem Stadtverordneten Christian Schäfer, über die Stadt hinaus im hessischen Kriegen, er eins- Wesen sehr bekannt, der 2 5 Jahre ununter­brochen der Gemeindevertretung angehört, wur­den unter allgemeinem Beifall die Glückwünsche der Stadt und des StadtverordnetenkollegiumS durch Bürgermeister Dr. K a v s e r hergebracht. Das hiefiqe Ortskartell der Beamten, in dem über 300 Beamte am Platze organisiert sind, nahm in seiner gestern unter dem Vorsitz' von Lehrer Porth stattgchabten Mitgliederver­sammlung Stellung zu der in Hessen getroffenen Regelung der W e l h n a ch t s b e i h i l f e f ü r die Beamten. 3m Anschluß an das vom Bor- fitzenden erstattete (Referat über die Protestver­sammlung in Darmstadt am 2. Januar sprach die Versammlung die bestimmte Erwartung aus. dah das an einem Teil der hessischen Beamten­schaft offenbar begangene Unrecht wieder gut gemacht werde. Lehrer Porth hielt dann einen sehr gründlichen und lehrreichen Vor­trag über das zeitgemäße ThemaDeamteund Wirtschaft'. Der Redner behandelte die Be­ziehungen deS (Beamten zur Wirtschaft und kam zu dem Schluß, daß sich das Beamtentum aus volkswirtschaftlicher Erkenntnis zufommenschließen müsse, und zwar gewerkschaftlich zum Zweck eines gesicherten Einkommens und genossenschaftlich wegen eines sparsamen Auskommens. Eine ört­liche Sterbekasse der hiesigen Be­amten ist auf Grund eines UmlageversahrenS gegründet worden. Die vorgelegte Satzung wurde genehmigt.

Kreis Bttdingen.

Büdingen, 22. Ian. Dom 26. Januar bi» ö. Februar finden die schon für Dezember v. I. vor­gesehenen Vorführungen des Kreisschulkinos in den fcftglegten Orten statt.

th. Leidhecren, 22. 3c n. Rach D:enk igung der Holchauerarbeiten Im hiesigen Walde beträgt die Zahl der Arbeitslosen in unserer Gemeinde 19 Mann. Ein Teil Der Leute wird nun mit DurchsorstungZarbeiten im Walde beschäftigt, Der andere Tell säubert die sogen. Wingerten von Hecken, Steinen und Geröll, Da die Gemeinde hier eine Pflanzung von Kirschbäumen, 96 Bäume In einer Allee von 6 Reihen, anlegen will.

Kreis Schotten.

------ Gedern, 22. 3an. Der Schulvor­stand beschloß einstimmig, für die Mädchen- fortbildungsschule ab Anfang März den

keiner unserer Uebungssahrten versäumten, am Sunny oder Horfeshoe Cvrner Den »Alten Peter" mit ermunterndem Zuruf zu grüßen. Und wir hatten als Schutzengel, der für uns betete und Portwein und Kaviarschnittchen für und bereit- hielt, die blldhübsche Frau unseres Steuermanns. Evelyn Bentley, die Robinson gegen alle englische Sitte nach jeder Fahrt vor unseren Augen glück­strahlend umarmte, und in die sich der ganze männliche Teil Der Mannschaft pflichtschuldigst verliebte.

2lod) zweiOld Pete"-Verehrer müssen mit Ramen genannt werden, Die Herren Morris Vater und Sohn. Sie pflegten Engländer» typen, wie sie eigentlich nur in alten Kinder- bilderbüchern noch Vorkommen stets am Sunny Corner zu sitzen, gestreift wie zwei Zebras ober kariert wie wandelnde Schach­bretter, stundenlang geduldig wartend, pseifen- bewehrt. Kein Zuschauer kann treuer und lang­mütiger sein als die beiden. Daß sie nicht vor Langeweile gestorben sind, ist einfach ein Wunder, wenn man bedenkt, daß die Bobs in Abständen von mehreren Minuten fahren und oft recht lange Pausen elntreten. Einmal machte und Morris junior, redseliger als sonst, in fünf Worten eine Bemerkung über eine Fahrt des Alten Peter, Morris junior, der an die sechzig 3ahre zählen möchte: worauf sein 80- oder AOjährlger (Batet uns entschuldigend sagte. ,Gr versteht nichts davon, es ist noch zu jung."

An einem Abend übten wir noch in her Dämmerung mit den beiden DlvrriS am Sunny Corner als einsamen Zuschauern. Ein« schon telephonisch nach unten gemeldete letzte Fahrt wurde wegen der hereinbrechmden Dunkelheit und Rachrkälte aufgegeben. Am nächsten Morgen flitzten wir um 9 im ersten Sonnenlicht wieder die weihe Strecke hinunter. Arn Sunny Corner sahen, statuenhaft, einsam wie am Abend vorher, Morris Vater und Sohn.

Gott soll schützen," sagte Müller tief er­schüttert, als wir unten ankamen, »Gott fott schützen, sie haben die ganze Rocht auf und ge-