,,Wassersreunde" Hannover Deutscher Wafserballmeister.
3n Braunschweig standen sich am So..:i- tag im Endspiel um d i e Deutsche Was - serballrneisterschaft Hellas-Magdeburg und Wasserfreunde-Hannover gegenüber. Hellas gelang es nicht, seinen Meistertitel mit Erfolg zu verteidigen. Bis zum Ablauf der regulären Spielzeit stand das Spiel 4 :4 unentschieden. Aach der Verlängerung ging Hannover in Führung. Hellas vermochte auszugleichen. Aber ein weiterer Treffer der Wassersrmnde stellte mit 6 :5 den Sieg sicher.
Neuer Weltrekord im 200-Mtr.- Bruslschwimmen für Damen.
3m Rahmen des Länderkampfes im Schwim- men zwischen Schweden, Norwegen und Finnland in Oslo siel te die junge Dänin Else 3 a c o b s e n . inen neuen Weltrekord im 2JO Meter Brustschwimmen mit 3 :16,6 auf. Der bisherige Welt- .ekord wurde von Frl. Baron-Holland mit J : 18,4 gehalten. Der deutsche Rekord über die leiche Strecke, den Frl. Murray 1925 auf» stellte, beträgt 3:20,2.
Obertzeffen.
t'unmrcie Gictzen
H. Grohen-Linden, 22. Aug. Dor einigen Tagen mach e man hier eine interessante ornithologische Entdeckung. Seit Beginn des Frühjahres trieb sich in nächster Umgebung des Dorfes ein Rabe umher, der sich iurch besondere Dreistigkeit vor seinen schwarzen Kameraden auszeichnete. Er durchsuchte auf den Daumstücken Daum für Daum nach jungen, frisch ausgebiüteten Vögeln und zahlreiche zerstörte Buchsinkennester zeigten den Erfolg seiner eifrigen Tätigkeit. Sogar bis in die Hausgärten wagte er sich, und an einem Sonntagmorgen holte er elf junge Hühnchen aus einem etwas abgelegenen Gehöft. Endlich gelang es dem Flurschützen, der den Raben schon längere Zeit vergeblich verfolgt hatte, ihn flügellahm zu schießen. Da fand man am rechten Fuß einen Aluminiumring mit der Aufschrift: Retur Zool. Etat. Helgoland 31 706. Auf Anfrage bei der „Staats. Biolog. Anstalt auf Helgoland" erfuhr man, daß der Vogel als junges Tier am 14. Mai 1925 in Kinzenbach (Kr. Wehlar) beringt worden war. Er hat also nicht, wie man zuerst annahm, eine Reife von Helgoland bis hierher gemacht, sondern er ist von einem Mitarbeiter der Vogelwarte Helgoland, die jedem, der sich in tfjren Dienst stellt, kostenlos Fuhringe zur Beringung von Vögeln zur Verfügung stellt, marfiert worden.
H Grünberg. 22. August. Dieser Tage verunglückte der in dem Steinbruch am Höllkopf bei Queckborn beschäftig.e Arbeiter Hermann Röhrn. Größere Gesteinsmassen lösten sich in etwa 10 Meter Höhe, trafen ihn und verletzten ihn am Kopf, Brust und Leib so schwer, daß seine Einlieferung in die Klinik sofort veranlaßt werden mußte. Dr. F u l d a t (Grünberg) leistete die erste Hilfe und brachte den Derunglückien mit feinem Auto nach Gießen. Die schweren Verletzungen erforderten eine sofortige Operation, die aber keine Hilfe mehr bringen konnte. Seinen Verletzungen ist er dann am Samstag erlegen. Die Familie findet allgemeine Teilnahme in der Bevölkerung. Der Fall ist um so tragischer, als erst vor kurzem die Frau verstorben ist und vier unversorgte Kinder nun allein stehen. — Der Verstorbene war als Austräger des „Gieß. Anz." in Grünberg tätig.
S Grünberg, 22. Aug. Der Anbau der hiesigen Oberrealschule geht allmählich seiner Vollendung entgegen. Man ist augenblicklich mit der 3nnenausgestaltung beschäftigt. Das neue Gebäude ist vollkommen mit dem alten Schulgebäude verbunden. 3m Keller des Anbaues ist die Heizungsanlage untergebracht. 3m Erdgeschoß befindet sich ein gemeinsamer,, geräumiger Physik- und Chemiesaal mit den dazugehörigen Rebenräumen, je einem Vorbereitungszimmer für Chemie und Physik und einem physikalischen Sammlungsraum. 3m oberen Stockwerk wurde ein großer Saal geschaffen, der als Zeichensaal und Versammlungsraum Verwendung finden soll. Die freiwerdenden Räume im alten Gebäude werden dann als Klassenzimmer verwandt. Man hofft in sechs Wochen die neuen Räume beziehen zu können. — Das neue F i - nantsamtsgebäude an der Theo-Koch- Straße wurde im Laufe der vorigen Woche begonnen. Es soll im Rohbau noch vor Winter fertiggestellt fein.
D Lich, 22. Aug. Der großen Tage unseres Vaterlandes (18. August 1870 und 22. August 1914) gedenkend, gab sich die hiesige Vereinigung der Kampfgenossen am Sonntagabend ein Stelldichein. Leider konnte nur einer der wenigen noch lebenden Kampfgenossen aus dem Kriege 1870/71, Polizeidiener i. R. Schmidt, der Veranstaltung beiwohnen. Der Vorsitzende der Vereinigung, Wilh. Weigel, sprach in vortrefflichen Worten von den großen Tagen unseres Volkes und gedachte besonders derer, die im Kampf für das Vaterland den Tod gefunden haben.
Kreis Friedberg.
* B u tz b a ch, 23. Aug. Der nächste Rindvieh- und Schweinemar t in unserer Stadt findet am 8. September statt. Es dürfte wiederum mit einem starken Viehauftrieb zu rechnen sein.
G a m b a ch , 22. Aug. Am vergangenen Sonntag wurde hier das Dezirksfest des 4. Bezirks des Arbeiter-Radfahrerbundes „Solidarität" gefeiert, dessen Iurchführung der hiesige Arbeiter-Rad- fahrerverein übernommen hatte, der auch leichzeitig das Fest seiner Bannerwrihe damit i?:ibanb. E'.ngeleitet wurde die Festlichie t durch einen Fackelzug am Samstagabend. Rach Ankunft auf dein Festplahe erfolgte die Degrühungs- aisiprache des 1. Vorsitzenden Heinr. Mohr und des Bezirksleiters Bauer. Weiterhin fanden dann Reigenvorführungen der Reigenmannschaf- ten der erschienenen Ortsgruppen statt. Der Sonntagmorgen brachte dann die Reigenwettbewerbe. Die Ergebnisse sind folgende: 3m Sechser-Schulreigen erhielt Ober-Mörlen den ersten Preis. 3m Vierer-Schulreigen errang die zweite Mannschaft der hiesigen Ortsgruppe die höchste Punktzahl. Am Rachmittag bewegte sich dann ein recht stattlicher Festzug durch die Orisstraßen. Rach Ankunft auf dem Festplaye ergriff Herr Sch ar- ko w s k i - Gießen das Wort zu seiner Festrede, in der er Zweck, Ziel und Bestrebungen des Rad» fahrerbundes „Solidarität" kennzeichnete. Dann weihte er das neue Danner und übergab es dem *
Bannerträger, der es mit Worten des Dankes übernahm. Das Ergebnis des Preiskorso ist folgendes: Den 1. Preis (18 Punkte) errang die Ortsgruppe Gambach, 2. Pr. (17) Ortsgr. Gie- feen, 3. Pr. (16) Ortsgr. Ober-Mörlen, 4. Pr. (15) Ortsgr. Pohlgöns, 5. Pr. (14) Ortsgr. Großen- Linden.
Kreis Büdingen.
= Büdingen, 22. August. Unsere immer wieder gern ausgesuchte altertümliche Krrisstadt stand gestern im Zeichen zweier Tagungen, die von größeren hessischen Organisationen veranstaltet wurden. Außer den he suchen Grichichts- und Altertumsvercinen, über deren Tagung gestern bereits berichtet wurde, war auch der hessische Landesverband des Deutschen Seevereins hier zu Gast und hielt hier seine diesjährige Hauptversammlung ab. 34 Delegierte aus den Ortsgruppen von Oberhessen und Starkenburg nahmen an der Tagung teil, die im Hotel -Zum Stern" stattfand und auch einen guten Besuch seitens des hiesigen Seevereins aufwies. Der Vorsitzende des hessischen Secvereins, Geheimrat Dr. Merck (Darmstadt) begrüßte die Gäste, darunter die hiesige Fürstin, mit herzlichen Worten und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Tagung in dem schönen erinnerungsreichen Büdingen stattfinden könne. Lebhaftem 3ntereffe begegnete der Dortrag von Korvettenkapitän 3 a c o b f e n über „Ziele und Bestrebungen des Seevereins". Gr gab wertvolle Anregungen, wie die Ziele des Seevereins Gemeingut aller Dolkskreise werden können und sprach damit allen Anwesenden aus dem Herzen. Ein Dertreter Gießens äußerte den Wunsch, daß die Anregungen im Druck allen Ortsgruppen zugänglich werden möchten. Major a. D. Dolmar (Darmstadt) erstattete den Geschäftsbericht. Er sand dankbaren Beifall für die gewissenhafte Geschäftsführung. Beschlossen wurde, mit den Tagungen unter den drei hessischen Provinzen zu wechseln. 3m nächsten 3ahre soll, wenn möglich, Mainz oder Bingen Tagungsort werden. Ein von Lehrer Heusohn (Lorbach), dem trefflichen Kenner der Geschichte Büdingens, geführter Rundgang durch die Stadt machte mit den mannigfachen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt bekannt und bildete einen schönen Abschluß der Tagung.
nd. R i d d a, 22. Aug. 3n dem heutigen Dormittagsgottesdienst wurden die nächstjährigen Konfirmanden unseres Kirchspiels feierlich in den Konfirmandenunterricht eingeführt. Es sind nur 49 Kinder, 17 Knaben und 32 Mädchen, die größtenteils im ersten Kriegs- jahr geboren sind. Seither zählte unser Kirchspiel durchschnittlich jährlich 65 bis 70 Konfirmanden. Pfarrer Laut hielt eine beherzigenswerte Predigt über das Thema: „Wir und die Kinder", worin er eindrücklich auf die Pflichten der Eltern, Dcrwandten und aller Gemeindeglieder den Kindern gegenüber hinwies. — Der vor einigen Tagen ausgebrochene Streit zwischen den Gemeinden Ridda und Michelnau über die Fassung einer neuen Quelle zu unserer Wasserleitung hat sich als völlig unnötig erwiesen, nachdem die hiesige Bürgermeisterei einen notariell aufgenommenen und kreisamtlich genehmigten Kaufvertrag aus dem Jahre 19 14 aufgefunden hat. Derselbe enthält die Bedingung, daß die Stadt Ridda mit dem Kaufpreis der damals von Michelnau erworbenen Quelle auch das Wasservorkommen in der Michelnau verbliebenen Restparzelle gekauft hat und nur bei vorkommenden Arbeiten den direkten Schaden zu vergüten hat. 3n dem gegenwärtigen Falle kann es sich also für Michelnau nur um den Derlust der Grasnuhung handeln.
h. Bad Salzhausen, 22. Aug. Nachdem die Anlage einer unterirdischen Telegraphen- und Telephonleitung von hier nach Ridda in Betrieb gesetzt ist, ist die oberirdische Leitung längs der Straße nach Ridda überflüssig geworden. Die Masten wurden kürzlich entfernt. Die neue Leitung ist kürzer, weil sie über den Berg zum Postamt Ridda führt.
Kreis Schotten.
S L a u b a ch , 22. Aug. Heute vollendet in ichcr und geistiger Frische Landwirt Georg Göbel IV. sein 8 0. Lebensjahr. Hm ein volles 3ahr älter ist Landwirt Konrad 3ochem HL, der als Gemeinderat und Feldgeschworener sich sehr verdient machte. Das hessische Ministerium hat durch das Vermessungsamt Hungen ihm durch ein besonderes Schreiben den Dank für seine 35jährige ersprießliche Tätigkeit ausgesprochen. — Am Samstag und Sonntag fand hier die alle zwei 3ahre wiederkehrende Versammlung der „Vereinigung ehemaliger Lehrer und Schüler des Gymnasiums Fridericianum" unter starker Teilnahme der alten Pennäler statt. 3m „Solm- fer Hof" wurden zwei Vorträge gehalten, von Studienrat Dr. Listmann-Darmstadt über: „Die Vorzüge der humanistischen Bildung", und von Pfarrer Karl V o l p - Heidelbach: „Wozu verpflichtet der Besuch des Gymnasiums Fridericianum?" Abends fand ein gemeinschaftliches Essen statt. Zum Kommers war der große Saal des „Solmser Hofes" bis auf den letzten Platz beseht. Dr. Karl Andree, Marburg, der Vorsitzende des Bundes, der jetzt 585 Mitglieder umfaßt, hatte das Präsidium übernommen. Er begrüßte die Versammlung und sprach über die Bedeutung der Tagung. Bernhard Graf zu Solms - Laubach sprach in Vertretung seines älteren Bruders Georg Friedrich, des Vorsitzenden der Ortsgruppe Laubach, den Dank für die Begrüßung aus und ließ den Pennäler-Bund hochleben. Chefredakteur Wilhelm 3uh i, Berlin, toastete auf die anwesenden Damen. Sodann wurde einstimmig eine Resolution betr. Wiederaufbau des Gymnasiums Fridericianum gefaßt: diese soll der oberen Kirchenbehörde übergeben werden, die gebeten wird, die Angelegenheit in die Wege zu leiten. Die treffliche Kapelle Topp, Gießen, trug wesentlich zur Belebung der Versammlung bei, die bei fröhlichem Gesang und angeregter Unterhaltung bis 3 Hhr vereinigt blieb. Am aridem Morgen rief das Schul- glodlein die Festgenossen zu einer Gedenkfeier an der Ehrentafel für die Gefallenen des Weltkrieges in der Aula des Gymnasiums. Diese Tafel wurde 1923 gestiftet und enthält die Ramen von 59 früheren Angehörigen des Fridericianums, die für das Vaterland starben. Hier hielt Chefredakteur 3 u h i die Gedächtnisrede. Auf 10 Hfjr war gemeinschaftlicher Kirchgang angeseht. Es predigte Dekan Volp: die Orgel spielte Konzertorganist Adolf Wieder, Halle, ein ehemaliger Laubacher Gymnasiast, mit bekannter Meisterschaft. Ein Abschiedstrunk beschloß die in allen Teilen wohlgelungene Feier.
8chach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 123.
Don Ed. Petsch-Manskops. Schwarz.
a b c d e r g h
a b c d e f : h Weih.
Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Kc2; Lf8; Sb4; Bb3, g7. Schwarz: 2 Steine. Ka3; Bb6!
Ein selten schönes Problem des bekannten deutschen Komponisten.
Partie Nr. 123.
Gespielt in der 6. Runde des Rheinmeisterturniers zu Aachen.
Italienische Partie.
Weiß: Multhaup. Essen.
Schwarz: D. v. Nüß, Düsseldorf.
1. e2-e4
2. Sgl -f3
3. Lfl - c4
4. c2-c3
5. d2-d4
6. c3xd4
7. Sbl -c3 8 e4xd5
1. "e7 - e5
2. Sb8 —c6
3. Lf8-c5
4. Sg8-f6
5 e5xd4
6. Lc5 - b4 4-
7. d7-d5
8. Sf6xd5
Dieses Entwicklungssystem verdient unseren Beifall nicht: vorzuziehen ist 7..... Sf6xe4, wor
auf sich nach 8. d5 der Möl.ersche Angriff ergibt. 9. 0-0 9. Lb4Xc3
10. b2xc3 10. 0-0
11. Lei -a3
22. De2xe8 +
23. Telxe8+
24. d4-d5
25. dSXcb
26. c6xb7
27. c4xb5
28. b5 — bö? ?
22. DfTxeS
23. Lg6xe8
24. a7-a6
25. a6xb5
26. Sb6-d7
27. Le8 — f7
Dadurch gibt Weiß den Gewinn auS Hand, mit 28. Sd4 war total verloren. 28..... 28. c7xb6
29. La3-d6 29. Lf7-d5
30. b7-b8D+ 30. Sd7xb8
31. Ld6xb8 31. Ld5Xf3
Mit klarem Remisschluh.
der
Lösung deS Problems Nr. 120. Don Fr. Müller.
1. Kc2-d3, h6xh5 2. Lel-h4 usw.
1....., h6xg5 2. Df7-h7 usw.
1...... Kg4xg5 2. Kd3-e4 usw.
Lösung des Endspiels Nr. 37.
Don A. Kubbel.
1. c6-c7, Tf4-e4+ 2. Kel -d2! (bet einzige Zug auf Kfl oder f2 folgt Te8 3. Sd6, Tf84- nebst Lxl.5 und Schwarz kann remis halten). Te4xd4-f- 3. Kd2-c3, Ldl-g4! 4. h3Xg4, Td4-d7!! (auf c7-c8D folgt jetzt Tc7+ 6. Dxc7 und Schwarz ist patt). Also 5. Sb7-d6, Td7xc7+ 6. Kc3-b4! und Weih gewinnt, da auf einen Turmzug S15 .... auf Kg7 jedoch Se84- mit Turmgewinn folgt. Eine lehrreiche Studie.
Aus der Schachwclt.
3n dem am 8. August beendeten Silberpokal- tumier siegte Bleutgen, Mainz, mit 6 Zählern aus 7 Partien vor Buerger, London, (+ 5); eine sehr gute Leistung. Dritter Preisträger wurde Goldstein, London, mit 41/» Punkten: derselbe ist als moralischer Sieger des Turniers zu bezeichnen, da er in einer glatten Gewinnstellung gegen Professor Mannheimer eine Figur etn- stellte und so noch verlor. Den 4. bis 5. bis 6. Preis teilten Professor Mannheimer: Haar, Frankfurt a. M.: Scringeour, London: sowie Werner, Würzburg.
3m Rebentumier siegte 3ellie, London, vor Loustroff, Wiesbaden.
3m Damenturnier wurde Siegerin Fräulein Oppenheimer, Homburg.
Das Vereinsturnier, welches an annähernd 80 Brettern ausgetragen wurde, sah Wiesbaden siegreich. Der zweite Preis fiel an Höchst, der dritte an Mainz.
Als Abschluß des Kongresses wurde eine lebende Schachpartie zur Darstellung gebracht.
Die Narrenkappe.
Die beiden Läufer sind nun sehr wirksam postiert.
11..... 11. Tf8-e8
12. Ddl-d2 12. Lc8-g4
Ein unmotivierter Angriffszug. Schwarz sollte sich lieber mit Le6 verteidigen.
13. Sf3-g5 13. Lg4 - h5
Alm die Drohung 14. Sxf7 nebst 15. Df4 -f- zu begegnen.
14. Tal -el 14. Dd8-d7
15. f2 — f4
16. Se5-f3
17. TflXel
18. Lc4-b5
15. Lb5-g6
16. TeSxel
17. Sd5-b6
18. Dd7-d5?
Ein schwacher Zug, Schwarz übersieht folgenden Tempogewinn des Weißen, der c4 die schwarze Dame zurücktreibt.
19. Dd2-e2! 19. f7-f6
den mit
20. c3-c4 20. Dd5-f7
21. g2 — g4!
Ein starker Angriffszug. der Figurgewinn droht; falls f5, so Se5l (nach Lc6:).
21..... 21. Ta8-c8?
Dieser Zug verliert, Weih begeht im entscheidenden Augenblick jedoch eine Alebereilung, so dah sein Gegner noch mit einem „blauen Auge" davonkommt.
Splitter und Sparren vom Redakttonstisch. Anekdoten um Liebermann.
. Liebermann hat Richard Dehrnel gemalt. Der Dichter hatte aber zum Schluß immer Äenderungs- wünsche, bis Liebermann entgegnete: „Hörense mal, Sie dürfen von einem Porträt nicht verlangen, daß es noch Papa und Mama sagen kann."
Ein Besteller ist mit der Aehnlichkeit seines Porträts nicht zufrieden. Liebermann lagt ihm: „Wislense, ick habe Sie ähnlicher gemalt, als Sie sind.
Liebermann sitzt in Haarlem, wo er Franz Hals kopiert, am Markt im Caf6 in der Gesellschaft eines damals sehr bekannten deutschen Schlachtenmalers und eines anderen Künstlers. Der berühmte Hof- maler fragt Liebermann: „Sagen Sie, wozu kopieren Sie das alte Zeug eigentlich, was finden Sie bloß an dem Franz Hals/ Liebermann antwortet: „Das is nid) so einfach zu sagen — zum Beispiel es siebt doch niemanden, der so eenen Kopp malen kann." Da erhebt sich der Begleiter und sagt mit ehrfürchtiger Handbewegung: „Aber hören Sie mal, hier der Herr Professor . .
■= ■ = Hoherodskopf, 22. Aug. Hier hatten sich am letzten Samstag zahlreiche Lehrer aus elf verschiedenen Bezirken zu einer größeren Konferenz gufammengefunten, die unter Leitung von Lehrer i. R. Karl Link, Rudingshain, stand. Die Versammlung bekam ihre besondere Rote durch die Anwesenheit des ersten und zweien Vorsitzenden des Hessischen Landeslehrervereins, Rektor und Landtagsabgeordneten Reiber, Darmstadt, Lehrer K a u f f m a n n, Atzenhain sowie des Schriftleiters des „Schulboten", Lehrer Gg. Rückert, Darmstadt. Rach Begrüßung der Erschienenen und Eröffnung der Konferenz referierte in längeren Ausführungen Lehrer K a u f f m a n n, Atzenhain, über die kommende Desoldungsneuordnung und der Bedingungen, die an sie hinsichtlich einer Einstufung der Lehrer zu stellen sind. Landtagsabgeordneter Reiber und Lehrer Rückert ergänzten diese Ausführungen in mehrfacher Hinsicht. An die Darlegungen der Redner schloß sich eine lebhafte Diskussion an, in der besonders die Wünsche der Landlehrer auch hinsichtlich der Steltenbesetzun- gen in den Städten zum Zwecke der Kinderausbildung zum Ausdruck kamen. Weiterhin wurde die Frage des kommenden Reichsschul- gesehes erörtert.
------ Breungeshain, 22. Aug. Hier ereignete sich beim Kartoffelausmachen ein bedauernswerter Alnglücksfall. Ein sechsjähriger Knabe traf sein dreijähriges Schwesterchen mit dem Karst so unglücklich auf den Kopf, dah das schwerverletzte Kind sofort in die Klinik nach Gießen überführt werden mußte. Es liegt eine Verletzung der Hirnhaut vor.
Rheinhessen.
Lpd. Mainz, 22. Aug. In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Personen auf Rummelplätzen durch Unvorsichtigkeit oder schadhafte Geräte verunglücken. So ist gestern wieder auf der hiesigen Messe ein 33jähriger Mann aus Bretzenheim aus einer Schiffschaukel gestürzt, wobei er schwere innere Verletzungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden mußte.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
-^-Lützellinden, 22. August. Trotz der ungünstigen Witterung wurde gestern unter
starker Anteilnahme unserer Einwohnerschaft und zahlreicher auswärtiger Festgäste das Jahres- fest der hiesigen evangelischen Kl ein- kinderschule gefeiert. Alntet Vorantritt des Posaunenchors zog am Nachmittag, von mehreren Schwestern betreut, die kleine, festlich geschmückte Kinderschar nach dem nahegelegenen Festplatz, wo die Kleinen durch mancherlei Spiele und Vorführungen die Zuschauer zu unterhalten wußten und dann mit einer mächtigen Bretzel belohnt wurden. Bedauerlicherweise machte der Regcn dem fröhlichen Treiben ein vorzeitiges End?, so daß nach einem Gesangsvortrag des Gemischten Chores unter Leitung des Dirigenten Alten- Heimer der Ortsgeistliche, Pfarrer Koch, mit einem kurzen Schlußwort die Feier beenden mußte. — Die hiesige Kleinkinderschule besteht in unserem Orte schon seit über zwanzig Jahren unb hat sich während der Dauer ihres Bestehens als äußerst segensreiche Einrichtung erwiesen. Als Station des Schwestcrnmutterhauses in Ronnenweiher steht sie zur Zeit unter der Leitung von Schwester Luise Rühl und ist im hiesigen evangelischen Vereinshause untergebracht, jedoch soll ihr später auf einem schon bestimmten Platz ein eigenes Haus gebaut werden.
Q Riederkleen, 22. Aug. Ein hiesiger 13 Jahre alter Schuljunge verunglückte durch die Explosion einer Sprengkapsel derart schwer, dah sofort ärztliche Hilfe herbeigeholt und er nach Anlegung eines Rot- verbandes in das Iohanniter-Krankenhaus in Rieder-Weisel überführt werden mußte. Der Junge hatte die Sprengkapsel an das Herdfeuer gehalten, so daß sie nach kurzer Zeit explodierte und ihn an der rechten Hand, an der Brust und im Gesicht erheblich verletzte. Die Sprengkapsel soU von 14 und 15 3ahre alten 3ungen aus dem Aufbewahrungsraum eines der Stein- brüdje im Distrikt „Mühlberg" entwendet worden fein.
O Groß.Rechtenbach. 22. Aug. Die Kirchengemeinden Groh- und Klein-Rechtenbach feierten am Sonntage ihr diesjähriges Mi s- si onsf est , zu dem sich trotz des ungünstigen Wetters eine verhältnismäßig große Anzahl Gäste, besonders auch aus den benachbarten Gemeinden, eingefunden hatte. Der erste Teil dcA Festes fand im Freien bei der Kirche statt. Dem Festgottesdienst hielt Pfarrer Schmidt, Wey- lar: außerdem sprach Ortspfarrer Cap pell. Klein-Rechtenbach. Die sich an eine kurze Kaffee- pause anschließende Rachversammlung konnte we-


