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177. Mrgang
Srtlfag, 23. vrztmber 1927
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
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Lhelieüaktrnr
Dr. gnebi ITh* Hangt. Deranteorili* ttl Vol.nh Dr gc. ödt>. Van««, »ftr g«viOfton Df tz Ltzyf iot; er *«n übrigen Zeit 6m|t ig*l*ctn; ft, den Än« |nge«lril Mert Ailmann, Werth* 'n ®teN«n
Die Ostfragen.
«nhc»polttjfche Umfchau.
Dem Prof. Dr. Otto Hvetzsch. Md B.
Zwar bat brr neu* "Dericht bet Hcrrn ®tl« bei blc 'Xct>aiatum*ftog< in bei ThikU'un!t gätfUt. aber wir wollen rorerfl noch einmal bei %(Uf nach bei 'Probleme» bet Ostens richten. M ist Irin Zweifel, bap sie erneut m bas Bollen «kommen sind und bas neue Jahr ®u- ropa Ui bei Ostfragen sehr in Atem ^altrn wirb. Aicht Id lehr vielleicht ober hoffentlich nicht an Sinne kriegenfcher Spannung unb Gefahr. wohl ab« in Verhandlungen, die unaemein verwickelt unb ausgreifenb finb und 'chur'fle Aufmerksamkeit von ein« nun wirklich positiv ge- richieten Ostpolitik Deutschlands in jedem Sinne dieses Dones verlangen.
Beginnen wir mit dem weitesten Are le. das heißt mit Aust land. Das Jahr schlietzt mit Stalins «Sieg über die Opposition Das bedeutet im Innen di« Politik »usammen mit den Bauern, unb das bedeut« noch außen ein« reale, ziel« bewußt« Friedens prstitik. Dir übersehen nicht, daß Stalin seiner Partei diese Pol.tik mit Hoffnungen auf in Zukunft entstehende Aus- einonberfetzungen und Srplosionen in der Welt plaulibei gemacht hat. dost « aus di« Spannungen im Kapitalismus d« Delt und auch sür den Fortgang der Weltrevolution hofft. Zunächst ist er entschlossen zu einer rcalpol.tiichen 3rrte- denspolitik. unb er tauscht sich darüber auch nicht, datz diese ihn Imme näher an Europa an den . d. der nun einmal Europa lusammensaht. herbeführen muf); « will bas vielmehr? __
Las «gibt Buhla nbs Mitarbeit in d« Ad- rüstungskonf«enz unb im Sicherhritskomit. e. Dos «gibt weit« sZne Bemühungen, mit Krankveich die Schulden zu ordnen und mit England in ein erträgliches Verhältnis zu kommen. Das «gibt fern« eine Derständigungspolitik mit Polen und den anderen Bandst aalen unb vielldcht auch mit Rumänien. Das erbstnei jene Ausblicke auf ene groh« Aktion zu friedlich« Ordnung In Oft- «uropa. in die auch Buhlanb einbezogen fei und die unter Frankreich» Führung stehen soll. Bennen wir sie nicht Ostlocarnv! Ts dreht sich nicht um die Frage der deutsch-polnischen Grenze. sondern um eine Fried.'nsaktivn größten Stils in Osteuropa übechaupt, die noch todt ovn d« Bollen düng, ab« in der Anlage begriff <m ist. inderBustland willig undP olen bere:. Frankreich führend ist und d« 9 n a • land, ohne sich irgendwie festzulegen, freundlich und sympathisch zufiehi.
In diesem Zulamm nhang ist nun ebig bdtel das polnisch-litauische Verhältnis. Was in Wens Mik geschah, ist nur rin Anfang. D« Kdeaszustand soll aushören. ad« wie « aushdren soll, ist die Staat von Verhandlungen zwischen bdbei S ait.m. Darin stecken vi le Ge- legeiheiien zu Be.bungm Rönnen Polen und Litauen sich wirklich veständ.gen? Aus Wilna will Litauen nicht vernichten, aber eS ist in Polens Hand, und im gtnzen Wilnaaebiet rin- schließlich der S abt. wohnen «g.nübct 80 000 Juden eine halbe Million Polen, eine velel Million Wristrusscn. nicht mehr als rund 50 000 Litauer Je nun. die Frage ist zwar jetzt nicht aufgewvrien. ab« sie b stch:. unb von einen Frieden in Osteuropa wird Irin? Bede fcn. wenn die Wilna- Frage nicht geordnet wird.
In Gens ist aus dem Mund« des polnischen Auhenministers das Dori Memel gefallen. Memel. Mc Fldherei auf dem Fluh ist gleichfalls hier intereffiert. unb Deutschland, ohne dah das angeführt zu werben braucht, erst recht. Auch bener.ic« der nicht ohne weteres die Bo'wenbia- feit po'i'iver deutscher Ostpolitik begreift lieht hier den gegebenen Zwang, dabei au fein unb aufzupa'fen. Dir haben bi« Memel-Frag« mit Litauen zu bereinigen. Zwar ist jetzt das Direktorium gebildri. aber es ist doch all«lr. noch in der Schwebe. XInb Im Jahr« 1928 wirb zum ersten Male Gelegenheit sein, an bi« Revision des Memelstatuts mit seinen vielen lln» Möglichkeiten zu denken Unb Dcutschlanb hat Veranlassung, auch mit Litauen selbst zu sprechen, wirtfchas'.lich unb politisch. Es ist rich.it unb er- frmUich dah bet litauisch« Ministerpräsident zur Fortsetzung dieser V-esprechung«. im Januar nach Berlin tommri wirb. Gr hat seine Stellung in Kowno gefestigt, «r hat andererseits gesehen dah man nicht mit dem Kopf durch die Wand kann, unb Nih die Selbständigkeit Litauens nur zu «halten ist im B ahm en einer sehr klugen litauischen Politck. die weih wo bi« gcgeb«nen Genoffen unb Verbünde«! stehen.
Mit Polen ist Deutschland m ^ndclsver- tragsdriprechungen. t>on denen erwartet wird, dah sie wenigsten, zu einem modus vivendi führen, äuh<rbem hat in ®enr eine erite Berührung jnx fdxn dem deutschen 'äufjenminifter unb dem polnischen Marschall pattgestmden. Polen will iefj »uch eine Tolitif der veritändigung nach alle.", eviten. E» bat Forti chrittc gemacht in feiner ftorjoFO-e« nmg. aber es weih, mit welchen Schwierigkeilen es noch zu lämp;en hat. Es weih zudem, wie Deutschland politisch und wirtschaftlich fein Sertü.f- ms ju Polen ansieht und cnfeh.n muh. Natürlich wünschen nxr einen >7an>d5c:nrag. der einen leb- Polen weiß. wie wir. dah die Sebensbebin» g u n g e n der ostdeutfche n Landwirt- schäft dabei gewahrt bleiben müssen. Natürlich wünschen mir ein politisch gutes Verhältnis »u Polen. Aber Polen weiß wie mir. dah keine deutsche Partei die polnische Destgrenze garonrie- ren wird, wie es Deutschland im Westen mit dem
Deutschland und Bußland in Südchina.
Eigen« Drohtmeldung bee -Stehener Anzeiger»*.
Berlin, 22 D«z. Die Frage der Vertretung fremder Interessen verursacht, wie sie auch gelagert sein mag immer besonder« Schwierigkeiten. Irgendwelche bestimmten Gesetz« gibt es habet an unb für sich nicht. Haben zwei Länder untereinander besonder« Verträge abgeschlossen. so liegt es selbstverständlich auher- Dtbentlid) nahe, dah bann das befreundet« Land dem and«en auch in solchen Fragen beisteht Zumeist ab« beruhen derartig« Xledernahmen des Schutzes sreinder 3nt«elfen durch ein anderes Land auf dem Akt« bet internationalen Höflichkeit, wie « sich im Laufe ber Geschichte herausgebildet hat.
Deutschland hat nun wiederum einmal den Schutz der Sowjet intereffen übernommen und diesmal in Südchina. Man er- innert sich dabei noch an die Ereignisse nach dem Abbruch der Beziehungen zwischen England unb Buhland. wo. nachdem d« hiesige Botschafter Krestinski bet der deutschen Bcichs- regierung voracsühlt hatte, Deutschland schliehlich einwilligt« unb die Vertretung der Sowjctintet- elfen in London der dortigen deutschen Botschaft übertrug. Damit war allerdings kein Präzedenzfall gegeben, und es wäre verfehlt, di« Konfequenzen aus der neuerlichen Xlebernahrne der Vertretung SowieiruhlandS aus diesem ersten Falle zu ziehen. Selbstverständlich wirkt viel da- bei mit. dah Deutschland mit Buhland aus Grund des Berliner Vertrages in befreundeten Beziehungen lebt. Andererseits ist aber auch Deutschland bic einzig« Grohmacht. zu der die Sowjetunion in geregelten Beziehungen steht. Trotz alledem aber hat sich Deutschland in allen diesen Fällen, vor allem aber aus dem Grunde internationaler Höslichkeit entschlossen, den Schutz d« Sowjetinteressen zu übernehmen.
Das nun ber Ipcjiril« Fall in 6 üb 41 na anbelangt, fo liegt boch bi« 6ady so: Urfprünall4) waren bi« Kommunisten China» gar nicht in ber Kuomintang, ber Nanking« Negierung, vertreten. Erst spater wurden fi« ausgenommen, doch entwickelten sich bald auherordentllch scharfe Gegensätze zwischen beiben, die stch vor ollem nach dem Nückzug im Norben noch oerschärsten. Es kam baroufbm zum Bruch zwisrven ber Kuo- mintang und den Äommuniften. wobei dl« letzteren ausgeschlossen wurden und au» Hankou schliehlich auch noch venneben worben sind. Die Kommunisten fohen sich beshald veranlaht. einen neuen Ort für ihren Dirkunaskrei» auszufuchen. um dort eine neu« kommunistische Negierung ein- richten zu können. Sie fielen babei aus Kanton, oon wo doch ihre Bewegung jo auch ursprünglich au» gegangen war. Es gelang ihnen babei. auch bi« Bauern mobil au machen, unb als die Vage ba» durch in Santon immer bedrohlicher wurde, fchlos- kn sich oll« die Elemente, die gegen den Kommu- nismu» waren. Bauern unb Arbeiter, zusammen, und es kam in ber vorigen Woche durch die dadurch entstandene Nioalität zu dem bekannten Putsch Man nahm nun allgemein an, dah die Nüssen dabei hinter den flommuni« ft en gestanden hätten, we-halb sich die Nanking- .Hrq.erung, nachdem ber Putsch wieder niedergeschlagen war. sofort enlschlost. die diplomatischen 8 r-.e bangen mit ber Sowktunion ab jubre- dien hierauf sah sich selbstverständlich Nuhland veranlaht. einem anderen Lande den Schutz feiner Interesten zu übergeben. Deutschland bat dem Änsinnen ichi-rhlich auch entsprochen, indem es feine Ä o n f u l n angewiesen hat. im Nahmen ihrer «akn'chen Befugnisse unb ber gegebenen Dirkungs-» möglicbf eiten iith der Sowjet in teresten anjunebnun. Den formellen diplomatischen Schutz konnte Deuksch ind »chon dekhalb nicht annehmen. weil wir >< Negierung Südchina» nicht anerkannt hoben. E» wäre aber irrig, daraus den ^chluh ziehen zu wollen, al» würde Deutschland in China die bolschewistischen Interessen vertreten.
Da die Bustenverfvlgungen fr-rigefetzt w«- ben und. wie sich h«ausstellt, weniger anti»
bvllchewistifchen als f rem d«nf« i n dl i chen Mo'.ven entlpringen. stehen bi« deutschen Äon- fulate vor ein« recht schwierigen Aufgabe, weil sie bei tK*r in Sädch.na herrichenden Stimmung sehr Irichl in rin schiefes Licht geraten können, toenn he sich für verfolgte Bullen ins Mi.tel legen mu^en. Da unsere V ^ehungen zur nationalistifchen Begierung tn Banking gut lind und Deutsch« sich bish« unbehelligt tn Eh na bewegen komUen. darf man sich wohl der Gr- wartung hingeben. d.tst dies« den Buffen gegen- üb« bewiesene Höflichkritsakt für uas fein« diplomatischen Schwier i gket t rn h«- ausbeschwört, an denen namentlich die Engländer rin Int«ell« haben, die sicherlich n.chts unversucht lallen w«den, um di« Ghinefen jetzt gegen uns in Harnisch zu bringen Dis all«- dings nur deswegen, wril der englische Handel in Ehtna darniederliegt, während brr deutsch, noch verhältnismähig wenig durch den Bürgerkrieg berührt worden ist.
Sin russischer Protest.
Moskau. 23 Dez. <DTB. Funllpruch) Die Press« verössentlicht ein« von Tschitscherin unterzeichnete Erklärung des Volkskommissariates sür auswärtig« Angelegenheiten, in der zunächst die Mitschuld Rustlands an den Vorgängen in Ehina bestritten
wird. Sodann beschästigt sich di« Erklärung nrtt dem Verhalten der konterrevolurionären chinesischen General«, denen zum Dvrwurs gemacht wird, sie feien mit besonderer Ge- h ä s f i 0 f e i I gegen die in Äantmi wellenden Sowjetbürger vorgegangen. Wie Me ®rfldmng ux-iler lefthellt. bejchrünke sich die VeranNvvo- tung für die Taten der Äanton« General« nicht auf die!« und nicht blob auf Kanton. fond«rn si« sollen allen führenden Persönlichkeiten Im Gebiete der log Kation al «gienimjen <u. Auch anb«e sowjetlrinVlche Kräfte der Deltreadion seien verantwvr.lich. Ganz unzweifelhaft feien ferner Anregungen aus London gekommen. di« fvgar bei der »nttrifcluna d« Orvignllfe rtne fast entfcheidend« Bolle gespicll hätten. aber, fo fährt die Grklärung fort, das Andenken an di« von den Unterdrückern des chine- sifchen Volkes hingenwrdeten Sowirisveunde werd« die mit Blut »ularnmengeschw. iscken V.lk« der beiden grosten Staaten nur noch fester verknüpfen. Die Sowjetunion fetze ihre Friedenspolitik fort, wie der Abrüstungsvorichlag auf t*r Genfer Konferenz bewriie. Dr« Grllärung schliestl mit der Bemerkung, die Sowietregicruug behalte sich das Recht vor, alle Mastnahmen zu treffet, die fie für notwendig «achten werd« angesichts d« blutigen Derbrechim. di« in Süd- china gegen di« Sowjetunion verübt wurden.
Die Landwirischast an der Jahreswende.
^eichsernähsungöministes (schiele
Berlin, 22. Dez. (DIB.) In «inem Nund- funfoortraa, den Neichsmintster Schiele über ,4)tf Landwirtschaft an der Jahreswende' hielt, führi« der Minister zunächst aus. hast mtnyenmaRig di» Ernteergebnisse in diesem Jahr, etwa» desler seien al» im Jahre 1926. So sei die Brot- getreideernt, um annähernd rin« Million Tonnen und die Kartosselernte um 80 Millionen Doppelzentner gestiegen. Dies« mengenrnätzige CBeronm gehe aber zum großen Teil dadurch orrlOren, daß, qualitativ fast all» Frücht» durch das Unweit,r erheblich gelitten hätten. Immerhin rechtfertig, der Ausfall der Ernt» di» gjffltfUunfl. daß zu rin« Besorgnis hinsichllich der Besorg -ungelegt der städtischen Bevölkerung kein Anlaß dtiiehe. Aus dem Gebiete der Biehhaltung, fo sühne der Minister au», liegen die Derhältnist» wesentlich trüber. Durch starke Angebote seien die P r e i s e in den legten Monaten ständig z u r ü ck g e g a n g e n. Die Schwrinepreise seien heute weit unter bl» tatsächlichen Erzeuaungskoslen gesunken. Ersreulicherweise habe der F I e f s ch v » r v r a u ch in Deutschland in diesem Jahr» etwa roleb»r d i» 1)ohe d»r Bor- k r i » g » z e i t «rreicht. (?» bkdeutet eine Großtat der Landwirtschaft, daß es ihr gelungen ist, trotz aller widrigen Berhättniss» den Biehbestand wieder auf ein der Vorkriegszeit angenähertes Maß zu bringen.
Weiterhin betont der Minister, daß die Wertung her oolkswirtschaftlichen und insbesondere der han- deirpoiilischen Stellung her Landwirtschaft wachse. Freilich beweise gerade die neuere Entwicklung unserer Handelsbilanz, dah wir oon gesunden Markt- Verhältnissen noch weit entfernt feien. Unter Hinweis auf di- Passivität unserer Handeksbilanz sorderie der Minister »ine zielbewußte Hebung der heimischen Prohuktion. Nur eine diesem 3iek untrrfcor6nrte Wirtschaftspolitik könne die Gefahr befchwören. die au» der andauernden Passivität für unsere Finanzen und unsere Wahrung drohe. Ohne eine solche Handel»po'iNk sei die LandwiN- ichast. insbesondere de» deutschen Offene, verloren. Dao entfcheidend« Merkmal der pepenöärtigen Loge unserer Landwirtschaft sei die Tatsache, daß eine erschreckend grofce Anzahl der Betrieb» mit D »f i < 11 arbeit»!. Die Folae diese» Nolltarde» seien Mit- liarbentterlurtf. die die Landwirtschaft in den oer- aangeoen Jahren erlitten habe lleder die Bersch u I d u n g der Landwirtschast teilte der Minister
über die landwirtschaftliche ttnsis.
genaue Zahlen mit, aus denen stch di, schwerwie- grnde Bedeutung seiner Aussuhrungen ergibt Die bedenklichste Seite der Verschuldung lieg« einmal In der sturzsristigkelt der personellen Schulden und fern« ln ber ungeheuerlichen 31 n | e n I a Ü, bl» sich auf 860 Mill. Mk jährlich belauft. Dl» Nelchsreglrrung, fo fuhr ber Minister fort, hat bi, Entwicklung biefer Berbältntfl, mH ernster Besorg- nie verfolgt. Si, steht es al» rin, ihrer wichtigsten Aufgaben für bfe nächste Zukunft an. auf eine Dehnung der iandwlrtfchaftllchen Schuldverholt- nist, hinzuwirk,n. Mittel feien di, Umwandlung ber fdiroroenben Schulben In langfristigen strebst und «in, Abfenkung der untragbaren Zinslasten Dich, Neichsregierung werde in Kürz, die «forderlichen Mahnahnren treffen. Hierbei wird die Landwirlfchaft selbst entscheidend mi tzu wirken haben. Ihre Ausgaben in dieser Hinsicht kenn^ichnete der Mi- nifter solgenderrnaßen
Unablässige technische Vervollkornm- nung unb Nationalisierung der Betriebe und de» Absatzes, sowie Stanbardistenmg unb Qualität»- steigerung bet Probukte. wodurch die ston- furreni mit dem Auviande «riolgreich ausgenommen werben könne. Das un» der Versailler Vertrag an Land und Gut geraubt, was uns Krieg- mb Nach- kriegszeit an kulturellen Schäden $ugefügt habe, müsse ersetzt werden durch gesteigerte Win- lchaft»energie. die au» dem Boden da» letzte herausholt, wa» herauszuholen ist.
Der Minister nre» bann auf die Hilfrmahnnhmen bin. die in letzter Zelt für di» Landwirtschaft brrrite ergriffen sind. So werde auf fünf Jahre oon Nrichs wegen ein Betrag von jährlich sechs Millionen Mark bereitadfellt rorrbm. i m den Zinsendienst für land- wirtschaftliche Melioration,kapilalien auf tragbare Sätze zu verbilligen. Für solche Zweck» werden jährlich LS Millionen Mark fünf Jahre Hindi-rch für Zinsverbilligungen vom Neiche aueperoorfen werden. Der Prvdukiion»steig»runp in Gar'enbau- betrieben bienen ebenfalls Netchskredit» in Hk he non 5 Mll Mk unb ebenso werden für den Weinbau namhafte M'ttel au-qervorien. Der Minister schloß mn der Feststen»na. daß die Hoffnung berecfciipt fei, daß die Lnndwirtfkhoft bei Neich imh Ländern b. |enine Perstöndni- mb biefenipe Hilf» sind» bi» fie m ihrer bebrohlichen Lag» mit Necht »rwarten buri».
Nheinpakt getan hat. Es weiß, daß für Deutsch- land im ganzen die Rornöorirage. die Frag« Ober- fchlesien u. a. auf die Dauer nick' *a bleiben kann, wie jie heute nach dem Friedens vcnrag lieft.
von der Außen m btt Inn«iPolitik herüber führt bK Fr. p»: Ostpreußen. Wir bigrüfeen es daß endlich in feierlicher Form diele Frage unter Voriitz b*» NeichspräiiLnten zwischen dem Neich unb Preußen erörtert worden ist. !»e de-on- bere Note dieses de t'chen Lanbe» unb di» branher? Pflicht zur Hilfe de» ganzen DoUe, für es (Fs liegt der Hand, wie Oflpreuhen von der (Vn!tD;<t’. -7ia unmittelbar berührt wird, die jetzt am Ende 1927 im Osten eingesetzt hat.
Vdcmanb weiß, tu welchen IrrcebniRen die Die- beraufroDunfi der stlichen Pr.^.cme fuhr« i wird. Sa» wir w-'en unb wii'en müfien. ist. dah wir bt< 0 sisrag » n i-n vollen Zuiammenhanq leben unb jeberytit m t der Perps 'chlung zu einer positiven Politik in ihnen. 2er äu.-aar.g ist dte Sorge um Ostpreußen, die Po -kik m : Nuhlanb. die Beziehung«» ?.u Litauen und t-a» Pc.hätNii» tu Polen. Nicht zufällig nehmen ®ir diese Anorb- nung her Probleme In ihr liegt befchlo'ien bas Äesamtiystem. bas nach unterer 2uftas- fung für den Osten unb die Arbeit an feinen Problemen dem deutschen Staatsmann varichwebev muh. Diese Ostprodleme sind zugleich, werden zu- akid) mit b e m Westen immer enger oer- knüpft Das Hot man in der Wirkung des Lo-
cornovertrage» auf Polens Stellung gefehen Da» haben wir eben erlebt, als Brianb in zweifellos großer Gefchicklichreit und Sicherheit für Frankreich all diese Faden sich an|ptnncnter csteuro- paiicher flerftanbni»altiontn in feine Hand nahm Mn Schlagworten urb Nedensarten wird uns in her BehanLiu-.g der Cflpoldif n i d) t gebient fein Wir brauchen dazu vollste Uebersicht über die Lage. Sicherheit de» Enrld .usies unb Unvoreingenommen beit unb nicht ’ulcgt auch bie Fähigkeit. ,rn gegebenen Augenblick zum raschen Entschluß kommen »u Lnnen!
Das neue Dölkerbundspalais.
Tao ^ünfcr«Motnitre cntidiribrt für Dri fchwcizcrifchtn (ntttvitrf.
® t n f. 22. Dez. (XU.) Das von der Völkerbunds- Versammlung im September eingesetzte Fünfer- komit.e zur Auswahl des Bauplans für das neue Völkerbundspalais hat heute feine Arbeiten abge- ichlos'en und den Beichluh gefaxt, dem löikerbunds- rat das Projekt der schweizerischen Lrchiteften Fie- gende.mer-Nenot als Basis für den Sau des Sölferbunbspalais ju empfehlen. Jedoch sollen die e beiden schweizerischen Href.trilen unt« Hinzuziehung des franzcü'chen Architetten Lessvre (Paris), des ungarischen Architekten Bago (Rom) sowie der drei itastemichen Architekten 8 roggi.
Vaccaro unb Franzi einen neuen Ent. rourf ausarbeiten, der sodann dem Funsrrkom tre zur Pestatiquna oorgdfot wttden soll Die endgültige Enricheidung über den Bauplan liegt beim Bölter- bunbsrot. besten Zustimmung jedoch nunnvhr nach der Entscheidung de» Fünferkomste«» lediglich einen formalen Tharakt« tragen wirb.
Das vom Füns«komit«c für den Bau d«s Völkirdundspelcis ousve">-?h!te Pr jekt Fle- oenheimer-Benot stellt sich als Prachtbau mit rin« 14 Säulen um'afenden L-Zaffode und berüt«I:egenber fchw-ch g rb I örmig anftcl« genb« Bedachung in griech ' ichcm Lti 1 ber. Die Gäulen gehen üb« zwei Dtvckwerie. von denen bas unt«e in einem von Crit-r-flüaeln flanliCTien 3nncn5au ben VölkerbunbS- f a a l. das obere die baxu^örgen Tribünen enthält. Dav auf bee Weif: geb Idete Gebäube- vi«cck wird an ber nordwestlichen Dckc von einem Verwaltungsgebäube Vanfiert in bem b c Bäume desDölkcrbunbssekreta- r i a t 6 unt r e.'rächt hnb Die baburh gegen Borden gebildet« rechtw.nklige Gcke rahmt den Shrenhos rin über den man von bet Strohe aus kommend einen Blick auf bie neun tunb» bogig abgrichlof'enen Tore des - b<ri.
T« cool beS VölkerbunbsrateS ist in bem östlichen Iralt des Hauvtgeböudes untergebracht. 3m Gegen'atz zu einigen Entwürfen der jetzt zur M larbeit Qufgcfotbtrtcn Preisträger


