die
,Tja, Smilie, —
Fünfmal an einem ölüdH'
Tacho.
Llnvorsichtigkeit 314 (393). Verletzt wurden
1063
einer
ins
Slus aller Welt.
Versetzung der Kaiserin Charlotte.
ein doppelter Beinbruch?!"
Born otrzen.
Um eine Frau.
2n einem Hause der Selowersiraße in Berlin spielte sich Sonntag mittag ein Eifersuchtsdrama ab.
ich habe mir überlegt, daß es DaS beste — für meinen Gesundheitszustand ist, wenn Sie für ein paar Wochen zu Ihren Eltern gehen. Packen Sie heute abend noch, damit Sie morgen früh mit dem ersten Zug reisen können, ehe die Grippe bei Ihnen ausbricht!"
So, das war ins Gle s gebracht, setzt schnell zum Stammtisch und Alkohol zugeführt, um den Kampf gegen die Daz.llen in schärfster Form aufzunehmen — — —
Emilie hatte ihre Koffer gepackt, sie in der Wohnung zurechtgeslellt und war gerade im Begriff, wieder nach oben zu gehen, al» c4 heftig klingelte. Ein Wagen stand vor der Haus- türe. aus dem man eben Herrn Dorsorge vorsichtig herauShob. Er hatte sich keineswegs von der Grippe anstecken lassen, er war nur infolge deS etwas überreichlichen Alkoholgenusses beim Gehen etwas unsicher geworden und dadurch eine Treppe heruntergestürzt, wobei er sich daS rechte Bein gebrochen hatte.
«Gut. das) ich noch nicht abgereist bin,“ sagte Emilie, «ich werde Sie bald wieder gesund gepflegt haben!" — «Da ja, bleiben Sie hier, wenn ich doch wochenlang liegen must, ist mir'S egal, ob mit oder ohne Grippe. Autsch!" stöhnt« er dann, «ob die Grippe auch so wch tut wiH
Die unmittelbar nach dem litauischen Umsturz aufgetauchten Hoffnungen, die neuen Machthaber würden den MemellLndern endlich ihr Recht S'en, haben sich leider nicht erfüllt. Ilrsprüng- bestand vielleicht bei S m e t o n a und o l d e m a r a s der Plan, mit Deutschland wieder in ein freundschaftlicheres De hältnis zu treten und infolgedessen auch au der Memel mit den vertragswidrigen Zuständen aufzuräUmen. . 'attische Ungeschicklichkeiten haben aber sehr bald die litauische Regierung wieder in ihre alte Isolierung zurückgeführt, zumal sich auch die R u s - s e n Lurch die Erschießung einiger Kommunisten vor den Kopf gestoßen fühlten. Statt nun zu versuchen, begangene Fehler wieder gut zu machen, ha t die Kownoer Regierung an der Aufrechterhaltung des Kriegszustandes im Memelgebiet fest, unter dessen Schutz die Dergewa'tigung der Meiiellander nach wie vor freien Lauf hat. Als direkte Unsreundlkchkeit auch gegen Deutschland muß die Ernennung LeS Deutschenhe''ers Simonailis zum kommissarischen Landrat des Landkreises Memel aufgeiäßt werden. Am Samstag sollte nun der meme ländische Landtag die Regllrungs- erkiärung des neuen von Kowno aus vertragswidrig eingrf«tzt«n Direktoriums entgegeanehmen. Die Abgeordneten hielten sich jedoch in ihrer groben Mehrzahl der Schung fern, so daß die Regicrungserk'ärung nicht abgegeben werden konnte. Die Antwort darauf war die Auflö- s u n g s des Landtags. Hält Kowno an dieser gegen die Interessen deS Memelgebietes und Damit auch Deutschlands gerichteten Politik fest, dann darf es nicht erwarten, von Deutschland irgendwann und irgendwo einmal Unterstützung zu erhalten.
Wettervoraussage.
Anfänglich ein wenig kälter, dann erneute Tem- peraturzunahnw und Niederschläge (nur teilweise Schnee), meist bedeckt.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 1,2 Grad Celsius, Minimum minus 0,1 Grad Celsius. Niederschlage 0,9 Millimeter. Heutige Morgeutempe- ratur 1 Grad Celsius.
Der Memelländifche Landtag ausgelöst.
Memel, 22. Jan. (WB.) Der Landtag dec '"cemelgebietes ist heute abend von dem litauischen Gouverneur a u f g e l ö st worden. Die Auflösung erfolgte auf Antrag des Direktoriums. Gründe für diese Maßnahme wurden nicht angegeben. Die Auslösung ist erfolgt, obwohl die Mehrheitsparteien des Landtags in der letzten Heit alles versucht haben, um zu einer Verständigung zu gelangen. Ihr Entgegenkommen ging so weit, daß sie bereit gewesen mären, für ein zu wählendes Direktorium wiederum S i m o n a 11 i s als Präsidenten vorzuschlagen, wenn dieser ein Direktorium aus Mitgliedern der Einheitsfront bilden würde. Man würde schließlich sogar von den vier Direktoren einen Sitz den Litauern zugebilllgt haben. Nach dem Memelstatut müssen Neuwahlen innerhalb sechs Wochen vorgenommen werden, und der Landtag muß 15 Tage nach der Wahl zusammentreten
Der 21jährige Arbeiter Daligora verletzte den dort bei seiner Mutter wohnenden 33jährigen Kellner Glaser durch fünf Schüsse schwer. Der Bluttat war eine heftige Aussprache zwischen den beiden, die das gleiche Mädchen heiraten wollten, ooraufgegangen. Waligora flüchtete, wurde aber von der Mutter Glasers bis auf die Straße verfolgt, wo er von Passanten und Schutzpolizisten festgenommen wurde.
„Teufelsaustreibcn" in Frankreich.
Zm 2anuar des vorigen Jahres hatte sich eine Anzahl von Flagellanten, die zum Teil aus der Gegend von Bordeaux kamen, unter der Führung einer Frau Mesmin zusammengetan und dem Pfarrer von Bombon, dem Abbs N o y e r s, einen Besuch abgestattet, um ihm, der nach ihrer Ansicht von einem Teufel besessen war, diesen Teufel au*- xu treiben. Die Flagellanten hatten den Abbs, seine Haushälterin und deren Nichte übel z u gerichtet. Nun fand die Gerichtsverhandlung nach einjähriger Boruntersuchung statt, $u der die zehn Angeklagten, acht Frauen und zwei Männer, nicht erschienen waren. Sie wurden in Abwesenheit zu Strafen von acht bis sechs Monaten Gefängnis verurteilt und ferner dem Abb6 5000 Fr., feiner Haushälterin und deren Nichte je 1000 Franken Schadenersatz zuerkannt.
Selbstmord eines deutschen Malers in Italien.
In Siefoie hat Der deutsche Maler Heinrich Rudolf Decvorner Selbstmord verübt. Der 1864 in Leipzig geborene Maler, der an schwerer Neuralgie litt, stürzte sich in einen Brunnen seiner D.lla.
Einbruch in ein Zollamt.
2n das Hauptzollamt in Boppard wurde nachts eingebrochen und Tabaksteuerbanderolen in größerem Werte gestohlen. Don den Dieben fehlt bislang jede Spur.
Große Lisenerzfnnde in Italien.
Einer Meldung aus Rom zufolge sind reichhal- tige Eisenlager bei Monte Tabura bei Pisa entdeckt worden. Die Untersuchungen und Bohrungen an der jetzigen Fundstelle wurden vor fünf Monaten als aussichtslos aufgegeben. Der Bergwerksinye- nieur della Rosa, der die Arbeiten leitete, der längere Zeit im westfälischen Kohlenbezirk arbeitet uni) Dort in Verbindung mit Stinnes und Krupp stand, hat jedoch die Schürfungen fortgesetzt und den nunmehr bekanntgewordenen Erfolg erzielt.
Unwetter in Süditalien.
Das heftige Untoetter in Süditalien und auf Sizilien Dauert an. Die SchiffsverbinDungen zwischen Italien unD Sizilien sowie mit Tripolis, Malta und Denghasi sind unterbrochen.
Grohfeuer.
Durch Grohfeuer ist in der Rächt vom Samstag auf Sonntag Die Fleischwarenfabrik von Dogt L Wolf A -G .. in GüierS.oh schwer heim- gesucht worden. Dir Fabrikanlagen wurden zur Hälste zerstört, doch wird eS möglich sein, len Betrieb, wenn auch unter erschwerten ilmftä.iDen, aufrecht zu erhallen. Die Feuerwehr konnte erst nach angestrengter neunstündiger Löschtäiigkeit Des Feuers Herr werden.
Das deutsche Forschungsinstitut für Psychiatrie.
Die Rockefeiler st iftu na in Neuyork hat beschlossen, der Deutschen Forichungsanstalt für Psychiatrie zu den im Sommer gespendeten 250 000 Dollar einen weiteren Betrag von 55 000 Dollar zu Dem geplanten Neubau zu geben. Damit sind bis auf einen kleinen Rest die Baukosten gedeckt und die Existenz und weitere Entwicklung der Münchener Anstalt gesichert.
Aus dem Jesuitenorden.
Nach dem neuesten Katalog zählt die Gesellschaft 2esu im ganzen 19 569 Mitglieder, wovon 9262 Priester und 5981 Scholastiker sind. Gegenüber dem 2ahre 1925 hat sich die Mitgliederzahl um 393 vermehrt. General des Ordens ist seit Dem Zähre 1915 Graf Wladimir Ledochowski, Der im Collegium Germanicum in Rom residiert. Der ganze Orden gliedert sich in: die italienische Assistenz mit sechs Provinzen und 1614 Mitgliedern, wovon 749 Priester sind: die deutsche Assistenz mit neun Provinzen und 3684 Mitgliedern, wovon 1730 Priester sind, die französische Assistenz mit vier Provinzen und 2684 Mitaliedern, davon 1695 Priester, die s pa n i s ch e Assistenz mit neun Provinzen und 4708 Mitgliedern, davon 1918 Priester, die englische Assistenz mit fünf Provinzen und 3182 Mitgliedern, davon 1641 Priester, die amerikanische Assistenz mit vier Provinzen und 3418 Mitgliedern, davon 1484 Priester.
Die Unglücksfälle bei der Reichsbahn im Jahre 1926.
Rach der Zusammenstellung rm (Jahresbericht Der Reichsbahn-Gesellschaft ereigneten sich im ganzen 3al)re 1926 — die Ziffern des Borjahres sind in Klammern Daneben gesetzt — 2947 (3086) Unfälle und zwar 470 (415) Entgleisungen, 187 (213) Zusammenstöße xmh 2290 (2458) sonstige Betriebsunfälle. Die Zahl Der getöteten Reisenden betrug 174 (148). Durch eigene Unvorsichtigkeit verunglückten tödlich 93 (118) Reisende. Verletzt wurden insgesamt 1268 (796) Reisende, davon durch eigene Unvorsichtigkeit 317 (359). Von Vahnbedien steten fanden Den Tod 318 (409), davon durch eigene
Gruft.
Klage der Kaiserin Ztta auf Herausgabe des Kronfchahes.
Wie Die Berliner Morgenblätter aus Paris melden, hat das Dortige Gericht Die Klage der früheren Kaiserin Zita gegen Die Gebrüder Bienenfeld in Paris auf Herausgabe des österreichischen Kronscha'-es kostenpflichtig abgewiesen.
Der gefährliche Bkmartffilm.
Die Interalliierte Rheinlandiommission hat den Film -Bismarck", 2. Teil, für das besetzte Gebiet verboten. Den ersten Teil deS Films hat sie bereits im Februar des vorigen Iahves vom besetzten Gebiet ausgeschlossen.
„nimm dir lieber einen Strick."
Der in Ludwigshafen geborene 24 Iahre alte Reichsschiffmatrose Heinrich Bender wollte sich in Germersheim nach Den Verhältnissen bei Der Fremdenlegion erkundigen und allenfalls dort eintreten. In Der französischen Kaserne, wo er zunächst längere Zeit warten mußte, bat er einen deutschsprechenden Soldaten — vermutlich einen Elsässer — offen um Bescheid über Die Verhältnisse in Der FremDenlegion unD wie es Dort zugebe. Der französische SolDat antwortete wörtlich: „Aimm Dir lieber einen Strick und häng dich auf." Rur mit vieler Mühe gelang es Bender, aus Der Kaserne zu entkommen.
Zusammenstoß eines Expreßzuges mit Autobus — 14 Studenten getötet.
3n Roundrock (Texas) raste ein Großauto, das 22 ForststuDenten von einer leichtathletischen Der- anstaltung nach Haufe fahren sollte, mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Expreßzug. Der Autobus wurde mit furchtbarer Gewalt umhergewirbelt und vollkommen zerstört. 14 Studenten wurden auf der Stelle getötet. Der Chauffeur des Wagens hatte infolge des undurchdringlichen Nebels den Expreßzug nicht rechtzeitig gesehen.
Verzweiflungstat eines Vaters.
Ein fünfzigjähriger Kaufmann aus Char- lottenburg zog am Samstag plötzlich während einer Verhandlung auf Dem Finanzamt Reu- kölln einen Revolver und schoß auf feinen elfjährigen Sohn, der ihn begleitet hatte. Der Knabe brach schwer verletzt zusammen Dann richtete der Vater Die Waffe gegen sich selbst, wurde aber von Den Finanzbeamten am Selbstmord verhindert. Der Grund zur Tat ist schwere wirtschaftliche Rotlage.
Gefängnis für eine unmenschlichen Vater.
Honten werden demnächst in Freiheit gesetzt werden. In der ilrteil6begrünDung wird ertiän, dah Garibaldis Teilnahme an dem Komplott nicht erwiesen sei und er deshalb in Diesem Punkte freizusprechen sei. Rizziotti Gari- baldi, Der am Donnerstag Frankreich verlassen muh, will sich unter polizeilicher Begleitung nach Le Havre begeben, um von Dort nach Amerika zu reifen, wo er mit seinem Bruder Peppino Garibaldi, zusammenarbeiten toill. Der Führer Der katalanischen Separatisten, Oberst M a c i a, erklärte Iournalisten, er habe noch keine Entscheidung getroffen. Vermutlich werde er nach Chile oder Kuba übersiedeln.
Uns der provinzialhauptfladf.
Gießen, Den 24. 3anuar 1927.
Was dabei herauskam . • .
Herr Vorsorge sah verstört von Der Zeitung auf, in Die er sich seit einer halben Stunde liebevoll vertieft hatte. Da stand zu lesen: «Es wurde Die Beobachtung gemacht, daß schwächliche Menschen infolge einer durch viele Krankheiten erworbene Immunität weit eher von Der Grippe verschont bleiben, als Menschen. Die immer gesund waren."
Hmmm. das war ja eine üble Geschichte, hatte er deshalb fein ganzes Leben lang ängstlich über seine Gesundheit gewacht, um nun als besonders appetitlicher Brocken den Grippebazillen zu verfallen? Das durfte nicht sein, es mutzte Rüttel und Wege geben, um dieser greulichen Epidemie, Die bald hier, bald Dort abgeleugnet wurde, zu entgehen! Sorgfältig erwog er alle für ihn in Betracht kommenden Vorbeugungs- matzregeln: Hm immer warme Füße zu haben, wird er ab morgen nur noch seine Derben Touristenschuhe tragen und zwei Paar Strümpfe anziehen: den Weg zum Geschäft wird er vorläufig zu Fuh zurücllegen anstatt mit der Straßenbahn, in Der man eher Der Ansteckung aus- gesetzt ist — bitter ist es allerdings, Daß er dazu fast eine halbe Stunde frül>y^ aufstehen muß. aber diese Unbequemlichkeit ist man seiner Gesundheit schuldig. Rauchen hat sich auch als Desinfektionsmittel erwiesen? So, das ist ja famos, jetzt muh er sich also aus Gesundheitsrücksichten täglich einige Zigarren mehr gönnen — damit war sozusagen ein Ausgleich geschaffen für Die verkürzte Rachtruhe. Versammlungen, zu Denen sich Die Menschen Drängten, besuchte er so wie so nie und den Stammtisch — nein. Den brauchte er nicht auf au geb en! Schon ein alte» Wort sagte: .Schnaps ist gut für Die Cholera" unD auch jetzt las man häufig von Der hervorragenden Wirkung des Alkohols als Vorbcu- gungsmittel — es war also geradezu seine Pflicht, am Stammtisch mit seinen Brüdern um die Wette zu trinken!
Hall, er besaß ja auch ein Theaterabonnement! Ei. ei, das war gefährlich, inS Theater zu gehen. Denn solange er Abonnent war, hat er sich um diese Iahreszeit schon immer wütenv Darüber geärgert, Daß Die meisten Besucher anscheinend erlittet waren und mit Riesen unD Husten Die wirkungsvollsten Stellen um ihren Erfolg brachten! Also — kurz entschlossen — er wird daS Abonnement verschenken, und zwar an seine tüchtige Haushälterin Emilie. Aber nein, was war das wieder für eine dämliche Idee, Dann ging Emilie ins Theater, fing Die Bazillen und brachte sie ihm mit nach Hause!! Ach Du liebe Güte, Emilie hatte überhaupt so viele Bekannte, mit Denen sie halb Da, bald dort zusammenkam, sie ging täglich unvorsichtigerweise in Geschäfte, in denen es nur so von Menschen wimmelte--was nützte ihn feine ganze Vor
sicht, wenn ihm Emilie mit seinen Lieblings- geeichten zugleich Grippenbazillen servierte! ?! Dieser Gedanke erregte ihn ungeheuer unD er sann fieberhaft nach einem Ausweg. Endlich kam ihm eine rettende Idee: Er würde Emilie beurlauben und sich eine Zeit lang allein behelfen!
WaS war daS! ? DaS (lang ja gerade, als ob ein Mensch in seiner Rähe niesen würde! Herr Vorsorge stürzte hinaus in die Küche: «Emilie, haben Sie eben niesen müssen!?" — „UnD Wiel
— TageskalenDer für Montag. Licht pielh u , Bah h s ,ratze: .,D sm rck" 2. Tel — Ajtoria-Lichlspiele: «Sumpf und Moral".
— Reichsgründungsseier. Die im Bezirksverband Gießen des Hessischen Vaterländischen Blocks zusammengeschloifenen Verbände laden in unserem heutigen Anzeigenteil zu ihrer Reichsgründungsseier ein. Die Gedenkrede — so schreibt man uns — wird der alsRedner sehr geschätzte Professor V e i d t, früher Pfaroec an der Frankfurter Paulskirche, halten. Den musikalischen Teil hat die Kapelle T o p v übernommen; ein Theaterstück: .Der 18. 3anuar<J wird Der Veranstaltung ein besonderes Gepräge geben.
Am Sainstagoormittag wurden in Brüssel sterblichen Ueberreste der Kaiserin Charlotte von Mexiko nach der Kirche von Laeken übergeführt. Der Trauerseier wohnten die ganze königliche Fa- milie urob zahlreiche Vertreter der Behörden, des Osfizierkorps und von Religionsgekellschasten bei. Sodann erfolgte die Beisetzung in der königlichen
Die Kantoncfen vor Schanghai.
London, 23. Jan. (TU.) Wie aus Schanghai berichtet wird, hat General Sun, der Gouverneur von Schanghai, bei Chekiang eine Niederlage 'durch die kantoneser Truppen erlitten und sich auf . Tunglu zurückgezogen. Die nationalistischen ' Truppen haben die Verbindungen Suns abgeschnit- / ten. Man erwartet das Einrücken der Nationalist Ischen Truppen in Schanghai in etwa drei Wochen. In amllichen englischen Kreisen befürchte man, daß die Ankunft der Kantontruppen Ausschreitungen des Mobs mit sich bringen werde. Wie „Evening Standard" meldet, kam es bereits zu einem Aufruhr, der die Stillegung des Bahnoerkehrs zur Folge hatte. Bei einem Zusammenstoß zwischen chinesischen Aufrührern und Polizisten wurde von den Aufrührern scharf geschossen. Die Polizisten machten von der Waffe keinen Gebrauch, sondern bedienten sich nur der Gummiknüppel. Sie wurden von den freiwil- liaen Organisationen der ausländischen Gemeinschaften unterstützt.
Tschangtsolins Politik.
London, 24. Ian. (W.T.B. Funlspruch.) Der Beherrscher Der Mandschurei. Tschangtsolln erklärte in einer Unterredung Dem Sonderberichterstatter des «Daily Expreß" in Peking, er verfüge übet 1 Million ausgebildeter Mannschaften zum Kampfe gegen Den Bolschewismus und hoffe auf die moralische Unterstützung Großbritanniens und der übrigen Mächte. Großbritannien lege Der CüDregierung zu viel Gewicht bei. Er sagte weiter, er i.m Rorden, habe in jeder Weise danach gestrebt, Ordnung und Frieden aufrechtzuerhalten, und doch hat Großbritannien mir nicht Die geringste Würdigung unserer Haltung zukommen lassen. Großbritannien scheint nur entschlossen zu sein, mit Den störenden Elementen im Süden in Fühlung zu gelangen und mit ihnen ein Kompromiß zu schlichen. Die Lage könnte aber nur durch Waffengewalt geklärt werden. Würden die Mächte die allen Verträge abändern, so würde ihnen das im Süden einen r'«gen Einfluß verleihen.
Anglo-Indische Truppen für China.
Reu Delhi, 24. Ian. (WTB. Funkspruch) Der Vizekönig von Indien teilte in Der gesetzgebenden Versammlung mit, Die Regierung Indiens als Derjenige Teil des Reiches, wo Streitkräfte für Die sofortige Entsendung nach China am schnellsten verfügbar seien, habe zugestimmt, ein indisches Truppenkontingent zur Verfügung zu stellen und mit Der Reichsregierung zusammen zu kämpfen. Die gegen ihren Willen gezwungen worden sei. die Entsendung von Verstärkungen als reine Verreidigungsmaß- nähme zu empfehlen. Drei Kompagnien des indischen Pundschav-Regimercks geben morgen nach Schanghai ab. Die Regierung hat ferner zwei Dampfer für Truppentranspo te von Kalkül.a nach China gechartert. Die 20. Brigade wird bald in Kalkutta eingeschifft werden.
Der Zimmermann Eckbauer in Reuth hatte seinen fünfjährigen außerehelichen Sohn nach feiner Verheiratung mit einer anderen Frau zu sicy ir.: Haus genommen, wo der Junge sowohl von seinem eigenen Vater, als auch von Der Pflegemutter unmenschlich behandelt wurde, so daß die Behörde schließlich das Kind aus dem Haus nahm. Das Landaericht Passau als Berufungsinstanz verurteilte den Vater zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis und die Pflegemutter zu einem Jahr Gefängnis.
Spaltung
der englischen Liberalen?
London, 22. Ian. (WTB) Wie gemeldet wird, ist gegenwärtig eine neue liberale Gruppe im Eni flehen, Deren Präsident Lord Grey sein würde. Sie w rd sich Liberaler Rat nennen unD ein besonderes Hauptquartier haben. Der Liberale Rat w.rd In Der Mehrzahl Mitglieder Der Liberalen Partei umfassen, die mit Lloyd George als Führer nicht einverstanden sind. Seine hervorragendsten Mitglieder werden Maclean, Vivian- Phillipps. Pringle und möglicherweise auch Runcian sein. Sie werden sich nicht von Der offiziellen Liberalen Partei trennen, aber ohne Rücksicht auf die Politik Lloyd Georges handeln.
Das neue Regime in Südtirol.
Bozen, 22.3an. (TU.) Unter dem neuen Pra- fetten Der Provinz Bozen, Ricci, zeigen die ita- lienischen Behörden gegenüber den Deutschen eine größere Toleranz als bisher. Die amtlichen Bekanntmachungen wenden sich nunmehr auch in deutscher Sprache an die Bevölkerung. 3n wirtschafllick)en und in Kirchen- und Schulfragen werden nunmehr auch die deutschen Vertreter gehört. Der neue saszi- stische Sekretär der Provinz, Levoni, erklärte bei einem Empfang der deutschen Presse, die Regierung in Rom lege Wert auf eine aufrichtige Z u - fammenarbeit aller Kräfte. Allerdings müßten die Deutschen anerkennen, daß Südtirol ein untrennbarer Bestandteil Italiens geworden fei.
Gegen die Wohnungsnot.
Eine Kundgebung
des Vereins für WohnungSreforur.
Berlin, 22. Ian. (TLl.) Der deutsche Verein für Wohnungsreform veranstaltete eine KunDgebung zur Frage Der UebertoinDung Der Wohnungsnot, zu Der Vertreter Der Parlamente. Städte, Landkreise und Intevessenvertre- ter erschienen. Der Präsident Des Deutschen unD Preußischen Städtetages, Ministerialdirektor a. D. Mulert bezeichnete Die UebertoinDung Der Wohnungsnot als Das Dringendste innere Zen- tralproblcm und gab seinem Erstaunen Aus- Druck, Daß nicht schon längst mit größerer Energie Darauf hingearbeiiet worden sei. in möglichst kurzer Zeit Der Wohnungsnot Herr zu werden. Bisher habe es an einem wirklich systematischen Vorgehen gefehlt. Es gelte, Wohnungen in einem Umfange zu bauen, Dah Die Wohnungsnot wirklich in wenigen Iahren Der Vergangenheit angehöre. Das sei auch Durchaus möglich. Der Fehlbedarf an Wohnungen. Den man annähernd auf 530 003 bis 600 000 schätzen könne, bestehe gerade in Kleinwohnungen. Der Reubau von etwa 250 000 bis 275 000 Wohnungen werde uns bei einem laufenden Iahresbedarf von etwa 150 000 neuen Wohnungen in längstens fünf Iahren an das Ziel bringen.
** Der Wintersport am gestrigen So n n t a g. Bei dem Berbandsrennen des Skiklubs Sauerland, das gestern in Winterberg stattfand, errang die Gießener Ortsgruppe zwei hervorragende Erfolge. Frl. Jäger gelang es, im Damenlauf den ersten Preis zu erringen, während Baurat Mangold im Langlaus der Altersklasse über 15 Kilometer ebenfalls den ersten Preis mit nach Gießen nahm. Die beiden Siege dürften von der hiesigen Skigemeinde sicherlich mit Genugtuung Aur Kenntnis genommen werden. — Auch im Vogelsberg, insbesondere auf dem Hoherodslopf, herrschte gestern außerordentlich reger wintersportlicher Betrieb. Eine große Schar Skiläufer tummelte sich in der prächtigen Winterlandschaft, außerdem erfreuten sich sehr viele Wanderer an dem herrlichen Bild, das der Wald in seinem Schneelleid bot. Im Oberwald ist infolge des kurzen Tauwetters in den letzten Tagen leider starker Schneebruch zu verzeichnen, der den Waldungen großen Schaden zugefügt hat. Auch in der Ebene, so z. B. in Gießen, setzt» gestern in den späten Nachmittagsstunden leichter Schneefall ein, der aber nicht von Dauer war und In
Bahnbedienstete (1042), Davon Durch eigene Anvorsichtigkeit 972 (939). Die Gesamtzahl der getöteten oder verletzten Personen betrug 3354 (3042). davon Durch eigene Ilnvorsichtigkett 2161 (2349). Die folgenschwersten Hnglücfe waren Der Zusammenstoß auf Dem Bahnhof Wülknitz (Reichsbahndirektion Dresden) am 22. März mit Drei Toten und 11 Verletzten. Der Zusammenstoß auf dem Bahnhof München-Ost am 24. Mai mit 28 Toten und 355 Verletzten, die Entgleisung auf Bahnhof Langenbach (Reichsbahn- Direktion München) am 13. August mit 12 Toten und 76 Verletzten, und Der Bahnfrevel bei Leiferde am 19. August mit 21 Toten und 3 Verletzten. Dadurch hat sich Die Zahl Der verunglückten Reisenden gegen das Vorjahr erhöht. Während die Zusammensti. ße weiter abgenommen haben,weisen die Entgleisuitgen eine Zunahme auf. Trotz dieser unerfreulichen Erscheinungen muß aber festgestellt werden, daß im ganzen b.e* trachtet, die Änsallstatistik auch im Iahre 1926 eine weitere Annäherung der Betriebssicherheit an Den Vorkriegsstand aufweist, sie teilweise sogar überschritten Hal.
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