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Turnen, Sport und Spiel.

Startfreiheit bei den Hindenburg-Spielen.

Die Hindenburg-Spiele am 2. Oktober, die dem 80. Geburtstag des Reichspräsidenten gel­ten, rufen unsere Jugend zu Spiel, Sport und Turnen auf; die Bitten der Sportverbände gehen dahin, diesen Gedanken in so eindrucksvoller und lebendiger Weise in die Tat umzusetzen, daß alle noch zögernden Devölkerungskreise durch biefe ©viele für die Gedanken und Ziele der Leibesübungen gewonnen werden.

(Alle Verbände und Vereine, die durch Hin­denburg-Spiele am Sonntag, 2. Oktober, den 80. Geburtstag des Reichspräsidenten v. Hin­denburg feiern, erhalten vom Deutschen Reichsausschuh für Leibesübungen kostenlos ein Hindenburgbild in einer Ausfertigung. Der Deutsche Reichsausschuh wird ferner für alle Sieger und Siegerinnen in den verschiedenen Wettspielen und Wettkämpfen Urkunden mit Dem Bild des Reichspräsidenten ausstellen. Weiter hat die Deutsche Hochbild G. m. b. H. München eine Hindenburgplakette her­gestellt, die in folgenden Ausfertigungen vorliegt: 1. aus Hartmasse mit Bronzetvn, rund. Durch­messer 28 Zentimeter, oder rechteckig 22x32 Zenti­meter; 2. aus echter Bronze, rund, in denselben Massen; 3. doppelseitige Mrtallprägung, Durch­messer 50 Millimeter, Rückseite mit Wahlspruch Hrndenburgs:Die Treue ist das Mark der Ehre."

Um alles zu tun, was den harmonischen Verlauf der Spiele fördern kann, haben sich die Turn- und Sportverbände dahin geeinigt, daß in allen Städten, in denen statt der einzelnen Verbände oder Vereine eine neutrale Stelle lStadtverband für Leibesübungen, Ortsgruppe des V. R. A. oder ähnliche Einrichtungen) die Durchführung der Veranstaltung übernimmt, ohne weitere Genehmigung die Möglichkeit zu gemein­samer Beteiligung von Turnern und Sportlern geboten werden soll.

Dom Turngau Hessen (D. T.).

Die Gauwanderung führt am Sonntag nach dem Schiffenberg, woselbst frohes Ju­gendtreiben vorgesehen ist. Als Auftakt zu der Ver­anstaltung gilt der Die-Abend, den die Iugendgrup- pen des Gaues am Samstag in der Turnhalle des Turnvereins 1846 Gießen veranstalten.

Handball im Cau Hessen der D.T.

0 Rachdem am vorigen Sonntag die Ver­bandsspiel« um die Gaumeisterschaft des Gaues Hessen begonnen haben, verlohnt es sich, eine kurze Betrachtung darüber anzustellen, inwieweit dieses Kampfspiel in unserem Heimat­gaue an Ausbreitung gewonnen hat. Die Spiele werden ausgetragen in vier Klassen; Meister­klasse, ^-Klasse, 6-Klasse und Jugendklasse.

In der Meisterklasse nehmen teil je­weils die ersten Mannschaften der Vereine: Turn- und Sportverein Butzbach (seither Gauverbcmds- klass« des Gauverbandes Main-Lahn), Turn- und Sportverein 1860 Bad-Rouheim, Turnverein 1846 Giehen, Männer-Turnverein Gießen und Turn­verein Alsfeld. 2llsfeld spielt erstmalig In der Meisterklasse, da es als ^-Klassenmeister vom letzten Jahre dieser Gruppe zugeteilt werden muhte. Die beste Mannschaft des vergangenen Lahres, Turn- und Sportverein 1860 Marburg, ist diesmal nicht mit im Kampfe, weil ein gegen sie schwebendes Ausschluhverfahren noch nicht zum Abschluß gekommen ist. Auch die Mann­schaft der Turngemeinde Marburg, sowie die­jenige des Vereins für Bewegungsspiele Mar­burg sehen in dieser Runde untätig zu; somit ist bedauerlicherweise die sonst sehr rege Turner­stadt Marburg für dieses Mal ohne Vertreter dieses schönen Turnerspietes.

Als Teilnehmer der ^-Klasse stehen ver­zeichnet die ersten Mannschaften der Turnvereine Heuchelheim und Ridda und die zweite Elf des Märmer-Turnve.-eins Gießen. Außer Giehen find die beiden anderen Bewerber Reulingr auf dem Gebiete des Handballspieles.

Für die beiden neuen und erstmalig teilneh­menden Mannschaften Lauterbach I und Heuchel­heim II hat die Gauspielleitung eine B - Klasse eingeführt. Dies ist um so mehr zu begrüßen.

ZeettieMftung gegen Wale.

Von Wilhelm Buchmann.

(Rachdruck verboten!)

Was sind Tiger und Löwe für Stümper gegen den Menschen, das unersättlichste Raub­tier I Seine Habgier treibt ihn hinaus in die größten Gefahren, hinaus in glühende Tropen- Jonne und eisstarrende Meere. Eines der gewinn­bringendsten Gefchäste ist heute, wie auch vor Jahrhunderten schon, dec Walfischfang, der be­sonders in den letzten 25 Jahren auf eine völlig Treue technische Grundlage gestellt worden ist, so daß die Jagd viel von ihren früheren Fahr- nisfen und Fehlschlägen verloren hat.

Die Geschichte weiß davon zu berichten, daß das kühne Seefahrervolk der Basken bereits im 14. und 15. Jahrhundert besondere Schiffe für Den Walsischfang ausrüstete und damit weit nach Rorden in die damals noch reichen Jagdgründe vordrang. Bon den ausgewanderten baskischen ,Fischern soll die Kunst des Walfangs auf die nordischen Völker übergegangen sein. Heute sind die Rorweger bei weitem das führende Voll in diesem Gewerbe. Die ergiebigen Fänge, die um die Mitte des vorigen Jahrhunderts im nordischen Eismeer ihren Höhepunkt erreichten, konnten nicht ohne Folgen bleiben, und gegen Ende Des vorigen Jahrhunderts war unter den nordischen Walen so stark aufgeräumt, daß von manchen Ländern, so auch von Deutschland, das Geschäft als unwirtschaftlich aufgegeben werden muhte. Roch heute erinnern lange Zäune aus Walfischknochen, wie man sie z. B. auf der Rord- feeinsel Borkum findet, an manchen gefährlichen Strauß, den deutsche Fänger mit ihren schwanken­den Booten heldenhaft bestanden haben.

Tlm die Jahrhuntertwende tourten durch mehrere Südpviunte.ne'-mun, en neue Jagdgründe für den Walfang erkundet, und man rüstete sich bald dazu, diese Gebiete im großen Sill zu bejahen. Auf Grund der Erfahrungen in den nordischen Meeren tourten ganze Flotten zu­sammengestellt und entsprechend ter längeren Reise reichlicher ausgerüstet. Vorzüglich die Tior- weger haben es hier verstanden, die Führung

da durch diese Maßnahme vielleicht in Zukunft Reugründungen von Handballabteilungen der Weg geebnet wird.

In ter Jugendklasse treten als Be­werber auf die Jugendspieler ter Vereine: Turn- und Sportverein Butzbach, Männer-Turnverein Gießen und Turnverein Wetzlar.

Wer in den einzelnen Klassen in dieser Spiel­reihe den Sieg davonträgt, sei dahingestellt, aber immerhin sei der Wunsch ausgesprochen, daß alle Spiele getragen sein mögen von echtem Turner- geifte, damit nicht dasGewinnen um jeden Preis" allzusehr in den Vordergrund tritt und so mehr verderbend als werbend wirkt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß das Handballspiel im Gau Hessen an Boden gewonnen hat. Es ist dies in erster Linie das Verdienst des sehr rührigen Spielwarts Sei­bert, Wetzlar, und des Handballobmannes Weisel, Butzbach.

T D.1846 Gießen - M.T.D.Gießen

Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Waldsporlplah des V. f. B. die ersten Handball­mannschaften ter beiten hiesigen Turnvereine im Pflichtspiel um die G aumoi st erschüft gegenüber. Der Ausgang des Spieles ist völlig offen, wenn man auch der M T.V.-Mannsch >st cin kleines Plus zugestehen muß, vermöge ihrer härteren und massiveren Spielweise. M. T. V. zählt sich heute zu den besten Mannschaften des Gaues Hessen, doch werden ihm Die 46er einen Sieg nicht allzu leicht machen.

D. f. D.

Die Ligamannschaft fährt am kommen­den Sonntag nach Kassel, um dort gegen B. C.Spor t zum Kampf um die Punkte an­zutreten.Sport" nahm im Bezirk Hessen-Han­nover schon immer eine hervorragende Stellung ein und brachte es auch schon zu Meisterschafts- ehven. Lieber seine diesjährige Form läßt sich noch kein bestimmtes Urteil abgeben, da die beiten Unentschieden gegenBorussia" Fulda undTura" Kassel zwei gänzlich verschieden- wertige Leistungen darstellen. Für die D. f. B.- Mannschaft besteht wenig Hoffnung, gegen diesen Gegner einen oder gar beide Punkte zu ge­winnen. zumal das Spiel auf dessen Platz statt­findet und sie dadurch den Rachteil der langen Reise hat. Den Erfahrungen des vergangenen Sonntags gemäß hat die Mannschaft einige Um­stellungen erfahren, durch die der bisher schwächste Mannschaftsteil, ter Sturm, verstärkt sein sollte. Die Umgruppierung bedeutet ein Experiment, von dem erst nach dem Spiel gesagt werten kann, ob es sich bewährt. Es sollte nicht unmög­lich sein, daß durch die zu erwartende größere Durchschlagslraft des Angriffs doch ein beschei­dener Erfolg errungen wird. Die erste Voraus­setzung für ein einigermaßen günstiges Abschnei­den ter V. f. B.-Elf ist, daß sie mit ter nötigen Energie und Ausdauer bis zum Schluß durch- kämpft.

Die Ligareserve hat sich, da ohne Ver- bandsspiel, die Erste vonOranten Frohn­hausen (Dill) zu einem Gesellschaftsspiel ver­pflichtet und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn sie gegen die als recht spielstaä bekannten Oranier gewinnen teilt.

Zum Derbandsspiel auf eigenem Platz tritt die Dritte gegen die Erste von Fronhausen (Lahn) an, und sollte Mühe haben, knapp zu gewinnen.

Rach ihrem großen Diplomspielsieg am ver­gangenen Sonntag hat sich die erste Jugend- Mannschaft für kommenden Sonntag die erste Jugentelf der bekannten FrankfurterGer­man i a 9 4 zu einem Freundschaftsspiel einge- laten. Di« Germanenjugend hat schon immer einen sehr guten Fußball gezeigt und sollte im V. f. D. einen ziemlich gleichwertigen Gegner haben.

Di« erste Schülermannschaft beginnt nun ebenfalls mit den Diplomspielen und hat auf eigenem Platz Heuchelheims erste Schü- levelf zum Gegner.

Dritte Jugend- unD zweite 6 c. ül e r- Mannschaft treten in Großen-Buseck ge­gen die dortige zweite Jugend- bzw. erste Schülerelf an.

an sich zu reißen und alle Mittel der Technik in den Dienst der Sache zu stellen. Heute sind rund 4000 Menschen alljährlich draußen auf dem Walfang, dessen günstigste Zeit in den südlichen Sommer fällt, also wenn es bei uns Winter ist. Die Schiff« verlassen Rorwegen im Rovember und kommen erst im Mai oder Juni heim. Eine solche Flotte seht sich aus den eigentlichen Walfangbooten und aus Stationsschiffen zusam­men. Die norwegische Flotte, die sich in Händen einer ganzen Anzahl von Reedereien befindet, hat allein 23 Stationsschiffe mit einem Raum­gehalt von etwa 127 000 Bruttoregistertonnen. Die Fangschiffe sind kleine, äußerst wendige Dampfer, einige 30 Meter lang und 6 bis 7 Meter breit. Sie erreichen dank ihrer starken Maschinen Geschwindigkeiten bis zu 12,5 Knoten. Ihr Bug ist ähnlich ausgebildet wie bei den Eisbrechern; auf einer Spitze steht die Harpunenkanone, die meistens vom Kapitän bedient wird. Als Sonder­ausrüstung haben di« Fangschiffe besonders schwere Winden zum Heraufholen des harpunier­ten Wales sowie ein besonderes Schleppgeschirr, an tem ter erlegte Wal zum Stationsschiff ge­bracht wird. Die Besatzung eines solchen Bootes beträgt zwölf Mann.

Im Gegensatz zu den Fangschiffen sind die Stationsschisfe geräumige Dampfer von 3000 bis zu 17 500 Tonnen Tragfähigkeit. Sie sind ihrem Zweck entsprechend so eingerichtet, daß der ganze Wal an Deck gebracht und dort zerlegt werden kann. Da das Hochwinden ter schweren Tiere eine überaus mühselige Arbeit ist, sind neuer­dings bei einigen Schiffen am Heck oder auch am Bug schiefe Ebenen angebracht worden, auf denen der auf der Wasseroberfläche schwimmende tote Wal hochgezogen werten kann. Beim größ­ten, erst vor kurzem aus einem Tankdampfer umgebauten Schiff, erhielt der Bug hierzu einen Tunnel von 6 Meter Durchmes.er. der durch Hochklappen eines rund 63 000 Kilogramm wie­genden torförmigen Telles des Vorderstevens geöffnet werden kann. Von dem auf tem obersten Deck liegenden Wal werden die Speck stücke mit großen Metern abgetrennt und durch Rohre in den darunterliegenden Raum in verschiedene Äeft«i geworfen, wo der Tran mit Dampf aus­gekocht wird. Das Rohöl wird in einer Reihe

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Der kommende Sonntag sieht Die L i g a e I f im Kampf um die Punkte gegen den Sportverein Hessen" 1911 Frankenberg. Gestützt aus die Ersahrungen ter letzten beiden Spielsonntage hat die Ägamannschast nunmehr eine weitgehende Aenterung erfahren; nur die junge Läuferreihe ist unverändert geblieben, Offenbacher hütet auch weiterhin das Tor. Der ©türm wird nach wie vor rwch das Schmerzenskind 1900'6 bleiben; große Leistungen sind von ihm nicht zu erhoffen. Die Reuzusammenstellung für den kommenden Sonn­tag verspricht jedoch immerhin eine bessere Aus­nutzung der sich bietenden Torchancen, insbe­sondere da der Halblinke nunmehr wieder an den Spielen teilnimmt. Wenn auch Franken­berg bei seinen bisherigen Spielen Nicht schlecht abgeschnitten und diesmal sogar den Vorteil des eigenen Platzes hat, so ist trotzdem mit einem Erfolg ter Gießener Els zu rechnen, wenn diese mit vollem Ernst an die Aufgabe herangeht.

Die Ligares erbe muß zu der gleichen Elf des Sportvereins 1920 Herbo rn. Ein Sieg ter Blauweißen liegt im Bereich der Möglichkeit, wenn auch der tückische Herborner Sportplatz und ter Sieg der Herborner über den Gießener Lokalgegner, Verein für Bewegungs­spiele, zu allerlei Bedenken Anlaß geben.

Die 3 b - Elf fährt zur 2. des Vereins für Rasenspiele Lich. Die Mannschaft, die erstmals wieder mit ihrem Sturmführer an­tritt, hat die besten Aussichten auf den Sieg und bamit Gelegenheit, bi« Scharte vom Vor- sonntag auSzuwetzen.

Die Jugenb- unb Schülermannschaften sind sämtlich spielfrei.

Die Derbandsspiele im Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Die kreisllasse.

£ Am kommenden Sonntag greift die 1. Mann­schaft ter Freien Turnerschaft Heuchelheim zum erstenmal in die Spiele der Rachrunte der Kreisllasse ein, und hat aus eigenem Platz Friedberg als Gegner. Diese Mannschaft bot, von guten Einzelleistungen abgesehen, am vergangenen Sonntag keine überzeugende Lei­stung und verlor verdient gegen Gießen. Allem Anscheine nach wird die Mannschaft gegenwärtig von den unruhigen Geistern befreit, eine Maß­nahme des Krersspielausschusses läßt dies we­nigstens annehmen Das Spiel in Heuchelheim verspricht aus diesem Grund« angenehmer au werten, bedeutet aber aus eben diesem Grünte eine ernstere Gefahr für Heuchelheim, das am Sonntag eine der wenigen Gelegenheiten hat, die Punkte zu behalten Friedberg wird sich äußerst zäh gegen eine nochmalige Riederlage in Oberhessen wehren und von vornherein auf Sieg spielen Ob dieses gelingt, hängt davon ab, ob di« Hintermannschaft Heuchelheims ruhige Rerven behält, der Sturm sich zu einheitlichen und geschlossenen Aktionen zusammenfintet und seinerseits alles versucht, ein möglichst günstiges Ergebnis für sich herauszuholen

Von den weiteren ©fielen ter Kreisllasse ist vor allem das Zusammentreffen ter beiten Tabellenführer der ersten Grupp«, W e fte n b unb Praunheim, von Interesse, bei dem. Westend mit seinem anertannt guten Spiel di« meisten Aussichten auf den ©iep hat. InBvckero­tz e i m nimmt Dorheim emen aussichtslosen Kampf auf.

Die I. Klasse.

Giehen hat gegen Wies« ck immer ver­sucht, die widerstandsfähigsten Mannschaften zu- sammenzustellen So dürfte es auch am Sonn­tag werden, wo die Gießener I b ter ersten Mannschaft Wiesecks gegenübersteht. Daß sich die hohe Riederlage wie am Sonntag gegen Alsfeld nicht wiederholt, dafür hat Gießen auf eigenem Platz eine Reihe Möglichkeiten. Auf ter anderen Seite hat Wieseck allen Anlaß, zu verhüten, daß sich ter Vorgang wie bei ter Vorrunde wieder­holt, wo Gießen ter weit besseren Mannschaft ein Unentschieden aufzwang. Rach tem Stärke­verhältnis beider Mannschaften muß Wieseck Sie­ger bleiben, andernfalls würde die Mannschaft versagen.

Ein zäher Kampf wird sich in Raunheim entwickeln, wo Raunheim, der Tabellen­führer, mit Alsfeld zufammeattrifst. Raun­heim hat bis jetzt noch nicht einen einzigen Verlustpunkt erlitten, damit beweist Die Mann- schäft ihre Beständigkeit und Fähigkeiten. Der Ausgang ist hier mit einiger Bestimmtheit vor­auszusagen, denn Alsfeld wird gegen die rei'ere Spielweise Raunheims einen sehr schweren Stand haben, und zum Schluß sich als geschlagen be­kennen müssen.

Ungewiß ist ter Ausgang des Spiels Lol­lar 1 und Marburg I in Lollar. Lollar muhte seit Beginn der Rachrunte bereits drei Niederlagen einstecken, und sieht seine sichere zweite Stelle arg ins Wanken geraten. Dieser Umstand dürfte der Mannschaft einen beson­deren Schwung und Siegeswillen verleihen. Rach seinem sehr guten Abschneiten gegen Raunheim überraschte Marburg mit einer hohen Nieder­lage gegen Wetzlar, und einem schwachen Spiel gegen Gießen. Die Marburger Männerturner tun also gut, den gefährlichen Loklarer Sturm nicht zu oft in Tornähe kommen zu lassen, denn aus eigenem Platz hat Lollar immer verstanden, die Spiele für sich erfolgreich zu gestalten.

Bei den Spielen ter 2. Mannschaften ter 1. Klasse stehen sich in Naunheim Alsfeld II und Naunheim II gegenüber. Naunheim wird wohl Sieger werden. In Heuchelheim messen die 2. Mannschaften Heuchelheims und Wiesecks ihre Kräfte. Der Ausgang dieses Spiels ist bei der unsicheren Spielstärke der 2. Mannschaften ungewiß.

Di« H. Klass«.

Alt«n-Dus«ck I hat Daubringen 1 als Gast. Das Spiel wird für die Einheimischen wenig Gewinnaussichten bieten, denn Daubringen verfügt über eine ausgeprägter« Spielweise, tec ter Mannschaft auch diesmal den Sieg bringen wird.

Leun I hat gegen Frvnhausen I auf deren Platz anzutreten und sollte auch ter Sie­ger bleiben. Durch ihren Punkt Verlust infolge Richtantretens gegen Burkhardsfelden ist Leuns Spitzenstellung stark ins Wanken geraten, so daß die Mannschaft sich sehr strecken muh, will sie ihre Positton behalten.

In Großen-Linten treffen sich Großen - Linden I und Burkhardsfelden I. Die Frage nach dem Sieger ist leicht entschieden, denn Großen-Linten wird wohl, ohne sich son­derlich ausgeben zu müssen, Sieg unb Purckte an sich bringen. Großen-Linden als Reuling hat es bei seiner ersten Beteiligung an den Der- bandsspielen fertiggebracht, sich beretts an die zweite Stelle zu setzen.

Die Jugendklasse.

Heuchelhei m wird im Spiel gegen Leun mit einem hohen Sieg abschneiden, denn die Leu­ner Jugend scheint über ihr primitives Spiel noch nicht hinausgelonrmen zu sein.

Interessanter verspricht schon daS Spiel zwll schcn Wetzlar und Klein-Linden in Wetz­lar zu werten. Den Wetzlarern muß man als tem Spielerfahreneren auf eigenem Platz ein Plus zurechnen.

Gießen und Wieseck werten sich, tote immer, in Gießen ein spannendes Spiel liefern, bei dem die Gewinnaussichten beiter Mann­schaften geteilt sind.

Steinbach wird gegen bi« gute Lol­lar« r Mannschaft kaum bestehen können und die größere Spielerfahrung ter Lollaver in einer höheren Torzahl anerkennen müssen.

Hachborn als Führer der Gruppe Ost wird auf eigenem Platz seinem Gegner Fron- Hausen wohl ebenfalls das Rachsehen geben, wobei der Torunterschied nicht allzu hoch wer­den dürfte.

Als einzige Schülermannschaften tre­ten am Sonntag Daubringen und Wetzlar in Daubringen an. Beite Mannschaften zeigen recht hübsche Leistungen, bei denen Wetzlllr eine Kleinigkeit voraus haben dürfte.

Heuchelheimer Fußball.

Kommenden Sonntag treffen sich auf tem Heuchelheimer Sportplatz die erste Mannschaft vom S. C. Riedergirmes und die 6 r fte vom Heuchelheimer Sportverein im fälligen Der-

von weiteren Kesseln gereinigt und dann in großen Tanks gespeichert. Der von seinem Speck befreite Körper wird auf dem Hinterdeck weiter ausgeschlachtet; die Knochen werden gemahlen und ebenfalls ausgekocht. Die Stationsschiffe sind Schlachthäuser größten Stils mit bis zu 250 Mann Besatzung. Sie sind mit allen erdenkbaren Ein­richtungen unb Vorräten für eine zweijährige Abwesenheit ausgerüstet, da man wegen der Gefahr des Einfrierens damit rechnen muß, über einen Polarwinter im Eise festgehalten zu wer­den. Ein Teil der Stationsschiffe ist mit draht­losen Rachrichtenmitteln ausgerüstet, die die Schiffe in den Stand setzen, nicht nur mit ihren Fangschiffen und der übrigen Flotte, sondern auch vom südlichen Eismeer mit Europa in Ver­kehr zu treten.

Bei ter planmäßigen Ausgestaltung des Krieges gegen die Walfische nimmt es nicht Wunder, wenn die Ausbeute in den letzten Jahren außerordentlich gestiegen ist. Die Ror- toeger haben allein durchschnittlich jährlich fast eine~ Million Hektoliter Walöl im Wert von annähernd 100 Millionen Mark heimgebracht. Dazu kommen die nicht unbeträchtlichen Sieben» erzeugnisse. Die geeignetsten Jagdgründe be­hüten sich bei den Südshetlandinseln unb bei ©üb- georgien, die fast zwei Drittel des gesamten Ertrages liefern. Die Ausbeute eines Tieres ergibt im Durchschnitt etwa 110 Hektoliter Oel. Das größte Tier von 28 Meter Länge brachte dagegen 485 Hektoliter im Werte von rund 33 000 Mk. Die Oelpreise schwanken sehr nach ter Güt« des Oels; eine Tonn« allerbesten Oels kostet etwa 700 Mk. Obwohl in der Walfisch­jägerei erhebliche Gelder angelegt sind, die fast die Hälft« des Jahres über brachliegen, lohnt sich das Gefchäft, wie man aus den Dividenden ter einzelnen Gesellschaften ersehen kann: Ein­zelne von ihnen verteitten bis zu 45 vom Hundert I Zur Zeit ist von einem Abnehmen der Wal­fänge noch nicht viel zu spüren; wie lange aber wird es dauern, bis sich die Folgen der plan- mäsigen Ausrottung bemerkbar machen und das Geschäft nicht mehr lohnt! Dann wird wieder eine jener vorsintfiulllch anmutenden Tierformen tem Aussterben nahe sein.

Die Zensur im heutigen Ruhland

Schere und Blaustift ter Zensoren, die im Rußland der Zaren so eifrig an der Arbeit ge­wesen sind, dürfen auch in der heutigen Sowjet- Republik nicht feiern. Der einzige Unterschied besteht in den Motiven, aus denen damals unb heute ein Werk tem Verbot« anheimfällt. Gin« interessante Zusammenstellung solcher von Sow­jet-Zensoren gefällter Verdammungsur teil« von Buchern findet sich in dem Manchester-Guardian. Wahrend früher unter dem Zaren Rikvlaus I. Seneca alsRepublikaner" verboten tourte, ver­fallen heute Plato und Kant dem gleichen Schick­sal, weil üjre Werkein tem Geiste einer idealistischen Philosophie" abgefaht find. Earlhle, Ruskin, Maeterlinck, Tolstvt unb Kropotkin sind nur in großen Bibliotheken zu finten, während sie den Lesern kleiner Bibliotheken vorenthalten werten. Manche Rovellen Dostojewskijs werden wegen ihresmystischen" Eharatters mit dem Bannstrahl belegt, und bi« Werke Ljeskows, dieses unabhängigen Geistes, ter zu seinen Leb­zeiten von Revolutionären und Reaktionären gleichermaßen verdammt tourte, erfahren das gleiche Los. Die Evangelien; der Koran unb ter Talmud sind nur in kleinen Bibliotheken, po­puläre religiöse Schriften überall verboten. Es ist amüsant, zu erfahren, daß die Werke Rietz- sches und Canon Farrars dem gewöhnlichen Leser nicht ausgehändigt werten, und daß auch andere für literarische und wissenschaftliche Ar- beiten unentbehrliche Bücher nur dann verliehen toeröen, wenn ter Bibliothekar persönlich die Verantwortung hierfür trägt. Auch vor den Werten der Chemie, der Astronomie und Ma­thematik macht die Arbeit des Sowjet-Zensors nicht halt, sondern untersucht alle Setten nach verdächtigen Stellen. Ein besonders v^rchsaincs Auge hat der -Zensor für alles, was das anti­religiöse Gefühl ter Lcser ver ehen könnte. So fiel jüngst eine Szene in der Rovcll«Dec An- tläget von O'Flaherty seinem S.iste zumOp'e-r. well der Held in einer Kirche stirdt. In der russischen Lleterledung mußte d es? schö"« Siegle uingeöntert werden, da in cn'r Kirche i:er­ben, ein schlechtes Beispiel für einen Sowjet- Helden sei.