aufgestellt hatte. Vor allem lehnte er dessen Auffassung hinsichtlich der Spezialisierung des Unterrichts an den Hochschulen ab. Weiter sprachen noch Professor Dr. Godbergen (Hann-Munden) und Oberförster Dr. Künanz (Darmstadt), die die Thesen Dr. Webers gegen die verschiedenen Angriffe verteidigten.
Vom Reichspräsidenten v o n H i n d e n b u r g ist ein Begrüßungstelegramm eingelaufen, in dem er der Tagung besten Erfolg wünscht.
Kreisjugendlag des D. H. V.
Am Samstag und Sonntag hielt der Bund der Kaufmannsjugend des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes seinen diesjährigen Kreisjugendtag in Alsfeld ab. Zahlreich war die Beteiligung der Kaufmannsjugend aus dem Kreisgebiet (Oberhessen, Lahn- und Dillgebiet) und gab dem Straßenbild Alsfelds ein besonderes Gepräge. Eingeleitet wurde die Tagung mit einem Fackelzug unter Dorantritt der Feuerwehrkapelle. Der Zug bewegte sich vom Bahnhof durch die Straßen der Stadt zum Marktplatz, der von der Einwohnerschaft Alsfelds trotz der späten Abendstunde dicht besetzt gehalten wurde. Auf dem Marktplatz begrüßte Beigeordneter Weitz als Vertreter des Bürgermeisters die Kauf, mannsjugend. Er wies auf die altehrwürdigen Bauten Alsfelds hin. die von einer glanzvollen Vergangenheit als Handelsstadt zeugten. Alsfeld sei mithin der geeignetste Ort für eine Tagung des Heranwachsenden Kaufmannsstandes. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Ansprachen des Gauoor- stehers Auerbach (Frankfurt) und des stellvertretenden Gauvorstehers Hirsch (Gießen). Gauvor- sicher Auerbach wies auf die nationale Bedeutung des Kaufmannsstandes hin und erinnerte die Kaufmannsjugend daran, daß auch sie die Aufgabe habe, an dem Wiederaufbau und der Befreiung des
deutschen Vaterlandes mitzuarbeiten. Mitarbeit bedeute Pflichterfüllung, die der Redner dann im einzelnen erläuterte, wobei er auf die Bestrebungen des Bundes der Kaufmannsjugend im D. H. V. hinwies. Stellv. Gauvorsteher Hirsch nahm die Weihe einiger Wimpel vor, deren symbolische Bedeutung er den Kausmanslehrlingen vor Augen führte. Während der Weiherede setzte die Festbeleuchtung des Marktplatzes, insbesondere des Rathauses uno der Kirche ein, ein Schauspiel, das der Alsfelder Bevölkerung zum ersten Male geboten wurde. Der Sonntag vereinte die katholischen Bundesbrüder zu einem gemeinsamen Kirchgang, während für die evangelischen Lehrlinge ein Feldgottesdienst abgehalten wurde. Es folgten alsdann die sportlichen Wettkämpfe (Berufswettkämpfe im kommenden Januar) im Dreikampf, Hochsprung, Weitsprung, Diskuswerfen, Speerwerfen, 1OO=, 200=, 400= und 1500-Meterlauf. Den Schluß bildete ein Fußballspiel Gießen und Lauterbach. Rach der Mittagspause führte eine Kundgebung die Kaufmannsjugend im Hotel „Deutsches Haus' nochmals zusammen. Diese Kundgebung, bestehend aus Gesängen, Ansprachen und einem Vortrag des Gaujugendführers K u b a n k e (Frankfurts, stand unter dem Leitwort des Leipziger Bekenntnisses: „Wir, die Kaufmannsjugend im D. H. V., wollen: an Leib und Seele ganze Männer werden und im Berufe die Tüchtigsten sein. Wir wollen in der Lehre und durch Eingliederung in unsere Gewerkschaft rastlos und freudig an uns arbeiten. Wir wollen durch unsere Arbeit im Leben, im Beruf und in der Gewerkschaft unserem Volke dienen, dem wir uns aufs innigste verbunden fühlen." Gaujugendführer K u b a n k e sprach über „Die nationalen Aufgaben des deutschen Kaufmanns". Anschließend erfolgte die Verkündigung der Sieger im sportlichen Wettkampf. Mit einem Schlußwort fand die eindrucksvolle Tagung ihr Ende.
Turnen, Sport und Spiel.
Sportfest der Gießener Garnison
Mehr Pech konnte unser Bataillon mit dem Wetter zu seinem am Sonntag ausgetragenen S p o r t f e st nicht haben. Mit dem ersten Startschuß um 15,30 Ahr stellte sich ein immer stärker werdender Regen ein, der sich bis zum Schluß in Platzregen verstärkte. Trotz des zweifelhaften Wetters vorher hatten sich weit über 1000 Zuschauer auf dem Platz eingefunden, die zum größten Teil im Regen bis zum Schlüsse durchhielten — ein Zeichen für die abwechselnden und spannenden Ääni'/e, die unsere Soldaten der Bürgerschaft boten. Alle Anerkennung der Leitung, den Kampfrichtern und den Wettkämpfern, die durchhielten und mit soldatischer Selbstverständ- lichkeit trotz aufgeweichter Bahnen und schlüpfrigen Rasens immer wieder zum Kampfe antraten. Als dann beim Handballspiel der Regen seinen Höhepunft erreichte, mußte sich die Leitung entschließen, das Spiel wegen aufgeweichten Bodens abzubrechen und auch die Quadrille ousfallen zu lassen. Die Wettbewerbe wickelten sich dem Programm gemäß ab. Mit besonderem Interesse verfolgten die Zuschauer die Austragung des s. M. G. und I. M. G. -Hindernis l a u f s. Die glatte Aeberwindung der Hindernisse war auf dem nassen Boden stark beeinträchtigt, und doch waren die Zeiten erheblich besser als in den Borkämpfen. Schon hier kam die Tendenz des Militär-Sports zum Aus- im Massen-Wettkampfe die Prü- süng seiner sportlichen Ausbildung zu sehen. So traten auch die Stafetten stark in den Vordergrund; die gute 4 X 100-m-Mannschaft der 2./15 hatte sich im Borkampf durch Hebers chreit- ten der Wechselmarke disqualifiziert; sie lief auch am Sonntag die beste Zeit vor der siegreichen Stafette der 1. 15, deren Startmann Grenad. Weigand sich als veranlagter Sprinter schon -beim 100-m-Lauf entpuppt hatte.
Im Turnen trat Fischspringen an Stelle des Reckturnens. Oberleutnant Schäfer führte eine 12 Mann starke Riege mit gut ausgeführten Sprüngen vor. Inzwischen war die Rachrichtenstafette zugunsten der 2./15 entschieden worden, und einige Gewehrfechtpaare zeigten technisch gute und forsche Kämpfe.
Die in Gießen erstmalig vorgeführte Medizinbollstafette bot in ihrem Aufbau wie in der Durchführung ein hübsches Bild neuzeitlicher Soldatenspiele.
Der Höhepunkt wurde mit der 50x105- Meter-Komp.-Stafette erreicht. Der Aufmarsch der 200 Läufer im geschlossenen Stillauf klappte im Takte des „Lampenputzers" wie
der Parademarsch auf dem Kasernenhof. Cs ist besonders anzuerkennen, daß die Sensation der Wettkämpfe auf diese breite Basis der Massen- ausbildung gestellt wurde, die man leider bei den meisten Vereinen noch vermißt. Die 3. Komp, setzte sich durch den Einsatz ihrer besten Läufer schon in der ersten Runde an die Spitze und lag bis zur vorletzten Runde mit wechselndem Vorsprung von 30 bis 80 Meter durch; dahinter stets 2. 15, gefolgt von der 1./I5, dann 4. Komp. Gegen Schluß schob sich das Feld enger zusammen; die beiden vorne liegenden Mannschaften (3. und 2. Komp.) wechselten beim 49. Wechsel gleichzeitig, so daß Centn. Petermann für seine 2. Komp, den verdienten Sieg herauslaufen konnte.
In der langen Strecke, 3000-Meter- L a u f gelang es dem Unteroffizier Wagner, 3./15, in hartem Endkampf seinen stark nachdrängenden Rivalen abzuschütteln und in einer beachtlichen Zeit als erster durchs Ziel zu gehen. Den 100-M«’er-Lauf zwischen Läufer, Radfahrer, Motorradfahrer und Reiter gewann der Läufer mit 20 Meter Vorsprung.
Abends fand im Zusammenhang mit dem Konzert der Bataillonskapelle die Preisverteilung in der Dolkshalle statt. Der Kommandeur, Oberstleutnant Fritz, begrüßte die Gießener Bürger, die die Halle bis zum letzten Platz beseht hatten, und sprach den Stiftern der Ehrenpreise seinen Dank aus. Rach einigen feierlichen Minuten im Fackelschein des „Großen Zapfenstreichs" feierten unsere Grenadiere bei Tanz und geselligem Zusammensein den Manöverabschied von ihrer Garnison.
Rachstehend die Ergebnisse der Weitlämpfe: 100-Meter-Lauf: 1. Obergren. Weigand, 1. Komp., 11,7; 2. Antecoff. Wagner, 3. Komp., 11,8; 3. Gefr. Rehren, 1. Komp., 12,0;
800-Meter-Lauf: 1. Obergesr. Rüth, 3. Kvmp.; 2. Obergren. Bohn, 1. Komp.; 3. Obergren. Büttner.
3000-Meter-Lauf: 1. Anteroff. Wagner, 3. Komp., 10,17,2; 2. Obergren. Müß, 3. Komp., 10,19,8; 3. Obergren. Wagner, 1. Komp., 10,54,5.
Hvchsprung: 1. Feldw. Paulus, Stab, 1,58; 2. Gefr. Krämer, 2. Komp., 1,56; 3. Anteroff. Kämmerer, 1. Komp., 1,52.
Weitsprung: 1. Feldw. Paulus, Stab, 5,88; 2. Obergesr. Lang, 3. Komp., 5,77; 3. Gefr. Rehren, 1. Komp., 5,48.
Handgranatenweitwurf: 1. Obergren. Mvhl, 3. Komp., 61,15; 2. Gren. Schnell, 1. Komp., 59,30; 3. Gren. Fischer, 2. Komp., 58,55.
Geld und Erfahrung
Novelle von Max E y t h.
23 Fortsetzung Nachdruck oerbolen
„Oberst Olcott. Wissen Sie es schon?" bestätigte der Direktor. „Sie sehen, daß sich alles bei uns ziemlich prompt und flink abwickelt. Ein anderes Tempo als in Ihrer alten Heimat, das müssen Sie zugeben. Oberst Olcott, einer unserer schneidigsten Kongreßleute — ich gratuliere Ihnen dazu, daß Sie mit dem befreundet sind. Ich habe schon öfter von ihm gehört und wollte, er wäre mein Freund?"
„Und dagegen ist nichts zu machen?" fragte ich halb betäubt.
„Zu machen? Was wollen Sie dagegen machen?" fragte der Direktor. „Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Freund, und Sie wollen etwas dagegen machen?"
„Aber das Geld sollte nicht Olcott, sondern ich erheben! Olcott hatte nicht entfernt die Berechtigung —"
„Was, ist er nicht Ihr Freund?"
„Gewiß, aber wie bekomme ich jetzt das Geld von dem Obersten?" fragte ich, aufs tiefste beunruhigt.
„Ja, das ist eine ganz andere Sache, lieber Herr Etzth", versetzte der Direktor und preßte einen leisen, dünnen Pfiff durch seine schmalen Lippen. „Dies geht das Zollamt eigentlich nichts an. Ich würde ihm schreiben."
„Donnerwetter!" rief ich mit übcrwallendem Gefühl, „das will ich auch. Einen gepfefferten Brief!"
„Freilich, es wird seine Häkchen haben. Ich würde mit dem Pfesfer vorläufig recht sorgfältig umgehen", sagte mein Berater sehr nachdenklich. „Ein Kongreßmann, der vierundzwanzig Stunden nach der Annahme einer derartigen Verordnung viertausendzweihundcrt Dollar aus der Hauptzoll- amtskasse gabelt und für seinen Freund in die Tasche steckt, versteht das Geschäft. Aber schreiben Sie nur. Ich würde ihm sehr höflich schreiben. Und wenn er nicht antwortet, telegraphieren Sie, am sichersten mit bezahlter Antwort. Die Herren haben nicht immer bar Geld bei der Hand."
Er lachte vergnügt mit seiner dünnen, zersprungenen Stimme und schob mich höflich zur Türe hinaus. Ich war selbst in Eile. Der Brief an Olcott brannte mir unter den Fersen. Diese Unverschämtheit!
Eine Stunde später war die Epistel im Briefkasten, leidlich gesalzen, trotz der Warnung des Direktors, und ich auf dem Wege nach dem Bureau der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana. Das Ereignis des Morgens hatte mich aufgeweckt. Ich wollte wenigstens zunächst die siebenhundertfünfzig Dollar sichern — meinen Ehrenpreis für den besten Dampfpflug, den ich mir wettrennend redlich verdient hatte. „Wer weiß," dachte ich, „ob mein zweiter Freund Delano mit dem bescheidenen Betrag nicht schon auf dem Wege nach der Havanna ist!"
Doch nein, Delano war noch in Amt und Würden. Seine trübselige Stimmung hatte ihn allerdings wieder erfaßt; auch war er gelber als je und empfing mich mit dem hoffnungslosen Lächeln, das ihm eigen war. Ich begrüßte ihn mit künstlicher Fröhlichkeit. Es war für meine Zwecke notwendig, feinen Mut aufzurichten.
„Ich besuche Sie hauptsächlich, Verehrtester, um Ihnen zu den glänzenden Einnahmen Glück zu wünschen, die unsrer Donnerstag gebracht hat", log ich, mit derselben Absicht, munter. Es machte mir nicht die geringsten moralischen Bedenken, denn Delano durchschalle mich, trotz seines trüben Blicks, ohne alle Schwierigkeit, und ich wußte dies.
„Glänzende Einnahmen!" stöhnte er. „Wenn Sie nur wüßten! Es reichte gerade, um die dringendsten Schulden zu bezahlen, wenn mir weiter existieren wollen. Fünf Minuten vor Ihnen war ein Mann hier, der die zweite Anzahlung für die Holzbrücke haben wollte, die Sie uns zusammengefahren haben. Sieht das wie Kredit aus? Ah, dieser Krieg, dieser Krieg! Das war anders vor fünf Jahren, und ich fürchte, selbst Ihr Dampfpflug wird uns nicht herausreißen."
„Fassen Sie Mut, Herr Delano," sagte ich mit steigender Besorgnis; „selbst in den alten Sklavenzeiten haben Sie sicherlich nie einen besseren Tag
Kugelstoßen: 1. Gren. Arndt, 3. Komp., | 19,19, 2. Obergren. Mohl, 3. Komp., 19,00; | 3. ©een. Steines, 1. Komp., 16,83.
Speerwerfen: 1. Obergren. Friedrich, 3. Komp., 38,10; 2. Obergren. Bohn, 1. Komp., 37,80; 3. Leutn. Petermann, 2. Komp., 36,04.
50-Meter-Schützenlauf mit anschl. Handgranatenwurf. 1. O.-Gren. Quirmbach, 1. Komp., 76 P.; 2. Gren. Stang, 3. Komp., 74 P.
1 0 0 - Meter I. M. - G. - H i n d e r n i 8 - lauf. 1. Dolay—Schneider, 3. Komp., 48; 2.Htssz. Dippert- Wilker, 2. Komp., 49,5; 3. Caspar— Hahl, 2. Komp., 49.9.
6 0 - Meter s ch w. M. - G. - H i n d e rn is- l a u f. 1. Gewehr Schwerer, 4. Komp., 59,4; 2. Gewehr Scheuer, 4. Komp.. 1,1,5.
Gruppengepäckmarsch. 1. Gruppe Atffz. Jung mit 9 Mann, 1. Komp., 2,40,27; 2. Gruppe Atffz. Lippert mit 7 Mann, 2. Komp., 2,51,23; 3. Gr. Atsfz. Hüfner, 3. Komp., 2,57,49.
Zehnkampf. 1. Feldw. Paulus, Stab, 454 Punkte; 2. O.-Gcfr. Schäfer, 1. Komp., 452 P.; 3. Gren. Arndt, 3. Komp., 433 P.
Sechskampf. 1. Gefr. Rehren, 1 Komp., 9,5 P.; 2. Leutn. Petermann 13 P.; 3. Gren. Burkart, 2. Komp., 19,5 P.
4xl00°Meter-Stafsel. 1. 1./15, 49; 2. 3. 15, 49,4; 3. 4. 15, 49,6; außer Konkurrenz 2., 15, 47,4.
Olymp.- S 1. 1. 1. 15, 3,59; 2. 3./15, 4,3,2; 3. 2./15, 4,3,4.
4 X 1 500-Meter-Staffel: 1. 1./15
19,06,1; 2. 3./15 19,16,4; 3. 4./15 20,08,0.
50X105-Meter-Staffel: 1. 2./15
11,37,8; 2. 3./15 11,38,5; 3. 1./15 11,42,7.
Rachrichten-Staffel: 1. 2./15 11,24; 2. Stab 12,46,6; 3. 3./15 13,44,2.
Medizinball-Stafette: 1. 2./15
3,49,9; 2. 3./15 2. M. 3,59,0; 3. 1./15 4.07,2.
Gewehrfechten f. Unteroffiziere: 1. Ünteroff. Vickhardt, 1. Komp., 7; 2. Anteroff. Ritter, 2. Komp., 6; 3. Anteroff. Jung, 1. Komp., 4.
Gewehrfechten für Mannschaften: 1. Oberschütze Kuhnert, 3. Komp., 6; 2. Obergren. Becker, 1. Komp., 5; 3. Obergesr. Röth, 3. Komp., 4.
Geräte-Sechskampf: 1. Obergren. Burkart, 2. Konrp., 95 P.; 2. Schütze Gerhardt, 4. Komp., 89 P.; 3. Gefr. Borger, 3. Komp., 84 P.
Mu st er rie gen: 1. 1./15 97 P.; 2. 3./15 95 P.; 3. 2./15 91 P.
Gewichtreihen: 1. Obergren. Arndt, 3. Komp., 98; 2. Obergren. Knorr, 2. Komp., 96; 3. Obergren. Hardt, 1. Komp., 94.
100-Meter-Bru st-Schwimmen.
1. O.°Gren. John, 1. Komp., 1,49,4; 2. Gren. Link, 3. Komp., 1,51,5; 3. O.°Gven. Otto, 3. Komp., 1,54,1.
100 Meter Rücken. 1. Gren. Limk, 3. Komp., 1,53,1; 2. O.-Gren. Otto, 3. Komp., 2,05,6; 3. Oberschütze Herzog, 4. Komp., 2,13,4.
4 0 0 Meter beliebig. 1. O.-Gren. John, 1. Komp., 8,56.0; 2. Gren. Eisenträger, 1. Komp., 9,24,5; 3. Schütze Händen, 4. Komp., 10,07,0.
Streckentauchen. 1. O.-Gren. Wallner, 1. Komp., 50 Meter in 40,0 Sek.; 2. Atffz. Frick, 2. Komp., 47 Meter in 41,4 Sek.; 3. Oberschütze Kuhnert, 4. Komp., 40 Meter in 37,6 Sek.
Wasserspringen. 1. O.-Grea. Burkart, 2. Komp., 24,45 Punkte; 2. O.-Geir. Krumbholz, 2. Komp., 22,45 P.; 3. Gren. Link, 3. Komp., 20,7 P.
2 0x5 0 - M e t e r - S t a f e 11 e. 1. 2./15,
18,27,4.
Wettlauf (Radfahrer, Motorrad, Läufer, Reiter). 1. Schweikart, 1. Komp.
Leichtathlet k.
Deutschland gewinnt den Leichtathletik-Länderkampf gegen Frankreich mit 89:62 punkten.
Der Leichtathletik-Länderkampf Deutschland-Frankreich am Sonntag im Stadion Colornbes in Paris endete mit einem — erwarteten — deutschen Siege von 89 zu 62 P. Sieger in den einzelnen Wettbewerben wurden: 100 m Körnig - D. 10,8; 200 m
Körnig - D. 21,8; 400 m Büchner-D. 48,6; 800 m S. Martin- F. 1 : 53,2 (Dr. Peltzer Dritter hinter Engelhardt); 1500 m W i - riath-F. 3:56,4; 5000 m Kohn-D. 15:3 (neuer deutscher Rekord); 110 m Hürden Semp 6 - F. 15,2; 4 X 100-m-Staffel Deutschland 41,4;
4 X 400-rn-Staffel Deutschland 3:18,2; Kugelstoßen Brechenmacher-D. 14,17 m; Speerwerfen Schlokat-D. 60,16 m; Diskuswerfen Hoffmeister-D. 44,84 m; Hochsprung KöPke - D. 1,90 m; Weitsprung Doderma n n - D. 7,22 m; Stabhochsprung Vin- tousky - F. 3,70 m.
gehabt als den letzten Donnerstag. Sie müssen fünf- zigtausend Dollar eingenommen haben, nach dem Gesicht zu urteilen, mit dem Sie abends in Ihrer Gelddroschke saßen. Seinen Ehrenpreis hat der Dampfpflug zehnmal verdient."
„Mein Gesicht!" rief Delano mit schmerzlicher Entrüstung. „Kann ich dafür, daß ich mit einer heiteren Miene geboren wurde? Sie täuschen sich bitter. Mein Gesicht wird noch mein Tod sein. Alle Welt fliefjt mich mit meinem vergnügten Gesicht auf, wenn ich vor Sorgen zusammenbreche. Dieser Krieg hat uns alle ruiniert. Nichts aus der guten alten Zeit ist übriggeblieben als mein Gesicht; glauben Sie mir das. Aber daraus Schlüffe zu ziehen auf unsere Kasseneinnahmen, das ist grausam!"
Delano war offenbar kein Freund seines Rasierspiegels. Er hätte sich sonst besser kennen müssen. Ich suchte jetzt ohne Umschweife auf mein Ziel los- äugehcn.
„Jedenfalls wird es Ihnen Vergnügen machen, mir meinen Ehrenpreis auszuhändigen. Ich wenigstens könnte mir keinen größeren Genuß für den Generalsekretär einer Landwirtschystsgesellschaft denken. Siebenhundertfünfzig Dollar ist wahrhaftig ein bescheidenes Sümmchen, alles in Betracht gezogen. Mir selbst liegt eigentlich mehr an der Ehre. Es ist der erste Preis, den unser Dampfpflug in Amerika erringt."
„Das freut mich, Herr Eyth, das freut mich in der Tat," sagte Delano mit ungewohnter Wärme. „Ich dachte mir’s übrigens sogleich, daß Ihnen die Ehre genüge. Die Sache wird in der ganzen Welt Aufsehen erregen und Ihnen tausendfältige Früchte bringen, davon bin ich fest überzeugt."
„Ich auch. Aber doch wäre mir’s lieb, wenn Sie mir, der Ordnung wegen, die siebenhundertsünfzig Dollar einhändigen wollten, Herr Delano!" drängte ich mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrigließ.
„Und an die Parkwege, die Sie uns zerfahren haben, denken Sie nicht, Herr Eyth", entgegnete Delano vorwurfsvoll. „Sie hätten gestern unser Rennkomitc« schimpfen hören sollen über den Zustand, in den Sie den großen Ring versetzt haben.
Mitglieder des T. D. 1846 Gießen in Berlin erfolgreich.
Die Kreisleitung des IX. Kreises der D. T. hatte die 1. Sieger aus den Wettkämpfen auf dem Kreisturnfest dazu besttmmt, an den Schwimm-Meister,chastskämpsen der D. T. teil» zunehmen. Danach hatte die Turnerin I. Hauk und Turner H. G c i ß m a r, beide vom T. V. 1846 Gießen, in Berlin anzutreten. Dort kämpften letzte Woche die Besten der Kreise miteinander, damit der oder die Beste in dem betreffenden Kampf festgestellt werden konnte. Surret Geißmar errang den 4. Sieg im Mehrkampf und der Turnerin I. Hauk gelang esz im Streckentauchen an 4. Stelle zu kommen. Beide können ebenso wie der T. V. 1846 auf ihren Erfolg stolz fein.
Spielvereinigung 1900 Dießen.
ö. Am letzten Sonntag kamen nur vier von den vorgesehenen Spielen zum Austrag. Sie ergaben zwei Siege und zwei Unentschieden.
Die 3a-Mannschaft errang auf eigenem Platz einen hohen 6:0- Sieg über die eifrigen Gäste aus dem Gau Marburg „Verein Sportlust 1926“ Cappel. Die Einheimischen waren dieses Mal besonders gut aufgelegt und zeigten große Schieh- lust, sodaß die Gäste trotz aufopferndem Spiel an einer Riederlage nicht vorbeikcrmen. Zu bemängeln war beim Platzverein das viele Rufen und Schreien.
Die 1. Schülerelf 1900’8 trennte sich nachmittags von der des Wetzlarer Sportvereins 1 :1, damit erneut den Beweis erbringend, daß zur Zeit alle Schülermannschaften des Gaues Gießen-Wetzlar Weiche Spielstärke besitzen.
Auch die 3b-Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und gewann in Lich gegen Verein für Ralenspiele 2. Mannschaft 6 : 2. Das Spiel artete unter Leitung eines Licher Herrn zeitweise aus, sodaß es auf beiden Seiten Platzverweise gab.
Das Treffen 1900'8 2. Jugend gegen Lichs 1. Jugend, das auch in Lich zum Austrag kam. wurde beim Stande von 1 : 1 nach kaum viertelstündiger Spielzeit vom Schiedsrichter vorzeitig abgebrochen.
Kirchhain schlägt Frohnhausen im Wiederholungsspiel.
o. Bekanntlich hatte der D. f. B.-Kirchhain gegen die Riederlage vom 7. August auf dem 1900-SportPlatz in Gießen gegen „Oranien"- Frohnhausen protestiert, da der dritte und entscheidende Torerfolg Frohnhausens regelwidrig errungen worden sei. Dem Protest wurde statt- gegeben und das Spiel für den 21. August nach Marburg neuangesetzt. Diesmal wandte sich da- Glück und Kirchhain blieb mit 4: 2 Sieger, Frohnhausen damit in dem bereits sicher errungene« Ziel abermals das Rachsehen gebend. H. Singe l t e r - Marburg leitete vorzüglich.
Die Derdandsspiele im Marnbezirk hatten sämtlich unter den Unbilden der Witterung zu leidem Fast alle Plätze waren durch den heftigen Regen in kleine Moraste verwandelt worden. Die Kämpfe wurden jedoch im Hinblick auf die drohente Terminnot durchgeführt. Eine Tleberraschung bildete der verdiente Sieg der Hanauer 93 auf fremdem Platz über die favorisierte Union Riederrad.
Gruppe Main.
FSD. Frankfurt a. M. — Fechenheim 12 :1 Rot-Weih Frankfurt a. M. — Sport 1860 Hanau 6 : 1
Hanau 94 — V.f.R. Offenbach a. M. 1:1 Union Riederrad — Hanau 93 0 :3 Kickers Offenbach — Germania Frankfurt a. M.
3 :0
Viktoria Aschaffenburg — Eintracht Frankfurt a. M. 0:3.
Gruppe Hessen.
Sp.-Gmd. Höchst — SV. 98 Darmstadt 3 :1 V.f.L. Reu-Isenburg — Wormatia Worms 4 :1 Alemannia Worms — Hassia Bingen 2 :1 Aarheiligen — F.S.V. 05 Mainz 2 :2 SV. Wiesbaden — Germania Wiesbaden 4 :0.
D. s« B. Leipzig
schlägt 1. F. C. Nürnberg 5:1.
Der deutsche Fußballmeister mußte am Sonntag in Leipzig eine unerwartete Riederlage einst ecken. Er wurde vom DfB.-Leipzig glatt mit 5:1 (3 :0) geschlagen.
Was glauben Sie wohl, was er uns kosten wird, die Löcher und Gruben, die Berge und Täler wieder einzuebnen, die Ihre Elefanten auf meinem Rasen angelegt haben? Von den zwei Klaftern Holz will ich gar nicht sprechen, die ich für Sie anfahren ließ und die spurlos versunken sind. Sagen Sie einmal, wie ging das denn eigentlich zu? Wie machten Sie es? Der Erdboden in Louisiana hat doch kein Loch, so daß zwei Klafter Holz spurlos unten durchfallen könnten?"
Unser Gespräch nahm eine bedenkliche Wendung. Ich fühlte, daß ich zornig wurde. Je düsterer ich aber dreinsah, um so heiterer wurde Delano, während er mir die Not der letzten drei Tage mit wachsender Beredsamkeit vorhielt. Zum Glück trat in diesem 'Augenblick Lawrence ein, guter Dinge und voller Geschäfte, wie immer. Ich weihte ihn sofort in unser Gespräch ein, während Delano wieder gelb und traurig wurde.
„Natürlich! Selbstverständlich!" rief mein Freund und Gönner, „Ihren Ehrenpreis müssen Sie haben. Die Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana läßt sich nicht lumpen; dafür stehe ich Ihnen, ich, Mister Lawrences Bruder! Machen Sie keine Umstände, Delano! Heraus mit der Kasse!"
Mit allen Anzeichen hoffnungsloser Gebrochenheit wandte sich Delano zögernd nach dem Kassenschrank. Auf dem Wege machte er einen letzten Versuch, sich an die zwei Klafter Holz anzuklammern, und wollte von Lawrence wissen, wie zwei ganze Kubikmeter wertvoller Hickoryscheiter spurlos verschwinden können. Lachend half ihm Lawrence den Schrank öffnen und erklärte, daß sie beide nichts von Elefanten verstünden. Dann zählten sie siebenhundertfünfzig Dollar in Papierscheinen auf den Tisch, wobei Delano mit der peinlichsten Vorsicht, Lawrence mit jugendlicher Unbesonnenheit barauflos arbeitete. Ich hatte in meinem ganzen Leben eine solche Lumpensammlung nicht gesehen. Ein halbes Dutzend völlig entwerteter fonföberierter Papiere wurden von Lawrence mit ehrlicher Entrüstung auf den Boden geworfen und von Delano sorgfältig wieder aufgehoben.
(Fortsetzung folgt.)


