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bandSspiel. Wollen tne Heuchelheimer noch sine Rolle in den Derbandsspielen vertreten, dann müssen sie unbedingt dieses Spiel gewinnen. Medergirrnes. das im Vorjahr in der Liga ge­spielt hat, ist ein sehr starker Gegner; vor allem ist der Tormann ganz erstllassig. Die Mannschaft ist durch ihre Spiele in der Liga an schwere Spiele gewöhnt.

Die zweite Mannschaft fährt nach Klein-Linden und dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach die Punkte mit nach Heuchelheim nehmen.

Die S ch ü l e r m a n n s ch a f t. die ihre beiden Verbandsspiele bisher gewonnen hat, geht nach Gießen zum V. f. V. Ob sie dort gewinnen toirb, muh abgewartet werden.

Leichtathletische Schu Wettkämpfe.

Arn gestrigen Donnerstag fand ein leicht­athletischer Wettlampf der höheren Schulen Otestens auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1930 statt. Es beteiligten sich: Oberrealschule, Realgymnasium und das Pädagogium. Die Mannschaft des Gymnasiums nahm nur an eini­gen Wettt cwerbcn außer Konkurrenz teil, da ihre beste Kraft. Voell er, am Erscheinen verhin­dert war. Trotz nicht allzu günstigen Wetters wickelten sich die Wettkämpfe glatt ab, und es wurden zum Teil recht gute Ergebnisse erzielt. Hervcrzuheben ist das vorzügliche Laufen von Müller (Oberrealschule), der den 100-Meier- Lauf in der guten Zeit von 11.8 Sekunden ge­wann. Erwähnenswert ist ferner die glänzende Leistung von Müller (Realgymnasium), der die Kugel 12,78 Meter weit warf.

In der Gesamtwertung ging die Mannschaft des Realgymnasiums als Sieger aus den Kämpfen hervor; die Punkte verteilten sich fol­gendermaßen: Realgymnasium 64''2 Punkte; Oberrealschule 55 P.; Pädagogium 22' 2 P- Rachstehend bringen wir die Ein^elergekmisse:

100 Meter: 1. Müller (Oberrealschule) 11,8 Sel. 2. Lohnes (Oberrealschule) 11,9 Sek. 3. Maus (Realgymnasium) Brustbrette zurück.

4xl00 Meter-Stafette: 1. Oberreal­schule in 48,3 Sek. 2. Realgymnasium 49.7 Sek. 3. Pädagogium.

Schwedenstasfel (400, 300. 200, 100): 1. Realgymnasium in 2:19.4. 2. Oberrealschule 2:20,1. 3. Pädagogium.

1500-Weter-Lauf: 1. Ray (Oberreal­schule) 4:53. 2. Roth (Realgymnasium) 4:59,2. 3. Wols (Oberrealschule). Auster Konkurrenz liei Vaubel (Gymnasium) in 2:57.8.

Hochspruna.: 1. Loh (Realgymnasium) 1,54 Meter. Wolf (Gymnasium) sprang außer Konkurrenz 1,57 Meter.

Weitsprung: 1. Hölscher (Realgym­nasium) 5 42 Me!ec. 2. Maus (Realgymnasium) 5,03 Meter. 3. Koh (Oberrealschule) 5,00 Meter.

Kugelstoßen: 1. Müller (Realgymnasium) 12,78 Meter. 2. Wolf (Gymnasium) 11,08 Meter. 3. Holzigel (Pädagogium) 9.89 Meter.

Speerwerfen: 1. Müller (Realgymna­sium). 2. Vrose (Oberrealschule).

Die Vox-Wellmeisterschast

Tunney als Sieger.

Chicago, 23. Sept. (WTV. Funkspruch) In Dem Box-Weltmeisterschaftskampf Dempsey Tunney hat Tunney einen Punktsieg errungen.

Mm 8 Mhc hatten mehr als 100 000 Zuschauer ihre Plätze eingenommen, und trotzdem dauerte txr Menschenstrom in die Arena urrunterbrochen! fort, so daß die volle Besucherzahl von über 160 000 Zuschauern erreicht sein dürfte. Da betrat Dempsey (192,5 englische Pfund), mit tosen­dem Beifall begrüßt, den Ring. Kurz daraus folgte Tunney (159,5 englisch- Pfund). ?er im Gegensatz zu Deinpsey einen bedeutend frische­ren Eindruck machte.

Die erste Runde ging mit geringem Vorsvrung für Tunney zu Gntze, und auch die zweite Runde beendete Tunney klar für sich In der dritten Runde hatte Dempsey die harten Treffer von Tunney noch nicht überwunden. Er stand un­sicher auf den Füßen. Die vierte Runde eröffnete Tunney mit einem rechten Schwinger, und be­folgte weiterhin seine von Anfang an einge­schlagene Taktik, Dempsey durch Kopstreffer zu zermürben Dempsey toantte am Schlüsse der Runde, die Tunney überlegen gehörte, in seine Ecke In der 5. Runde übernahm Tunney die

ll! imh- IIIBll...... >!»BI w w 'IIrMTWirmu^m

Rolle des Angreifers. Dempsey hatte aber trotz­dem noch einigen schweren Haken Erfolg. Die Runde war daher als ausgeglichen zu wer­ten. Die 6. Runde sah Dempsey wieder in An­griff. In der 7. Runde muhte Tunney unter atemloser Spannung der Zuschauer nach einem bei Eingang der Runde geführten Schlagwechsel zu Boden. Er blieb bis 9 unten, aber mehr, um sich wieder zu erholen Dempsey, der seine große Chance nicht unausgenuht lassen wollte, zwang Tunney zum Rückzug. Trotz aller Energie und guter Treffer tonnte aber Dempsey seinen Gegner nicht zum zweiten Male zu Boden bekommen Die Runde gehörte aber dem Ex-Weltmeister. Die 8. Runde war unentschieden Beide Kampfer schienen müde und fielen wiederholt. Auch in der 9. Runde führte Tunney. Die 10. und letzte Runde zeigte Dempsey zunächst noch widerstandsfähiger, als man erwarten tonnte. Tunney landete Kinn- und Kopfschläge in großer Zahl, aber Dempsey konnte immer noch rechtzeitig in den Flinsch gehen. Tunney beendete auch diese Rmcde über» legen. Sein Punktsieg ist überaus hoch ir.o ein­wandfrei. Dempsey hatte in dem für ihn so schweren Kampfe nur zwei Faktoren; seine große Energie und seine übermenschliche HLrte im Rehmen. Dem großen boxerischen Können seines Gegners konnte er aber nichts Gleichwertiges entgegenstellen.

Dempsey will Einspruch erheben

Chicago, 23.Sept. (WTB. Funkspruch.) Das deutsch-amerikanische BlattChicagoer Herold" hat von dem Manager Dempseys erfahren, daß Dempsey sich durch die Entscheidung der Schieds­richter benachteiligt sichle und sofort bei der Box­behörde von Jllionis die Aufhebung dieser Entscheidung beantragen werde.

ADAC-Feldbergrennen im Taunus.

Der Termin für das ursprünglich am 25. Sep­tember angesetzte ADAC- Feldbergvennen im Taunus für Motorräder, Touren-, Sport- und Rennwagen ist nunmehr endgültig auf den 16. Oktober festgesetzt worden. Der 03eranftalter, der Gau III a des Allgemeinen Deutschen Automobil- Klubs, Frankfurt a. M., erläßt jetzt die Aus­schreibung. Das Rennen wird auf reine Ge­schwindigkeit gefahren Der Start beginnt am RestaurantHohe Mark" bei Oberursel und führt über acht Kilometer zur PaßhöheSand- placken", dem Ziel Kilometerstein 4,9. Die durch­schnittliche Steigung beträgt 8 Prozent. Zuge- lassen sind Motorräder, Motorräder mit Seiten­wagen, Sport- und Tourei wagon, sowie Renn­wagen. Den Siegern winken wertvoll.» Wauder- und Ehrenpreise, die sowohl vom Klub als auch von Privat- und Industriekreisen gestiftet wurden.

Nationale ^reibd^cn-Lettsahrt m DarmfiaLL.

Der Hefsenfliegerverein für Luftfahrt in Darmstadt veranstaltet am 16. Oktober auf dem Darmstädter Flugplatz eine nationale Freiballon- Wettfahrt. Der Wettbewerb ist als eine unbe­grenzte Weitfahrt vorgesehen. Die Ballons star­ten in drei Klassen, von 1200 bis über 1600 Kubikmeter. Es ist mit einer Beteiligung von über zehn Ballonen zu rechnen, zumal eine der­artige Veranstaltung seit J914 nicht mehr in Süddeutschland stattgefunden hat. Der Wettbe-- tixrb gewinnt dadurch an besonderem Interesse, daß ec als unbeschränkte Wettfahrt durchgeführt wird, und nur im Falle ungünstiger meteorolo­gischer Verhältnisse eine beschränkte Wettfahrt ober eine Zielfahrt ungeordnet würde.

Neuer We^rckord rm ierk.

Einen neuen We.trekord im Rückenfliege.i: . hat am Mtttwechnachmittag der Donner Flieger Fieseler ausgestellt, indem er einen Rücken­flug von Köln nach Bonn aussührte. Kurz nach 16 älhr startete er auf dem Kölner Flugplatz und stieg ans 700 Meter Höhe empor. Er ging über der Aachener Straße in Rückenlage und flog den Rhein entlang nach Bonn Hinter der Stadt Bonn führte er noch eine Schleife aus, flog dann immer noch aus dem Rücken zum Flug­platz Hangelar, wo er nach zwei Stunden glatt landete. Die Slugbauer aus dem Rücken betrug, 15:24 Minuten. Zur Kontrolle flog ein Flugzeug von Köln aus mit, in dem sich der Flughasen­betriebsleiter des Flughafens Köln, 5jauJ?imann

Zwischen W«O sieben! Roman von Liesbet Dill.

Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 21 Fortsetzung Nachdruck verboten.

Herr Balentin junior ober senior?"

Herr Edgar ..."

Der ist verreist."

Verreist? Wohin denn?"

Das kann ich nicht sagen."

Seit wann ist er fort?"

Seit heut' morgen."

Seit heute morgen? Eine ... geschäfüiche Reise?"

Das kann ich nicht sagen."

Und wann kommt er zurück?"

Das wissen wir nicht ... Herr Valentin ver­reist viel. Soll ich etwas ausrichten?"

Nein, nein ..."

Und Ihre Nummer? Mit wem spreche ich denn eigentlich?"

Sie zögerte.

Na, denn nicht", brach die Stimme das Ge­spräch ab.

Verreist.

Er verreiste, ohne Nachricht zu hinterlassen--.

Hatte er ihre Briefe nicht mehr erhalten? Auch den Eilbrief nicht ...? Ein Auto fuhr die Straße her­auf. Sie flog ans Fenster, ihre Hände umklammer­ten das kalte, marmorne Fensterbrett, während sie im Morgennebel das Auto die Straße heraufklettern sah. Es kam näher, glitt vor das Gartentor ... es hielt .. Er war's? Ihr Körper begann zu zittern, die Knie brachen ihr ... Da ... der Schlag öffnete sich, ein stattlicher Herr im Pelzmantel stieg umständlich aus und half einer alten Dame heraus." Das Ehepaar, das im Unterstock wohnte, kam von einer Reise zurück. Ein Koffer wurde abgeladen und in den ©arten gestellt ... Ein Läuten durchschrillte das Haus.

Es regnete sacht. Sie hörte Tropfen auf das Dach der Rampe fallen.

Nichts nichts. Die Zeit verrann ... Die Uhren schlugen ... Der Diener meldete:Der Herr Inten­dant will die gnädige Frau sprechen .. " I

Sagen Sie, ich sei nicht wohl, ich läge zu Bett.. ."

Er ging, kam aber gleich wieder...Es sei sehr dringend, sagt der 5)err. Es handelt sich um ein Konzert..."

Sie stand auf und ging ins Studierzimmer.

Ah, Sie, Herr Hofrat.. Guten Morgen ... was gibt's"

Ich hab' mich um Sie geängstigt, gnädige Frau ... Ich begegnete Ihnen gestern im Wald.. Sie sahen so blaß aus, und gingen vorbei, ohne meinen Gruß zu beachten... Was ist denn los? Ich höre, Sie wollen nicht fingen in meinem Konzert nächste Woche--haben abgesagt?"

Ich hin tatsächlich nicht wohl genug, um zu singen ... ich reise nach dem oüben, morgen ober übermorgen ... meine Koffer sind gepackt..."

Aber das ist unmöglich, daß Sie uns verlassen! Unmöglich, liebste Frau Melitta! Ich flehe Sie an, wir haben keinen Ersatz für Sie...!"

Jeder Mensch ist ersetzlich."

O nein. Es gibt Menschen, die nie ersetzt werden können . . ."

Das bilden wir uns ein."

Was ist das denn mit Ihnen . . . Gehen Sie

wirklich fort?"

5a . . ."

Doch nicht etwa ... für immer?"

Vielleicht... für immer .. Woher wissen Sie, daß ich fortgehe?'

Das weiß die ganze Stob» und jeder fragt nach den Gründen. Gibt es beim hier Gründe?"

Nein . . . aber Stimmungen sind oft mächtiger als . . ."

Versteh' ich nicht ganz..."

Das sollten Sie eigentlich verstehen. Oder hätten Sie es je bereut, Stimmungen nachgegeben zu haben?"

Wenn Sie es wert waren, gewiß nicht... Sind sie das?"

Das weiß man nie ... vorher."

Ach ja, bas großeNachher" ..."

Von dem wir noch gar nichts wissen."

JDas wir aber meist .ahnen ..."

Sie schwieg.

Also, schöne Frau ... verschieben Sie die Stim­mungen bis nach dem dritten Dezember und fingen

a. D. v. Hachenburg, befand, außerdem der Fluglehrer Schellhammer von der Flug- schule von Hangelar.

Oberhessen.

üanNreiö Gießen.

cf. Heuchelheim, 23. Sept. Am Mittwoch wurde hier bas Gemeindeobst versteigert. Da in diesem Jahre die Obsternte eine sehr gute ist, so waren auch die Preise dementsprechend. Für gute Birnen wurden 2 bis 3 Mk. pro Zentner bezablt, Aepsel kosteten die geringeren Sorten 1 bis 2 Mk., während Tafelobst mit 5 bis 6 Mk. pro Zentner be­zahlt wurde.

X Klein-Linden, 22. Sept. Die Arbeiten zur inneren Instandsetzung unserer Kirche schreiten gut vorwärts. Man hofft, die Kirche in den nächsten Wochen wieder ihrem Zwecke dienstbar zu machen. Obgleich kühles Wetter herrschte, konnten in der letzten Zeit die Gottesdienste am Sonntag stets im Freien ftattfinben. An Stelle der Orgelbegleitung wirkte der hiesige Posaunen­chor unter Leitung des Dirigenten Germer mit. Die Christenlehre für die Jugend fällt vorläufig aus, sie soll später nach Fertigstellung der Kirche nach- geholt werden.

£. Wieseck, 23. Sept. In der Rächt zum Mittwoch hat ein Einbrecher hier eine Gast­rolle gegeben. In dem einen Falle erwachte die Frau eines Eisenbahnbeamten, der sich im Rächt - dienst befand, durch Geräusche im Rebenzimmer. Im Glauben, es handele sich um Familienange­hörige, erfolgte feiten^ der Frau ein Zuruf, und durch die offenstehende Tür sah sie einen Mann dmrch das Fenster das Weite suchen. Beim Rachsehen konnte nun festgestellt werden, daß der Herr Spitzbube sehr sorgsam zu Werke ge­gangen war. Durch Einsteigen durchs Fenster war er in die Wohnung gelangt, hatte aber vorher die auf einer Blumenbank stehenden Topf­pflanzen sorgsam beiseite gestellt, jedenfalls um sich seine Arbeit durch störende Rebengeräusche nicht zu erschweren. Bei seinem Besuch hatte er es allem Anschein nach in der Hauptsache aus Geld abgesehen, denn die Unordnung, die, er in allen Schrankfächern und Schrrbladen crnrichtetc, läßt darauf schließen, zumal er auch die auf- gehängten Kleidungsstücke einer gründlichen Prü- fting unterzog. Sehr zu seinem Leidwesen mußte er durch das vorzeitige Erwachen der Frau unverrichteter Dinge auf dem gleichen Wege, den er gekommen, wieder verschwinden. Für die Betroffenen war dies jedoch die angenehmste Seite des unfreundlichen Besuches. Allem A?.- schein nach derselbe unliebsame Geselle beabsich­tigte auch den Bewohnern eines neuerbauten Hauses in der Gießener Straße einen nächtlichen Besuch abzustatten, hier fand er aber keine Möglichkeit, in das Haus zu gelangen. Also mußte das Tätigkeitsfeld verlegt werden Dies­mal suchte er sich das Anwesen eines Schreiner­meisters in der Gießener Straße aus, und jetzt hatte er mehr Glück, denn hier erbeutete er eine Armbanduhr und eine neue Artenmappe. Aber auch jetzt (obwohl sonst immer aller guten Dinge drei sind) muß sich eine Störung bemerkbar ge­macht haben, beim Bruder Langfinger vergaß seine fein säuberlich vor der Haustür abge­stellten Schuhe mttzmrehmen, die ihm nun hoffentlich zum Derräter werden. Wie man weiter hört, soll es sich um zwei Vertret er vpn der Zunft der Diebe gehandelt haben.

: G r o ß e n - B u s e ck, 23. Sept. Seit einiger Zeit bestehen hier Differenzen zwischen * *er Kirche und der politischen Gemeinde. In der Angelegenheit handelt es sich um den Anteil der Gemeinde an dem De­fizit der Landeskirche. Die politische Ge­meinde hat sich geweigert, den Anteil auf ihren Voranschlag zu übernehmen. Der Plan, diesen Betrag durch Erhebung einer örtlichen Kirchensteuer arrfzubringen, scheiterte an dem Widerstand von Gemeinde-' und Kirchenvorstand. Vor kurzem weifte der Prälat von Darmstadt hier, um mit den zuständigen Stellen einen gang­baren Weg zur Beilegung der Streitsache zu suchen. Aber auch da konnte kein Ergebnis erzielt werden. Man spricht nun davon, daß die Kirchenbehörde beabsichtige, die Pfarrei ein­gehen zu lassen und die Orte Großen-Buseck und Beuern den benachbarten Pfarreien zuzu­teilen.

: © r ü n b e r g, 23. Sept. DieStrahevon hier nach Gießen ist durch den starken Autoverkehr hart Sie mir wenigstens vier Lieder, von Brahms, von Manfred oder von wem Sie wollen ..."

Ich ... kann nicht ... es geht nicht ..." Schade ... Sehen wir uns noch vorher?" Ich glaube nicht, ich bin schon in Reisestiefeln." Dann leben Sie wohl, Frau Melitta, und ver­gessen Sie uns nicht ganz ..."

Adieu, lieber Freund ..." Und sie hängte rasch ab.---

*

Sie hielt es zwischen den gepackten Koffern und zusammengestellten Möbeln kaum mehr aus ... Sie wagte nicht auszugehen, aus Angst vor Be­gegnungen ... Sie hörte Manfred sich in seinem Zimmer räuspern ... Er spielte etwas auf dem Flügel ... Sie ertrug ferne Nähe nicht ... seinen fragenden Blick ... Wie? ... Immer noch nichts gekommen?

Bei Tisch, als der Diener den Kaffee gebracht und hinausgegangen war, sagte Manfred:Du wirst gut tun, die Möbel, die du behalten willst, beiseite zu stellen. Es sind doch sicher Stücke dar­unter, die du gern um dich hast ..."

Ich danke dir ... ich möchte nichts mitnehmen ... Laß alles wie es ist ..."

Und die Bilder aus deinem Elternhaus, Me­litta?"

Sollen hier bleiben ... Bis später vielleicht : ... ober stören sie dich?"

Durchaus nicht ... ich meinte nur ..."

Er sah sie an. Sie schaute fortwährend nach der Uhr. Sie wartete auf den Briefboten ...

Es ist heut' Feiertag", erinnerte er,dann kommt keine zweite Post."

Feiertag?" fragte sie verstört ...was für ein Feiertag?"

Buß- und Bettag ..."

Ah, deshalb läuteten heute schon so früh die Glocken."

Sie stand auf und trat an das Fenster. Nebel und Regen ... Tag für Tag. Dieser nicht enden­wollende Winterregen mit seinem melancholischen Rauschen--

Wann willst du eigentlich reifen?"

Sie zuckte zusammen.Morgen abend. Ich hab' noch manches zu ordnen ... ober ... soll ich gleich fort?"--

mitgenommen worben. Dazu kommt, daß in bem nassen Sommer die Straße stark aufgeweicht war, und so sitzt an manchen Stellen Loch an Loch. Diesem Uebelstande soll durch Teerung abgcholfen werben. Kies und Teer sind bereits an gefahren, die Arbeiten sollen in aller Kürze ausgeführt werden. Zunächst soll die Strecke bis nach Lindenstruth in Angriff genommen werden.

r. Hungen, 22. Sept. Einer Einladung des Vorstandes des Kreis-Lehrervercins folgend, versammelten sich gestern nachmittag saft sämtliche Mitglieder des Bezirksvereins Hungen im Saale desSolmfer Hofes" dahier zu einer heimatkundlichenTagung. Pro­fessor Blecher aus Friedberg, der schon mehr als 30 Jahre in der Heimatsorfchung tätig und auf diesem Gebiete Autorität ist, hielt einen Vortrag über Heimatforschung, der nicht nur den Kenner der engeren Heimat kenn­zeichnete, sondern der ganz besonders geeignet war, schlummerndes Interesse für die genannte For­schung zu wecken. Gleichzeitig zeigte der Redner, in welcher Weise eine ersprießliche Arbeit ge­leistet werden kann. Eine zwanglose Aussprache bewies, daß die Worte des Redners nicht aus unfruchtbaren Boden gefallen waren. Kreiöschul- rat Fischer- Gießen, der sich ebenfalls rege an der Diskussion beteiligte und manche Anre gimg durch seinen reichen Erfahrungsschatz bieten tonnte, sprach zum Schlüsse dem Referenten ben Dank der Versammlung ans und gleichzeitig die Bttte, Professor Blecher möge vielleicht im kommenden Jahre trotz reger Tätigkeit noch ein­mal Zeit finden, der guten Sache durch einen wei­teren Vortrag zu dienen.

# Hungen, 23. Sept. Der 24jährige lebige Arbeiter Heinrich Meckel aus Wetterfelb, der auf der Gewerkschaft Konstanze über Tag beschäftigt war, verunglückte auf seiner Arbeitsstelle im Jnheider Gründ durch Verschütten berart, baß er bereits nach einer Stunde verstarb. Meckel war erst seit einer Woche bei der Firma tätig.; Die Erneuerungsarbeiten am hiesigen. Bahnhofsgebäude sind vollendet. Der neue1 Verputz ist in seinem Farbton sehr gefällig gehalten.. Angenehm fällt die in großen deutschen Leitern ge­haltene Bahnhossausschrist auf.

# Inheiden, 23. Sept. Sin Unfall, der leicht ernste Folgen hätte haben können, ereignete sich auf dem Kreuz der Straße Inheiden- Atphe. Ein Eierhändlcr aus Berstad kam mit dem Fahrrad von Trais-Horloff, al- gerade ein Auto von Utphe heranfuhr. D: Radfahrer wurde von dem Kraftwagen ai Hinterrad gefaßt und in den Graben ge schleudert. Mi: zerbrochenen Gier, einem ziemlich beschädigten Fahrrad und de Schrecken tarn der Händler davon.

r Obbornhosen, 23. Sept Bei t Versteigerung des Gemeindeobstes wurden sehr mäßige Preise erzielt. Cs stellt sich der Zentner Aepfel am Baum auf etwa 1 Mark. Rach Dirnen war gar keine Rachfrage, so daß einige schwerbehengene Bäume mit je mrhreren Zentnern S)onigbirnei nur 20 bis 50 Pfennige kosteten. Die Preise für Zwischen waren etwas höher als für Aepfel. Im ganzen wurden über 100 Vcrsteigerungsnummern auggeboten, woraus der Gemeindekasse ein Erlös von etwa 400 Mk. erwächst.

Kreis Friedberg.

# Friedberg, 23. Sept. Zum erstenmal veranstaltet die Stadt Friedberg mit Unter­stützung des Obst- und Gartenbauvereins für den Kreis Friedberg eine Wetterauer Ob ft- Ausstellung mit Obstmarkt. Die Aus­stellung findet vom 2. bis 4. Oktober in der Turnhalle statt und ist mit <ner Prämiierung des besten ObsteÄ verbunden.

Kreis Biidrrrgeir.

]:[ Gelnhaar, 22. Sept. In erschreckendem Maße greift hier augenblicklich der Keuch­husten um sich Kinder im Alter von 6 bis 3 Wochen bis zu 10 und 12 Jahren haben am meisten darunter zu leiden. Die Schule wird tom- menden Samstag auf vier Wochen geschlossen.

Kreis Schotten.

=.= Schotten, 23. Sept. Das Kreisamt Schot­ten fordert in einer Bekanntmachung die Haus- unb Grundstücksbesitzer in allen Orten bes Kreises zu grünblicher unbsorgfältigerReini- g u n g ber Orts st raßen auf, ba bas durch den Schnellverkehr der Kraftwagen und «räber besonders bei trockenem Wetter hervorgerufene Aufwirbeln bes Staubes mit seinen K- heitsfeimen eine starke

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Du weißt, baß du das haften kannst wie bu willst."

Ich kann ja auch ins Hotel gehen ... so» lange ..."

Nein, das fällt auf ... es ist besser, bu bleibst, bis bu ... Antwort hast."

Sie schwieg. Tage unb Nächte wartete sie schon auf biefe Antwort. Ich muß mich mit irgenb etwas beschäftigen, dachte sie, unb begann in ihrem Schlafzimmer Schubfächer auszuräumen. Wie sagte ber alte Mann neulich? Es ist boch besser, Ord­nung zu machen, vorher ...

Ihre Koffer standen gepackt auf ber Diele unb jeber im Hause wußte, daß die gnädige Frau für längere Zeit fortging.

Als die Pastellbilder ber Wegemars von ben Wänden heruntergenommen unb im Musikzimmer zusammengestellt würben, mit ben Gesichtern gegen die Wand, wußte man in ber Küche Bescheid. Es stimmte etwas nicht mit dieser Reise. Die nervöse Atmosphäre bes Hauses, die brückende Schwüle bei den Mahlzeiten, die gezwungenen, frostigen Unter­haltungen bei Tisch, die bleiche, verstörte Miene der Frau unb die geheimnisvollen Besprechungen mit Gräfin Leslie hinter verschlossenen Türen hat­ten den Verdacht erweckt, die gnädige Frau ginge für immer fort.

Das Gerücht hatte sich fortgesprochen, die Musiker wußten es zuerst. Aber ber Grund, bas Warum, beschäftigte die Meinungen. Kein Mensch wußte etwas Bestimmtes. Eine so glückliche Ehe... Man bewunderte die steinerne Ruhe Manfrebs. Nie hatte er so glänzend dirigiert wie an bemrussischen Abend". Er bereitete neue Konzerte vor in ben Tagen, ba seine Frau Anstalten traf, ihn zu ver­lassen. Am ersten Dezember fand ein großer, zweiter Philharmonischer Abend statt mit neueinstudierten Orchesterwerten. Aber zu bem großen Konzert im Theater hatte Frau Manfred abgesagt. Sius Ge­sundheitsrücksichten hieß es.

Jeden Morgen, noch im Bett, zwischen bem Bad unb ber Schokolade, rief Ethel an.

,Hmmer noch nichts, Melitta?"

Immer noch nicht ..kam die bebende Ant­wort aus ber Ferne...

,Zch begreife es nicht mehr."

(Fortsetzung folgt.)